Susanne Berkenkopf

„Ein Zuhause ist mehr, als vier Wände und ein Dach über dem Kopf." Dies ist ein Blog über Räume, über innere und äußere Räume. Denn ich bin überzeugt, dass jeder Raum in dem wir uns regelmäßig aufhalten, Einfluss auf unser Leben nimmt. Also gebe ich hier Anregungen, wie Wohnräume und Arbeitsplätze energetisch und ästhetisch optimiert werden können. Ich schreibe für Menschen, die in einer wohltuenden Umgebung leben wollen, die innere und äußere Freiräume schätzen, und an ihr Potenzial glauben. Ich schreibe für Menschen, die wie ich, jetzt und auf dieser Erde zum Wohle des Ganzen wirken wollen. Im „echten Leben" biete ich Wohncoaching, Grundrissanalyse und Lebensstilberatung. Meine Werkzeuge sind Imperial Feng Shui, Geomantie, chinesische Astrologie und systemische Beratung. Mehr unter www.feng-shui-und-beratung.de


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Planetarische Weisheit des Samstags

Nur geliehen: In Körpern aus Sternenstaub dürfen wir eine Weile auf der herrlichen Erde verbringen und Erfahrungen erleben. Am Ende müssen wir beides zurück geben und nur die Reife der Seele wird uns auf dem neuen Weg begleiten. Danke für die Erinnerung an diese Nacht © Jonathan Forage!

Das Konzert der Woche neigt sich zum Ende. Am Saturn-Samstag schwingen die letzten Töne noch in der Luft. Doch es ist schon klar, der Vorhang wird fallen, die Aufführung dieser Woche ist vorüber.

Wer sich dessen heute bewusst wird und die Woche noch einmal Revue passieren läßt, kann die verdichtete Energie wahrnehmen. Besonders könnte dabei sein, dass das bekannte Aufrechnen à la „Was war gut und was ist nicht gelungen“, rein gar nichts bringt.

Stattdessen bietet der Samstag die Chance, alle Geschehnisse der Woche zeitgleich nachzuerleben und gleichwertig miteinander in Verbindung zu bringen. Wie in einem Kaleidoskop dürfen die Facetten der einzelnen Tage zu einem neuen Bild zusammen gefügt werden. Alles gehört in seiner eigenen Qualität dazu.

Und vielleicht wird erst heute klar, dass etwas, das am Freitag geschah, die Erlebnisse des Mittwochs vervollkommnet. Ja mehr noch, dass die lineare Reihenfolge bloß dem Verstand entspringt, und nicht unbedingt dazu beiträgt, das ganze Bild zu erkennen.

Saturn schließt am Samstag die Woche ab. Wie im Lebenslauf symbolisiert er das reife Lebensalter und bereitet uns auf den Abschied vor. Saturn fordert uns heute dazu auf, innezuhalten.

Bevor der Kreislauf am Sonntag von Neuem beginnt, lohnt es sich zu fragen: Was von all den Eindrücken und Erlebnissen möchte meine Seele verinnerlichen, um zur Reife zu gelangen? Erst das bringt die Bereitschaft für einen neuen Anfang und das tatsächlich Neue.

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

Rainer Maria Rilke

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Diese Reise hat mir durch die intensive Beschäftigung mit den Planeten viel Spaß, und tatsächlich neue Erkenntnisse gebracht. Besonders schön finde ich, dass ich jeden Tag viel aufmerksamer war als sonst, um die feinen Unterschiede der Stimmungen und Atmosphären wahrzunehmen.

Vor allem habe ich mich gefragt wie sich, neben all den anderen Einflüssen, der Wochentag, an dem wir geboren sind, auf das Gemüt auswirkt. Ich stelle mir vor, dass einer der Planeten an unserer Wiege stand und uns, wie die Feen das Dornröschen, mit seinen besonderen Qualitäten auf dem Lebensweg begleitet.

„Sonntagskinder“ heißen seit jeher die mit einem offenen, sonnigen Gemüt. Fühlt sich vielleicht ein Montags-Kind der Mondin und den tiefen Wassern mehr verbunden als ein Kind des Samstags? Führen die Kinder des Saturn die Dinge zur Reife?

Sind Dienstags-Kinder, die auch noch im Zeichen des Widder geboren sind, besonders „marsianisch“, tatkräftig und impulsiv? Zeigen uns die Freitagskinder der Venus, dass nur praktisch nicht reicht, da das Schöne ein Werk erst vervollkommnet? Öffnen die Donnerstagskinder ihre Flügel um das große Ganze im Blick zu behalten? Zeigen uns die Kinder von Merkur, wie viel mehr man in Gemeinschaft schaffen und sich dabei auch noch besser fühlen kann?

Es lohnt bei Begegnungen hinzuspüren, welcher Planet wohl die Patenschaft des Gegenübers nahm. Und ein Ort, an dem Fragen entstehen, ist jederzeit ein guter Ort.


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Planetarische Weisheit des Freitags

Ein Mandala strahlt Harmonie aus, darum wird es als „schön“ wahrgenommen. Danke © Swati H. Das

Am Freitag rückt mit Venus-Freja das Schöne in den Mittelpunkt. Alle Notwendigkeiten sind nun vollbracht, dennoch ist das Werk noch nicht vollendet – erst das Schöne wird es abrunden.

Sorgte Jupiter am Donnerstag für den Sinn, bringt der leuchtendste aller Planeten, Venus-Freja, am Freitag die Phantasie. Darum taugen praktische Fragen heute nichts: Ja, Kekse mögen wie Kekse schmecken, doch erst die Verzierung erfreut die Sinne und darum schmecken sie einfach tausend Mal besser.

Freitag ist also kein Tag für Praktisches, für Prüfungen oder Willensanstrengungen. Am Freitag tritt die künstlerische Ader hervor, die unter der Woche noch schlummerte. Sie darf nun Hand anlegen und das Besondere spielerisch kreieren.

Scheinbare Nebensächlichkeiten rücken in den Mittelpunkt und mit ihnen die Frage: Was macht das Werk unverwechselbar schön und stimmig? Heute muss nichts vernünftig sein – nur schön.


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Planetarische Weisheit des Donnerstags

Auch was wir nicht (oft) sehen, gehört zum Ganzen. ❤ © Jeremy Bishop

Die Sorge um Versäumnisse, die sich künftig nicht korrigieren lassen, treibt uns am Donnerstag. Wird nämlich etwas Wesentliches übersehen, ergibt sich ein unvollständiges Bild. Das wiederum kann zu falschen Schlussfolgerungen und verheerenden Handlungen führen.

Der Herrscher dieses Tages ist Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems. Er ist der, der das Interesse des Merkur am Umfeld noch toppt, denn Jupiter, der zwölf Mal mal größere Planet als Mutter Erde, will weit darüber hinaus schauen. Er fordert uns auf, soviel als mögliche Konsequenzen unseres Handelns im Vorfeld zu bedenken.

Jupiter animiert uns heute, auch scheinbar unzusammenhängende Gegebenheiten miteinander in Beziehung zu setzen. Das Zauberwort des Donnerstags lautet darum:

Strebe heute die Vollständigkeit des Ganzen in Denken und Handeln an.


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Planetarische Weisheit des Mittwochs

„Gemeinsam“ lautet ein Motto des Merkur. Amish People bei der Arbeit beobachtet von © Randy Fath

Merkur, der Beziehungsschaffer, ist der Regent des heutigen Tages. Nachdem am Dienstag der Wille antrieb, die Welt nach eigenen Vorstellungen zu formen, steht der Mittwoch im Zeichen des Miteinander.

Heute wollen wir mit anderen in Beziehung treten und interessieren uns dafür, wie sie die ihnen übertragenen Aufgaben lösen. Das geschieht aus Interesse für unser Umfeld und auch, um uns davon inspirieren zu lassen. Denn Austausch und Begegnung bringen Einsichten, die man allein vielleicht nicht entdeckt hätte.

Irgendwo las ich, Merkur sei der einzige Planet, dessen Achse senkrecht auf seiner Bahn steht. Demnach wendet er sich keiner Richtung zu, hat keine Vorlieben und ist offen für alles.

Während also am Dienstag jeder konzentriert auf die eigenen Belange schaut, kann heute das Ganze betrachtet und das gemeinsame Werk bestaunt werden.

Mittwoch ist der perfekte Tag, in Gemeinschaft zu wachsen.


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Planetarische Weisheit des Dienstags

Der rote Planet. Er steht am Dienstag allen zur Seite, die bereit sind zu handeln. Den Mars in Erdnähe fing © Stephan H.

Heute beginnt die eigentliche Arbeit. Wurde ganz in Ruhe am Sonntag ein Entschluss gefasst, präsentierte die Außenwelt am Montag flugs die ersten Hindernisse. Sie waren dazu da, den Grad der inneren Freiheit zu messen. Denn nur, wer innerlich frei vom gefassten Entschluss ist und sich dem, was ist, hingibt, kann wirklich Neues schaffen.

Heute zählt dagegen nur das Eine: Handeln.

Durchdrungen von der feurigen Energie des Mars ist der Dienstag der dynamischste Tag der Woche. Heute liefert Mars die wichtigste Zutat, einen Willen zu formen: Engagement. Am Dienstag ist der Drang, dem gefassten Entschluss Gestalt zu geben, unermesslich und die Kraft, um jegliche Hindernisse aus dem Weg zu räumen, steht zur Verfügung.

Dabei kennt der Dienstag kein Pardon. Tatsächlich lädt er sogar dazu ein, Fehler zu machen. Sind sie denn nicht das Salz in der Suppe? Kann man nicht fasziniert sein von Irrtümern, die einem unterlaufen sind? Statt sie also zu bedauern sollten wir uns freuen, denn Fehler gehören zum Prozess einer Entwicklung.

Sei unbefangen im Tun, lautet das heutige Zauberwort.

„Der Handelnde ist immer gewissenlos;
es hat niemand Gewissen als der Betrachtende.“
Goethe


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Planetarische Weisheit des Mond-Tags

Was die Mondin uns lehrt: Stille, Erhabenheit und totale Hingabe an die Veränderung. © Zan Douglas

Die in der Sonntagsruhe gefaßten Entschlüsse treffen am Tag der Mondin auf die Bedingungen der Außenwelt. Tatsächlich werden wir heute geprüft: Wie frei ist unser Verhältnis zu den gestern getroffenen Entscheidungen?

Wollen wir sie um jeden Preis schon heute durchsetzen? Dann werden wir scheitern. Oder erkennen wir, dass Widerstände gut sind, alles Überflüssige wegzuschleifen und unsere Absicht zu prüfen?

Die Aufgabe, vor die uns der herrschende Planet heute stellt, lautet Hingabe. Hingabe an das, was wir tatsächlich vorfinden, und währenddessen unser Ziel nicht aus den Augen verlieren. Mag sein, dass wir unterwegs auf „schöpferische Zerstörung“ stoßen, doch die braucht es in jedem Prozess, denn erst durch sie kann das wahrhaft NEUE entstehen.

Das ist genau wie in den Märchen: Immer wird ein Entschluss gefaßt, dann wird gehandelt. Doch vor dem Erfolg ist so manche Prüfung zu bestehen. Und die wahren Helden und Heldinnen, die bleiben dran. Kein Ungeheuer, kein Abstieg in die Unterwelt kann sie von ihrem gefaßten Entschluss abbringen. Der Montag ist genau so ein Tag.

Wer heutige Prüfung besteht und sich dem, was ist, hingibt, braucht morgen nicht länger zögern. Am Dienstag kommt nämlich der Wille ins Spiel. Doch das ist dann wieder ein neues Kapitel.


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Planetarische Weisheit des Sonntags

Ein Sonntag in Russland. Danke an © Olga Isakova

Neulich fand ich beim Aufräumen einige handgeschriebene Notizen. Sie handeln vom Einfluss der Planeten, nach denen – sicher nicht ganz zufällig – unsere Wochentage benannt sind. Sage mir Deinen Namen und ich sage Dir, wer Du bist. Ja, wir erinnern uns ….

Zwar bin ich mit der chinesischen Astrologie um vieles vertrauter, dennoch werde ich nicht müde, über unsere Himmelskörper zu staunen. Diesmal geht es darum, wie die Planeten uns dabei unterstützen können, Neues ins Leben zu bringen, damit es sich bestens entfaltet.

Bildlich gesprochen: Vielleicht schaffen es ja alle ans Ufer, doch wer den richtigen Zeitpunkt wählt um mit den günstigsten Winden zu segeln, braucht nicht alles alleine machen, da himmlische Kräfte den Fortgang unterstützen.

Kurzum: Wie unterstützt der Planeten-Herrscher eines jeden Wochentags irdische Prozesse in den einzelnen Entwicklungsphasen? Wann wird gesät, gewartet, gewässert, geerntet?

Wer sich mit dem siebener Rhythmus beschäftigt hat, wird sicherlich Parallelen zur Aufteilung einer Woche finden. Das Studium der Planeten mag manches Geheimnis lüften. Zum Beispiel, warum am Dienstag gelingen kann, wofür es am Freitag zu spät ist …

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Sonntag – regiert vom Planeten Sonne

Anders als in unserer gängigen Vorstellung von Arbeitstagen und Wochenende beginnt die Woche, ähnlich wie in der christlichen Tradition, bereits am Sonntag. Die lange selbstverständlich arbeitsfreie Sonntagsruhe ermöglichte – im Bewusstsein des Wochenanfangs – gute Gelegenheit für Besonnenheit.

Wissend, dass alles endet wie es begann, mag diesem Tag seine besondere Kraft verleihen. Schließlich gehört es an den wirklichen Anfang, ein Vorhaben konzentriert und in Ruhe vorzubereiten, zuversichtlich Entschlüsse zu fassen und in Gedanken vorwegzunehmen, was man zu tun gedenkt.

Nebenbei bemerkt würde das natürlich auch den im Volksmund so verhassten Montag, den Tag der Hingabe, entlasten. …

Also der Sonntag lädt zur Ruhe und Sammlung ein. Beides gilt als gute Voraussetzung für den besonnenen Entschluss zur Tat. Das, was wir im Alltag oft unbewusst tun, also innehalten, ausatmen und dann erst sprechen, das mag der Sonntag.

Genau aus dieser Ruhe heraus kann heute ein Anfang – für die kommende Woche oder ein neues Projekt – gesetzt werden. Bleibe dabei klar, vorausschauend und zuversichtlich.

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Inspiriert zu dieser kleinen Reihe haben mich die Antroposophie und Schriften von Rudolf Steiner, Mythologie und Sagen, Schriften der Geomantie und einige Bücher von Harald Jordan. Doch in meinem Kopf hat sich alles vermischt und ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder die genaue Herleitung meiner Gedankengänge. Sicher werden einige Astrolog-inn-en auch mit dem Kopf schütteln. Aber das macht nichts.


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Motto des Tages – Sonntag

Nichts bleibt, wie es ist – nichts ist, wie es scheint. © Pratik Bisht

Es gibt ein Bleiben im Gehen,
ein Gewinnen im Verlieren,
im Ende einen Neuanfang.
Weisheit aus Japan

Für mich finden die gesammelten Zitate der letzten sechs Tage in dieser reduzierten japanischen Weisheit ihre Essenz. Nichts geht verloren, und am Ende unseres Lebens nehmen wir nichts mit – selbst unseren Körper lassen wir auf der Erde zurück. Allein die Weisheit, welche die Seele in ihrem Erdendasein erlangen durfte, die bleibt als Essenz zu eigen. Was danach kommt? Im Ende ein Neuanfang – was sonst?!

Mit dieser Lebensweisheit soll diesmal die Woche „Motto des Tages“ enden. Das hat Spaß gemacht, lieben Dank an alle für’s Mitmachen 💕


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Motto des Tages – Freitag

Im Nichtstun bleibt nichts ungetan, weiß die hohe Kunst des WuWei. Nicht nur an Orten wie diesen © Annie Spratt

„Es gibt sicherlich nichts andereres, als den einen Zweck dieses gegenwärtigen Augenblicks.
Das Leben des Menschen ist die Folge von Augenblick auf Augenblick.
Wenn der gegenwärtige Augenblick gänzlich erfasst ist,
wird es nichts mehr zu tun geben, nichts sonst ist zu erstreben.“
Aus dem Hagakure,
dem Buch der Samurai

 

Mich erinnert dies an eine Schlüsselszene im Film über den friedvollen Krieger*, als Sokrates einen kurzen Dialog mit seinem Schüler, Dan Millman, führt:

Wo bist du?
Hier!
Wieviel Uhr ist es?
Jetzt!
Wer bist du?
Dieser Moment!

*Dan Millman, Der Pfad des friedvollen Kriegers.


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Motto des Tages – Donnerstag

„Werdet wie die Kinder …“ – ja, von ihnen können wir uns manches abschauen. Danke © Feri & Tasos für den Moment.

„Zwei Dinge auf einmal zu tun, heißt,
nichts davon richtig zu tun.“
Publius Syrus – Mimen Autor

Oh, das klingt aber nach Provokation! Zum Glück lebte der Autor schon in den 50ern vor unserer Zeitrechnung und wusste nichts davon, wie stolz besonders wir Frauen heute darauf sind, sooo viel zugleich erledigen zu können. Warum eigentlich? Lob kann auch eine Falle sein.

 


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Motto des Tages – Mittwoch

Zu Beginn – ein Block aus Stein. Michelangelo’s David im Detail, gesehen von © Taylor Smith

„Der Bildhauer schafft die schöne Statue, indem er solche Teile des Marmorblocks wegnimmt,
die nicht gebraucht werden – es ist ein Prozess der Entfernung.“
Elbert Hubbard – Künstler

„Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn nichts mehr hinzuzufügen ist,
sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.“
Antoine des Saint-Exupéry – Schriftsteller

Das Motto des Tages befasst sich noch einmal mit dem Wegnehmen, dem Entfernen. Dabei muss ein Raum nicht minimalistisch kahl sein, wenn das nicht behagt.

