Susanne Berkenkopf

„Ein Zuhause ist mehr, als vier Wände und ein Dach über dem Kopf." Dies ist ein Blog über Räume, über innere und äußere Räume. Denn ich bin überzeugt, dass jeder Raum in dem wir uns regelmäßig aufhalten, Einfluss auf unser Leben nimmt. Also gebe ich hier Anregungen, wie Wohnräume und Arbeitsplätze energetisch und ästhetisch optimiert werden können. Ich schreibe für Menschen, die in einer wohltuenden Umgebung leben wollen, die innere und äußere Freiräume schätzen, und an ihr Potenzial glauben. Ich schreibe für Menschen, die wie ich, jetzt und auf dieser Erde zum Wohle des Ganzen wirken wollen. Im „echten Leben" biete ich Wohncoaching, Grundrissanalyse und Lebensstilberatung. Meine Werkzeuge sind Imperial Feng Shui, Geomantie, chinesische Astrologie und systemische Beratung. Mehr unter www.feng-shui-und-beratung.de


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Advent, Advent – 3. Türchen

Welcher Weg führt nach Hause? Auch der durch’s Treppenhaus … © Lucía Hernández aus Barcelona

Hinter dem 3. Türchen (m)ein Wunsch

Mögen weise Worte auf fruchtbaren Boden fallen und denen Visionen schenken, die Gebäude planen und bauen. Möge ihr Anspruch der Höchste sein: Bauwerke zu ersinnen, die nicht allein das Auge beeindrucken, sondern zu allen Sinnen sprechen. Denn wer die Welt nur mit den Augen wahrnimmt, bleibt von ihr distanziert.

Außer dem Sehsinn braucht es weitere (Sinnes-)Dimensionen, um ganz Mensch zu werden: Den Eindruck von Raum und Klang, die Erfahrung von Raum und belebendem Gefühl, die Erkundung von Raum und Geschmackssinn sowie einen spürbaren Raum für den Tastsinn, der Nähe und Intimität vermittelt.

Und wenn auch noch selten, doch es gibt sie bereits: Architekt-inn-en und Bauherr-inn-en, die nach einem ganzheitlichen Architekturverständnis streben und uns mit Baukunst erfreuen, die Menschen und Gesellschaften lebendig hält.

„Bauwerke sollen die Vorstellungskraft und die empathischen Fähigkeiten ihrer Nutzer nähren.“ Juhani Pallasmaa, Architekt

„Der Ausdruck „Architektur“ ist die Übersetzung des griechischen und lateinischen Wortes für Baukunst. Der römische Ingenieur Vitruv nannte die Architektur die „Mutter aller Künste.“ – Klexikon; Das freie Kinderlexikon

„Man verlange von einem schönen Gebäude, daß es nicht bloß auf das Auge berechnet sei, sondern auch einem Menschen, der mit verbundenen Augen hindurchgeführt würde, noch empfindsam sein und ihm gefallen müsse. – Goethe, Dichter und Naturforscher

„Das Haus hat allen zu gefallen. Zum Unterschiede zum Kunstwerk, das niemandem zu gefallen hat. Das Kunstwerk ist eine Privatangelegenheit des Künstlers. Das Haus ist es nicht.“ – Adolf Loos, Architekt

„Das zentrale Problem der Architektur ist der Raum, der den Menschen an Leib und Seele gesund erhält.“ – Justus Dahinden, Architekt

„Architektur ist das kunstvolle, korrekte und großartige Spiel der unter dem Licht versammelten Baukörper.“ – Le Corbusier, Architekt

„[Architektur ist] Harmonie und Einklang aller Teile, die so erreicht wird, dass nichts weggenommen, zugefügt oder verändert werden könnte, ohne das Ganze zu zerstören.“ – Leon Battista Alberti, Schriftsteller

„Die Architektur schafft den notwendigen baulichen Rahmen, in dem wir uns bewegen. Ohne Architektur wäre die menschliche Gesellschaft nicht denkbar.“ – Jürgen Tietz, Architekturkritiker und Publizist


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Advent, Advent – 2. Türchen

Flanieren, spazieren, verweilen – trotz einiger Unstimmigkeiten ein guter Ort, mit den Nachbarn zu plauschen. Dank an © hermit

Alle Menschen wohnen irgendwo. Und gemessen „am Höchsten“ hat ein Haus nicht nur zweckmäßige Aufgaben. Wer Architektur mit dem Herzen studiert weiß, Häuser sollen nicht nur Schutz bieten vor Regen, Kälte und Eindringlingen.

Mit Herz gebaute Häuser können Menschen bei ihrem Lebenswerk unterstützen. Sie können dazu beitragen, dass Menschen gesund bleiben, erwartungsvoll und schöpferisch. Häuser und Räume beeinflussen die individuelle Entwicklung und bestimmen mit, welche Lebensthemen in den Fokus geraten. Mehr noch: Häuser wirken auf den Lebensmut.

Darüber hinaus wirkt jedes Haus in der Gemeinschaft in den umgebenden Raum, ja es hat die Fähigkeit, Raum zu bilden. Damit ist nicht allein der Innenraum gemeint sondern das große Drumherum: Häuser zeigen Gesicht und prägen dadurch die Atmosphäre eines Straßenbildes.

Manche blicken freundlich und aufgeschlossen, andere tun sehr geheimnisvoll, blicken verschlafen oder abweisend. Wieder andere gebärden sich furchteinflößend und tragen dazu bei, dass die Vorübergehenden den Schritt ganz unbewußt beschleunigen.

Ob Menschen sich in einer Umgebung wohlfühlen und in ihr gedeihen ist nicht allein abhängig von der Gestaltung der Innenräume, sondern zu einem Großteil vom umgebenden Straßenbild. Denn die Lebenskraft Qi, die wir durch die Maßnahmen des Feng Shui in die Räume leiten wollen, kommt ja von draußen und bringt die dort gesammelten Informationen mit hinein.

Hinter heutigem Türchen verbirgt sich darum die Einladung, mit offenen Augen durch eine bekannte oder unbekannte Straße zu gehen und sich die Zeit zu nehmen, den Häusern ins Gesicht zu schauen. Was passiert? Wie entfaltet sich die stille Kommunikation zwischen Ihnen, zwischen Euch beiden? Welche Gefühle berüht dieses Haus, welche Assoziationen wecken die Details und was spricht die Dachform?

Und schließlich: Welches Haus-Gesicht macht froh und läßt das Herz hüpfen, welches blickt einladend oder beflügelt die Phantasie? Und welches Haus zeigt kein Gesicht, bleibt anonym? Was glaubst Du, was glauben Sie, wie lebt es sich in solch einer Architektur – im schlimmsten und im besten Fall?

„Unser Alltag wird zu einem wesentlichen Teil durch die Architektur bestimmt, die uns Tag für Tag umgibt.“ 

Jürgen Tietz – Architekturkritiker


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Advent, Advent – Das 1. Türchen

Danke © Johannes Plenio

Auch in diesem – sehr besonderen – Jahr soll es hier wieder einen lecker gefüllten Adventskalender geben. Während Bärin und Igel es sich längst in der Stille ihrer Bauten gemütlich gemacht haben, wander‘ ich durch die Welt der Worte und säe Samen.

In den kommenden Tagen und Nächten des Advent lasse ich mich inspirieren, spinne feine Gedanken, entzünde Lichter am Wegrand der Dunkelheit und hauche hier einer Sehnsucht, dort einem vergrabenen Traum ein Fünkchen Leben ein. Wer mich auf dieser Wanderung begleiten mag, ist von Herzen willkommen.

Öffne nun also das 1. Türchen und finde einen Schatz!

„Willst Du ein Schiff bauen,
dann trommle nicht Menschen zusammen,
um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen,
sondern wecke die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“

frei zitiert nach Antoine de Saint-Exupéry

Genau in diesem Sinne wünsche ich all meinen Leserinnen und Lesern eine fruchtbare Adventszeit und freue mich auf die gemeinsame Reise durch die Dunkelheit zum Licht.


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Ohne Verlangen

Wunschlos auf Erden … immerhin eine Möglichkeit © Z S

Meist leiden wir, weil etwas nicht so ist, wie wir es uns vorstellen oder wünschen.

Jemand möchte umziehen, und findet die passende Wohnung nicht. Jemand wünscht eine Partnerschaft, und niemand Passendes kreuzt den Weg. Jemand möchte etwas „haben“ und bekommt es nicht.

Unerfüllte Wünsche machen Löcher in den Bauch.

Wie wäre es stattdessen, ohne Verlangen zu sein? Zu Anfang vielleicht nur eine Stunde, dann über einen ganzen Tag, schließlich eine Woche und darüber hinaus.

Ein wunderbares Büchlein zu diesem Thema heißt „motomenai – ohne Verlangen“. Die feinsinnigen Aphorismen von Shozo Kajima sind ein wundervoller Begleiter auf diesem Weg.

Ohne Verlangen –
so wird dein Gesicht einen neuen Ausdruck bekommen.
Du hast jetzt ein weiches Gesicht.


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Ein Talisman für den Herd

Talismane rufen höhere Mächte, uns vor Gefahren zu schützen. Foto © Denny Ryanto

Die daoistische Linie des Feng Shui nutzt Talismane für jede Gelegenheit. Der Feng Shui Meister, in dessen Lehre ich ging, verwendet sie für alles mögliche: für Segnung und Schutz, für den Ausgleich von Fehlbereichen, bei Krankheiten, für Geldfluss und glückbringende Beziehungen, bei unerfülltem Kinderwunsch oder für Mutter und Kind nach der Geburt – es gibt wirklich unzählige Anwendungsmöglichkeiten.

Gerade in diesen Zeiten, in denen die Gesundheit als hohes Gut gehandelt und manchen Menschen scheinbar das erste Mal bewusst wird, dass unser Körper sterblich ist und Leben keine Garantie für lineare Vorhersehbarkeit übernimmt, kann es eine schöne Sache sein, sich mit Hilfe eines Talismans psychisch zu stärken. Wie alle Symbole ist ein Talisman ein Abbild aus dem seelisch-geistigen Raum. Meist ist er mit dem Wunsch verbunden, von höhreren Mächten vor der Unbill irdischer oder niederer Kräfte beschützt zu werden. Auch Worte besitzen Macht und können jedes Anliegen bekräftigen.

Vor einigen Tagen las ich einen besonders schönen Segenswunsch, der über Herd oder Ofen gehängt werden kann. Die Küche ist schließlich ein wundersamer Ort, denn hier betätigen wir uns als Alchemist-inn-en, während wir unsere Lebensmittel in schmackhafte und gesunde Gerichte verwandeln. Und im Feng Shui gilt die Küche als das Herz jeder Behausung.

Der folgende Segensspruch ist der keltischen Göttin Brigid gewidmet. Mir gefällt er besonders, weil er uns an die Reihe unserer Ahninnen und Ahnen erinnert. Denn ohne jedes einzelne Paar von Anbeginn an gäbe es Dich, Sie, mich, uns alle nicht. Gerade in dieser Jahreszeit lohnt es sich, gelegentlich zurückblicken und auch an die uns unbekannten Vorfahren zu denken. Erde und Himmel zu danken, die sie ernährten, behüteten und auf ihren Wegen begleiteten und ihnen zu danken, dass sie es ermöglichten, dass wir auf die Welt kamen.

Brigid vom Mantel umgib uns,
Herrin der Lampe beschütz uns,
Hüterin des Herdes entzünde uns
unter dem Mantel verein uns
und gib uns dem Gedächtnis wieder.
Mütter unserer Mutter, Vormütter stark,
führt mit eurer Hand die unsrige,
erinnert uns, das Herdfeuer zu entfachen,
es leuchtend hell zu halten, die Flamme zu hüten.
Eure Hände sind unsre, Tag und Nacht
Brigids Mantel um uns,
Brigids Gedächtnis in uns,
Brigids Schutz, uns vor Schaden zu bewahren,
vor Unwissenheit, vor Herzlosigkeit,
diesen Tag und diese Nacht,
von Morgengrauen bis Dunkel,
vom Dunkel bis zum Morgengrau.

zusammengestellt von Cailin Matthews, aus
Anam Čara von John O’Donohue

Wie unsere Vorfahren werden auch wir eines Tages in dieser Form nicht mehr sein – und doch bleibt etwas von uns: unsere Nachkommen, unsere Gedanken und unsere Taten. Das, was wir für andere getan haben, damit es ihnen und ihren Nachkommen wohlergeht. So hart es für manche sein mag in dieser Zeit der Unsicherheit, der Isolation, der Zweifel und Ängste – wir sind nicht die Ersten, die durch harte Zeiten geprüft werden und wir werden auch nicht die Letzten sein. Eine gute Zeit also, sich in eine Reihe zu stellen und ein bisschen weiter und größer zu denken.


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Planetarische Weisheit des Samstags

Nur geliehen: In Körpern aus Sternenstaub dürfen wir eine Weile auf der herrlichen Erde verbringen und Erfahrungen erleben. Am Ende müssen wir beides zurück geben und nur die Reife der Seele wird uns auf dem neuen Weg begleiten. Danke für die Erinnerung an diese Nacht © Jonathan Forage!

Das Konzert der Woche neigt sich zum Ende. Am Saturn-Samstag schwingen die letzten Töne noch in der Luft. Doch es ist schon klar, der Vorhang wird fallen, die Aufführung dieser Woche ist vorüber.

Wer sich dessen heute bewusst wird und die Woche noch einmal Revue passieren läßt, kann die verdichtete Energie wahrnehmen. Besonders könnte dabei sein, dass das bekannte Aufrechnen à la „Was war gut und was ist nicht gelungen“, rein gar nichts bringt.

Stattdessen bietet der Samstag die Chance, alle Geschehnisse der Woche zeitgleich nachzuerleben und gleichwertig miteinander in Verbindung zu bringen. Wie in einem Kaleidoskop dürfen die Facetten der einzelnen Tage zu einem neuen Bild zusammen gefügt werden. Alles gehört in seiner eigenen Qualität dazu.

Und vielleicht wird erst heute klar, dass etwas, das am Freitag geschah, die Erlebnisse des Mittwochs vervollkommnet. Ja mehr noch, dass die lineare Reihenfolge bloß dem Verstand entspringt, und nicht unbedingt dazu beiträgt, das ganze Bild zu erkennen.

Saturn schließt am Samstag die Woche ab. Wie im Lebenslauf symbolisiert er das reife Lebensalter und bereitet uns auf den Abschied vor. Saturn fordert uns heute dazu auf, innezuhalten.

Bevor der Kreislauf am Sonntag von Neuem beginnt, lohnt es sich zu fragen: Was von all den Eindrücken und Erlebnissen möchte meine Seele verinnerlichen, um zur Reife zu gelangen? Erst das bringt die Bereitschaft für einen neuen Anfang und das tatsächlich Neue.

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

Rainer Maria Rilke

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Diese Reise hat mir durch die intensive Beschäftigung mit den Planeten viel Spaß, und tatsächlich neue Erkenntnisse gebracht. Besonders schön finde ich, dass ich jeden Tag viel aufmerksamer war als sonst, um die feinen Unterschiede der Stimmungen und Atmosphären wahrzunehmen.

Vor allem habe ich mich gefragt wie sich, neben all den anderen Einflüssen, der Wochentag, an dem wir geboren sind, auf das Gemüt auswirkt. Ich stelle mir vor, dass einer der Planeten an unserer Wiege stand und uns, wie die Feen das Dornröschen, mit seinen besonderen Qualitäten auf dem Lebensweg begleitet.

„Sonntagskinder“ heißen seit jeher die mit einem offenen, sonnigen Gemüt. Fühlt sich vielleicht ein Montags-Kind der Mondin und den tiefen Wassern mehr verbunden als ein Kind des Samstags? Führen die Kinder des Saturn die Dinge zur Reife?

Sind Dienstags-Kinder, die auch noch im Zeichen des Widder geboren sind, besonders „marsianisch“, tatkräftig und impulsiv? Zeigen uns die Freitagskinder der Venus, dass nur praktisch nicht reicht, da das Schöne ein Werk erst vervollkommnet? Öffnen die Donnerstagskinder ihre Flügel um das große Ganze im Blick zu behalten? Zeigen uns die Kinder von Merkur, wie viel mehr man in Gemeinschaft schaffen und sich dabei auch noch besser fühlen kann?

Es lohnt bei Begegnungen hinzuspüren, welcher Planet wohl die Patenschaft des Gegenübers nahm. Und ein Ort, an dem Fragen entstehen, ist jederzeit ein guter Ort.


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Planetarische Weisheit des Freitags

Ein Mandala strahlt Harmonie aus, darum wird es als „schön“ wahrgenommen. Danke © Swati H. Das

Am Freitag rückt mit Venus-Freja das Schöne in den Mittelpunkt. Alle Notwendigkeiten sind nun vollbracht, dennoch ist das Werk noch nicht vollendet – erst das Schöne wird es abrunden.

Sorgte Jupiter am Donnerstag für den Sinn, bringt der leuchtendste aller Planeten, Venus-Freja, am Freitag die Phantasie. Darum taugen praktische Fragen heute nichts: Ja, Kekse mögen wie Kekse schmecken, doch erst die Verzierung erfreut die Sinne und darum schmecken sie einfach tausend Mal besser.

Freitag ist also kein Tag für Praktisches, für Prüfungen oder Willensanstrengungen. Am Freitag tritt die künstlerische Ader hervor, die unter der Woche noch schlummerte. Sie darf nun Hand anlegen und das Besondere spielerisch kreieren.

Scheinbare Nebensächlichkeiten rücken in den Mittelpunkt und mit ihnen die Frage: Was macht das Werk unverwechselbar schön und stimmig? Heute muss nichts vernünftig sein – nur schön.


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Planetarische Weisheit des Donnerstags

Auch was wir nicht (oft) sehen, gehört zum Ganzen. ❤ © Jeremy Bishop

Die Sorge um Versäumnisse, die sich künftig nicht korrigieren lassen, treibt uns am Donnerstag. Wird nämlich etwas Wesentliches übersehen, ergibt sich ein unvollständiges Bild. Das wiederum kann zu falschen Schlussfolgerungen und verheerenden Handlungen führen.

Der Herrscher dieses Tages ist Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems. Er ist der, der das Interesse des Merkur am Umfeld noch toppt, denn Jupiter, der zwölf Mal mal größere Planet als Mutter Erde, will weit darüber hinaus schauen. Er fordert uns auf, soviel als mögliche Konsequenzen unseres Handelns im Vorfeld zu bedenken.

