Susanne Berkenkopf

Feng Shui • Beratung • Inspiration


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Tag 26 – Ein Feng Shui Garten für alle Sinne

Wie wär’s mit einem sinnlichen Garten? Ein Garten, der lockt, verführt und allen Sinnen schmeichelt? Ein Garten, in dem mit geschlossenen Augen ebenso viel oder vielleicht sogar mehr geschieht als mit offenen ?

Dann habe ich heute ein paar Tipps, wie aus einem einfachen Garten ein anregender Ort für alle Sinne wird.

Für die Augen

Sehen

  • eine Vielfalt an Formen und Farben
  • Pflanzen anschauen, als sei es das erste Mal; wie außergewöhnlich jede auf ihre Art ist!
  • etwas, das neugierig macht; etwas das halb verborgen lockt, näher zu kommen
  • dass manche Pflanzen sich tatsächlich stündlich verändern. Die Augen einfach mal in Zeitlupe mitbewegen
  • Skulpturen aus Holz, Ton oder Metall. Das sich bereits geformte Bild mit schönen Accessoires auflockern, wie „zufällig“ Rosenkugeln, Vogeltränken und Nachbildungen aus dem Reich der Naturwesen oder Amphoren aufstellen
  • auf Rundungen im Beet und geschwungene Wege achten
  • unterschiedlich geformte Blüten und Blätter, wie fein geädert jedes Blatt ist
  • die Hecke mal mit Schwung schneiden, oder sogar einen Kreisausschnitt zum Durchblicken hinen schneiden
  • welches Schauspiel führen die Wolken heute auf, während du herrlich im Gras liegst und den Duft einsaugst
  • wie sieht es im Inneren eines Blütenkelches aus, wie unterscheiden sich Lilie, Fingerhut oder Nachtkerze
  • Hurtig laufen Ameisen und kleine Käfer durchs Gras – woher wissen sie so genau, wohin sie wollen?

 

Für die Nase

Riechen

  • Duftgehölze wie Silberkerzenstrauch, Seidelbast, Federbuschstrauch, Bienenbaum, Schmetterlingsflieder
  • Duftpflanzen wie Lavendel, Schokoladenblume, Rosen, Lilien, Katzenminze
  • Pflanzen, die nur nachts duften wie Taglilien, Nachtkerze, Ziertabak, Stechapfel, Wunderblume, Mondviole
  • Äpfel die zur Zeit der Reife einen intensiven Geruch verströmen, sei es als Klar- oder Septemberapfel
  • das Wasser vom Teich oder vom Springbrunnen
  • den Kompost
  • die Erde nach Regen und Gewitter
  • wie das abgefallene Laub mit der Zeit seinen Geruch verändert
  • Haut und Haare, nach einem ganzen Tag draußen
  • selbst aufgebrühten Tee aus Gartengewächsen wie Kamille, Rosmarin, Hagebutten
  • Einen „Dufttunnel“ anlegen, mehrere Rosenbögen hintereinander setzen und sie mit duftenden Kletterpflanzen beranken. Sich vom Duft einhüllen lassen.

 

Für die Ohren

Hören

  • Wasser plätschern
  • Vögel singen
  • das Brummen von Hummel und Biene
  • Blätter rauschen
  • Grillen zirpen
  • Vögel fliegen
  • Bambus rascheln
  • Gräser flüstern
  • Motorendröhnen vom Flugzeug, Auto oder Motorrad
  • entfernte Stimmen
  • den Wind, wenn er um Ecken saust oder sanft das Gras liebkost
  • Schmetterlinge lachen

 

Für den Mund

Schmecken

  • Obst, frisch vom Baum oder Strauch gepflückt, noch warm von der Sonne
  • selbst angebautes Gemüse
  • selbst gezogene Kräuter
  • eigene Beeren
  • den intensiven Geschmack der Wildkräuter im Salat oder Smoothie von Löwenzahn, Giersch oder Gundermann
  • ruhig auch mal die Erde, auf der alles wächst
  • wie unterschiedlich die Luft schmeckt nach einem Gewitterregen, nach einem Sonnentag, vor Morgengrauen
  • den Nebel
  • einen Grashalm, die Blüte vom Hartriegel
  • Regenwasser
  • morgendliche Tautropfen in Frauenmantel, Lotus oder auf dem Acanthus

