Susanne Berkenkopf

„Ein Zuhause ist mehr, als vier Wände und ein Dach über dem Kopf." Dies ist ein Blog über Räume, über innere und äußere Räume. Denn ich bin überzeugt, dass jeder Raum in dem wir uns regelmäßig aufhalten, Einfluss auf unser Leben nimmt. Also gebe ich hier Anregungen, wie Wohnräume und Arbeitsplätze energetisch und ästhetisch optimiert werden können. Ich schreibe für Menschen, die in einer wohltuenden Umgebung leben wollen, die innere und äußere Freiräume schätzen, und an ihr Potenzial glauben. Ich schreibe für Menschen, die wie ich, jetzt und auf dieser Erde zum Wohle des Ganzen wirken wollen. Im „echten Leben" biete ich Wohncoaching, Grundrissanalyse und Lebensstilberatung. Meine Werkzeuge sind Imperial Feng Shui, Geomantie, chinesische Astrologie und systemische Beratung. Mehr unter www.feng-shui-und-beratung.de


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Stille

„Stille öffnet den Raum“

Ich bin ganz da, selbst wenn dieses Medium zur Zeit schweigt.

Derweil mit allen Sinnen lauschend. Klingende Worte sprechend. Der Raum antwortet. Doch um ihn zu hören, muss es ganz und gar still sein. So dem Raum den Raum geben, ihn erklingen zu lassen. Dann sich dem hingeben, sich vom Raum und der Stille ganz und gar umfangen lassen, sich neu einkleiden darinnen, gesunden, zur Ruhe kommen.

Viel wird gesprochen, doch wer weiß, ob nicht längst alles gesagt ist.

In der Stille entwickelt sich, was geboren werden will. Darum wird hier noch ein Weilchen – sicherlich – geschwiegen.

Geradeso würde ich mein derzeitiges Wirken und Wandeln beschreiben. So mich denn jemand fragte.

Hab’s gut. In tiefer Verbundenheit und von Herzen!


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Der Körper – Abbild der Welt, in der er lebt

Aus aktuellem Anlass greife ich heute in meine Blog-Schatzkiste und poste einen Beitrag, der das erste Mal im Januar 2020 veröffentlicht wurde.

_*_*_*

Wie wird man gesund? Woher kommt Krankheit? Das sind bewegende Fragen die sich nicht nur Erkrankte sondern auch in Heilberufen Tätige immer wieder stellen. Wer sich im Prozess des Frage-und-Antwort-Spiels gestattet, kulturelle Tabus zu hinterfragen und sich auch nicht durch erworbene Muster vom Denken abschrecken läßt – landet im großen Pool der Analogien: „Wie groß so klein; wie innen so außen, wie oben so unten“.

Wer heute meint, die holistische Weltsicht sei modern und von uns erfunden, irrt: Bereits die Mediziner im alten China sahen den menschlichen Körper als mikrokosmisches Abbild des Universums.

„Zwischen Himmel und Erde ist die Menschheit das Kostbarste.
Der Kopf des Menschen ist rund – ein Symbol der Gestalt des Himmels.
Der Fuß ist eckig – ein Symbol der Gestalt der Erde.
Der Himmel hat vier Jahreszeiten; der Mensch hat vier Gliedmaßen.
Der Himmel kennt fünf Phasen; der Mensch hat fünf innere Organe.
Der Himmel hat sechs Extreme*; der Mensch hat sechs Eingeweide.
Der Himmel hat acht Winde **; der Mensch hat acht Hauptgelenke.
Der Himmel hat neun Sterne; der Mensch hat neun Körperöffnungen.
Der Himmel hat zwölf Zeitspannen; der Mensch hat zwölf Kanäle.
Der Himmel hat 24 Sonnenjahrseinteilungen; der Mensch hat 24 shù-Punkte.***
Der Himmel hat 365°; der Mensch hat 365 Knochen und Gelenke.
Der Himmel hat Sonne und Mond; der Mensch hat die Augen.
Der Himmel hat Tag und Nacht; der Mensch hat Wachen und Schlafen.
Der Himmel hat Donner und Blitz; der Mensch hat Freude und Zorn.
Der Himmel hat Regen und Tau; der Mensch hat Tränen und Rotz.
Der Himmel hat yīn und yàng; der Mensch hat Kälte und Hitze.
Die Erde hat Quellen und Wasser; der Mensch hat Blut und Gefäße.
Die Erde hat Gras und Holz; der Mensch hat Haare auf dem Kopf und am Körper.
Der Erde hat Metall und Steine, der Mensch hat Zähne.“

Sun Simiao-
einer der am meisten verehrten Ärzte der Tang Dynastie und persönlicher Ratgeber der Kaiserin

So ist nicht verwunderlich, dass Leitbahnen in denen Lebensenergie qì fließt, sowohl im menschlichen Körper, als auch auf der Erde verlaufen. In der traditionellen chinesischen Medizin spricht man von 12 Hauptmeridianen, die den Organsystemen zugeordnet sind. Liegt im Körper eine Disharmonie vor, wird diese mit Hilfe der Akupunktur beseitigt und das Befinden zurück ins Gleichgewicht gebracht.

Feng Shui bedient sich ebenfalls dieser Methode, weshalb es genau genommen zur Disziplin der asiatischen Heilkunst TCM gehört (neben Qigong, Taiqìquan, Ernährungslehre, Kräuterverschreibungen, Astrologie u.a.). So gesehen ist Feng Shui heilsam und weit mehr als „schöner Wohnen“ für spirituell orientierte Menschen. Feng Shui orientiert sich im Geist am Miteinander, Übereinander, Untereinander und hat – jedenfalls in der Theorie – immer das große Ganze im Blick.

Stellen Sie sich die Erde also ruhig bildhaft von Linien durchzogen vor. In der Geomantie heißen bedeutende dieser Energie-Leitbahnen leylines. Sie gelten als alte Seelenwege, auf denen – so erzählen die Geschichten – die Seelen der Verstorbenen nach Hause wandern. Wer sich manchesmal schon fragte, ob’s Zuhause spukt, wer Stimmen hört und dem Tinnitus die Schuld dran gibt oder Sachen nicht findet, die 100% DA lagen … wer weiß, ob Ihr Haus auf solch einer Linie gebaut wurde?! ****

Darum bleibt das Stöbern in alten Schriften eine meiner liebsten Beschäftigungen. Da finde ich immer etwas, das ich noch nicht wußte oder nun besser verstehe. Immer klarer wird mir warum es in traditionellen Heilberufen heißt, dass es Jahrzehnte braucht, etwas wirklich in seiner Tiefe zu verstehen. So gesehen gehört mein Beruf zu den eher wenigen, in denen Alter adelt 😉

Ob ich wirklich schon verstehe – das weiß ich nicht. Die holistische Herangehensweise ist schließlich alt wie die Sterne, und damit immerhin so alt wie wir. Dennoch hilft es gelegentlich, allen Ernst beiseite zu legen und zu beherzigen, was die Königin Alice im Wunderland ganz vertraulich erzählte: „Als ich in deinem Alter war, habe ich sechs unmögliche Dinge schon vor dem Frühstück geglaubt!“

*oben, unten, Süden, Norden, Osten, Westen
**die acht Himmelsrichtungen
***Punkte die beiderseits entlang der Wirbelsäule liegen und geeignet sind, das Qì der entsprechenden inneren Organe zu mobilisieren
**** ja, es gibt Methoden in der Geomantie, die diese Phänomene lindern und beiden Seiten helfen können


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Baumfreund oder Sat Qi?

„Liebe Frau Berkenkopf, bald lassen wir in unserem Vorgarten einen riesen Baum fällen. Ich habe sehr gemischte Gefühle und bin mir sicher, der Garten wird sich dadurch sehr verändern… Zum Positiven oder Negativen… Wie bringt man so ein Vorhaben am besten über die Bühne? Oder soll der Baum doch in Ruhe gelassen werden? Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie zu diesem Thema etwas schreiben würden.“

Diese Nachricht erreichte mich vor kurzem von einer Blogleserin und heute möchte ich ihren Wunsch erfüllen. Bäume sind vielfältige, lebendige Wesen, die, das wissen wir mittlerweile, uns vieles in puncto Sozialverhalten voraus haben. Sie kümmern sich nicht nur selbstlos um ihre Artgenossen, sondern auch um unser menschliches Wohl. Im Pflanzenreich gelten sie als Könige und Königinnen und in fast allen Religionen der Welt gleicht ein Baum der Weltenachse, der axis mundi. Ein Baum ist durch seine Wurzeln mit dem kostbaren Wissen der Erde verbunden, gleichzeitig verbinden ihn Äste und Zweige mit himmlisch-kosmischen Einflüssen.

Bäume sind zudem ständig mit der Erneuerung und Erfrischung der uns umgebenden Ätherkräfte beschäftigt. Wer sich das nicht vorstellen kann denke nur an die überhitzten Sommer der letzten Jahre – wo saßen Sie lieber, um sich zu erfrischen? Unter einem Sonnensegel auf einer Terrasse oder im Schatten eines Baumes? Je nach Erscheinungsbild lassen sich alle Baumarten den verschiedenen Ätherkräften Erde, Feuer, Luft und Wasser zuordnen. Diese Äther sorgen für atmosphärische Stimmungen, der Erdäther (Kastanie, Buche, Linde) sorgt zum Beispiel für ein Gefühl von Schutz und Geborgenheit. Darum sind diese so erhabenen, ausgreifenden Bäume gute Wächter für Ruheplätze und gern gewählte Hausbäume.

Der Wasseräther (Weide, Hängebuche) spricht dagegen eher die Gefühlsebene an und stimuliert melancholische oder romantische Stimmungen. Ganz im Gegensatz zum Erdäther, der sich eher an den Realitätssinn wendet. Der Feueräther (säulenartige Gewächse wie Pappel und Zypresse) fördert als dritter im Bunde den Drang, sich (zielorientiert) zu bewegen und zu beschleunigen – das kennen wir von den Alleen. Doch auch feurige Inspirationen dürfen von diesen Bäumen empfangen werden. Der Luftäther (Birke, Espe, Lärche) födert wiederum die Klarheit der Gedanken und das Talent, Entscheidungen mit Weitblick zu treffen. Für Schulen, Universitäten und sicher auch Parlamentsgebäude ein ganz ausgezeichneter Hausbaum!

Doch nicht nur zwischen Baum und Mensch gibt es Freundschaften. Auch Haus und Baum sind seit jeher eng verbunden. Früher war es usus, einem neu gebauten Haus einen Baumfreund zur Seite zu pflanzen, natürlich in gebührlichem Abstand. Wo mehrere Bäume rund ums Haus gepflanzt sind läßt sich erspüren, welcher Baum die Rolle des Hausbaums trägt. Einen solchen Baum zu fällen, kann Haus und Mensch großen Schaden zufügen. Zumal es ein Verlust ist, der nicht „einfach so“ behoben werden kann.

Tatsächlich sollte man genau abwägen, warum ein Baum gefällt werden soll. Gibt es pragmatische Gründe? Steht er zu dicht am Haus und beschädigt mit seinen Wurzeln die Kanalisation? Verschattet er wesentliche Teile des Hauses? Ist er mit den Jahren zu groß für das Grundstück geworden und beengt nun das Haus? Ich tue mich nicht leicht mit solchen Empfehlungen, doch manchmal rate auch ich dazu, einen Baum zu fällen. Zum Beispiel, wenn er krank ist und durch seinen Standort mit einer Person des Hauses in Resonanz, das heißt in wechselseitiger Beeinflussung, steht.

Im Feng Shui gibt es die Regel, dass ein Baum, der die Mitte einer benannten Fläche einnimmt, zu Sat Qi wird. Damit kann die Mitte der Haustür gemeint sein, oder die Position mittig des Hausrückens. Ein solch platzierter Baum wird als schneidendes Qi auf den Organismus Haus wahrgenommen. Die Herangehensweise der Geomantie ist davon verschieden, hier wird vorab die Funktion des Baumes im Gefüge Baum + Haus + Mensch untersucht und erst danach entschieden, ob es sich um eine Störquelle handelt, die nur durch Fällen des Baums behoben werden kann.

Darum ist es aus der Ferne schwer, Ihnen angemessen zu raten. Ohne die Gründe zu kennen, warum Sie erwägen, den Baum zu fällen, und ohne Einsicht in das Gefüge, kann ich keine wahrhaftige Empfehlung geben. Ein Baum kann vorhandene Ortsqualtitäen verstärken, er kann bestimmte Frequenzen löschen (so arbeiten Rutengänger gelegentlich mit Buchsbäumen, um Wasseradern umzupolarisieren) oder ein Gewächs kann gezielt strömen. Früher wurden darum oft Holunderbäume vor Kirchen gepflanzt, um spezifische Kompnenten einer Wasserader in den Kirchenraum zu leiten und damit die Gemeinde zu beglücken.

Und wenn Sie, liebe Leserin, schon jetzt das Gefühl haben, „etwas“ wird sich wesentlich verändern, dann möchte ich Sie einladen, dem Gefühl auf den Grund zu gehen und sich „das“ einmal genauer vorzustellen: Wie fühlt sich die Veränderung an und wo im Körper spüren Sie sie? Jeder Baum hat eine Aura und eine Ätherkraft, das heißt, es wird mehr fehlen als nur die „Materie“ Baum, die eventuell im Weg steht oder verschattet. Was meinen Sie, um welche Kräfte es sich bei „Ihrem Baum“ handelt? Was möchten Sie mit der Aktion erreichen? Wenn Sie sich den Prozess des Fällens ganz konkret vorstellen, spüren Sie dann eher Erleichterung, Schmerz (Verlust) oder darein gemischt auch Vorfreude? Auf was genau?

Was ich raten kann: Sprechen Sie mit dem Baum. Setzen Sie sich zu ihm, erzählen Sie ihm von Ihrem Vorhaben und spüren Sie hin. Ist er einverstanden, dass seine Zeit gekommen ist? Der Saft der Bäume kommt nun langsam aus den Wurzeln und dem tiefen Erdreich zurück, sie haben also gute Chance, dass er noch nicht zu beschäftigt und bereit zum Austausch ist. Natürlich drängt die Zeit, denn einen nun erwachenden, in Saft und Kraft zurückkehrenden Baum zu fällen, fühlt sich für mich gar grausam an. Doch wenn Sie zu der Entscheidung gelangen, es muss sein, dann fällen Sie bei abnehmendem Mond, weil dann der Saftfluss geringer ist.

Ich hoffe mit diesem kleinen Streifzug in unterschiedliche Felder konnte ich Ihnen Anhaltspunkte für eine gelingende Entscheidung geben.