Jupiter animiert uns heute, auch scheinbar unzusammenhängende Gegebenheiten miteinander in Beziehung zu setzen. Das Zauberwort des Donnerstags lautet darum:

Strebe heute die Vollständigkeit des Ganzen in Denken und Handeln an.


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Planetarische Weisheit des Mittwochs

„Gemeinsam“ lautet ein Motto des Merkur. Amish People bei der Arbeit beobachtet von © Randy Fath

Merkur, der Beziehungsschaffer, ist der Regent des heutigen Tages. Nachdem am Dienstag der Wille antrieb, die Welt nach eigenen Vorstellungen zu formen, steht der Mittwoch im Zeichen des Miteinander.

Heute wollen wir mit anderen in Beziehung treten und interessieren uns dafür, wie sie die ihnen übertragenen Aufgaben lösen. Das geschieht aus Interesse für unser Umfeld und auch, um uns davon inspirieren zu lassen. Denn Austausch und Begegnung bringen Einsichten, die man allein vielleicht nicht entdeckt hätte.

Irgendwo las ich, Merkur sei der einzige Planet, dessen Achse senkrecht auf seiner Bahn steht. Demnach wendet er sich keiner Richtung zu, hat keine Vorlieben und ist offen für alles.

Während also am Dienstag jeder konzentriert auf die eigenen Belange schaut, kann heute das Ganze betrachtet und das gemeinsame Werk bestaunt werden.

Mittwoch ist der perfekte Tag, in Gemeinschaft zu wachsen.


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Planetarische Weisheit des Dienstags

Der rote Planet. Er steht am Dienstag allen zur Seite, die bereit sind zu handeln. Den Mars in Erdnähe fing © Stephan H.

Heute beginnt die eigentliche Arbeit. Wurde ganz in Ruhe am Sonntag ein Entschluss gefasst, präsentierte die Außenwelt am Montag flugs die ersten Hindernisse. Sie waren dazu da, den Grad der inneren Freiheit zu messen. Denn nur, wer innerlich frei vom gefassten Entschluss ist und sich dem, was ist, hingibt, kann wirklich Neues schaffen.

Heute zählt dagegen nur das Eine: Handeln.

Durchdrungen von der feurigen Energie des Mars ist der Dienstag der dynamischste Tag der Woche. Heute liefert Mars die wichtigste Zutat, einen Willen zu formen: Engagement. Am Dienstag ist der Drang, dem gefassten Entschluss Gestalt zu geben, unermesslich und die Kraft, um jegliche Hindernisse aus dem Weg zu räumen, steht zur Verfügung.

Dabei kennt der Dienstag kein Pardon. Tatsächlich lädt er sogar dazu ein, Fehler zu machen. Sind sie denn nicht das Salz in der Suppe? Kann man nicht fasziniert sein von Irrtümern, die einem unterlaufen sind? Statt sie also zu bedauern sollten wir uns freuen, denn Fehler gehören zum Prozess einer Entwicklung.

Sei unbefangen im Tun, lautet das heutige Zauberwort.

„Der Handelnde ist immer gewissenlos;
es hat niemand Gewissen als der Betrachtende.“
Goethe


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Planetarische Weisheit des Mond-Tags

Was die Mondin uns lehrt: Stille, Erhabenheit und totale Hingabe an die Veränderung. © Zan Douglas

Die in der Sonntagsruhe gefaßten Entschlüsse treffen am Tag der Mondin auf die Bedingungen der Außenwelt. Tatsächlich werden wir heute geprüft: Wie frei ist unser Verhältnis zu den gestern getroffenen Entscheidungen?

Wollen wir sie um jeden Preis schon heute durchsetzen? Dann werden wir scheitern. Oder erkennen wir, dass Widerstände gut sind, alles Überflüssige wegzuschleifen und unsere Absicht zu prüfen?

Die Aufgabe, vor die uns der herrschende Planet heute stellt, lautet Hingabe. Hingabe an das, was wir tatsächlich vorfinden, und währenddessen unser Ziel nicht aus den Augen verlieren. Mag sein, dass wir unterwegs auf „schöpferische Zerstörung“ stoßen, doch die braucht es in jedem Prozess, denn erst durch sie kann das wahrhaft NEUE entstehen.

Das ist genau wie in den Märchen: Immer wird ein Entschluss gefaßt, dann wird gehandelt. Doch vor dem Erfolg ist so manche Prüfung zu bestehen. Und die wahren Helden und Heldinnen, die bleiben dran. Kein Ungeheuer, kein Abstieg in die Unterwelt kann sie von ihrem gefaßten Entschluss abbringen. Der Montag ist genau so ein Tag.

Wer heutige Prüfung besteht und sich dem, was ist, hingibt, braucht morgen nicht länger zögern. Am Dienstag kommt nämlich der Wille ins Spiel. Doch das ist dann wieder ein neues Kapitel.


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Planetarische Weisheit des Sonntags

Ein Sonntag in Russland. Danke an © Olga Isakova

Neulich fand ich beim Aufräumen einige handgeschriebene Notizen. Sie handeln vom Einfluss der Planeten, nach denen – sicher nicht ganz zufällig – unsere Wochentage benannt sind. Sage mir Deinen Namen und ich sage Dir, wer Du bist. Ja, wir erinnern uns ….

Zwar bin ich mit der chinesischen Astrologie um vieles vertrauter, dennoch werde ich nicht müde, über unsere Himmelskörper zu staunen. Diesmal geht es darum, wie die Planeten uns dabei unterstützen können, Neues ins Leben zu bringen, damit es sich bestens entfaltet.

Bildlich gesprochen: Vielleicht schaffen es ja alle ans Ufer, doch wer den richtigen Zeitpunkt wählt um mit den günstigsten Winden zu segeln, braucht nicht alles alleine machen, da himmlische Kräfte den Fortgang unterstützen.

Kurzum: Wie unterstützt der Planeten-Herrscher eines jeden Wochentags irdische Prozesse in den einzelnen Entwicklungsphasen? Wann wird gesät, gewartet, gewässert, geerntet?

Wer sich mit dem siebener Rhythmus beschäftigt hat, wird sicherlich Parallelen zur Aufteilung einer Woche finden. Das Studium der Planeten mag manches Geheimnis lüften. Zum Beispiel, warum am Dienstag gelingen kann, wofür es am Freitag zu spät ist …

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Sonntag – regiert vom Planeten Sonne

Anders als in unserer gängigen Vorstellung von Arbeitstagen und Wochenende beginnt die Woche, ähnlich wie in der christlichen Tradition, bereits am Sonntag. Die lange selbstverständlich arbeitsfreie Sonntagsruhe ermöglichte – im Bewusstsein des Wochenanfangs – gute Gelegenheit für Besonnenheit.

Wissend, dass alles endet wie es begann, mag diesem Tag seine besondere Kraft verleihen. Schließlich gehört es an den wirklichen Anfang, ein Vorhaben konzentriert und in Ruhe vorzubereiten, zuversichtlich Entschlüsse zu fassen und in Gedanken vorwegzunehmen, was man zu tun gedenkt.

Nebenbei bemerkt würde das natürlich auch den im Volksmund so verhassten Montag, den Tag der Hingabe, entlasten. …

Also der Sonntag lädt zur Ruhe und Sammlung ein. Beides gilt als gute Voraussetzung für den besonnenen Entschluss zur Tat. Das, was wir im Alltag oft unbewusst tun, also innehalten, ausatmen und dann erst sprechen, das mag der Sonntag.

Genau aus dieser Ruhe heraus kann heute ein Anfang – für die kommende Woche oder ein neues Projekt – gesetzt werden. Bleibe dabei klar, vorausschauend und zuversichtlich.

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Inspiriert zu dieser kleinen Reihe haben mich die Antroposophie und Schriften von Rudolf Steiner, Mythologie und Sagen, Schriften der Geomantie und einige Bücher von Harald Jordan. Doch in meinem Kopf hat sich alles vermischt und ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder die genaue Herleitung meiner Gedankengänge. Sicher werden einige Astrolog-inn-en auch mit dem Kopf schütteln. Aber das macht nichts.


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Einladung zur Medizinwanderung

Stille Zeit im Wald, um zu lauschen. Wisse, da ist mehr …. Dank für den Lichtblick an © Steven Kamenar

Wer schon immer bei einer Medizinwanderung dabei sein wollte, bekommt nun im Umland von Bremen eine gute Gelegenheit dazu. Während des Lockdowns hat sich in Nartum ein Verein gegründet, der Happenings „im grünen Bereich“ anbietet und mich gebeten, mitzumachen.

Der Verein ermöglicht Camps, Retreats und Veranstaltungen mit systemischem, wildnis- und erlebnispädagogischem Hintergrund sowie schamanische, musikalische und kulturelle  Begegnungen. Ist das nicht großartig?!

Als eine der ersten Angebote in diesem Jahr biete ich eine Medizinwanderung an. Hier meine Einladung:

„In einem geschützten Natur-Raum ist vieles möglich: eine Absicht kann gestärkt, eine Vision gerufen, oder ein Wunder erlebt werden.

Eine Medizinwanderung ist eine überlieferte Tradition, um unserer innersten Quelle wieder näher zu kommen. Bewegt dich eine Frage, ein Thema, ein Traum? Berührt dich etwas im Innersten und bleibt dennoch verschwommen? Bist du bereit, dich berühren zu lassen?

An diesem Nachmittag folgst du deinem Ruf in die Natur, begibst dich auf die Spur zu dir selbst, bittest um Antwort aus dem großen Raum. Lässt dich ziehen, wohin ES dich ruft. Lauschst, wanderst oder verharrst, erlaubst der Stille, zu dir zu sprechen.

Gemeinsam eröffnen wir das Feld der Möglichkeiten, erleben Zugehörigkeit und Verbindung, teilen, was mit-geteilt werden will. Alles ist möglich wenn dein Wunsch stark genug ist, das Wesen der Dinge zu berühren.

Ich freue mich auf dich!
Susanne Berkenkopf“

Die Medizinwanderung findet statt am Samstag, den 17.10. 2020 von 14.00 bis 18.00 Uhr, und die Teilnahme kostet 30 Euro pro Person.

Fragen dazu können mir über das Kontaktformular gestellt werden,
und die Anmeldungen bitte direkt per Mail an Gemeinschaftswerk e.V. schicken
info@dagmarfitschen.de

Ich freu mich drauf und auf all die Möglichkeiten, die das Leben uns jetzt anbietet.

 


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Nominiert für den Awesome Blogger Award …

… hat mich Marion, die Verwandlerin. Vielen Dank dafür, es ist mir eine Ehre!
Wie bei jedem Spiel gibt es Spielregeln und weil heute nicht gemogelt wird, werden sie strikt befolgt.

Bleibt zuerst zu klären: Was ist der Award und wie geht das Spiel?

Die Verwandlerin hat sich folgende Fragen für ihre Nominees ausgedacht:

1. Seit wann bloggst du?
Mußte ich nachschauen und denke wow: Seit November 2013

2. Wer sind deine drei Vorbilder im Leben?
Die Knochensammlerin
Immer öfter:  Mein höheres Selbst
In frühen Jahren:  Die Suffragetten

3. In welchem Tier kannst du dich am ehesten wiederentdecken und warum?
Im Elefant. Wir sind seelenverwandt.

4. Was ist ein Lieblingsgericht von dir?
Himmel und Erde.

5. Was ist eines deiner Lieblingszitate?
„Be water, my friend.“

6. Was war eines deiner Lieblingskinderbücher?
Die rote Zora
und unbedingt: Nesthäkchen – ich habe alle Bände gelesen, was sag ich: verschlungen!

7. Wer ist einer deiner Lieblingsmaler?
Ich nehme Frieda Kahlo. Und Yves Klein.

8. Entscheidest du wichtige Dinge eher mit Pro-und-Contra-Liste oder aus dem Bauch heraus?
Auch wenn der Kopf protestiert – bei mir geht alles durch den Bauch.

9. Ziehst du das Stadt- oder das Landleben vor? Und warum?
Mal so, mal so. Ich lebte in New York bis ich den Trubel nicht mehr aushielt und nun seit langer, langer Zeit in einer gefühlten Ministadt. Doch ich liebäugel damit, das Stadtleben zu tauschen.

10. Was sind die drei wichtigsten Eigenschaften, die ein Mensch braucht, um für dich symphatisch zu sein?
Ein offener Blick, Herzenswärme, Lachfältchen.

„Denke dir nun ebenfalls 10 Fragen aus “ – die sind natürlich frei zur Beantwortung oder als Inspiration für alle, die sie lesen

  1. Wann hast du das letzte Mal im Freien übernachtet?
  2. Welches ist dein Lieblingssternbild?
  3. Magst du lieber rund oder eckig?
  4. Wo fühlst du dich am meisten Zuhause?
  5. Welche Sprache würdest du (noch) gern sprechen?
  6. Wem hast du zuletzt ein Kompliment gemacht?
  7. Welches ist dein Lieblingswort?
  8. Hättest du – in einem anderen Leben – lieber Flügel oder Flossen?
  9. Kennst du das Rezept für einen Zaubertrank?
  10. Verrätst du es hier?

„Nominiere nun ebenfalls 5 Blogger-innen“. Also reiche ich den #Awesome Blogger Award, in streng alphabetischer Reihenfolge, weiter an

Danke Marion, das hat Spaß gemacht!


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Motto des Tages – Sonntag

Nichts bleibt, wie es ist – nichts ist, wie es scheint. © Pratik Bisht

Es gibt ein Bleiben im Gehen,
ein Gewinnen im Verlieren,
im Ende einen Neuanfang.
Weisheit aus Japan

Für mich finden die gesammelten Zitate der letzten sechs Tage in dieser reduzierten japanischen Weisheit ihre Essenz. Nichts geht verloren, und am Ende unseres Lebens nehmen wir nichts mit – selbst unseren Körper lassen wir auf der Erde zurück. Allein die Weisheit, welche die Seele in ihrem Erdendasein erlangen durfte, die bleibt als Essenz zu eigen. Was danach kommt? Im Ende ein Neuanfang – was sonst?!

Mit dieser Lebensweisheit soll diesmal die Woche „Motto des Tages“ enden. Das hat Spaß gemacht, lieben Dank an alle für’s Mitmachen 💕


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Motto des Tages – Samstag

Jeden Tag eine neue Chance, unser Leuchten zu zeigen. Danke © Annie Spratt

„Überarbeite dein Leben häufig und schonungslos.
Schließlich ist es dein Meisterwerk.“
Nathan W. Morris – Autor

Brüche in der Biographie sind heute an der Tagesordnung und, nach überwundenem Schmerz, für manche/n eine echte Offenbarung in die eigentliche Berufung. Wir haben heute die Chance, viele Leben in nur einem zu leben, dürfen uns neu erfinden, neue Wege finden und soo so viel tatsächlich leben, von dem unsere Ahninnen und Ahnen vielleicht nicht mal zu träumen wagten.

 


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Motto des Tages – Freitag

Im Nichtstun bleibt nichts ungetan, weiß die hohe Kunst des WuWei. Nicht nur an Orten wie diesen © Annie Spratt

„Es gibt sicherlich nichts andereres, als den einen Zweck dieses gegenwärtigen Augenblicks.
Das Leben des Menschen ist die Folge von Augenblick auf Augenblick.
Wenn der gegenwärtige Augenblick gänzlich erfasst ist,
wird es nichts mehr zu tun geben, nichts sonst ist zu erstreben.“
Aus dem Hagakure,
dem Buch der Samurai

 

Mich erinnert dies an eine Schlüsselszene im Film über den friedvollen Krieger*, als Sokrates einen kurzen Dialog mit seinem Schüler, Dan Millman, führt:

Wo bist du?
Hier!
Wieviel Uhr ist es?
Jetzt!
Wer bist du?
Dieser Moment!

*Dan Millman, Der Pfad des friedvollen Kriegers.


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Motto des Tages – Donnerstag

„Werdet wie die Kinder …“ – ja, von ihnen können wir uns manches abschauen. Danke © Feri & Tasos für den Moment.

„Zwei Dinge auf einmal zu tun, heißt,
nichts davon richtig zu tun.“
Publius Syrus – Mimen Autor

Oh, das klingt aber nach Provokation! Zum Glück lebte der Autor schon in den 50ern vor unserer Zeitrechnung und wusste nichts davon, wie stolz besonders wir Frauen heute darauf sind, sooo viel zugleich erledigen zu können. Warum eigentlich? Lob kann auch eine Falle sein.

 


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Motto des Tages – Mittwoch

Zu Beginn – ein Block aus Stein. Michelangelo’s David im Detail, gesehen von © Taylor Smith

„Der Bildhauer schafft die schöne Statue, indem er solche Teile des Marmorblocks wegnimmt,
die nicht gebraucht werden – es ist ein Prozess der Entfernung.“
Elbert Hubbard – Künstler

„Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn nichts mehr hinzuzufügen ist,
sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.“
Antoine des Saint-Exupéry – Schriftsteller

Das Motto des Tages befasst sich noch einmal mit dem Wegnehmen, dem Entfernen. Dabei muss ein Raum nicht minimalistisch kahl sein, wenn das nicht behagt.

Ich selbst habe lange – vergeblich – dieses Ideal zu erreichen versucht. Bis eine Freundin mich darauf brachte, dass ich damit meine Persönlichkeit beschneiden würde, „denn du bist so kreativ, du brauchst doch Sachen um dich herum, die dich inspirieren.“

In dem Moment wurde mir klar, dass ein Ideal, das nicht zu einem passt, bloss in die Irre führt. Doch nach wie vor treibt mich das Verlangen nach Essenz und Balance, innen wie außen. Perfekt ist es für mich dann, wenn im Zusammenspiel mit Proportion und Harmonie – im Raum, im Klang und in der Form – die innere Gewissheit sagt: Jetzt ist ES stimmig.

 


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Motto des Tages – Dienstag

Je größer der Schrank, desto mehr Klamotten. Je größer das Haus, … Danke für den Blick ins tiny house © Andrea Davis

 

„Kaufe weniger. Wähle sorgfältig aus. Trage es lange.“
Vivien Westwood – Modedesignerin

 

Einen eigenen Stil zu finden kann dauern. Und gilt für Klamotten ebenso, wie für die Wohnungseinrichtung. Wer sich Zeit nimmt herauszufinden, was Wohlbefinden am eigenen Leib bedeutet, hat es leichter, der täglichen Verlockung des Schnellkaufs zu widerstehen. Sonst bleibt am Ende nur das Gefühl, alles ist zu klein: Kleiderschrank,  Schuhschrank, Wohnung, Leben.