Ich selbst habe lange – vergeblich – dieses Ideal zu erreichen versucht. Bis eine Freundin mich darauf brachte, dass ich damit meine Persönlichkeit beschneiden würde, „denn du bist so kreativ, du brauchst doch Sachen um dich herum, die dich inspirieren.“

In dem Moment wurde mir klar, dass ein Ideal, das nicht zu einem passt, bloss in die Irre führt. Doch nach wie vor treibt mich das Verlangen nach Essenz und Balance, innen wie außen. Perfekt ist es für mich dann, wenn im Zusammenspiel mit Proportion und Harmonie – im Raum, im Klang und in der Form – die innere Gewissheit sagt: Jetzt ist ES stimmig.

 


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Motto des Tages – Dienstag

Je größer der Schrank, desto mehr Klamotten. Je größer das Haus, … Danke für den Blick ins tiny house © Andrea Davis

 

„Kaufe weniger. Wähle sorgfältig aus. Trage es lange.“
Vivien Westwood – Modedesignerin

 

Einen eigenen Stil zu finden kann dauern. Und gilt für Klamotten ebenso, wie für die Wohnungseinrichtung. Wer sich Zeit nimmt herauszufinden, was Wohlbefinden am eigenen Leib bedeutet, hat es leichter, der täglichen Verlockung des Schnellkaufs zu widerstehen. Sonst bleibt am Ende nur das Gefühl, alles ist zu klein: Kleiderschrank,  Schuhschrank, Wohnung, Leben.

Unsere Superheld-inn-en erkennen wir schließlich auf einen Blick an ihren Markenzeichen, denen sie ihr eigenes Logo verpasst haben. Also wie groß ist wohl der Kleiderschrank von Rotkäppchen, Asterix & Obelix, Pipi Langstrumpf oder Superman? 🙂


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Von guten Geistern verlassen?

„Vormals glaubte das Volk, dass die Zimmerleute mit den Erd- und Waldgeistern in Verbindung standen. Die Baumeister waren wie Priester, Hüter eines uralten Mysteriums. Denn die Baukunst ist nicht nur eine exakte Wissenschaft, sondern eine Liebesgeschichte zwischen Menschen und Göttern, und einst wusste es jeder.“ *

Eingebettet … in der Schweiz © Sven Fischer

Baumeister und Zimmerleute in enger Verbindung zu Erd- und Waldgeistern. Wie wunderbar. Doch seit wir der formalen Wissenschaft erlaubten, unser Leben mehr und mehr zu entzaubern, bleibt nicht nur das Herz auf der Strecke. Auch heutigen Bauwerken, die mich – wie kommt es nur –  an das Motto einer bekannten Schokoladensorte erinnern, fehlt es oft an Seele. Eben dem Fünkchen, das ein funktionales Haus in ein Zuhause verwandelt.

Leider klagen, was das rein-funktionale betrifft, dennoch viele Neu-BauherrInnen zunehmend über eklatante Mängel, die nur kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen werden können und doch nicht zu ertragen sind : Eindringen von Feuchtigkeit, Schimmelbildung, unsachgemäße Verlegung von Fußböden, schiefe Einbauten in Küchen und Bädern, Geräusche aus dem Kamin. Was ist nur aus der stolzen Zunft der Wissenden  geworden? Wo der Kundige fehlt, lassen sich die Geister erst recht gern bitten, sonst ziehen sie nämlich gar nicht mit ein ins neue Haus. Und treiben stattdessen so manchen Schabernack. Obendrein, versteht sich.

Verstehen kann man das ja, wenn man mit dem Herzen dabei ist. Schließlich wollen auch die Geister vor Baubeginn bedacht werden, wenn wir sie schon nicht mehr bitten, den Baugrund freizugeben oder sie um ihre Inspiration ersuchen. „Er (der Architekt, Anmerkung S.B.) sagte oft, dass er, bevor er zu bauen begann, den Ort befragte. Und er entwarf erst den Plan, nachdem ihm der Ort geantwortet hatte.“ **

Die Guten also, um Schaden abzuwenden und über Haus und Bewohner-inn-en zu wachen und alle zu behüten. Die Bösen (die auch einen Platz haben wollen und immer dazu gehören !), um sie zu befrieden. Siehe da, ich sehe dich. Und ja, auch du wirst in deinem So-Sein anerkannt.

Eine kleine Zeremonie kann Wunder wirken. Wie gut, dass noch nicht alles verloren gegangen ist von unserem alten Wissen. Wie gut! Bauwerke für den Seelenfrieden – ja, ja, ja! Leben Sie wohl – Worte, die sich eigentlich nicht nur zum Abschied eignen 🙂

Ganz im Zeichen der Umgebung beflügeln spitze Dächer den Geist … (nicht nur) in Kanada © Edoardo Busti

Weil ja nicht alle auf dem Land leben können. Wo Gemeinschaft gelingt … in Italien © Megan Soule

Ehre, wem Ehre gebührt. Sehr modern und garantiert baumlos sauber! … in Spanien © Joel Filipe

Oder doch lieber mit einer persönlichen Note wie … in Indonesien! © Bernard Hermant

Oder sicher verzückt und in himmlischer und irdischer Eintracht … in Italien © Riccardo Chiarini

* Federica de Cesco; Tochter des Windes, Seite 293
** ebd. Seite 255. Übrigens sagt der Architekt Peter Zumthor über sich, bei einem Entwurf genau so vorzugehen.

 


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Für stürmische Zeiten

Die Schönheit aller Schöpfung ist unermesslich. Gesehen von © Sayan Nath

Segen der Einsamkeit

Mögest du in deinem Leben die Gegenwart, die Kraft und das Licht deiner Seele entdecken.
Mögest du erkennen, dass du niemals allein bist, dass deine Seele dich durch ihren Glanz und ihr Zugehören aufs innigste mit dem Rhythmus des Weltalls verbindet.
Mögest du deine Individualität und Verschiedenheit achten.
Mögest du erkennen, dass die Gestalt deiner Seele einzigartig ist,
dass sich hinter der Fassade deines Lebens
etwas Schönes, Gutes und Ewiges ereignet.
Mögest du lernen, dein Selbst mit der gleichen Freude, dem gleichen Stolz und der gleichen Wonne zu betrachten, mit der Gott dich in jedem Augenblick gewahrt.

aus: John O’Donohue – Anam Čara – Das Buch der keltischen Weisheit


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Bambus im Feng Shui Garten – Die zwei Seiten der Erkenntnis

Bambus gilt in der asiatischen Mythologie als starkes Symbol für Anpassungsfähigkeit, Langlebigkeit und Beständigkeit, weshalb ich einst schrieb, er solle in keinem Feng Shui Garten fehlen. Denn wer seine Tugenden verinnerlicht habe, werde in der Gesellschaft hoch verehrt.

Natürlich hatte auch in meinem Garten der Bambus einen speziellen Platz. Schon viele Jahre erfreute er mich Sommers wie Winters mit seinem unverwechselbaren Rauschen, seinem herrlichen Grün und seiner majestätischen Aura. Denn ohne Jägerlatein darf ich sagen, dass ausgewählte Stämme locker über sechs Meter ragten und es tatsächlich auf einen allseits bestaunten Durchmesser von bis zu sieben Zentimetern brachten.

Während auf der Drachenseite Hasel und Holunder die eher männlichen Attribute und das Yang repräsentieren, wurde die Tigerseite mit dem immergrünen (Yin) Bambus mit der Zeit jedoch immer undurchdringlicher, und um das ihm zugewiesene Areal kümmerten die Triebe sich mittlwerweile kaum noch. Mal tauchte ein Ausläufer mitten in der Felsenbirne auf, mal direkt neben dem Eingangstor und neuerdings sprossen seine Triebe fröhlich und unbekümmert weit jenseites meiner Grundstücksgrenzen.

Hatte ich vor einigen Jahren diese Lebendigkeit und das Abenteurertum noch belächelt und mir – als weiblichem Part des Gartens – diese Tugend liebend gern auf die Fahnen geschrieben, bekam ich vor einigen Wochen drängende Traumbotschaften und obendrein Beschwerden mit den Augen. Bekanntlich hat jede/r seinen Balken im Auge, doch irgendwann kam der Zeitpunkt an dem ich das nicht länger ignorieren konnte. Schließlich bin ich in einem beratenden Beruf tätig und was hätte ich denn einer, um meinen Rat ersuchenden Person gedeutet?

??? !!! Genau: Hinschauen, Zusammenhänge ausmachen, Verantwortung übernehmen und … Handeln. Das habe ich also getan und seit Wochen bin ich nun dabei, den Rhizomen hinterher zu graben und seine Hartnäckigkeit nicht nur zu bestaunen sondern gelegentlich auch zu verfl…en. Aus einem kleinen Projekt ala „ich mach da mal ein bisschen was weg“ ist mittlerweile eine Riesenbaustelle geworden. Denn die unterirdischen Rhizome haben sich längst überall dahin ausgebreitet, wo sie absolut nicht erwünscht sind.

Tja. Der Bambus lehrte mich viele Jahre über majestätische Schönheit. Zeigte mir seine Anpassungsfähigkeit an Wind und Wetter, Trockenheit und Regen, Eis und Schnee. Ließ sich beugen, doch nie brechen. Er spendete mir lauschigen Schatten in heißen Sommern, schenkte Sichtschutz und ein Gefühl der Geborgenheit. Er nahm mich mit auf Reisen in ferne Länder, ohne dass ich mich aus meinem Garten hätte fortbewegen müssen.

Nun lehrt er mich über unsichtbare Verzweigungen im Erdreich, über feine Verwurzelung die so hart ist, dass sie meine Finger verwundet und er zeigt mir deutlich die Grenzen meiner Kraft auf. Er lehrt mich über gigantischen Expansionsdrang, dem kein Hindernis wirklich Einhalt gebietet. Und lehrt mich etwas über Grenzverletzung.

Wessen Grenzen habe ich (symbolisch für die Tigerseite) unterirdisch untergraben und wo habe ich mich in fremden Territorien nach Nahrung umgeschaut und verwurzelt? Und auch: Wo habe ich den weiblich-verschlungenen Pfad verlassen und mich am eher yangigen, zielstrebigen, geraden Fortkommen orientiert? Was von mir zeigte ich, was hielt ich verborgen? Stimmt das noch? Und wer hat meinen Weg und vielleicht auch meine Grenzen auf ganz subtile Weise durchwachsen und unterirdisch ein Chaos verursacht?

Sein Standort war in Süd-Südwest, den klassischen Bereichen für Anerkennung und Partnerschaft. Auf anderer Ebene erzählt der Süden über Augen und Visionskraft. Ich darf mich also auch fragen: Wo bin ich längst verwurzelt und brauche mich gar nicht mehr anstrengen? Vielleicht auch: Was ist mir in puncto Erfolg und Ruhm aus dem Blick geraten? Ist das überhaupt noch nötig? Was konnte ich nicht wahrnehmen, weil es sich „unterirdisch“ ausbreitete? Werden sich meine Augenbeschwerden nun bessern?

Auch wenn einige bedauern, auf ihren Spaziergängen diese Augenweide verloren zu haben und auch, wenn ich viele Tränen darüber vergossen habe: Mein Feng Shui Garten wird nun ohne Bambus ein neues Gesicht bekommen. Auch das hat er mich gelehrt: Nicht jede Flora und Fauna kann mitgenommen und „einfach“ – zum Wohle des Ganzen – verpflanzt werden. Spirituell ist Heimat ohne Ort denkbar, doch in der Materie können wir nicht ortlos existieren. Um zu gedeihen braucht es mehr, als rational gedacht werden kann.

Herrlicher, vielfältiger Bambus – gesehen von © Takeo Kunishima

 

 


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Das Schicksal annehmen oder wenden?

Wozu ist Feng Shui eigentlich gut?

Für mich ist es wichtig, das, was was ich tue, gelegentlich kritisch zu beleuchten. Die letzten Monate hatte ich ausgiebig Gelegenheit dazu und es begann damit, dass ich, einem Impuls folgend, meinen Schreibtisch umstellte. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden – allerdings habe ich nach vollbrachtem Werk erstmal gestutzt: Das würde Feng Shui nie erlauben, war mein erster Gedanke „danach“.

Verbotene Früchte schmecken doppelt so süß!  Danke © Luca Volpe

Hoppla, fragen Sie jetzt vielleicht – eine Feng Shui Beraterin, die der eigenen Lehre buchstäblich den Rücken kehrt? Genau, ich sitze nämlich jetzt mit Blick aus dem Fenster und mit dem Rücken zur Tür. Olala! Zugegeben haben mich Fotos von den Schreibstübchen bekannter Autoren und Autorinnen schon immer fasziniert, und nicht selten hatten sie ihren Tisch so gerückt, dass ein herrlicher Ausblick nach draußen den (Innen-)Raum buchstäblich erweiterte. Das, was mich an den Werken schließlich beeindruckt, doch selbst hatte ich mich beständig an das Schildkrötenprinzip gehalten.

Zum Glück war das nicht meine erste kritische Begegnung mit den Dogmen der Lehre, und zahlreiche innere und äußere Auseinandersetzungen liegen schon hinter mir. Doch immer wieder ringen die Fragen in mir, diesmal zum Beispiel „Was genau ist das Gute an Feng Shui und was bringt es“ mit „Wo ist auch mal Schluss mit all den Versprechen / mit all den Verboten“?! Ich tauche ja gerne tief, auch wenn meine Freundin Jutta meint, ich gehöre eher zu den Flachwurzlern.

Standhaft und frei – Danke © jplenio

Dazu ein kurzer Exkurs

Flachwurzler sind Bäume oder andere Pflanzen mit Wurzeln, die sich tellerförmig in den oberen Bodenschichten ausbreiten. Zu ihnen gehören viele Fichtenarten, die Hainbuchen und die Weiden. Bei schlechten Bodenverhältnissen können Flachwurzler keinen optimalen Halt finden und sind bei starkem Sturm gefährdet, umzustürzen. Bei guten Bodenverhältnissen und auf geeigneten Gesteinen können Flachwurzler oftmals ein gutes Wurzelsystem entwickeln und an ganze Gesteinsbrocken anwachsen. Sie sind dann in der Regel standfest.“ – aus: Wikipedia

So kam ich drauf, dass die Bodenverhältnisse* ganz entscheidend für das Gedeihen sind. Gibt der Boden keinen Halt können widrige Umstände von außen dazu führen, dass der Baum kippt. Für ihn ist dann salopp gesagt Ende im Gelände, der Mensch allerdings kann sich berappeln und wieder aufstehen. Das ist, um zurück zum Thema zu kommen, die Art mit Schicksal umzugehen.

Jede Form erzeugt Energie – übrigens immer, auch ohne dass man die Gesetze des Feng Shui anwendet. Wie die erzeugte Energie verwendet wird, das ist für mich das großartige Werkzeug des Feng Shui! Als Beraterin habe ich gelernt „Energie“ zu lesen und mich mantisch, also weissagend, zu betätigen: Ich kann ahnen, dass das und das, die und die Folgen haben wird.

„Das“ anschauend kann ich also abwägen und eine Entscheidung treffen: Soll es so kommen, damit ich mich erproben kann? Kämpfe oder tanze ich mit dem Wind? Bleibe ich statisch oder übe ich mich in Beweglichkeit? Falle ich hin und erlebe den Sturz mit allen Sinnen, oder will ich diese Erfahrung vermeiden? Bleibe ich liegen oder stehe ich wieder auf? Es gibt Sportarten, da wird das Fallen exzessiv geübt, um geschmeidig zu bleiben und jederzeit vorbereitet zu sein. Darauf, mit der Kraft zu gehen anstatt dagegen.

Diesmal komme ich also zur Erkenntnis, dass genau darin jetzt der Sinn liegt. Wie ich dem Unausweichlichen begegne und wo ich mit der Kraft anstatt dagegen gehe. Allein meine Haltung zu dem, was geschieht bestimmt den Ausgang des Geschehens. Darum entscheide ich mich diesmal statt für das „oderfür das „und„: Ich lerne zu akzeptieren, was nicht zu ändern ist und ich wende, wo eine Wendung notwendig ist und arbeite unermüdlich am Boden und an den Wurzeln, um auch im Sturm standhaft zu bleiben.

Während ich also beim Schreiben immer mal wieder aus dem Fenster schaue, Wolken und Schwalben beobachte, fühle ich mich gut aufgehoben in meinem Raum und freue mich, dass mir Feng Shui mehr und mehr zum Werkzeug wird. Und da ich mittlerweile über weitere Werkzeuge als nur den Hammer verfüge, brauche ich nicht länger jedes Problem als Nagel ** betrachten. Vermutlich erreichen mich deshalb immer mehr Referenzen wie diese

„Liebe Frau Berkenkopf, an dieser Stelle möchten wir Ihnen eine Rückmeldung für Ihre Webseite geben. Mehrere Schicksalsschläge hatten meinem Mann und mir sehr zugesetzt und wir waren wirklich mit den Nerven am Ende, sahen keinen Ausweg. Dank unserem Sohn waren wir auf Sie aufmerksam geworden und haben uns zu einer Feng Shui Beratung entschlossen, obwohl wir nicht wirklich daran glaubten. Das sage ich ganz ehrlich, denn so war es. Heute möchten wir uns aber vielmals bei Ihnen bedanken, denn sie haben uns so wertvolle Anregungen gegeben! Natürlich haben Sie uns Tipps für die Raumgestaltung gegeben und obwohl wir nur ein paar Möbel umgestellt haben hat sich viel verändert. Obwohl die Kinder nun schon lange aus dem Haus sind fühlt sich das Haus wieder lebendig an. Wir freuen uns nun jedes Mal, wenn wir nach Hause kommen. Doch vor allem Ihre offene Art und wie Sie uns einige Fragen gestellt haben, das hat etwas in uns bewegt. Mein Mann und ich haben danach noch sehr lange, wie eigentlich schon ewig nicht mehr, zusammen gesprochen. Ich glaube, das Sprechen war für mich das Wichtigste, es ist nun, als wäre ein Pfropfen entfernt worden und wir schauen mit  einem neuen Blick auf das, was hinter uns liegt. Und endlich auch auf das, was vor uns liegt. Vielen lieben Dank aus der Schwanengasse 12.“

Von Herzen Danke!