Dank für Foto 1 aus England an © Martin Turgoose
für Foto 2 aus der Schweiz an © Stephen Leonardi
für Foto 3 aus Japan an © Note Thanun


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Affirmation im Februar: „Lebst Du bereits in Deinem Wohlfühlnest?“

In einem Zuhause in Südafrika – sicherlich genossen von © Lex Faure

Zu Neumond höre ich gern Prognosen der westlichen Astrologie. Heute morgen habe ich Anna Roth eingeschaltet: „Februar 2021 – Zeit der Unruhe und des Wandels„. Am Ende ihres Beitrags zog sie die Astro-Karte Imum Coeli – „Lebst Du Heimat- und Herkunftshaus? Lebst Du bereits an Deinem Seelenort, denn er steht für Dein emotionales Wohlfühlnest.“

Dazu passt, dass ich vor einigen Tagen den Blogbeitrag von Steve McCurry anschaute: The Treasure Chest of Living, und auch dort geht es in Wort und Bild um Heimat und Zuhause. In dieser Zeit, die unsere Nachkriegsgeneration vor nie geahnte Herausforderungen und Einschränkungen stellt*, bekommt ein stabiles Zuhause noch mehr Bedeutung als sonst. Ein Zuhause soll – neben Funktion und individuellem Selbstausdruck – vor allem emotionale Geborgenheit geben. Nur sie hilft nämlich, dem, was „draußen“ nicht kontrollierbar ist, je nach Situation standzuhalten oder sich anzupassen, sich aufrecht zu halten oder resilient zu agieren. Dem Immunsystem der Seele kommt gerade jetzt große Bedeutung zu.

Ich will heute gar nicht „über“ etwas oder jemand schreiben, sondern mich gleich einbeziehen. Denn ich stehe vor ähnlichen Einschränkungen wie viele andere, kann nachts oft nicht mehr schlafen und sorge mich dabei nicht nur um mein Wohl, sondern um das vieler Anderer hier und anderswo auf der Welt. „Und was kannst Du tun?“, fragte mich vor einiger Zeit eine Freundin, die sich für das Alles–Lieber-Nicht-Wissen-Wollen entschieden hat. Damals blieb ich ihr eine Antwort schuldig bis ich erkannte, das es sich hierbei eher um ein „Totschlagargument“ als um eine wirkliche = anteilnehmende Frage handelte.

Ich habe also darüber nachgedacht was ich tun kann. Zuallererst kann ich mich selbst stabilisieren und dadurch ein ruhiges, geerdetes Feld um mich herum aufbauen. Ich kann mich an die Felder anschließen, die Andere mit positiven Affirmationen, bestärkenden Visionen, Liebe, Mitgefühl, Weitsicht und auch mit Widerstand füllen. Ich kann selbst solche Felder „denken“, denn wir wissen aus der Quantenphysik ja, dass Gedanken der Materie vorausgehen. Ich brauche nicht länger „blind gehorchen und mich fügen“ sondern kann Fragen stellen – dafür braucht es heute nämlich schon des öfteren Resilienz und gewiss die Bereitschaft, auf einen sofortigen „Gratifikationsverzicht“** . Ich kann mich breit informieren, wie es Pflicht und Grundrecht in einer demokratischen, pluralen Gesellschaft ist, damit ich wenigstens nicht „dumm gemacht“ sterbe.

Doch vermutlich das Wichtigste: Ich kann mit Menschen sprechen als wären sie Menschen und kein potenzielles tödliches Risiko. Ich kann jedem Gegenüber als einem Menschen auf dem Weg zur Weisheit begegnen und so meinen Ärger und meine Wut verwandeln in Verständnis und Mitgefühl.

Natürlich wir können auch systemisch aufstellen, was denn die eigentliche Angst hinter der regelrechten Panik ist – denn dass wir irgendwann sterben, das sollte uns doch allen klar sein. Die wesentliche Frage darf daher lauten: „Wie wollen wir leben während der Zeit, die uns auf der Erde geschenkt ist?!“ Denn wer sich mit reinem Überleben zufrieden gibt, erfüllt seinen Seelenauftrag garantiert nicht, soviel lässt sich bereits aus der Ferne feststellen.

Wer ändere gängelt, verängstigt oder Menschen in ihrer Würde beschneidet, mag tatsächlich solch einen Seelenauftrag leben. Doch „im Kontext menschlicher Beziehungen … (… bedeutet eine Kränkung erlitten zu haben, nicht, sie wieder „mit einer Kränkung“ heimzuzahlen, Anm. SB). Es bedeutet ganz einfach, dass es möglichweise – für euer Selbst oder den anderen – nicht die liebevollste aller Taten ist, wenn ihr zulasst, dass der andere euch ständig Schaden zufügt.“ ***

Außerdem stelle ich mich zur Verfügung und unterstütze Menschen dabei, sich in ihrem Zuhause, dass nun oft mit lärmenden, gelangweilten, verängstigten Kindern gefüllt ist, wohlzufühlen. Kann mein Wissen ausstreuen, damit ein Zuhause zur Quelle, nicht zur Qual wird. Denn auch auf die Schnelle irgendwo dazwischen gequetschte HomeOffices waren sicher nicht dazu gedacht, auf Jahre als neuer (einsamer) Arbeitsplatz zu dienen.

So gesehen können wir alle gemeinsam so einiges tun: Rückzug an den persönlichen Seelenort, um von dort bestärkende Affirmationen und Visionen für die Zukunft zu erträumen; Rituale für die Erde und für die Menschen machen; Wasser mit Segenswünschen besprechen; am persönliche Wohlmeinen für andere feilen – auch für die, für die es besonders schwer fällt -; Ho’oponoponos singen; Reiki geben; Geistheilung ins Feld schicken; Kuchen backen und unter Nachbarn, Kollegen und Kolleginnen verteilen; liebevolle Briefe schreiben; Blumen an jemand Unbekannten verschenken; in den Straßen ohne Maske jemanden anlächeln; Vorfreude auf das Schöne ausstrahlen; dazu beitragen, dass andere sich auf der Erde zu Hause fühlen … und vieles mehr. Wir sind reich, denn wir sind Menschen.

*Die Älteren erinnern sich noch an eine Zeit, in der „Selbstverständlichkeiten“ längst keine mehr waren und „normal“ eine sehr schmale Definition erfuhr

**Zum Gratifikationsverzicht siehe den Beitrag über Resilienzfaktoren

***Neal Donald Walsch; Gespräche mit Gott, Band 1, Seite 205


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Neues von der „Hausflüsterin“

Hallo Miteinader! Meine kreative Schreib-Pause ist um, und nun juckt’s mich regelrecht in den Fingern, wieder zu schreiben. Ab heute wird es also wieder regelmäßige Einträge von mir geben 🙂

Und da bin ich gleich beim Thema, denn neulich wurde ich tatsächlich von einer Kundin mit den Worten begrüßt: „Ach, da kommt ja die Hausflüsterin.“ Nomen est Omen. Hatte sie damit etwa den Nagel auf den Kopf getroffen? Nun ja, die letzten Wochen habe ich zum einen zum Reflektieren genutzt. Zum Beispiel über die Anfänge meiner Beratungen und wie sie sich, auch durch zusätzliches Handwerkszeug, im Laufe der Zeit verändert haben.

Angetreten als Wissenschaftlerin in einem als esoterisch geltenden Bereich lag mir anfangs sehr viel daran, immer wieder darzulegen, dass es kein „Humbug“ ist, den ich „verzapfe“, sondern dass die Energiegesetze des Feng Shui bei uns in der Quantenphysik abgehandelt werden … und so weiter. Durch Impulse und Wissen der Geomantie und der systemischen Aufstellungsarbeit konnte ich immer lockerer lassen, brauchte (mir) nicht länger etwas beweisen und das Gefühl eroberte seinen festen Platz in meinem Leben und in meiner Arbeit.

Nach der Reflektion kommt die Vision. Hatte ich also anfangs das „intuitive Feng Shui“ mit einem Achselzucken abgetan und mich auf meine Berechnungen, Tabellen und die Naturgesetze gestützt, scheint mir heute, das gebe ich ehrlich zu, ganz und gar nicht mehr klar, wo genau die Trennung liegt. Wir wissen doch längst, das der Beobachter das Ergebnis der Beobachtungen beeinflusst. Und wir wissen auch, das haben uns die letzten 12 Monate klar vor Augen und Ohren geführt, dass „die Wissenschaft“ vorliegende Phänomene so oder so deuten kann. Von Objektivität kann schon lange keine Rede mehr sein.

Insgesamt hatte ich in den letzten Wochen immer drängender das Bedürfnis, noch mehr MIT dem Haus in Verbindung zu sein. Natürlich war das in den letzten Jahren ein immer größerer Bestandteil meiner Arbeit und ich überspitze ein wenig. Doch jetzt nehme ich diesen Aspekt ganz bewusst hinein: Die stille Zeit, die ich in den Häusern, auf Grundstücken und in Wohnungen verbringe. Manchmal allein und manchmal gemeinsam mit den Klienten – einfach da sitzen und lauschen. Die Frage im Herzen bewegen und still sein.

Ist es nicht wunderbar, eine Hausflüsterin zu sein, fragte ich mich abends auf dem Heimweg. Ich muss laut lachen, denn es ist wie eine Befreiung. Ja, ja, ja – es ist wunderbar. Was schon immer war, hat einen Namen bekommen. Und Namen, das wissen wir auch, sind kraftvoll. Sie folgen ihren ganz eigenen Gesetzen.

Ich bin einfach beGEISTert. Und sehe keinen Grund, das länger hinter Zertifkaten, Diplomen oder Auszeichnungen zu verbergen. Was für ein guter Start in das Neue Jahr.

*Das einladende Vogelhaus hat übrigens © Chris Haws aufgenommen.


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Advent, Advent – Weihnachten ist nah

Ich sehn‘ mich so nach einem Land
der Ruhe und Geborgenheit
Ich glaub‘, ich hab’s einmal gekannt,
als ich den Sternenhimmel weit
und klar vor meinen Augen sah,
unendlich großes Weltenall.
Und etwas dann mit mir geschah:
Ich ahnte, spürte auf einmal,
daß alles: Sterne, Berg und Tal,
ob ferne Länder, fremdes Volk,
sei es der Mond, sei’s Sonnnenstrahl,
daß Regen, Schnee und jede Wolk,
daß all das in mir drin ich find,
verkleinert, einmalig und schön.
Ich muß gar nicht zu jedem hin,
ich spür das Schwingen, spür die Tön‘
ein’s jeden Dinges, nah und fern,
wenn ich mich öffne und werd‘ still
in Ehrfurcht vor dem großen Herrn,
der all dies schuf und halten will.
Ich glaube, daß war der Moment,
den sicher jeder von euch kennt,
in dem der Mensch zur Lieb‘ bereit:
Ich glaub, da ist Weihnachten nicht weit!

Hermann Hesse

… der Moment
in dem der Mensch zur Lieb‘ bereit …
ach, wär‘ doch alle Tage Weihnachten !

Seid alle gesegnet und behütet !
Fröhliche Weihnachten !

Friede mit allen und mit allem.
🌲


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Advent, Advent – 23. Türchen

Ehre sei Gott für gesprenkelte Dinge –
für Himmel, zweifarbig wie eine gefleckte Kuh;
für rosige Male, hingetüpfelt alle auf schwimmender Forelle;
Kastanienfall wie frische Feuerkohlen; Finkenflügel;
Flur, gestückt und in Flicken – Feldrain, Brache und Acker;
und alle Gewerbe, ihr Gewand und Geschirr und Gerät.
Alle Dinge, verquer, ureigen, selten, wunderlich;
was immer veränderlich ist, scheckig (wer weiß, wie?);
schnell, langsam; süß, sauer; blitzend, trüb;
was er erzeugt, dessen Schönheit wandellos ist:
Ehre sei ihm.

Gerald Manley Hopkins

Foto ❤ Rotkehlchen © Jan Meeus
Foto ❤ Star © John Junker


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Advent, Advent – 21. Türchen

21.12.2020 – Diese Zahlenfolge darf man sich auf der Zunge zergehen lassen!

Mit heutiger Wintersonnenwende übernimmt ein neues Zeichen aus dem Reigen des chinesischen Zodiak die Regentschaft für das kommende Jahr: Der Yin Metall Büffel. *

Was dürfen wir von ihm erwarten? Zuerst sei erinnert, dass Erd-Zeichen, zu denen der Büffel gehört, immer in eine neue Ära überleiten. Nach der zweijährigen Herrschaft der Wasserzeichen Schwein und Ratte geleitet der Büffel in die 2022 beginnende Zeit der aufeinander folgenden Holzzeichen Tiger und Hase.

Der Büffel sei ein Geschenk der Göttin Kuan Yin an die Menschen, heißt es im alten China. Das mag nicht verwundern, denn das Wesen eines Büffels gilt als freundlich, bescheiden und ausdauernd. Ohne zu klagen und sehr geduldig verrichtet er die härtesten Arbeiten und bleibt dabei fürsorglich, furchtlos und beständig.

Im Zeichen des Büffels Geborene (1937, 1949, 1961, 1973, 1985, 1997, 2009) sind von Natur aus ausgeglichen, offen und kreativ. Sie neigen zum Optimismus und können klaglos alle Hindernisse beseitigen, die sich ihnen in den Weg stellen. Denn was sie sich vorgenommen haben, das ziehen Büffel-Geborene in der Regel auch durch. Ihren Mitmenschen bleibt dann nichts, als sich über ihre Dickköpfigkeit zu wundern oder manchmal auch zu ärgern. Des Büffels Motto lautet „Schritt für Schritt“, schließlich steht er ganz stabil mit allen vier Beinen fest auf der Erde.

Büffel gelten als intelligent und scharfsinnig, sie lieben ihr Zuhause und die Gesellschaft guter Freunde. Dabei ziehen sie gemütliches Beisammensein dem wilden Partyleben vor. Und trotz einer manchmal sprichwörtlichen Unbeholfenheit gelten Büffel als anmutig, sobald sie sich auf ihrem Terrain bewegen. „Das gewisse Etwas“ macht sie zu Menschen, deren Nähe man sucht. Doch wo Licht ist, da gibt es auch Schattenseiten und die des Büffelcharakters werden mit den Begriffen Sturheit, Misstrauen, Verschlossenheit und Hochmut vermutlich gut umrissen.

Die Kombination mit dem Yin Metall lässt vermuten, dass 2021 ein starkes Jahr wird. Ein Jahr, in dem wir an unseren Widerständen wachsen dürfen. Yin Metall ist hart und doch formbar, es ist schwer und doch leitfähig. Ein Metall-Büffel vereinigt einen starken Willen mit einem kraftvollen Auftreten und ist dabei doch feinfühlig und warmherzig. Da Büffel die Gesellschaft lieben sollten wir 2021 in das einzige investieren, das zählt: Soziale Beziehungen, Freundschaften, Mitmenschlichkeit.

2020 hat uns vor Augen geführt, das haben kein Wert an sich ist. Dass materielle Güter in Zeiten von Isolation und Einsamkeit nicht wirklich wertvoll sind und auch schnell genommen werden können.

Die Herausforderungen vor denen wir in dieser Zeit stehen lassen sich zwar nur mit Disziplin meistern, doch gemeinsam mit Genügsamkeit und Empathie können sie in ein wirklich wertvolles, schönes Leben führen. Ruhe und Muße, Bescheidenheit, Ausdauer, Warmherzigkeit, Charme und Intelligenz bilden zusammen genommen ein tragendes Fundament für eine lebenswerte Zukunft, an der alle Menschen und Wesen, die mit uns auf der Erde leben, teilhaben können.

