Susanne Berkenkopf

„Ein Zuhause ist mehr, als vier Wände und ein Dach über dem Kopf." Dies ist ein Blog über Räume, über innere und äußere Räume. Denn ich bin überzeugt, dass jeder Raum in dem wir uns regelmäßig aufhalten, Einfluss auf unser Leben nimmt. Also gebe ich hier Anregungen, wie Wohnräume und Arbeitsplätze energetisch und ästhetisch optimiert werden können. Ich schreibe für Menschen, die in einer wohltuenden Umgebung leben wollen, die innere und äußere Freiräume schätzen, und an ihr Potenzial glauben. Ich schreibe für Menschen, die wie ich, jetzt und auf dieser Erde zum Wohle des Ganzen wirken wollen. Im „echten Leben" biete ich Wohncoaching, Grundrissanalyse und Lebensstilberatung. Meine Werkzeuge sind Imperial Feng Shui, Geomantie, chinesische Astrologie und systemische Beratung. Mehr unter www.feng-shui-und-beratung.de


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Stille

„Stille öffnet den Raum“

Ich bin ganz da, selbst wenn dieses Medium zur Zeit schweigt.

Derweil mit allen Sinnen lauschend. Klingende Worte sprechend. Der Raum antwortet. Doch um ihn zu hören, muss es ganz und gar still sein. So dem Raum den Raum geben, ihn erklingen zu lassen. Dann sich dem hingeben, sich vom Raum und der Stille ganz und gar umfangen lassen, sich neu einkleiden darinnen, gesunden, zur Ruhe kommen.

Viel wird gesprochen, doch wer weiß, ob nicht längst alles gesagt ist.

In der Stille entwickelt sich, was geboren werden will. Darum wird hier noch ein Weilchen – sicherlich – geschwiegen.

Geradeso würde ich mein derzeitiges Wirken und Wandeln beschreiben. So mich denn jemand fragte.

Hab’s gut. In tiefer Verbundenheit und von Herzen!


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Bildergeschichten, die 14.

Gestern war ich im Garten und dachte so: Wer gärtnert, lernt viel über das Leben.

Man kann sich noch so viel vorstellen, planen und pflanzen – immer wieder bilden sich davon abweichende, eigene Versionen. Tatsächlich sind die manchmal gelungener, als die Idee.

Es entstehen Allianzen, die undenkbar schienen und gerade darum für wundervolle Überraschungen sorgen. Ein Garten ist nicht wie ein Bild irgendwann fertig, sondern er verändert sich ständig.

Sein Eigenleben bleibt faszinierend, auch wenn es manchmal Geduld und Nerven strapaziert. Dann fordert er heraus, locker zu lassen. Später dann große Freude beim Entdecken, wie „er“ das wieder hingegekriegt hat.

Manchmal ist es tatsächlich das Beste nichts zu machen, zu beobachten was geschieht, und staunend zu bewundern, welche Samen aufgehen.

Eben wie im „richtigen Leben“ – und vielleicht nötiger als je zuvor.


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Der Körper – Abbild der Welt, in der er lebt

Aus aktuellem Anlass greife ich heute in meine Blog-Schatzkiste und poste einen Beitrag, der das erste Mal im Januar 2020 veröffentlicht wurde.

_*_*_*

Wie wird man gesund? Woher kommt Krankheit? Das sind bewegende Fragen die sich nicht nur Erkrankte sondern auch in Heilberufen Tätige immer wieder stellen. Wer sich im Prozess des Frage-und-Antwort-Spiels gestattet, kulturelle Tabus zu hinterfragen und sich auch nicht durch erworbene Muster vom Denken abschrecken läßt – landet im großen Pool der Analogien: „Wie groß so klein; wie innen so außen, wie oben so unten“.

Wer heute meint, die holistische Weltsicht sei modern und von uns erfunden, irrt: Bereits die Mediziner im alten China sahen den menschlichen Körper als mikrokosmisches Abbild des Universums.

„Zwischen Himmel und Erde ist die Menschheit das Kostbarste.
Der Kopf des Menschen ist rund – ein Symbol der Gestalt des Himmels.
Der Fuß ist eckig – ein Symbol der Gestalt der Erde.
Der Himmel hat vier Jahreszeiten; der Mensch hat vier Gliedmaßen.
Der Himmel kennt fünf Phasen; der Mensch hat fünf innere Organe.
Der Himmel hat sechs Extreme*; der Mensch hat sechs Eingeweide.
Der Himmel hat acht Winde **; der Mensch hat acht Hauptgelenke.
Der Himmel hat neun Sterne; der Mensch hat neun Körperöffnungen.
Der Himmel hat zwölf Zeitspannen; der Mensch hat zwölf Kanäle.
Der Himmel hat 24 Sonnenjahrseinteilungen; der Mensch hat 24 shù-Punkte.***
Der Himmel hat 365°; der Mensch hat 365 Knochen und Gelenke.
Der Himmel hat Sonne und Mond; der Mensch hat die Augen.
Der Himmel hat Tag und Nacht; der Mensch hat Wachen und Schlafen.
Der Himmel hat Donner und Blitz; der Mensch hat Freude und Zorn.
Der Himmel hat Regen und Tau; der Mensch hat Tränen und Rotz.
Der Himmel hat yīn und yàng; der Mensch hat Kälte und Hitze.
Die Erde hat Quellen und Wasser; der Mensch hat Blut und Gefäße.
Die Erde hat Gras und Holz; der Mensch hat Haare auf dem Kopf und am Körper.
Der Erde hat Metall und Steine, der Mensch hat Zähne.“

Sun Simiao-
einer der am meisten verehrten Ärzte der Tang Dynastie und persönlicher Ratgeber der Kaiserin

So ist nicht verwunderlich, dass Leitbahnen in denen Lebensenergie qì fließt, sowohl im menschlichen Körper, als auch auf der Erde verlaufen. In der traditionellen chinesischen Medizin spricht man von 12 Hauptmeridianen, die den Organsystemen zugeordnet sind. Liegt im Körper eine Disharmonie vor, wird diese mit Hilfe der Akupunktur beseitigt und das Befinden zurück ins Gleichgewicht gebracht.

Feng Shui bedient sich ebenfalls dieser Methode, weshalb es genau genommen zur Disziplin der asiatischen Heilkunst TCM gehört (neben Qigong, Taiqìquan, Ernährungslehre, Kräuterverschreibungen, Astrologie u.a.). So gesehen ist Feng Shui heilsam und weit mehr als „schöner Wohnen“ für spirituell orientierte Menschen. Feng Shui orientiert sich im Geist am Miteinander, Übereinander, Untereinander und hat – jedenfalls in der Theorie – immer das große Ganze im Blick.

Stellen Sie sich die Erde also ruhig bildhaft von Linien durchzogen vor. In der Geomantie heißen bedeutende dieser Energie-Leitbahnen leylines. Sie gelten als alte Seelenwege, auf denen – so erzählen die Geschichten – die Seelen der Verstorbenen nach Hause wandern. Wer sich manchesmal schon fragte, ob’s Zuhause spukt, wer Stimmen hört und dem Tinnitus die Schuld dran gibt oder Sachen nicht findet, die 100% DA lagen … wer weiß, ob Ihr Haus auf solch einer Linie gebaut wurde?! ****

Darum bleibt das Stöbern in alten Schriften eine meiner liebsten Beschäftigungen. Da finde ich immer etwas, das ich noch nicht wußte oder nun besser verstehe. Immer klarer wird mir warum es in traditionellen Heilberufen heißt, dass es Jahrzehnte braucht, etwas wirklich in seiner Tiefe zu verstehen. So gesehen gehört mein Beruf zu den eher wenigen, in denen Alter adelt 😉

Ob ich wirklich schon verstehe – das weiß ich nicht. Die holistische Herangehensweise ist schließlich alt wie die Sterne, und damit immerhin so alt wie wir. Dennoch hilft es gelegentlich, allen Ernst beiseite zu legen und zu beherzigen, was die Königin Alice im Wunderland ganz vertraulich erzählte: „Als ich in deinem Alter war, habe ich sechs unmögliche Dinge schon vor dem Frühstück geglaubt!“

*oben, unten, Süden, Norden, Osten, Westen
**die acht Himmelsrichtungen
***Punkte die beiderseits entlang der Wirbelsäule liegen und geeignet sind, das Qì der entsprechenden inneren Organe zu mobilisieren
**** ja, es gibt Methoden in der Geomantie, die diese Phänomene lindern und beiden Seiten helfen können


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Herzens-Angelegenheiten

Mit Blick für die Details eines guten Lebens © Andrea Davis

„Willst du links etwas verändern, beginne rechts“, rieten die Weisen aus China.

Je öfter ich diese Worte in mir bewege, desto tiefgründiger beginnen sie zu klingen. Mittlerweile weiß ich, dass es hierbei nicht nur um den Raum geht, sondern um alles, was getan werden muss.

Im Raum habe ich diese Art zu handeln schon oft beherzigt. Zuerst in meinem Zuhause, dann in meinen Beratungen und schließlich ist es mir in Fleisch und Blut übergegangen. Zum Beispiel hat sich durch das Roden des Bambusfeldes auf meiner „Tigerseite“ im Garten auch die „Drachenseite“ verändert und vieles, was damit in Resonanz steht. Zum einen haben die „Yang-Aktivitäten“ – also alles, was getan werden muss um das Leben konstruktiv, effektiv und handlungsorientiert zu leben – einen echten Schub bekommen.