 

Für die Haut

Katze

Augen schließen und fühlen

  • das Gras unter nackten Füßen spüren
  • wie läuft es sich auf Bodendeckern aus Polsterthymian oder Sternmoos
  • den Morgentau, die Abendfrische, die sanfte Kühle der Erde in der Mittagshitze
  • wie der Wind die Haut streichelt
  • ein Fuß-Beet aus Tannenzapfen, Flusskieseln, Tannennadeln, Sand
  • wie Blätter sich anfühlen, wenn du dir ein Bett aus Laub formst und darin sanft einnickst
  • wie die wandernde Sonne mal Wärme, mal Schatten auf die Haut wirft
  • wie anders der Wind um die Nase weht, wenn du oben im Baum(haus) sitzt
  • wie sich Blumen anfühlen, berührt mit geschlossenen Augen

In einem Garten für alle Sinne werden Novalis‘ Worte wahr:
Wer Schmetterlinge lachen hört, weiß wie Wolken riechen.“

P.S. Natürlich kann auch alles kreu und quer getauscht werden, dann riechen Sie an den Rosen, schmecken das köstliche Wasser, lauschen den Bienen am Lavendel … Ergänzen Sie eigene Vorlieben, lassen Sie sich wohl sein. Phantasie ist ein Geschenk – sie auszuleben die Krönung!


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Tag 25 – Aus der Schatzkiste

Heute gibt’s Inspirationen aus meiner Schatzkiste. Entscheide selbst, welches Thema dich interessiert.

Müssen wir umziehen?, fragt sich, wer das Gefühl hat, dass ein Zuhause gar keins ist. Ob ein Umzug wirklich nötig ist oder ob es nur kleine Anpassungen braucht, klärt sich meist ziemlich schnell. Manchmal bedarf es nur einer „inneren“ Korrektur, um aus einem Haus ein Zuhause zu machen.
Feng Shui statt Umzug

 

Vielleicht braucht der Eingang eine „Aufhübschung„?
Schöner Ankommen. Fünf Feng Shui Tipps für gelungene Vorgärten und den Eingang.

 

Was pflanzen wir nur? Wer beim Gärtner steht und auch die Symbolsprache der Pflanzen in die Gestaltung einbeziehen will, hier geht’s in die Tiefe. Dies ist nur eine kleine Auswahl, wer stöbert, findet mehr auf meiner Seite
Rose, Veilchen, Rosmarin – Botschafter der Liebe
Beifuß, Birne, Bambus – Schutz, Kraft und langes Leben
Pfingstrose, Akelei, Holunder – Glücksbringer, Liebeskraft und Schutzgöttin

 

Ein kleines Zuhause? Kein Problem! Feng Shui kennt auch dafür Lösungen!
Feng Shui Tipps für das kleine Zuhause

 

Was fehlt? Worüber möchtest du gern mehr wissen oder dir bei mir Anregungen holen?
Sag’s mir, noch fünf Tage gibt’s die tägliche Portion Inspiration für Raum und Leben.

 

 


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Tag 23 – Hilfreiches „Unkraut“

Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen, pries Sebastian Kneipp. Blöd nur, dass unsere unwissende oder ignorante (? ) Einteilung in „gutes Kraut“ oder „Unkraut“ oft verhindert, den Segen jeder Pflanze zu würdigen und zum eigenen Gedeihen zu nutzen.

