La Imperial Feng

Feng Shui · Geokultur · LebensArt

Der Beginn der Raunächte

18 Kommentare

Wir fügen Speichen in einem Rad zusammen
aber es ist das Loch in der Mitte,
das die Bewegung des Wagens bewirkt.
Wir formen Ton zu einem Topf,
aber es ist die Leere darin,
die das Gewünschte enthält.
Wir zimmern Holz für ein Haus
aber es ist der Innenraum,
der es bewohnbar macht.
Wir arbeiten mit dem Seienden
doch Nichtseiendes macht den Nutzen aus.
Laotse

Raunächte 2017

Foto © Apollontempel

Frühestens am Abend des 20. und spätestens am 24. Dezember treten wir ein in die zeitlose Zeit. Zwölf Tage und Nächte, in denen wir heraustreten können aus der mechanischen, linear verlaufenden Uhr-Zeit, um unsere Wahrnehmung auf den gefühlt-richtigen Zeitpunkt zu lenken, wieder hinein in die natürlichen Rhythmen.

Vielleicht ist es das, was Frau Holle uns lehren wollte: Zur richtigen Zeit das Richtige tun – das Brot aus dem Ofen holen wenn es fertig gebacken ist, den Baum schütteln, wenn die Früchte reif sind. Ohne auf die Uhr zu schauen, allein weil unser Gespür für den rechten Augenblick stark ist und stimmig.

„In der Ewigkeit ist fürwahr etwas Wahres und Erhabenes.
Aber all diese Zeiten, Orte und Gelegenheiten sind jetzt und hier.
Gott selbst kulminiert im gegenwärtigen Augenblick
und wird nicht göttlicher sein im Verlaufe aller Äonen.“
Henry D. Thoreau

„In den alten Zeiten – als das Wünschen noch geholfen hat, wie es im Märchen heißt – verwandten die Menschen viel Aufmerksamkeit darauf, ihre Beziehung zur Natur, zu den unsichtbaren Welten und den darin verborgenen Kräften zu pflegen.

Heute sind wir meist viel zu beschäftigt, um uns dem Unsichtbaren zu widmen. Die Verbindung mit dem, was wir nicht fassen können, ist schwächer geworden oder ganz abgerissen. Die Zeit zwischen den Jahren, in der die Schleier zwischen den Welten dünn sind und das Lebenstempo sich verlangsamt, ist eine wunderbare Gelegenheit, innezuhalten und wieder ein Gespür für die Verbindung mit den tieferen und höhreren Wirklichkeiten in uns und um uns herum zu entwickeln.

Wir können uns daran erinnern, dass eine tiefe Aufgabe unseres Lebens darin besteht, das Licht in uns zum Leuchten zu bringen und das innere Feuer zu nähren. Wir können unsere Liebes- und Begeisterungsfähigkeit, unsere Lebendigkeit und Lebensfreude stärken und uns bewusst machen, dass unser Leben sinnvoll ist, auch wenn uns dieses Gefühl zwischendurch abhanden gekommen sein mag.

Seit Urzeiten ist die Wiedergeburt des Lichts aus tiefer Dunkelheit zu Mittwinter immer wieder gelungen. Die Tage und Nächte zwischen den Jahren laden uns ein, uns dieser großen Bewegung anzuvertrauen und sie auch in uns zu vollziehen.“

Zur Lektüre für die Raunächte empfehle ich das Buch, aus dem dieses Zitat stammt
Das Mysterium der Raunächte von Nayoma de Haen

Wer innehält – erhält inneren Halt –
und bleibt sich selbst erhalten.
Laotse

Die Sonne liebt die Erde - jeden Morgen kehrt sie zurück

P.S. Mein dritter Newsletter ist heute erschienen – wer künftig keinen mehr verpassen will klickt hier Inspiration für Raum und Leben – Newsletter Anmeldung

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18 Kommentare zu “Der Beginn der Raunächte

  1. liebe Imperial,
    das ist sicher wieder ein besonders wertvoller text von dir, aber mir wandern ständig seltsame weiße punkte über den bildschirm, die mich sehr stören und mir schmerzen in den augen bereiten. so dass ich es nicht lesen kann. es ist aber nur auf deiner seite, nicht auf allen seiten in meinem browser. muss irgendwie ein layoutfehler sein.
    schade.

    nichtsdestotrotz wünsche ich dir gute jahreswechseltage: alles gute & schöne für 2017.
    und immer wieder danke für deine feinsinnigen impulse hier.
    sehr von herzen!
    mo jour

    • Liebe Mo Jour, danke – ich habe mal geforscht, tatsächlich sollen die weißen Flecken Schneeflocken darstellen. Ich habe das jetzt ausgeschaltet, so kannst du störungsfrei stöbern und lesen.