Selbstredend haben sich ebenfalls die „weiblichen Qualitäten“ meines Er-Lebens intensiviert. Denn wie schon ausgeführt hatte der Bambus sich oberirdisch von seiner aufrechten, straighten Seite gezeigt und dabei unterirdisch ein ganz und gar geheimnisvolles, undurchdringliches kreuz-und-quer verlaufendes Eigenleben geführt. Seit letzten Sommer wird mir vieles bewusst, was vorher mit Klauen und Zähnen von harten Rhizomen bewacht, im unbewussten Untergrund mein waches Dasein lenkte.

Raumgestaltung ist etwas, was das ganze Leben durchdringt. Je länger ich mich damit beschäftige, umso aufregender, interessanter und sinnvoller empfinde ich es. Denn Raum (ob groß oder klein, ob innen oder außen) kann als Spiegel des Selbst zur Erkenntnis beitragen. Durch stetiges Verändern im Raum wurde zum Beispiel mein Streben nach „reinem Wissen“ unterwegs zurecht geschliffen. Der „Wissenschafts-Sprech“* hat, wie ich feststellte, nämlich ein wesentliches Manko: Er erreicht weder das Herz noch die Quelle der Lebenskraft, das Hara.

Nach einem Jahr eingesperrt sein, dazu auf Wunsch Einzelner isoliert und in Panik versetzt, wurde mir klar, was nun – links oder rechts – getan werden muss:

Wir brauchen endlich den Herz-Sprech*.

Nicht länger soll die Angst diktieren und die Bilder der Zukunft in düsteren Farben ausmalen. Mögen Anwälte, Virologen, Wissenschaftler bei Tage auf dem Feld, auf dem sie sich auskennen, miteinander ringen und Argumente tauschen, die Kopf und Logik beschäftigen. Doch Zuhause, wenn Ruhe einkehrt und die Zeit kommt, still zu sein, braucht es den Wechsel der Ebenen. Vom Kopf zum Herzen und noch etwas tiefer, zum Nabel – zur Quelle der Lebenskraft. Zum Ursprung.

Natürlich kann die Atmosphäre im Raum den Weg ins innerste Innen, ins tiefste Heiligtum, erleichtern. Denn auch das unterscheidet uns von Maschinen: Sie können in gefliesten Räumen und bei Neonlicht unbeeinträchtigt von Wetter oder Gemütslage ihren Aufgaben nachgehen. Das Wesen der Maschine ist gefühllos, atemlos, immer kalt und nüchtern. Eben ohne Herz.

Doch wir sind Menschen. Wir sind ganz und gar lebendig, warm, weich, anschmiegsam, empfänglich für Farben, Düfte, sinnliche Reize, Klänge. Und wir haben einen Nabel. Das Zeichen, das uns an den ersten Raum erinnert, den wir kennenlernten: Die Gebärmutter im Leib der Mutter. Manche sagen, der Mensch sucht sein Leben lang, um diesen Raum wiederzufinden. Das Nest, in dem wir wurden.

Ein atmosphärisch belebter Raum kann viel: kann streicheln, kann wecken, kann ermutigen, kann auffangen, kann nähren. Kann Nest sein und Brutstätte für Lachen, Miteinander und ein starkes: Trotzdem. Wir sind Menschen. Wir haben Bewusstsein, können erkennen, durchdringen UND fühlen. Können gestalten. „Solange es Menschen gibt, gibt es Metaphysik“, sagte Heidegger. Nutzen wir sie – für ein lebendiges, gestaltetes Leben.

Heutiger Neumond verspricht gute Gelegenheit, eine Absicht zu pflanzen. Sie könnte lauten: „Ab jetzt ist Leben für mich eine Herzensangelegenheit. Ich tue alles, um es mir und anderen schön zu machen. Wenn mich eine Angst anfällt, dann atme ich dreimal tief und bedanke mich bei ihr. Dann stelle ich mir vor, wie ich sein will und gehe weiter.“

Wir sind Menschen, wir können lieben. Beobachtet von © Annie Spratt

*Danke an Marie, die noch einmal den Film ‚Cloud Atlas‘ mit mir geschaut hat


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Bildergeschichten, die 13.

Kein Zwang zur Eile.
Kein Zwang zu glänzen.
Nicht nötig, irgendetwas anderes zu sein als man selbst.

Virgina Woolf – Ein Zimmer für sich allein.

Auch wenn dieser Raum noch in weihnachtlicher Stimmung glänzt, für mich zeugt er von einem faszinierenden Eigenleben. Schon der erste Blick lud mich ein, zu verweilen. Welch eigenwillige Stimmung er verströmt. Nicht müde wurde ich, mich in Details zu versenken, mit dem Blick hierhin und dorthin zu wandern.

Wer mag hier wohnen? Auch ohne es genau zu wissen: Ein Raum offenbart Einblicke in das Wesen eines Menschen. Und mit diesem würde ich gern mal ein Stündchen plaudern.

© Atanas Svetkov könnte es verraten, er hat das Foto gemacht …


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Baumfreund oder Sat Qi?

„Liebe Frau Berkenkopf, bald lassen wir in unserem Vorgarten einen riesen Baum fällen. Ich habe sehr gemischte Gefühle und bin mir sicher, der Garten wird sich dadurch sehr verändern… Zum Positiven oder Negativen… Wie bringt man so ein Vorhaben am besten über die Bühne? Oder soll der Baum doch in Ruhe gelassen werden? Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie zu diesem Thema etwas schreiben würden.“

Diese Nachricht erreichte mich vor kurzem von einer Blogleserin und heute möchte ich ihren Wunsch erfüllen. Bäume sind vielfältige, lebendige Wesen, die, das wissen wir mittlerweile, uns vieles in puncto Sozialverhalten voraus haben. Sie kümmern sich nicht nur selbstlos um ihre Artgenossen, sondern auch um unser menschliches Wohl. Im Pflanzenreich gelten sie als Könige und Königinnen und in fast allen Religionen der Welt gleicht ein Baum der Weltenachse, der axis mundi. Ein Baum ist durch seine Wurzeln mit dem kostbaren Wissen der Erde verbunden, gleichzeitig verbinden ihn Äste und Zweige mit himmlisch-kosmischen Einflüssen.

Bäume sind zudem ständig mit der Erneuerung und Erfrischung der uns umgebenden Ätherkräfte beschäftigt. Wer sich das nicht vorstellen kann denke nur an die überhitzten Sommer der letzten Jahre – wo saßen Sie lieber, um sich zu erfrischen? Unter einem Sonnensegel auf einer Terrasse oder im Schatten eines Baumes? Je nach Erscheinungsbild lassen sich alle Baumarten den verschiedenen Ätherkräften Erde, Feuer, Luft und Wasser zuordnen. Diese Äther sorgen für atmosphärische Stimmungen, der Erdäther (Kastanie, Buche, Linde) sorgt zum Beispiel für ein Gefühl von Schutz und Geborgenheit. Darum sind diese so erhabenen, ausgreifenden Bäume gute Wächter für Ruheplätze und gern gewählte Hausbäume.

Der Wasseräther (Weide, Hängebuche) spricht dagegen eher die Gefühlsebene an und stimuliert melancholische oder romantische Stimmungen. Ganz im Gegensatz zum Erdäther, der sich eher an den Realitätssinn wendet. Der Feueräther (säulenartige Gewächse wie Pappel und Zypresse) fördert als dritter im Bunde den Drang, sich (zielorientiert) zu bewegen und zu beschleunigen – das kennen wir von den Alleen. Doch auch feurige Inspirationen dürfen von diesen Bäumen empfangen werden. Der Luftäther (Birke, Espe, Lärche) födert wiederum die Klarheit der Gedanken und das Talent, Entscheidungen mit Weitblick zu treffen. Für Schulen, Universitäten und sicher auch Parlamentsgebäude ein ganz ausgezeichneter Hausbaum!

Doch nicht nur zwischen Baum und Mensch gibt es Freundschaften. Auch Haus und Baum sind seit jeher eng verbunden. Früher war es usus, einem neu gebauten Haus einen Baumfreund zur Seite zu pflanzen, natürlich in gebührlichem Abstand. Wo mehrere Bäume rund ums Haus gepflanzt sind läßt sich erspüren, welcher Baum die Rolle des Hausbaums trägt. Einen solchen Baum zu fällen, kann Haus und Mensch großen Schaden zufügen. Zumal es ein Verlust ist, der nicht „einfach so“ behoben werden kann.

Tatsächlich sollte man genau abwägen, warum ein Baum gefällt werden soll. Gibt es pragmatische Gründe? Steht er zu dicht am Haus und beschädigt mit seinen Wurzeln die Kanalisation? Verschattet er wesentliche Teile des Hauses? Ist er mit den Jahren zu groß für das Grundstück geworden und beengt nun das Haus? Ich tue mich nicht leicht mit solchen Empfehlungen, doch manchmal rate auch ich dazu, einen Baum zu fällen. Zum Beispiel, wenn er krank ist und durch seinen Standort mit einer Person des Hauses in Resonanz, das heißt in wechselseitiger Beeinflussung, steht.