Bienen – und Heilpflanze Borretsch

Neulich las ich diesen anregenden Gedanken: „Viele Wildkräuter haben einen tausendjährigen Überlebenskampf hinter sich, und der Mensch hat es dennoch nicht geschafft, sie auszurotten. … Ihr Versuch, sich den Menschen als Verbündete anzubieten ist bisher gescheitert. Vor allem dort, wo die Gesundheit des Menschen auf dem Spiel steht, sind sie nur dienlich: Viele Wildkräuter besitzen als Pionierpflanzen Wurzeln, die tiefer gehen als die der Kulturpflanzen und den Boden meist noch feiner durchweben. Sie kommen an Nährstoffe heran, die Kohl, Karotte & Co. nicht mehr erreichen, und „spielen“ sie ihnen zu.“ (aus: Magic von Katja Holler)

Schmetterlingspflanze Beinwell – macht müde Beine munter

Weiter bin ich auf 7 Pflanzen gestoßen, die Rudolf Steiner als „Wuchsbeschleuniger“ empfahl. Borretsch, Kamille, Brennnessel, Schafgarbe, Ringelblume, Beinwell und Löwenzahn regen danach das Wachstum müder Kulturpflanzen an, und helfen ihnen, wieder „auf die Beine“ zu kommen. In dieser Aufzählung sind mindestens zwei, die als klassisches Unkraut gelten. Höchste Zeit, umzudenken.

Jedenfalls habe ich gemerkt, dass einige der genannten Pflanzen weder von Kaninchen noch Schnecken verspeist werden. Dafür bin ich einfach dankbar, denn sie haben offensichtlich Mittel, sich gegen die „Vertilger“ zu wehren, ohne dass ich etwas tun muss. Und seit der Begegnung mit der tollen Kräuterfrau Mo entdecke ich täglich mehr Pflanzen in meinem Garten, die ich früher einfach ausgerissen hätte. Jetzt bin ich erstaunt, was alles essbar ist und wie gut, das heißt wieviel lebendiger, angeregter und fröhlicher ich mich fühle, seit ich sie in meinen Speisplan aufgenommen habe.

Allen, die mehr über den Reichtum unserer pflanzlichen Nachbarn erfahren wollen empfehle ich den Fürsprecher der Pflanzenwelt, Wolf-Dieter Storl. Sein neues Buch Die „Unkräuter“ in meinem Garten ist ein wahrer Schatz!


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Tag 22 – Gartenphilosophie

Gestern war ich im Garten und dachte so: Wer gärtnert, lernt viel über das Leben.

Man kann sich noch so viel vorstellen, planen und pflanzen – immer wieder bilden sich davon abweichende, eigene Versionen. Tatsächlich sind die manchmal gelungener, als die Idee.

Es entstehen Allianzen, die undenkbar schienen und gerade darum für wundervolle Überraschungen sorgen. Ein Garten ist nicht wie ein Bild irgendwann fertig, sondern er verändert sich ständig.

Sein Eigenleben bleibt faszinierend, auch wenn es manchmal Geduld und Nerven strapaziert. Dann fordert er heraus, locker zu lassen. Später dann große Freude beim Entdecken, wie er das wieder hingegekriegt hat.

Manchmal ist es tatsächlich das Beste nichts zu machen, zu beobachten was geschieht, und staunend zu bewundern, welche Samen aufgehen.

Eben wie im „richtigen Leben“.

 

 


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Tag 9 – Drei Zauberpflanzen für den Garten

Was wär ein Garten ohne Pflanzen?
Darum gibt es heute drei Empfehlungen mit Rezepten für Wohlbefinden durch starke Pflanzengeister.

Johanniskraut, die Zauberhafte, braucht viel Sonne, ist ansonsten jedoch mit kalkhaltigem, mageren Boden zufrieden. Die Germanen hatten es Baldur, dem Lichtgott geweiht und im Mittelalter galt Johanniskraut als Abwehrpflanze gegen böse Geister. Dazu wurde es in Büscheln über den Hauseingang gehängt. Heute ist Johanniskraut vor allem als bewährtes Mittel gegen Melancholie und depressive Verstimmung bekannt. Wer sich ein wenig Zeit nimmt um seine gelben Blüten eine Weile zu betrachten, kann das warme Gelb schon wie ein Trostpflaster auf der Seele spüren.