* Dass Feng Shui an den *Bodenverhältnissen wirkt, das kann ich aus ganzem Herzen bejahen.

** „Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel“ (Mark Twain / Paul Watzlawick)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Bildergeschichten, die 10.

Die Türen die wir täglich öffnen und schließen
entscheiden über das Leben, das wir führen.
Flora Whittemore

Willkommen in Güstrow. Danke © Sebastian Herrmann

Wenn ich Sie jetzt frage, ob Sie mit geschlossenen Augen Ihre Eingangstür beschreiben können, was antworten Sie mir? Und wie ist es mit all den anderen Türen, durch die Sie täglich schreiten?

Ungeahnte Einblicke in Malta von © Mick Haupt

Schon immer symbolisieren Türen beides, die wunderbaren wie auch die vereitelten Möglichkeiten. Manchmal öffnen sich Türen, und entführen in ungeahnte Paradiese, manchmal schließt sich eine Tür und das Leben scheint still zu stehen. Eine geöffnete Tür ist eine berührende Metapher für den Schritt in ein neues Leben, während eine geschlossene Tür das Gefühl von Zurückweisung in uns wach rufen kann.

Willkommen in Schleswig. Dank an © Ibrahim Rifath

Im Feng Shui haben Türen große Symbolkraft, denn sie markieren immer einen Übergang. Meist wechseln wir durch sie zwischen dem öffentlichen und dem privaten Leben. Und in jedem Moment, in dem wir eine Schwelle übertreten, haben wir die Chance, uns neu zu erfinden.

Darum waren früher in den monumentalen Toren ganz kleine Öffnungen. Innehalten, die alte Haut (oder dunkle Energien, die an der Aura hafteten) sollten an dieser Schwelle abgestreift werden. So konnte der Mensch alles zurücklassen, was nicht in die Welt des Privaten oder des Öffentlichen mitgenommen gehörte.

Nicht nur Kirchentüren sprechen. Dank an © Hallana Halila

Bauherrinnen und Bauherren sollten sich vor der Anschaffung der Haustür möglichst präzise vorstellen, welche Tür sie täglich durchreiten und welchen Empfang sie sich selbst dadurch bereiten möchten. Und auch Cafés und Restaurants geben sich mittels Tür eine Visitenkarte. Wirkt sie abweisend oder kleinkariert darf man sich über mangelnden Zuspruch oder unerwünschte Gäste nicht wundern.

Wer errät, was uns hier erwartet?  © Daniel von Appen in Köln

Macht Lust auf einen Kaffee, oder nicht? Gesehen in Berlin von © Claudio Schwarz

Gerade das Alltägliche verdient aus meiner Sicht die größte Aufmerksamkeit. Ich glaube, alle Mysterien liegen offen vor uns, wir haben lediglich verlernt, oder noch nicht gelernt, das Offensichtliche als das echte Geheimnis zu erkennen.

Alles Sichtbare ist ein in einen Geheimniszustand erhobenes Unsichtbares.
Novalis

Bavaria Studios Grünwald (oder Thoreaus Walden 😉 ) – gesehen von Waldemar Brandt

Mondtor in China, mittlerweile leider selten geworden. © Chastagner Thierry

Türen sind etwas, das uns über alle Unterschiede hinweg verbindet. Ich kenne keine Kultur, in der es keine Türen gibt. Darum heute aus meiner Schatzkiste noch ein Bonbon, denn es lohnt sich, die eigene Umgebung immer mal wieder aus einer neuen Perspektive zu betrachten.

Die Schwelle im Feng Shui – engergetischer Übergang von außen nach innen

Für mich DAS Symbol neuer Möglichkeiten – mag es drinnen noch dunkel scheinen, draußen ist längst Tag geworden! Danke © Danny Müller

 


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Einseitig – Beidseitig

Im Feng Shui gibt es eine Konstellation dessen Anleitung zur Interpretation so lautet: „Schwach und unproduktiv, oft selbstbezogen, eigennützig, unsozial, oberflächlich, schnelllebig, nicht belastbar, kann nichts aus sich selbst heraus schaffen, auch nicht brauchbar im sozialen Kontext. Oft ohne eigenen Nachwuchs, folgt bevorzugt eigenen Interessen“. Wow! Und nun stellen Sie sich einmal vor, mit solchen Gedanken im Kopf jemand unvoreingenommen gegenüber zu treten und schließlich wohlwollend zu beraten. Gelingt das oder ist es eher schwierig?

Nicht müde werden und dem Wunder leise die Hand hinhalten …* Foto © Fernando@ferdo

Wer sich für Feng Shui interessiert sollte im Blick behalten, aus welcher Zeit die Kunst der förderlichen Platzierung stammt, und welche kulturellen Werte damals dominierten. Das alte China war feudal, autoritätsgläubig und nur, wer sich ohne Widerspruch in herrschende Verhältnisse fügte, war gern gesehen. Dazu kam natürlich die Abstammung, das heißt war man in einer angesehenen, wohlhabenden = einflussreichen Familie geboren, galt dies als beste Voraussetzung für eine gute Stellung und gesellschaftliches Ansehen.

Mich hat das lange, lange (!) beschäftigt. Seit ich mich in früheren Zeiten studienhalber der Macht der Worte in totalitären Systemen widmete ist mir klar, worauf Propaganda, Hypnose, Marketing, Politik, Glaubenssätze, Verwünschungen, Schwüre – wie auch Anteilnahme, Empathie und Trost – beruhen. Also habe ich mich irgendwann hingesetzt und überlegt, gedreht und sortiert. Und so wurde aus

  • schwach => sensibel
  • unproduktiv => bewahrt / hütet
  • selbstbezogen, eigennützig => kann für sich selbst sorgen, achtet auf eigene Bedürfnisse
  • unsozial => kann mit sich allein sein
  • oberflächlich => liebt Abwechsung wie der Schmetterling
  • schnelllebig => aufgeschlossen, trendorientiert
  • nicht belastbar => feinfühlig
  • kann nichts aus sich heraus schaffen => Team Player
  • nicht brauchbar im sozialen Kontext => brauchbar wofür? braucht Abgeschlossenheit / Stille für … – kann sein: Eremit-in, Erfinder-in, Einzelgänger-in, Komponist-in, Forscher-in …
  • folgt eigenen Interessen => hat Prioritäten erkannt

Was macht das im Kopf und mit der Einstellung? Jede Meinung über etwas oder jemand produziert eine Haltung, und die ist letztlich entscheidend für das eigene Schicksal. Denn ob ich mich von schwarzmalerischen (auch: schwarzmagischen ! ) Worten einschüchtern lasse, oder die daraus erzeugte Angst anschaue, sie durchdringe und verwandle – das bestimmt jede-r selbst.

Ob und wie oft wir in diesen Tagen Radio oder TV-Nachrichten konsumieren, und ob die Beschwörungen der Coloeur „Weltwirtschaftskrise und Rezession“ die eigene Wahrnehmung verblenden, können wir selbst entscheiden. Denn auch die gerade genannten Wortmächte haben starke Gegenüber:

  • Der Ölpreis befindet sich auf einem Tiefstand weil die Nachfrage gesunken ist – wir verbrauchen weniger Rohstoffe! Was kann das Gutes bedeuten für das Klima, für Mutter Erde, für die Atemwege (Lungenkrankheit Corona?!)!
  • Überall in meiner Stadt stehen Bücher- und Verschenkekisten vor der Tür – die Menschen räumen auf und befreien sich von Energieräubern und Sachen, die bloß die Ecken verstopfen.
  • Es ist stiller auf den Straßen, wir sehen wieder spielende Kinder, im Supermarkt gibt es kein rücksichtsloses Gedränge, es werden verständnisvolle Blicke in schweigendem Einverständnis getauscht. Es gibt wieder Gelegenheit und Muße für einen Schwatz.
  • Beim Meditieren höre ich einen ruhigen Grundton, die besinnungslose Hektik ist zur Ruhe gekommen. Selbst die Luft fühlt sich entspannt an.
  • Anteilnahme und Nachbarschaftshilfe sind vom Dachboden gekommen und mischen sich unter uns. Wir nehmen Kontakt auf zu Fremden und fragen, ob sie unserer Hilfe bedürfen.
  • Die Leere im Terminkalender (Cafe, Restaurant, Konzert, Reisen, Einladungen, shopping) bringt Zeit. Für Nichts und für Alles.

Im Angesicht des Todes haben wir die Chance, uns dem Leben zu widmen, und das hat im Urgrund sehr wenig mit Geld verdienen oder durch’s Leben hasten zu tun. Verlust oder Gewinn – wir entscheiden!

* Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten.

Hilde Domin

 


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Bildergeschichten, die 8.

Die Ausgewogenheit der Form bietet dem unruhigen Geist Ruhe und Ordnung. Danke © ArisaS.

Wenn man versteht und fühlt dass man schon in diesem Leben an das Grenzenlose angeschlossen ist, ändern sich Wünsche und Einstellung. Letzten Endes gilt man nur wegen des Wesentlichen, und wenn man das nicht hat, ist das Leben vertan.

C. G. Jung, Erinnerungen

 

P. S. Bei meinem Studium der Formen bin ich schließlich beim Mandala angelangt. Nun öffnet sich wieder eine Welt in der Welt. Hier nochmal zum Nachlesen der Anfänge Formensprache und ihre Wirkung auf das Bewusstsein

 


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Über die Magie

Jeder Mensch der spricht, ist ein Magier, ist eine Magierin. Denn Worte verändern die Realität. Wer das nicht glaubt, möge mit mir einen Selbstversuch starten: Notiere / notieren Sie so genau wie möglich, wie es Ihnen gerade geht. Förderlich für das Experiment ist eine etwas detailliertere Beschreibung als das gewöhnliche „gut“ oder „schlecht“. Als Beispiele mögen einige ausdrucksstarke Adjektive dienen, die Stimmungslagen exakter wiederzugeben vermögen: zuversichtlich, mutlos, ängstlich, in Vorfreude, besorgt, zufrieden, eingeschüchtert, verängstigt, anfällig, geschwächt, depressiv, traurig, wütend, gleichgültig, genervt, gedankenvoll, unruhig, sauer, gelangweilt, überfordert, gestresst, glücklich, zufrieden … .

Right now the best place to be: Da wo es still ist. Danke für den geteilten Moment © Loverna Journey

Bei diesem Experiment wollen wir uns auf das Hören beschränken, denn Bildmagie wirkt nochmal anders. Sobald Sie also möglichst genau notiert haben, wie sich ihre emotionale Befindlichkeit gerade anfühlt, hören Sie Nachrichten. Danach schalten Sie das Gerät aus, und fühlen in sich, so wie die Zunge einen kaputten Zahn abtastet. Hat sich etwas verändert? Stellen Sie einen Unterschied zu vorher fest?  Es mögen nur feine Nuancen sein, zarte Schleier, die sich um die Ursprungsgefühle wickeln. Sie einwickeln, verwickeln, verändern.

Alle, die noch vor wenigen Wochen energisch von sich behaupteten, das Unsichtbares Quatsch sei und nur Sichtbares die Realität ausmache, stehen heute auf den Bühnen und handeln magisch. Oder sie stehen vor den Bühnen und lassen sich verzaubern. Ganz ohne, dass jemand einen sichtbaren Zauberstab schwingt. Spüren Sie doch mal die starke Magie der Wörter Seuche, Rezession, Börsencrash, infiziert, Arbeitslosigkeit, Pandemie, Virus, sterben, Italien, Bahre, Beatmungsgerät, Corona, Ebola, Pest, Quarantäne, Ausgangssperre, Jobverlust, Spahn, Merkel, Pleite, Insolvenz.

Atmen Sie schneller? Flacher? Steigt Ihr Blutdruck? Lachen Sie? Was geschieht in Ihrem vegetativen Nervensystem, auf das Sie keine willentliche Kontrolle ausüben können, wenn Sie diese Worte hören oder hier lesen? Sei es nun bewusst oder unbewusst – die inszenierte Magie verfehlt ihre Wirkung nicht. Der angerichtete Schaden ist immens. Die einen mögen hierunter materialle Verluste rechnen, andere sehen eher den unsichtbaren, lähmenden Schrecken, der auf das reine Gemüt wirkt.

Natürlich gibt es auch solche Magier und Magierinnen, denen das Wohl der Schöpfung am Herzen liegt. Die handeln dann ebenfalls magisch, doch mit dem Unterschied, Schaden von Körper (Krankheit) und Seele (Psyche) abzuwenden. Eine aus diesen Reihen, von der noch nicht viele gehört haben mögen, ist Abalone.

Abalone lebte um die Jahre 326 in Vietnam. Zu einer Zeit also, in der Menschen noch Gedanken lesen und sich telepathisch verständigen konnten, Geisterschrift beherrschten und um die verborgenen Kräfte von Natur und heilenden Kräutern wussten. Wie viele Magierinnen hatte Abalone kein leichtes Schicksal, doch beim Lesen ihrer Abenteuer scheint sie mir wie die Schlange, die Haut um Haut hinter sich läßt, während sie in ihre ganze Kraft wächst. Und was wäre das Leben schließlich ohne Abenteuer, Mutproben, Kräftemessen – und Menstruationsblut?

Ein Tabu, ich gebe es zu. Auch da hat die Magie ganz ordentlich gewirkt, um Frauen von ihrem kostbaren Saft zu entfremden. Zuschreibungen von eklig bis nervig kennen wir alle – doch wer weiß um die große Macht, die darin liegt?

Meine Freundin Christine Li, von der ganzheitlichen Medizin ins Genre der Autorin gewechselt, schreibt nun schon am 3. Band der Sage über Abalone. Bisher erschienen sind Abalone und das Tigergesicht und Abalone und die Schlangengöttin. Wer Magie nicht mehr Anderen überlassen will und bereit ist, die eigene – übrigens alterslose – Heldinnenreise anzutreten, schaue am besten direkt bei Christine Li vorbei. Den ersten Band gibt’s gratis, den zweiten hab ich gerade ausgelesen und kann nur sagen: Lohnt sich!

 

 


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Farbspiel

Letzte Woche war ich ständig unterwegs und auf der Autobahn hatte ich Muße, einmal die Nummernschilder genauer zu betrachten. Vor allem die der Niederlande haben mich ins Nachdenken gebracht: Aus Sicht der 5 Elemente Lehre leuchten sie in den Farben von Erde (gelb) und Wasser (blau).

Windmühlen repräsentieren das Element Holz, und das nimmt überschüssiges Wasser auf. Die Zeichen deuten – so wird Landschaftsbetrachtung nie langweilig! foto © Vishwas Katti

Wer sich mit den 5 Elementen befasst hat weiß, dass aus ihnen alles besteht, was uns auf der Erde begegnet. So auch die Farben:

  • Element Wasser: alle Farben Blau bis ins Schwarze (manche Berater-innen betrachten dabei die Farbe Türkis als „Sonderfall“)
  • Element Holz: alle Farben Grün
  • Element Feuer: alle Farben über Rosa bis ins kräftige Rot (manche Berater-innen betrachten dabei die Farbe Violett als „Sonderfall“)
  • Element Erde: alle Farben von Gelb bis Dunkelbraun
  • Element Metall: wird repräsentiert durch eine breite Palette die über Weiß, alle Schattierungen Grau, und alle Farben der Edelmetalle reicht

Im Kreislauf der Elemente unterscheiden wir im Feng Shui die drei Zyklen nährend, erschöpfend und kontrollierend. Ausführlicher über jedes der 5 Elemente habe ich hier: Wasser, Holz, Feuer, Erde, Metall geschrieben).

Der nährende Zyklus geht so: Wasser => Holz => Feuer => Erde => Metall
Wo also zum Beispiel das Holz schwächelt führen wir gezielt Wasser zu, um es zu stärken. Ein angenehmer Blauton an entsprechender Stelle kann zu Wachsen und Gedeihen beitragen.

Der schwächende Zyklus geht so: Metall <= Erde <= Feuer <= Holz <= Wasser
Das liest sich so: Metall verbraucht Erde, Erde erschöpft Feuer usw. Wo es also zuviel Holz gibt, setzen wir die Kraft des Feuers ein, um es zu minimieren und einen gesunden Kreislauf herbeizuführen.

Der kontrollierende Zyklus geht so: Wasser kontrolliert Feuer; Feuer kontrolliert Metall; Metall kontrolliert Holz; Holz kontrolliert Erde; Erde kontrolliert Wasser.
Dieser Zyklus ist nicht ohne, denn ein Zuviel kann echten Schaden anrichten. Das gilt vor allem für die Wasser-Feuer Verbindung, denn irgendwann wird jedes Feuer durch Wasser tatsächlich (aus)gelöscht.

Um nun auf meine Beobachtung zurückzukommen: Erde kontrolliert, wie wir im kontrollierenden Zyklus gesehen haben, das Wasser. Klar, die Kontinente fassen die Ozeane und so bekommt die Erdkarte Farben und Form. Da jedoch die Wasserspiegel überall steigen droht sich das Verhältnis umzudrehen, dann überschwemmt das Wasser die Erde und das – wir sehen es voraus – bringt großes Unheil mit sich.

Ob also die Niederländer schon so weit in die Zukunft ahnten und die Kraft der Erde riefen, als sie sich für dieses Farbspiel auf ihren Nummernschildern entschieden?

 


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Imbolc, Brigid und Mariä Lichtmess

Am 2. Februar, dem 40. Tag nach Weihnachten, ist Mariä Lichtmess. Eine alte Bauernregel besagt

Ist’s an Lichtmess hell und rein,
wird ein langer Winter sein.
Wenn es aber stürmt und schneit,
ist der Frühling nicht mehr weit.
Ist’s zu Lichtmess klar und hell,
kommt der Frühling nicht so schnell.