Wie jedes Jahr befindet sich auch 2021 das gegenüberliegende Zeichen im sogenannten Tai Sui, im Schatten des Jupiter. Diesmal sind die im Zeichen des Schafs Geborenen (1931, 1943, 1955, 1967, 1979, 1991, 2003, 2015) gut beraten, sich zurückzuhalten. Traditionell wird diesen Zeichen geraten, ein rotes Band um die Hüfte, rote Unterwäsche oder Strümpfe zu tragen, Krankenhäuser und Beerdigungen zu meiden und keine langfristigen oder schwerwiegenden Entscheidungen zu treffen. Still halten und sich in die zweite Reihe stellen kann nächstes Jahr genau das passende Verhalten für die Menschen sein, die im Jahr des Schafts geboren wurden.

Wer Bauarbeiten oder Renovierung plant, bitte nicht im Südwesten beginnen. Vorteilhafter ist es, sich von Süden behutsam heranzuarbeiten oder im Westen anzufangen.

Das neue Jahr in den schönsten Farben, geprägt von Feinfühligkeit und Anteilnahme am Schicksal aller Wesen – das wünsche ich mir. Dieses sich ihm bietende Bild gefiel wohl auch © Monthaye

***___***

*Oft werde ich gefragt, ob der Beginn des neuen Jahres wieder mal eine neue Erfindung sei. Die Chinesen feiern schließlich erst mit Frühlingsbeginn, am 12.02.2021 (man achte auf die Kombination der Zahlen!) das neue Jahr.
Ich habe mich entschieden, dem Weg des Dao zu folgen wonach mit der Wintersonnenwende das Yang aufsteigt und das Yin zurückdrängt, ganz wie auf dem wohlbekannten Symbol. Die Zeit zwischen Dezember und Februar ist demnach die Ruhezeit. Sie ermöglicht, die zur Wintersonnenwende ausgebrachten Samen mit Aufmerksamkeit und Liebe zu hegen und zu pflegen. Die Holzenergie, die zum Frühlingsbeginn in ihre aufsteigende Kraft erwacht, läßt dazu keine Muße. Mir liegt das Motto: „Wer ruht, bevor er handelt, reist auf einem schöneren Pferd“, und auch darum folge ich dem Pfad des Dao.

© Ein Büffel in seiner natürlichen Umgebung beobachtet von © Jonathan Mast. 2021 ist ein gutes Jahr, um draußen zu sein und sich in der Natur und in Gemeinschaft an seinen Ursprung zu erinnern.


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Advent, Advent – 15. Türchen

Großer Geist,
gib uns ein hörendes Herz:
damit wir von deiner Schöpfung
nicht mehr nehmen, als wir geben,
damit wir nicht willkürlich zerstören
nur um unserer Habgier willen,
damit wir uns nicht weigern,
ihre Schönheit mit unseren Händen zu erneuern,
damit wir niemals von der Erde nehmen,
was wir nicht wirklich brauchen.

Großer Geist,
gib uns Herzen, die verstehen:
dass wir Verwirrung stiften,
wenn wir die Musik der Erde stören,
dass wir blind für ihre Schönheit werden,
wenn wir ihr Angesicht verunstalten,
dass wir ein Haus voll Gestank haben,
wenn wir ihren Wohlgeruch verderben.
Ja, wenn wir sorgsam mit der Erde umgehen,
sorgt sie für uns.

Weisheit der Indigenen Völker


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Advent, Advent – Nikolaustag

Das ist das Haus vom Nikolaus – doch welches war es noch gleich?
Leider fiel das Namensschild am Eingang versehentlich ab und so bleibt uns nur zu raten,
wo der Nikolaus wohl in tiefer Nacht anspannte, um durch die Lüfte zu uns zu reiten.

Dieses lauschige Plätzchen findet vermutlich nicht nur © Derek Sears geeignet, dem Nikolaus ein schönes Zuhause zu bieten.
Nanu, ist der Nikolaus etwa verliebt und sieht alles durch eine rosa Brille? Ach nein, Bischöfe dürfen das ja nicht … © Toa Heftiba
Vielleicht wohnt er ja auch im Haus von © Sam Beasley – denn ohne Schnee ist der Winter irgendwie nur halb.
© Sergio Souza tippt auf dieses Gebäude. Schließlich lebte Nikolaus in der Türkei und bekam nach all seinen guten Taten ein hohes Kirchenamt.
© Roger Starnes vermutet den Weihnachtsmann hier – das Dach hat schließlich Ähnlichkeit mit seiner spitzen Mütze.

Oder – ist das alles doch ganz anders?

Der Ethnowissenschaftler Christian Rätsch deutet unsere modernen Weihnachtsrituale nämlich komplett anders – für ihn feiern wir in Wirklichkeit noch immer ein heidnisches Fest:

„Beide, der Fliegenpilz und der Weihnachtsmann, leuchten in den Farben Rot und Weiß … . Im schamanischen Weltbild steht Rot für das Weibliche und Weiß für das Männliche. Beide Farben vereinigt symbolisieren die Schöpfung der Welt und neuen Lebens.“

Und der Fliegenpilz erscheine, genau wie der Weihnachtsmann, nur einmal im Jahr zu Mittwinter. „Beide, der Fliegenpilz und der Weihnachtsmann“, so Rätsch, „haben eine direkte Verbindung zur Anderswelt. In Fliegenpilzen wohnen die Wichtel, den Weihnachtsmann begleiten die rotmützigen Weihnachtswichtel.“

Für Christian Rätsch ist das Weihnachtsfest verbunden mit Ekstase und Verzauberung: „Am Anfang ihrer Rituale, quasi zur Begrüßung, beräuchern die Schamanen Fliegenpilze. Und auch der Weihnachtsmann wird in einer Atmosphäre von duftendem Räucherwerk empfangen. Der Fliegenpilz verleiht dem Schamanen die Fähigkeit zu fliegen. Der Weihnachtsmann fliegt mit seinem Schlitten, von Geisterrentieren gezogen. Auch die Fliegenpilz-Schamanen reiten auf Zauberrentieren durch die Lüfte.“

Nun da lohnt sich doch glatt ein Blick in die Quelle. Wer tiefer einsteigen und mehr über diese Zusammenhänge erfahren will, ist mit der Lektüre von Christain Rätsch gut beraten. „Abgründige Weihnachten – die wahre Geschichte eines ganz und gar unheiligen Festes“


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Advent, Advent – 5. Türchen

Obwohl nur ein Teil seiner Krone sichtbar ist – dieser Baum ist der Hüter des Platzes und der Häuser. Danke © Marie Bellando-Mitjans

Der Winter ist die beste Zeit, Gartenpläne auszubrüten. Vielleicht ist es ja an der Zeit, im nächsten Jahr einen Baum zu pflanzen? Seit ich auch als Geomantin arbeite, nehme ich vor Beratungen meist Kontakt zu den Bäumen auf und finde heraus, ob es einen „Hausbaum“ gibt. Das ist der, der in ganz besonderer Beziehung zum Haus steht.

Ein Hausbaum wacht über das Haus und nimmt teil am Leben der Familie(n). Vor einigen Jahren besuchte ich das Haus, in dem ich aufgewachsen bin, und hatte anfangs ein paar Schwierigkeiten, es wiederzuerkennen. Doch als ich um die Ecke in den grünen Hinterhof bog, da stand sie ganz still und begrüßte mich. Die Weide, die mich durch meine Kindheit begleitete.

Wir haben uns gleich wiedererkannt und ich saß die halbe Nacht in ihren Ästen und erzählte ihr von meinem Leben. Manchmal fuhr ein Wind durch die Zweige und dann raschelten ihre Blätter und stimmten in unsere Unterhaltung ein. „Ach Kind“, schien sie zu sagen und ich war so selig wie damals. Weiden gehören zum Wasser-Äther und beflügeln das emotionale und romantische Gemüt.

Heute schaut mir eine Birke ins Fenster und nimmt auf ihre Weise teil an meinem Leben. Während ich beobachte, wie ihr Blätterkleid sich verändert, schickt sie mir geheime Botschaften. Abends raschelt mich ihr feines Laub in den Schlaf, morgens begrüßt sie mich mit einem Klang, so fein wie Silberfäden. Daran kann ich mittlerweile erkennen, wie das Wetter wird.

Die Birke ist ein Symbol für den Neubeginn. In der Astrologie wird sie der Venus zugeordnet und repräsentiert vermutlich deshalb die Attribute Schönheit, Weiblichkeit und Widerstandskraft. Einige sagen sogar, die Birke sei der Weltenbaum der Schamanen. In puncto Bodenbeschaffenheit sind Birken sehr anspruchslos und die ersten, die auf Brachland wachsen. Damit ermöglichen Birken anderen Bäumen, sich anzusiedeln und das, obwohl diese ihr nach kurzer Zeit Licht und Lebensraum nehmen.

Kraft ist ein weiteres Kennzeichen der Birke, und sie gilt als gutes Omen für Liebe, Erfolg und Gesundheit. Kleines Paradox: Die Birke sollte früher Schutz vor dem Treiben der Hexen bieten, allerdings banden diese ihre Besen aus Birke und Ginster 🙂 . In der Geomantie gehört die Birke aufgrund ihrer Wuchsform zum Luftäther. Dieser wirkt anregend auf das Denken, die Klarheit und die Logik. Außerdem gilt die Birke als Baum des Lichts, der Poesie und der Leichtigkeit. Damit wäre sie ein guter Hausbaum für Schulen, Universitäten und generell überall da, wo viel gedacht und Weitblick geschätzt wird.

Dynamik könnte dagegen das Stichwort für die schnellwachsende Pappel sein. Wie ein ausgestreckter Zeigefinger reckt sie sich dem Himmel entgegen, weshalb Geomanten sie zum Feueräther zählen. Der Feueräther fordert, aus sich heraus zu gehen, zu beschleunigen und klar auf das Ziel orientiert zu bleiben. Es heißt, Napoleon ließ Pappeln pflanzen, um die Soldaten beim Marschieren auf Trab zu bringen.

Vielleicht sollte man heute überdenken, Pappeln an Alleen zu pflanzen, denn schnurgerade Straßen verleiten eh zum Geschwindigkeitsrausch. Als Hausbaum würde die Pappel sicher gut zu Sportanlagen passen, damit Schnelligkeit, Kampfgeist und Wille sich spielerisch entfalten können. Im Keltischen Baumkalender lautet die Kapitelüberschrift zur Pappel: Sie, die Ungewissheit überwindet. Vielleicht, weil der Fokus aufs Ziel jeden Zweifel ausräumt.

Einen herrlichen Hausbaum gibt die Walnuss. Ich würde sie dem Erdäther zuordnen, denn die Wuchsform vermittelt Geborgenheit, ihre dichte Krone bietet Schutz vor Regen und Sonne und sie versorgt uns vor dem kargen Winter mit nahrhaften Nüssen. Symbolisch steht ein Walnussbaum für Fruchtbarkeit und Sinneslust. Weil Walnüsse das Yang stärken, gilt in China selbstgemachte Walnussmilch als echtes Aphrodisiakum. Und ihre Blätter enthalten Gerbsaft, weshalb die Bauern mit ihnen die Erdlöcher der Tupenzwiebeln auslegen, um sie vor Mäusefraß zu schützen. Astrologisch gesehen gehört der Walnussbaum zur Sonne und zum Uranus.

Bäume sind König und Königin im Pflanzenreich. Hinter jeder Art stehen geistige Wirkprinzipien, die sich natürlich viel weiter aufschlüsseln lassen, als dieser kleine Ausschnitt hier wiederzugeben vermag. Doch gerade in unsicheren Zeiten können Bäume uns stabilisieren. Mit der Krone im Himmel und mit den Wurzeln tief in der Erde verankert stellt jeder Baum – genau wie jeder Mensch – eine Weltenachse, eine axis mundi, dar. Bäume stehen uns stabil zur Seite und erinnern uns, dass auch unsere Kronen in den Himmel und unsere Wurzeln tief in die Erde reichen.


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Planetarische Weisheit des Samstags

Nur geliehen: In Körpern aus Sternenstaub dürfen wir eine Weile auf der herrlichen Erde verbringen und Erfahrungen erleben. Am Ende müssen wir beides zurück geben und nur die Reife der Seele wird uns auf dem neuen Weg begleiten. Danke für die Erinnerung an diese Nacht © Jonathan Forage!

Das Konzert der Woche neigt sich zum Ende. Am Saturn-Samstag schwingen die letzten Töne noch in der Luft. Doch es ist schon klar, der Vorhang wird fallen, die Aufführung dieser Woche ist vorüber.

Wer sich dessen heute bewusst wird und die Woche noch einmal Revue passieren läßt, kann die verdichtete Energie wahrnehmen. Besonders könnte dabei sein, dass das bekannte Aufrechnen à la „Was war gut und was ist nicht gelungen“, rein gar nichts bringt.

Stattdessen bietet der Samstag die Chance, alle Geschehnisse der Woche zeitgleich nachzuerleben und gleichwertig miteinander in Verbindung zu bringen. Wie in einem Kaleidoskop dürfen die Facetten der einzelnen Tage zu einem neuen Bild zusammen gefügt werden. Alles gehört in seiner eigenen Qualität dazu.

Und vielleicht wird erst heute klar, dass etwas, das am Freitag geschah, die Erlebnisse des Mittwochs vervollkommnet. Ja mehr noch, dass die lineare Reihenfolge bloß dem Verstand entspringt, und nicht unbedingt dazu beiträgt, das ganze Bild zu erkennen.

Saturn schließt am Samstag die Woche ab. Wie im Lebenslauf symbolisiert er das reife Lebensalter und bereitet uns auf den Abschied vor. Saturn fordert uns heute dazu auf, innezuhalten.

Bevor der Kreislauf am Sonntag von Neuem beginnt, lohnt es sich zu fragen: Was von all den Eindrücken und Erlebnissen möchte meine Seele verinnerlichen, um zur Reife zu gelangen? Erst das bringt die Bereitschaft für einen neuen Anfang und das tatsächlich Neue.

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

Rainer Maria Rilke

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Diese Reise hat mir durch die intensive Beschäftigung mit den Planeten viel Spaß, und tatsächlich neue Erkenntnisse gebracht. Besonders schön finde ich, dass ich jeden Tag viel aufmerksamer war als sonst, um die feinen Unterschiede der Stimmungen und Atmosphären wahrzunehmen.

Vor allem habe ich mich gefragt wie sich, neben all den anderen Einflüssen, der Wochentag, an dem wir geboren sind, auf das Gemüt auswirkt. Ich stelle mir vor, dass einer der Planeten an unserer Wiege stand und uns, wie die Feen das Dornröschen, mit seinen besonderen Qualitäten auf dem Lebensweg begleitet.

„Sonntagskinder“ heißen seit jeher die mit einem offenen, sonnigen Gemüt. Fühlt sich vielleicht ein Montags-Kind der Mondin und den tiefen Wassern mehr verbunden als ein Kind des Samstags? Führen die Kinder des Saturn die Dinge zur Reife?