Rezept: Johanniskrautöl wirkt entzündungshemmend und antiviral, hilft hervorragend bei Brandwunden und rissiger, entzündeter Haut. Dazu werden Johanniskrautblüten in ein dunkles Schraubglas gesammelt und mit sehr gutem Olivenöl vollständig übergossen. Drei Wochen stehen lassen und täglich leicht schütteln. Dann in ein dunkles Fläschchen abseihen und lichtgeschützt aufbewahren. Ich habe letztes Jahr  welches angesetzt und kann das Selbermachen wärmstens empfehlen. – Macht die Haut lichtempfindlich, also Vorsicht bei Sonnenbädern.

 Ackerschachtelhalm, heilendes Zauberkraut, enthält Kieselsäure, Kaliumsalze und andere mineralische Bestandteile. Gut für Haut, Haare und Nägel. Es heißt, dass weise Frauen früher die blutstillenden und wundheilenden Kräfte der Pflanze nutzten. So wurde es bei zu starker Menstruationsblutung verwendet und manche Frau war überzeugt, dass sie die Pflanze nur in der Hand halten brauche, um die Blutung zu beruhigen. In der Klostermedizin wurden Aufgüsse mit Ackerschachtelhalm bereitet um Hautekzeme, Krampfadern und Wassersucht zu behandeln.

Wer Ackerschachtelhalm als Zinnkraut kennt – der hohe Anteil an Kieselsäure ist wunderbar geeignet, Zinngeschirr wieder blank zu polieren.

Rezept: Stoffwechseltee. Mische je 15 g Wachholderbeeren, Petersilie, Ackerschachtelhalm, Hauhechelwurzel, Fenchel und Pfefferminze, übergieße 1 – 2 TL mit heißem Wasser, lasse 20 Minuten ziehen. Durch ein Sieb abgießen und täglich drei Tassen genießen. – Nicht länger als 4 Wochen und nicht bei Herzschwäche oder Nierenfunktionsstörungen trinken.

 Engelwurz, dieser bis 1,50 m große, lichtvolle Schutzengel aus dem Reich der Pflanzen repräsentiert die Kraft der Sonne und sollte im Garten einen feuchten Platz bekommen. Um zu gedeihen braucht es einen Standort, an dem es tief wurzeln kann. Engelwurz gilt unter anderem als nervenstärkendes Universalmittel, es heilt Entzündungen und Darmprobleme und regt die Leber an. Ist ein fester Bestandteil der chinesischen Kräutermedizin. Selbst Schimmelpilzen soll man mit ihrer Hilfe den Garaus machen. Wer ein bisschen zaubern möchte wehrt mit einem Amulett oder einer Räucherung aus Engelwurz böse Geister und Dämonen ab. In Überlieferungen ist zu lesen, dass ein Stück Engelwurz bei sich getragen Mut und Selbstvertrauen gibt und vor Albträumen bewahrt. Wer mit Energievampiren zu tun hat hänge in die Hausecken ein Sträußchen aus Blättern und Blüten.

Rezept: Bei Verdauungsbeschwerden setze 1 TL Engelwurz mit kaltem Wasser an, koche kurz auf und gieße durch ein Sieb. Den Tee 15 Minuten vor dem Essen trinken. Übrigens ist Engelwurz dank der Klostermedizin auch in einigen Likören enthalten, z. B. Melissengeist, Karmelitergeist oder Chartreuse. – Auch Engelwurz fördert die Lichtempfindlichkeit der Haut, also achtsam bei der Anwendung und keine gleichzeitigen Sonnenbäder.