Zu Lichtmess den Farben der Brigid huldigen: weiß, grün und rot. Draußen gemacht hat’s © Courtnie Tosane

Wie viele (christliche) Feste hat auch Mariä Lichtmess heidnische Wurzeln. Im Ursprung ist es der keltischen Göttin Brigid gewidmet und heißt Imbolc. Brigid ist die Göttin des himmlischen Feuers und damit Schutzpatronin der Schmiedekünste. Außerdem schützt Brigid als Muttergöttin Ernte und Vieh und inspiriert die schönen Künste.

Mit diesem Fest ist die Weihnachtszeit nun offiziell beendet und alle weihnachtlichen Symbole werden  eingepackt. Denn nun läßt die Feuerkraft der Brigid das Eis schmelzen, der Winter verabschiedet sich und wir freuen uns auf die zunehmende Kraft der Sonne und das pulsierende Leben, das der Sommer verspricht. Diesen Wendepunkt im Jahr gilt es gebührend zu zelebrieren.

Wie in jeder Übergangszeit sind wir eingeladen, noch einmal nach innen zu gehen, unsere Kräfte zu zentrieren und uns absichtsvoll auszurichten. Es ist eine magische Zwischenzeit, in der Altes verabschiedet und Neues willkommen geheißen werden kann. Die Samen sind gelegt, nun gilt es, sie achtsam zu hüten und die aufgehenden Keime vor Widersachern zu schützen.

Ebenso wie vorgezogene Pflanzen nicht zu früh ins Freie gesetzt werden sollen ist es ratsam, auch (große) Pläne achtsam zu hüten und sie nicht zu schnell nach außen bekannt zu geben. Das nimmt erfahrungsgemäß den Wurzeln die Kraft und so sind schon viele zarte Pflänzchen verkümmert. Besser wäre, sich im Innern mit der Kraft des Lichts und des Feuers zu verbinden und sich und die eigene Quelle noch einmal zu reinigen.

Die Farben der Brigid sind das Weiß des Winters, das Grün des Lebens und das Rot der Flammen. Ein schöner Brauch ist es, am 2. Februar Kerzen anzuzünden und im Ofen oder Feuerkorb ein Feuer zu schüren. Beim Blick in die Flammen einen Gruß an Brigid senden und um ihr Wohlwollen und einen Segen für die Vorhaben der kommenden Zeit bitten.

Ich habe ein wenig im Netz zum Fest recherchiert und diese schönen Bräuche gefunden, die mit der Göttin Brigid und dem Fest Imbolc oder Märiä Lichtmess, wie wir es heute nennen, in Verbindung gebracht werden:

  • In den Kirchen werden die Kerzen gesegnet, mit diesen Kerzen werden Haus, Hof, Tiere und Kinder gesegnet
  • Fällt Lichtmess auf einen Sonntag (2020!!!) soll sich die Kraft der Segnungen vervielfachen
  • In der Nacht von Lichtmess werden Kerzen für die Lebenden und die Toten angezündet
  • Haus und Hof werden mit Weihrauch geräuchert
  • Hühner bekommen Kuchen und werden ebenfalls gesegnet, damit sie künftig viele Eier legen
  • Besonderes Gebäck, Getreidebrei und Kuchen werden extra für dieses Fest gebacken. Damit werden auch die Geister des Hauses bedacht
  • Auch Bienenstöcke werden mit einer an Imbolc geweihten Kerze besucht, sie liefern schließlich das Wachs der hochwertigen Kerzen
  • Frauen werden als Hüterin des Feuers gefeiert; Müttern wird Dank gesagt und sie bekommen besonderen Segen
  • Imbolc ist ein Fest der Freude, es soll getanzt, gelacht und gesungen werden

So wie die Sonne werden auch wir (täglich) wiedergeboren – wenn das kein Grund zum Feiern und Danksagen ist … !

 

 


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Gedanken zur Nacht: Über Identität, Autonomie und Polarität

Gerade ein schönes Interview mit Verena Kast gehört. Einige ihrer Aussagen über das falsche Verständnis von Autonomie und individueller Särke berühen mich sehr. Zum Beispiel:

So stelle ich es mir vor: Auf dem Weg der Individuation, geborgen zwischen Himmel und Erde. © Jonathan Cooper

  • Identität wird zunehmend von außen definiert – ich bin, wie ich gesehen werde. Ein Ergebnis davon sei, ansehnlich doch ohne Kern zu sein.
  • Aus diesem Zustand resultiere – in der Zwiesprache mit sich selbst – die Frage: Worauf kann ich mich bei mir verlassen?
  • Schließlich: Wer keine stabile Identität ausgebildet hat, kann sich nicht einlassen und findet keine Balance im Ganzen. Dies zeige sich im Außen hautsächlich in Unsicherheit im Umgang mit Migranten, durch Einsamkeit, das Gefühl, ein hilfloses Opfer zu sein und in den zunehmenden Scheidungen, die oft nach nur kurzer Ehezeit eingereicht werden.

Schließlich: Es gehe in der Entwicklung des Menschen niemals nur um Autonomie, es gehe um die Polarität von Geborgenheit und Autonomie. Während es das Ziel der Individuation sei, der einmalige Mensch unter allen Menschen zu werden, als der man angelegt ist.

Veränderung geschehe also in dem Sinne, zu sich zu finden – das ist ein schöner Gedanke am späten Abend. Den nehme ich mit in die Nacht. Schließlich geht es auch hier nicht um Überwinden der Polarität – denn Tag UND Nacht, ich möchte sie beide nicht missen.

 


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Der Körper – Abbild der Welt, in der er lebt

Wie wird man gesund? Woher kommt Krankheit? Das sind bewegende Fragen die sich nicht nur Erkrankte sondern auch in Heilberufen Tätige immer wieder stellen. Wer sich im Prozess des Frage-und-Antwort-Spiels gestattet, kulturelle Tabus zu hinterfragen, simpel oder banal selbst zu unterscheiden und sich zuletzt auch nicht durch erworbene Muster vom Denken abschrecken läßt – landet im großen Pool der Analogien: „wie groß so klein; wie innen so außen, wie oben so unten“.

Wer heute meint, die holistische Weltsicht sei modern und von uns erfunden, irrt: Bereits die Mediziner im alten China sahen den menschlichen Körper als mikrokosmisches Abbild des Universums.

„Zwischen Himmel und Erde ist die Menschheit das Kostbarste.
Der Kopf des Menschen ist rund – ein Symbol der Gestalt des Himmels.
Der Fuß ist eckig – ein Symbol der Gestalt der Erde.
Der Himmel hat vier Jahreszeiten; der Mensch hat vier Gliedmaßen.
Der Himmel kennt fünf Phasen; der Mensch hat fünf innere Organe.
Der Himmel hat sechs Extreme*; der Mensch hat sechs Eingeweide.
Der Himmel hat acht Winde **; der Mensch hat acht Hauptgelenke.
Der Himmel hat neun Sterne; der Mensch hat neun Körperöffnungen.
Der Himmel hat zwölf Zeitspannen; der Mensch hat zwölf Kanäle.
Der Himmel hat 24 Sonnenjahrseinteilungen; der Mensch hat 24 shù-Punkte.***
Der Himmel hat 365°; der Mensch hat 365 Knochen und Gelenke.
Der Himmel hat Sonne und Mond; der Mensch hat die Augen.
Der Himmel hat Tag und Nacht; der Mensch hat Wachen und Schlafen.
Der Himmel hat Donner und Blitz; der Mensch hat Freude und Zorn.
Der Himmel hat Regen und Tau; der Mensch hat Tränen und Rotz.
Der Himmel hat yīn und yàng; der Mensch hat Kälte und Hitze.
Die Erde hat Quellen und Wasser; der Mensch hat Blut und Gefäße.
Die Erde hat Gras und Holz; der Mensch hat Haare auf dem Kopf und am Körper.
Der Erde hat Metall und Steine, der Mensch hat Zähne.“

Sun Simiao-
einer der am meisten verehrten Ärzte der Tang Dynastie und persönlicher Ratgeber der Kaiserin

So ist nicht verwunderlich, dass Leitbahnen in denen Lebensenergie qì fließt, sowohl im menschlichen Körper, als auch auf der Erde verlaufen. In der traditionellen chinesischen Medizin spricht man von 12 Hauptmeridianen, die den Organsystemen zugeordnet sind. Liegt im Körper eine Disharmonie vor, wird diese mit Hilfe der Akupunktur beseitigt und das Befinden zurück ins Gleichgewicht gebracht.

Feng Shui bedient sich ebenfalls dieser Methode, weshalb es genau genommen zur Disziplin der asiatischen Heilkunst TCM gehört (neben Qigong, Taiqìquan, Ernährungslehre, Kräuterverschreibungen, Astrologie u.a.). So gesehen ist Feng Shui heilsam und weit mehr als „schöner Wohnen“ für spirituell orientierte Menschen. Feng Shui orientiert sich im Geist am Miteinander, Übereinander, Untereinander und hat – jedenfalls in der Theorie – immer das große Ganze im Blick.

Stellen Sie sich die Erde also ruhig bildhaft von Linien durchzogen vor. In der Geomantie heißen bedeutende dieser Energie-Leitbahnen leylines. Sie gelten als alte Seelenwege, auf denen – so erzählen die Geschichten – die Seelen der Verstorbenen nach Hause wandern. Wer sich manchesmal schon fragte, ob’s Zuhause spukt, wer Stimmen hört und dem Tinnitus die Schuld dran gibt oder Sachen nicht findet, die 100% DA lagen … wer weiß, ob Ihr Haus auf solch einer Linie gebaut wurde?! ****

Darum bleibt das Stöbern in alten Schriften eine meiner liebsten Beschäftigungen in Zeiten der Muße. Da finde ich immer etwas, das ich noch nicht wußte oder nun besser verstehe. Heute ist mir wieder einiges klarer geworden: warum es nämlich in traditionellen Heilberufen heißt, dass es Jahrzehnte braucht, etwas wirklich in seiner Tiefe zu verstehen. So gesehen gehört mein Beruf zu den eher wenigen, in denen Alter adelt 😉

Ob ich wirklich schon verstehe – das weiß ich nicht. Die holistische Herangehensweise ist schließlich alt wie die Sterne, und damit immerhin so alt wie wir. Dennoch hilft es gelegentlich, allen Ernst beiseite zu legen und zu beherzigen, was die Königin Alice im Wunderland ganz vertraulich erzählte: „Als ich in deinem Alter war, habe ich sechs unmögliche Dinge schon vor dem Frühstück geglaubt!“

 

*oben, unten, Süden, Norden, Osten, Westen
**die acht Himmelsrichtungen
***Punkte die beiderseits entlang der Wirbelsäule liegen und geeignet sind, das Qì der entsprechenden inneren Organe zu mobilisieren
**** ja, es gibt Methoden in der Geomantie, die diese Phänomene lindern und beiden Seiten helfen können

 


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Natur als Vorbild der Baukunst

„Wollen Sie wissen, wo ich mein Modell fand?
Ein aufrechter Baum; er trägt Äste, diese tragen Zweige und diese wiederum Blätter.
Und jedes einzelne Teil wächst harmonisch und wunderbar, seit dem Tag, an dem Gott, der Künstler, es erschaffen hat.“
Antoni Gaudí

Casa Vicenz in Barcelona. Baukünstler © Antoni Gaudí; Fotograf © Mitya Ivanov

Zwar bin ich gerade nicht in Barcelona, doch zum Glück gibt es „Bilderbücher“. Meine Augen können sich nicht satt sehen an der Phantasie des einzigartigen Architekten und Baukünstlers Antoni Gaudí. Dürfte ich historische Persönlichkeiten treffen, er stünde garantiert auf meiner Liste. Und wohin würde ich mit ihm gehen? In die Städte? Nein, in die Wälder, da wo der Ursprung der Inspiration wartet, und dort würden wir Spinnenweben, Astadern vor blauem Himmel und Farbspiele bestaunen.

Anschließend gingen wir in seine Werkstatt, wo der Sohn eines Kesselschmieds mir seine Modelle aus Gips, Holz und mit Gewichten beschwerten Schnüren vorführt, während wir über die tiefen Erkenntnisse der Geometrie fachsimpeln. Vorbild dafür sind natürlich all die wundersamen Erscheinungen in der Natur. Die Form im Raum denken, sie modellieren und die Wirkung spüren, welch große Gabe. Mündet sie in der Architektur eines Gebäudes, das sich selbst und die umliegende Landschaft bereichert, so gebührt ihr mein Respekt, meine Hochachtung und meine absolute Herzensfreude.

 

 


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Advent 2019 – 23. Türchen – Es werde Licht

Jeden Morgen dürfen wir das Wunder miterleben: Es werde Licht. Foto © Simon Matzinger

 

Verändere deinen Blick auf die Dinge.
Das zunehmende Licht erhellt nicht nur die Landschaft.
Es steigt auch in dir selbst auf, aus den Tiefen deines Geistes.
Werde dir der Macht bewußt, die dir gegeben ist,
früh am Morgen, im Angesicht der aufgehenden Sonne.

Weisheit der Indigenen


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Advent 2019 – 22. Türchen – 2020 Das Jahr der Yang Metall Ratte

Mit der Wintersonnenwende und der erwachenden Yang Kraft beginnt für die Anhänger-innen des Dao ein neues Jahr im chinesischen Tierkreis. 2020 steht im Zeichen der Yang Metall Ratte.

Ein neues Jahrzehnt im Zeichen der Ratte, das deutet doppelt auf Neubeginn. Danke © Kit Sumann für das himmlische Foto!

Wieder haben wir zwei Elemente, diesmal steht das Yang Metall auf der Ratte, die dem Element Wasser zugeordnet ist. Im Kreislauf der 5 Element gebiert Metall das Wasser, und das könnte auf den ersten Blick ein harmonisches Jahr andeuten. Dennoch sollten wir uns nicht mit dem Augenschein zufrieden geben, denn beide Zeichen haben es in sich.

Schauen wir uns zuerst das Wesen des Yang Metall genauer an: Yang Metall verkörpert die Qualitäten von Krieger und Kriegerin und wird in seiner kühlen Präszision und Reinheit oft auch mit dem Schwert Excalibur verglichen. Menschen, deren Tagesstamm* im Zeichen des Yang Metall steht, gelten als loyal, ehrlich und verläßlich mit eindeutigen Führungsqualitäten. Ihnen gemeinsam ist ein tiefes Bedürfnis nach Fairness und Gerechtigkeit und sie scheuen weder vor tatkräftigen Auseinandersetzungen noch vor eventuell unliebsamen Konsequenzen zurück, um ihrem Gerechtigkeitsgefühl Geltung zu verschaffen. Unter einflussreichen Menschen finden wir viele im Zeichen des Yang Metall Geborene (zum Beispiel Alexander der Große, Königin Elizabeth II, der chinesische Kaiser Qiànlòng, Margret Thatcher, Martin Luther King, Edward Snowden, Isaac Newton, Gianni Versace, Tiger Woods und Mohammad Ali).

Die Ratte ist das erste Zeichen des Zodiak, und zusammen mit dem Beginn eines neuen Jahrzehnts deutet das auf grundlegende Veränderungen hin. Die Zeit des Wandels wird nun auch durch kosmische Qualitäten vorangetrieben. Im allgemeinen gelten Ratten im chinesischen als weise Powermenschen, die viel Energie investieren um begonnene Projekte zu einem guten Abschluss zu bringen. Dabei gehen sie vorsichtig zu Werke, und handeln oft erst nach Abwägen aller Risiken. Versagensängste, die zu schlaflosen Nächten führen, mag manchem im Zeichen der Ratte Geborenen vertraut klingen. Weiterhin gilt die Ratte als spritziger Geist mit kreativen Gaben, einer ordentlichen Portion Ehrgeiz und einer großen Anziehungskraft auf Menschen des anderen (oder auch des gleichen) Geschlechts.

So weit, so gut. Doch ein unentwickeltes Yang Metall kann zur Destruktivität neigen und die Ratte kann sich versucht fühlen, die durchaus aggressive Energie eines Wasserfalls zu imitieren. Da nächstes Jahr Feuer und Erde fehlen (bis auf die Sommer- und Erdmonate) ist es eine sehr „kalte Kombination“ aus Metall und Wasser. Das kann dazu führen, dass Menschen sich zur Gewalt hinreißen lassen, um Ihre Ideen zu Gehör zu bringen. Vermutlich werden wir nächstes Jahr noch mehr Demonstrationen und auch gewalttätige Ausschreitungen erleben, die auf soziale Ungerechtigkeiten aufmerksam machen wollen. Im zwischenmenschlichen Miteinander sollten wir das im Hinterkopf behalten und unsere Intelligenz nutzen, im Streit das verbindende Element zu suchen, damit Auseinandersetzungen nicht „eiskalt“ eskalieren.

Nun wird’s ein bisschen chinesisch, denn in Asien geht man davon aus, dass alle im Jahr der Ratte Geborenen (1948, 1960, 1972, 1984, 1996, 2008) den Herrscher des Jahres, genannt „Grand Duke Jupiter” kränken. Ratten wird darum geraten, einen Büffel als kleines Jade Amulett bei sich zu tragen, um negative Einflüsse zu verringern.