Im Feng Shui gibt es die Regel, dass ein Baum, der die Mitte einer benannten Fläche einnimmt, zu Sat Qi wird. Damit kann die Mitte der Haustür gemeint sein, oder die Position mittig des Hausrückens. Ein solch platzierter Baum wird als schneidendes Qi auf den Organismus Haus wahrgenommen. Die Herangehensweise der Geomantie ist davon verschieden, hier wird vorab die Funktion des Baumes im Gefüge Baum + Haus + Mensch untersucht und erst danach entschieden, ob es sich um eine Störquelle handelt, die nur durch Fällen des Baums behoben werden kann.

Darum ist es aus der Ferne schwer, Ihnen angemessen zu raten. Ohne die Gründe zu kennen, warum Sie erwägen, den Baum zu fällen, und ohne Einsicht in das Gefüge, kann ich keine wahrhaftige Empfehlung geben. Ein Baum kann vorhandene Ortsqualtitäen verstärken, er kann bestimmte Frequenzen löschen (so arbeiten Rutengänger gelegentlich mit Buchsbäumen, um Wasseradern umzupolarisieren) oder ein Gewächs kann gezielt strömen. Früher wurden darum oft Holunderbäume vor Kirchen gepflanzt, um spezifische Kompnenten einer Wasserader in den Kirchenraum zu leiten und damit die Gemeinde zu beglücken.

Und wenn Sie, liebe Leserin, schon jetzt das Gefühl haben, „etwas“ wird sich wesentlich verändern, dann möchte ich Sie einladen, dem Gefühl auf den Grund zu gehen und sich „das“ einmal genauer vorzustellen: Wie fühlt sich die Veränderung an und wo im Körper spüren Sie sie? Jeder Baum hat eine Aura und eine Ätherkraft, das heißt, es wird mehr fehlen als nur die „Materie“ Baum, die eventuell im Weg steht oder verschattet. Was meinen Sie, um welche Kräfte es sich bei „Ihrem Baum“ handelt? Was möchten Sie mit der Aktion erreichen? Wenn Sie sich den Prozess des Fällens ganz konkret vorstellen, spüren Sie dann eher Erleichterung, Schmerz (Verlust) oder darein gemischt auch Vorfreude? Auf was genau?

Was ich raten kann: Sprechen Sie mit dem Baum. Setzen Sie sich zu ihm, erzählen Sie ihm von Ihrem Vorhaben und spüren Sie hin. Ist er einverstanden, dass seine Zeit gekommen ist? Der Saft der Bäume kommt nun langsam aus den Wurzeln und dem tiefen Erdreich zurück, sie haben also gute Chance, dass er noch nicht zu beschäftigt und bereit zum Austausch ist. Natürlich drängt die Zeit, denn einen nun erwachenden, in Saft und Kraft zurückkehrenden Baum zu fällen, fühlt sich für mich gar grausam an. Doch wenn Sie zu der Entscheidung gelangen, es muss sein, dann fällen Sie bei abnehmendem Mond, weil dann der Saftfluss geringer ist.

Ich hoffe mit diesem kleinen Streifzug in unterschiedliche Felder konnte ich Ihnen Anhaltspunkte für eine gelingende Entscheidung geben.


Dank für Foto 1 aus England an © Martin Turgoose
für Foto 2 aus der Schweiz an © Stephen Leonardi
für Foto 3 aus Japan an © Note Thanun


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Bildergeschichten, die 12.

Farbkleckse willkommen. Frische Tulpen bringen nun neuen Schwung in müde Räume.

Übrigens: Wer alle Schattierungen einer Farbfamilie kombiniert, hält sich an ein cleveres Deko-Rezept, denn diese Zusammenstellungen wirken leicht und frech. Wer Ostern nicht mehr abwarten mag, kombiniert auf dem Frühstückstisch heute schon mal Rot mit Rosa und Pink.

Das funktioniert übrigens mit allen Grundfarben: Also Gelb kombiniert mit Zitrone und Apricot, Grün mit Mint und Limone oder Blau mit Azur und Türkis = herrliche Hingucker.

Am besten gleich ausprobieren und Freude fühlen.


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Affirmation im Februar: „Lebst Du bereits in Deinem Wohlfühlnest?“

In einem Zuhause in Südafrika – sicherlich genossen von © Lex Faure

Zu Neumond höre ich gern Prognosen der westlichen Astrologie. Heute morgen habe ich Anna Roth eingeschaltet: „Februar 2021 – Zeit der Unruhe und des Wandels„. Am Ende ihres Beitrags zog sie die Astro-Karte Imum Coeli – „Lebst Du Heimat- und Herkunftshaus? Lebst Du bereits an Deinem Seelenort, denn er steht für Dein emotionales Wohlfühlnest.“

Dazu passt, dass ich vor einigen Tagen den Blogbeitrag von Steve McCurry anschaute: The Treasure Chest of Living, und auch dort geht es in Wort und Bild um Heimat und Zuhause. In dieser Zeit, die unsere Nachkriegsgeneration vor nie geahnte Herausforderungen und Einschränkungen stellt*, bekommt ein stabiles Zuhause noch mehr Bedeutung als sonst. Ein Zuhause soll – neben Funktion und individuellem Selbstausdruck – vor allem emotionale Geborgenheit geben. Nur sie hilft nämlich, dem, was „draußen“ nicht kontrollierbar ist, je nach Situation standzuhalten oder sich anzupassen, sich aufrecht zu halten oder resilient zu agieren. Dem Immunsystem der Seele kommt gerade jetzt große Bedeutung zu.

Ich will heute gar nicht „über“ etwas oder jemand schreiben, sondern mich gleich einbeziehen. Denn ich stehe vor ähnlichen Einschränkungen wie viele andere, kann nachts oft nicht mehr schlafen und sorge mich dabei nicht nur um mein Wohl, sondern um das vieler Anderer hier und anderswo auf der Welt. „Und was kannst Du tun?“, fragte mich vor einiger Zeit eine Freundin, die sich für das Alles–Lieber-Nicht-Wissen-Wollen entschieden hat. Damals blieb ich ihr eine Antwort schuldig bis ich erkannte, das es sich hierbei eher um ein „Totschlagargument“ als um eine wirkliche = anteilnehmende Frage handelte.

Ich habe also darüber nachgedacht was ich tun kann. Zuallererst kann ich mich selbst stabilisieren und dadurch ein ruhiges, geerdetes Feld um mich herum aufbauen. Ich kann mich an die Felder anschließen, die Andere mit positiven Affirmationen, bestärkenden Visionen, Liebe, Mitgefühl, Weitsicht und auch mit Widerstand füllen. Ich kann selbst solche Felder „denken“, denn wir wissen aus der Quantenphysik ja, dass Gedanken der Materie vorausgehen. Ich brauche nicht länger „blind gehorchen und mich fügen“ sondern kann Fragen stellen – dafür braucht es heute nämlich schon des öfteren Resilienz und gewiss die Bereitschaft, auf einen sofortigen „Gratifikationsverzicht“** . Ich kann mich breit informieren, wie es Pflicht und Grundrecht in einer demokratischen, pluralen Gesellschaft ist, damit ich wenigstens nicht „dumm gemacht“ sterbe.

Doch vermutlich das Wichtigste: Ich kann mit Menschen sprechen als wären sie Menschen und kein potenzielles tödliches Risiko. Ich kann jedem Gegenüber als einem Menschen auf dem Weg zur Weisheit begegnen und so meinen Ärger und meine Wut verwandeln in Verständnis und Mitgefühl.

Natürlich wir können auch systemisch aufstellen, was denn die eigentliche Angst hinter der regelrechten Panik ist – denn dass wir irgendwann sterben, das sollte uns doch allen klar sein. Die wesentliche Frage darf daher lauten: „Wie wollen wir leben während der Zeit, die uns auf der Erde geschenkt ist?!“ Denn wer sich mit reinem Überleben zufrieden gibt, erfüllt seinen Seelenauftrag garantiert nicht, soviel lässt sich bereits aus der Ferne feststellen.

Wer ändere gängelt, verängstigt oder Menschen in ihrer Würde beschneidet, mag tatsächlich solch einen Seelenauftrag leben. Doch „im Kontext menschlicher Beziehungen … (… bedeutet eine Kränkung erlitten zu haben, nicht, sie wieder „mit einer Kränkung“ heimzuzahlen, Anm. SB). Es bedeutet ganz einfach, dass es möglichweise – für euer Selbst oder den anderen – nicht die liebevollste aller Taten ist, wenn ihr zulasst, dass der andere euch ständig Schaden zufügt.“ ***

Außerdem stelle ich mich zur Verfügung und unterstütze Menschen dabei, sich in ihrem Zuhause, dass nun oft mit lärmenden, gelangweilten, verängstigten Kindern gefüllt ist, wohlzufühlen. Kann mein Wissen ausstreuen, damit ein Zuhause zur Quelle, nicht zur Qual wird. Denn auch auf die Schnelle irgendwo dazwischen gequetschte HomeOffices waren sicher nicht dazu gedacht, auf Jahre als neuer (einsamer) Arbeitsplatz zu dienen.

