Susanne Berkenkopf

„Ein Zuhause ist mehr, als vier Wände und ein Dach über dem Kopf." Dies ist ein Blog über Räume, über innere und äußere Räume. Denn ich bin überzeugt, dass jeder Raum in dem wir uns regelmäßig aufhalten, Einfluss auf unser Leben nimmt. Also gebe ich hier Anregungen, wie Wohnräume und Arbeitsplätze energetisch und ästhetisch optimiert werden können. Ich schreibe für Menschen, die in einer wohltuenden Umgebung leben wollen, die innere und äußere Freiräume schätzen, und an ihr Potenzial glauben. Ich schreibe für Menschen, die wie ich, jetzt und auf dieser Erde zum Wohle des Ganzen wirken wollen. Im „echten Leben" biete ich Wohncoaching, Grundrissanalyse und Lebensstilberatung. Meine Werkzeuge sind Imperial Feng Shui, Geomantie, chinesische Astrologie und systemische Beratung. Mehr unter www.feng-shui-und-beratung.de


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Der Beginn der Raunächte

Wir fügen Speichen in einem Rad zusammen
aber es ist das Loch in der Mitte,
das die Bewegung des Wagens bewirkt.
Wir formen Ton zu einem Topf,
aber es ist die Leere darin,
die das Gewünschte enthält.
Wir zimmern Holz für ein Haus
aber es ist der Innenraum,
der es bewohnbar macht.
Wir arbeiten mit dem Seienden
doch Nichtseiendes macht den Nutzen aus.
Laotse

Raunächte 2017

Foto © Apollontempel

Frühestens am Abend des 20. und spätestens am 24. Dezember treten wir ein in die zeitlose Zeit. Zwölf Tage und Nächte, in denen wir heraustreten können aus der mechanischen, linear verlaufenden Uhr-Zeit, um unsere Wahrnehmung auf den gefühlt-richtigen Zeitpunkt zu lenken, wieder hinein in die natürlichen Rhythmen.

Vielleicht ist es das, was Frau Holle uns lehren wollte: Zur richtigen Zeit das Richtige tun – das Brot aus dem Ofen holen wenn es fertig gebacken ist, den Baum schütteln, wenn die Früchte reif sind. Ohne auf die Uhr zu schauen, allein weil unser Gespür für den rechten Augenblick stark ist und stimmig.

„In der Ewigkeit ist fürwahr etwas Wahres und Erhabenes.
Aber all diese Zeiten, Orte und Gelegenheiten sind jetzt und hier.
Gott selbst kulminiert im gegenwärtigen Augenblick
und wird nicht göttlicher sein im Verlaufe aller Äonen.“
Henry D. Thoreau

„In den alten Zeiten – als das Wünschen noch geholfen hat, wie es im Märchen heißt – verwandten die Menschen viel Aufmerksamkeit darauf, ihre Beziehung zur Natur, zu den unsichtbaren Welten und den darin verborgenen Kräften zu pflegen.

Heute sind wir meist viel zu beschäftigt, um uns dem Unsichtbaren zu widmen. Die Verbindung mit dem, was wir nicht fassen können, ist schwächer geworden oder ganz abgerissen. Die Zeit zwischen den Jahren, in der die Schleier zwischen den Welten dünn sind und das Lebenstempo sich verlangsamt, ist eine wunderbare Gelegenheit, innezuhalten und wieder ein Gespür für die Verbindung mit den tieferen und höhreren Wirklichkeiten in uns und um uns herum zu entwickeln.

Wir können uns daran erinnern, dass eine tiefe Aufgabe unseres Lebens darin besteht, das Licht in uns zum Leuchten zu bringen und das innere Feuer zu nähren. Wir können unsere Liebes- und Begeisterungsfähigkeit, unsere Lebendigkeit und Lebensfreude stärken und uns bewusst machen, dass unser Leben sinnvoll ist, auch wenn uns dieses Gefühl zwischendurch abhanden gekommen sein mag.

Seit Urzeiten ist die Wiedergeburt des Lichts aus tiefer Dunkelheit zu Mittwinter immer wieder gelungen. Die Tage und Nächte zwischen den Jahren laden uns ein, uns dieser großen Bewegung anzuvertrauen und sie auch in uns zu vollziehen.“

Zur Lektüre für die Raunächte empfehle ich das Buch, aus dem dieses Zitat stammt
Das Mysterium der Raunächte von Nayoma de Haen

Wer innehält – erhält inneren Halt –
und bleibt sich selbst erhalten.
Laotse

Die Sonne liebt die Erde - jeden Morgen kehrt sie zurück

Möge das Licht in die Herzen der Menschen einziehen und auch die Schatten erleuchten.


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Kultiges Federbett

Feder im Himmel„Du sag mal“, verschmitzt lächelt meine Freundin Isobel mich an. „Ich habe letztens nachgedacht: Warum hängte man früher eigentlich die Oberbetten aus dem Fenster? Heute sieht man das gar nicht mehr. Du hast doch bestimmt eine Geschichte dazu, oder?“ Sie zwinkert mir zu.

Tatsächlich habe ich in den alten Märchenbüchern etwas dazu gefunden. Also, das ging so: Früher, als die Menschen noch an Geister glaubten galt es als äußerst riskant, während der Geisterstunde, also zwischen zwölf und eins, noch auf der Straße zu sein. Das war nämlich die Zeit, in der sich dort nur die in der Zwischenwelt gefangenen Seelen herumtrieben und natürlich Hexen, Zauberer und Werwölfe.

Und weil denen niemand freiwillig begegnen wollte, legte sich der brave Mensch möglichst vor Mitternacht ins Bett (Handy, Fernsehen und Computer gab es ja noch nicht). Schon immer galt der Schlaf als der kleine Bruder des Todes, weil auch im Schlaf die Seele in die Anderswelt reist, und zwar ins Reich der Frau Holle. Frau Holle ist ja unsere Seelenhüterin und es heißt, der Frau Holle erscheinen unsere Seelen wie Gänse, derweil sie unsere Gänsemutter ist. Darum legte man sich zum Schlafen eben gern in Gänsefedern (Hühnerfedern waren tabu).

Gänsemutter Frau HolleSich mit ihnen zuzudecken bedeutete, sich ins Reich der Frau Holle zu begeben. Bei Wolf-Dieter Storl kann man nachlesen, dass in Mitteleuropa das Federbett aus diesem Grund absolut Kult war. Morgens sollte es dann gut ausgeschüttelt und an die frische Luft gehängt werden, damit kein (unerwünschter) Geist sich dort einnistete. Dann wurde das Bett schön gemacht, roch gut und lud abends ein, sich zeitig wieder einzukuscheln und auf Reisen zu gehen.

Okay Isobel? Gefällt dir die Geschichte?