Unsere Superheld-inn-en erkennen wir schließlich auf einen Blick an ihren Markenzeichen, denen sie ihr eigenes Logo verpasst haben. Also wie groß ist wohl der Kleiderschrank von Rotkäppchen, Asterix & Obelix, Pipi Langstrumpf oder Superman? 🙂


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Motto des Tages – Montag

… auf Liebes-Leben in Vasen möchte zum Beispiel © Ben Ashby nicht verzichten …

 

„Habe nichts in deinem Haus, von dem du nicht weißt,
dass es nützlich ist oder dass du es schön findest.“
William Morris – Textildesigner

 

Manche Tage brauchen ein Motto, finde ich. Ein Motto hilft (mir), leichter Entscheidungen zu treffen und in Zeiten, in denen ich irgendwo Schlange stehe, nicht auf die vergehende Zeit zu achten. Ein Motto kann, ebenso wie ein Mantra, hilfreich sein, den Geist zu trainieren, fokussiert zu bleiben.

Darum gibt es diese Woche jeden Morgen ein Motto des Tages. Viel Spaß dabei!

P.S.: Am Ende der Woche würde ich mich freuen zu erfahren, welches Motto dir / Ihnen am besten gefallen hat. Was hat es ausgelöst? Wobei hat es geholfen? Oder war es einfach nur schön, einen Verbündeten, eine Verbündete im Geiste zu finden?


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Von guten Geistern verlassen?

„Vormals glaubte das Volk, dass die Zimmerleute mit den Erd- und Waldgeistern in Verbindung standen. Die Baumeister waren wie Priester, Hüter eines uralten Mysteriums. Denn die Baukunst ist nicht nur eine exakte Wissenschaft, sondern eine Liebesgeschichte zwischen Menschen und Göttern, und einst wusste es jeder.“ *

Eingebettet … in der Schweiz © Sven Fischer

Baumeister und Zimmerleute in enger Verbindung zu Erd- und Waldgeistern. Wie wunderbar. Doch seit wir der formalen Wissenschaft erlaubten, unser Leben mehr und mehr zu entzaubern, bleibt nicht nur das Herz auf der Strecke. Auch heutigen Bauwerken, die mich – wie kommt es nur –  an das Motto einer bekannten Schokoladensorte erinnern, fehlt es oft an Seele. Eben dem Fünkchen, das ein funktionales Haus in ein Zuhause verwandelt.

Leider klagen, was das rein-funktionale betrifft, dennoch viele Neu-BauherrInnen zunehmend über eklatante Mängel, die nur kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen werden können und doch nicht zu ertragen sind : Eindringen von Feuchtigkeit, Schimmelbildung, unsachgemäße Verlegung von Fußböden, schiefe Einbauten in Küchen und Bädern, Geräusche aus dem Kamin. Was ist nur aus der stolzen Zunft der Wissenden  geworden? Wo der Kundige fehlt, lassen sich die Geister erst recht gern bitten, sonst ziehen sie nämlich gar nicht mit ein ins neue Haus. Und treiben stattdessen so manchen Schabernack. Obendrein, versteht sich.

Verstehen kann man das ja, wenn man mit dem Herzen dabei ist. Schließlich wollen auch die Geister vor Baubeginn bedacht werden, wenn wir sie schon nicht mehr bitten, den Baugrund freizugeben oder sie um ihre Inspiration ersuchen. „Er (der Architekt, Anmerkung S.B.) sagte oft, dass er, bevor er zu bauen begann, den Ort befragte. Und er entwarf erst den Plan, nachdem ihm der Ort geantwortet hatte.“ **

Die Guten also, um Schaden abzuwenden und über Haus und Bewohner-inn-en zu wachen und alle zu behüten. Die Bösen (die auch einen Platz haben wollen und immer dazu gehören !), um sie zu befrieden. Siehe da, ich sehe dich. Und ja, auch du wirst in deinem So-Sein anerkannt.

Eine kleine Zeremonie kann Wunder wirken. Wie gut, dass noch nicht alles verloren gegangen ist von unserem alten Wissen. Wie gut! Bauwerke für den Seelenfrieden – ja, ja, ja! Leben Sie wohl – Worte, die sich eigentlich nicht nur zum Abschied eignen 🙂

Ganz im Zeichen der Umgebung beflügeln spitze Dächer den Geist … (nicht nur) in Kanada © Edoardo Busti

Weil ja nicht alle auf dem Land leben können. Wo Gemeinschaft gelingt … in Italien © Megan Soule

Ehre, wem Ehre gebührt. Sehr modern und garantiert baumlos sauber! … in Spanien © Joel Filipe

Oder doch lieber mit einer persönlichen Note wie … in Indonesien! © Bernard Hermant

Oder sicher verzückt und in himmlischer und irdischer Eintracht … in Italien © Riccardo Chiarini

* Federica de Cesco; Tochter des Windes, Seite 293
** ebd. Seite 255. Übrigens sagt der Architekt Peter Zumthor über sich, bei einem Entwurf genau so vorzugehen.

 


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Für stürmische Zeiten

Die Schönheit aller Schöpfung ist unermesslich. Gesehen von © Sayan Nath

Segen der Einsamkeit

Mögest du in deinem Leben die Gegenwart, die Kraft und das Licht deiner Seele entdecken.
Mögest du erkennen, dass du niemals allein bist, dass deine Seele dich durch ihren Glanz und ihr Zugehören aufs innigste mit dem Rhythmus des Weltalls verbindet.
Mögest du deine Individualität und Verschiedenheit achten.
Mögest du erkennen, dass die Gestalt deiner Seele einzigartig ist,
dass sich hinter der Fassade deines Lebens
etwas Schönes, Gutes und Ewiges ereignet.
Mögest du lernen, dein Selbst mit der gleichen Freude, dem gleichen Stolz und der gleichen Wonne zu betrachten, mit der Gott dich in jedem Augenblick gewahrt.

aus: John O’Donohue – Anam Čara – Das Buch der keltischen Weisheit


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Feng Shui in Corona Zeiten

„Was empfiehlst du eigentlich aus Feng Shui Sicht in Corona Zeiten?“, fragt meine Freundin Isobell mich letztens. Eine gute Frage, doch mochte ich die letzten Wochen lieber schweigend verbringen. Denn von den vielen Ratgebern, die Heil und Hölle beschworen hatten, war mir ganz schummerig geworden.

Hol‘ Dir den stärksten Verbündeten nach Hause – den Pflanzengeist. Danke an © Brina Blum

Dennoch kann Feng Shui sehr wohl unterstützen, vor allem wenn die Angst in die Knochen kriecht. Und etwas anderes als bewusst inszenierte, geschürte Angst kann ich im Moment nicht entdecken. Selbst die Aufklärung (also die Stimmen, die gegen die offiziellen Verlautbarungen argumentieren) macht mir manchmal Angst, denn die imaginierten Szenarien sind alles andere als erbaulich. Für jetzt und für das, was daraus geboren wird. Denn Heute ist die Mutter von Morgen.

Der Rückzug ins Private kann aus meiner Sicht dennoch nur dazu dienen, innere Stabilität zu erlangen. Schließlich weben wir mit jedem Gedanken, jedem gesprochenen Wort und jeder Handlung  am Netz des Großen Ganzen. Wir können den hermetischen Prinzipien, wozu auch das Gesetz der Analogie gehört, nicht entrinnen. Außen wie Innen und Innen wie Außen sind nicht verhandelbar.

„Willst du links etwas verändern, beginne rechts“, raten die Weisen. Im Jahr 2020, dem Jahr der Ratte, regiert der Norden. Im Norden beginnt der Lebensweg, denn wir alle kommen aus dem Wasser und bestehen zu mindestens 70% aus Wasser. Die Themen des Nordens stehen in Beziehung mit der Urkraft und der Herkunft, also den weltlichen Ahnen. Hieraus bilden sich die Muster, in denen wir uns zu bewegen lernen: Vertrauen, Kommunikation, im-Fluss-sein, Einfühlsamkeit. Schließlich auch die Intuition, die uns den rechten Augenblick für Abwarten und Handeln eingibt, und die ja im Wesentlichen auf dem Vertrauen zu uns selbst basiert. Die Gegenpole der vitalen Kräfte lauten Angst und Mißtrauen und zeigen sich in jeglicher Form von Sucht.

Mit Blick auf den eigenen Grundriss und einem Kompass erkennt man schnell, wo sich Zuhause der Norden befindet. Vom Drei-Türen-Bagua, nachdem der Norden immer im Eingangsbereich liegt, rate ich ab, denn diese vereinfachte Form ist für eine stabile Analyse nicht hilfreich. „Schau dir den Norden an, liebe Isobell“, habe ich meiner Freundin darum geantwortet. „Was siehst du, wenn du dich umschaust, so als wärest du das erste Mal bei dir zu Besuch? Was erkennt dein klarer, distanzierter, nicht wertender Blick?“

Ist der Norden zu wässrig (also Badezimmer, WC, Schwimmbad – auch das vom Nachbarn) sollte jegliche Assoziation zu mehr Wasser vermieden werden. Also sieh ab von Fotos der Trauminsel, von blau gestrichenen Wänden oder Gartenmöbeln und vermeide Duschvorhänge mit Tropfen, Fischen oder Muscheln. Zumindest für den Rest des Jahres kannst du hier stattdessen eine Art Wintergarten einrichten: Das heißt viele Pflanzen aufstellen, mit Fotos von Pflanzen oder mit Wandtatoos, grüner Farbe, Korbmöbeln oder Bambusvorlagen dekorieren, grüne oder gelbe Seifen nutzen oder orientalische Lampenschirme aufhängen.

Hat dein Nachbar einen Swimmingpool bastel einen inspirierenden Raumteiler oder pflanz eine schnell wachsende, rankende Dufthecke als Sichtschutz.“

Im letzten Jahr habe ich viel mit Formen experimentiert und nicht von ungefähr findet sich in meinem Logo ein Hexaeder. Das Quadrat ist dem Element Erde zugeordnet und gilt in der heiligen Geometrie als der Vater der platonischen Körper – während der Kreis die Mutter symbolisiert. Jede Form strahlt Energie ab und sie kann sogar Energien aus anderen Ebenen auf die Erde bringen, sie halten und konzentrieren. Auch die Numerologie finden wir in der Lehre der Formen, und die Fläche eines Hexaeders hat vier Ecken. In der chinesichen Kultur ist die Zahl 4 zwar eine „no go“ Zahl, doch das kommt einfach daher, dass die Laute, mit denen das Wort gesprochen wird, dem Wort Tod ähnelt.

Im Westen repräsentiert die 4 dagegen Stabilität und den irdischen Boden aller Dinge, darum gehört sie zum Element Erde. In Agypten war die Zahl 4 heilig, im Buddhismus gibt es die vier edelen Wahrheiten und im Medizinrad gibt es die vier Richtungen, aus denen Leben und Schicksal entspringen – ein Grund mehr, den Blick zu weiten und nicht länger dogmatisch zu behaupten, eine 4 bringe nur Unglück.

Wer sich nicht von der Angst beherrschen lassen und sich stattdessen beruhigen und stabilisieren will, kann sich aus Steinen oder Fäden ein Quadrat auf dem Boden auslegen und sich hinein setzen. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen: Es wirkt. Da ich eine Liebhaberin der Worte bin, habe noch einige mit hinein genommen: Geduld, Beharrlichkeit, Stabilität, Entschlossenheit, Willenskraft, Ausgleich, geschehen lassen, Mutter Erde – alles passt. Noch besser: In den Wald gehen. Dort finden wir alle Formen, die es braucht. Der Wald ist schließlich unser allererstes Zuhause und hat uns nicht vergessen.

Zufall oder nicht? Vier Stämme für die Erdung – danke © Peter Forster

 

I

 


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Bildergeschichten, die 11.

Eine Zeit der Ruhe bedeutet nicht, dass nichts geschieht. Ich habe mir selbst eine (nicht angekündigte) Pause beschert, denn innen und außen war mir eher nach beobachten und in der Stille tun. Die Hitze tat ihres dazu. Und weil meine Gedanken längst noch nicht so klar sind, um etwas zu schreiben und weil manche Zusammenhänge sich erst noch in der Stille formen wollen, möchte ich heute jemand anderen zu Wort kommen lassen.

Ob alt, ob neu, ob hier oder da … Guter Stil findet überall ein zu Hause und ist zeitlos. Das weiß auch © Nathan Mullet

Und dafür von Herzen DANKE sagen! Danke an meine Klienten für die wundervollen Klangfarben des Feedbacks, und Danke an das Große Ganze. Einfach dafür, dass ich diese Arbeit tun darf, die mich selbst im und durch das Tun im Innersten bereichert und dass soviel Gutes damit in die Welt und die Welten dringt.

Liebe Frau Berkenkopf,

seit Ihrer Beratung im Oktober 2019 ist bei uns viel im Umbruch und Wandel. Ich habe lange mit einer Feng Shui Beratung geliebäugelt. Meine Erwartung und Vorstellung wurden mehr als nur übertroffen. Unsere Wohnung ist eine Dachgeschosswohnung mit vielen Gauben und Winkeln und für mein Gefühl nicht so leicht zum Einrichten. Sie sind mit viel Gespür und Knowhow Raum für Raum durchgegangen. Ich erhielt viele Anregungen. Die Bedeutung unserer Wohnung in ihrer Ausrichtung ist mir viel klarer geworden. Mein Mann war am zweiten Tag auch mit dabei, anfänglich sehr skeptisch. Für ihn war der prägendste Satz „Dinge, die Sie nicht wertschätzen, haben eine dichte, schwere bzw. unlebendige Energie in Ihren Räumen“. Ihr Wissen über chinesische Astrologie floß in allem mit ein. Sie charakterisierten uns beide als Paar, das sich auch in den jeweiligen Räumen wiederspiegelt.

Es war phänomenal wie treffend Sie die ein oder anderen Dinge beschrieben. Unsere VW-Käfer-Bar beispielsweise, die sich im Bereich des Wohnzimmers befindet, der meinem Mann zugeordnet ist. Sie fragten mich, ob ich ihn oft von hinten sehen würde. Und in der Tat war mein Mann (vor Corona) beruflich viel unterwegs. Seit dem bin ich am „Entleeren“ und es fühlt sich so gut an. Der Hinweis einen Marker zu setzen, hilft mir dabei sehr.

Als erstes nahm ich unser Schlafzimmer in Angriff. Neben dem Kleiderschrank sollte als Hingucker nur die Kommode darin stehen. Innerhalb eines Monats entsorgte ich all die Dinge gut, ohne sie in den Müll zu werfen. Und es beflügelte mich, wenn Menschen Dinge abholten und sich darüber freuten. Bereits kurz vor Weihnachten war eine deutlich harmonischere Energie in diesem Zimmer wahrnehmbar. Mein Schlaf war ruhiger und entspannter.

Inzwischen setzten wir auch die Impulse bzgl Farbegestaltung um, und es ist wunderbar. Gerade heute habe ich ein Zirbenbett in Auftrag gegeben. Ich freue mich jeden Morgen nach dem Aufwachen wie schön das Schlafzimmer geworden ist. Es wird allmählich das Königszimmer! So nach und nach vollziehe ich das mit all den anderen Räumen und es macht Freude. Das Schwierigste ist die Beleuchtung und Lampengestaltung. Aber ich bin zuversichtlich. Ihre Impulse waren klar und sehr feinfühlig. Über die Einschätzung meines Praxiszimmers war ich sehr erfreut. Es ist angenehm leer und stimmig eingerichtet, was ich auch durch meine Klienten gespiegelt bekomme. Die eineinhalb Tage Ihrer Beratung waren sehr kurzweilig, locker und intensiv an Input. Und die liebevoll gestaltete Mappe mit all den Beratungsinhalten nehme ich immer wieder gerne zur Hand und lasse mich inspirieren.

Herzlichen Dank für Ihre kompentente und wundervolle Beratung und liebevolle Aufbereitung der Ergebnisse!

… aus München.

 

 


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Bambus im Feng Shui Garten – Die zwei Seiten der Erkenntnis

Bambus gilt in der asiatischen Mythologie als starkes Symbol für Anpassungsfähigkeit, Langlebigkeit und Beständigkeit, weshalb ich einst schrieb, er solle in keinem Feng Shui Garten fehlen. Denn wer seine Tugenden verinnerlicht habe, werde in der Gesellschaft hoch verehrt.

Natürlich hatte auch in meinem Garten der Bambus einen speziellen Platz. Schon viele Jahre erfreute er mich Sommers wie Winters mit seinem unverwechselbaren Rauschen, seinem herrlichen Grün und seiner majestätischen Aura. Denn ohne Jägerlatein darf ich sagen, dass ausgewählte Stämme locker über sechs Meter ragten und es tatsächlich auf einen allseits bestaunten Durchmesser von bis zu sieben Zentimetern brachten.

Während auf der Drachenseite Hasel und Holunder die eher männlichen Attribute und das Yang repräsentieren, wurde die Tigerseite mit dem immergrünen (Yin) Bambus mit der Zeit jedoch immer undurchdringlicher, und um das ihm zugewiesene Areal kümmerten die Triebe sich mittlwerweile kaum noch. Mal tauchte ein Ausläufer mitten in der Felsenbirne auf, mal direkt neben dem Eingangstor und neuerdings sprossen seine Triebe fröhlich und unbekümmert weit jenseites meiner Grundstücksgrenzen.

Hatte ich vor einigen Jahren diese Lebendigkeit und das Abenteurertum noch belächelt und mir – als weiblichem Part des Gartens – diese Tugend liebend gern auf die Fahnen geschrieben, bekam ich vor einigen Wochen drängende Traumbotschaften und obendrein Beschwerden mit den Augen. Bekanntlich hat jede/r seinen Balken im Auge, doch irgendwann kam der Zeitpunkt an dem ich das nicht länger ignorieren konnte. Schließlich bin ich in einem beratenden Beruf tätig und was hätte ich denn einer, um meinen Rat ersuchenden Person gedeutet?

??? !!! Genau: Hinschauen, Zusammenhänge ausmachen, Verantwortung übernehmen und … Handeln. Das habe ich also getan und seit Wochen bin ich nun dabei, den Rhizomen hinterher zu graben und seine Hartnäckigkeit nicht nur zu bestaunen sondern gelegentlich auch zu verfl…en. Aus einem kleinen Projekt ala „ich mach da mal ein bisschen was weg“ ist mittlerweile eine Riesenbaustelle geworden. Denn die unterirdischen Rhizome haben sich längst überall dahin ausgebreitet, wo sie absolut nicht erwünscht sind.