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Feng Shui Basics für den Garten

„Ich setze als wahr voraus, dass es im Himmel und auf Erden Götter gibt und dass die unergründliche Natur und mein Ich einander antworten.“ Yang Mu

Dieser Verbindung von Ich und Natur lässt sich jederzeit nachspüren. Besonders angenehm für alle Sinne ist es jetzt, da lang ersehnter Sonnenschein nach draußen lockt. Sich gücklich schätzen darf, wer im eigenen Garten an einem schattigen Plätzchen ausruhen oder kreativ werkeln darf, um Kraft für den Alltag zu schöpfen.

Der Ursprung der Harmonielehre

Mit ein paar Basics des Feng Shui, der fernöstlichen Harmonielehre von Wind und Wasser, können neue Impulse für die Gestaltung in den Garten einziehen. Anfänglich wollten chinesische Gelehrte eigentlich „nur“ herausfinden, wie Menschen, Tiere und Pflanzen sich unter bestimmten Bedingungen verhalten und wie sie sich verändern, werden die äußeren Bedingungen gewandelt. Das Ziel einer Gestaltung mit Feng Shui war immer, in harmonischem Einklang mit seiner Umgebung und der Natur zu leben und dadurch positiv auf Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensfreude zu wirken. Lebenskraft erhalten, das war und ist das Zauberwort.

Der Garten – eine universelle Form des Seins

Die Kunst der harmonischen Gartengestaltung entwickelte sich nicht nur im Fernen Osten, auch in Europa entstand eine eigene Form der Gartenkunst. Sie orientierte sich überwiegend am Zeitgeist und den dazu gehörenden philosophischen Überzeugungen. Auch in der westlichen Welt wurden Gärten nach „Energie-Kriterien“ angelegt und Eingeweihte nutzten ihr „Wissen der Erde“, genannt Geomantie, um von unsichtbaren, in der Erde verlaufenden Kraftlinien zu profitieren und sie zur Erbauung einzubeziehen.

Philosophisch können wir jeden Garten als einen Mikrokosmos betrachten, als ein Abbild des großen Ganzen. Und je nach Epoche und eigenem Geschmacksempfinden wechselt die Darstellung dieses lebendigen „Landschaftsgemäldes“ auch heute noch: Bevorzugt der eine die üppige Farbenpacht und das scheinbar wilde Durcheinander des Bauerngartens; findet die andere im sparsam und zurückhaltenden Zen-Garten ihr inneres Abbild. Gemeinsam tragen alle Mensch die Sehnsucht nach dem Paradies in sich und die Gärten soll(t)en ein irdisches Abbild dieser Sehnsucht darstellen. Im Garten begegnet der Mensch den Elementen und damit auch sich selbst.

Einen Feng Shui Garten per se, den gibt es gar nicht

Feng Shui ist die Kunst, in harmonischem Einklang mit der Umgebung zu leben. Deshalb orientiert sich ein solcherart gestalteter Garten an den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten. Erkennungszeichen sind die Anlage der Wege, die Platzierung von Wasser, gekonnte Steinsetzungen und die Bepflanzung mit dominanten Kennzeichen, seien es Bäume oder Hecken. Ein gelungener Garten hat keinen Anfang und kein Ende und die Meisterschaft (vor allem der japanischen Gärten) besteht darin, für das Auge einen endlosen Blick zu schaffen; Kenner sprechen in solchen Fällen von „geliehenen Gärten“.

Wer einige Basics der Feng Shui Lehre bei der Anlage eines Flecken Erde einbezieht, wird seinen Garten als besonders harmonisch, inspirierend und wohltuend für die Gesundheit empfinden. Wirkt ein Garten dagegen leblos oder ein bisschen eintönig, ist das in den meisten Fällen auf ein Ungleichgewicht der 5 Elemente oder auf ein nicht ausbalanciertes Verhältnis von Yin und Yang zurückzuführen. Die Lehre besagt, dass alles was um uns ist, also Lebenwesen, Pflanzen und auch Steine eines der 5 Elemente repräsentiert. Die 5 Elemente stehen miteinander in tiefer Verbindung, sie können sich fördern, zerstören oder kontrollieren.