Wer im Jahr des Hasen (1951, 1963, 1975, 1987, 1999, 2011) geboren ist sollte sich ebenfalls vorsehen, denn Ratte und Hase führen einen sogenannten „Kleinkrieg“ miteinander. In Beziehungen (Partner, Familie, Freunde, Kollegen, Nachbarn) kann es dieses Jahr schon mal ordentlich krachen – und so wird auch hier empfohlen einen Büffel als Jade Amulett bei sich zu tragen. Denn die Ratte verbindet sich mit dem Büffel, und in der asiatischen Philosophie gewinnt die harmonische Verbindung vor der kämpferischen. Und weil Ratte und Büffel sich mögen verliert die Ratte das Interesse, sich mit dem Hasen zu bekriegen. – Nun mal ein bisschen Klatsch: Angelina Jolie ist nämlich im Jahr des Hasen geboren und wir dürfen sicher auf eine neue Runde im Rosenkrieg mit Brad Pitt gefasst sein 😉 –

Damit nicht genug, wer im Jahr des Pferdes geboren ist, steht dem „Grand Duke Jupiter“ 2020 direkt gegenüber und sollte Vorsicht walten lassen. Es kann sein, dass dieses Jahr einiges an Turbulenzen und Veränderungen mit sich bringt. Dazu gehören auch unvorhergesehene Jobwechsel, Reisen oder Umzüge. Abzuraten ist diesen Zeichen 2020 generell von gefährlichen Sportarten wie Autorennen, Bungee Jumping, Rafting, Fallschirmspringen u. ä. . Mein Feng Shui Meister plädiert dafür, dass die jeweils dem Grand Duke Jupiter gegenüberliegenden Zeichen ein rotes Band um die Hüfte oder mindestens rote Unterwäsche und rote Strümpfe tragen.

Wer im Zeichen von Büffel, Affe oder Drache geboren ist darf sich dagegen freuen, für sie deutet sich ein harmonisches Jahr an, denn sie alle gehen eine freundschaftliche Kombination mit der Ratte ein. Allerdings ist das eine sehr oberflächliche Aussage, denn ein Bazi Chart (also ein chinesisches Horoskop) besteht aus 8 Zeichen – Jahr, Monat, Tag* und Stunde. Es ist also nicht gesagt, dass sich nicht doch irgendwo ein Pferd oder ein Hase versteckt, oder das sich das Element der Kombination tatsächlich als unterstützend erweist. Konkrete Aussagen dazu kann nur machen, wer sich professionell mit der chinesischen Astrologie befaßt. Mehr über Chinesische Astrologie vom Profi gibt’s hier.

Wessen Jahres- oder Tagesstamm durch Yin Erde oder Yin Holz repräsentiert wird, darf sich freuen. Denn für diese ist die Ratte ein sogenannter Edelmann, und zu verstehen wie ein hilfreicher Retter in der Not. Als solcher bringt er den Segen des Himmels in verfahrene oder gefährliche Situationen und ein generelles Wohlgefühl. Wer also 2020 einen Edelmann begrüßen darf, mag die sich bietenden Chancen ergreifen und neue Projekte zum guten Gelingen führen.

Ganz in diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein
Frohes Jahr im Zeichen der Ratte und des Neuanfangs!


 

 

 

 

 


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Advent 2019 – 21. Türchen – Sag auf Wiedersehen!

Morgen ist Wintersonnenwende. Nach dem Kalender der Daoisten beginnt um 5.19 Uhr das Jahr der Ratte. Ein guter Grund, sich heute einen Augenblick Zeit zu nehmen, und das Jahr des Schweins zu reflektieren. Denn eine immer währende Weisheit besagt, dass Alte macht dem Neuen sehr gerne Platz, wenn es entsprechend gewürdigt und wertschätzend verabschiedet wird.

Da läuft es, das 猪 Zhū. Auf Wiedersehen in 12 Jahren, du Liebes ! Ha, und kurz bevor es verschwindet hat © Annie Spratt es noch „erwischt“!

Hier ein kleiner Leitfaden, an dem man sich dabei orientieren kann:

  • Mal ganz spontan: Welche Worte fallen Ihnen ein, das zurückliegende Jahr und Ihre Erfahrungen zu beschreiben?
  • Was hat sich verändert, was hat es Neues gebracht – im Großen wie im Kleinen?
  • Welche Freundschaften haben sich dieses Jahr bewährt, welche sind eingeschlafen und dürfen nun innerlich abgeschlossen werden?
  • Welche Menschen sind neu in Ihr Leben getreten und spiegeln nun andere Facetten Ihres wundervollen Selbst?
  • Wodurch haben Sie frische, anregende Impulse bekommen?
  • Was ist nicht so gut gelaufen, war schmerzlich oder traurig? Wie sind Sie damit umgegangen und was hat Sie getröstet?
  • Was möchten Sie in diesem Jahr noch abschließen?
  • Was hat sich bewährt, wo möchten Sie dranbleiben, was möchten Sie im kommenden Jahr mal anders machen oder ausprobieren?

Ganz ehrlich? Ich liebe Schweine und die Jahre, die es regiert. Für dieses sich nun neigende bin ich sehr dankbar – dankbar für all die Erlebnisse, für die inspirierenden Begegnungen, für das Vertrauen das mir geschenkt wurde, für die Reisen, die ich machen durfte und ganz allgemein für das, was es mich gelehrt hat, selbst wenn dabei Tränen flossen.

Und wer lebt muss auf Wechsel gefasst sein, darum ist heute Abschied angesagt. Ich werde mir jedenfalls ausreichend Zeit nehmen, dir eine Kerze anzünden, ein Lied für dich singen und mich einfach freuen, dass du da warst.

 

P.S. Egal mit welchem kalendarischen System Sie sich wohl fühlen, und ob sie nun morgen oder mit Frühlingsbeginn am 25. Januar 2020 ganz klassisch das Jahr der Ratte begrüßen – verabschieden Sie sich von dem was war. Auch während der Aufstellungen zeigt sich immer wieder, dass, sobald das Alte (ehemalige Partner-innen, Arbeitsstelle, Wohnung, Freundschaften) auf diese Weise gewürdigt wird, das Neue ein stabiles Fundament bekommt.


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Advent 2019 – 19. Türchen – Gebet der Cherokee Indianer am Morgen

Den Morgen begrüßt hat in Südafrika © Igor Kasalovic

Ich öffne mich dem Osten, dem Ort des Sehens, der Klarheit und Wahrnehmung.
Ich bitte diesen wundervollen Morgen mich mit Klarheit und Wahrnehmung zu füllen.
Ich öffne mich dem Süden, dem Ort des Heilers, der Energie und Unschuld.
Ich bitte diesen wundervollen Morgen, mich mit Energie und Unschuld zu füllen.
Ich öffne mich dem Westen, dem Ort des Lehrers, der Weisheit und des Verstehens.
Ich bitte diesen wundervollen Morgen, mich mit Weisheit und Verstehen zu füllen.
Ich öffne mich dem Norden, dem Ort des Kriegers, des Mutes und der Ausdauer.
Ich bitte diesen wundervollen Morgen, mich mit Mut und Ausdauer zu füllen.
Möge der heilige Wind mein Herz mit dem Lied der Regenbögen erfüllen und mich mit allem verbinden.
Möge die grosse Mutter Erde mich nähren mit ihrer ursprünglichen, roten Kraft und meine Adern mit Lebendigkeit erfüllen.
Möge ich jeden Tag erfüllt werden, auf dass ich weitergegeben werden kann.
Möge alles was ich erhalte, weitergegeben werden.
Möge alles was ich bin, von mir genommen werden.

Gebet der Cherokee Indianer


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Advent 2019 – 18. Türchen – Ich bin …

 

Ich bin der Wind, der alle grünen Dinge nährt,
und Blüten ermutigt, unreifende Früchte zu gebären.
Aus mir speisen sich die klarsten Ströme.
Ich bin der Regen, von dem Tau,
der das Gras lachen macht vor Freude am Dasein.
Ich bringe heilige Werke hervor
ich bin die Sehnsucht nach dem Guten.

Hildegard von Bingen


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Advent 2019 – 16. Türchen – Wieviel Uhr ist es? Jetzt.

Die uns täglich vormachen, der Moment zu sein … Skater by © Max Prokhorov

„Es gibt sicherlich nichts anderes als den einen Zweck dieses gegenwärtigen Augenblicks. Das Leben des Menschen ist die Folge von Augenblick auf Augenblick. Wenn der gegenwärtige Augenblick gänzlich erfaßt ist, wird es nichts mehr zu tun geben, nichts sonst ist zu erstreben.“

Aus dem Hagakure
dem Buch der Samurei

Karatetrainee by © Uriel Soberanes

Das verstehe ich unter Wu Wei – im Tun SEIN. Dann gibt es kein „ich mach mal eben …“ und auch kein „nächstes Mal mache ich es besser.“ Denn selbst wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellend ist, wer mit kompletter Aufmerksamkeit und aus ganzem Herzen tat braucht nichts bedauern, sich nicht entschuldigen, hat sich nichts vorzuwerfen und kann „es“ sofort loslassen. Nachgrübeln ist immer ein Zeichen, nicht präsent im Augenblick des Tuns gewesen zu sein.

Für mich gibt es am Beginn des Dao Weges drei Schlüsselwörter: Disziplin, Konzentration und Meditation. Mag wenig romantisch klingen, doch wer ein Warum hat, geht jeden Weg mit festem Schritt. So wie Dan (im Film: Der friedvolle Krieger), der vor seinem großen Sportevent die Fragen seines Lehrers Sokrates folgendermaßen beantwortet:

„Wo bist Du?“ – „Hier.“
„Wie spät ist es?“ – „Jetzt.“
„Was bist Du?“ – „Dieser Moment.“

Schwerkraftüberwinderin by © Kristijan Arsov

 


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Advent 2019 – 13. Türchen – und das an einem Freitag!

Nicht erst seit Dornröschen in ihren 100 jährigen Schlaf fiel, ergreift uns Unbehagen wenn wir an Freitag den 13. denken. Dieses Datum gilt noch immer als ein unglückversprechendes Omen. Doch das sich dahinter ein „weibliches Thema“ verbirgt, wissen die wenigsten. Grund genug, diesen Aberglauben mal ordentlich unter die Lupe zu nehmen.

Zusammen können sie zaubern – Sonne und Mond am Himmel, wie im Leben. Danke © Viviana Rishe

Die 13 wurde erst dann zur Unglückszahl degradiert, als sich das Denken im Rhythmus der 12 durchgesetzt hatte. Bis dahin richteten sich die Kalender nämlich nach der lunaren, also auf den Mond abgestimmten Zeit, nach der ein Jahr 13 Mondmonate hat.

„Unter den archaischen Völkern war der Mondkalender weit verbreitet, er ist aber mit der Zeit abgelöst wurden durch die Sonnenkalender … . Durch die Letzteren können die Jahreszeiten vorausgesehen werden, was für die Landwirtschaft von grossem Nutzen ist. Wenn auch den primitiven Völker, die Jäger und Sammler waren, der Mondkalender ausreichte, so stellte der Sonnenkalender für die Völker, die Landwirtschaft betrieben, einen deutlichen Fortschritt dar,“ schreibt Carteland in seinem Internetbeitrag über die Zeitrechnung verschiedener Kalender.

Der heute gültige, gregorianische Kalender setzte sich Ende des 16. Jahrhunderts durch, und basiert in seiner Taktung auf den 12 Sonnenmonaten. – Hier ereilt mich beim Schreiben die Frage, ob es wohl einen Zusammenhang zwischen der Einführung des neuen Kalenders mit der Verfolgung heilkundiger Frauen und den gräulichen Hexenprozessen zwischen 1550 und 1650 gibt – denn die Sonne wird seit jeher mit dem männlichen und der Mond mit dem weiblichen Prinzip assoziiert. –

Doch zurück zur 13. Um die 12 zu etablieren wurde die 13 erstmal verunglimpft (wie das seit jeher in der Denkungsart des entweder-oder üblich ist). Das Märchen Dornröschen steht Patin dafür: Die Königstochter hat Geburtstag und es soll ein schönes Fest gefeiert werden. Doch weil man nur 12 goldene Teller besaß (Sonne) wurde die 13. Fee einfach nicht geladen. Und dass verleugnete und ausgestoßene Schatten meist Unheil bringen, zeigen Aufstellungen und systemische Therapie. Die nicht-eingeladene Fee kommt nämlich trotzdem vorbei und verflucht erstmal das Dornröschen.

Der Fluch wird durch die 12.(!) Fee jedoch verwandelt und so wird aus der Todesbotschaft ein 100-jähriger Schlaf. Mir scheint, wir Menschen wachen erst gerade daraus auf 😉 … Wer sich nun noch mit der Numerologie befasst weiß, dass die 13 keine „negative“ Zahl ist, denn nach dem Ende der 1. Periode (12) kommt es mit der 13 zum Neuanfang: Transformation, Loslassen, Abschiede, Neubeginn, Wachstum und Weiterentwicklung, alles Attribute der 13. Begriffe, die derzeit unser altes Weltbild transformieren. Und denen, die es beim Alten belassen wollen, kann das natürlich Angst machen.

Fehlt noch der Freitag: ein durch und durch der Weiblichkeit gewidmeter Tag. Wer sich erinnert, dass alle Wochentage den Planeten geweiht sind (Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus!, Saturn, Sonne) stellt fest, dass an Freitagen die Venus regiert. Ihre germanischen Namen lauten Freia, Freyja oder Frigg, auf griechisch heißt sie Aphrodite. Und ein Ausflug in die biblische Schöpfungsgeschichte zeigt, dass am 6. Tag die Schöpfung vollendet war und Gott am Sabbat ruhte. Also finden wir auch hier einen vollendeten Zyklus.

So gesehen kann uns eigentlich nichts besseres passieren, als Freitag, den 13. willkommen zu heißen.

Möge er uns gesegnete, fruchtbare Neuanfänge bescheren!

 


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Advent 2019 – 12. Türchen – Ach, Shakespeare

Vögel oder Engel? Wer kann es wissen! Den Moment begleitet hat © Frank Mcenna

Sie kommen noch immer
durch den aufgebrochenen Himmel,
die friedlichen Schwingen ausgebreitet,
und ihre himmlische Musik schwebt
über der ganzen müden Welt …

William Shakespeare
aus dem Büchlein ‚Engel passen auf dich auf‘


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Advent 2019 – 11. Türchen – Auf der Durchreise ohne belastendes Gepäck

Schönheit lässt sich nicht besitzen, nur bewundern. Dabei war © Laura Cleffmann

 

Einmal besuchte ein Tourist einen berühmten Meister.
Er staunte, wie einfach dessen Zimmer eingerichtet war.
Nur Bücher, dazu ein Tisch und eine Bank.
„Meister, wo sind deine Möbel?“, fragte der Tourist.
„Und wo sind deine?“, erwiderte der Meister.
„Aber ich bin hier nur auf der Durchreise“, sagte der Tourist.
„Ich auch“, entgegnete der Meister.

aus dem Zen

 

Und weil ja bald Weihnachten ist und der eine oder die andere vielleicht doch noch über das Schenken nachdenkt, hier ein paar Anregungen, bei der Bescherung mit dem Versprechen auf schöne Momente statt mit „Sachen“ zu beglücken:

  • Eintrittskarten – z.B. Konzert oder Kino, Theater oder Museum, kommende Sonderausstellung, Boulderhalle, Sauna, Bowling, Zirkus, Puppentheater, Schlossführung, Minigolf im Dunkeln, Escape Room, GOP Varieté, Salzgrotte …
  • Jahreseintrittskarte für den Park in der Nähe oder den Sportgarten
  • Restaurantgutschein – vielleicht für ein Dinner in the Dark
  • Gutscheine für Kurse – z. B. Kochen, Nähen, Ikebana, Improtheater, Mal- oder Töpferkurs, Onlinekurs, Pilzbestimmung, Schwitzhütte, Yoga 10er Karte, Kalligraphie, VHS-Kurs zum Lieblingshobby, Vogelbeobachtung, Augentraining (Besser sehen ohne Brille oder der Altersweitsichtigkeit ein Schnippchen schlagen), Meditation …
  • Gutschein für „ich nehm dir was ab“ – z. B. gemeinsamer Frühlingsputz, Hilfe bei der Gartenarbeit, 3x Bügeln übernehmen während die Freundin (oder der Freund) die Füße hochlegt und sich entspannt, 1x Fensterputzen komplett, Geburtstagskuchen backen übernehmen, Hilfe bei der Organisation einer Party, die Lütten mal einen Sonntagvormittag für einen Ausflug abholen …
  • Gutschein für gemütliche Zeit – z.B. ein gemeinsames Lieblingsbuch kapitelweise vorlesen und anschließend darüber diskutieren, zusammen musizieren, ein Gesellschaftsspiel spielen, ein Filmabend mit Popcorn und Cola, ein offenes Ohr zum Treffen mitbringen …
  • Gutschein für was Gutes – Denk dir aus, was deinen Lieben gefallen könnte
  • Gemeinsamen Ausflug mit Wellnessfaktor organisieren – handyfreies Wochenende auf dem Bauernhof, Sauna- oder Spahotel im Umkreis finden, nach Hamburg ins Musicaltheater oder zum Konzert in die Elbphilharmonie, nach Bad Segeberg in die Fledermaushöhlen oder sich gemeinsam ins Retreat zurückziehen …
  • Zusammen was Neues lernen – z.B. Billard, eine Fremdsprache, Gebärdensprache, Obstbäume beschneiden, Skateboard fahren, Bonsaipflege, Outdoor Survival, im Chor singen, Tango, Salsa oder break dance …
  • Natürlich kann auch ein Gutschein für eine Feng Shui Beratung, ein Wohncoaching oder eine Potenzialanalyse verschenkt werden 🙂

Während ich die Liste zusammen stellte habe ich gemerkt: Ich würde mich über alles freuen! Und, Zeit erleben, das ist der wirkliche Reichtum. Zusammen lachen und Spaß haben und die Seele mit Freude und Erinnerung nähren – denn schließlich sind wir alle nur auf der Durchreise hier und für den Aufenthalt ist unnützes „Gepäck“ nur lästig.

P.S. Die Liste taugt übrigens nicht nur für Weihnachten sondern für jeden Anlass, jemanden zu beschenken.