Tja. Der Bambus lehrte mich viele Jahre über majestätische Schönheit. Zeigte mir seine Anpassungsfähigkeit an Wind und Wetter, Trockenheit und Regen, Eis und Schnee. Ließ sich beugen, doch nie brechen. Er spendete mir lauschigen Schatten in heißen Sommern, schenkte Sichtschutz und ein Gefühl der Geborgenheit. Er nahm mich mit auf Reisen in ferne Länder, ohne dass ich mich aus meinem Garten hätte fortbewegen müssen.

Nun lehrt er mich über unsichtbare Verzweigungen im Erdreich, über feine Verwurzelung die so hart ist, dass sie meine Finger verwundet und er zeigt mir deutlich die Grenzen meiner Kraft auf. Er lehrt mich über gigantischen Expansionsdrang, dem kein Hindernis wirklich Einhalt gebietet. Und lehrt mich etwas über Grenzverletzung.

Wessen Grenzen habe ich (symbolisch für die Tigerseite) unterirdisch untergraben und wo habe ich mich in fremden Territorien nach Nahrung umgeschaut und verwurzelt? Und auch: Wo habe ich den weiblich-verschlungenen Pfad verlassen und mich am eher yangigen, zielstrebigen, geraden Fortkommen orientiert? Was von mir zeigte ich, was hielt ich verborgen? Stimmt das noch? Und wer hat meinen Weg und vielleicht auch meine Grenzen auf ganz subtile Weise durchwachsen und unterirdisch ein Chaos verursacht?

Sein Standort war in Süd-Südwest, den klassischen Bereichen für Anerkennung und Partnerschaft. Auf anderer Ebene erzählt der Süden über Augen und Visionskraft. Ich darf mich also auch fragen: Wo bin ich längst verwurzelt und brauche mich gar nicht mehr anstrengen? Vielleicht auch: Was ist mir in puncto Erfolg und Ruhm aus dem Blick geraten? Ist das überhaupt noch nötig? Was konnte ich nicht wahrnehmen, weil es sich „unterirdisch“ ausbreitete? Werden sich meine Augenbeschwerden nun bessern?

Auch wenn einige bedauern, auf ihren Spaziergängen diese Augenweide verloren zu haben und auch, wenn ich viele Tränen darüber vergossen habe: Mein Feng Shui Garten wird nun ohne Bambus ein neues Gesicht bekommen. Auch das hat er mich gelehrt: Nicht jede Flora und Fauna kann mitgenommen und „einfach“ – zum Wohle des Ganzen – verpflanzt werden. Spirituell ist Heimat ohne Ort denkbar, doch in der Materie können wir nicht ortlos existieren. Um zu gedeihen braucht es mehr, als rational gedacht werden kann.

Herrlicher, vielfältiger Bambus – gesehen von © Takeo Kunishima

 

 


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Das Schicksal annehmen oder wenden?

Wozu ist Feng Shui eigentlich gut?

Für mich ist es wichtig, das, was was ich tue, gelegentlich kritisch zu beleuchten. Die letzten Monate hatte ich ausgiebig Gelegenheit dazu und es begann damit, dass ich, einem Impuls folgend, meinen Schreibtisch umstellte. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden – allerdings habe ich nach vollbrachtem Werk erstmal gestutzt: Das würde Feng Shui nie erlauben, war mein erster Gedanke „danach“.

Verbotene Früchte schmecken doppelt so süß!  Danke © Luca Volpe

Hoppla, fragen Sie jetzt vielleicht – eine Feng Shui Beraterin, die der eigenen Lehre buchstäblich den Rücken kehrt? Genau, ich sitze nämlich jetzt mit Blick aus dem Fenster und mit dem Rücken zur Tür. Olala! Zugegeben haben mich Fotos von den Schreibstübchen bekannter Autoren und Autorinnen schon immer fasziniert, und nicht selten hatten sie ihren Tisch so gerückt, dass ein herrlicher Ausblick nach draußen den (Innen-)Raum buchstäblich erweiterte. Das, was mich an den Werken schließlich beeindruckt, doch selbst hatte ich mich beständig an das Schildkrötenprinzip gehalten.

Zum Glück war das nicht meine erste kritische Begegnung mit den Dogmen der Lehre, und zahlreiche innere und äußere Auseinandersetzungen liegen schon hinter mir. Doch immer wieder ringen die Fragen in mir, diesmal zum Beispiel „Was genau ist das Gute an Feng Shui und was bringt es“ mit „Wo ist auch mal Schluss mit all den Versprechen / mit all den Verboten“?! Ich tauche ja gerne tief, auch wenn meine Freundin Jutta meint, ich gehöre eher zu den Flachwurzlern.

Standhaft und frei – Danke © jplenio

Dazu ein kurzer Exkurs

Flachwurzler sind Bäume oder andere Pflanzen mit Wurzeln, die sich tellerförmig in den oberen Bodenschichten ausbreiten. Zu ihnen gehören viele Fichtenarten, die Hainbuchen und die Weiden. Bei schlechten Bodenverhältnissen können Flachwurzler keinen optimalen Halt finden und sind bei starkem Sturm gefährdet, umzustürzen. Bei guten Bodenverhältnissen und auf geeigneten Gesteinen können Flachwurzler oftmals ein gutes Wurzelsystem entwickeln und an ganze Gesteinsbrocken anwachsen. Sie sind dann in der Regel standfest.“ – aus: Wikipedia

So kam ich drauf, dass die Bodenverhältnisse* ganz entscheidend für das Gedeihen sind. Gibt der Boden keinen Halt können widrige Umstände von außen dazu führen, dass der Baum kippt. Für ihn ist dann salopp gesagt Ende im Gelände, der Mensch allerdings kann sich berappeln und wieder aufstehen. Das ist, um zurück zum Thema zu kommen, die Art mit Schicksal umzugehen.

Jede Form erzeugt Energie – übrigens immer, auch ohne dass man die Gesetze des Feng Shui anwendet. Wie die erzeugte Energie verwendet wird, das ist für mich das großartige Werkzeug des Feng Shui! Als Beraterin habe ich gelernt „Energie“ zu lesen und mich mantisch, also weissagend, zu betätigen: Ich kann ahnen, dass das und das, die und die Folgen haben wird.

„Das“ anschauend kann ich also abwägen und eine Entscheidung treffen: Soll es so kommen, damit ich mich erproben kann? Kämpfe oder tanze ich mit dem Wind? Bleibe ich statisch oder übe ich mich in Beweglichkeit? Falle ich hin und erlebe den Sturz mit allen Sinnen, oder will ich diese Erfahrung vermeiden? Bleibe ich liegen oder stehe ich wieder auf? Es gibt Sportarten, da wird das Fallen exzessiv geübt, um geschmeidig zu bleiben und jederzeit vorbereitet zu sein. Darauf, mit der Kraft zu gehen anstatt dagegen.

Diesmal komme ich also zur Erkenntnis, dass genau darin jetzt der Sinn liegt. Wie ich dem Unausweichlichen begegne und wo ich mit der Kraft anstatt dagegen gehe. Allein meine Haltung zu dem, was geschieht bestimmt den Ausgang des Geschehens. Darum entscheide ich mich diesmal statt für das „oderfür das „und„: Ich lerne zu akzeptieren, was nicht zu ändern ist und ich wende, wo eine Wendung notwendig ist und arbeite unermüdlich am Boden und an den Wurzeln, um auch im Sturm standhaft zu bleiben.

Während ich also beim Schreiben immer mal wieder aus dem Fenster schaue, Wolken und Schwalben beobachte, fühle ich mich gut aufgehoben in meinem Raum und freue mich, dass mir Feng Shui mehr und mehr zum Werkzeug wird. Und da ich mittlerweile über weitere Werkzeuge als nur den Hammer verfüge, brauche ich nicht länger jedes Problem als Nagel ** betrachten. Vermutlich erreichen mich deshalb immer mehr Referenzen wie diese

„Liebe Frau Berkenkopf, an dieser Stelle möchten wir Ihnen eine Rückmeldung für Ihre Webseite geben. Mehrere Schicksalsschläge hatten meinem Mann und mir sehr zugesetzt und wir waren wirklich mit den Nerven am Ende, sahen keinen Ausweg. Dank unserem Sohn waren wir auf Sie aufmerksam geworden und haben uns zu einer Feng Shui Beratung entschlossen, obwohl wir nicht wirklich daran glaubten. Das sage ich ganz ehrlich, denn so war es. Heute möchten wir uns aber vielmals bei Ihnen bedanken, denn sie haben uns so wertvolle Anregungen gegeben! Natürlich haben Sie uns Tipps für die Raumgestaltung gegeben und obwohl wir nur ein paar Möbel umgestellt haben hat sich viel verändert. Obwohl die Kinder nun schon lange aus dem Haus sind fühlt sich das Haus wieder lebendig an. Wir freuen uns nun jedes Mal, wenn wir nach Hause kommen. Doch vor allem Ihre offene Art und wie Sie uns einige Fragen gestellt haben, das hat etwas in uns bewegt. Mein Mann und ich haben danach noch sehr lange, wie eigentlich schon ewig nicht mehr, zusammen gesprochen. Ich glaube, das Sprechen war für mich das Wichtigste, es ist nun, als wäre ein Pfropfen entfernt worden und wir schauen mit  einem neuen Blick auf das, was hinter uns liegt. Und endlich auch auf das, was vor uns liegt. Vielen lieben Dank aus der Schwanengasse 12.“

Von Herzen Danke!

* Dass Feng Shui an den *Bodenverhältnissen wirkt, das kann ich aus ganzem Herzen bejahen.

** „Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel“ (Mark Twain / Paul Watzlawick)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Bildergeschichten, die 10.

Die Türen die wir täglich öffnen und schließen
entscheiden über das Leben, das wir führen.
Flora Whittemore

Willkommen in Güstrow. Danke © Sebastian Herrmann

Wenn ich Sie jetzt frage, ob Sie mit geschlossenen Augen Ihre Eingangstür beschreiben können, was antworten Sie mir? Und wie ist es mit all den anderen Türen, durch die Sie täglich schreiten?

Ungeahnte Einblicke in Malta von © Mick Haupt

Schon immer symbolisieren Türen beides, die wunderbaren wie auch die vereitelten Möglichkeiten. Manchmal öffnen sich Türen, und entführen in ungeahnte Paradiese, manchmal schließt sich eine Tür und das Leben scheint still zu stehen. Eine geöffnete Tür ist eine berührende Metapher für den Schritt in ein neues Leben, während eine geschlossene Tür das Gefühl von Zurückweisung in uns wach rufen kann.

Willkommen in Schleswig. Dank an © Ibrahim Rifath

Im Feng Shui haben Türen große Symbolkraft, denn sie markieren immer einen Übergang. Meist wechseln wir durch sie zwischen dem öffentlichen und dem privaten Leben. Und in jedem Moment, in dem wir eine Schwelle übertreten, haben wir die Chance, uns neu zu erfinden.

Darum waren früher in den monumentalen Toren ganz kleine Öffnungen. Innehalten, die alte Haut (oder dunkle Energien, die an der Aura hafteten) sollten an dieser Schwelle abgestreift werden. So konnte der Mensch alles zurücklassen, was nicht in die Welt des Privaten oder des Öffentlichen mitgenommen gehörte.

Nicht nur Kirchentüren sprechen. Dank an © Hallana Halila

Bauherrinnen und Bauherren sollten sich vor der Anschaffung der Haustür möglichst präzise vorstellen, welche Tür sie täglich durchreiten und welchen Empfang sie sich selbst dadurch bereiten möchten. Und auch Cafés und Restaurants geben sich mittels Tür eine Visitenkarte. Wirkt sie abweisend oder kleinkariert darf man sich über mangelnden Zuspruch oder unerwünschte Gäste nicht wundern.

Wer errät, was uns hier erwartet?  © Daniel von Appen in Köln

Macht Lust auf einen Kaffee, oder nicht? Gesehen in Berlin von © Claudio Schwarz

Gerade das Alltägliche verdient aus meiner Sicht die größte Aufmerksamkeit. Ich glaube, alle Mysterien liegen offen vor uns, wir haben lediglich verlernt, oder noch nicht gelernt, das Offensichtliche als das echte Geheimnis zu erkennen.

Alles Sichtbare ist ein in einen Geheimniszustand erhobenes Unsichtbares.
Novalis

Bavaria Studios Grünwald (oder Thoreaus Walden 😉 ) – gesehen von Waldemar Brandt

Mondtor in China, mittlerweile leider selten geworden. © Chastagner Thierry

Türen sind etwas, das uns über alle Unterschiede hinweg verbindet. Ich kenne keine Kultur, in der es keine Türen gibt. Darum heute aus meiner Schatzkiste noch ein Bonbon, denn es lohnt sich, die eigene Umgebung immer mal wieder aus einer neuen Perspektive zu betrachten.

Die Schwelle im Feng Shui – engergetischer Übergang von außen nach innen

Für mich DAS Symbol neuer Möglichkeiten – mag es drinnen noch dunkel scheinen, draußen ist längst Tag geworden! Danke © Danny Müller

 


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Bildergeschichten, die 9.

Fast genauso … doch niemand da, der hätte ablichten können. Darum Dank an © Luis Del Río Camacho

Nach einer Woche Waldleben bin ich frisch und erholt wieder online. Wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen, habe ich auf kleinstem Raum ein Lager aufgeschlagen, und nur mit den notwendigsten Sachen im Gepäck eine unbeschreiblich erholsame Zeit erlebt. Während meine Seele jubelt ist mein Geist frisch und mein Körper fühlt sich bis in alle Zellen lebendig.

Anders als sonst habe ich diesmal beim Nachhausekommen nicht gleich umgeräumt, sondern mich ganz still an meinen sieben Sachen erfreut. An den feinen Teeschalen, der duftigen Bettwäsche und am heißen Bad. Die Stille wirkt in mir nach, und ganz intensiv begleiten mich meine Eindrücke der zurückliegenden Zeit. Noch ist mir, als sähe und hörte ich in Doppelbildern: Das, was hier vor mir ist, wird schattengleich von dahinter liegenden Bildern und Klängen überlagert, die sich tief in mich eingegraben haben. All die Nuancen frischen Grüns mit den braunen Schattierungen des Waldbodens, das Bellen der Rehe, das Klopfen des Spechts und die absolute Stille in der Nacht.

Wieder einmal habe ich Raum auf vierlerlei Art erlebt und neu entdeckt. Den Raum in mir, den mich umgebenden Raum, den leeren Raum und den mittels Tarp künstlich geschaffenen Raum. Irgendwann fiel mir eine Passage aus einem Lieblingsbuch von Terence Conran ein: „Traumhäuser sind fast immer geräumig – wirkliche Häuser und Wohnungen dagegen sind oft klein. Ob in der Stadt oder auf dem Land, die meisten Menschen müssen früher oder später ihre Träume auf das Maß der Realität zurechtstutzen und mit weniger zurechtkommen, als sie sich eigentlich gewünscht hätten. Nun müssen Wohnungen mit begrenztem Platz keineswegs ein Negativum sein.“ Terence Conran: Kleine Räume

Ja, das kann ich bestätigen. Wohnqualität hängt nicht von der Größe des Raums ab, sondern von der Lebensqualität, die ein Raum maßgeblich mitbestimmt. Meist sind es einfache, in Form gebrachte Ideen, das bestimmte Quantum Energie und der Grad, wie weit individuelle Vorlieben berücksichtigt wurden. Eine Standardfrage aus meinem Repertore lautet darum: Wie möchten Sie sich in Ihren Räumen fühlen? Gibt der Raum es her, sich zu wandeln? Denn verändern sich die Lebensumstände (Geburt eines Kindes, Einrichten eines HomeOffice, altersgerechte Anpassungen, psychische Befindlichkeiten), verändern sich automatisch die Bedürfnisse, die ein Zuhause befriedigen soll.

So wie in dieser Zeit, in der wir (oft unfreiwillig) in den umbauten Raum verwiesen werden. Einige Menschen mussten leidvoll erfahren, dass die Adresse unter sie wohnen gar kein wirkliches Zuhause ist. Bloss wurde das von gefüllten Terminkalendern, den Anforderungen des Alltags und vom allgemeinen Rauschen überdeckt. Doch auch gut, das überhaupt zu merken – denn nur wer merkt, kann etwas ändern!

Und was soll Ihr Raum Ihnen bringen? Welche Bedürfnisse soll Ihr Zuhause erfüllen? Und wie erleb(t)en Sie Ihre Räume in diesen Tagen? Bietet er das Wohn- und Lebensgefühl, das Sie sich wünschen? Mit gutem Gefühl kann ich sagen, dass ich meine Räume als echtes Zuhause wahrnehme – auch wenn ich demnächst das weiche Bett erneut mit dem Waldboden tausche 💕🌳🌲🍀🥾🌱🌿🍂

 


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Einseitig – Beidseitig

Im Feng Shui gibt es eine Konstellation dessen Anleitung zur Interpretation so lautet: „Schwach und unproduktiv, oft selbstbezogen, eigennützig, unsozial, oberflächlich, schnelllebig, nicht belastbar, kann nichts aus sich selbst heraus schaffen, auch nicht brauchbar im sozialen Kontext. Oft ohne eigenen Nachwuchs, folgt bevorzugt eigenen Interessen“. Wow! Und nun stellen Sie sich einmal vor, mit solchen Gedanken im Kopf jemand unvoreingenommen gegenüber zu treten und schließlich wohlwollend zu beraten. Gelingt das oder ist es eher schwierig?

Nicht müde werden und dem Wunder leise die Hand hinhalten …* Foto © Fernando@ferdo

Wer sich für Feng Shui interessiert sollte im Blick behalten, aus welcher Zeit die Kunst der förderlichen Platzierung stammt, und welche kulturellen Werte damals dominierten. Das alte China war feudal, autoritätsgläubig und nur, wer sich ohne Widerspruch in herrschende Verhältnisse fügte, war gern gesehen. Dazu kam natürlich die Abstammung, das heißt war man in einer angesehenen, wohlhabenden = einflussreichen Familie geboren, galt dies als beste Voraussetzung für eine gute Stellung und gesellschaftliches Ansehen.