So gesehen können wir alle gemeinsam so einiges tun: Rückzug an den persönlichen Seelenort, um von dort bestärkende Affirmationen und Visionen für die Zukunft zu erträumen; Rituale für die Erde und für die Menschen machen; Wasser mit Segenswünschen besprechen; am persönliche Wohlmeinen für andere feilen – auch für die, für die es besonders schwer fällt -; Ho’oponoponos singen; Reiki geben; Geistheilung ins Feld schicken; Kuchen backen und unter Nachbarn, Kollegen und Kolleginnen verteilen; liebevolle Briefe schreiben; Blumen an jemand Unbekannten verschenken; in den Straßen ohne Maske jemanden anlächeln; Vorfreude auf das Schöne ausstrahlen; dazu beitragen, dass andere sich auf der Erde zu Hause fühlen … und vieles mehr. Wir sind reich, denn wir sind Menschen.

*Die Älteren erinnern sich noch an eine Zeit, in der „Selbstverständlichkeiten“ längst keine mehr waren und „normal“ eine sehr schmale Definition erfuhr

**Zum Gratifikationsverzicht siehe den Beitrag über Resilienzfaktoren

***Neal Donald Walsch; Gespräche mit Gott, Band 1, Seite 205


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Der Raum in Zeiten der Krise

Da sind wir nun.

Da sind wir nun, zurückgeworfen in unsere Räume. In die Räume, die uns Wohnstatt und – im besten Fall – Heimat sind. Und zugleich in den innersten Innenraum, das persönliche Heiligtum jedes Menschen. In dem forscht die Seele und träumt und erwacht zuweilen in ihr ureigenes So-Sein.

Wundersame Zeiten sind das. Da nur wenig Zerstreuung geblieben ist und der Winter uns mit seinen Gehilfen Frost, Schnee und eisigen Winden zurück in die vier Wände treibt, öffnen sich manchmal ganz unvorhergesehen seltsame Blüten. Manche sind äußerst farbenfroh, sie ähneln der Zuversicht; manche tragen Schwarz zur Schau und scheinen jede Lebensfreude ersticken zu wollen. Wieder andere haben einen Kelch, der aus Fragen gestickt ist. Für diese braucht man Fingerspitzengefühl und manchmal sehr viel Mut, sie genauer anzuschauen.

Was hält, wenn nichts mehr hält?

Wenn Gedankengebäude einstürzen, Zufluchtsorte nicht mehr erreichbar sind, Schlupflöcher immer weiter zugestopft werden und Selbstverständlichkeiten sich als Illusion entpuppen? Braucht es ein Versteck, ein Exil, einen sicheren Hafen?

Vor etwas mehr als einem Jahr schrieb ich schon einmal über Formen und Symbole, und welche in unsicheren Zeiten helfen, sich zu stabilisieren. Damals riet ich dazu, sich in (inneren) Notzeiten ein Quadrat aus Kieseln, Heilsteinen oder Wollresten auszulegen und sich hineinzusetzen. Am wirkungsvollsten draußen, doch drinnen geht auch. Manchmal reichen zehn tiefe Atemzüge darin und die Vorstellung, dass man niemals von der Erde fallen kann – egal was passiert. Die Erde hält. Sie trägt uns alle.

Helfen kann, auch Verbündete einzuladen ins Quadrat. Einen Engel, einen Geistführer, eine Schamanin. Oder die, die besonders gut mit der Erde stehen, wie Wurzelweiblein, Zwerge oder Freunde aus der Baumfamilie. Meine Erfahrung: Ein inniger Ruf bleibt niemals ungehört. Und ein Raum im Raum kann zum Nest werden. Zur Oase. Zum Schutzraum. In diesem Raum kann man eine Auszeit nehmen, wenn das Außen zu drängend, zu fordernd, zu laut wird. Er braucht gar nicht groß sein und findet darum auch in Familienräumen immer einen Platz.

Man kann auch damit spielen: Wer im Quadrat sitzt bekommt Ruhe geschenkt. Rücksicht. „Ich weiß, du bist da, doch ich lasse dich, solang du da sitzt, in Ruhe.“ Wer allein lebt, beginnt im Quadrat sitzend, zu summen, zu flüstern, zu singen. Besingt sich und die guten Geister. BeRUHigt sich, atmend. Nur ich und der Atem. Nur ich und die guten Wünsche. Für mich und für alle, die jetzt in einer ähnlichen Gemütslage sind.

Denn wieder gilt ein Paradox: Selbst in Zeiten der Isolation ist in Wahrheit niemand wirklich allein. Auch wenn’s so ausschaut und sich manchmal so anfühlt. Niemand fällt von der Erde. Alle sind da. Vereint im Menschsein können wir uns genau auf diese Qualität besinnen und auf alles, was vom Herzen her dazu gehört. Das macht den Unterschied. Und solange wir leben haben wir die Chance, den Unterschied zu machen. In jedem Raum, den wir betreten.

Und in jedem Raum, in den wir eingeladen sind, ihn mit unserem Licht zu füllen.

  • Der Zwerg meditiert übrigens im Garten von © Dorota Dylka


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Neues von der „Hausflüsterin“

Hallo Miteinader! Meine kreative Schreib-Pause ist um, und nun juckt’s mich regelrecht in den Fingern, wieder zu schreiben. Ab heute wird es also wieder regelmäßige Einträge von mir geben 🙂

Und da bin ich gleich beim Thema, denn neulich wurde ich tatsächlich von einer Kundin mit den Worten begrüßt: „Ach, da kommt ja die Hausflüsterin.“ Nomen est Omen. Hatte sie damit etwa den Nagel auf den Kopf getroffen? Nun ja, die letzten Wochen habe ich zum einen zum Reflektieren genutzt. Zum Beispiel über die Anfänge meiner Beratungen und wie sie sich, auch durch zusätzliches Handwerkszeug, im Laufe der Zeit verändert haben.

Angetreten als Wissenschaftlerin in einem als esoterisch geltenden Bereich lag mir anfangs sehr viel daran, immer wieder darzulegen, dass es kein „Humbug“ ist, den ich „verzapfe“, sondern dass die Energiegesetze des Feng Shui bei uns in der Quantenphysik abgehandelt werden … und so weiter. Durch Impulse und Wissen der Geomantie und der systemischen Aufstellungsarbeit konnte ich immer lockerer lassen, brauchte (mir) nicht länger etwas beweisen und das Gefühl eroberte seinen festen Platz in meinem Leben und in meiner Arbeit.

Nach der Reflektion kommt die Vision. Hatte ich also anfangs das „intuitive Feng Shui“ mit einem Achselzucken abgetan und mich auf meine Berechnungen, Tabellen und die Naturgesetze gestützt, scheint mir heute, das gebe ich ehrlich zu, ganz und gar nicht mehr klar, wo genau die Trennung liegt. Wir wissen doch längst, das der Beobachter das Ergebnis der Beobachtungen beeinflusst. Und wir wissen auch, das haben uns die letzten 12 Monate klar vor Augen und Ohren geführt, dass „die Wissenschaft“ vorliegende Phänomene so oder so deuten kann. Von Objektivität kann schon lange keine Rede mehr sein.

Insgesamt hatte ich in den letzten Wochen immer drängender das Bedürfnis, noch mehr MIT dem Haus in Verbindung zu sein. Natürlich war das in den letzten Jahren ein immer größerer Bestandteil meiner Arbeit und ich überspitze ein wenig. Doch jetzt nehme ich diesen Aspekt ganz bewusst hinein: Die stille Zeit, die ich in den Häusern, auf Grundstücken und in Wohnungen verbringe. Manchmal allein und manchmal gemeinsam mit den Klienten – einfach da sitzen und lauschen. Die Frage im Herzen bewegen und still sein.

Ist es nicht wunderbar, eine Hausflüsterin zu sein, fragte ich mich abends auf dem Heimweg. Ich muss laut lachen, denn es ist wie eine Befreiung. Ja, ja, ja – es ist wunderbar. Was schon immer war, hat einen Namen bekommen. Und Namen, das wissen wir auch, sind kraftvoll. Sie folgen ihren ganz eigenen Gesetzen.

Ich bin einfach beGEISTert. Und sehe keinen Grund, das länger hinter Zertifkaten, Diplomen oder Auszeichnungen zu verbergen. Was für ein guter Start in das Neue Jahr.

*Das einladende Vogelhaus hat übrigens © Chris Haws aufgenommen.


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Es grüßt: Der Zauber des Anfangs

Wir schreiben das Jahr 🎉2021! 🍀🍄

und wie bei allem, was neu ist, gilt: Der Zauber des Anfangs.
Möge er rein und einladend sein, wie frisch gefallener Schnee.
Möge er sich gut verstehen mit den Schwestern Resonanz und Polarität.
Möge er Herzen mit Zuversicht und freudiger Erwartung beglücken.

… ✨ denn jedem Anfang wohnt ein Zauber inne ✨ …

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden …
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Hermann Hesse, Stufen, 1941



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Free spirit

„Auch wer in die Irre geht
kann auf dem richtigen Weg sein“*

Die Raunächte laden ja bekanntlich ein, nach innen zu gehen. In sich hinein zu lauschen, den inneren Stimmen Raum zu geben und sich ganz dem Flow der Tage und Nächte hinzugeben.

Diesmal ist wirklich eine besondere Zeit. Denn während ich in all den vergangenen Jahren komplett abgetaucht war, widme ich mich diesmal auch „weltlichen“ Dingen.

Das gefühlt Wichtigste ist, dass ich gerade mein Facebook Konto gelöscht habe.