Sind Dienstags-Kinder, die auch noch im Zeichen des Widder geboren sind, besonders „marsianisch“, tatkräftig und impulsiv? Zeigen uns die Freitagskinder der Venus, dass nur praktisch nicht reicht, da das Schöne ein Werk erst vervollkommnet? Öffnen die Donnerstagskinder ihre Flügel um das große Ganze im Blick zu behalten? Zeigen uns die Kinder von Merkur, wie viel mehr man in Gemeinschaft schaffen und sich dabei auch noch besser fühlen kann?

Es lohnt bei Begegnungen hinzuspüren, welcher Planet wohl die Patenschaft des Gegenübers nahm. Und ein Ort, an dem Fragen entstehen, ist jederzeit ein guter Ort.


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Planetarische Weisheit des Freitags

Ein Mandala strahlt Harmonie aus, darum wird es als „schön“ wahrgenommen. Danke © Swati H. Das

Am Freitag rückt mit Venus-Freja das Schöne in den Mittelpunkt. Alle Notwendigkeiten sind nun vollbracht, dennoch ist das Werk noch nicht vollendet – erst das Schöne wird es abrunden.

Sorgte Jupiter am Donnerstag für den Sinn, bringt der leuchtendste aller Planeten, Venus-Freja, am Freitag die Phantasie. Darum taugen praktische Fragen heute nichts: Ja, Kekse mögen wie Kekse schmecken, doch erst die Verzierung erfreut die Sinne und darum schmecken sie einfach tausend Mal besser.

Freitag ist also kein Tag für Praktisches, für Prüfungen oder Willensanstrengungen. Am Freitag tritt die künstlerische Ader hervor, die unter der Woche noch schlummerte. Sie darf nun Hand anlegen und das Besondere spielerisch kreieren.

Scheinbare Nebensächlichkeiten rücken in den Mittelpunkt und mit ihnen die Frage: Was macht das Werk unverwechselbar schön und stimmig? Heute muss nichts vernünftig sein – nur schön.


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Planetarische Weisheit des Donnerstags

Auch was wir nicht (oft) sehen, gehört zum Ganzen. ❤ © Jeremy Bishop

Die Sorge um Versäumnisse, die sich künftig nicht korrigieren lassen, treibt uns am Donnerstag. Wird nämlich etwas Wesentliches übersehen, ergibt sich ein unvollständiges Bild. Das wiederum kann zu falschen Schlussfolgerungen und verheerenden Handlungen führen.

Der Herrscher dieses Tages ist Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems. Er ist der, der das Interesse des Merkur am Umfeld noch toppt, denn Jupiter, der zwölf Mal mal größere Planet als Mutter Erde, will weit darüber hinaus schauen. Er fordert uns auf, soviel als mögliche Konsequenzen unseres Handelns im Vorfeld zu bedenken.

Jupiter animiert uns heute, auch scheinbar unzusammenhängende Gegebenheiten miteinander in Beziehung zu setzen. Das Zauberwort des Donnerstags lautet darum:

Strebe heute die Vollständigkeit des Ganzen in Denken und Handeln an.


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Planetarische Weisheit des Mittwochs

„Gemeinsam“ lautet ein Motto des Merkur. Amish People bei der Arbeit beobachtet von © Randy Fath

Merkur, der Beziehungsschaffer, ist der Regent des heutigen Tages. Nachdem am Dienstag der Wille antrieb, die Welt nach eigenen Vorstellungen zu formen, steht der Mittwoch im Zeichen des Miteinander.

Heute wollen wir mit anderen in Beziehung treten und interessieren uns dafür, wie sie die ihnen übertragenen Aufgaben lösen. Das geschieht aus Interesse für unser Umfeld und auch, um uns davon inspirieren zu lassen. Denn Austausch und Begegnung bringen Einsichten, die man allein vielleicht nicht entdeckt hätte.

Irgendwo las ich, Merkur sei der einzige Planet, dessen Achse senkrecht auf seiner Bahn steht. Demnach wendet er sich keiner Richtung zu, hat keine Vorlieben und ist offen für alles.

Während also am Dienstag jeder konzentriert auf die eigenen Belange schaut, kann heute das Ganze betrachtet und das gemeinsame Werk bestaunt werden.

Mittwoch ist der perfekte Tag, in Gemeinschaft zu wachsen.


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Planetarische Weisheit des Dienstags

Der rote Planet. Er steht am Dienstag allen zur Seite, die bereit sind zu handeln. Den Mars in Erdnähe fing © Stephan H.

Heute beginnt die eigentliche Arbeit. Wurde ganz in Ruhe am Sonntag ein Entschluss gefasst, präsentierte die Außenwelt am Montag flugs die ersten Hindernisse. Sie waren dazu da, den Grad der inneren Freiheit zu messen. Denn nur, wer innerlich frei vom gefassten Entschluss ist und sich dem, was ist, hingibt, kann wirklich Neues schaffen.

Heute zählt dagegen nur das Eine: Handeln.

Durchdrungen von der feurigen Energie des Mars ist der Dienstag der dynamischste Tag der Woche. Heute liefert Mars die wichtigste Zutat, einen Willen zu formen: Engagement. Am Dienstag ist der Drang, dem gefassten Entschluss Gestalt zu geben, unermesslich und die Kraft, um jegliche Hindernisse aus dem Weg zu räumen, steht zur Verfügung.

Dabei kennt der Dienstag kein Pardon. Tatsächlich lädt er sogar dazu ein, Fehler zu machen. Sind sie denn nicht das Salz in der Suppe? Kann man nicht fasziniert sein von Irrtümern, die einem unterlaufen sind? Statt sie also zu bedauern sollten wir uns freuen, denn Fehler gehören zum Prozess einer Entwicklung.

Sei unbefangen im Tun, lautet das heutige Zauberwort.

„Der Handelnde ist immer gewissenlos;
es hat niemand Gewissen als der Betrachtende.“
Goethe


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Planetarische Weisheit des Mond-Tags

Was die Mondin uns lehrt: Stille, Erhabenheit und totale Hingabe an die Veränderung. © Zan Douglas

Die in der Sonntagsruhe gefaßten Entschlüsse treffen am Tag der Mondin auf die Bedingungen der Außenwelt. Tatsächlich werden wir heute geprüft: Wie frei ist unser Verhältnis zu den gestern getroffenen Entscheidungen?

Wollen wir sie um jeden Preis schon heute durchsetzen? Dann werden wir scheitern. Oder erkennen wir, dass Widerstände gut sind, alles Überflüssige wegzuschleifen und unsere Absicht zu prüfen?

Die Aufgabe, vor die uns der herrschende Planet heute stellt, lautet Hingabe. Hingabe an das, was wir tatsächlich vorfinden, und währenddessen unser Ziel nicht aus den Augen verlieren. Mag sein, dass wir unterwegs auf „schöpferische Zerstörung“ stoßen, doch die braucht es in jedem Prozess, denn erst durch sie kann das wahrhaft NEUE entstehen.

Das ist genau wie in den Märchen: Immer wird ein Entschluss gefaßt, dann wird gehandelt. Doch vor dem Erfolg ist so manche Prüfung zu bestehen. Und die wahren Helden und Heldinnen, die bleiben dran. Kein Ungeheuer, kein Abstieg in die Unterwelt kann sie von ihrem gefaßten Entschluss abbringen. Der Montag ist genau so ein Tag.

Wer heutige Prüfung besteht und sich dem, was ist, hingibt, braucht morgen nicht länger zögern. Am Dienstag kommt nämlich der Wille ins Spiel. Doch das ist dann wieder ein neues Kapitel.


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Planetarische Weisheit des Sonntags

Ein Sonntag in Russland. Danke an © Olga Isakova

Neulich fand ich beim Aufräumen einige handgeschriebene Notizen. Sie handeln vom Einfluss der Planeten, nach denen – sicher nicht ganz zufällig – unsere Wochentage benannt sind. Sage mir Deinen Namen und ich sage Dir, wer Du bist. Ja, wir erinnern uns ….

Zwar bin ich mit der chinesischen Astrologie um vieles vertrauter, dennoch werde ich nicht müde, über unsere Himmelskörper zu staunen. Diesmal geht es darum, wie die Planeten uns dabei unterstützen können, Neues ins Leben zu bringen, damit es sich bestens entfaltet.

Bildlich gesprochen: Vielleicht schaffen es ja alle ans Ufer, doch wer den richtigen Zeitpunkt wählt um mit den günstigsten Winden zu segeln, braucht nicht alles alleine machen, da himmlische Kräfte den Fortgang unterstützen.

Kurzum: Wie unterstützt der Planeten-Herrscher eines jeden Wochentags irdische Prozesse in den einzelnen Entwicklungsphasen? Wann wird gesät, gewartet, gewässert, geerntet?

Wer sich mit dem siebener Rhythmus beschäftigt hat, wird sicherlich Parallelen zur Aufteilung einer Woche finden. Das Studium der Planeten mag manches Geheimnis lüften. Zum Beispiel, warum am Dienstag gelingen kann, wofür es am Freitag zu spät ist …

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Sonntag – regiert vom Planeten Sonne

Anders als in unserer gängigen Vorstellung von Arbeitstagen und Wochenende beginnt die Woche, ähnlich wie in der christlichen Tradition, bereits am Sonntag. Die lange selbstverständlich arbeitsfreie Sonntagsruhe ermöglichte – im Bewusstsein des Wochenanfangs – gute Gelegenheit für Besonnenheit.

Wissend, dass alles endet wie es begann, mag diesem Tag seine besondere Kraft verleihen. Schließlich gehört es an den wirklichen Anfang, ein Vorhaben konzentriert und in Ruhe vorzubereiten, zuversichtlich Entschlüsse zu fassen und in Gedanken vorwegzunehmen, was man zu tun gedenkt.

Nebenbei bemerkt würde das natürlich auch den im Volksmund so verhassten Montag, den Tag der Hingabe, entlasten. …

Also der Sonntag lädt zur Ruhe und Sammlung ein. Beides gilt als gute Voraussetzung für den besonnenen Entschluss zur Tat. Das, was wir im Alltag oft unbewusst tun, also innehalten, ausatmen und dann erst sprechen, das mag der Sonntag.

Genau aus dieser Ruhe heraus kann heute ein Anfang – für die kommende Woche oder ein neues Projekt – gesetzt werden. Bleibe dabei klar, vorausschauend und zuversichtlich.

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Inspiriert zu dieser kleinen Reihe haben mich die Antroposophie und Schriften von Rudolf Steiner, Mythologie und Sagen, Schriften der Geomantie und einige Bücher von Harald Jordan. Doch in meinem Kopf hat sich alles vermischt und ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder die genaue Herleitung meiner Gedankengänge. Sicher werden einige Astrolog-inn-en auch mit dem Kopf schütteln. Aber das macht nichts.


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Motto des Tages – Sonntag

Nichts bleibt, wie es ist – nichts ist, wie es scheint. © Pratik Bisht

Es gibt ein Bleiben im Gehen,
ein Gewinnen im Verlieren,
im Ende einen Neuanfang.
Weisheit aus Japan

Für mich finden die gesammelten Zitate der letzten sechs Tage in dieser reduzierten japanischen Weisheit ihre Essenz. Nichts geht verloren, und am Ende unseres Lebens nehmen wir nichts mit – selbst unseren Körper lassen wir auf der Erde zurück. Allein die Weisheit, welche die Seele in ihrem Erdendasein erlangen durfte, die bleibt als Essenz zu eigen. Was danach kommt? Im Ende ein Neuanfang – was sonst?!

Mit dieser Lebensweisheit soll diesmal die Woche „Motto des Tages“ enden. Das hat Spaß gemacht, lieben Dank an alle für’s Mitmachen 💕


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Motto des Tages – Freitag

Im Nichtstun bleibt nichts ungetan, weiß die hohe Kunst des WuWei. Nicht nur an Orten wie diesen © Annie Spratt

„Es gibt sicherlich nichts andereres, als den einen Zweck dieses gegenwärtigen Augenblicks.
Das Leben des Menschen ist die Folge von Augenblick auf Augenblick.
Wenn der gegenwärtige Augenblick gänzlich erfasst ist,
wird es nichts mehr zu tun geben, nichts sonst ist zu erstreben.“
Aus dem Hagakure,
dem Buch der Samurai

 

Mich erinnert dies an eine Schlüsselszene im Film über den friedvollen Krieger*, als Sokrates einen kurzen Dialog mit seinem Schüler, Dan Millman, führt:

Wo bist du?
Hier!
Wieviel Uhr ist es?
Jetzt!
Wer bist du?
Dieser Moment!

*Dan Millman, Der Pfad des friedvollen Kriegers.


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Motto des Tages – Donnerstag

„Werdet wie die Kinder …“ – ja, von ihnen können wir uns manches abschauen. Danke © Feri & Tasos für den Moment.

„Zwei Dinge auf einmal zu tun, heißt,
nichts davon richtig zu tun.“
Publius Syrus – Mimen Autor

Oh, das klingt aber nach Provokation! Zum Glück lebte der Autor schon in den 50ern vor unserer Zeitrechnung und wusste nichts davon, wie stolz besonders wir Frauen heute darauf sind, sooo viel zugleich erledigen zu können. Warum eigentlich? Lob kann auch eine Falle sein.

 


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Motto des Tages – Mittwoch

Zu Beginn – ein Block aus Stein. Michelangelo’s David im Detail, gesehen von © Taylor Smith

„Der Bildhauer schafft die schöne Statue, indem er solche Teile des Marmorblocks wegnimmt,
die nicht gebraucht werden – es ist ein Prozess der Entfernung.“
Elbert Hubbard – Künstler

„Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn nichts mehr hinzuzufügen ist,
sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.“
Antoine des Saint-Exupéry – Schriftsteller

Das Motto des Tages befasst sich noch einmal mit dem Wegnehmen, dem Entfernen. Dabei muss ein Raum nicht minimalistisch kahl sein, wenn das nicht behagt.

Ich selbst habe lange – vergeblich – dieses Ideal zu erreichen versucht. Bis eine Freundin mich darauf brachte, dass ich damit meine Persönlichkeit beschneiden würde, „denn du bist so kreativ, du brauchst doch Sachen um dich herum, die dich inspirieren.“

In dem Moment wurde mir klar, dass ein Ideal, das nicht zu einem passt, bloss in die Irre führt. Doch nach wie vor treibt mich das Verlangen nach Essenz und Balance, innen wie außen. Perfekt ist es für mich dann, wenn im Zusammenspiel mit Proportion und Harmonie – im Raum, im Klang und in der Form – die innere Gewissheit sagt: Jetzt ist ES stimmig.

 


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Motto des Tages – Dienstag

Je größer der Schrank, desto mehr Klamotten. Je größer das Haus, … Danke für den Blick ins tiny house © Andrea Davis

 

„Kaufe weniger. Wähle sorgfältig aus. Trage es lange.“
Vivien Westwood – Modedesignerin

 

Einen eigenen Stil zu finden kann dauern. Und gilt für Klamotten ebenso, wie für die Wohnungseinrichtung. Wer sich Zeit nimmt herauszufinden, was Wohlbefinden am eigenen Leib bedeutet, hat es leichter, der täglichen Verlockung des Schnellkaufs zu widerstehen. Sonst bleibt am Ende nur das Gefühl, alles ist zu klein: Kleiderschrank,  Schuhschrank, Wohnung, Leben.