Tipps und Tricks für harmonische Gestaltung mit den 5 Elementen 

Pflanzen und Accessoires für den harmonischen Garten bestehen aus dem

Element Holz – Sinnbild des Frühlings. Charakterisch für das Holzelement ist die kräftig nach oben strebende Energie. Seine Farbe ist Grün. (Accessoire Säule, Pflanzen z. B. Hyazinthe, Tulpe, Bambus oder Rittersporn). Holz fördert das

Element Feuer – welches für die Jahreszeit des Sommers steht, sein Sinnbild ist die Expansion. Dem Feuer sind die Farbe Rot sowie spitze oder dreieckige Formen zugeordnet (Accessoire Gartenlicht, Feuerpflanzen u. a. Krokus, Gladiole, Stechpalme). Feuer befruchtet das

Element Erde – sie hat eine vermittelnde, aufnehmende Energie und entspricht dem Spätsommer. Die Farben sind ocker, sand, terracotta, ihre Form ist rechteckig oder quadratisch (Accessoires sind Steine oder Terrakotta-Waren, Pflanzen im Erdelement u. a. türkischer Mohn, Schneeglöckchen, Clematis oder Felsenbirne). Aus der Erde gewinnt man das

Element Metall – das Element der maximalen Verdichtung. Diese Energie strebt dazu, sich im Mittelpunkt zu vereinen. Jahreszeitlich wird Metall dem Herbst, der Zeit der fallenden Blätter, zugeordnet. Seine Farben sind Weiß oder Silber, die zugehörige Form ist rund. (Accessoire Metallkugel, Pflanzen z. B. Vergissmeinicht, Pfingstrose, Pampasgras, Akelei oder Glyzinie). Metall wirkt anreichernd auf das

Element Wasser – welches die nach unten fließende Kraft symbolisiert. Seine Form ist wellig und unregelmäßig, seine Farben sind Blau oder Schwarz. (Accessoire Vogeltränke oder Teich, Pflanzen z. B. Lavendel, Stiefmütterchen, Osterglocke, Ringelblume oder Fingerhut).

Lass‘ Blumen sprechen …

Auch die innere Wirkung der Pflanzen, also ihre Symbolsprache, bereichert jeden Garten. Mit Schafgarbe kann zum Beispiel weibliche Intuition und Einfühlungsvermögen gestärkt oder mit Hilfe des Bambus eine Aufbruchstimmung erzeugt werden. Die Lupine stärkt Duchsetzungskraft und Selbstbewusstsein, die Forsythie bringt Einfachheit, Hortensien beruhigen den Geist und die Strauchpfingstrose wird wegen ihrer Schönheit und als Glücksbringer geschätzt. (Mehr zur Pflanzensymbolik findest Du hier)

Wer einen neuen Weg anlegt, sollte auf geschwungene Wegeführung achten, damit das lebensspendende Qi langsam durch den Garten und zum Haus fließen kann. Dabei haben natürliche, hochwertige Materialien eine deutlich höhere Grundenergie, sie unterstützen die  Lebenskraft nachhaltig und sind deshalb ihre Investition wert.

Unbelebt wirkende Gartenbereiche können mit Aufmerksamkeitspunkten wie Licht, Solitärpflanzen oder Accessoires verschönert werden. So wird auch hier das Qi angelockt. Der Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt:

  • Vielleicht gestalten Sie jenseits des Hauptweges kleine Themengärten?
  • Ein Garten, der nicht auf den ersten Blick zu überschauen ist, macht neugierig und wirkt anregend.
  • Und in jedem Garten, sei er noch so winzig, sollte eine kleine Zone unbearbeitet bleiben um einen Rückzugsort für Tiere zu schaffen. Das muss ja nicht immer auf der Erde sein, auch wer in die Höhe denkt wird fündig: ein umgedrehter, mit trockenem Grasschnitt gefüllter Blumentopf wird ein Zuhause für Ohrenkneifer, Käfer lieben zusammengebundene, in den Baum gehängte Äste, am Haus könnte ein Kasten für Fledermäuse angebracht werden (dann an nachtblühende Pflanzen denken!) und natürlich der klassische Laub- und Gehölzhaufen für Igel. Unberührte Orte werden zu Plätzen der Wandlung und laden uns ein, über das Tao des Lebens zu sinnieren.