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Advent 2019 – 4. Türchen – Traum und Wirklichkeit

Engel können uns überall begegnen, zum Beispiel in der Karlskirche in Wien. Danke © Lukas Meier

Ein junger Mann hatte einen Traum.
Hinter der Ladentheke sah er einen Engel.
Hastig fragt er ihn:
„Was verkaufen Sie hier?“
Der Engel gab ihm freundlich zur Antwort:
„Alles, was Sie wollen.“
Der junge Mann sagte: „Dann hätte ich gerne:
– eine Frau, die mich immer versteht und auf die ich mich verlassen kann,
– eine glückliche Ehe, die bis zu unsrem Lebensende glücklich bleibt;
– gute Freunde, die uns begleiten,
– Kinder, die sich gut entwickeln und an denen wir unsere Freude haben
– und …

Da fiel ihm der Engel ins Wort und sagte:
„Entschuldigen Sie, junger Mann, Sie haben mich verkehrt verstanden.
Wir verkaufen keine Früchte hier, wir verkaufen nur den Samen.“

Weisheitsgeschichte aus dem Büchlein ‚Engel passen auf Dich auf‘


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Darf’s ein bisschen mehr sein? Die drei Quellen des Qi.

Kürzlich sah ich ein Youtube Video meiner amerikanischen Kollegin, der Feng Shui Expertin Marie Diamond. Der Vortrag ist zwar schon etwas älter, doch was sie über die drei Qi’s sagt finde ich absolut teilenswert.

Wir kennen im Feng Shui drei Arten Qi. Gemeint sind Einflüsse auf irdisches Geschick aus unterschiedlichen Quellen: Heaven Qi, Human Qi und Earth Qi.

Wo Heaven-Human-Earth Qi sich vereinen und „der Erwachte“ wohlwollend auf menschliches Streben schaut. Hongkong © Meckl Antai

  • Kosmisches oder Himmels-Qi (Heaven Qi) beeinflusst durch die Zeitqualität. Im Feng Shui werden dafür zum Beispiel die Methoden der Flying Stars und der date selection genutzt. Die Flying Stars zeigen günstige Aspekte für Außengestaltug und Inneneinrichtung; mit Hilfe der date selection, also der Datumswahl, werden anhand von Tages- oder Monatsqualität günstige Termine berechnet, zum Beispiel für den Start wichtiger Vorhaben wie Hochzeit, Geschäftseröffnung oder Einzugsfest. Meditation, Kontemplation und Gebete werden dem Himmels-Qi gewidmet.
  • Menschliches Qi (Human Qi) bezieht sich auf die individuelle astrologische Konstellation jedes Menschen. Also das, was wir bei der Geburt mit in die Wiege gelegt bekommen haben. Schicksal ist zwar nix fixes, dennoch hat sich jeder Mensch auf der Erde inkarniert, um etwas zu lernen oder zu erfahren. Ein astrologisches Chart ist wie eine Art Bauplan oder Gebrauchsanweisung und kann helfen, sich an den Seelenweg zu erinnern. Besonders wertvoll ist das, wenn das Gefühl nagt, man sei vom Weg abgekommen oder „habe sich unterwegs verloren“. Gedanken, Gefühle und Handlungen gehören zu Human Qi und beeinflussen natürlich ebenfalls das Schicksal.
  •  Erd-Qi (Earth Qi) ist das, was wir in der Umgebung finden. Dazu gehört die natürliche und die gebaute Landschaft, die Straße und das Haus (oder die Wohnung) wo man lebt. Da wir wissen, dass jeder Raum in dem ein Mensch sich regelmäßig aufhält, wie eine dritte Haut oder wie ein zweiter Körper, Einfluss auf Gedanken und Gefühle nimmt, widmet sich Feng Shui vor allem dem Erd-Qi. So werden durch das „dirigieren“ des räumlichen Qi’s günstige Umstände herbeigeführt.

Alle drei Qi’s wirken zu je einem Drittel auf das gute Gelingen. Marie Diamond verweist in ihrem Vortrag darauf, dass dies auch dann noch gilt, wenn Menschen sich verstärkt auf den spirituellen Pfad begeben. Einige meinen dann, auf dem geistig-spirituellen Weg seien die irdischen Gesetzmäßigkeiten des Erd-Qi nunmehr ohne Belang. Doch: Solange wir im irdischen Körper unter irdischen Bedingungen leben, solange wirken die drei Qi’s. Viele haben sicher schon erlebt, wie stark Orte und Räume auf  Gedanken und Gefühle einwirken – Denken Sie mal an: Krankenhaus, Behörde, Gefängnis und nehmen das aufsteigende Gefühl wahr. Es wird dabei sehr deutlich, wie Erd-Qi auf Human-Qi wirkt.

Feng Shui und Raumgestaltung sind darum nach wie vor großartige Methoden, den Raum in dem wir leben für unsere Ziele und Zwecke nutzbar zu machen. Und zwar zum Wohle des Ganzen. Wer „Erleuchtete“ beobachtet, kann sich konkret daran erfreuen, wie sie irdische Erscheinungen wertschätzen: Da wird ein Blatt betrachtet und wahrgenommen als wäre es ein guter Freund, da wird zart an einer Blume geschnuppert und sichtbar durchströmt der Wohlgeruch den sich Hingebenden, da wird der Altar mit soviel Liebe und Achtsamkeit geschmückt, dass einem ganz warm ums Herz wird.

Sehr schön und passend fand ich darum gestrige Bemerkung meiner Meditations-Lehrerin: „Nichts überdauert, das nicht relevant und hilfreich ist“. Da Feng Shui und Geomantie, also die Lehren umsichtiger Raumplanung, schon viele tausend Jahre überdauert haben, stimme ich vorbehaltlos zu und bin dankbar, dass dieser Pfad mich erwählt hat, auf ihm zu wirken.


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Die Kraft der Zeichen

Die Welt ist voller Symbole. Seit Urzeiten verwenden wir sie zur Vereinfachung oder um etwas ohne Worte zu erkennen – im Straßenverkehr regeln Zeichen das Miteinander, an fremden Orten weisen sie den Weg zur Toilette, zum Notausgang oder zur Autobahn. Auf Klamotten angebrachte Zeichen repräsentieren Marke und implizieren den zugehörigen Wert. Kurzum: Zeichen sind universell und werden eingesetzt, um etwas zu bewirken.

Form gibt Richtung, Farbe belebt und gut kombiniert aktivieren sie beide Gehirnhälften zugleich. In Venedig gesehen hat’s © Tom Podmore

In der Regel gilt: Je einfacher das Zeichen, desto wirkungsvoller ist es. Da brauchen wir bloss an Nike, Deutsche Bank oder Adidas denken – und wer hat beim Lesen (nicht) gleich das zugehörige Zeichen vor Augen gehabt? Tatsächlich ist die ganze Natur voller Symbole, auch da brauchen wir nur hinschauen oder hinspüren, um ihre Kraft zu entdecken und für uns zu nutzen.

Hier ein paar Tipps, um mit Zeichen und Symbol* im Alltag zu experimentieren und Intentionen kraftvoll(er) zu aktivieren.

Damit alles rund läuft: Der Kreis.
Der Kreis hat keinen Anfang und kein Ende und symbolisiert Schutz und Zentrierung.

Tipp für mehr Konzentration

  • Nehmen Sie ein leeres Blatt Papier – wohin fällt Ihr Blick? Zeichen Sie dann einen Kreis in die Mitte und vergleichen, wohin fällt Ihr Blick nun?
  • Legen Sie das Papier vor sich auf den Schreibtisch und immer wenn Sie mit der Aufmerksamkeit abschweifen hilft der Kreis, sich an den Fokus und das was Sie eigentlich tun wollen, zu erinnern.

Tipp für Schutz

  • Wer sich in vollen Straßenbahnen, Zügen oder beim Einkaufsbummel vor der negativen Ausstrahlung anderer schützen möchte, stelle sich selbst in einem Kreis vor. Dieser Kreis kann aus der Lieblingsfarbe oder aus schillerndem Licht bestehen und das, was andere aussenden, zurück reflektieren. Von innen ist der Kreis durchlässig und so bleibt die Entscheidung offen, wen oder was man im visualisierten Kreis empfangen möchte. Wer mit der Vorstellung Schwierigkeiten hat besorgt sich eine Kugel aus Rosenquarz oder eine einfache Murmel, und spricht das Gewünschte in sie hinein. In der Jackentasche getragen ist sie jederzeit griffbereit und hilft, den Fokus auf das Gewünschte zu halten.

Vollendung durch Einklang: Die liegende Acht.
Die Lemniskate symbolisiert Unendlichkeit, den fließenden Rhythmus in der Natur und die Einheit in der Dualität. Mögen wir auch gelegentlich bestrebt sein, die Dualität aufzuheben, nur durch sie ist es möglich, etwas Neues zu schaffen. Im Feng Shui heißt das: Zweimal Yin / zweimal Yang kann nichts produzieren. Es braucht das polare Gegenüber, braucht Schwingung und Gleichgewicht um das gesamte Potenzial zu aktivieren.

Tipps für mehr Gelassenheit im Umgang mit schwierigen Mitmenschen

  • Ziehen Sie im Geist die Lemiskate um sich und den Menschen, mit dem Sie Schwierigkeiten haben. Beide Schleifen der liegenden Acht sind gleich groß. Folgen Sie in Gedanken der Bewegung der Linie in Verbindung mit Ihrer Atmung. Aus eigener Erfahrung löst sich die empfundene Spannung, jede/r darf in seinem Kreis wirken und es öffnet sich – jenseits der Wertung der Standpunkte – ein Feld tiefer Verbundenheit.
  • Sie können auch Namen, Themen, Konfliktpunkte auf zwei Zettel schreiben, diese im Raum auslegen und dann in Form der liegenden Acht drumherum wandern. Achten Sie dabei nur auf Ihre Atmung und wechseln auch mal die Richtung. Nach einiger Zeit löst sich die Spannung und statt des entweder-oder entsteht ein Tor für das sowohl-als auch.

Stabilität und Erdung: Das Quadrat.
Vier Ecken und gleiche Seitenlängen kennzeichnen das Quadrat als typisch irdisches Element. Das Erdelement ist ambivalent, denn in erlöster Form repräsentiert es Willenskraft, Zuverlässigkeit und Geduld, in unerlöster Form steht es für Sturheit, Verbissenheit und Geiz.

Tipps für Erdung nach zuviel Netflix, Facebook oder langen Arbeitsbesprechungen

  • Stellen Sie sich aufrecht hin – im besten Fall machen Sie diese Übung für eine kleine Weile  draußen. Schließen Sie die Augen und bemerken Sie den Untergrund auf dem Sie stehen. Richten Sie die Aufmerksamkeit abwechselnd in jeden Fuß und wandern Sie darin herum, vorne, mitte, hinten, Innenkante, Außenkante. Scannen Sie Ihre Zehen, und zwar jeden einzeln. Sollten das am Anfang nicht klappen, macht nichts. Ich verspreche, wenn Sie die Übung öfter machen und morgens oder abends regelmäßig ihre Zehen anfassen und die Füße massieren, kommt das Gefühl zurück. Machen Sie die Übung solange und so oft es sich gut anfühlt. Dann atmen Sie noch einmal tief und kommen langsam dahin zurück, wo Sie gerade stehen.
  • Wenn Sie in stressigen Situationen den Boden unter den Füßen verlieren, imaginieren Sie, wie Sie in einem Quadrat stehen. Sie können auch vier Steine im Quadrat auf dem Boden auslegen und sich hinein setzen oder stellen. Atmen Sie vier, sechs, acht oder zwölfmal bewußt ein und aus. Das Ausatmen sollte etwas länger dauern, als das einatmen. Wenn Sie mögen summen Sie: U. Der Vokal U räsoniert mit Becken und Unterleib und stabilisiert zusätzlich durch seine Schwingung.

Auch heute möchte ich den offenen Blick einladen, bestehende Formen wahrzunehmen und sich auf neue Formen einzulassen. So spirituell (im Sinne: Verbunden und Eins mit Allem) wir auch sein mögen, unser Leben auf der Erde spielt sich ab in Räumen – dem großen Raum der Natur, in Wäldern, Weiten und Gärten und dem Innenraum, in der Wohnlandschaft und dem Arbeitsraum.

Doch jeder Raum ist schwingende Materie, die kraftvoll die Schwingung der Zellen und der Bewusstheit beeinflusst. Wessen Raum nicht trägt, verliert sich im unmanifesten Wolkenkuckucksheim und Pläne, die keine Form annehmen, die sich nicht materialisieren, nützen wenig. Form gibt Sinn und Ausrichtung, Symbole sind Anker aus dem geistigen Raum.

Die Weisheit des Feng Shui verbindet beides und schafft Räume, in denen der Boden trägt. Denn wie ein Baum braucht der Mensch starke Wurzeln, um die üppige Krone bei Wind und Wetter zu tragen.

* „Unter einem Symbol versteht man ein wahrnehmbares Zeichen bzw. Sinnbild (Gegenstand, Handlung, Vorgang), das stellvertretend für etwas nicht Wahrnehmbares (auch Gedachtes bzw. Geglaubtes) steht.“ – Quelle: Wikipedia Symbol


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Kurz und knackig: Das dominante Auge – ein Selbstexperiment

An der Wahrnehmung sind alle Sinne beteiligt, doch das Auge steht ganz vorn in der Reihe. Seit ich intensiv die Wirkung von Formen auf Bewusstsein und Wohlbefinden erforsche, ploppen ganz neue Fragen auf. Zuerst interessiert mich herauszufinden, welches eigentlich mein dominantes Auge ist!

Was sehen Sie zuerst? Das große Ganze oder die vielen Details? In Montenegro war für uns © Bo Boer

Jedes Auge leitet an die gegenüberliegende Gehirnhälfte weiter und wir wissen, die linke Hälfte (die vom rechten Auge gefüttert wird) ist eher für Details, Sprache, Logik, Wissenschaft, Zeitempfinden, Linearität, Begriffe, Analyse und Schritt für Schritt Vorgehen zuständig. Die rechte Gehirnhälfte (gefüttert vom linken Auge) sieht dagegen zuerst das große Ganze und registriert vornehmlich Körper- und Bildersprache, ist zuständig für Intuition, Gefühl, ganzheitliche Zusammenhänge, Neugier, spielen, Metaphern, Symbole und Raumempfinden.

Haben Sie Lust, kurz mit mir zu experimentieren? Dann finden Sie doch mal heraus, welches Ihr dominantes Auge ist:

Formen Sie mit Zeigefinger und Daumen einer Hand einen Kreis, strecken Sie den Arm aus und zielen damit auf etwas in der näheren Umgebung. Das kann die Blume auf der Fensterbank oder der Stifteköcher am Rand des Schreibtischs sein. Wichtig ist, dass beide Augen geöffnet sind und Sie durch den mit den Fingern geformten Kreis fokussieren. Schließen Sie nun abwechselnd das eine, dann das andere Auge. Nun werden Sie sehen, dass das angepeilte Objekt einmal im Kreis der Finger und einmal daneben liegt. Befindet sich das angepeilte Objekt im Kreis, ist Ihr dominantes Auge geöffnet und Sie wissen nun, ob Sie eine rechtsseitige oder linksseitige Augendominanz haben.

Daraus läßt sich schließen, welche Gehirnhälfte die In-Form-ationen zuerst bekommt, um sie zu verarbeiten. Welche interessanten Erkenntnisse lassen sich daraus doch für die Raumgestaltung ableiten! Was, wenn ein rechts-dominantes und ein links-dominantes Hirn aufeinander treffen, sich verlieben und zusammen ziehen? Welche Formen finden beider Gefallen, wirken auf beide anregend und entspannend und was kann schließlich die Farbe tun, um einen Ausgleich zu schaffen?

Dazu wiederum gibt es einen interessanten Forschungsbericht: Mit der Fähigkeit zu sprechen verändert sich die für Farberkennung zuständige Gehirnregion 

Doch weil es heute „kurz und knackig“ bleiben soll gibt’s später mehr. Ich verspreche, es bleibt spannend und dran bleiben lohnt sich.

* Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Wissenschaft mittlerweile dazu übergeht, von oberer und unterer Gehirnhälfte zu sprechen doch das soll hier nicht Thema sein.

 


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Formensprache und ihre Wirkung auf das Bewusstsein

Die Welt der Form ist vielschichtig und geheimnisvoll. Wer in sie eintaucht erkennt in der Natur die komplexen Prinzipien der Mathematik, findet Symmetrie und Zahlenfolgen und gelangt schließlich auf die Pfade der heiligen Geometrie.

Warum nicht: Das Fenster von Notre-Dame als Vorlage für ein Wohn-Projekt. Eine gemeinsame Mitte, davon abgehend individueller Raum für die Mitglieder der Gemeinschaft. danke © Stephanie Leblanc

Wer heute die natürliche Vielfalt der Formen studiert kann zu dem Ergebnis kommen, dass postmoderne Architketur in einer quadratisch-praktischen Einseitigkeit stecken geblieben ist, die menschlichem Wohlbefinden entgegen wirkt und eine erhöhte Schwingungsfrequenz blockiert. Wie physikalische Experimente längst bestätigen: Jeder Raum erzeugt eine Schwingung und wer dem Schwingungs-Signal ausgesetzt ist, übernimmt die Form des Signals.

Doch es gibt Hoffnung. „Neue“ Architekten konstruieren für Augen und Seele ungewöhnlich kühne, dabei ansprechende und lebendige Bauwerke. Vorlage sind von der heiligen Geometrie inspirierte Formen, die stimmig schwingen und sich harmonisch in die Landschaft einfügen. Eine neue Ära ist da und längst dürfen nicht mehr nur öffentliche oder „heilige“ Bauten von diesen lebensspendenden Prinzipien profitieren. Die Zeit ist reif, dass auch die Bebauungspläne in Neubaugebieten an die Bedürfnisse der Seele angepasst werden.

Mich hat’s gepackt und ich beginne, mich ganz neu auf Formensprache, Proportion und harmonikale Gesetze einzulassen. Ich stöbere in Büchern und im Netz und experimentiere selbst mit „Raum im Raum“, indem ich erstmal Formen auf dem Boden auslege und erkunde, welchen Einfluss sie auf meine Sinne und mein Ge-wahr-sein haben. Dabei entdecke ich Schnittmengen zur Numerologie und erlebe erneut am eigenen Leib und in anderer Dimension : Raum hat Bewusstsein.