Unsere Superheld-inn-en erkennen wir schließlich auf einen Blick an ihren Markenzeichen, denen sie ihr eigenes Logo verpasst haben. Also wie groß ist wohl der Kleiderschrank von Rotkäppchen, Asterix & Obelix, Pipi Langstrumpf oder Superman? 🙂


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Von guten Geistern verlassen?

„Vormals glaubte das Volk, dass die Zimmerleute mit den Erd- und Waldgeistern in Verbindung standen. Die Baumeister waren wie Priester, Hüter eines uralten Mysteriums. Denn die Baukunst ist nicht nur eine exakte Wissenschaft, sondern eine Liebesgeschichte zwischen Menschen und Göttern, und einst wusste es jeder.“ *

Eingebettet … in der Schweiz © Sven Fischer

Baumeister und Zimmerleute in enger Verbindung zu Erd- und Waldgeistern. Wie wunderbar. Doch seit wir der formalen Wissenschaft erlaubten, unser Leben mehr und mehr zu entzaubern, bleibt nicht nur das Herz auf der Strecke. Auch heutigen Bauwerken, die mich – wie kommt es nur –  an das Motto einer bekannten Schokoladensorte erinnern, fehlt es oft an Seele. Eben dem Fünkchen, das ein funktionales Haus in ein Zuhause verwandelt.

Leider klagen, was das rein-funktionale betrifft, dennoch viele Neu-BauherrInnen zunehmend über eklatante Mängel, die nur kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen werden können und doch nicht zu ertragen sind : Eindringen von Feuchtigkeit, Schimmelbildung, unsachgemäße Verlegung von Fußböden, schiefe Einbauten in Küchen und Bädern, Geräusche aus dem Kamin. Was ist nur aus der stolzen Zunft der Wissenden  geworden? Wo der Kundige fehlt, lassen sich die Geister erst recht gern bitten, sonst ziehen sie nämlich gar nicht mit ein ins neue Haus. Und treiben stattdessen so manchen Schabernack. Obendrein, versteht sich.

Verstehen kann man das ja, wenn man mit dem Herzen dabei ist. Schließlich wollen auch die Geister vor Baubeginn bedacht werden, wenn wir sie schon nicht mehr bitten, den Baugrund freizugeben oder sie um ihre Inspiration ersuchen. „Er (der Architekt, Anmerkung S.B.) sagte oft, dass er, bevor er zu bauen begann, den Ort befragte. Und er entwarf erst den Plan, nachdem ihm der Ort geantwortet hatte.“ **

Die Guten also, um Schaden abzuwenden und über Haus und Bewohner-inn-en zu wachen und alle zu behüten. Die Bösen (die auch einen Platz haben wollen und immer dazu gehören !), um sie zu befrieden. Siehe da, ich sehe dich. Und ja, auch du wirst in deinem So-Sein anerkannt.

Eine kleine Zeremonie kann Wunder wirken. Wie gut, dass noch nicht alles verloren gegangen ist von unserem alten Wissen. Wie gut! Bauwerke für den Seelenfrieden – ja, ja, ja! Leben Sie wohl – Worte, die sich eigentlich nicht nur zum Abschied eignen 🙂

Ganz im Zeichen der Umgebung beflügeln spitze Dächer den Geist … (nicht nur) in Kanada © Edoardo Busti

Weil ja nicht alle auf dem Land leben können. Wo Gemeinschaft gelingt … in Italien © Megan Soule

Ehre, wem Ehre gebührt. Sehr modern und garantiert baumlos sauber! … in Spanien © Joel Filipe

Oder doch lieber mit einer persönlichen Note wie … in Indonesien! © Bernard Hermant

Oder sicher verzückt und in himmlischer und irdischer Eintracht … in Italien © Riccardo Chiarini

* Federica de Cesco; Tochter des Windes, Seite 293
** ebd. Seite 255. Übrigens sagt der Architekt Peter Zumthor über sich, bei einem Entwurf genau so vorzugehen.

 


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Für stürmische Zeiten

Die Schönheit aller Schöpfung ist unermesslich. Gesehen von © Sayan Nath

Segen der Einsamkeit

Mögest du in deinem Leben die Gegenwart, die Kraft und das Licht deiner Seele entdecken.
Mögest du erkennen, dass du niemals allein bist, dass deine Seele dich durch ihren Glanz und ihr Zugehören aufs innigste mit dem Rhythmus des Weltalls verbindet.
Mögest du deine Individualität und Verschiedenheit achten.
Mögest du erkennen, dass die Gestalt deiner Seele einzigartig ist,
dass sich hinter der Fassade deines Lebens
etwas Schönes, Gutes und Ewiges ereignet.
Mögest du lernen, dein Selbst mit der gleichen Freude, dem gleichen Stolz und der gleichen Wonne zu betrachten, mit der Gott dich in jedem Augenblick gewahrt.

aus: John O’Donohue – Anam Čara – Das Buch der keltischen Weisheit


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Bambus im Feng Shui Garten – Die zwei Seiten der Erkenntnis

Bambus gilt in der asiatischen Mythologie als starkes Symbol für Anpassungsfähigkeit, Langlebigkeit und Beständigkeit, weshalb ich einst schrieb, er solle in keinem Feng Shui Garten fehlen. Denn wer seine Tugenden verinnerlicht habe, werde in der Gesellschaft hoch verehrt.

Natürlich hatte auch in meinem Garten der Bambus einen speziellen Platz. Schon viele Jahre erfreute er mich Sommers wie Winters mit seinem unverwechselbaren Rauschen, seinem herrlichen Grün und seiner majestätischen Aura. Denn ohne Jägerlatein darf ich sagen, dass ausgewählte Stämme locker über sechs Meter ragten und es tatsächlich auf einen allseits bestaunten Durchmesser von bis zu sieben Zentimetern brachten.

Während auf der Drachenseite Hasel und Holunder die eher männlichen Attribute und das Yang repräsentieren, wurde die Tigerseite mit dem immergrünen (Yin) Bambus mit der Zeit jedoch immer undurchdringlicher, und um das ihm zugewiesene Areal kümmerten die Triebe sich mittlwerweile kaum noch. Mal tauchte ein Ausläufer mitten in der Felsenbirne auf, mal direkt neben dem Eingangstor und neuerdings sprossen seine Triebe fröhlich und unbekümmert weit jenseites meiner Grundstücksgrenzen.

Hatte ich vor einigen Jahren diese Lebendigkeit und das Abenteurertum noch belächelt und mir – als weiblichem Part des Gartens – diese Tugend liebend gern auf die Fahnen geschrieben, bekam ich vor einigen Wochen drängende Traumbotschaften und obendrein Beschwerden mit den Augen. Bekanntlich hat jede/r seinen Balken im Auge, doch irgendwann kam der Zeitpunkt an dem ich das nicht länger ignorieren konnte. Schließlich bin ich in einem beratenden Beruf tätig und was hätte ich denn einer, um meinen Rat ersuchenden Person gedeutet?

??? !!! Genau: Hinschauen, Zusammenhänge ausmachen, Verantwortung übernehmen und … Handeln. Das habe ich also getan und seit Wochen bin ich nun dabei, den Rhizomen hinterher zu graben und seine Hartnäckigkeit nicht nur zu bestaunen sondern gelegentlich auch zu verfl…en. Aus einem kleinen Projekt ala „ich mach da mal ein bisschen was weg“ ist mittlerweile eine Riesenbaustelle geworden. Denn die unterirdischen Rhizome haben sich längst überall dahin ausgebreitet, wo sie absolut nicht erwünscht sind.

Tja. Der Bambus lehrte mich viele Jahre über majestätische Schönheit. Zeigte mir seine Anpassungsfähigkeit an Wind und Wetter, Trockenheit und Regen, Eis und Schnee. Ließ sich beugen, doch nie brechen. Er spendete mir lauschigen Schatten in heißen Sommern, schenkte Sichtschutz und ein Gefühl der Geborgenheit. Er nahm mich mit auf Reisen in ferne Länder, ohne dass ich mich aus meinem Garten hätte fortbewegen müssen.

Nun lehrt er mich über unsichtbare Verzweigungen im Erdreich, über feine Verwurzelung die so hart ist, dass sie meine Finger verwundet und er zeigt mir deutlich die Grenzen meiner Kraft auf. Er lehrt mich über gigantischen Expansionsdrang, dem kein Hindernis wirklich Einhalt gebietet. Und lehrt mich etwas über Grenzverletzung.

Wessen Grenzen habe ich (symbolisch für die Tigerseite) unterirdisch untergraben und wo habe ich mich in fremden Territorien nach Nahrung umgeschaut und verwurzelt? Und auch: Wo habe ich den weiblich-verschlungenen Pfad verlassen und mich am eher yangigen, zielstrebigen, geraden Fortkommen orientiert? Was von mir zeigte ich, was hielt ich verborgen? Stimmt das noch? Und wer hat meinen Weg und vielleicht auch meine Grenzen auf ganz subtile Weise durchwachsen und unterirdisch ein Chaos verursacht?

Sein Standort war in Süd-Südwest, den klassischen Bereichen für Anerkennung und Partnerschaft. Auf anderer Ebene erzählt der Süden über Augen und Visionskraft. Ich darf mich also auch fragen: Wo bin ich längst verwurzelt und brauche mich gar nicht mehr anstrengen? Vielleicht auch: Was ist mir in puncto Erfolg und Ruhm aus dem Blick geraten? Ist das überhaupt noch nötig? Was konnte ich nicht wahrnehmen, weil es sich „unterirdisch“ ausbreitete? Werden sich meine Augenbeschwerden nun bessern?

Auch wenn einige bedauern, auf ihren Spaziergängen diese Augenweide verloren zu haben und auch, wenn ich viele Tränen darüber vergossen habe: Mein Feng Shui Garten wird nun ohne Bambus ein neues Gesicht bekommen. Auch das hat er mich gelehrt: Nicht jede Flora und Fauna kann mitgenommen und „einfach“ – zum Wohle des Ganzen – verpflanzt werden. Spirituell ist Heimat ohne Ort denkbar, doch in der Materie können wir nicht ortlos existieren. Um zu gedeihen braucht es mehr, als rational gedacht werden kann.

Herrlicher, vielfältiger Bambus – gesehen von © Takeo Kunishima

 

 


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Das Schicksal annehmen oder wenden?

Wozu ist Feng Shui eigentlich gut?

Für mich ist es wichtig, das, was was ich tue, gelegentlich kritisch zu beleuchten. Die letzten Monate hatte ich ausgiebig Gelegenheit dazu und es begann damit, dass ich, einem Impuls folgend, meinen Schreibtisch umstellte. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden – allerdings habe ich nach vollbrachtem Werk erstmal gestutzt: Das würde Feng Shui nie erlauben, war mein erster Gedanke „danach“.

Verbotene Früchte schmecken doppelt so süß!  Danke © Luca Volpe

Hoppla, fragen Sie jetzt vielleicht – eine Feng Shui Beraterin, die der eigenen Lehre buchstäblich den Rücken kehrt? Genau, ich sitze nämlich jetzt mit Blick aus dem Fenster und mit dem Rücken zur Tür. Olala! Zugegeben haben mich Fotos von den Schreibstübchen bekannter Autoren und Autorinnen schon immer fasziniert, und nicht selten hatten sie ihren Tisch so gerückt, dass ein herrlicher Ausblick nach draußen den (Innen-)Raum buchstäblich erweiterte. Das, was mich an den Werken schließlich beeindruckt, doch selbst hatte ich mich beständig an das Schildkrötenprinzip gehalten.

Zum Glück war das nicht meine erste kritische Begegnung mit den Dogmen der Lehre, und zahlreiche innere und äußere Auseinandersetzungen liegen schon hinter mir. Doch immer wieder ringen die Fragen in mir, diesmal zum Beispiel „Was genau ist das Gute an Feng Shui und was bringt es“ mit „Wo ist auch mal Schluss mit all den Versprechen / mit all den Verboten“?! Ich tauche ja gerne tief, auch wenn meine Freundin Jutta meint, ich gehöre eher zu den Flachwurzlern.

Standhaft und frei – Danke © jplenio

Dazu ein kurzer Exkurs

Flachwurzler sind Bäume oder andere Pflanzen mit Wurzeln, die sich tellerförmig in den oberen Bodenschichten ausbreiten. Zu ihnen gehören viele Fichtenarten, die Hainbuchen und die Weiden. Bei schlechten Bodenverhältnissen können Flachwurzler keinen optimalen Halt finden und sind bei starkem Sturm gefährdet, umzustürzen. Bei guten Bodenverhältnissen und auf geeigneten Gesteinen können Flachwurzler oftmals ein gutes Wurzelsystem entwickeln und an ganze Gesteinsbrocken anwachsen. Sie sind dann in der Regel standfest.“ – aus: Wikipedia

So kam ich drauf, dass die Bodenverhältnisse* ganz entscheidend für das Gedeihen sind. Gibt der Boden keinen Halt können widrige Umstände von außen dazu führen, dass der Baum kippt. Für ihn ist dann salopp gesagt Ende im Gelände, der Mensch allerdings kann sich berappeln und wieder aufstehen. Das ist, um zurück zum Thema zu kommen, die Art mit Schicksal umzugehen.

Jede Form erzeugt Energie – übrigens immer, auch ohne dass man die Gesetze des Feng Shui anwendet. Wie die erzeugte Energie verwendet wird, das ist für mich das großartige Werkzeug des Feng Shui! Als Beraterin habe ich gelernt „Energie“ zu lesen und mich mantisch, also weissagend, zu betätigen: Ich kann ahnen, dass das und das, die und die Folgen haben wird.

„Das“ anschauend kann ich also abwägen und eine Entscheidung treffen: Soll es so kommen, damit ich mich erproben kann? Kämpfe oder tanze ich mit dem Wind? Bleibe ich statisch oder übe ich mich in Beweglichkeit? Falle ich hin und erlebe den Sturz mit allen Sinnen, oder will ich diese Erfahrung vermeiden? Bleibe ich liegen oder stehe ich wieder auf? Es gibt Sportarten, da wird das Fallen exzessiv geübt, um geschmeidig zu bleiben und jederzeit vorbereitet zu sein. Darauf, mit der Kraft zu gehen anstatt dagegen.

Diesmal komme ich also zur Erkenntnis, dass genau darin jetzt der Sinn liegt. Wie ich dem Unausweichlichen begegne und wo ich mit der Kraft anstatt dagegen gehe. Allein meine Haltung zu dem, was geschieht bestimmt den Ausgang des Geschehens. Darum entscheide ich mich diesmal statt für das „oderfür das „und„: Ich lerne zu akzeptieren, was nicht zu ändern ist und ich wende, wo eine Wendung notwendig ist und arbeite unermüdlich am Boden und an den Wurzeln, um auch im Sturm standhaft zu bleiben.

