Susanne Berkenkopf

Feng Shui • Beratung • Inspiration


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Zum Abschied

Wer einen lieben Menschen verliert, ist oft untröstlich.

Doch manchmal ist die Traurigkeit schon ein Trost. Tränen fließen lassen. Erinnerungsbilder vor das innere Auge holen. Ich finde es hilfreich, der Trauer eine Weile einen Raum in sich zu geben. Nicht gleich dem Motto „Das Leben geht weiter“, zu folgen. Trauer um einen Menschen heißt auch anerkennen, was er oder sie für uns getan hat und ist gut für die Würde auf beiden Seiten. Tränen berühren das Herz und Herzsprache ist die, die wir alle intuitiv können. Sie kann denen, die voraus gehen, gutes Geleit sein.

Es war, als hätt‘ der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt‘.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

Joseph F. von Eichendorff

In tiefer Sympathie mit allen, die gerade einen lieben Menschen verloren haben und sich erlauben, zu trauern.

 

Wer mehr lesen möchte
Vor einigen Jahren habe ich einen Beitrag über Feng Shui und den Tod verfaßt. Zugegeben, er ist ein bisschen aus dem Kopf geschrieben, doch lesenswert allemal.


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Tag 30 – Danke!

Nach 30 Tagen Expedition ins räumliche Erleben wäre sicher ein guter Zeitpunkt für ein Fazit.
Doch mir ist heute eher danach, einfach Danke zu sagen – Danke für’s mitmachen, lesen, kommentieren und liken. Und auch für die Bereitschaft, dich auf meine „Feng Shui Sicht“ einzulassen.

 

 

 

 

 

 


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Tag 28 – ?

„Zwei Dinge ergeben eine Geschichte:
Das Netz und die Luft, die durchs Netz fällt.“
Pablo Neruda

Das ist eine Geschichte, die ich – zugegeben – nicht verstehe. Ich liebe jedes Wort darin, doch die Bedeutung kann ich nicht denken, nur ahnen. Ich bin verwirrt. Auch gut, dahinter steckt ja meist eine Aufforderung, „business as usual“ beiseite zu legen, etwas anders als bisher zu schauen. Neue Erfahrung zulassen, vielleicht guter Nährboden für das, was noch nicht gedacht ist.

Dem werde ich mich heute widmen. Mich mit etwas beschäftigen, das ich nicht verstehe. Manchmal ist es gut sich einzugestehen, nicht auf jede Frage eine Antwort zu haben. Sonst kann man selbst schneller zum Problem werden, als man gucken oder gehen kann. Anstatt zur gewünschten Lösung beizutragen.

Das können auch ganz reale Dinge sein. Der Sinn der bald wirksam werdenden Datenschutzverordnung, zum Beispiel. Ich verstehe ganz und gar nicht, welches Sicherheitsrisiko ich mit meinen Blog und den Kommentaren die jemand dazu schreibt, darstelle. Doch wer von uns nun das Netz oder die Luft ist – vielleicht verstehe ich es morgen besser.

In diesem Sinne überlasse ich dich heute ganz dem, was du nicht verstehst und wünsche dir, dass deine Fragen wie Küsse schmecken * …!!!

° frei nach Carmen Kindl-Beilfuß


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Tag 19 – Feng Shui für Zwischendurch

Mein Tipp heute: Auf den Zwischenraum achten.

Er ist das Geheimnis aller Erscheinungen. Nur der Zwischenraum gibt jedem Mensch und jedem Ding die Gelegenheit, zu sein. Der Zwischenraum läßt Atmosphäre entstehen. Der Zwischenraum gibt eine Ahnung vom Wesen des Ganzen.

Was sagt der Zwischenraum über die natürliche Ordnung? Foto © rawpixel

Insider kennen im Feng Shui den Begriff: The Big Void. Die große Leere. Das Nichts, aus dem die 10.000 Dinge geboren werden. „Mach dich erstmal leer,“ heißt es, wenn ein Anliegen drängt, doch die gegenwärtige Situation wie festgefahren scheint.

Wir fügen Speichen in einem Rad zusammen,
aber es ist das Loch in der Mitte,
das die Bewegung des Wagens bewirkt.

Wir formen Ton zu einem Topf,
aber es ist die Leere darin,
die das Gewünschte enthält.

Wir zimmern Holz für ein Haus,
aber es ist der Innenraum,
der es bewohnbar macht.

Wir arbeiten mit dem Seienden,
doch Nichtseiendes bringt den Nutzen.

Tao Te King, Vers 11

„Mach dich erstmal leer“, oder „Lass los“, mag in manchen Ohren klingen wie: „Sprich chinesisch.“ Ja gern, lautet die Antwort, nur wie geht das?

Ein Weg führt über den Zwischenraum.

Wer ein Bild braucht: Der Körper, so fest und dicht er scheint, wäre ohne Zwischenraum nicht lebensfähig. Zum Beispiel braucht die Lunge ihn, denn ohne Zwischenraum passt kein Atem hinein.