Mich hat das lange, lange (!) beschäftigt. Seit ich mich in früheren Zeiten studienhalber der Macht der Worte in totalitären Systemen widmete ist mir klar, worauf Propaganda, Hypnose, Marketing, Politik, Glaubenssätze, Verwünschungen, Schwüre – wie auch Anteilnahme, Empathie und Trost – beruhen. Also habe ich mich irgendwann hingesetzt und überlegt, gedreht und sortiert. Und so wurde aus

  • schwach => sensibel
  • unproduktiv => bewahrt / hütet
  • selbstbezogen, eigennützig => kann für sich selbst sorgen, achtet auf eigene Bedürfnisse
  • unsozial => kann mit sich allein sein
  • oberflächlich => liebt Abwechsung wie der Schmetterling
  • schnelllebig => aufgeschlossen, trendorientiert
  • nicht belastbar => feinfühlig
  • kann nichts aus sich heraus schaffen => Team Player
  • nicht brauchbar im sozialen Kontext => brauchbar wofür? braucht Abgeschlossenheit / Stille für … – kann sein: Eremit-in, Erfinder-in, Einzelgänger-in, Komponist-in, Forscher-in …
  • folgt eigenen Interessen => hat Prioritäten erkannt

Was macht das im Kopf und mit der Einstellung? Jede Meinung über etwas oder jemand produziert eine Haltung, und die ist letztlich entscheidend für das eigene Schicksal. Denn ob ich mich von schwarzmalerischen (auch: schwarzmagischen ! ) Worten einschüchtern lasse, oder die daraus erzeugte Angst anschaue, sie durchdringe und verwandle – das bestimmt jede-r selbst.

Ob und wie oft wir in diesen Tagen Radio oder TV-Nachrichten konsumieren, und ob die Beschwörungen der Coloeur „Weltwirtschaftskrise und Rezession“ die eigene Wahrnehmung verblenden, können wir selbst entscheiden. Denn auch die gerade genannten Wortmächte haben starke Gegenüber:

  • Der Ölpreis befindet sich auf einem Tiefstand weil die Nachfrage gesunken ist – wir verbrauchen weniger Rohstoffe! Was kann das Gutes bedeuten für das Klima, für Mutter Erde, für die Atemwege (Lungenkrankheit Corona?!)!
  • Überall in meiner Stadt stehen Bücher- und Verschenkekisten vor der Tür – die Menschen räumen auf und befreien sich von Energieräubern und Sachen, die bloß die Ecken verstopfen.
  • Es ist stiller auf den Straßen, wir sehen wieder spielende Kinder, im Supermarkt gibt es kein rücksichtsloses Gedränge, es werden verständnisvolle Blicke in schweigendem Einverständnis getauscht. Es gibt wieder Gelegenheit und Muße für einen Schwatz.
  • Beim Meditieren höre ich einen ruhigen Grundton, die besinnungslose Hektik ist zur Ruhe gekommen. Selbst die Luft fühlt sich entspannt an.
  • Anteilnahme und Nachbarschaftshilfe sind vom Dachboden gekommen und mischen sich unter uns. Wir nehmen Kontakt auf zu Fremden und fragen, ob sie unserer Hilfe bedürfen.
  • Die Leere im Terminkalender (Cafe, Restaurant, Konzert, Reisen, Einladungen, shopping) bringt Zeit. Für Nichts und für Alles.

Im Angesicht des Todes haben wir die Chance, uns dem Leben zu widmen, und das hat im Urgrund sehr wenig mit Geld verdienen oder durch’s Leben hasten zu tun. Verlust oder Gewinn – wir entscheiden!

* Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten.

Hilde Domin

 


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Bildergeschichten, die 8.

Die Ausgewogenheit der Form bietet dem unruhigen Geist Ruhe und Ordnung. Danke © ArisaS.

Wenn man versteht und fühlt dass man schon in diesem Leben an das Grenzenlose angeschlossen ist, ändern sich Wünsche und Einstellung. Letzten Endes gilt man nur wegen des Wesentlichen, und wenn man das nicht hat, ist das Leben vertan.

C. G. Jung, Erinnerungen

 

P. S. Bei meinem Studium der Formen bin ich schließlich beim Mandala angelangt. Nun öffnet sich wieder eine Welt in der Welt. Hier nochmal zum Nachlesen der Anfänge Formensprache und ihre Wirkung auf das Bewusstsein

 


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Über die Magie

Jeder Mensch der spricht, ist ein Magier, ist eine Magierin. Denn Worte verändern die Realität. Wer das nicht glaubt, möge mit mir einen Selbstversuch starten: Notiere / notieren Sie so genau wie möglich, wie es Ihnen gerade geht. Förderlich für das Experiment ist eine etwas detailliertere Beschreibung als das gewöhnliche „gut“ oder „schlecht“. Als Beispiele mögen einige ausdrucksstarke Adjektive dienen, die Stimmungslagen exakter wiederzugeben vermögen: zuversichtlich, mutlos, ängstlich, in Vorfreude, besorgt, zufrieden, eingeschüchtert, verängstigt, anfällig, geschwächt, depressiv, traurig, wütend, gleichgültig, genervt, gedankenvoll, unruhig, sauer, gelangweilt, überfordert, gestresst, glücklich, zufrieden … .

Right now the best place to be: Da wo es still ist. Danke für den geteilten Moment © Loverna Journey

Bei diesem Experiment wollen wir uns auf das Hören beschränken, denn Bildmagie wirkt nochmal anders. Sobald Sie also möglichst genau notiert haben, wie sich ihre emotionale Befindlichkeit gerade anfühlt, hören Sie Nachrichten. Danach schalten Sie das Gerät aus, und fühlen in sich, so wie die Zunge einen kaputten Zahn abtastet. Hat sich etwas verändert? Stellen Sie einen Unterschied zu vorher fest?  Es mögen nur feine Nuancen sein, zarte Schleier, die sich um die Ursprungsgefühle wickeln. Sie einwickeln, verwickeln, verändern.

Alle, die noch vor wenigen Wochen energisch von sich behaupteten, das Unsichtbares Quatsch sei und nur Sichtbares die Realität ausmache, stehen heute auf den Bühnen und handeln magisch. Oder sie stehen vor den Bühnen und lassen sich verzaubern. Ganz ohne, dass jemand einen sichtbaren Zauberstab schwingt. Spüren Sie doch mal die starke Magie der Wörter Seuche, Rezession, Börsencrash, infiziert, Arbeitslosigkeit, Pandemie, Virus, sterben, Italien, Bahre, Beatmungsgerät, Corona, Ebola, Pest, Quarantäne, Ausgangssperre, Jobverlust, Spahn, Merkel, Pleite, Insolvenz.

Atmen Sie schneller? Flacher? Steigt Ihr Blutdruck? Lachen Sie? Was geschieht in Ihrem vegetativen Nervensystem, auf das Sie keine willentliche Kontrolle ausüben können, wenn Sie diese Worte hören oder hier lesen? Sei es nun bewusst oder unbewusst – die inszenierte Magie verfehlt ihre Wirkung nicht. Der angerichtete Schaden ist immens. Die einen mögen hierunter materialle Verluste rechnen, andere sehen eher den unsichtbaren, lähmenden Schrecken, der auf das reine Gemüt wirkt.

Natürlich gibt es auch solche Magier und Magierinnen, denen das Wohl der Schöpfung am Herzen liegt. Die handeln dann ebenfalls magisch, doch mit dem Unterschied, Schaden von Körper (Krankheit) und Seele (Psyche) abzuwenden. Eine aus diesen Reihen, von der noch nicht viele gehört haben mögen, ist Abalone.

Abalone lebte um die Jahre 326 in Vietnam. Zu einer Zeit also, in der Menschen noch Gedanken lesen und sich telepathisch verständigen konnten, Geisterschrift beherrschten und um die verborgenen Kräfte von Natur und heilenden Kräutern wussten. Wie viele Magierinnen hatte Abalone kein leichtes Schicksal, doch beim Lesen ihrer Abenteuer scheint sie mir wie die Schlange, die Haut um Haut hinter sich läßt, während sie in ihre ganze Kraft wächst. Und was wäre das Leben schließlich ohne Abenteuer, Mutproben, Kräftemessen – und Menstruationsblut?

Ein Tabu, ich gebe es zu. Auch da hat die Magie ganz ordentlich gewirkt, um Frauen von ihrem kostbaren Saft zu entfremden. Zuschreibungen von eklig bis nervig kennen wir alle – doch wer weiß um die große Macht, die darin liegt?

Meine Freundin Christine Li, von der ganzheitlichen Medizin ins Genre der Autorin gewechselt, schreibt nun schon am 3. Band der Sage über Abalone. Bisher erschienen sind Abalone und das Tigergesicht und Abalone und die Schlangengöttin. Wer Magie nicht mehr Anderen überlassen will und bereit ist, die eigene – übrigens alterslose – Heldinnenreise anzutreten, schaue am besten direkt bei Christine Li vorbei. Den ersten Band gibt’s gratis, den zweiten hab ich gerade ausgelesen und kann nur sagen: Lohnt sich!

 

 


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Verschenke gute Worte

Anders als meine letzten Jahrestage habe ich mein 11. Jubiläum als selbständige Beraterin diesmal nicht am Schreibtisch gefeiert. Diesmal war ich am 1. April im Wald. Habe zart sprießendes Grün genossen, eifrige Vögel beim Nestbau beobachtet, dem Wind gelauscht und meine Füße auf knisternden Waldboden gesetzt. Meine Seele hat getankt, und das war bitter nötig.

Im Angesicht „der Krise“: Was kannst Du nur jetzt tun? Fotodank an © Allie Smith

Wie für viele Selbständige hat sich mein Alltag verändert – und ich bin wie Millionen andere in diesen Tagen äußeren Bedingungen unterworfen, die ich nicht beeinflussen kann. Das hat Auswirkungen auf mein Inneres. Auch ich denke nach über Existenzbedingungen, über Sicherheiten, über gesellschaftlichen Zusammenhalt und über das, was die Welt jetzt bewegt und wodurch sie sich bewegen läßt.

Schon immer waren Fragen wichtiger als Antworten. Es soll sogar Eltern geben, die fragen ihre Kinder am Abend: „Welche gute Frage hast du heute gestellt?“ Also habe ich heute morgen die chinesische Astrologie hergenommen, und habe mir über die Konstellation des Tages (heute regiert die Feuer Ratte) ein Hexagramm aus dem IGing abgeleitet, um über eine gute Frage nachzudenken.

Zum heutigen Tag gehört das Hexagramm 27 und seine deutsche Übersetzung lautet: Die Ernährung. Kurz gesagt geht es um die Weisheit, mit der man sich und andere nährt. Das Hexagramm will anregen, zu erkennen, wie Bedürfnisse gestillt werden und leitet daraus den Umgang mit sich selbst ab. Die Deutung geht jedoch über das Offensichtliche, d.h. Essen um zu Leben, weit hinaus.

Mein Lieblingbuch des IGing ist auf Englisch von einem Chinesen geschrieben*, der sowohl die chinesische als auch die englische Sprache aus dem ff beherrscht. Bei ihm lautet die No 27 „Nourishing“ – Ernährung – und in der Bedeutung verweist er auf den feinen, dennoch großen Unterschied zwischen „nourishing“ und „nurturing“.

Er schreibt sinngemäß „Achte auf Deine Ernährung, achte was Dich nährt und was Du Dir in den Mund steckst.“ Es reiche nämlich nicht, den Körper mit (qualitativ hochwertigem) Essen und Trinken zu versorgen, denn alles was wir aufnehmen ist im übertragenen Sinne Nahrung. Also zählen auch Erlebnisse, Infomationen, Eindrücke, Bildersprache, Irrtümer denen wir anhaften und Meinungen zur Nahrung. Die Frage, die sich daraus ableitete laute demnach: Was von dem, das ich zu mir nehme, nährt auch meine Seele?

Ich spüre in diesen Tagen Angst, Verunsicherung und innere Not. Gestern telefonierte ich wieder einmal mit meiner Mutter. „Weißt du“, sagte sie, „letztens hatte ich so eine Enge ums Herz, doch nach unserem Gespräch war mir viel leichter zu Mute und der Reifen um meine Brust war plötzlich verschwunden.“

Dazu möchte ich heute anregen: Mit wem können Sie – mit wem kannst Du heute sprechen, und ihn oder sie mit Worten der Ermutigung nähren? Wessen Herz kannst Du heute berühren, damit die Enge sich auflöst? Will uns das Virus wirklich nur bedrohen und Angst verbreiten? Welche Chance für Nähe liegt in der Isolation?

Auch diesmal möchte ich anläßlich meines Jahrestags etwas verschenken: Ich verschenke gute Worte. Wer sich eine Aufmunterung wünscht, schreibe mir eine Email mit einem kurzen Satz worum es geht, und ich antworte garantiert.

* Taoist Master Alfred Huang – The Complete I Ching

 


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In sieben Tagen ankommen – Resümee

Puh, einen Tag durchschnaufen war gestern angebracht. Doch heute möchte ich noch ein kleines Resümee über den zurück liegenden Prozess anregen. Natürlich interessiert mich, was Sie auf unserer kleinen Reise durch Ihre Räume über sich und Ihr Umfeld erfahren haben! Vielleicht sehen Sie einen Zusammenhang zwischen Ihrer räumlichen Situation und Ihrem aktuellen Leben?

In Stille wachsen … Danke für das tolle Foto © Annie Spratt

Wenn Sie, wie anfangs empfohlen mitgeschrieben haben, nehmen Sie doch Ihr Büchlein zur Hand und gehen noch einmal Ihre Notizen durch. Zusätzlich können folgende Fragen Sie auf die Spur bringen, offene Anliegen zu visualisieren:

  • Haben Sie das beste Zuhause, das Sie verdienen?
  • Ist alles so, wie Sie es sich wünschen?
  • Kommen Sie in den Räumen zu sich selbst? Wo besonders, wo gar nicht?
  • Gibt es Bedarf für Veränderung und Erfrischung?
    • Braucht es vielleicht eine grundlegende Renovierung?
    • Braucht es Mut zu mehr Farbe?
    • Braucht es einen besseren Platz, um Ihr Lieblingsmöbel besser zur Geltung zu bringen?
  • Vielleicht haben Sie in Ihrer Einrichtung auch ein Muster erkannt das sich – bislang unbewusst – wiederholt?
  • Vielleicht teilen Sie Ihr Leben mit geerbten Stücken, ungeliebten Geschenken oder blockierenden Glaubenssätzen die sich in der Raumgestaltung ausdrücken, und die gar nicht (mehr) zu Ihnen passen?

In jedem Raum spiegeln sich Facetten einer oder mehrerer Persönlichkeiten. Natürlich sind das immer nur Entwürfe, Bilder, die wir über uns selbst gemacht haben. Die Chance, die jetzt in der Krise der Isolation liegt ist ja auch, ein Stück tiefer zu gehen und sich als das Selbst zu erkennen, als das jede und jeder von uns gemeint ist.

Ich werde mir, inspiriert von der Mediatationsleherin Tara Brach, zu Hause ein Retreat einrichten. Ab morgen gehe ich zwei Tage in die Stille und richte mir einen festen Tagesablauf ein. Dazu gehören Yoga, Meditation, gut kochen und essen, Mittagsschlaf, spazieren gehen, wieder meditieren, etwas inspirierendes lesen oder hören, Tee trinken, Obst essen, wieder meditieren und schlafen. Über die Reihenfolge denke ich gleich bei einem Spaziergang nach. Doch ich mache es so wie es wäre, würde ich woanders hinfahren, und halte mich an die diesmal selbst vorgegebenen Regeln. Vielleicht machen Sie mit?

Oder Sie nutzen die nächsten Tage, noch einmal mit wachem Blick für das Ganze durch Ihre Räume zu gehen, und hier und da Verbesserungen vorzunehmen. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, Ihr Zuhause in einen Ort zu verwandeln, der Ihnen entspricht. Holen Sie sich auch von Ihren Räumen Unterstützung, um das Beste in Ihnen zum Vorschein zu bringen und gestärkt aus der Krise hervorzugehen.


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In sieben Tagen ankommen – Tag 7 – Das Kinderzimmer

Geht es bei einer Beratung (auch) um das Thema Einschlafstörung, Konzentrationsschwierigkeiten oder Aggressionen beim Nachwuchs, treffe ich häufig auf besorgte Eltern, die als Ursache Wasseradern oder schädliche Strahleneinflüsse vermuten. Schaue ich mich dann in den Kinderzimmern um, sehe ich meist mit Spielzeug überladene Räume, in denen es kein freies Fleckchen zum Durchatmen gibt.

Pause! Foto © Marcus Wallis

Gut gemeint sind all die Mitbringsel und Geschenke sicher, und manche Kinder dürfen sich dank  Patchworkfamilien ja sogar über mehr als sechs Großeltern freuen. Meist verfügen alle über gute Kaufkraft und – ich sag es mal salopp – sie schenken bis der Arzt kommen muss.

Da gibt es Puppen, die über einen kompletten Hausstand inklusive Puppenhaus und Puppenwagen regieren. Es gibt gut bestückte Kaufläden mit selbstsprechenden Kassen und übervollen Regalen, in denen niedliche Miniaturwaren auf Kunden warten. Es gibt Kasperltheater und jede Menge Handpuppen, die schon nervös die nächste Aufführung erwarten. Es gibt Regale voll mit unzähligen, schönen und pädagogisch sicher wertvollen Bilder- und Lesebüchern. Es gibt Aquarien und Carrerabahnen, deren Straßen durch das ganze Zimmer verlegt wurden. Es gibt Mobiles, CD-Player, Fernseher und Handys. Dazu liebevoll montierte Eisenbahnlandschaften. In den Waggons würde man am liebsten selbst sitzen und die schöne Aussicht genießen.

Beim Betrachten fühle ich mich oft in meine Kindheit zurückversetzt und bekomme Lust, mit all dem schönen Spielzeug zu spielen. Ich fühle, wie großartig und wohlgemeint alles ist, und verstehe auch, dass jeder etwas mitbringen und seine Liebe damit ausdrücken möchte. Und es gibt ja auch sooo wunderschöne Sachen, um Kinder zu beschenken. Manchmal frage ich mich jedoch, ob die Schenkenden nicht vielleicht bei ihrem eigenen, inneren Kind etwas gut machen möchten.

Schlicht und schön und ganz behaglich. Willkommen Zuhause, kleiner Mensch. Foto © Charles Deluvio

Denn für Kinderzimmer gibt es eine relativ einfache Prämisse: Der Raum sollte schlicht und behaglich eingerichtet sein, Anregungen für die Phatasie geben und Platz für Rückzug und Spielen bieten.

Entgegen wohlmeinender Annahmen brauchen Kinder nämlich gar nicht viel, um die Phantasie auf Hochtouren zu bringen und die Welt zu entdecken. Aus einem schlichten Karton und einer Decke können unzählige Varianten gezaubert werden. Vom Schlossgespenst zum Versteck in der Höhle gibt es in der kindlichen Phantasie gar keinen Widerspruch, es braucht allein eine Regieanweisung und manchmal nicht mal Mitspieler-innen.