Dass ich es überhaupt eröffnet hatte, dem ging ein Ringen mit der Angst voraus. Ich hatte Angst davor, ausspioniert zu werden. Ich hatte Angst, mich zum gläsernen Menschen zu machen. Ich bekam Angst, zuviel Zeit vor dem PC zu verbringen und der Scheinwelt auf den Leim zu gehen. Viele Ängste, viele Gründe. Und dann hatte ich es gewagt und war sogar ein bisschen stolz darauf, auch zur „Community“ zu gehören.

Doch seit der Krise, die seit Anfang diesen Jahres unserer Gesellschaft den Atem nimmt, habe ich mein Konto nicht mehr bedient und die Seite nicht mehr aufgerufen. Heute bin ich den letzten, notwendigen Schritt gegangen. Warum ich das schreibe? Ich habe ein Stück meines inneren Raums zurück erobert. Und das ist etwas, das ich gerne mitteile und zum Nachmachen empfehle 🙂

Ob ich vor Jahren in die Irre ging, als ich dort ein Konto eröffnete? Das mag sein. Doch sicher war ich auf dem richtigen Weg, indem ich mich meiner Angst stellte und bin heute sehr zufrieden damit, wohin er mich führte.

*Frei zitiert nach „Stein und Flöte“ von Hans Bemmann
Danke Ulrike von Leselebenszeichen für diesen wunderbaren Lese- bzw. Hörbuchtipp!!!


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Advent, Advent – Weihnachten ist nah

Ich sehn‘ mich so nach einem Land
der Ruhe und Geborgenheit
Ich glaub‘, ich hab’s einmal gekannt,
als ich den Sternenhimmel weit
und klar vor meinen Augen sah,
unendlich großes Weltenall.
Und etwas dann mit mir geschah:
Ich ahnte, spürte auf einmal,
daß alles: Sterne, Berg und Tal,
ob ferne Länder, fremdes Volk,
sei es der Mond, sei’s Sonnnenstrahl,
daß Regen, Schnee und jede Wolk,
daß all das in mir drin ich find,
verkleinert, einmalig und schön.
Ich muß gar nicht zu jedem hin,
ich spür das Schwingen, spür die Tön‘
ein’s jeden Dinges, nah und fern,
wenn ich mich öffne und werd‘ still
in Ehrfurcht vor dem großen Herrn,
der all dies schuf und halten will.
Ich glaube, daß war der Moment,
den sicher jeder von euch kennt,
in dem der Mensch zur Lieb‘ bereit:
Ich glaub, da ist Weihnachten nicht weit!

Hermann Hesse

… der Moment
in dem der Mensch zur Lieb‘ bereit …
ach, wär‘ doch alle Tage Weihnachten !

Seid alle gesegnet und behütet !
Fröhliche Weihnachten !

Friede mit allen und mit allem.
🌲


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Advent, Advent – 23. Türchen

Ehre sei Gott für gesprenkelte Dinge –
für Himmel, zweifarbig wie eine gefleckte Kuh;
für rosige Male, hingetüpfelt alle auf schwimmender Forelle;
Kastanienfall wie frische Feuerkohlen; Finkenflügel;
Flur, gestückt und in Flicken – Feldrain, Brache und Acker;
und alle Gewerbe, ihr Gewand und Geschirr und Gerät.
Alle Dinge, verquer, ureigen, selten, wunderlich;
was immer veränderlich ist, scheckig (wer weiß, wie?);
schnell, langsam; süß, sauer; blitzend, trüb;
was er erzeugt, dessen Schönheit wandellos ist:
Ehre sei ihm.

Gerald Manley Hopkins

Foto ❤ Rotkehlchen © Jan Meeus
Foto ❤ Star © John Junker


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Advent, Advent – 21. Türchen

21.12.2020 – Diese Zahlenfolge darf man sich auf der Zunge zergehen lassen!

Mit heutiger Wintersonnenwende übernimmt ein neues Zeichen aus dem Reigen des chinesischen Zodiak die Regentschaft für das kommende Jahr: Der Yin Metall Büffel. *

Was dürfen wir von ihm erwarten? Zuerst sei erinnert, dass Erd-Zeichen, zu denen der Büffel gehört, immer in eine neue Ära überleiten. Nach der zweijährigen Herrschaft der Wasserzeichen Schwein und Ratte geleitet der Büffel in die 2022 beginnende Zeit der aufeinander folgenden Holzzeichen Tiger und Hase.

Der Büffel sei ein Geschenk der Göttin Kuan Yin an die Menschen, heißt es im alten China. Das mag nicht verwundern, denn das Wesen eines Büffels gilt als freundlich, bescheiden und ausdauernd. Ohne zu klagen und sehr geduldig verrichtet er die härtesten Arbeiten und bleibt dabei fürsorglich, furchtlos und beständig.

Im Zeichen des Büffels Geborene (1937, 1949, 1961, 1973, 1985, 1997, 2009) sind von Natur aus ausgeglichen, offen und kreativ. Sie neigen zum Optimismus und können klaglos alle Hindernisse beseitigen, die sich ihnen in den Weg stellen. Denn was sie sich vorgenommen haben, das ziehen Büffel-Geborene in der Regel auch durch. Ihren Mitmenschen bleibt dann nichts, als sich über ihre Dickköpfigkeit zu wundern oder manchmal auch zu ärgern. Des Büffels Motto lautet „Schritt für Schritt“, schließlich steht er ganz stabil mit allen vier Beinen fest auf der Erde.

Büffel gelten als intelligent und scharfsinnig, sie lieben ihr Zuhause und die Gesellschaft guter Freunde. Dabei ziehen sie gemütliches Beisammensein dem wilden Partyleben vor. Und trotz einer manchmal sprichwörtlichen Unbeholfenheit gelten Büffel als anmutig, sobald sie sich auf ihrem Terrain bewegen. „Das gewisse Etwas“ macht sie zu Menschen, deren Nähe man sucht. Doch wo Licht ist, da gibt es auch Schattenseiten und die des Büffelcharakters werden mit den Begriffen Sturheit, Misstrauen, Verschlossenheit und Hochmut vermutlich gut umrissen.

Die Kombination mit dem Yin Metall lässt vermuten, dass 2021 ein starkes Jahr wird. Ein Jahr, in dem wir an unseren Widerständen wachsen dürfen. Yin Metall ist hart und doch formbar, es ist schwer und doch leitfähig. Ein Metall-Büffel vereinigt einen starken Willen mit einem kraftvollen Auftreten und ist dabei doch feinfühlig und warmherzig. Da Büffel die Gesellschaft lieben sollten wir 2021 in das einzige investieren, das zählt: Soziale Beziehungen, Freundschaften, Mitmenschlichkeit.

2020 hat uns vor Augen geführt, das haben kein Wert an sich ist. Dass materielle Güter in Zeiten von Isolation und Einsamkeit nicht wirklich wertvoll sind und auch schnell genommen werden können.

Die Herausforderungen vor denen wir in dieser Zeit stehen lassen sich zwar nur mit Disziplin meistern, doch gemeinsam mit Genügsamkeit und Empathie können sie in ein wirklich wertvolles, schönes Leben führen. Ruhe und Muße, Bescheidenheit, Ausdauer, Warmherzigkeit, Charme und Intelligenz bilden zusammen genommen ein tragendes Fundament für eine lebenswerte Zukunft, an der alle Menschen und Wesen, die mit uns auf der Erde leben, teilhaben können.

Wie jedes Jahr befindet sich auch 2021 das gegenüberliegende Zeichen im sogenannten Tai Sui, im Schatten des Jupiter. Diesmal sind die im Zeichen des Schafs Geborenen (1931, 1943, 1955, 1967, 1979, 1991, 2003, 2015) gut beraten, sich zurückzuhalten. Traditionell wird diesen Zeichen geraten, ein rotes Band um die Hüfte, rote Unterwäsche oder Strümpfe zu tragen, Krankenhäuser und Beerdigungen zu meiden und keine langfristigen oder schwerwiegenden Entscheidungen zu treffen. Still halten und sich in die zweite Reihe stellen kann nächstes Jahr genau das passende Verhalten für die Menschen sein, die im Jahr des Schafts geboren wurden.

Wer Bauarbeiten oder Renovierung plant, bitte nicht im Südwesten beginnen. Vorteilhafter ist es, sich von Süden behutsam heranzuarbeiten oder im Westen anzufangen.

Das neue Jahr in den schönsten Farben, geprägt von Feinfühligkeit und Anteilnahme am Schicksal aller Wesen – das wünsche ich mir. Dieses sich ihm bietende Bild gefiel wohl auch © Monthaye

***___***

*Oft werde ich gefragt, ob der Beginn des neuen Jahres wieder mal eine neue Erfindung sei. Die Chinesen feiern schließlich erst mit Frühlingsbeginn, am 12.02.2021 (man achte auf die Kombination der Zahlen!) das neue Jahr.
Ich habe mich entschieden, dem Weg des Dao zu folgen wonach mit der Wintersonnenwende das Yang aufsteigt und das Yin zurückdrängt, ganz wie auf dem wohlbekannten Symbol. Die Zeit zwischen Dezember und Februar ist demnach die Ruhezeit. Sie ermöglicht, die zur Wintersonnenwende ausgebrachten Samen mit Aufmerksamkeit und Liebe zu hegen und zu pflegen. Die Holzenergie, die zum Frühlingsbeginn in ihre aufsteigende Kraft erwacht, läßt dazu keine Muße. Mir liegt das Motto: „Wer ruht, bevor er handelt, reist auf einem schöneren Pferd“, und auch darum folge ich dem Pfad des Dao.