Plädoyer für Wohlbefinden und Gesundheit

Ein lebendiges, nach Feng Shui Kriterien gestaltetes Stück Natur versorgt uns alle mit vitaler Lebensenergie und trägt dazu bei, das Empfinden zu bereichern. Eine Gartengestaltung für alle Sinne belebt die Vielfalt, bereichert schauen, riechen, schmecken, fühlen und hören und ist ein unerschöpflicher Quell für Gesundheit und intensives Wohlbefinden.

Brauchen Sie Inspiration für Ihren Garten, dann sprechen Sie mich gerne an. Ich bin eine leidenschaftliche Gärtnerin und schöpfe aus der nie versiegenden Quelle … 🙂 ❤

 


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Alraune, Bilsenkraut, Tollkirsche – Nicht nur Hexen lieben Gift im Garten

In einem echten magischen Garten besitzt jede Pflanze eine eigene Persönlichkeit. Wer auf Ausgewogenheit achtet und den lieblichen Pflanzengeistern das ein oder andere Gegengewicht zur Seite pflanzen möchte, wagt einen Blick über den Zaun und lässt sich vom Pflanzplan der Urhexe Hagazussa inspirieren.
Doch Vorsicht, diese Pflanzen gehören nicht in den Mund und schon gar nicht in Reichweite von Kinderhänden!

Die Alraune – Pflanzengeist in Menschengestalt

Pflanzengeist Alraune. Foto © susannp4

Bis ins späte Mittelalter galt das geheimnisvolle Zauberkraut Alraune als begehrter und mächtiger Talisman für Glück in der Liebe und Reichtum in Hülle und Fülle. Wer sich glücklich schätzen durfte, eine der seltenen Wurzeln zu ergattern war gern bereit, ein kleines Vermögen dafür hinzublättern.

Als typisches Nachtschattengewächs enthält die Alraune giftige Alkaloide und Cumarine. Im Mittelalter wurden Blätter und Früchte als Narkotikum vor Operationen, als Schlaf-, Brech- und Abtreibungsmittel und gegen Schmerzen verwendet. Auch als Aphrodisiakum wird die Alraune in mittelalterlichen Schriften erwähnt.

Damit der Pflanzengeist in Menschengestalt magisch wirkt, gebührt ihm besondere Ehre. Sowohl beim Ausgraben im Herbst, nach dem sich alle Kraft in die Wurzel zurück gezogen hat, als auch bei der späteren Aufbewahrung sind wichtige Details zu beachten. Wer sie ohne passendes Ritual ausgrabe, dem drohe großes Unheil. In den alten Legenden heißt es, man könne durch den Schrei, den die unfreiwillig genommene Wurzel ausstoße, in den Wahnsinn getrieben werden.

Vor der Grabung also unbedingt mit dem Pflanzengeist Kontakt aufnehmen, um den Preis zu erfahren. Schließlich bezahlt die Pflanze mit ihrem Leben und soll später ihre Magie wirken lassen, das mag sie sich schon was kosten lassen. Wer nicht bereit ist den Preis zu zahlen, sollte lieber die Finger von ihr lassen.

Ist das geklärt wird die Wurzel mit großer Vorsicht ausgegraben, sie darf bei diesem Vorgang nicht verletzt werden. Danach sollte sie in Rotwein gebadet und sorgfältig getrocknet werden. Später gehört eine Alraunwurzel in Samt und Seide gekleidet und geschützt aufbewahrt.

Und dann kann’s losgehen mit der Zauberei: Legt man sie auf den Kaminsims soll dies dem Haus Wohlstand und Schutz bescheren, legt man sie neben sich ans Bett wirke sie schützend gegen alle Unbill, die einen im Schlaf ereilen kann. Als Amulett getragen soll die Alraune ihren Liebeszauber entfalten und wer sein Geld neben sie lege, dem soll sie’s gar verdoppeln.