Während ich also beim Schreiben immer mal wieder aus dem Fenster schaue, Wolken und Schwalben beobachte, fühle ich mich gut aufgehoben in meinem Raum und freue mich, dass mir Feng Shui mehr und mehr zum Werkzeug wird. Und da ich mittlerweile über weitere Werkzeuge als nur den Hammer verfüge, brauche ich nicht länger jedes Problem als Nagel ** betrachten. Vermutlich erreichen mich deshalb immer mehr Referenzen wie diese

„Liebe Frau Berkenkopf, an dieser Stelle möchten wir Ihnen eine Rückmeldung für Ihre Webseite geben. Mehrere Schicksalsschläge hatten meinem Mann und mir sehr zugesetzt und wir waren wirklich mit den Nerven am Ende, sahen keinen Ausweg. Dank unserem Sohn waren wir auf Sie aufmerksam geworden und haben uns zu einer Feng Shui Beratung entschlossen, obwohl wir nicht wirklich daran glaubten. Das sage ich ganz ehrlich, denn so war es. Heute möchten wir uns aber vielmals bei Ihnen bedanken, denn sie haben uns so wertvolle Anregungen gegeben! Natürlich haben Sie uns Tipps für die Raumgestaltung gegeben und obwohl wir nur ein paar Möbel umgestellt haben hat sich viel verändert. Obwohl die Kinder nun schon lange aus dem Haus sind fühlt sich das Haus wieder lebendig an. Wir freuen uns nun jedes Mal, wenn wir nach Hause kommen. Doch vor allem Ihre offene Art und wie Sie uns einige Fragen gestellt haben, das hat etwas in uns bewegt. Mein Mann und ich haben danach noch sehr lange, wie eigentlich schon ewig nicht mehr, zusammen gesprochen. Ich glaube, das Sprechen war für mich das Wichtigste, es ist nun, als wäre ein Pfropfen entfernt worden und wir schauen mit  einem neuen Blick auf das, was hinter uns liegt. Und endlich auch auf das, was vor uns liegt. Vielen lieben Dank aus der Schwanengasse 12.“

Von Herzen Danke!

* Dass Feng Shui an den *Bodenverhältnissen wirkt, das kann ich aus ganzem Herzen bejahen.

** „Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel“ (Mark Twain / Paul Watzlawick)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Bildergeschichten, die 10.

Die Türen die wir täglich öffnen und schließen
entscheiden über das Leben, das wir führen.
Flora Whittemore

Willkommen in Güstrow. Danke © Sebastian Herrmann

Wenn ich Sie jetzt frage, ob Sie mit geschlossenen Augen Ihre Eingangstür beschreiben können, was antworten Sie mir? Und wie ist es mit all den anderen Türen, durch die Sie täglich schreiten?

Ungeahnte Einblicke in Malta von © Mick Haupt

Schon immer symbolisieren Türen beides, die wunderbaren wie auch die vereitelten Möglichkeiten. Manchmal öffnen sich Türen, und entführen in ungeahnte Paradiese, manchmal schließt sich eine Tür und das Leben scheint still zu stehen. Eine geöffnete Tür ist eine berührende Metapher für den Schritt in ein neues Leben, während eine geschlossene Tür das Gefühl von Zurückweisung in uns wach rufen kann.

Willkommen in Schleswig. Dank an © Ibrahim Rifath

Im Feng Shui haben Türen große Symbolkraft, denn sie markieren immer einen Übergang. Meist wechseln wir durch sie zwischen dem öffentlichen und dem privaten Leben. Und in jedem Moment, in dem wir eine Schwelle übertreten, haben wir die Chance, uns neu zu erfinden.

Darum waren früher in den monumentalen Toren ganz kleine Öffnungen. Innehalten, die alte Haut (oder dunkle Energien, die an der Aura hafteten) sollten an dieser Schwelle abgestreift werden. So konnte der Mensch alles zurücklassen, was nicht in die Welt des Privaten oder des Öffentlichen mitgenommen gehörte.

Nicht nur Kirchentüren sprechen. Dank an © Hallana Halila

Bauherrinnen und Bauherren sollten sich vor der Anschaffung der Haustür möglichst präzise vorstellen, welche Tür sie täglich durchreiten und welchen Empfang sie sich selbst dadurch bereiten möchten. Und auch Cafés und Restaurants geben sich mittels Tür eine Visitenkarte. Wirkt sie abweisend oder kleinkariert darf man sich über mangelnden Zuspruch oder unerwünschte Gäste nicht wundern.

Wer errät, was uns hier erwartet?  © Daniel von Appen in Köln

Macht Lust auf einen Kaffee, oder nicht? Gesehen in Berlin von © Claudio Schwarz

Gerade das Alltägliche verdient aus meiner Sicht die größte Aufmerksamkeit. Ich glaube, alle Mysterien liegen offen vor uns, wir haben lediglich verlernt, oder noch nicht gelernt, das Offensichtliche als das echte Geheimnis zu erkennen.

Alles Sichtbare ist ein in einen Geheimniszustand erhobenes Unsichtbares.
Novalis

Bavaria Studios Grünwald (oder Thoreaus Walden 😉 ) – gesehen von Waldemar Brandt

Mondtor in China, mittlerweile leider selten geworden. © Chastagner Thierry

Türen sind etwas, das uns über alle Unterschiede hinweg verbindet. Ich kenne keine Kultur, in der es keine Türen gibt. Darum heute aus meiner Schatzkiste noch ein Bonbon, denn es lohnt sich, die eigene Umgebung immer mal wieder aus einer neuen Perspektive zu betrachten.

Die Schwelle im Feng Shui – engergetischer Übergang von außen nach innen

Für mich DAS Symbol neuer Möglichkeiten – mag es drinnen noch dunkel scheinen, draußen ist längst Tag geworden! Danke © Danny Müller

 


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Einseitig – Beidseitig

Im Feng Shui gibt es eine Konstellation dessen Anleitung zur Interpretation so lautet: „Schwach und unproduktiv, oft selbstbezogen, eigennützig, unsozial, oberflächlich, schnelllebig, nicht belastbar, kann nichts aus sich selbst heraus schaffen, auch nicht brauchbar im sozialen Kontext. Oft ohne eigenen Nachwuchs, folgt bevorzugt eigenen Interessen“. Wow! Und nun stellen Sie sich einmal vor, mit solchen Gedanken im Kopf jemand unvoreingenommen gegenüber zu treten und schließlich wohlwollend zu beraten. Gelingt das oder ist es eher schwierig?

Nicht müde werden und dem Wunder leise die Hand hinhalten …* Foto © Fernando@ferdo

Wer sich für Feng Shui interessiert sollte im Blick behalten, aus welcher Zeit die Kunst der förderlichen Platzierung stammt, und welche kulturellen Werte damals dominierten. Das alte China war feudal, autoritätsgläubig und nur, wer sich ohne Widerspruch in herrschende Verhältnisse fügte, war gern gesehen. Dazu kam natürlich die Abstammung, das heißt war man in einer angesehenen, wohlhabenden = einflussreichen Familie geboren, galt dies als beste Voraussetzung für eine gute Stellung und gesellschaftliches Ansehen.

Mich hat das lange, lange (!) beschäftigt. Seit ich mich in früheren Zeiten studienhalber der Macht der Worte in totalitären Systemen widmete ist mir klar, worauf Propaganda, Hypnose, Marketing, Politik, Glaubenssätze, Verwünschungen, Schwüre – wie auch Anteilnahme, Empathie und Trost – beruhen. Also habe ich mich irgendwann hingesetzt und überlegt, gedreht und sortiert. Und so wurde aus

  • schwach => sensibel
  • unproduktiv => bewahrt / hütet
  • selbstbezogen, eigennützig => kann für sich selbst sorgen, achtet auf eigene Bedürfnisse
  • unsozial => kann mit sich allein sein
  • oberflächlich => liebt Abwechsung wie der Schmetterling
  • schnelllebig => aufgeschlossen, trendorientiert
  • nicht belastbar => feinfühlig
  • kann nichts aus sich heraus schaffen => Team Player
  • nicht brauchbar im sozialen Kontext => brauchbar wofür? braucht Abgeschlossenheit / Stille für … – kann sein: Eremit-in, Erfinder-in, Einzelgänger-in, Komponist-in, Forscher-in …
  • folgt eigenen Interessen => hat Prioritäten erkannt

Was macht das im Kopf und mit der Einstellung? Jede Meinung über etwas oder jemand produziert eine Haltung, und die ist letztlich entscheidend für das eigene Schicksal. Denn ob ich mich von schwarzmalerischen (auch: schwarzmagischen ! ) Worten einschüchtern lasse, oder die daraus erzeugte Angst anschaue, sie durchdringe und verwandle – das bestimmt jede-r selbst.

Ob und wie oft wir in diesen Tagen Radio oder TV-Nachrichten konsumieren, und ob die Beschwörungen der Coloeur „Weltwirtschaftskrise und Rezession“ die eigene Wahrnehmung verblenden, können wir selbst entscheiden. Denn auch die gerade genannten Wortmächte haben starke Gegenüber:

  • Der Ölpreis befindet sich auf einem Tiefstand weil die Nachfrage gesunken ist – wir verbrauchen weniger Rohstoffe! Was kann das Gutes bedeuten für das Klima, für Mutter Erde, für die Atemwege (Lungenkrankheit Corona?!)!
  • Überall in meiner Stadt stehen Bücher- und Verschenkekisten vor der Tür – die Menschen räumen auf und befreien sich von Energieräubern und Sachen, die bloß die Ecken verstopfen.
  • Es ist stiller auf den Straßen, wir sehen wieder spielende Kinder, im Supermarkt gibt es kein rücksichtsloses Gedränge, es werden verständnisvolle Blicke in schweigendem Einverständnis getauscht. Es gibt wieder Gelegenheit und Muße für einen Schwatz.
  • Beim Meditieren höre ich einen ruhigen Grundton, die besinnungslose Hektik ist zur Ruhe gekommen. Selbst die Luft fühlt sich entspannt an.
  • Anteilnahme und Nachbarschaftshilfe sind vom Dachboden gekommen und mischen sich unter uns. Wir nehmen Kontakt auf zu Fremden und fragen, ob sie unserer Hilfe bedürfen.
  • Die Leere im Terminkalender (Cafe, Restaurant, Konzert, Reisen, Einladungen, shopping) bringt Zeit. Für Nichts und für Alles.

Im Angesicht des Todes haben wir die Chance, uns dem Leben zu widmen, und das hat im Urgrund sehr wenig mit Geld verdienen oder durch’s Leben hasten zu tun. Verlust oder Gewinn – wir entscheiden!

* Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten.

Hilde Domin

 


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Bildergeschichten, die 8.

Die Ausgewogenheit der Form bietet dem unruhigen Geist Ruhe und Ordnung. Danke © ArisaS.

Wenn man versteht und fühlt dass man schon in diesem Leben an das Grenzenlose angeschlossen ist, ändern sich Wünsche und Einstellung. Letzten Endes gilt man nur wegen des Wesentlichen, und wenn man das nicht hat, ist das Leben vertan.

C. G. Jung, Erinnerungen

 

P. S. Bei meinem Studium der Formen bin ich schließlich beim Mandala angelangt. Nun öffnet sich wieder eine Welt in der Welt. Hier nochmal zum Nachlesen der Anfänge Formensprache und ihre Wirkung auf das Bewusstsein

 


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Über die Magie

Jeder Mensch der spricht, ist ein Magier, ist eine Magierin. Denn Worte verändern die Realität. Wer das nicht glaubt, möge mit mir einen Selbstversuch starten: Notiere / notieren Sie so genau wie möglich, wie es Ihnen gerade geht. Förderlich für das Experiment ist eine etwas detailliertere Beschreibung als das gewöhnliche „gut“ oder „schlecht“. Als Beispiele mögen einige ausdrucksstarke Adjektive dienen, die Stimmungslagen exakter wiederzugeben vermögen: zuversichtlich, mutlos, ängstlich, in Vorfreude, besorgt, zufrieden, eingeschüchtert, verängstigt, anfällig, geschwächt, depressiv, traurig, wütend, gleichgültig, genervt, gedankenvoll, unruhig, sauer, gelangweilt, überfordert, gestresst, glücklich, zufrieden … .

Right now the best place to be: Da wo es still ist. Danke für den geteilten Moment © Loverna Journey

Bei diesem Experiment wollen wir uns auf das Hören beschränken, denn Bildmagie wirkt nochmal anders. Sobald Sie also möglichst genau notiert haben, wie sich ihre emotionale Befindlichkeit gerade anfühlt, hören Sie Nachrichten. Danach schalten Sie das Gerät aus, und fühlen in sich, so wie die Zunge einen kaputten Zahn abtastet. Hat sich etwas verändert? Stellen Sie einen Unterschied zu vorher fest?  Es mögen nur feine Nuancen sein, zarte Schleier, die sich um die Ursprungsgefühle wickeln. Sie einwickeln, verwickeln, verändern.

Alle, die noch vor wenigen Wochen energisch von sich behaupteten, das Unsichtbares Quatsch sei und nur Sichtbares die Realität ausmache, stehen heute auf den Bühnen und handeln magisch. Oder sie stehen vor den Bühnen und lassen sich verzaubern. Ganz ohne, dass jemand einen sichtbaren Zauberstab schwingt. Spüren Sie doch mal die starke Magie der Wörter Seuche, Rezession, Börsencrash, infiziert, Arbeitslosigkeit, Pandemie, Virus, sterben, Italien, Bahre, Beatmungsgerät, Corona, Ebola, Pest, Quarantäne, Ausgangssperre, Jobverlust, Spahn, Merkel, Pleite, Insolvenz.

Atmen Sie schneller? Flacher? Steigt Ihr Blutdruck? Lachen Sie? Was geschieht in Ihrem vegetativen Nervensystem, auf das Sie keine willentliche Kontrolle ausüben können, wenn Sie diese Worte hören oder hier lesen? Sei es nun bewusst oder unbewusst – die inszenierte Magie verfehlt ihre Wirkung nicht. Der angerichtete Schaden ist immens. Die einen mögen hierunter materialle Verluste rechnen, andere sehen eher den unsichtbaren, lähmenden Schrecken, der auf das reine Gemüt wirkt.

Natürlich gibt es auch solche Magier und Magierinnen, denen das Wohl der Schöpfung am Herzen liegt. Die handeln dann ebenfalls magisch, doch mit dem Unterschied, Schaden von Körper (Krankheit) und Seele (Psyche) abzuwenden. Eine aus diesen Reihen, von der noch nicht viele gehört haben mögen, ist Abalone.

Abalone lebte um die Jahre 326 in Vietnam. Zu einer Zeit also, in der Menschen noch Gedanken lesen und sich telepathisch verständigen konnten, Geisterschrift beherrschten und um die verborgenen Kräfte von Natur und heilenden Kräutern wussten. Wie viele Magierinnen hatte Abalone kein leichtes Schicksal, doch beim Lesen ihrer Abenteuer scheint sie mir wie die Schlange, die Haut um Haut hinter sich läßt, während sie in ihre ganze Kraft wächst. Und was wäre das Leben schließlich ohne Abenteuer, Mutproben, Kräftemessen – und Menstruationsblut?

Ein Tabu, ich gebe es zu. Auch da hat die Magie ganz ordentlich gewirkt, um Frauen von ihrem kostbaren Saft zu entfremden. Zuschreibungen von eklig bis nervig kennen wir alle – doch wer weiß um die große Macht, die darin liegt?