© Ein Büffel in seiner natürlichen Umgebung beobachtet von © Jonathan Mast. 2021 ist ein gutes Jahr, um draußen zu sein und sich in der Natur und in Gemeinschaft an seinen Ursprung zu erinnern.


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Advent, Advent – 20. Türchen

ATME TIEF

atme dich weit
atme
aus Freude an der Bewegung
atme
als wenn du betest
atme
als sei es das einzige, was es zu tun gibt
atme
im Wissen darum, dass die Luft
Leben Erhaltendes und
Leben Herausforderndes enthält
atme
zusammen mit Baum und Blume
mit Wasser und Erde
zusammen mit den Tieren
und dem Feuer
Atem ist der Odem des Lebens
atme
um zu leben
atme tief in deine eigene Weite
und darüber hinaus

Es gibt ein wunderschönes Bilderbuch mit dem Titel „Dinotopia“. Die Begrüßung, die in diesem Buch unter den Menschen üblich ist, hat mich zu diesem Vers inspiriert. Mit den Worten „atme tief“ begegnen sich dort die Menschen. Meines Erachtens gibt es keinen besseren Gruß für diese Zeit, mit dem wir uns begegnen können.

Oder vielleicht ist da doch noch ein anderer: „Ich sehe Dich“. Mit diesem Gruß begegnen sich die Bewohner des Planeten Pandora im Film Avatar. Ein solcher Gruß ist ein gutes Mittel in Zeiten der Bildung fester Fronten.

Was und wieviel sich wohl verändern kann, wenn wir uns alle ab heute mit den Worten begegnen
„Ich sehe Dich. Atme tief.“

Ilonka Marie Vogelei im Dezember 2020

*************************************

Das Törchen zum 4. Advent krönt heute ein Gedicht meiner Freundin Marie. Neulich saßen wir abends zusammen, aßen gemütlich und sprachen wieder einmal über die große Veränderung, die wir kollektiv erleben. Und waren uns noch immer einig darin, dass wir leben wollen, nicht bloß überleben. Plötzlich sprang sie auf: „Ich habe wieder ein Gedicht geschrieben, möchtest du es hören?“

Klar wollte ich. Und ich freue mich sehr darüber, dass ich es hier teilen darf. Ein Geheimnis des Lebens liegt im Atmen, das wissen nicht nur die Magier und die Yoginis unter uns. Der Atem verbindet uns mit dem Leben und mit der Schöpfung. Also atmen wir, atmen wir tief und aus vollen Zügen – denn Atem ist Leben.

Wer mehr von Ilonka Marie Vogelei lesen möchte, sie hat dieses Jahr ein wunderbares und in seiner Einfachheit sehr berührendes Buch veröffentlicht. Von ganzem Herzen möchte ich es meinen Leserinnen und Lesern empfehlen und halte es da ganz mit Ralph Waldo Emerson: „Schon oft hat das Lesen eines Buches jemandes Zukunft beeinflusst.“

Ilonka Marie Vogelei; Alles wird im Frieden sein 2019 mein Jahr in Versen; tredition 2020

Foto © Ilonka Marie Vogelei


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Advent, Advent – 18. Türchen

Dem Schweigen lauschend © Guillaume de Germain

Wenn ich ein Arzt wäre und mich jemand fragte: Was meinst du wohl, was getan werden sollte? – Ich würde antworten: Das Erste, die unbedingte Bedingung dafür, dass überhaupt etwas getan werden kann, also das Erste, was geschehen muss, ist: Schaff Schweigen, hilf anderen zum Schweigen!

Sören Kierkegaard


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Advent, Advent – 17. Türchen

O du edelstes Grün
das wurzelt in der Sonne,
und leuchtet in klarer Heiterkeit,
im Rund eines kreisenden Rades,
das die Herrlichkeit des Irdischen nicht fasst:
Umarmt von der Herzkraft himmlischer Geheimnisse,
rötest du wie das Morgenlicht
und flammst wie der Sonne Glut.
Du, Grün,
bist umschlossen von Liebe.

Hildegard von Bingen


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Advent, Advent – 15. Türchen

Großer Geist,
gib uns ein hörendes Herz:
damit wir von deiner Schöpfung
nicht mehr nehmen, als wir geben,
damit wir nicht willkürlich zerstören
nur um unserer Habgier willen,
damit wir uns nicht weigern,
ihre Schönheit mit unseren Händen zu erneuern,
damit wir niemals von der Erde nehmen,
was wir nicht wirklich brauchen.

Großer Geist,
gib uns Herzen, die verstehen:
dass wir Verwirrung stiften,
wenn wir die Musik der Erde stören,
dass wir blind für ihre Schönheit werden,
wenn wir ihr Angesicht verunstalten,
dass wir ein Haus voll Gestank haben,
wenn wir ihren Wohlgeruch verderben.
Ja, wenn wir sorgsam mit der Erde umgehen,
sorgt sie für uns.

Weisheit der Indigenen Völker


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Advent, Advent – 12. Türchen

„Wenn du dich verloren hast
und deinen Gedanken nicht mehr traust –
Geh zum Baum.

Wenn dich dein Kind nach der Sonne,
dem Mond und den Sternen fragt
und du die Antwort nicht kennst –
Geh zum Baum.

Wenn du dich nicht mehr erinnerst
an die Liebe deiner Eltern –
Geh zum Baum.

Wenn du dich müde und leer fühlst
und du neue Kraft brauchst –
Geh zum Baum.

Wenn du danach suchst, was deine Seele nährt
und du nach dem verlangst, was deine Sehnsucht stillt –
Geh zum Baum.

Wenn dich der Lärm zermürbt hat
und du die Stille suchst –
Geh zum Baum.

Wenn du Trost brauchst
nach einer enttäuschten Hoffnung –
Finde ihn im Baum.

Wenn du wissen willst, wie du
die Schwere des nächsten Tages tragen kannst –
Geh zum Baum.

Wenn du Licht in der Dunkelheit suchst,
aber auch dem Dunklen in dir
mit Liebe begegnen möchtest –
Geh zum Baum.

Wenn du taub geworden bist
für die Melodie des Lebens,
so dass du das Singen der Vögel nicht mehr vernimmst –
Geh zum Baum.

Wenn du blind geworden bist
für die Weisheit der Spinne und
die Sanftmut der Libelle –
Geh zum Baum.

Wenn das Rot der Rosen
dein Herz nicht mehr erwärmt –
Auch dann geh zum Baum.

Wenn du in der Weite des Meeres,
der Größe des Berges und
der Leichtigkeit des Sandkorns
den Kern von allem nicht mehr siehst –
Geh zum Baum.

Ja, dann geh zum Baum und frage ihn.
Setze dich in seinen Schatten,
lausche dem Wind in den Blättern
und schaue in sein Herz.
Und du wirst erkennen:
Die Antwort ist in dir.

Und wenn du heute vielleicht
die Sprache des Baumes nicht verstehst,
geh morgen zu ihm.
Er wartet auf dich.“

Jochen Hohmann


entnommen aus: Zauberwald und Quellenheil, Hrsg. von Susanne Berkenkopf

Einige Exemplare des Buches können zum Preis von 15,00 Euro (plus Porto) noch über mich bezogen werden. Es gilt die Reihenfolge der eingegangenen Bestellungen und nur solange der Vorrat reicht.

Foto © Manuela Metzler



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Advent, Advent – 11. Türchen

Wer möchte von diesem Haus „geformt“ werden?

Wann macht ein Haus uns glücklich?
Was braucht es, um sich daheim zu Hause zu fühlen?

Wer neu baut steht vor einer großen Aufgabe. Denn nur wer sein Wohlgefühl übersetzen (lassen) kann, bekommt das passende Raumerlebnis. Leider ist inzwischen die Architektur ebenso wie die Mode sehr stark vom Zeitgeist geprägt und was „in“ ist, beeinflusst Wahrnehmung und Auswahl.

Unsere Werbe-Kultur basiert fast ausschließlich auf dem Prinzip „sehen und haben wollen“. Manch eine/r hat jedoch am eigenen Leib erfahren, dass ein Einrichtungskatalog zwar schön anzusehen ist, doch wenn man selbst drin wohnt ist die rechte Stimmung irgendwie nicht mitgeliefert worden.

Was bei Möbeln eine teure Fehlinvestition sein kann, nimmt beim Hausbau ganz andere Dimensionen an. Darum macht es Sinn, die individuellen Wohnbedürfnisse losgelöst von der Mode zu betrachten, denn „the art of living“ ist tatsächlich eine Kunst und eng mit dem Lebensgefühl verbunden.

Als Feng Shui Beraterin und Geomantin arbeite ich gern mit Architekten wie Stephan Maria Lang, der seine Rolle so definiert: „Der Architekt als intuitiver Partner ist gefordert, das Gefühl für das Wohnen, das jeder in sich trägt, herauszuarbeiten. Er ist gefordert, sich auf die Besonderheit eines jeden Ortes einzulassen und mit der Persönlichkeit des Bauherren zu verbinden.” Denn „es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, und eine andere, die sie zerstört“, fügt Autor Reinhard Dellbrügge treffend hinzu.