Als illustre Stichworte, die mein neues Forschungsprojekt kennzeichnen, mögen dienen: Heilige Geometrie, Goldener Schnitt, Fraktal, harmonikale Proportion, Platonische Körper, Blume des Lebens, Äskulapstab, Fibunacci, Antakarana, Vortexfeld … Im nächsten Jahr werde ich einen Workshop dazu anbieten und freue mich schon jetzt auf anregende gemeinschaftliche Erfahrungen in der Gruppe.

Ein Fundament meiner geistigen Heimat ist das Feng Shui. Wahrnehmung und Wirkung von Form auf Wohlbefinden und Bewusstsein gelten als erste Priorität, um ein Umfeld zu analysieren und Ursachen für Unbehagen zu finden. In der Feng Shui Arbeit wissen wir Formen zu nützen, um Zentrierung, Lebensfreude, Aktivität, Loslassen, innere Balance, Flexibilität, Gesundheit, Veränderung und Transfomation zu initiieren. Dennoch ist die Formensprache des Feng Shui starr, noch immer gelten Rechteck und Quadrat als optimale Grundriss-Form.

In meiner zweiten Heimat, der Geomantie, wird ebenfalls die Sprache der Form genutzt, jedoch gilt hier bereits der 90° Winkel nicht länger als zwingend für ein stimmiges Gebäude. Und es geht sogar noch einen Schritt weiter, indem wir ein Bauwerk in seiner Drei-Dimension betrachten und dem Klang, den es erzeugt, lauschen. Denn Klang ist immer an den Raum gebunden, in dem er entsteht. Musikalische Proportionen finden wir (noch) vorwiegend in öffentlichen Bauwerken, vor allem in Kirchen und an Fassaden.

Wer je in Mont Saint Michel beim Erklingen des Chors die Engel singen hörte kann nach Verklingen des Entzückens nachlesen, dass allein die Proportion des Raumes den „Gesang der Steine“ auslöst. Und wer demnächst nach Florenz reist sollte die Gelegenheit nutzen, und eine Fassade die nach musikalischen Proportionen gefertigt wurde, auf sich wirken lassen. Die Fassadengestaltung des Palazzo Rucellai hat der Renaissance Baumeister Leon Battista Alberti nach den proportionalen Verhältnissen von Terzen, Sexten und Septimen komponiert*.

Wenn Sie / Dich das Thema interessiert freue ich mich über weitererzählen, über Teilen auf FB oder rebloggen. Denn ich fühle, dass ich in diesem Feld einen Schritt über mich hinaus wachse und mich berufen, noch mehr Menschen auf die Essenz von Raum, Wohnen und Leben aufmerksam zu machen und Impulse zu geben. Die neue Zeit ist da.

  • Welche Bauherr-inn-en wollen die Kraft von Form und Proportionen in Ihr neues Zuhause integrieren? Das können auch zu fertigende Tiny- oder Holzhäuser, Bauwagenaufsätze oder kreative Gemeinschaftsprojekte für Innen und Außen sein.
  • Wer plant eine Umgestaltung des Gartens und möchte die Weisheit der harmonikalen Proportionen nutzen, um fruchtbarere Erträge zu erzielen?
  • Welche Architekt-inn-en berücksichtigen Proportionenkunde und heilige Geometrie in ihren Entwürfen und haben Interesse an Zusammenarbeit?
  • Wer forscht ebenfalls auf diesem Gebiet und ist an lebendigem Wissens- und Erfahrungsaustausch interessiert?
  • Wer ist generall an Austausch zum Thema Form und Bewusstsein interessiert: Musiker-innen, Numerolog-inn-en, Astrolog-innen, Handwerker-innen, Architekt-inn-en …?

Der spanische Architekt Gaudi ist bekannt für organische Formensprache, unregelmäßige Grundrisse und integrierte Motive aus der Natur. In Barcelona gesehen hat’s © David Rüsseler

„Du kannst aber nicht nur in den dämonischen und göttlichen Dingen die Natur der Zahl und ihre Kraft wirksam sehen, sondern auch überall in allen menschlichen Werken und Worten und auf dem Gebiet aller technischen Verrichtungen und auf dem der Musik.“ Pythagoräer Philolaos, 5. Jahrhundert v. Chr.

* Proportionenkunde: große Terz 4:5; kleine Terz 5:6 | große Sexte 3:5; kleine Sexte 5:8 | große Septime 8:15; kleine Septime 9:16

 


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Verstopfung und das Verlangen nach Sicherheit und Freiheit

Zwei Herzen schlagen in meiner Brust – die Sehnsucht nach Freiheit und das Verlangen nach Sicherheit. Lange dachte ich, die krieg ich nie unter einen Hut und es muss widersprüchlich in mir bleiben. Doch seltsam – seit ich Impro Theater spiele und mir das „Ja, und …“ ebenfalls zu Herzen nahm, ist der Widerspruch aufgelöst. Beide, Sehnsucht und Verlangen sind befriedet.

Seelenruhig schlafen – dank des guten Gefühls, Freiheit und Sicherheit zu vereinen. Danke © Phil & Iz

Raumcoaching und Persönlichkeitsentwicklung bilden sich immer mehr zum Kern meiner Arbeit aus. Ganz am Anfang war mein Tätigkeitsfeld mit Feng Shui klar umrissen und ich tat, wie die Meister tun, hielt mich an überliefertes Wissen, an Vorgaben und … Dogmen. Das gab mir lange Zeit Sicherheit im Feng Shui Beruf, einem anfangs als Selbständige äußerst fremden Terrain.

Bis meine eigene (Persönlichkeits)Entwicklung – sicher dank des Feng Shuis in meinen Räumen – mir half zu merken: die Sicherheit, die jedes Dogma bietet, war zum Gefängnis geworden. Mein „Frei-Geist“ fühlte sich eingeengt und begann zu rebellieren. Loslassen ist ein mächtiges Modewort – doch wenn ich mich umschaue ist es leichter gesagt, als getan. Und leicht dahin gesagte Worte denen das Tun fehlt werden zum Anspruch und damit ist der Freiraum ganz schnell futsch.

Das brachte mir heute morgen in der Meditation einen Gedanken zu Verstopfung – ich poste nämlich diese Woche auf Facebook zu Badezimmern und gute Verdauung gehört zum Wohlfühlen ja dazu. Wer sich auf der Toilette quält, dem/der nützt das schönste Badezimmer nichts. Als ich übrigens neulich im Freundeskreis erzählt, dass die Feng Shui Methode auch erlaubt, mögliche Darmverstopfung zu erkennen gab es ungläubiges Staunen. Doch ja – es stimmt.

Verstopfung ist ja das Gegenteil von Loslassen, davon, etwas freizugeben, davon, frei zu geben oder auch frei, zu geben. Bei Luise Hay* lese ich als mögliche Diagnose bei Verstopfung über die Weigerung, von alten Vorstellungen abzulassen, um in der Vergangenheit stecken zu bleiben. Ich hatte dazu noch die Idee: wer das, was da ist nicht annehmen kann, mag es natürlich auch nicht loslassen. Es konnte ja noch nicht ausgekostet werden.

Wer aus Sorge, es könne nichts mehr nachkommen, festhält, mag dem Glaubenssatz unterlegen sein, etwas nicht verdient zu haben. Wer etwas nicht verdient, kann es natürlich auch nicht von ganzem Herzen annehmen und sich drüber freuen. Die Entscheidung, es wieder loszulassen fällt natürlich schwer und ruckzuck ist der Schlammassel da, man steckt fest und verstopft. Alles Nachfließende erzeugt schließlich nichts als quälendes Unbehagen – und für Annehmen und Auskosten ist es längst zu spät.

Wo führt dieser Gedankengang nun hin – von Freiheit und Sicherheit zu Raumcoaching und Persönlichkeitsentwicklung, von Verstopfung zu Annehmen können, hin zu … na ja, alles führt eben durch das Innerste, die Mitte. Die Mitte ist der Wohnort der Essenz – schön, oder? Eine starke – das heißt in sich stabile, dabei flexible – Mitte gibt die Sicherheit des Gehalten seins, zum Beispiel durch Wissen und Erfahrung, durch Freundschaften, soziales Netzwerk, Glaube, Vertrauen und Bodenkontakt.

Gleichzeitig gibt sie die Freiheit, sich auf unbekanntes Gelände zu wagen – um zu experimentieren und etwas zu wagen, das man sich bislang nicht traute. Dazu gehören sicherlich Mut, Gelassenheit, Humor, Spiel und erneut das Vertrauen – denn auf dieser Erde können wir dank der Schwerkraft eh nur immer wieder auf die Füße fallen. Wer sich mit annehmen und loslassen schwer tut, wer meint, am Spagat zwischen Freiheit und Sicherheit zu scheitern werfe einen Blick auf auf die räumliche Mitte Zuhause oder im Unternehmen.

Welche Auswirkungen es haben kann, wenn die räumliche Mitte „nicht stimmt“ habe ich schon früher in einem Beitrag beschrieben. Hier also für alle Interessierten zwei Fälle aus der Praxis: in Beispiel eins ist die Mitte verbaut, in Beispiel zwei liegt sie im öffentlichen Treppenhaus. Beide Male gelang es, mit Hilfe der Beratung eine gute Lösung zu realisieren und Streitigkeiten und drohende Abhängigkeiten aufzulösen.

Feng Shui: Was eine instabile Mitte bewirken kann

Und was die Freiheit mit der inneren Mitte und Persönlichkeitsentwicklung zu tun hat … wer hier einen Gedankenübersprung vermutet sei beruhigt, darüber folgt in Kürze ein weiterer Beitrag. Dranbleiben lohnt sich 😉

 

* Louise Hay, Gesundheit für Körper und Seele

 

 

 


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Suche Raum für Rückzug – Hochsensible in turbulenten Zeiten

„ … dann mach ich mir die Welt, wie sie mir gefällt …“, klingt verlockend und ist dennoch nicht ganz so einfach zu realisieren – vor allem, wenn unterschiedliche Bedürfnisse die Gestaltung beeinflussen, eine Mehrheit sich wirksam durchsetzt und Minderheiten mit den Entscheidungen leben müssen.

Sind Rehe hochsensibel? Ich würde sagen: Ja. Danke © Melissa Chabot

Sind Rehe hochsensibel? Ich meine Ja. Danke © Melissa Chabot für den Blick auf das Sanfte

Vor allem hochsensible Menschen kennen andere Strophen des Liedes von der Reizüberflutung, denn während unsere Sinne mit Eindrücken regelrecht überflutet werden, haben Zartbesaitete es nicht leicht.* Hier geht mein Dank an die Wissenschaft, denn wo es früher schnell hieß „du hast ja eine Macke“ oder „stell dich nicht so an“, wissen wir heute, dass bei einigen Menschen die Sensoren tatsächlich feiner eingestellt sind. Die Grenzen ihrer Behaglichkeitszone sind weit enger gesteckt als bei der Mehrheit, die bislang noch definiert, was „normal“ sei.

Wer mit der Beschreibung Hochsensibel nichts anzufangen weiß, stelle es sich so vor: Wir Menschen brauchen ein gewisses Maß an Stimulation, um uns lebendig zu fühlen. Durch zuwenig fühlt sich unsere Spezies unterfordert, dann wird es erst langweilig und schließlich fühlt man sich unbehaglich. Zuviel Anregung führt dagegen zu Erregung und schließlich ebenso zu Unbehagen. Nun gibt es nachgewiesenermaßen Menschen und Tiere, die viel feiner getunt und empfänglicher sind als der Durchschnitt, denn sie nehmen viele Reize zeitgleich und intensiver wahr. Das kann das System überfordern und darum fühlen sie sich viel schneller unbehaglich als andere. Diese Menschen gelten als hochempfindlich oder hochsensibel.

Sie reagieren auf Reizüberflutung mit dem Bedürfnis nach Rückzug, werden aggressiv, beginnen zu schwitzen, zu zittern oder Verwirrung zu zeigen. Weil Überstimulation den Organismus überlastet sinken bei solcherart „Gestrickten“ die Leistungen, einige benehmen sich in überfordernden Situationen tollpatschig, unlogisch, werden emotional oder reagieren, wenn der Zustand zum Beispiel im Schul- oder Arbeitsalltag länger anhält mit Krankheit, Depression oder Neurosen.

Soweit die Einleitung.

Doch was kann man tun, wenn die Außenwelt von Hektik regiert wird, wenn Multitasking zum Credo erhoben und Mensch von permanenten Geräuschkulissen, Gestank und Dauerbeleuchtung belästigt wird? Es gibt aus Feng Shui Sicht räumliche Empfehlungen speziell für hochsensible Menschen und ihre Familien. Doch heute will ich von hilfreichen Strategien berichten, die aus der Erfahrung geboren wurden und sozusagen eine „Notapotheke“ sein können, egal wo man gerade ist. Es empfiehlt sich, nicht alle gleichzeitig anzuwenden, denn das würde das System erneut überfordern.

Raum für Rückzug – Stille

Nach hektischem Erleben ist Stille das Pflaster, um innere Turbulenzen zu beruhigen.

Finden Sie einen Ort, an dem natürliche Geräusche dominieren – lauschen Sie Ihrem Atem, dem Wind, dem Plätschern des Wassers. Draußen ist (für mich) immer schön, wo könnte Ihr Ort sein? Ob auf dem Balkon, im Garten, im nahen Park, gönnen Sie sich ein paar Minuten Zwischenraum und nehmen sich die Zeit, bewußt von einer Situation in die andere zu wechseln.

Selbst im Büroalltag oder auf der Autobahn ist das möglich: Klinken Sie sich aus – und seien es nur Momente – schalten Sie bewusst alle Sinne auf hören : ihre Schritte auf dem Boden, das Surren der Kaffeemaschine, das Motorengeräusch, der vorbeirauschende Wind … Ziehen Sie alle Sinne nach innen und erlauben nur Ihren Ohren Kontakt aufzunehmen. Fortgeschrittenen wird es mit einiger Übung gelingen, die Stille hinter dem Geräusch zu erlauschen.

Raum für Rückzug – Augenweide

Augen sind das Fenster zur Seele, darum tut es insgesamt wohl, Schönes zu betrachten.

Gönnen Sie Ihren Augen eine Augenpause, schauen Sie ins Grüne oder auf ein Foto, das ihre lebendigsten, wohligsten, erfreulichsten, lachendsten Momente bereit hält. Während Sie schauen, spüren Sie. Ihren Körper, Ihren Atem, die Freude der Erinnerung.

Sie können auch einen Körperanker zur Hilfe nehmen. Beispielsweise indem Sie mit einer Hand den Zeigefinger der anderen Hand halten und währenddessen die Augenweide und das dazu gehörende Gefühl bewusst in sich aufnehmen. Wenn Sie das nächste Mal eine Aufladung benötigen (zum Beispiel in der U-Bahn, wo’s kein Grün gibt, oder im Sitzungssaal ohne Fenster) umgreifen Sie erneut den Zeigefinger und spüren, wie das belebende Empfinden Sie durchströmt und beruhigt.

Raum für Rückzug – Duft

Nirgendwo geht’s schneller, intensiver und barrierloser hinein als durch die Nase.

In Millisekunden kann ein Duft an längst vergessene Tage und Orte entführen, kann traurig oder froh machen, Ekel oder Liebe wachrufen. Haben Sie einen Lieblingsduft? Ich habe mir für traurig-kalte Wintertage den Duft des Sommers in ein Leinensäckchen genäht – das gemähte Gras aus meinem Garten. Wann immer es beliebt hole ich mir damit die Verheißung und eine Kombination von blau (Himmel), gelb (Sonne) und grün (Gras) ins Gemüt. So entsteht durch den Duft ein sinnliches Farbspiel in dem ich schwimmen und mich erfrischen kann. Welcher Duft belebt Ihre angenehmsten Erinnerungen?

Oder lieber duftlos? Vielleicht braucht Ihre Nase eine Pause, dann gönnen Sie sie ihr und wechseln das Terrain.

Raum für Rückzug – Haptik

Haut, Fingerspitzen, Füßen schmeicheln.

Vielleicht mit geschlossenen Augen Stoffe und Texturen fühlen, Seidenpapier, Tannenzapfen, Blütenblätter oder ein Stück Samt sanft berühren. Solche „Talismänner“ passen selbst in kleine Jackentaschen.

Wenn möglich hüllen Sie sich in einen feinen Stoff, schmiegen sich kurz ins Gras, durchschreiten ein Blätterdach, gehen barfuß durch eine Pfütze. Wie kalt ist Regen an den Füßen?  Egal ob draußen oder drinnen, immer mal die Augen in die Fußsohle wandern lassen. Sich ganz und gar der Berührung hingeben, anschmiegsam sein und im Moment reinen Spürens aufgehen.

Raum für Rückzug – kost-bar

Hmmm, auch Mund und Zunge dürfen genießen.

Doch langsam, ganz langsam – vielleicht mit geschlossenen Augen zuerst riechen, dann anschauen und die Vorfreude spüren, es gleich zu kosten. Wer erinnert sich an Kim Basinger in 9 1/2 Wochen? Statt funktionieren („der Körper braucht Essen“) sich nähren lassen vom Genuss: schmecken, kauen, lutschen, schlürfen, schmatzen, nachschmecken, schlucken – noch einen Bissen, einen Schluck auf der Zunge zergehen lassen. Nur das …

In hektischen oder angespannten Situationen mögen die meisten hochsensiblen Körper jedoch keine Nahrung. Dann ist trinken angeraten, am besten Wasser, um den inneren Fluß in Bewegung zu halten und Belastendes schneller auszuschwemmen.

Raum für Rückzug – Wunder geschehen lassen

Das, was wir suchen, sucht auch nach uns.

„Hochempfindlichkeit ist ein Geschenk, für mich selbst und für alle, die ich berühre.“ Georg Parlow.
Auch wenn die Geschwindigkeit der äußeren Welt vermutlich weiter zulegt und Multitasking noch immer als Machbar und Erstrebenswert gilt – Hochsensibilität ist ein Geschenk der Natur an uns alle. Denn wer schneller spürt, kann andere aufmerksam machen, vor schädlichen Entwicklungen warnen und unserer Gesellschaft helfen mehr zu fühlen und weniger zu denken.