„Das Sichtbare … gibt dem Werk die Form. Das Unsichtbare … gibt ihm Wesen und Sinn“, sagte Lao Tse. Alles braucht Raum, sich zu entfalten. Das Sichtbare braucht das Unsichtbare, das Unsichtbare das Sichtbare. Doch wo liegt das Geheimnis? Im Sichtbaren? Oder im Unsichtbaren?

Achte heute auf die Zwischenräume – welche fallen dir auf? Welchen nimmst du wahr, bevor dein Fuß beim Gehen wieder die Erde berührt, welchen zwischen Menschen an der Kasse im Supermarkt, zwischen den Autos im dichten Verkehr, bevor die Sonne auf oder unter geht, zwischen den Büchern im Regal, zwischen Schrank und Zimmerdecke, zwischen deinen Gedanken, zwischen den Möbeln im Raum, den Dingen auf dem Schreibtisch, zwischen den Tönen deiner Lieblingsmusik. Welchen Zwischenraum bietet das Zwischendurch, im Kontrast zum „Mal eben“?

Muß ein Zwischenraum groß oder klein, lang oder kurz sein? Wann spürst du die natürliche Ordnung, die der Zwischenraum herstellt? Welche Antwort gibt der Zwischenraum auf deine Fragen?

 

 


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Tag 18 – (Fast) ohne Worte

Foto © Hans Benn

Es gibt Momente, da steht die ganze Welt still. Da ist für nichts anderes Raum, als für das, was plötzlich das gesamte Sein erfaßt. Der totale Jetzt-Moment. Einen solchen erlebte ich gestern.

Wie schon tausendmal vorher überquerte ich am Abend den Fluss, sah die leicht verschleierte Sonne, die Färbung des Himmels und das träge fließende Wasser. Ein mir total vertrautes Bild.

Und doch war es wie das erste Mal als plötzlich meine Welt angehalten wurde.

 

Jeden Sonnenuntergang gibt es nur einmal.

 

Das mag ganz banal klingen und sicher hat man es schon unzählige Male vorher irgendwo gelesen. Der Unterschied beginnt genau da – solange etwas im Kopf bleibt, verändert sich nichts.

Einen solchen Moment wünsche ich dir heute.


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Tag 15 – Annahmen

Eines Tages wanderte der weise DschuangDsi mit einem Freund am Ufer eines Flusses.
„Welche Freude die Fische im Wasser an sich selbst haben!“, rief Dschuang Dsi.
Sein Freund antwortete: „Du bist kein Fisch – wie willst du wissen,
dass die Fische sich an sich selbst freuen!“
„Du bist nicht ich“, erwiderte Dschuang Dsi, „wie willst du wissen,
ob ich weiß, dass die Fische sich an sich selbst freuen?“


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Tag 11 – Zum Geburtstag

Herzliche Glückwünsche für all die einzigartigen Menschen, die heute Geburtstag haben. Vor allem für meine liebevolle Freundin Jutta! Wie schön, dass du geboren bist!

Foto © Kimdaejeung

„Jede Geburt ist ein grosses Geschenk. Sie ist ein Wunder, das uns daran erinnert, immer ein Geheimnis zu bleiben. Niemand von uns darf zu haben sein. Wir sind immer im Werden. Unser Geburtstag bestärkt uns zu dieser lebenslangen Aufgabe: ein Original zu bleiben und keine Kopie zu werden! Damit verbinde ich die unglaubliche Hoffnung, dass Gott sich in uns gebiert, wie es der Mystiker aus Erfurt, Meister Eckhart umschreibt. In unserem Lachen und Weinen, im Auf und Ab unseres Lebens, in unserer Liebeskraft und unserer Dünnhäutigkeit, in unserer Konfliktfähigkeit, unserer Versöhnungsbereitschaft ereignet sich die Liebe Gottes als tiefster Grund unseres Lebens.

Diese Verheissung ist mir Lebenshilfe, jeden Tag neu. Ich versuche, alltäglich zu vertrauen, dass sich das Göttliche in unserem Leben gebiert und auch in unserem Sterben. Ich sehe unser Hoffen und Zweifeln als Geburtsprozess, damit wir in etwas Grösserem aufgehen können, als wir selbst sind. Die Geburtstagsfeier möchte uns hereinnehmen in diesen grösseren Zusammenhang, weil wir nie nur Einzelne sind, sondern immer Teil eines Ganzen. Wenn wir miteinander das einzigartige Leben eins Menschen feiern, dann setzen wir ein Zeichen für die einmalige Würde unseres Daseins. Wenn wir einander etwas schenken zum Geburtstag, dann erinnern wir uns daran, dass jeder Atemzug ein Geschenk ist. Ich wünsche uns, dass es keinen Tag in unserm Leben geben soll, an dem wir nicht für das Wunder unserer Geburt danken können.“

Pierre Strutz; Du bist ein Geschenk