Das ist darum heute schon mein ganzer Tipp für’s Kinderzimmer:

  • Halten Sie es einfach.
  • Achten Sie darauf, dass das Bett geschützt steht.
  • Wählen Sie, je nach Alter, sanfte Farben für den Raum. Grün wirkt angenehm beruhigend und hat heilende Eigenschaften, blau kann die Atmosphäre im Raum unterkühlen. Beteiligen Sie Ihr Kind ruhig an der Gestaltung, denn Kinder wissen oft intuitiv, was gut für sie ist.
  • Braucht es einen Schreibtisch, dann sitzt Ihr Sprößling ideal mit Blick ins Zimmer. Ein Blick zur Wand hemmt die natürliche Entwicklung, und kann zu schlechten Lernergebnissen beitragen.

Dazu brauchen Kinder Zuwendung, ein offenes Ohr und Zeit. Viel freie (!) Zeit für sich, und noch mehr Zeit mit Bezugspersonen, die ausschließlich ihnen gehört. Schenken Sie handyfreie Aufmerksamkeit ohne whatsapp, FB oder twitter. Gehen Sie raus, spielen Sie wann immer möglich draußen, lauschen gemeinsam auf das Rascheln der Blätter oder auf den Regen, der aufs Dach trommelt. Setzen Sie Papierbötchen ins Wasser oder besuchen Sie einen Lieblingsbaum.

Kinder wissen oft intuitiv was gut für sie ist, doch sie sagen selten Nein. Schon allein darum nicht, weil Spielzeug und Geschenke ja auch was Tolles sind. Und Eltern haben oft ein schlechtes Gewissen gegenüber den Schenkenden. Manchmal gibt es sogar Streit darüber: „Warum behalten wir alles, was Deine Eltern schenken und das, was von meinen kommt, soll weg?!“ Also wird nichts weggeräumt oder weiterverschenkt an die, die wenig haben.

Ich kann Ihnen nur raten, unerledigte Themen aus Ihrer Vergangenheit unter Erwachsenen zu klären und sich an das Motto zu halten: Weniger ist mehr.

Und sei er noch so klein: Ein Ort für Rückzug, um in Ruhe was auszuprobieren. Foto © Kelli McClintock

Unsere Kinder wachsen mit soviel Wohlstand, das heißt mit einem Überangebot an Waren, Speisen, Ablenkungen und auch Forderungen auf, dass manche regelrecht nicht wissen, wo ihnen der Kopf steht. Dass das zu Konzentrationsstörungen oder auch Aggressionen führen kann, wird jeder Kinderpsychologe bestätigen.

Zuwendung und Liebe, die Versicherung „Du bist genau richtig wie du bist. Egal was kommt, Mama und Papa lieben dich und stehen zu dir“ – das ist das Wertvollste, das Sie Ihrem Kind ins Leben mitgeben können. Denn es ist etwas, das im Herzen Wurzeln schlägt und auf das dieser neue Mensch immer zurück greifen kann. Urvertrauen ist etwas, das keine Barbie und kein Elektromotorrad je geben kann.

„In sieben Tagen ankommen“ – das war ein inspirierender Rundgang, oder? Morgen gibt’s ein Fazit und ich bin gespannt auf Ihre Rückmeldungen. Was hat Ihnen besonders gefallen?

 

 

 


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In sieben Tagen ankommen – Tag 6 – Das Arbeitszimmer

Ein Virus plädiert für Isolation und wer kann, arbeitet dieser Tage von zu Hause. Das Home Office ist dabei längst keine Seltenheit mehr: Viele Selbständige können dank Laptop und der Chance, überall erreichbar zu sein, von zu Hause aus arbeiten. Einige Berufsstände haben schon seit jeher ein häusliches Arbeitszimmer und erledigen dort, was keine zwingende Präsenz am Arbeitsort erfordert. Weil es in einem schönen Umfeld eben viel leichter von der Hand geht. Und nicht wenige pendeln durch Zuwachs in der Familie regelmäßig zwischen Home und Office.

Wer kein separates Arbeitszimmer hat, nutze doch die Küche. Foto © Nirzar Pangarkar

Egal aus welchem Grund: Ideal ist eine möglichst klare Trennung zwischen Arbeit und Privatleben,  damit Sie sowohl produktiv schaffen als auch lässig chillen und entspannen können.

Auf einen Blick – Schnellratgeber für ein produktives Kraftwerk

 Nach Feng Shui gehört ein Arbeitszimmer in eine Yang angeregte Himmelsrichtung, und dazu zählen alle Bereiche zwischen Nordosten und Süden.

  • Idealerweise platzieren Sie Ihren Schreibtisch in der Kraftposition: Sitzen Sie mit Blick zur Tür, mit angenehmer Aussicht und einer festen Wand im Rücken.
  • Wenn Sie kein separates Arbeitszimmer haben ist es förderlicher, in der Küche oder im Wohnzimmer zu arbeiten, weil da eh anregende Yang Stimmung herrscht. Denn in diesen Räumen sind wir eher aktiv, führen Gespräche und sind mit der Außenwelt in Kontakt. Wenn es nicht der Küchentisch sein kann – im Wohnzimmer ist ein improvisierter Schreibtisch schnell hergerichtet, dazu braucht es nur zwei Arbeitsböcke und eine stabile Platte.
  • Wer sich stattdessen ins Schlafzimmer „verkrümelt“ mag sich wundern, warum eine eher zähe Stimmung den Tatendrang torpediert. Das kommt, weil Schlafzimmer viel Yin ausstrahlen (und das für erholsamen Schlaf auch sollen). Beim Blick aufs Bett kommen einfach andere Impulse, als kreativen Schwung zu holen.
  • Halten Sie Ihren Schreibtisch ordentlich. Idealerweise räumen Sie bei Feierabend alles weg und hinterlassen eine aufgeräumte, einladende Arbeitsfläche. Selbst wenn Sie das Gefühl haben, morgen unbedingt in das produktive Chaos einsteigen zu müssen – die Erfahrung zeigt, dass dies selten gelingt. Gönnen Sie sich das erhebende Gefühl eines frischen Starts.
  • Egal in welcher Branche Sie tätig sind, schenken Sie sich regelmäßig einen Strauß frischer Blumen. Auf Ihrem Schreibtisch platziert haben Sie ohne viel Aufwand bereits mehrere der 5 Elemente um sich: Die Vase (Erde), die Blumen (Holz) und das Wasser. Wählen Sie rote und weiße Blüten für den Strauß, sind Feuer und Metall ebenfalls präsent. Probieren Sie, welches der Elemente Sie besonders anspricht und welches Ihnen insbesondere Einfallsreichtum, Konzentration und Tatkraft schenkt.
  • Umgeben Sie sich am Schreibtisch nur mit Dingen, die Sie unterstützen und an denen Sie gerade arbeiten. Unerledigte „Haufen“ in Sichtweite blockieren, daher wäre es besser, sie unter dem Tisch zu verstauen und eins nach dem anderen zum abarbeiten nach oben zu holen. Das gibt schließlich das gute Gefühl, etwas geschafft zu haben.
  • Sollten Sie über ein eigenes Arbeitszimmer verfügen gilt per se: Dies ist kein Abstellraum und es ist definintiv davon abzuraten, während der Arbeitszeit hier Wäsche zu trocknen. Unterschätzen Sie nicht, wie stark Ungeliebtes, Abgestelltes oder Kaputtes dazu beitragen kann, Ihnen zustehende Anerkennung und Erfolg in der Außenwelt zu verbauen.

Klein und fein – ein schnell geschaffener Platz zum Arbeiten. Foto © Rizky Subagja

Diese und ähnliche Tipps können Sie in jedem Feng Shui Ratgeber nachlesen. Doch worauf es mir besonders ankommt ist die Einstellung zur Arbeit: Bei jeder Arbeit schaffen wir etwas Bedeutendes, egal, wie banal die Aufgabe sein mag. Arbeitszeit ist Lebenszeit, und wir sind alle hier auf der Erde, um etwas zu tun, was niemand anderes für uns tun kann.

Vielleicht stimmt ja, was Zukunftsforscher nun prognostizieren: Im Angesicht unserer Verletzlichkeit entdecken wir, wie wertvoll unsere Lebenszeit ist. Das mag den Impuls zum Umdenken geben, denn wer will schon das Kostbarste das wir haben mit gefühlt sinnloser Tätigkeit verschwenden?!

Vielleicht werden Sie ja durch die Krise entdecken, dass Sie bei jetziger Tätigkeit am falschen Platz sind und dass Ihre wahren Talente verkümmern. Sie könnten die verordnete Pause nutzen und beschließen, während Ihrer verbleibenden Lebenszeit etwas in Ihren Augen sinnvolleres zu tun. Vielleicht kürzen Sie Stunden und starten etwas nebenbei, vielleicht satteln Sie komplett um.

Oder Sie entdecken, dass Sie genau richtig sind, wo Sie arbeiten. Dass Sie sich bloß vom allgemeinen Gefasel des „wann ist endlich Wochenende?“ haben ablenken lassen, ihre Arbeit wertzuschätzen. Sie können beschließen, dass damit nun Schluss ist. Arbeit darf Spaß machen!

Die Theorien von Karl Marx mögen out sein, doch einige seiner Gedanken zur Arbeit sollten wir nicht komplett verwerfen. „ … ist die Arbeit daher eine von allen Gesellschaftsformen unabhängige Existenzbedingung des Menschen, ewige Naturnotwendigkeit, um den Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur, also das menschliche Leben zu vermitteln. … Arbeit ist das Feuer der Gestaltung.“ Das heißt erst durch Arbeit verwirklichen wir unser Menschsein. Wir können als einzige Spezies durch unsere Arbeit, etwas schaffen, von dem die gesamte Gesellschaft profitiert. Ganz egal ob wir als Radiosprecher, Architektin, Reinigungskraft, Bürokauffrau oder Buchhalter arbeiten.

Schließlich ist es oft nicht die Arbeit an sich, sondern die Bedingungen mit denen wir arbeiten, die das Menschenunwürdige daran ausmachen. Vielleicht bringt uns die Krise die Chance, all die lebensfeindliche, schädliche und tatsächlich sinnlose Arbeit sein zu lassen. Die Chance, uns auf das zu besinnen, wer wir sind und was wir können: Wir sind Wesen mit Herz und Verstand, und können durch unser schöpferisches Potenzial eine Welt schaffen, in der wir alle zusammen gut leben können. Verbunden durch Arbeit die uns trägt, ernährt und erfüllt.

Ein kreativer Arbeitsplatz für alle die wissen, was zu tun ist. Foto © Todd Quackenbusch

… auch ohne PC ist man ein ganzer Mensch. Foto © Rachael Grjestani

Von Natur aus kreativ – wir Menschen können gar nicht anders, als erschaffen. Foto © Eddy Klaus

Dafür ist es gut, Raum zu haben und einen Ort, an dem wir diesem schöpferischen Wirken nachgehen können. Um uns im höchsten Sinn des Menschseins zu verwirklichen. Wie schön hat das Virginia Woolf in ihrem Essay „Ein Zimmer für sich allein“ ausgeführt. Und wem das alles zu pathetisch klingt möge mir verzeihen, doch mir ist gerade sehr danach.

Der Ausblick für morgen führt uns übrigens ins Kinderzimmer. Zu der Generation, die all unsere Unterstützung braucht, um sich toll und auf eigene Art entfalten zu können.


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In sieben Tagen ankommen – Tag 5 – Das Schlafzimmer

Zu einem gesunden, glücklichen Dasein braucht es heitere Gelassenheit. Viele Menschen haben selbst erfahren, dass diese Haltung zum Leben aus der inneren Einstellung resultiert, und aus erholsamem Schlaf. Im Schlafzimmer wollen wir ausruhen und entspannen können, regenerieren und gut schlafen. Und natürlich sind hier auch Sinnlichkeit, Erotik und Intimität zu Hause.

Obwohl alle Impressionen unterschiedlich sind … Foto © Jakari Ward

… und Individualität ausstrahlen … Foto © Devin Kleu

Feng Shui im Schlafzimmer ist ein beliebtes Kapitel, darum habe ich über die Basics schon öfter geschrieben. Doch heute möchte ich noch einmal auf die sinnlichen Aspekte des Raums eingehen, denn gerade in Zeiten der Unruhe und Angst ist es wichtig zu wissen, wie und vor allem wo man sich selbst beruhigen kann.

Durch unseren Leib sind wir sinnliche Geschöpfe und das ganz unabhängig davon, ob wir in einer Partnerschaft leben oder allein. Unser Körper mag es sehr, wenn wir selbst ihn lieb haben und uns, durch ihn, verwöhnen. Im Schlafzimmer können wir uns darum Gutes tun, egal ob allein oder zu zweit.

… ist das Gefühl der Geborgenheit allen gemeinsam. Foto © shche_team

Auf einen Blick – Schnellratgeber für sinnliche Atmosphäre im Schlafzimmer

Das Bett wohnt im Schlafzimmer, und das ist im besten Fall ein absolut yinniger Ort, der elementare Bedürfnisse miteinander vereinbaren soll. Idealerweise enthält es darum nichts, was Schlaf, Stille und Intimität stört. Ein Schlafzimmer ist kein Versteck für Dinge, die sonst nirgendwo Platz finden.

  • Machen Sie sich die Freude, sich Abends ins gemachte Bett legen zu können.
  • Gönnen Sie sich schöne Bettwäsche – wobei „schön“ sicher relativ ist. Aus Feng Shui Sicht wird von unruhigen Mustern oder lebensfeindlichen Motiven abgeraten. Investieren Sie in hochwertige Wäsche, denn angenehmes Material auf der Haut macht uns die Kostbarkeit des Körpers bewusst.
  • Für Paare sind gleiche Bezüge vorteilhaft, wer’s dennoch unterschiedlich mag, entscheide sich für eine über das Bett reichende Überdecke. Sie symbolisiert Einheit in der Verschiedenheit.
  • Legen Sie Wert darauf, den Raum nicht bloss steril-funktional einzurichten, denn Sinnlichkeit wird – wie das Wort schon sagt – durch die Sinne erlebt.
  • Augen und Nase sind dafür zuerst empfänglich, achten Sie darum auf angenehm-weiches Licht und Oberflächen (Nachttisch, Sidebord, Schminktisch), wo auch das Auge sich ausruhen darf. Dadurch allein kann es sich an optisch schmeichelnden Eindrücken erfreuen.
  • Duft verbreitet sich in leicht temperierten Zimmern besser. Sorgen Sie für eine angenehme Raumtemperatur und wählen den zarten Hauch eines Lieblingsduftes für besondere Stunden, und um den Raum auch mal außerhalb der Schlafenszeiten zu besuchen.
  • Viele Kleiderschränke wirken sehr wuchtig und bestimmen die Raumatmosphäre. Wer vom Bett aus nicht dauernd auf die Schranktüren schauen will, verwandelt das Bett mittels Baldachin in eine Insel im Raum. Oder Sie spannen unter die Decke und direkt vor dem Schrank eine Schnur und hängen einen leichten, farblich beruhigenden Stoff daran. Dann können Sie zu passenden Gelegenheiten den Schrank aus dem Blickfeld verschwinden lassen und das Bett wird zur Oase.
  • Wer ohne Partner/in lebt sollte darauf achten, dass kein Mangelgefühl entsteht. Manchmal kann ein reguläres Doppelbett dazu führen, dass man beim einschlafen oder aufwachen traurig auf die leere Seite schaut. Dann ist Ihnen (entgegen mancher Feng Shui Ratgeber) mit einem Bett, das Sie ganz einnehmen können, besser gedient.
  • In der Regel ist das Schlafzimmer der Raum, den nur wenig andere Menschen betreten dürfen. Sind Sie König oder Königin in Ihrem privaten Reich? Erlauben Sie sich ruhig Verrücktes, Außergewöhnliches, Spielerisches. Solange der Raum insgesamt nicht zu unruhig wirkt und Sie weiterhin gut schlafen, ist alles erlaubt.
  • Was empfinden Sie als sinnlich? Nutzen Sie die dunkle Jahreszeit es sich im Schlafzimmer so richtig gemütlich zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Liebsten oder Ihrer Liebsten darüber, wie Sie Ihr Schlafgemach in der Phantasie gestalten würden und was dort auf keinen Fall fehlen darf. Vielleicht kommen Sie dabei auf ganz neue Ideen und entfachen bislang unbeachtete Leidenschaften.

Hier beleben Farben, Muster und ein wechselndes Schattenspiel an der Wand … Foto © Christina Chauskina

… hier sorgen Erdtöne für beruhigende Stille. Foto © Annie Spratt

Auch wenn Sinnlichkeit oft mit Erotik gleichgesetzt wird, sie umfasst viel mehr. „Als Sinnlichkeit bezeichnet man umgangssprachlich die Hingabe an das angenehme Erleben durch die Sinne.  Durch die geöffneten Sinne kann man das Schöne und Anregende dieser Welt erfahren.“ Quelle: Wikipedia

Solange Sie hier auf Erden in Ihrem Körper wohnen, machen Sie es sich angenehm. Freuen Sie sich, abends in Ihr (gemachtes) Bett schlüpfen und morgens in ihm aufwachen zu dürfen. Das Leben ist so kostbar und überhaupt nicht selbstverständlich. Zeigen Sie sich in diesem privaten Raum, dass Sie ebenso kostbar sind und ein Geschenk des Lebens an sich selbst.

Die Fotos zeigen, wieviel Möglichkeiten es gibt, das Bedürfnis nach Ruhe, Stille und intensiver Nähe im Raum auszudrücken. Statt zu fragen: „Ist das im Feng Shui erlaubt?“, stelle ich mir eher die Aufgabe herauszufinden, was zur Persönlichkeit passt und frage: Wie will ich den Ort erleben, an den ich mich regelmäßig mehrere Stunden zurückziehe? Was kann er tun, mich in die Selbstliebe zu wiegen? In die Freude am Sein? Welche Unterstützung kann er bieten, hingebungsvolle Verbundenheit zu erleben?

Manchmal braucht es nur eine Andeutung, um Sinn und Sinnlichkeit zu beflügeln! Gelungen ist das © Esther Wilhelmsson

Und morgen geht es weiter mit einem yang dominianten Raum, dem Arbeitszimmer. Ganz passend zum Montag und all den eilig neu einzurichtenden Home Offices!