Manchmal braucht „etwas“ nur einen Namen, um dazuzugehören. Wird aus dem herablassenden „du bist immer so empfindlich“ ein anerkennendes „dein Gespür ist so fein – von dir möchte ich lernen, die Flöhe husten zu hören“, macht es das Zusammenleben für alle angenehmer. Wir erfahren uns durch andere und jede Persönlichkeit hat die Chance, von Umgang und Umfeld zu profitieren und neue Facetten in das eigene Weltbild zu bauen. Nicht im Sinne von „benutzen“ sondern als „in-Beziehung-sein“, ein Teil von … zu sein.

Ich bin überzeugt, im Miteinander – Füreinander liegt der Weg zu mehr Respekt, mehr Selbstverständnis und Selbstachtung – egal, ob hoch-sensibel oder weniger.

… auch Elefanten gelten als äußerst sensibel. Dank an © Ray Rui für dieses Familienfoto!

* Empfehlenswerte Lektüre zum Thema: zartBesaitet von Georg Parlow.


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Gewinnspiel Auflösung

Das hat Spaß gemacht! Ich freue mich über die rege Teilnahme und sage Danke für’s Mitmachen. Die Resonanz ist jedoch so überschaubar geblieben, dass ich spontan beschlossen habe, allen die mitgemacht haben, meine Zeit und mein Wissen zur Verfügung zu stellen.

Wer das Kontaktformular benutzt hat, bekommt eine Antwort per Mail, und Euch zwei, die ihr die Kommentarfunktion genutzt habt schalte ich erst jetzt frei, damit es nicht zu einfach wurde :-).

Und hier die Auflösung – einfach zur Freude am Schauen und träumen. Wohin ich reise steht allerdings noch in den Sternen …

Mit der Auflösung gleich noch einige Bemerkungen zu den Türen aus Feng Shui Sicht:

Portugal © diego-garcia

Eingang am Abhang: Aus Feng Shui Sicht wäre es ratsam, einen „Qi-Fänger“ links vor die Tür zu stellen. Zum Beispiel einen größeren Pflanztopf, um die herab sausende Energie zu bremsen und in den Eingang zu lenken.

 

Mongolei © patrick-schneider

Eingang im „Nirgendwo“: Hier wird peinlichst auf die Windrichtung geachtet, sowohl, dass der kalte Wind nicht in Tür bläst, als auch, das keine Hebelwirkung entsteht, die das Zelt entwurzelt. Nomaden kennen sich hervorragend damit aus, ihre Jurten sicher auszurichten.

 

USA © cara-fuller

Eingang zum Wald: Günstig, wenn vor der Tür ein Fleckchen bleibt, an dem Energie sich sammeln kann. Im Feng Shui wird das als Ming Tang bezeichnet und kennzeichnet den Platz des Phönix. Symbolisch ist damit die „freie Landebahn“ gemeint und genügend Aussicht, um künftige Entwicklungen im Auge zu haben.

 

Norwegen © cem-sagisman

Eingang nah am Wasser: Hier ist das Wasser seitlich und das Haus neigt sich dem entgegen. Im Feng Shui liegt dort die Tigerseite, die das weibliche Prinzip verkörpert. Wer hier wohnt sollte achtsam sein, dass weibliche Anteile nicht „ins Schwimmen“ kommen oder wegfließen. Konkret: Partnerschaft läuft Gefahr, dass die Frau nicht bleibt oder in Gedanken immer woanders ist.

 

Osterinseln © julian-gentilezza

Zelteingang: Siehe Mongolei. In jedem Fall darauf achten, worauf beim Öffnen der erste Blick fällt. Denn: what you see is what you get!

 

Nepal © fancycrave

Eingang in Asien: Früher wurden Eingänge bewusst niedrig gehalten, so dass Eintretende sich bücken mussten. Das symbolisierte zum einen angemessene Demut, zum anderen wurde die äußere, feinstoffliche Hülle abgestreift, so dass keine unguten Energien mit ins Innere gelangen konnten.

 

Tibet © yuriy-rzhemovskiy

Eingang mit Augen: Im Feng Shui kennzeichnen Fenster die Augen, Türen den Mund. Dieses Haus hat ein lebendiges, offenes, ja staunendes Gesicht. Sehr interessant für vitale Lebensenergie, das Innere zu erkunden und Segen ins Haus zu bringen.

 

Afrika © orlova-maria

Türen als Durchgang: Interessante Perspektive, die jedoch durch geschickte Bauart keinen Energiedurchzug erlaubt. Selbst der Teppichläufer, etwas versetzt zum weiterführenden Rundbogen, führt nicht in gerader Linie und gestattet, innezuhalten.

 

Mexiko © yohann-mourre

Türen, die irreführen: Sagen erzählen, dass eingeweihte Baumeister aus Atlantis kommen und vom Ort angeregte Bauwerke und Tempelanlagen schufen, mit denen menschliche Zellen in Resonanz gehen: um sich als Teil des Ganzen zu erfahren, Lebens-Aufgaben zu erkennen, Visionen zu empfangen oder sich in andere Dimensionen und Welten zu begeben. Irrwege helfen dabei, den Verstand zu verwirren, damit der Geist klar wird. Paradoxe Intervention des Altertums.

 

Griechenland © tamara-budai

Farbige Türen: Einzigartig ist das Spiel des Lichts in Griechenland. Die Kombination aus reinem Weiß und Blau in allen Varianten öffnet besondere Dimensionen: Innere Räume werden weit und der Geist glasklar. Das ist einzigartig und nicht kopierbar, wer es erleben will, muss dorthin reisen.


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Das Geheimnis des Zwischenraums

Was bestimmt eigentlich die Atmosphäre in einem Raum? Ist es der Einrichtungsstil, sind es die Möbel, die Farben oder besondere Accessoires?

Ich schaue mir Einrichtungszeitschriften an, Werbung, die Räume meiner Klienten und frage mich,  wodurch die Dinge im Raum zur Geltung kommen.

Das Geheimnis ist der Zwischenraum. Er gibt allem Gelegenheit, sich zu entfalten. Dinge, Töne, Kleidung, Erlebnisse, Ambiente: Erst im Zwischenraum zeigt sich das Wesen des Ganzen.

Auch die Dämmerung ist ein Zwischenraum, ist Vermittlerin zwischen Nacht und Tag. Sie ist es, die die Polarität aufhebt und zwischen den Gegensätzen vermittelt.

„Das Sichtbare … gibt dem Werk die Form. Das Unsichtbare … gibt ihm Wesen und Sinn“, sagt Lao Tse.

Alles braucht Raum, sich zu entfalten. Das Sichtbare braucht das Unsichtbare, das Unsichtbare das Sichtbare. Und wo liegt nun das Geheimnis – im Sichtbaren oder im Unsichtbaren? Antwort gibt auch hier der Zwischenraum.


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Ein glückverheißendes Leben auf Bestellung?

Heute wird das chinesische Frühlingsfest gefeiert, und nun beginnt auch „offiziell“ das Jahr des Erd-Schweins. Ein glückliches Jahr wird prognostiziert, denn das Schwein steht für Fülle, Reichtum und Gelassenheit. Meinen Beitrag zum Jahr des Erd-Schweins lesen Sie hier.

Wiese, Bäume und ganz präsent im gemeinsamen Spiel – so wächst es sich prima. Danke für den Moment © Robert Collins

Gute Jahre im Tierkreis sind Anlass für viele werdende Eltern, beim Geburtstermin nachzuhelfen. Nach Rücksprache mit einem chinesischen Astrologen wird ein passendes Datum für den Kaiserschnitt errechnet, und das Kind zu entsprechender Uhrzeit auf die Welt geholt. Das ist längst nicht mehr nur in Asien ein Trend.

Bei mir gab es noch keine Anfrage, das passende Datum für eine Geburt zu berechnen. Doch obwohl ich die „date selection“ für bestimmte Vorhaben durchaus anwende (Geschäftseröffnung, Umzug, neue Projekte starten), halte ich es für den Geburtstermin als unpassend.

Lebensglück ist nichts, das berechnet werden kann. Schwere Schicksale sind zwar oft unverständlich, dennoch kann ein Mensch daran wachsen und sich in der Entwicklung veredeln. Sind nicht alle spirituellen Leitfiguren an Erfahrungen gewachsen, die auch leidvoll waren, um sie schließlich zu überwinden? Braucht ein glückliches Leben nicht auch Anstrengung, Niederlage und das Erleben, wieder aufzustehen? Wer wären Sie ohne Herausforderungen? Wer wären Sie ohne die Wahl zu haben, sich in einer Situation zu verhalten?

Mein Einwand ist kein Appell für Ungerechtigkeit, Ausbeutung, Hunger, Krieg und andere vermeidbare Not. Doch wer als Kind einmal einem schlüpfenden Küken helfen wollte und die Eierschale zerbrach, wurde bitter enttäuscht: Die meisten Küken schaffen es dann nicht ins Leben, sie waren zu schwach. Wer einer Osterglocke mal das Häutchen mit dem Willen, zu helfen, zerriss, wurde ebenso enttäuscht – die Knospe hat sich nie entfaltet.

Aus meiner Sicht sind Hindernisse auch Chancen, damit psychische Widerstandskraft, sogenannte Resilienz, sich ausbilden kann. Wodurch sonst wird die Fähigkeit entwickelt, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen? Wem können wir sein / ihr Leben nicht zumuten, wen wollen wir aus welchen Gründen vor seinem / ihrem Schicksal bewahren?

Welches Signal wird den neuen Menschenkindern gegeben: Denen, die den Zeitpunkt aus ihrer schützenden Hülle ins Leben selbst wählen dürfen, und denen, die durch einen Eingriff von außen jäh geholt werden, allein weil das Datum stimmt?

Es gibt zahlreiche Abhandlungen darüber, was Kinder brauchen, um lebenstüchtige Menschen zu werden. Aufmerksamkeit, Liebe, Anteilnahme, Zuhören, Mut, Zuspruch, Vertrauen, Mitgefühl und  Freiraum für die eigene Entwicklung … all dies erübrigt sich durch ein glückverheißendes Datum für die Geburt sicher nicht.

In diesem Sinne: Kung Hei Fat Choi – Happy New Year 2019

 


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Wintersonnenwende 2018 – Das Jahr des Schweins beginnt

„Endlich,“ – tiefe Seufzer der Erleichterung, denn das Jahr des Hundes hat viele Menschen an ihre Grenzen gebracht. Mit der Wintersonnenwende tritt nun das letzte Zeichen des chinesischen Zodiak ins Licht: Das Schwein.

So dürfen wir heute doppelt feiern – denn die Wende der Sonne bringt die Wiedergeburt des Lichts

„In der Stille, in der Einkehr – am Herdfeuer zuhause oder im tiefen Schnee unter dem Sternenhimmel – nehmen wir das Mysterium der Wintersonnenwende am Besten wahr. Im Spiegel unserer Seele erscheint das Geschehen bildhaft als die Geburt des Sonnenkindes. In der dunkelsten, längsten Nacht des Jahres, wird das göttliche Himmelskind von der Erdmutter unter den Wurzeln des Weltenbaumes wiedergeboren,“ schreibt Wolf Dieter Storl über dieses Naturereignis.

… und das Yin Erde Schwein übernimmt nun für 12 Monate die Regentschaft. Damit wird 2019 ein Zyklus beendet und ist somit prädestiniert, nun Projekte wirklich abzuschließen und die Ernte einzufahren, bevor 2020 mit dem Jahr der Ratte ein neuer Kreislauf beginnt.

Schweine gelten als vielseitig und intelligent, sie lieben ein schönes Heim und Geselligkeit. In China symbolisiert es Wohlstand und Wahrheit und weil ein Schwein als Glückskind gilt, gelingt ihm meist alles, was es beginnt. Heiterkeit, Humor und Gelassenheit könnten die zweiten Vornamen eines im Zeichen des Schwein geborenen Menschen sein, der meist auch künstlerisch begabt ist.

Sensibel, sanft und tolerant erforschen Schweine gern die Natur, fühlen sich aber auch auf Partys und mit gutem Essen sehr wohl. Ihr Hang zum Perfektionismus kann die sonst freundlichen Gemüter allerdings in die Schwermut kippen. Denn wenn Schweine nicht erreichen, was sie sich vorgenommen haben, können sie sehr streng mit sich sein und neigen dazu, diesen Stress in sich hinein zu fressen. Im Extrem können solche Krisen in die Isolation und bis hin zur Egozentrik führen.

Schwein-Geborene sollten sich dann an das Element Wasser und die damit verbundene Fähigkeit, über Kommunikation mit anderen Verbindung aufzunehmen, erinnern. (Das Schwein ist der Repräsentant des Elementes Yin Wasser und mehr über das Wasser Element gibt’s hier). Auch ihre optimistische, großzügige Grundeinstellung und ihr Talent für Geselligkeit (Netzwerken!) kann sie aus dieser Einbahnstraße hinaus lenken.

Die Kombination von Wasser mit Yin Erde kann auf ein fruchtbares Jahr 2019 verweisen, doch auch Überschwemmungen andeuten, wenn das im Schwein enthaltene Yang Wasser über die Ufer tritt. Denn ein Schwein gehört zum soganannten Doppelgesicht, das heißt, niemand schaut wirklich hinter die Fassade, und wie es im Inneren aussieht ist schwer zu ergründen. Kennen Sie das von Menschen, die im Jahr des Schweins geboren sind (1935, 1947, 1959, 1971, 1983, 1995, 2007)?

Wie jedes Jahr befindet sich auch 2019 das gegenüberliegende Zeichen im sogenannten Tai Sui, im Schatten des Jupiter. Diesmal sind die im Zeichen der Schlange Geborenen (1941, 1953, 1965, 1977, 1989, 2001, 2013) gut beraten, sich zurückzuhalten. Traditionell wird diesen Zeichen geraten, ein rotes Band um die Hüfte, rote Unterwäsche oder Strümpfe zu tragen, Krankenhäuser und Beerdigungen zu meiden und keine langfristigen oder schwerwiegenden Entscheidungen zu treffen. Still halten und sich in die zweite Reihe stellen kann nächstes Jahr genau das passende Verhalten für die Menschen sein, die im Jahr der Schlange geboren wurden.

Wenn Sie wissen möchten, welchen Einfluss das Erd-Schwein auf Ihre Geschicke nehmen wird, sprechen Sie mich gerne an. Chinesische Astrologie gehört zu meiner Königsdisziplin und ich berate Sie gern individuell und ausführlich.

Wer Bauarbeiten oder Renovierungen plant, sollte sich dem Nordwesten und dem Südosten mit Vorsicht nähern, denn diese Richtungen sind 2019 äußerst sensibel. Auch hier ist guter Rat im Vorfeld zu empfehlen, denn Unachtsamkeit kann tatsächlich unangenehme Auswirkungen auf den Baufortschritt und das gute Gelingen des Projekts nehmen. Sie wissen, ich neige nicht zum „Bangemachen“, doch meine Erfahrung zeigt, dass unsichtbare Kräfte auch dann noch wirken, wenn wir sie schon lange aus den Augen verloren und mit dem Verstand wegrationalisiert haben.

Auch die Raunächte beginnen in diesen Tagen, doch erstmal schließe ich mich den Irischen Segenswünschen an und wünsche Ihnen, Ihren Lieben und allen Wesen auf Erden ein lichtvolles  Weihnachtsfest. Möge Frieden in den Herzen der Menschen ein Zuhause finden.

Gesegnet sollst du sein

mit der Freiheit des Himmels
mit dem Licht der Sonne
mit dem Strahlen des Mondes
mit der Wärme des Feuers
mit der Schnelligkeit des Windes
mit der Tiefe des Meeres
mit der Beständigkeit der Erde
mit der Stärke des Felsen.


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Das unverbindliche Angebot

In unseren Wortschatz hat sich das Gefüge vom „unverbindlichen Angebot“ geschlichen. Bedeuten soll es, dass jemand Bedingungen und Wert einer Leistung (oder eines Produkts) erfragen kann und dabei frei bleibt, es anzunehmen oder nicht. Das ist total okay und so soll es sein. Freibleibend. Doch in meinen Ohren klingt das „unverbindliche“ wie ein gesellschaftlicher Trend. Die Masse tendiert Richtung beliebig bis gleichgültig. Unverbindlich eben. So, als hätte keine Handlung irgendwelche Folgen.

Folgt man spirituellen Gesetzen, nach denen alles eins ist, besteht eine Verbindung zwischen allen und allem. Darum klingt der Begriff „unverbindlich“ irgendwie falsch. Wenn selbst der Flügelschlag eines Schmetterlings am anderen Ende der Welt einen Wirbelsturm auslösen kann, entsteht durch jeden Kontakt per se Beziehung. Und ich finde, in jeder Frage nach einem Angebot steckt ein persönliches Anliegen. Selbst wenn jemand „nur“ Büroklammern bestellt, klingt daraus der allzu menschliche Wunsch, Ordnung in die Ablage zu bringen oder Zusammengehörigkeit zwischen Papieren herzustellen.

Auch wer seine Räume oder sein Leben optimieren will, um Festgefahrenes wieder in Fluss zu bringen, hat ein persönliches Anliegen. Bittet mich jemand um ein Angebot, werde ich Teil des Anliegens, denn ich biete Lösungen dafür an. Während der Verhandlung bleiben wir, Anbietende und Anfragende/r frei, die Konditionen zu verhandeln. Niemand muss ein Angebot annehmen, das nicht gefällt. Doch aus meiner Sicht schafft nur Verbindlichkeit echte Beziehung, mit den Beigaben von Vertrauen und der Gewissheit, sich auf jemand verlassen zu können.

In diesem Sinne heute diese kurze Einlassung, dass meine Angebote nie unverbindlich, doch immer frei bleibend sind.