Wichtig ist, bei der Planung auf die innere Harmonie zu achten, denn sie „trägt“ das gesamte Bauwerk und wirkt positiv auf das Wohlgefühl – und damit auf die Gesundheit. Eine stimmige Atmosphäre wird emotional als positive Raumqualität wahrgenommen. In solchen Räumen hält man sich gern auf, ist inspiriert und kann sich gleichzeitig erholen. Wer sich einen Raum wie eine dritte Haut vorstellen kann, weiß: Nur wer sich in seiner Haut wohlfühlt, kann sich entfalten.

Stephan Maria Lang setzt einen kurzen Fragenkatalog an den Anfang des Planungsprozesses:

  • Was brauche ich, um mich wohl zu fühlen?
  •  Welche Bedürfnisse beschäftigen mich?
  • Welche Sehnsüchte und Erinnerungen schlummern in mir, die ich in meinem Traumhaus umsetzen möchte?
  • Welche Vorstellungen vom Wohnen habe ich?

Ergänzend noch ein paar praktische Feng Shui Tipps, worauf bei der Planung geachtet werden sollte:

  • Rückenschutz. Fassaden aus Glas sind nur dann wirklich angenehm, wenn man nicht gezwungen ist, dauernd mit dem Rücken im Fenster zu sitzen.
  • Stauraum. Offenes Wohnen birgt oft das Dilemma, Schränke, Sidebords oder Kommoden zu stellen. Denn Dinge wollen verstaut werden und alles, was „offen rumsteht“, kann gefühltes Durcheinander verursachen. Darum lohnt sich vor der Planung eine (kritische) „Inventur“ aller Habseligkeiten oder geplanter Anschaffungen, um ein ausgewogenes Verhältnis von Offenheit und Stell-Wänden zu finden.
  • Möblierbarkeit der Räume im OG. In meinen Beratungen habe ich viele (Kinder)Zimmer gesehen, die keinerlei kreatives Ausprobieren erlauben, weil weder Bett, Schrank noch Schreibtisch umgestellt werden konnten. Fast wie in einer Flugzeugkabine, doch da kann man ja nach ein paar Stunden wieder aussteigen.
  • Noch ein Tipp: Ein „guter“ Raum ist eher quadratisch und hat zwei feste Wände – das heißt Wände, die nicht von Tür oder Fenster unterbrochen sind.

Und zuletzt soll auch hier noch einmal an die weisen Worte Winston Churchills erinnert werden:
„Zuerst formen wir die Häuser, dann formen die Häuser uns.“

Wie er bloss darauf gekommen ist? ! 🙂

Wer sich von faszinierender Architektur und wohltuenden Hinter-Gedanken von Architekten und Künstlern inspirieren lassen will, sei der 2018 entstandene Film „Architektur der Unendlichkeit“ von Christoph Schaub empfohlen. Ein wahrer Augen- und Herzensschmaus!

Das Foto ist übrigens aufgenommen von © Roberto Nickson


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Advent, Advent – 9. Türchen

Berührende Architektur fotografiert von © Jean-Luc Benazet

Frage: Sie verwenden oft das Wort „stimmig“ – Bauten und Objekte müssten „stimmig“ sein. Das weist ins Atmosphärische.  …

P.Z.: Ich glaube, das ist eine Fähigkeit, die wir Menschen haben, intuitiv und von innen heraus auf etwas zu reagieren. Die Architektur bewährt sich im Umgang mit den Menschen an seinem Ort. Das Haus muss etwas können, was man von so einem Haus erwartet. Ein Schlafzimmer ist etwas anderes als ein Kinosaal, und ein Bahnhof anders als ein Kunstmuseum. Das ist einfach das intuitive Reagieren. Und „stimmig“ ist ein wunderbares deutsches Wort. „Stimmung“, „etwas stimmt“, der Geiger stimmt seine Geige, da ist klar, was gemeint ist. In diesen schönen deutschen Wörtern, die wir haben, kann man das beschreiben. Und die Atmosphäre ist wie der erste Eindruck von einem Menschen, der ist nicht so falsch.

Frage: Herr Zumthor, Ihre Arbeit wird stets mit Begriffen beschrieben, die weniger mit Architektur im engeren Sinne zu tun haben als vielmehr mit einer Lebensauffassung.

Architektur hat sehr viel mit dem Leben zu tun. Ich glaube, jeder gute Entwurf, jedes gute Gebäude von mir hat einen emotionalen Kern. Früher habe ich gesagt, ich muss ein Konzept haben, aber jetzt bin ich ein bisschen älter, jetzt beobachte ich das noch genauer und sehe jedes Mal einen emotionalen Kern, eine Art Berührung mit dem Leben. Dann entsteht ein Gefühl für den Ort, für die Aufgabe und für die Menschen, die in diesem Gebäude leben werden.

Das Gespräch mit dem Architekt Peter Zumthor führte Bernhard Schulz.
Aus: Jedes Bauwerk hat einen emotionalen Kern.


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Advent, Advent – 8. Türchen

Spaß am Leben bringt allen Freude, sicher auch © Ben White

„Ich habe mich mit Fluren und Spindräumen befasst, weil sie weitaus mehr als das Klassenzimmer oder die Schulbücherei dem Kind ohne Worte zu verstehen geben, welcher Geist und welche Absicht die Schule und damit diejenigen in der Gesellschaft, die Schulen für Kinder bauen, beherrscht. Das Klassenzimmer und die Bücherei werden für das gebaut, was die Schule vom Kind wünscht: Es soll lernen. Diese Räume zeugen deshalb mehr von dem, was wir vom Kind erwarten, und weniger von dem, was wir für das Kind wünschen. Die anderen Räume – Flure, Spinde, Speisesaal – dienen nicht dem Lernen, sondern gehören zum Sozialleben des Kindes. Wenn aber das gute Leben nicht in der Schule anfängt, werden nur wenige Kinder glauben, die Schule sei dazu da, ihnen zum guten Leben zu verhelfen.“

aus: Bruno Bettelheim, Geistige Gesundheit und Städtebau


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Advent, Advent – Nikolaustag

Das ist das Haus vom Nikolaus – doch welches war es noch gleich?
Leider fiel das Namensschild am Eingang versehentlich ab und so bleibt uns nur zu raten,
wo der Nikolaus wohl in tiefer Nacht anspannte, um durch die Lüfte zu uns zu reiten.

Dieses lauschige Plätzchen findet vermutlich nicht nur © Derek Sears geeignet, dem Nikolaus ein schönes Zuhause zu bieten.
Nanu, ist der Nikolaus etwa verliebt und sieht alles durch eine rosa Brille? Ach nein, Bischöfe dürfen das ja nicht … © Toa Heftiba
Vielleicht wohnt er ja auch im Haus von © Sam Beasley – denn ohne Schnee ist der Winter irgendwie nur halb.
© Sergio Souza tippt auf dieses Gebäude. Schließlich lebte Nikolaus in der Türkei und bekam nach all seinen guten Taten ein hohes Kirchenamt.
© Roger Starnes vermutet den Weihnachtsmann hier – das Dach hat schließlich Ähnlichkeit mit seiner spitzen Mütze.

Oder – ist das alles doch ganz anders?

Der Ethnowissenschaftler Christian Rätsch deutet unsere modernen Weihnachtsrituale nämlich komplett anders – für ihn feiern wir in Wirklichkeit noch immer ein heidnisches Fest:

„Beide, der Fliegenpilz und der Weihnachtsmann, leuchten in den Farben Rot und Weiß … . Im schamanischen Weltbild steht Rot für das Weibliche und Weiß für das Männliche. Beide Farben vereinigt symbolisieren die Schöpfung der Welt und neuen Lebens.“

Und der Fliegenpilz erscheine, genau wie der Weihnachtsmann, nur einmal im Jahr zu Mittwinter. „Beide, der Fliegenpilz und der Weihnachtsmann“, so Rätsch, „haben eine direkte Verbindung zur Anderswelt. In Fliegenpilzen wohnen die Wichtel, den Weihnachtsmann begleiten die rotmützigen Weihnachtswichtel.“

Für Christian Rätsch ist das Weihnachtsfest verbunden mit Ekstase und Verzauberung: „Am Anfang ihrer Rituale, quasi zur Begrüßung, beräuchern die Schamanen Fliegenpilze. Und auch der Weihnachtsmann wird in einer Atmosphäre von duftendem Räucherwerk empfangen. Der Fliegenpilz verleiht dem Schamanen die Fähigkeit zu fliegen. Der Weihnachtsmann fliegt mit seinem Schlitten, von Geisterrentieren gezogen. Auch die Fliegenpilz-Schamanen reiten auf Zauberrentieren durch die Lüfte.“

Nun da lohnt sich doch glatt ein Blick in die Quelle. Wer tiefer einsteigen und mehr über diese Zusammenhänge erfahren will, ist mit der Lektüre von Christain Rätsch gut beraten. „Abgründige Weihnachten – die wahre Geschichte eines ganz und gar unheiligen Festes“


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Advent, Advent – 5. Türchen

Obwohl nur ein Teil seiner Krone sichtbar ist – dieser Baum ist der Hüter des Platzes und der Häuser. Danke © Marie Bellando-Mitjans

Der Winter ist die beste Zeit, Gartenpläne auszubrüten. Vielleicht ist es ja an der Zeit, im nächsten Jahr einen Baum zu pflanzen? Seit ich auch als Geomantin arbeite, nehme ich vor Beratungen meist Kontakt zu den Bäumen auf und finde heraus, ob es einen „Hausbaum“ gibt. Das ist der, der in ganz besonderer Beziehung zum Haus steht.