 

 

 

 

 


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In sieben Tagen ankommen – Tag 4 – Das Wohnzimmer

Ein Wohnzimmer gilt als Ausdruck der Persönlichkeit. Besonders dieser Raum sollte zum Wohlfühlen einladen und die Balance zwischen zur Ruhe kommen und kreativ sein halten. Wer in Gemeinschaft lebt weiß um Momente, in denen Kompromisse das Recht auf freie Persönlichkeitsentwicklung einzuschränken scheinen 🙂 . Dennoch lohnt es sich den Wohnraum so zu gestalten, dass alle sich wohlfühlen. Denn er kann das Zünglein an der Waage für ein harmonisches Miteinader sein.

Ob eher klassische Avantgarde … Foto © Sidekix Media

Per se muss ein Wohnzimmer vielen Ansprüchen genügen: Vor allem in Familien soll sich jedes Mitglied wiederfinden und wohlfühlen, hier werden Freunde empfangen und Partys gefeiert, es wird gespielt, entspannt, fern gesehen, gelesen und vielleicht sogar gegessen. Das heißt, für alles muss es Raum geben und entsprechende Beleuchtung. 

… oder mixed im Loftstil … (Foto © Howie Mapson)

Auf einen Blick – Schnellratgeber für einen Wohnraum zum Wohlfühlen

 Nehmen Sie sich heute wieder etwas Zeit für eine ruhige Betrachtung

  • Leben Sie mit mehreren Menschen zusammen dann schauen Sie, ob es aus Ihrer Sicht eine gute Mischung gibt, in der sich die Neigungen und Interessen aller wiederspiegeln.
  • Gibt es vollgestopfte Ecken, herrscht dauernd Unordnung oder beides?
  • Haben Sie das Gefühl, dass alle Möbel am richtigen Platz stehen oder wäre es an der Zeit, etwas Neues zu probieren?
  • Mit wem in Ihrer Gemeinschaft müssen Sie sprechen, um den Raum wohnlicher, behaglicher, einladender zu gestalten? Worüber gibt es Unstimmigkeiten, welche gemeinsamen Lösungen können Sie finden? Scheint es keine Übereinkunft zu geben, nutzen Sie jetzt die freie Zeit und fertigen Sie eine Collage mit der Überschrift: So sieht mein idealer Wohnraum aus. Vielleicht stellen Sie dann fest, dass Sie gar nicht soweit auseinanderliegen in Ihren Vorstellungen.
  • Achten Sie auf einen guten Chi-Fluss im Raum – ideal ist ein geschützter Sitzplatz an dem Sie nicht im „Durchzug“ zwischen Tür und Fenster sitzen.
  • Worauf fällt ihr Blick beim Betreten des Raums zuerst? Ist es das TV, verspüren Sie vermutlich den Drang ihn sofort einzuschalten, denn große schwarze Löcher ziehen Energie 🙂 . Besser wäre, ihn hinter geschlossene Türen zu befördern. Ideal wäre der erste Blick auf Ihr liebstes Möbel, denn auch hier gilt: „What you see, is what you get“.
  • Achten Sie bei der Deko auf das richtige Maß – erfreuen Sie sich lieber abwechselnd an schönen Gegenständen statt deren Wirkung durch ein Übermaß zu schmälern.
  • Beachten Sie das Gesetz vom Solitär: Es gibt Möbel – dazu gehören Schränke und Sideboards – die müssen allein und klar ausgerichtet stehen, um ihre ganze Wirkung zu entfalten. Gleiches gilt für bestimmte Deko: Es gibt Dinge – dazu gehören kleine Vasen, Teelichter, Figürchen – die können als Ensemble angeordnet werden und beleben durch eventuelle Verschiedenheit in Farbe oder Größe. Gleichzeitig gibt es auch hier Stücke die wollen und müssen allein stehen, um ihre ganze Wirkung zu entfalten.
  • Entwickeln Sie Mut zur Lücke und probieren aus, ob sich etwas als Solitär im Raum behaupten kann oder ob es Gesellschaft braucht, sich zu entfalten.
  • Vielleicht können Sie dieses Vorgehen übertragen, wenn der Wohnraum von vielen genutzt wird und Sie sich partout nicht einigen können: Schaffen Sie Inseln im Raum. Losen Sie, wer die  „Herrschaft“ über bestimmte Bereiche übernimmt und das Arrangement für den Esstisch, die Sofa- oder Leseecke, die Bilderauswahl bestimmt. Vielleicht gibt es zuerst ein kunterbuntes Durcheinander – vielleicht auch nicht. Wenn Sie das „aushalten“, bekommen Sie Gelegenheit, noch besser kennenzulernen wie Ihre Mitbewohner-innen sich im Raum ausdrücken. Es macht doch gar nichts, mal vier Wochen so probezuwohnen und später gemeinsam festzustellen: So geht es nicht. Wenn Sie in der Auseinandersetzung sachlich bleiben, wird sich daraus mit Sicherheit ein großer Gewinn für die Gemeinschaft entwickeln. Wenn nicht, fragen Sie mich gemeinsam um Rat.

Bei meinen Beratungen erlebe ich öfter, dass an einem gewissen Punkt des Gesprächs Männer sich mit der Aussage: „Ich wohne auch hier,“ zur Wort melden. Auch wenn wir täglich über Gleichberechtigung diskutieren – stillschweigend gilt die Frau noch immer als Bestimmerin bei der Einrichtung in den vier Wänden. Wie ist es bei Ihnen? Wer setzt sich durch, wer bestimmt?

Ob klassisch oder modern, der Wohnraum vermittelt auf den ersten Blick ein Gefühl für die Persönlichkeit(en). Schauen Sie selbst

… sage mir wie Du wohnst … (Foto © Paige Cody)

… und ich sage Dir … (Foto © Roberto Nickson)

… wer Du bist. (Foto © Fotolia)

Und morgen geht es weiter mit einem Blick ins Schlafzimmer. Wieder wird es Tipps geben – für guten Schlaf wie für anregende Begegnungen zu zweit.


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In sieben Tagen ankommen – Tag 3 – Die Küche

Die „aktuelle Lage“ bringt uns das häusliche Leben näher. Im Angesicht eines gänzlich ungewohnten Alltags und drohender Ausgangssperren finden wir zurück in unsere vier Wände und tun alles, um stabil und gesund zu bleiben. Unser Zuhause ist seit jeher Ausgangspunkt für unser Wohlergehen, und darum wenden wir uns heute dem Herz eines jeden Hauses, einer jeden Wohnung zu: Der Küche.

Graue Wandfarbe, weiße Oberflächen und dazu jede Menge Farbkleckse. Macht Lust auf kochen und genießen, oder? Foto © Jason Briscoe

Genaugenommen ist die Küche der Lebensmittelpunkt, denn hier bereiten wir vor, was der Körper braucht und wovon im besten Fall die Seele profitiert. Küchen besitzen eine natürliche Anziehungskraft, und wer sich an all die Partys erinnert, die irgendwann in der Küche endeten, weiß was ich meine. Einige werden beim reflektieren sogar feststellen, dass der erste Gang nach dem nach Hause kommen regelmäßig in die Küche führt.

Diese Ausstrahlung können wir nutzen. Natürlich nützt die tollste Kücheneinrichtung nichts, wenn nicht mit Hingabe zubereitet wird, was uns nähren und – gerade jetzt – stabilisieren und in unserer Mitte halten soll.

Auf einen Blick – Schnellratgeber für das Herz des Hauses

 Lebensmittel gehören im Feng Shui zur Kategorie Gesundheit und Reichtum. Schenken Sie daher dem Zuhause der Lebensmittel besondere Aufmerksamkeit.

  • Achten Sie auf Ordnung in den Schränken und sichten Sie regelmäßig Ihren Kühlschrank. Verdorbene Lebensmittel wegschmeißen – und sollten Sie ein Muster erkennen, kaufen Sie künftig weniger ein. Das gilt besonders jetzt, wo kollektive Hamsterkäufe an der Tagesordnung sind. Für ein Gefühl der Sicherheit mag es vernünftig sein, ausreichend haltbare Lebensmittel zu besorgen. Doch überlegen Sie vor einem reflexhaften Vollpacken des Einkaufswagens, wie lange verderbliche Lebensmittel, Obst und Gemüse halten und ob Sie alles werden essen können, bevor es verdirbt.
  • Steht die Arbeitsfläche voll mit Kaffeemaschine, Wasserkocher, Messerbrett, Obstschale, Mixer, Toaster? Haben Sie genug Platz, Gemüse zu schneiden oder Teig zu kneten? Wenn nicht stellt sich die Frage: „Haben Sie zu wenig Platz oder zu viele Sachen?“ Was selten genutzt wird, gilt als Energieräuber: Verstauen Sie darum was selten gebraucht wird im Keller, und verschenken Sie alles Überflüssige. Es macht wenig aus, das Waffeleisen bei Gelegenheit wieder raufzuholen – doch es macht viel, in übersichtliche Schränke zu blicken und ein Wohlgefühl daraus zu ziehen.
  • In manchen Feng Shui Ratgebern gibt es den Hinweis, ein Spiegel hinter dem Herd mehre den Reichtum, weil er die Speisen verdoppelt. Sollten Sie dem folgen achten Sie unbedingt auf eine saubere Oberfläche – ein fettverschmierter, bespritzter Spiegel kann leicht zu einem schmuddeligen Eindruck führen. Und achten Sie – wie bei allen Spiegeln – unbedingt darauf, was er alles verdoppelt, ansonsten kann vervielfachtes Chaos unerwünschte Nebenwirkungen bringen.
  • Auch für die Küche können Sie mit Hilfe des Bagua herausfinden, in welcher Himmelsrichtung sie liegt, welche Lebensthemen sie aktiviert und welche Elemente die vitale Lebenskraft Qi unterstützen.
  • Sicherheit ist natürlich auch ein Thema für die Küche. Klar, dass ich Ihnen nichts Neues berichte wenn ich das aufmerksame Auge bitte, potenzielle Gefahrstellen für Verbrennung, Schnittwunden, oder blaue Fleck-Verursacher durch im-Weg-Steher im Vorfeld zu erkennen. Feng Shui hat viel mit gesundem Menschenverstand zu tun – und ein aufgeschwatztes „Klimbim-Heilmittel“ an der Decke kann keinen, durch Fahrlässigkeit verursachten, Haushaltsunfall verhindern.

Im Moment brenne ich ja für Farben, darum möchte ich zum Schluss noch etwas Lust drauf machen: Egal ob eine Wand mit Farbe bekleidet wird, ob es farbige Tischsets, Blumensträuße oder Servietten sind – ein Schuss Farbe verwandelt gewöhnliche oder langweile Küchen in aussagekräftige, vitale Lebensräume.

Vielleicht beginnen Sie nun auch schon mit Eier färben oder anmalen. Hier zeige ich meine „Werke“ vom letzten Jahr, die ich übrigens alle verschenkt habe. Vielleicht greifen Sie die Idee in der Zeit der freien Zeit ja auf und hüllen sich und Ihre Küche in Vorfreude, herrliche Farben und phantasievolle Muster.

Eierlei … Foto © S.B.

Morgen geht es weiter mit dem vierten Teil. Der Fokus liegt dann auf dem Wohnraum. Bis morgen also und viel Spaß beim Küche sichten und aufräumen und vielleicht verschönern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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In sieben Tagen ankommen – Tag 2 – Der Eingang

Heute setzen wir unsere Reise fort, doch bevor wir ins geheiligte Innere treten, wollen wir dem Außenraum gebührende Aufmerksamkeit schenken: Beginnen Sie darum heute mit der Schau schon dort, wo Sie in Ihre Straße einbiegen. Schauen Sie sich um, gefällt Ihnen was Sie sehen?

Eine klasse Fototapete bringt Licht und Weite in kleine Flure. Foto © Mathieu Perrier

Welche Details freuen Sie in Ihrer Nachbarschaft besonders? Gibt es blühende Bäume oder Hecken, in denen Vögel nisten? Gibt es sorgfältig gestaltete Fassaden in der Nähe oder ein originell dekoriertes Fenster? Fühlen Sie sich insgesamt wohl in Ihrer vertrauten Umgebung? Oder gibt es etwas, das Sie zum Besseren verändern können? Öffentlicher Raum ist nicht länger anonym und vielleicht können Sie etwas zur Verschönerung beitragen: Ein kleines Beet vorbereiten und Stauden pflanzen, die Insekten und Vögel lieben, ein Windspiel in einen Baum hängen oder Blumenschalen in den Hauseingang stellen.

Eine professionelle Feng Shui Beratung beginnt immer schon weit VOR dem eigentlichen Objekt, denn schließlich fällt die Lebensenenergie Qi nicht einfach nur vom Himmel. Im Idealfall wird sie achtsam zum Haus geführt und sammelt unterwegs all die Informationen, die schließlich in Ihre Räume gelangen. Qi folgt der Form, darum ist es selten egal, wenn die Wohnung zwar angenehm, das Umfeld jedoch vernachlässigt oder lieblos gestaltet ist.

Und wie steht es mit Ihrem Hauseingang? Haben Sie eine ansprechende Haustür und eine für Sie passende Fußmatte? Ist Ihr Klingelschild gut lesbar (und ästhetisch?) beschriftet, ist der Briefkasten von Aufkleberesten befreit? Wohnen Sie in einem Mehrparteienhaus, wie steht es dort mit dem Hausflur? Im Feng Shui gilt der Eingang als Mund, durch den Energie ins Innere fließt. Darum wird der Gestaltung viel Aufmerksamkeit geschenkt, denn es ist das Erste und Letzte, das Sie von Ihrem Zuhause wahrnehmen.

Sollten Ihre Nachbarn die unangenehme Gewohnheit haben, ausgelatschte Schuhe oder Müll vor ihrer Wohnungstür zu lagern, greifen Sie die nächste Gelegenheit beim Schopf und beginnen Sie ein Gespräch. Meckern schafft selten Abhilfe und meist verhärten sich die Fronten dadurch, doch ein paar wohlmeinende Worte zur „allgemeinen Lage“  können mit einem freundlicher Appell verbunden werden und wahre Wunder wirken.

Auf einen Blick – Schnellratgeber für einen einladenden Eingang

  • Achten Sie auf einen willkommen heißenden, hell beleuchteten und gut zugänglichen Flur. Es sollte immer möglich sein, die Eingangstür komplett zu öffnen. Dazu ein Tipp an alle Bauherren und Bauherrinnen: Wenn’s denn sein muss, sparen Sie lieber bei den Zimmern ein paar Quadratmeter und beschenken sich mit einem großzügig geschnittenen Eingangsbereich. Ein erster Eindruck von Enge setzt sich in alle Räume fort und kann, selbst mit einem großen Wohnzimmer, nicht rückgängig gemacht werden.
  • Ist ein Flur tatsächlich klein und eng, machen Sie aus der Not eine Tugend. Lassen Sie Ihre Phantasie spielen, und gestalten Sie mit Charme und Esprit einen Empfang, den man nicht so schnell vergißt. Die Mutigen unter Ihnen können durch gezielt eingesetzte extravagante Farbe, eine kühne Fototapete oder ein „deplaziertes“ Accessoire einen ungewöhnlichen Blickfang kreieren, der von der räumlichen Enge ablenkt und stattdessen den Geist weitet.
  • Wer es lieber klassisch mag, platziert als passenden Hingucker ein übergroßes Erinnerungsfoto (ja, das weitet einen kleinen Flur!) oder eine besondere Lampenskulptur und beschenkt sich gelegentlich mit einem frischen Strauß Blumen im Eingangsbereich.
  • Überzählige Schuhe, Jacken und Taschen schaffen keinen gebührenden Empfang. Verabschieden Sie sich vom Flurchaos und sehen Sie zu, dass Sie sich Zuhause wie eine Königin und wie ein König empfangen. Auch die Lebensenergie Qi mag solcherart Zuwendung und Sie werden sehen, dass der Flur in die anderen Räume abstrahlt. Durch diesen lohnenden Input wird sich insgesamt ein lebendigeres, großzügigeres und intensiveres Wohn-Wohlfühl-Gefühl einstellen.
  • Anregungen für die Gestaltung können Sie auch aus dem Bagua  bekommen, allerdings braucht es etwas Hintergrundwissen, um genau herauszufinden welches Element passt.

Bereiten Sie sich selbst einen herzlichen Empfang und Sie werden erleben, die Lebensenergie Qi zieht nach. Eine Feng Shui Weisheit besagt, dass man genau das bekommt, was man als Erstes sieht. Und wo, wenn nicht Zuhause, haben Sie es schließlich in der Hand, das in Ihrem Sinne zu beeinflussen?!

Heute lade ich Sie ein zu phantasieren, wie es in Ihrem idealen Flur ausschaut. Wie wäre es also, erst ein bisschen kühn „zu spinnen“ bevor der Realismus zu Wort kommt? Darum gibt’s hier nun ein paar anregende Ideen, von denen es vielleicht nicht alle bis zu Ihnen nach Hause schaffen, doch vielleicht erfreut Sie künftig die ein oder andere Prise einer Zutat beim fröhlichen nach Hause kommen?!

Ob als wandfüllende Fototapete oder als Idee für eine kraftvolle Farbzusammenstellung – Farbe bekleidet Wände. Foto © Ricardo Frantz

Ein Prisma an Licht bringt Helligkeit und Bewegung in dunkle Flure. Ob als Bild oder Lampe bleibt Ihrem Geschmack überlassen. Foto © Daniele Pelusi

Schlichtes Weiß mit farbigem Blickfang. Foto © Alesia Kazantceva

Nicht alle mögen Banksy – doch was draußen geht, geht innen schon lange! Foto © Annie Spratt

Läßt oben Raum und besticht, wenn über Eck tapeziert. Foto © Plush Design Studio

Man nehme drei Farben, die aus dem Rahmen fallen, und streiche damit Fußboden oder Decke und einen Teil der Wand. OH! Foto © Jason Leung

Hohe Decken machen’s möglich: Licht und Pflanzen als Begrüßungskomitee im Flur. Foto © Patrick Schneider

Nicht kleckern sondern klotzen – groß muss es sein, dann geht Waldbaden auch Zuhause! Foto © Studio Dokorasyn

Beruhigend und erfrischend zugleich und wo es Zuhause überhitzt zugeht, kann Wasser helfen. Foto © César Couto

Alltagsgegenstände verfremden. Ob klein oder vergrößert, an einer leeren Wand schafft das inneren und äußeren Raum. Foto © Amanda Jones

Vor vielen Jahren malte ich den schwarzen Schatten meiner Lieblingspflanze auf die Wand. Heute würde ich Farbe vorziehen. Foto © Sarah Dorweiler

Für den Lacher musste dieses noch mit 💕🦄 . Dass der Überraschungseffekt garantiert ist, zeigt das Foto von  © Charles Deluvio

Sie sehen, egal ob mit Farbe, Fototapete oder ausgefallenen Accessoires: Langweilige (Nutz-)Flure muss es nicht länger geben. Darum heute viel Spaß beim kühnen Phantasieren und dem gedanklichen Umgestalten Ihres Eingangsbereichs. Empfangen Sie sich so, wie Sie es verdienen, denn „in der Kühnheit liegt Genie, Macht und Magie“ *. Und morgen geht es weiter auf unserer Reise in das Herz jedes Grundrisses, die Küche.