Schwarzes Bilsenkraut – Nachtschattengewächs mit Schweißfußgestank

Der Volksmund kennt sie als Drachenpflanze oder Teufelshoden und wem Name und die gelblichen, mit violetten Adern durchzogenen Blüten nicht unheimlich anmuten, kann eine weitere Zauberpflanze im Garten beheimaten.

Auch das Bilsenkraut ist ein Nachtschattengewächs, enthält sehr stark giftige Alkaloide und man kann sich leicht an ihr vergiften. Doch wie es sich für ein echtes Hexenkraut gehört hat sie auch starke Heilwirkung. So wird Bilsenkraut heute in der Homöopathie bei Kitzelhusten, Blasenlähmung und gegen schizoide Zustände verordnet.

Die Kelten verehrten das Bilsenkraut als dem Sonnengott Belenos geweihte Pflanze und die Druiden brauten Bilsenbier, um mit den Göttern zu verkehren (das Kraut wurde übrigens bis 1516 dem Bier beigemischt und angeblich leitet sich der Begriff „Pils“ daraus ab). Orakelpriesterinnen nutzten Bilsenkraut als Bestandteil einer Räuchermischung, um sich in Trance zu versetzen und wie Tollkirsche gehört Bilsenkraut in die Flugsalbe der Hexen.

Durch ihre Gabe, Tore in die Anderswelt zu öffnen gehört es zu den Kräutern, die außersinnliche Wahrnehmungen und Visionen ermöglichen. Geschätzt wurde sie außerdem als Beigabe zum Liebeszauber und als wirksames Mittel für einen Giftmord. Wer sich jedoch nicht auskennt sollte die Finger von ihr lassen und sie aus der Ferne bestaunen.

Belladonna Tollkirsche –Höllenkraut mit wohlklingendem Namen

Strengstens gewarnt wird vor dem Verzehr der schwarz glänzenden Beeren, denn schon die kleinste Menge kann zu Vergiftungen führen. Doch Verständige wissen: Was tötet kann auch heilen, es kommt allein auf die Dosis an. Heute darf Tollkirsche ihre Heilwirkung in Mitteln gegen Epilepsie und Keuchhusten entfalten und in der homöopathischen Heilkunde wird sie bei fiebrigen Erkrankungen verordnet.

Dem Mythos nach wuchs die Tollkirsche im Garten der Hexe Medea. Priesterinnen der römischen Kriegsgöttin Bellona tranken einen Cocktail aus Tollkirschen und anderen Kräutern, bevor sie ihre Göttin um Hilfe baten. Tollkirsche wurde früher für Abtreibung, gegen Tollwut und Gicht und als Aphrodisiakum verwendet.

Der Geist der Tollkirsche soll Depressionen, Psychosen und Geisteskrankheiten vertreiben. In der Asche der verbrannten Pflanze finden sich größere Mengen von Kieselsäure, Magnesium und Kupfer. Dies könne ein Hinweis auf die verborgene „Lichtsehnsucht“ dieser Pflanze sein, die helfen könne, toleranter und verständnisvoller zu werden und die eigenen Schattenseiten anzunehmen, schreibt Stefan Brönnle.

Doch wer in der Walpurgisnacht Ausschau hält nach Hexen, die auf einem Besen durch die Lüfte reiten hat sich hinters Licht führen lassen. In Wahrheit brauten kräuterkundige Frauen aus geheimen Zutaten, zu denen auch die Belladonna gehört, Flugsalben. Die erlauben körperlos und ohne Besen auf weite Reisen zu gehen.

Ihr botanischer Name „Atropa belladonna“ wird übrigens auf die griechische Göttin Atropos, „die Unerbittliche“, zurückgeführt, denn sie ist diejenige, die den Lebensfaden durchschneidet.