      Auch dir wünsche ich eine erlebnisreiche Zwischenzeit und einen guten Wechsel ins Neue Jahr. Mögen Glück und Frohsinn dich begleiten.

      • DANKE schön, für dein verständnis und entgegenkommen und die superschnelle reaktion. das ist gleich viiiel besser so – und hat sich sehr gelohnt!

        sich selbst den sinn des lebens zu stiften, immer wieder aufs neue, ist wohl eine der größten herausforderungen in meinem leben.

        über die raunächte habe ich zum jahreswechsel 1995/1996 meine erste sendereihe im radio gemacht. damals gab es noch kein ‚richtiges‘ internet. es war sehr schwer an informationen zu kommen, die raunächte waren noch kaum wiederentdeckt. manch eineR in der redaktion hat mich sehr belächelt für dieses ‚esoterische‘ thema. trotzdem habe ich zwischen heiligabend und dem 6. januar an jedem sendetag am späteren vormittag meinen platz für einen beitrag gekriegt: jeweils ein kleines minikurzhörspiel über die dunkelste zeit des jahres – das waren schöne radio days, damals ….

        nochmal alles gute dir!

      • Liebe Mo Jour,

        deine Worte vom Sinn berühren mich – erst kürzlich hatte ich gedacht: Was, wenn ALLES gar keinen Sinn hätte, der Sinn den ich dem Leben und dem Tun beimesse völlig sinn-los wären … Das war für mich, die Sinnsuchende und -findende in allem, ein nicht gelinder Schock! Doch irgendwie ich hab‘ ihn überwunden, vielleicht allein durch das Zulassen, auch einem solchen „undenkbaren“ Gedanken zu begegnen …

        Sind deine Radio-Beiträge auf deiner Seite zu finden? Die würd‘ ich mir nämlich gerne anhören !

        Auch dir von Herzen Grüße!

      • nein, leider gibt es von meinem radioleben keine digitalen zeugnisse: meine beiträge sind alle versendet, es gibt keinerlei archiv mehr, auch nicht in der ARD; meine privaten mitschnitte darf ich nicht veröffentlichen und wenn, dann müsste ich sie ja auch erst einmal digitalisiert kriegen und irgendwie ins internet stopfen … schon schade …

  2. Meine Mutter berichtete mir von den Raunächten. Lange Zeit vergaß ich es, aber seit einiger Zeit hat mich diese Zeit wieder faszininiert und ich führe auch Rituale aus. Es bringt Klarheit und Reinigung und Ruhe. Liebe Grüße, Sylvia

    • Das freut mich Sylvia –

      dann wünsche ich dir ganz besonders schöne Raunächte und dazwischen einen Jahreswechsel, der dich in ein glückliches Jahr hinüber trägt. Liebe Grüße!

      • Jeder Tag der Raunächte weist auf einen Monat im nächsten Jahr hin, ich gespannt was kommt. Ich wünsche dir auch eine erhellende Zeit und einen friedvollen Rutsch ins Neue Jahr.

      • Ja Sylvia, und dabei so vielseitig – zu erahnen, zu erspüren, zu erträumen, was kommen mag. Karten ziehen, Träume deuten, Wunschzettel schreiben und verbrennen, Medizinwanderungen, Träumen mit offenen Augen … Auch mein Körper mag die „dunkle Zeit“, ausruhen und das Dunkel anschauen, nicht von der Sonne zur Tat getrieben werden … alles auch sehr erholsam – und magisch!

  3. Herzlichsten Dank für diesen zauberhaften Beitrag.Er hat mich ,wo anders hingebracht.In das Land der andere Ebene.Schön dort zu wandern,und anderes zu erleben.Die liebsten Weihnachtsgrüsse an Dich.Frohe Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr.Bis bald.

    • Danke Jeanette – ich bin gern Wegbegleiterin 😉

      Auch dir allerliebste Weihnachtsgrüße und zauberhafte Begegnungen – in dieser Welt und in der anderen 🙂

      Fröhliche Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr für dich und deine Lieben!

  4. Ist Dein Newsletter schon raus? Ich hatte mich ja neulich dafür angemeldet, habe aber noch nichts erhalten.
    LG Susanne

  5. Wunderbar…….

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