Meine Freundin Christine Li, von der ganzheitlichen Medizin ins Genre der Autorin gewechselt, schreibt nun schon am 3. Band der Sage über Abalone. Bisher erschienen sind Abalone und das Tigergesicht und Abalone und die Schlangengöttin. Wer Magie nicht mehr Anderen überlassen will und bereit ist, die eigene – übrigens alterslose – Heldinnenreise anzutreten, schaue am besten direkt bei Christine Li vorbei. Den ersten Band gibt’s gratis, den zweiten hab ich gerade ausgelesen und kann nur sagen: Lohnt sich!

 

 


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Farbspiel

Letzte Woche war ich ständig unterwegs und auf der Autobahn hatte ich Muße, einmal die Nummernschilder genauer zu betrachten. Vor allem die der Niederlande haben mich ins Nachdenken gebracht: Aus Sicht der 5 Elemente Lehre leuchten sie in den Farben von Erde (gelb) und Wasser (blau).

Windmühlen repräsentieren das Element Holz, und das nimmt überschüssiges Wasser auf. Die Zeichen deuten – so wird Landschaftsbetrachtung nie langweilig! foto © Vishwas Katti

Wer sich mit den 5 Elementen befasst hat weiß, dass aus ihnen alles besteht, was uns auf der Erde begegnet. So auch die Farben:

  • Element Wasser: alle Farben Blau bis ins Schwarze (manche Berater-innen betrachten dabei die Farbe Türkis als „Sonderfall“)
  • Element Holz: alle Farben Grün
  • Element Feuer: alle Farben über Rosa bis ins kräftige Rot (manche Berater-innen betrachten dabei die Farbe Violett als „Sonderfall“)
  • Element Erde: alle Farben von Gelb bis Dunkelbraun
  • Element Metall: wird repräsentiert durch eine breite Palette die über Weiß, alle Schattierungen Grau, und alle Farben der Edelmetalle reicht

Im Kreislauf der Elemente unterscheiden wir im Feng Shui die drei Zyklen nährend, erschöpfend und kontrollierend. Ausführlicher über jedes der 5 Elemente habe ich hier: Wasser, Holz, Feuer, Erde, Metall geschrieben).

Der nährende Zyklus geht so: Wasser => Holz => Feuer => Erde => Metall
Wo also zum Beispiel das Holz schwächelt führen wir gezielt Wasser zu, um es zu stärken. Ein angenehmer Blauton an entsprechender Stelle kann zu Wachsen und Gedeihen beitragen.

Der schwächende Zyklus geht so: Metall <= Erde <= Feuer <= Holz <= Wasser
Das liest sich so: Metall verbraucht Erde, Erde erschöpft Feuer usw. Wo es also zuviel Holz gibt, setzen wir die Kraft des Feuers ein, um es zu minimieren und einen gesunden Kreislauf herbeizuführen.

Der kontrollierende Zyklus geht so: Wasser kontrolliert Feuer; Feuer kontrolliert Metall; Metall kontrolliert Holz; Holz kontrolliert Erde; Erde kontrolliert Wasser.
Dieser Zyklus ist nicht ohne, denn ein Zuviel kann echten Schaden anrichten. Das gilt vor allem für die Wasser-Feuer Verbindung, denn irgendwann wird jedes Feuer durch Wasser tatsächlich (aus)gelöscht.

Um nun auf meine Beobachtung zurückzukommen: Erde kontrolliert, wie wir im kontrollierenden Zyklus gesehen haben, das Wasser. Klar, die Kontinente fassen die Ozeane und so bekommt die Erdkarte Farben und Form. Da jedoch die Wasserspiegel überall steigen droht sich das Verhältnis umzudrehen, dann überschwemmt das Wasser die Erde und das – wir sehen es voraus – bringt großes Unheil mit sich.

Ob also die Niederländer schon so weit in die Zukunft ahnten und die Kraft der Erde riefen, als sie sich für dieses Farbspiel auf ihren Nummernschildern entschieden?

 


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Imbolc, Brigid und Mariä Lichtmess

Am 2. Februar, dem 40. Tag nach Weihnachten, ist Mariä Lichtmess. Eine alte Bauernregel besagt

Ist’s an Lichtmess hell und rein,
wird ein langer Winter sein.
Wenn es aber stürmt und schneit,
ist der Frühling nicht mehr weit.
Ist’s zu Lichtmess klar und hell,
kommt der Frühling nicht so schnell.

Zu Lichtmess den Farben der Brigid huldigen: weiß, grün und rot. Draußen gemacht hat’s © Courtnie Tosane

Wie viele (christliche) Feste hat auch Mariä Lichtmess heidnische Wurzeln. Im Ursprung ist es der keltischen Göttin Brigid gewidmet und heißt Imbolc. Brigid ist die Göttin des himmlischen Feuers und damit Schutzpatronin der Schmiedekünste. Außerdem schützt Brigid als Muttergöttin Ernte und Vieh und inspiriert die schönen Künste.

Mit diesem Fest ist die Weihnachtszeit nun offiziell beendet und alle weihnachtlichen Symbole werden  eingepackt. Denn nun läßt die Feuerkraft der Brigid das Eis schmelzen, der Winter verabschiedet sich und wir freuen uns auf die zunehmende Kraft der Sonne und das pulsierende Leben, das der Sommer verspricht. Diesen Wendepunkt im Jahr gilt es gebührend zu zelebrieren.

Wie in jeder Übergangszeit sind wir eingeladen, noch einmal nach innen zu gehen, unsere Kräfte zu zentrieren und uns absichtsvoll auszurichten. Es ist eine magische Zwischenzeit, in der Altes verabschiedet und Neues willkommen geheißen werden kann. Die Samen sind gelegt, nun gilt es, sie achtsam zu hüten und die aufgehenden Keime vor Widersachern zu schützen.

Ebenso wie vorgezogene Pflanzen nicht zu früh ins Freie gesetzt werden sollen ist es ratsam, auch (große) Pläne achtsam zu hüten und sie nicht zu schnell nach außen bekannt zu geben. Das nimmt erfahrungsgemäß den Wurzeln die Kraft und so sind schon viele zarte Pflänzchen verkümmert. Besser wäre, sich im Innern mit der Kraft des Lichts und des Feuers zu verbinden und sich und die eigene Quelle noch einmal zu reinigen.

Die Farben der Brigid sind das Weiß des Winters, das Grün des Lebens und das Rot der Flammen. Ein schöner Brauch ist es, am 2. Februar Kerzen anzuzünden und im Ofen oder Feuerkorb ein Feuer zu schüren. Beim Blick in die Flammen einen Gruß an Brigid senden und um ihr Wohlwollen und einen Segen für die Vorhaben der kommenden Zeit bitten.

Ich habe ein wenig im Netz zum Fest recherchiert und diese schönen Bräuche gefunden, die mit der Göttin Brigid und dem Fest Imbolc oder Märiä Lichtmess, wie wir es heute nennen, in Verbindung gebracht werden:

  • In den Kirchen werden die Kerzen gesegnet, mit diesen Kerzen werden Haus, Hof, Tiere und Kinder gesegnet
  • Fällt Lichtmess auf einen Sonntag (2020!!!) soll sich die Kraft der Segnungen vervielfachen
  • In der Nacht von Lichtmess werden Kerzen für die Lebenden und die Toten angezündet
  • Haus und Hof werden mit Weihrauch geräuchert
  • Hühner bekommen Kuchen und werden ebenfalls gesegnet, damit sie künftig viele Eier legen
  • Besonderes Gebäck, Getreidebrei und Kuchen werden extra für dieses Fest gebacken. Damit werden auch die Geister des Hauses bedacht
  • Auch Bienenstöcke werden mit einer an Imbolc geweihten Kerze besucht, sie liefern schließlich das Wachs der hochwertigen Kerzen
  • Frauen werden als Hüterin des Feuers gefeiert; Müttern wird Dank gesagt und sie bekommen besonderen Segen
  • Imbolc ist ein Fest der Freude, es soll getanzt, gelacht und gesungen werden

So wie die Sonne werden auch wir (täglich) wiedergeboren – wenn das kein Grund zum Feiern und Danksagen ist … !

 

 


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Gedanken zur Nacht: Über Identität, Autonomie und Polarität

Gerade ein schönes Interview mit Verena Kast gehört. Einige ihrer Aussagen über das falsche Verständnis von Autonomie und individueller Särke berühen mich sehr. Zum Beispiel:

So stelle ich es mir vor: Auf dem Weg der Individuation, geborgen zwischen Himmel und Erde. © Jonathan Cooper

  • Identität wird zunehmend von außen definiert – ich bin, wie ich gesehen werde. Ein Ergebnis davon sei, ansehnlich doch ohne Kern zu sein.
  • Aus diesem Zustand resultiere – in der Zwiesprache mit sich selbst – die Frage: Worauf kann ich mich bei mir verlassen?
  • Schließlich: Wer keine stabile Identität ausgebildet hat, kann sich nicht einlassen und findet keine Balance im Ganzen. Dies zeige sich im Außen hautsächlich in Unsicherheit im Umgang mit Migranten, durch Einsamkeit, das Gefühl, ein hilfloses Opfer zu sein und in den zunehmenden Scheidungen, die oft nach nur kurzer Ehezeit eingereicht werden.

Schließlich: Es gehe in der Entwicklung des Menschen niemals nur um Autonomie, es gehe um die Polarität von Geborgenheit und Autonomie. Während es das Ziel der Individuation sei, der einmalige Mensch unter allen Menschen zu werden, als der man angelegt ist.

Veränderung geschehe also in dem Sinne, zu sich zu finden – das ist ein schöner Gedanke am späten Abend. Den nehme ich mit in die Nacht. Schließlich geht es auch hier nicht um Überwinden der Polarität – denn Tag UND Nacht, ich möchte sie beide nicht missen.

 


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Natur als Vorbild der Baukunst

„Wollen Sie wissen, wo ich mein Modell fand?
Ein aufrechter Baum; er trägt Äste, diese tragen Zweige und diese wiederum Blätter.
Und jedes einzelne Teil wächst harmonisch und wunderbar, seit dem Tag, an dem Gott, der Künstler, es erschaffen hat.“
Antoni Gaudí

Casa Vicenz in Barcelona. Baukünstler © Antoni Gaudí; Fotograf © Mitya Ivanov

Zwar bin ich gerade nicht in Barcelona, doch zum Glück gibt es „Bilderbücher“. Meine Augen können sich nicht satt sehen an der Phantasie des einzigartigen Architekten und Baukünstlers Antoni Gaudí. Dürfte ich historische Persönlichkeiten treffen, er stünde garantiert auf meiner Liste. Und wohin würde ich mit ihm gehen? In die Städte? Nein, in die Wälder, da wo der Ursprung der Inspiration wartet, und dort würden wir Spinnenweben, Astadern vor blauem Himmel und Farbspiele bestaunen.

Anschließend gingen wir in seine Werkstatt, wo der Sohn eines Kesselschmieds mir seine Modelle aus Gips, Holz und mit Gewichten beschwerten Schnüren vorführt, während wir über die tiefen Erkenntnisse der Geometrie fachsimpeln. Vorbild dafür sind natürlich all die wundersamen Erscheinungen in der Natur. Die Form im Raum denken, sie modellieren und die Wirkung spüren, welch große Gabe. Mündet sie in der Architektur eines Gebäudes, das sich selbst und die umliegende Landschaft bereichert, so gebührt ihr mein Respekt, meine Hochachtung und meine absolute Herzensfreude.

 

 


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Advent 2019 – 23. Türchen – Es werde Licht

Jeden Morgen dürfen wir das Wunder miterleben: Es werde Licht. Foto © Simon Matzinger

 

Verändere deinen Blick auf die Dinge.
Das zunehmende Licht erhellt nicht nur die Landschaft.
Es steigt auch in dir selbst auf, aus den Tiefen deines Geistes.
Werde dir der Macht bewußt, die dir gegeben ist,
früh am Morgen, im Angesicht der aufgehenden Sonne.

Weisheit der Indigenen


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Advent 2019 – 22. Türchen – 2020 Das Jahr der Yang Metall Ratte

Mit der Wintersonnenwende und der erwachenden Yang Kraft beginnt für die Anhänger-innen des Dao ein neues Jahr im chinesischen Tierkreis. 2020 steht im Zeichen der Yang Metall Ratte.

Ein neues Jahrzehnt im Zeichen der Ratte, das deutet doppelt auf Neubeginn. Danke © Kit Sumann für das himmlische Foto!

Wieder haben wir zwei Elemente, diesmal steht das Yang Metall auf der Ratte, die dem Element Wasser zugeordnet ist. Im Kreislauf der 5 Element gebiert Metall das Wasser, und das könnte auf den ersten Blick ein harmonisches Jahr andeuten. Dennoch sollten wir uns nicht mit dem Augenschein zufrieden geben, denn beide Zeichen haben es in sich.

Schauen wir uns zuerst das Wesen des Yang Metall genauer an: Yang Metall verkörpert die Qualitäten von Krieger und Kriegerin und wird in seiner kühlen Präszision und Reinheit oft auch mit dem Schwert Excalibur verglichen. Menschen, deren Tagesstamm* im Zeichen des Yang Metall steht, gelten als loyal, ehrlich und verläßlich mit eindeutigen Führungsqualitäten. Ihnen gemeinsam ist ein tiefes Bedürfnis nach Fairness und Gerechtigkeit und sie scheuen weder vor tatkräftigen Auseinandersetzungen noch vor eventuell unliebsamen Konsequenzen zurück, um ihrem Gerechtigkeitsgefühl Geltung zu verschaffen. Unter einflussreichen Menschen finden wir viele im Zeichen des Yang Metall Geborene (zum Beispiel Alexander der Große, Königin Elizabeth II, der chinesische Kaiser Qiànlòng, Margret Thatcher, Martin Luther King, Edward Snowden, Isaac Newton, Gianni Versace, Tiger Woods und Mohammad Ali).

Die Ratte ist das erste Zeichen des Zodiak, und zusammen mit dem Beginn eines neuen Jahrzehnts deutet das auf grundlegende Veränderungen hin. Die Zeit des Wandels wird nun auch durch kosmische Qualitäten vorangetrieben. Im allgemeinen gelten Ratten im chinesischen als weise Powermenschen, die viel Energie investieren um begonnene Projekte zu einem guten Abschluss zu bringen. Dabei gehen sie vorsichtig zu Werke, und handeln oft erst nach Abwägen aller Risiken. Versagensängste, die zu schlaflosen Nächten führen, mag manchem im Zeichen der Ratte Geborenen vertraut klingen. Weiterhin gilt die Ratte als spritziger Geist mit kreativen Gaben, einer ordentlichen Portion Ehrgeiz und einer großen Anziehungskraft auf Menschen des anderen (oder auch des gleichen) Geschlechts.

So weit, so gut. Doch ein unentwickeltes Yang Metall kann zur Destruktivität neigen und die Ratte kann sich versucht fühlen, die durchaus aggressive Energie eines Wasserfalls zu imitieren. Da nächstes Jahr Feuer und Erde fehlen (bis auf die Sommer- und Erdmonate) ist es eine sehr „kalte Kombination“ aus Metall und Wasser. Das kann dazu führen, dass Menschen sich zur Gewalt hinreißen lassen, um Ihre Ideen zu Gehör zu bringen. Vermutlich werden wir nächstes Jahr noch mehr Demonstrationen und auch gewalttätige Ausschreitungen erleben, die auf soziale Ungerechtigkeiten aufmerksam machen wollen. Im zwischenmenschlichen Miteinander sollten wir das im Hinterkopf behalten und unsere Intelligenz nutzen, im Streit das verbindende Element zu suchen, damit Auseinandersetzungen nicht „eiskalt“ eskalieren.