* „Was immer du tun kannst oder wovon du träumst – fange es an. In der Kühnheit liegt Genie, Macht und Magie.“ Goethe – Und wann wenn nicht jetzt wollen wir damit beginnen?

 

 

 

 

 

 


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In sieben Tagen ankommen – Eine Feng Shui Reise durch Ihre Räume

Anläßlich meines Jubiläums im April hatte ich vor, Sie auf eine siebentägige Reise einzuladen. Auf dieser Reise wollte ich Sie mit „Feng Shui Blick“ durch Ihre Räume führen und frische Impulse für mögliche Optimierungen geben. Doch weil wir nun – im Angesicht geschlossener Geschäfte, Theater, Kinos und Bars – die nächste Zeit vermulich viel Zeit zu Hause verbringen werden, habe ich beschlossen, mein Jubiläumsgeschenk schon jetzt zu veröffentlichen. Fangen wir also an!

Such‘ Dir ein stilles Plätzchen und werde still. Wie © Alisa Anton, der es auf der Fensterbank gefällt.

Feng Shui ist die Kunst, natürliche Energieströme unserer Umgebung auszubalancieren und zu harmonisieren. Soll es im Leben gut laufen, braucht es als unerläßliche Zutat die vitale Lebensenergie Qi. Feng Shui ist eine Möglichkeit, diese Lebensenergie zu erhöhen und zu lenken, um ganzheitlich davon zu profitieren.

Beginnen wollen wir heute mit der Klärung der Absicht, denn wie bei allen Projekten steht sie ganz am Anfang.

Tag 1 – Klären der Absicht

Etwas, das Feng Shui besonders gut kann, ist Verbindung schaffen. Zum Beispiel ermöglicht die Kunst der richtigen Platzierung, den Wunsch nach persönlicher Entwicklung mit einem stimmigen Einrichtungskonzept zu verbinden. Erfahrungsgemäß können konkrete Anliegen durch Raumgestaltung manifestiert werden.

Lassen Sie uns darum mit einer Bestandsaufnahme beginnen. Ich möchte Sie einladen, sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen, sich an einen schönen Platz zu setzen und in sich zu horchen. Gibt es etwas, dass Sie schon lange beginnen oder umsetzen wollen? Etwas, das Sie in Ihr Leben holen möchten?

Idealerweise schreiben Sie sich hierzu ein paar Stichworte in ein schönes Büchlein, das Sie auf unserer Reise begleitet.

Setzen Sie sich anschließend die „Brille der Objektivität“ auf die Nase und gehen damit langsam durch Ihre Räume. Nehmen Sie sich Zeit und tun so, als wäre es das erste Mal. Bewerten Sie nichts, schauen Sie sich nur in Ruhe um. Fragen Sie sich dann:

  • Was fällt mir auf?
  • Was gefällt mir?
  • Wohin wird meine Aufmerksamkeit gelenkt?
  • Was bemerke ich bei dem Gedanken, dass etwas hier nicht stimmig ist / sich nicht behaglich anfühlt / vernachlässigt wirkt?

Notieren Sie stichwortartig, was Ihnen durch den Kopf geht und welche Gefühle dabei hoch kommen. Doch ändern Sie jetzt noch nichts, bemerken Sie nur. Die wichtigste Zutat auf dieser Reise ist Gelassenheit. Heute gilt das Motto: Nicht anfassen, nur schauen und bemerken. Und wirken lassen.

Wir treffen uns morgen wieder und machen gemeinsam den nächsten Schritt.

 


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In Zeiten der Unruhe ruhig bleiben

Unruhige, bewegte Zeiten reißen viele Menschen aus der Balance. Geht es im Außen turbulent zu, ist es für das gesamte Wohlbefinden essentiell, die eigene Mitte zu stärken. Wer sich durch den dieser Tage zunehmend aufbrausenden Wirbel verunsichert fühlt, mag sich an die Weisheit des Tao Te King erinnern, dass schon viele bewegte Zeiten in sich ruhend überdauerte.

Der Mensch bringt der Ewigkeit die Zeit. Foto © Larisa Birta

Schon beim Lesen wird im Innern etwas still. Wer Trost braucht, mag sich durch weise Worte, die auf das Ewige verweisen, getröstet fühlen. Dabei gut stehen, die Füße spüren, die Aufmerksamkeit auf die eigene Mitte richten und atmen. Und atmen. Für einen Moment gibt es Nichts mehr zu tun. Denn Nichts hilft. Immer.

Wer auf Zehenspitzen steht,
steht nicht fest;
wer mit gespreizten Beinen geht,
kommt nicht vorwärts;
wer sich hervortut,
wird nicht anerkannt;
wer sich selbst recht gibt
wird nicht geehrt;
wer sich seiner Verdienste rühmt,
dem kommen keine Verdienste zu;
wer prahlt,
wird nicht hochgeachtet.

Aus der Sicht des Weges
ist dies wie übermäßiges Essen
und wie nutzloses Bemühen.
Darum gilt folgendes:
wer dem Weg folgt,
der läßt alles zurück.

Und wer sich für die Kraft der Zeichen interessiert – und sei es nur, um Wackelknie zurück in die Standhaftigkeit zu begleiten – wird iüber den link fündig.

 

 


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Gelegenheiten für (mehr) Achtsamkeit im Alltag

Die letzten Wochen war viel los: auswärtige Beratungen, fällige Bücher zur Bibliothek bringen, ein mehrtägiges Seminar. Irgendwann merkte ich, dass mein Atem flacher und ich immer hektischer wurde. Zum Glück habe ich mich an eine kleine Liste erinnert, die mir schon immer gute Dienste geleistet hat.

auch © Dane Deaner hat ein faible für aufgeräumte Küchen

Die folgenden Verrichtungen wiederholen sich im Haushalt nämlich regelmäßig und bieten darum gute Chancen, achtsam atmend Jetzt zu sein:

  • Wäsche aufhängen und dabei auf den Atem achten
    Ich liebe frische Wäsche, darum gibt’s bei mir kein über die Leine werfen sondern „ich hänge auf“ 😉 – jedes Stück wird erstmal in Form gezogen, dann kommen T-Shirts, Blusen und Pullover auf Bügel, die Hosen werde mit Wäscheklammern am Bund aufgehängt, damit es keine Abdrücke gibt. Auch Bettwäsche und Handtücher hänge ich an Klammern, dann werden sie beim Trocknen schon glatt und es gibt keine störende Mittellinie.
  • Kleidungsstücke bügeln und dabei die Gedanken immer wieder mit dem Lasso einfangen             Ich weiß, hier scheiden sich die Geister und es gibt nur „entweder – oder“: Die einen hassen, die anderen lieben bügeln. Ich gehöre zu letzteren und genieße jedes Teil, das ich bügeln kann. Ob Taschentücher, Bettwäsche, Blusen – beim Bügeln ist alles möglich: abschalten, träumen, fernsehen oder Hörbuch hören. Um zur Ruhe zu kommen hilft es mir, meine Hände beim Tun zu beobachten, die Spitze des Eisens mit den Augen in jede Falte zu begleiten, staunen, wie das Eisen den Stoff magisch glättet, den erhitzten Stoff dabei riechen und die Fingerspitzen beim Falten besonders sensibel zu machen.
  • Geschirr spülen
    ist durch die Spülmaschine aus der Mode gekommen, doch wer sich nach mehr Achtsamkeit sehnt kann beim Geschirr abwaschen so richtig loslegen. Die Hände ins heiße Wasser tauchen, (selbstgemachtes?) Geschirrspülmittel zugeben, jedes Glas, jede Tasse, jeden Teller in die Hand nehmen und säubern. Alles schön auf dem Abtropfbrett anrichten, abtrocknen und einräumen. Die Dauer des Vorgangs wird meist überschätzt und wer nach dem Tun die Spüle blank reibt, die Tücher zum Trocken aufhängt, die Hände sorgfältig eincremt und sich einen Augenblick Zeit nimmt, um die saubere Küche zu betrachten, kann einen echten Glücksmoment erleben.
  • Den Abfall raustragen
    ist meist eine ungeliebte Aufgabe, die trotzdem Potenzial bietet. Es bietet sich an, vorher mit aufmerksamen Blick durch den Raum zu gehen: was kann noch entsorgt werden? Das bringt auf jeden Fall sofort dahin, wo man gerade ist. Ich liebe ja das Nicht-Tun und für das Treppen steigen erfinde ich immer neue Varianten. Mein derzeitiger Favorit ist, auf dem Rückweg die Treppe im Dunkeln gehen oder rückwärts. Wer schon ein bisschen geübt ist, kann beides kombinieren. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass in diesem Moment kein anderer Gedanke Platz im Kopf hat.

Je nachdem in welcher Haltung ausgeführt, kann das alltägliche „müssen“ zur echten Kür werden. Welches ist Ihre / Deine liebste Performance im Alltag?


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Bildergeschichten, die 7.

Die zauberhaufte Schönheit des Reduzierten, kühn kombiniert mit Farbe. In Szene gesetzt hat das © Alex ⭐

„ … Die Dinge, mit denen Sie sich im ausgeweiteten Tempel Ihrer Wohnung umgeben, müssen sich deshalb mit Ihnen verändern, wenn Sie sich verändern und wachsen, damit sie widerspiegeln, wer Sie sind. Besonders, wenn Sie auf irgendeine Weise an sich arbeiten, werden Sie Ihre Umgebung regelmäßig auf den neuesten Stand bringen müssen. … “

Aus dem Klassiker von Karen Kingston, Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags – das ich noch immer als Lektüre empfehlen kann. Noch bis zum 10. März läuft der Merkur übrigens rückläufig. Erwiesenermaßen ist das eine sehr gute Zeit, sich Zuhause umzuschauen und zu erkennen, was schon lange nicht mehr gesehen wurde.

Das größte Geschenk das man sich selbst machen kann, ist sich von dem zu befreien, was nicht länger zu einem gehört. Und das kann bei „Sachen“ beginnen und muss bei Verhaltensmustern noch lange nicht enden.


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Farbspiel

Letzte Woche war ich ständig unterwegs und auf der Autobahn hatte ich Muße, einmal die Nummernschilder genauer zu betrachten. Vor allem die der Niederlande haben mich ins Nachdenken gebracht: Aus Sicht der 5 Elemente Lehre leuchten sie in den Farben von Erde (gelb) und Wasser (blau).

Windmühlen repräsentieren das Element Holz, und das nimmt überschüssiges Wasser auf. Die Zeichen deuten – so wird Landschaftsbetrachtung nie langweilig! foto © Vishwas Katti

Wer sich mit den 5 Elementen befasst hat weiß, dass aus ihnen alles besteht, was uns auf der Erde begegnet. So auch die Farben:

  • Element Wasser: alle Farben Blau bis ins Schwarze (manche Berater-innen betrachten dabei die Farbe Türkis als „Sonderfall“)
  • Element Holz: alle Farben Grün
  • Element Feuer: alle Farben über Rosa bis ins kräftige Rot (manche Berater-innen betrachten dabei die Farbe Violett als „Sonderfall“)
  • Element Erde: alle Farben von Gelb bis Dunkelbraun
  • Element Metall: wird repräsentiert durch eine breite Palette die über Weiß, alle Schattierungen Grau, und alle Farben der Edelmetalle reicht

Im Kreislauf der Elemente unterscheiden wir im Feng Shui die drei Zyklen nährend, erschöpfend und kontrollierend. Ausführlicher über jedes der 5 Elemente habe ich hier: Wasser, Holz, Feuer, Erde, Metall geschrieben).

Der nährende Zyklus geht so: Wasser => Holz => Feuer => Erde => Metall
Wo also zum Beispiel das Holz schwächelt führen wir gezielt Wasser zu, um es zu stärken. Ein angenehmer Blauton an entsprechender Stelle kann zu Wachsen und Gedeihen beitragen.

Der schwächende Zyklus geht so: Metall <= Erde <= Feuer <= Holz <= Wasser
Das liest sich so: Metall verbraucht Erde, Erde erschöpft Feuer usw. Wo es also zuviel Holz gibt, setzen wir die Kraft des Feuers ein, um es zu minimieren und einen gesunden Kreislauf herbeizuführen.

Der kontrollierende Zyklus geht so: Wasser kontrolliert Feuer; Feuer kontrolliert Metall; Metall kontrolliert Holz; Holz kontrolliert Erde; Erde kontrolliert Wasser.
Dieser Zyklus ist nicht ohne, denn ein Zuviel kann echten Schaden anrichten. Das gilt vor allem für die Wasser-Feuer Verbindung, denn irgendwann wird jedes Feuer durch Wasser tatsächlich (aus)gelöscht.

Um nun auf meine Beobachtung zurückzukommen: Erde kontrolliert, wie wir im kontrollierenden Zyklus gesehen haben, das Wasser. Klar, die Kontinente fassen die Ozeane und so bekommt die Erdkarte Farben und Form. Da jedoch die Wasserspiegel überall steigen droht sich das Verhältnis umzudrehen, dann überschwemmt das Wasser die Erde und das – wir sehen es voraus – bringt großes Unheil mit sich.

Ob also die Niederländer schon so weit in die Zukunft ahnten und die Kraft der Erde riefen, als sie sich für dieses Farbspiel auf ihren Nummernschildern entschieden?

 


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Bildergeschichten, die 6.

 

Dankbarkeit und tiefe Ruhe erlebte ich in dieser unberührten Weite der georgischen Landschaft © S.B.

„Der Tag, an dem du für jede Kleinigkeit in deinem Leben Dankbarkeit empfinden kannst – für den fahrenden Zug; für das Wasser, das aus einem geöffneten Wasserhahn fließt; für das Licht, das das Zimmer erhellt, sobald du den Schalter drehst; für die reinen Laken auf deinem Bett – an diesem Tag wird dein Herz mit einer tiefen Zufriedenheit erfüllt sein und beinahe beständige Freude wird dein sein.“

Anthony de Mello, Gib deiner Seele Zeit


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Imbolc, Brigid und Mariä Lichtmess

Am 2. Februar, dem 40. Tag nach Weihnachten, ist Mariä Lichtmess. Eine alte Bauernregel besagt

Ist’s an Lichtmess hell und rein,
wird ein langer Winter sein.
Wenn es aber stürmt und schneit,
ist der Frühling nicht mehr weit.
Ist’s zu Lichtmess klar und hell,
kommt der Frühling nicht so schnell.

Zu Lichtmess den Farben der Brigid huldigen: weiß, grün und rot. Draußen gemacht hat’s © Courtnie Tosane

Wie viele (christliche) Feste hat auch Mariä Lichtmess heidnische Wurzeln. Im Ursprung ist es der keltischen Göttin Brigid gewidmet und heißt Imbolc. Brigid ist die Göttin des himmlischen Feuers und damit Schutzpatronin der Schmiedekünste. Außerdem schützt Brigid als Muttergöttin Ernte und Vieh und inspiriert die schönen Künste.

Mit diesem Fest ist die Weihnachtszeit nun offiziell beendet und alle weihnachtlichen Symbole werden  eingepackt. Denn nun läßt die Feuerkraft der Brigid das Eis schmelzen, der Winter verabschiedet sich und wir freuen uns auf die zunehmende Kraft der Sonne und das pulsierende Leben, das der Sommer verspricht. Diesen Wendepunkt im Jahr gilt es gebührend zu zelebrieren.

Wie in jeder Übergangszeit sind wir eingeladen, noch einmal nach innen zu gehen, unsere Kräfte zu zentrieren und uns absichtsvoll auszurichten. Es ist eine magische Zwischenzeit, in der Altes verabschiedet und Neues willkommen geheißen werden kann. Die Samen sind gelegt, nun gilt es, sie achtsam zu hüten und die aufgehenden Keime vor Widersachern zu schützen.

Ebenso wie vorgezogene Pflanzen nicht zu früh ins Freie gesetzt werden sollen ist es ratsam, auch (große) Pläne achtsam zu hüten und sie nicht zu schnell nach außen bekannt zu geben. Das nimmt erfahrungsgemäß den Wurzeln die Kraft und so sind schon viele zarte Pflänzchen verkümmert. Besser wäre, sich im Innern mit der Kraft des Lichts und des Feuers zu verbinden und sich und die eigene Quelle noch einmal zu reinigen.

Die Farben der Brigid sind das Weiß des Winters, das Grün des Lebens und das Rot der Flammen. Ein schöner Brauch ist es, am 2. Februar Kerzen anzuzünden und im Ofen oder Feuerkorb ein Feuer zu schüren. Beim Blick in die Flammen einen Gruß an Brigid senden und um ihr Wohlwollen und einen Segen für die Vorhaben der kommenden Zeit bitten.

Ich habe ein wenig im Netz zum Fest recherchiert und diese schönen Bräuche gefunden, die mit der Göttin Brigid und dem Fest Imbolc oder Märiä Lichtmess, wie wir es heute nennen, in Verbindung gebracht werden:

  • In den Kirchen werden die Kerzen gesegnet, mit diesen Kerzen werden Haus, Hof, Tiere und Kinder gesegnet
  • Fällt Lichtmess auf einen Sonntag (2020!!!) soll sich die Kraft der Segnungen vervielfachen
  • In der Nacht von Lichtmess werden Kerzen für die Lebenden und die Toten angezündet
  • Haus und Hof werden mit Weihrauch geräuchert
  • Hühner bekommen Kuchen und werden ebenfalls gesegnet, damit sie künftig viele Eier legen
  • Besonderes Gebäck, Getreidebrei und Kuchen werden extra für dieses Fest gebacken. Damit werden auch die Geister des Hauses bedacht
  • Auch Bienenstöcke werden mit einer an Imbolc geweihten Kerze besucht, sie liefern schließlich das Wachs der hochwertigen Kerzen
  • Frauen werden als Hüterin des Feuers gefeiert; Müttern wird Dank gesagt und sie bekommen besonderen Segen
  • Imbolc ist ein Fest der Freude, es soll getanzt, gelacht und gesungen werden

So wie die Sonne werden auch wir (täglich) wiedergeboren – wenn das kein Grund zum Feiern und Danksagen ist … !