Nun wird’s ein bisschen chinesisch, denn in Asien geht man davon aus, dass alle im Jahr der Ratte Geborenen (1948, 1960, 1972, 1984, 1996, 2008) den Herrscher des Jahres, genannt „Grand Duke Jupiter” kränken. Ratten wird darum geraten, einen Büffel als kleines Jade Amulett bei sich zu tragen, um negative Einflüsse zu verringern.

Wer im Jahr des Hasen (1951, 1963, 1975, 1987, 1999, 2011) geboren ist sollte sich ebenfalls vorsehen, denn Ratte und Hase führen einen sogenannten „Kleinkrieg“ miteinander. In Beziehungen (Partner, Familie, Freunde, Kollegen, Nachbarn) kann es dieses Jahr schon mal ordentlich krachen – und so wird auch hier empfohlen einen Büffel als Jade Amulett bei sich zu tragen. Denn die Ratte verbindet sich mit dem Büffel, und in der asiatischen Philosophie gewinnt die harmonische Verbindung vor der kämpferischen. Und weil Ratte und Büffel sich mögen verliert die Ratte das Interesse, sich mit dem Hasen zu bekriegen. – Nun mal ein bisschen Klatsch: Angelina Jolie ist nämlich im Jahr des Hasen geboren und wir dürfen sicher auf eine neue Runde im Rosenkrieg mit Brad Pitt gefasst sein 😉 –

Damit nicht genug, wer im Jahr des Pferdes geboren ist, steht dem „Grand Duke Jupiter“ 2020 direkt gegenüber und sollte Vorsicht walten lassen. Es kann sein, dass dieses Jahr einiges an Turbulenzen und Veränderungen mit sich bringt. Dazu gehören auch unvorhergesehene Jobwechsel, Reisen oder Umzüge. Abzuraten ist diesen Zeichen 2020 generell von gefährlichen Sportarten wie Autorennen, Bungee Jumping, Rafting, Fallschirmspringen u. ä. . Mein Feng Shui Meister plädiert dafür, dass die jeweils dem Grand Duke Jupiter gegenüberliegenden Zeichen ein rotes Band um die Hüfte oder mindestens rote Unterwäsche und rote Strümpfe tragen.

Wer im Zeichen von Büffel, Affe oder Drache geboren ist darf sich dagegen freuen, für sie deutet sich ein harmonisches Jahr an, denn sie alle gehen eine freundschaftliche Kombination mit der Ratte ein. Allerdings ist das eine sehr oberflächliche Aussage, denn ein Bazi Chart (also ein chinesisches Horoskop) besteht aus 8 Zeichen – Jahr, Monat, Tag* und Stunde. Es ist also nicht gesagt, dass sich nicht doch irgendwo ein Pferd oder ein Hase versteckt, oder das sich das Element der Kombination tatsächlich als unterstützend erweist. Konkrete Aussagen dazu kann nur machen, wer sich professionell mit der chinesischen Astrologie befaßt. Mehr über Chinesische Astrologie vom Profi gibt’s hier.

Wessen Jahres- oder Tagesstamm durch Yin Erde oder Yin Holz repräsentiert wird, darf sich freuen. Denn für diese ist die Ratte ein sogenannter Edelmann, und zu verstehen wie ein hilfreicher Retter in der Not. Als solcher bringt er den Segen des Himmels in verfahrene oder gefährliche Situationen und ein generelles Wohlgefühl. Wer also 2020 einen Edelmann begrüßen darf, mag die sich bietenden Chancen ergreifen und neue Projekte zum guten Gelingen führen.

Ganz in diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein
Frohes Jahr im Zeichen der Ratte und des Neuanfangs!


 

 

 

 

 


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Advent 2019 – 21. Türchen – Sag auf Wiedersehen!

Morgen ist Wintersonnenwende. Nach dem Kalender der Daoisten beginnt um 5.19 Uhr das Jahr der Ratte. Ein guter Grund, sich heute einen Augenblick Zeit zu nehmen, und das Jahr des Schweins zu reflektieren. Denn eine immer währende Weisheit besagt, dass Alte macht dem Neuen sehr gerne Platz, wenn es entsprechend gewürdigt und wertschätzend verabschiedet wird.

Da läuft es, das 猪 Zhū. Auf Wiedersehen in 12 Jahren, du Liebes ! Ha, und kurz bevor es verschwindet hat © Annie Spratt es noch „erwischt“!

Hier ein kleiner Leitfaden, an dem man sich dabei orientieren kann:

  • Mal ganz spontan: Welche Worte fallen Ihnen ein, das zurückliegende Jahr und Ihre Erfahrungen zu beschreiben?
  • Was hat sich verändert, was hat es Neues gebracht – im Großen wie im Kleinen?
  • Welche Freundschaften haben sich dieses Jahr bewährt, welche sind eingeschlafen und dürfen nun innerlich abgeschlossen werden?
  • Welche Menschen sind neu in Ihr Leben getreten und spiegeln nun andere Facetten Ihres wundervollen Selbst?
  • Wodurch haben Sie frische, anregende Impulse bekommen?
  • Was ist nicht so gut gelaufen, war schmerzlich oder traurig? Wie sind Sie damit umgegangen und was hat Sie getröstet?
  • Was möchten Sie in diesem Jahr noch abschließen?
  • Was hat sich bewährt, wo möchten Sie dranbleiben, was möchten Sie im kommenden Jahr mal anders machen oder ausprobieren?

Ganz ehrlich? Ich liebe Schweine und die Jahre, die es regiert. Für dieses sich nun neigende bin ich sehr dankbar – dankbar für all die Erlebnisse, für die inspirierenden Begegnungen, für das Vertrauen das mir geschenkt wurde, für die Reisen, die ich machen durfte und ganz allgemein für das, was es mich gelehrt hat, selbst wenn dabei Tränen flossen.

Und wer lebt muss auf Wechsel gefasst sein, darum ist heute Abschied angesagt. Ich werde mir jedenfalls ausreichend Zeit nehmen, dir eine Kerze anzünden, ein Lied für dich singen und mich einfach freuen, dass du da warst.

 

P.S. Egal mit welchem kalendarischen System Sie sich wohl fühlen, und ob sie nun morgen oder mit Frühlingsbeginn am 25. Januar 2020 ganz klassisch das Jahr der Ratte begrüßen – verabschieden Sie sich von dem was war. Auch während der Aufstellungen zeigt sich immer wieder, dass, sobald das Alte (ehemalige Partner-innen, Arbeitsstelle, Wohnung, Freundschaften) auf diese Weise gewürdigt wird, das Neue ein stabiles Fundament bekommt.


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Advent 2019 – 19. Türchen – Gebet der Cherokee Indianer am Morgen

Den Morgen begrüßt hat in Südafrika © Igor Kasalovic

Ich öffne mich dem Osten, dem Ort des Sehens, der Klarheit und Wahrnehmung.
Ich bitte diesen wundervollen Morgen mich mit Klarheit und Wahrnehmung zu füllen.
Ich öffne mich dem Süden, dem Ort des Heilers, der Energie und Unschuld.
Ich bitte diesen wundervollen Morgen, mich mit Energie und Unschuld zu füllen.
Ich öffne mich dem Westen, dem Ort des Lehrers, der Weisheit und des Verstehens.
Ich bitte diesen wundervollen Morgen, mich mit Weisheit und Verstehen zu füllen.
Ich öffne mich dem Norden, dem Ort des Kriegers, des Mutes und der Ausdauer.
Ich bitte diesen wundervollen Morgen, mich mit Mut und Ausdauer zu füllen.
Möge der heilige Wind mein Herz mit dem Lied der Regenbögen erfüllen und mich mit allem verbinden.
Möge die grosse Mutter Erde mich nähren mit ihrer ursprünglichen, roten Kraft und meine Adern mit Lebendigkeit erfüllen.
Möge ich jeden Tag erfüllt werden, auf dass ich weitergegeben werden kann.
Möge alles was ich erhalte, weitergegeben werden.
Möge alles was ich bin, von mir genommen werden.

Gebet der Cherokee Indianer


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Advent 2019 – 18. Türchen – Ich bin …

 

Ich bin der Wind, der alle grünen Dinge nährt,
und Blüten ermutigt, unreifende Früchte zu gebären.
Aus mir speisen sich die klarsten Ströme.
Ich bin der Regen, von dem Tau,
der das Gras lachen macht vor Freude am Dasein.
Ich bringe heilige Werke hervor
ich bin die Sehnsucht nach dem Guten.

Hildegard von Bingen


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Advent 2019 – 16. Türchen – Wieviel Uhr ist es? Jetzt.

Die uns täglich vormachen, der Moment zu sein … Skater by © Max Prokhorov

„Es gibt sicherlich nichts anderes als den einen Zweck dieses gegenwärtigen Augenblicks. Das Leben des Menschen ist die Folge von Augenblick auf Augenblick. Wenn der gegenwärtige Augenblick gänzlich erfaßt ist, wird es nichts mehr zu tun geben, nichts sonst ist zu erstreben.“

Aus dem Hagakure
dem Buch der Samurei

Karatetrainee by © Uriel Soberanes

Das verstehe ich unter Wu Wei – im Tun SEIN. Dann gibt es kein „ich mach mal eben …“ und auch kein „nächstes Mal mache ich es besser.“ Denn selbst wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellend ist, wer mit kompletter Aufmerksamkeit und aus ganzem Herzen tat braucht nichts bedauern, sich nicht entschuldigen, hat sich nichts vorzuwerfen und kann „es“ sofort loslassen. Nachgrübeln ist immer ein Zeichen, nicht präsent im Augenblick des Tuns gewesen zu sein.

Für mich gibt es am Beginn des Dao Weges drei Schlüsselwörter: Disziplin, Konzentration und Meditation. Mag wenig romantisch klingen, doch wer ein Warum hat, geht jeden Weg mit festem Schritt. So wie Dan (im Film: Der friedvolle Krieger), der vor seinem großen Sportevent die Fragen seines Lehrers Sokrates folgendermaßen beantwortet:

„Wo bist Du?“ – „Hier.“
„Wie spät ist es?“ – „Jetzt.“
„Was bist Du?“ – „Dieser Moment.“

Schwerkraftüberwinderin by © Kristijan Arsov

 


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Advent 2019 – 13. Türchen – und das an einem Freitag!

Nicht erst seit Dornröschen in ihren 100 jährigen Schlaf fiel, ergreift uns Unbehagen wenn wir an Freitag den 13. denken. Dieses Datum gilt noch immer als ein unglückversprechendes Omen. Doch das sich dahinter ein „weibliches Thema“ verbirgt, wissen die wenigsten. Grund genug, diesen Aberglauben mal ordentlich unter die Lupe zu nehmen.

Zusammen können sie zaubern – Sonne und Mond am Himmel, wie im Leben. Danke © Viviana Rishe

Die 13 wurde erst dann zur Unglückszahl degradiert, als sich das Denken im Rhythmus der 12 durchgesetzt hatte. Bis dahin richteten sich die Kalender nämlich nach der lunaren, also auf den Mond abgestimmten Zeit, nach der ein Jahr 13 Mondmonate hat.

„Unter den archaischen Völkern war der Mondkalender weit verbreitet, er ist aber mit der Zeit abgelöst wurden durch die Sonnenkalender … . Durch die Letzteren können die Jahreszeiten vorausgesehen werden, was für die Landwirtschaft von grossem Nutzen ist. Wenn auch den primitiven Völker, die Jäger und Sammler waren, der Mondkalender ausreichte, so stellte der Sonnenkalender für die Völker, die Landwirtschaft betrieben, einen deutlichen Fortschritt dar,“ schreibt Carteland in seinem Internetbeitrag über die Zeitrechnung verschiedener Kalender.

Der heute gültige, gregorianische Kalender setzte sich Ende des 16. Jahrhunderts durch, und basiert in seiner Taktung auf den 12 Sonnenmonaten. – Hier ereilt mich beim Schreiben die Frage, ob es wohl einen Zusammenhang zwischen der Einführung des neuen Kalenders mit der Verfolgung heilkundiger Frauen und den gräulichen Hexenprozessen zwischen 1550 und 1650 gibt – denn die Sonne wird seit jeher mit dem männlichen und der Mond mit dem weiblichen Prinzip assoziiert. –

Doch zurück zur 13. Um die 12 zu etablieren wurde die 13 erstmal verunglimpft (wie das seit jeher in der Denkungsart des entweder-oder üblich ist). Das Märchen Dornröschen steht Patin dafür: Die Königstochter hat Geburtstag und es soll ein schönes Fest gefeiert werden. Doch weil man nur 12 goldene Teller besaß (Sonne) wurde die 13. Fee einfach nicht geladen. Und dass verleugnete und ausgestoßene Schatten meist Unheil bringen, zeigen Aufstellungen und systemische Therapie. Die nicht-eingeladene Fee kommt nämlich trotzdem vorbei und verflucht erstmal das Dornröschen.

Der Fluch wird durch die 12.(!) Fee jedoch verwandelt und so wird aus der Todesbotschaft ein 100-jähriger Schlaf. Mir scheint, wir Menschen wachen erst gerade daraus auf 😉 … Wer sich nun noch mit der Numerologie befasst weiß, dass die 13 keine „negative“ Zahl ist, denn nach dem Ende der 1. Periode (12) kommt es mit der 13 zum Neuanfang: Transformation, Loslassen, Abschiede, Neubeginn, Wachstum und Weiterentwicklung, alles Attribute der 13. Begriffe, die derzeit unser altes Weltbild transformieren. Und denen, die es beim Alten belassen wollen, kann das natürlich Angst machen.

Fehlt noch der Freitag: ein durch und durch der Weiblichkeit gewidmeter Tag. Wer sich erinnert, dass alle Wochentage den Planeten geweiht sind (Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus!, Saturn, Sonne) stellt fest, dass an Freitagen die Venus regiert. Ihre germanischen Namen lauten Freia, Freyja oder Frigg, auf griechisch heißt sie Aphrodite. Und ein Ausflug in die biblische Schöpfungsgeschichte zeigt, dass am 6. Tag die Schöpfung vollendet war und Gott am Sabbat ruhte. Also finden wir auch hier einen vollendeten Zyklus.

So gesehen kann uns eigentlich nichts besseres passieren, als Freitag, den 13. willkommen zu heißen.

Möge er uns gesegnete, fruchtbare Neuanfänge bescheren!

 


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Advent 2019 – 12. Türchen – Ach, Shakespeare

Vögel oder Engel? Wer kann es wissen! Den Moment begleitet hat © Frank Mcenna

Sie kommen noch immer
durch den aufgebrochenen Himmel,
die friedlichen Schwingen ausgebreitet,
und ihre himmlische Musik schwebt
über der ganzen müden Welt …

William Shakespeare
aus dem Büchlein ‚Engel passen auf dich auf‘