Ein Hausbaum wacht über das Haus und nimmt teil am Leben der Familie(n). Vor einigen Jahren besuchte ich das Haus, in dem ich aufgewachsen bin, und hatte anfangs ein paar Schwierigkeiten, es wiederzuerkennen. Doch als ich um die Ecke in den grünen Hinterhof bog, da stand sie ganz still und begrüßte mich. Die Weide, die mich durch meine Kindheit begleitete.

Wir haben uns gleich wiedererkannt und ich saß die halbe Nacht in ihren Ästen und erzählte ihr von meinem Leben. Manchmal fuhr ein Wind durch die Zweige und dann raschelten ihre Blätter und stimmten in unsere Unterhaltung ein. „Ach Kind“, schien sie zu sagen und ich war so selig wie damals. Weiden gehören zum Wasser-Äther und beflügeln das emotionale und romantische Gemüt.

Heute schaut mir eine Birke ins Fenster und nimmt auf ihre Weise teil an meinem Leben. Während ich beobachte, wie ihr Blätterkleid sich verändert, schickt sie mir geheime Botschaften. Abends raschelt mich ihr feines Laub in den Schlaf, morgens begrüßt sie mich mit einem Klang, so fein wie Silberfäden. Daran kann ich mittlerweile erkennen, wie das Wetter wird.

Die Birke ist ein Symbol für den Neubeginn. In der Astrologie wird sie der Venus zugeordnet und repräsentiert vermutlich deshalb die Attribute Schönheit, Weiblichkeit und Widerstandskraft. Einige sagen sogar, die Birke sei der Weltenbaum der Schamanen. In puncto Bodenbeschaffenheit sind Birken sehr anspruchslos und die ersten, die auf Brachland wachsen. Damit ermöglichen Birken anderen Bäumen, sich anzusiedeln und das, obwohl diese ihr nach kurzer Zeit Licht und Lebensraum nehmen.

Kraft ist ein weiteres Kennzeichen der Birke, und sie gilt als gutes Omen für Liebe, Erfolg und Gesundheit. Kleines Paradox: Die Birke sollte früher Schutz vor dem Treiben der Hexen bieten, allerdings banden diese ihre Besen aus Birke und Ginster 🙂 . In der Geomantie gehört die Birke aufgrund ihrer Wuchsform zum Luftäther. Dieser wirkt anregend auf das Denken, die Klarheit und die Logik. Außerdem gilt die Birke als Baum des Lichts, der Poesie und der Leichtigkeit. Damit wäre sie ein guter Hausbaum für Schulen, Universitäten und generell überall da, wo viel gedacht und Weitblick geschätzt wird.

Dynamik könnte dagegen das Stichwort für die schnellwachsende Pappel sein. Wie ein ausgestreckter Zeigefinger reckt sie sich dem Himmel entgegen, weshalb Geomanten sie zum Feueräther zählen. Der Feueräther fordert, aus sich heraus zu gehen, zu beschleunigen und klar auf das Ziel orientiert zu bleiben. Es heißt, Napoleon ließ Pappeln pflanzen, um die Soldaten beim Marschieren auf Trab zu bringen.

Vielleicht sollte man heute überdenken, Pappeln an Alleen zu pflanzen, denn schnurgerade Straßen verleiten eh zum Geschwindigkeitsrausch. Als Hausbaum würde die Pappel sicher gut zu Sportanlagen passen, damit Schnelligkeit, Kampfgeist und Wille sich spielerisch entfalten können. Im Keltischen Baumkalender lautet die Kapitelüberschrift zur Pappel: Sie, die Ungewissheit überwindet. Vielleicht, weil der Fokus aufs Ziel jeden Zweifel ausräumt.

Einen herrlichen Hausbaum gibt die Walnuss. Ich würde sie dem Erdäther zuordnen, denn die Wuchsform vermittelt Geborgenheit, ihre dichte Krone bietet Schutz vor Regen und Sonne und sie versorgt uns vor dem kargen Winter mit nahrhaften Nüssen. Symbolisch steht ein Walnussbaum für Fruchtbarkeit und Sinneslust. Weil Walnüsse das Yang stärken, gilt in China selbstgemachte Walnussmilch als echtes Aphrodisiakum. Und ihre Blätter enthalten Gerbsaft, weshalb die Bauern mit ihnen die Erdlöcher der Tupenzwiebeln auslegen, um sie vor Mäusefraß zu schützen. Astrologisch gesehen gehört der Walnussbaum zur Sonne und zum Uranus.

Bäume sind König und Königin im Pflanzenreich. Hinter jeder Art stehen geistige Wirkprinzipien, die sich natürlich viel weiter aufschlüsseln lassen, als dieser kleine Ausschnitt hier wiederzugeben vermag. Doch gerade in unsicheren Zeiten können Bäume uns stabilisieren. Mit der Krone im Himmel und mit den Wurzeln tief in der Erde verankert stellt jeder Baum – genau wie jeder Mensch – eine Weltenachse, eine axis mundi, dar. Bäume stehen uns stabil zur Seite und erinnern uns, dass auch unsere Kronen in den Himmel und unsere Wurzeln tief in die Erde reichen.


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Advent, Advent – 3. Türchen

Welcher Weg führt nach Hause? Auch der durch’s Treppenhaus … © Lucía Hernández aus Barcelona

Hinter dem 3. Türchen (m)ein Wunsch

Mögen weise Worte auf fruchtbaren Boden fallen und denen Visionen schenken, die Gebäude planen und bauen. Möge ihr Anspruch der Höchste sein: Bauwerke zu ersinnen, die nicht allein das Auge beeindrucken, sondern zu allen Sinnen sprechen. Denn wer die Welt nur mit den Augen wahrnimmt, bleibt von ihr distanziert.

Außer dem Sehsinn braucht es weitere (Sinnes-)Dimensionen, um ganz Mensch zu werden: Den Eindruck von Raum und Klang, die Erfahrung von Raum und belebendem Gefühl, die Erkundung von Raum und Geschmackssinn sowie einen spürbaren Raum für den Tastsinn, der Nähe und Intimität vermittelt.

Und wenn auch noch selten, doch es gibt sie bereits: Architekt-inn-en und Bauherr-inn-en, die nach einem ganzheitlichen Architekturverständnis streben und uns mit Baukunst erfreuen, die Menschen und Gesellschaften lebendig hält.

„Bauwerke sollen die Vorstellungskraft und die empathischen Fähigkeiten ihrer Nutzer nähren.“ Juhani Pallasmaa, Architekt

„Der Ausdruck „Architektur“ ist die Übersetzung des griechischen und lateinischen Wortes für Baukunst. Der römische Ingenieur Vitruv nannte die Architektur die „Mutter aller Künste.“ – Klexikon; Das freie Kinderlexikon

„Man verlange von einem schönen Gebäude, daß es nicht bloß auf das Auge berechnet sei, sondern auch einem Menschen, der mit verbundenen Augen hindurchgeführt würde, noch empfindsam sein und ihm gefallen müsse. – Goethe, Dichter und Naturforscher

„Das Haus hat allen zu gefallen. Zum Unterschiede zum Kunstwerk, das niemandem zu gefallen hat. Das Kunstwerk ist eine Privatangelegenheit des Künstlers. Das Haus ist es nicht.“ – Adolf Loos, Architekt

„Das zentrale Problem der Architektur ist der Raum, der den Menschen an Leib und Seele gesund erhält.“ – Justus Dahinden, Architekt

„Architektur ist das kunstvolle, korrekte und großartige Spiel der unter dem Licht versammelten Baukörper.“ – Le Corbusier, Architekt

„[Architektur ist] Harmonie und Einklang aller Teile, die so erreicht wird, dass nichts weggenommen, zugefügt oder verändert werden könnte, ohne das Ganze zu zerstören.“ – Leon Battista Alberti, Schriftsteller

„Die Architektur schafft den notwendigen baulichen Rahmen, in dem wir uns bewegen. Ohne Architektur wäre die menschliche Gesellschaft nicht denkbar.“ – Jürgen Tietz, Architekturkritiker und Publizist


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Advent, Advent – 2. Türchen

Flanieren, spazieren, verweilen – trotz einiger Unstimmigkeiten ein guter Ort, mit den Nachbarn zu plauschen. Dank an © hermit

Alle Menschen wohnen irgendwo. Und gemessen „am Höchsten“ hat ein Haus nicht nur zweckmäßige Aufgaben. Wer Architektur mit dem Herzen studiert weiß, Häuser sollen nicht nur Schutz bieten vor Regen, Kälte und Eindringlingen.

Mit Herz gebaute Häuser können Menschen bei ihrem Lebenswerk unterstützen. Sie können dazu beitragen, dass Menschen gesund bleiben, erwartungsvoll und schöpferisch. Häuser und Räume beeinflussen die individuelle Entwicklung und bestimmen mit, welche Lebensthemen in den Fokus geraten. Mehr noch: Häuser wirken auf den Lebensmut.

Darüber hinaus wirkt jedes Haus in der Gemeinschaft in den umgebenden Raum, ja es hat die Fähigkeit, Raum zu bilden. Damit ist nicht allein der Innenraum gemeint sondern das große Drumherum: Häuser zeigen Gesicht und prägen dadurch die Atmosphäre eines Straßenbildes.

Manche blicken freundlich und aufgeschlossen, andere tun sehr geheimnisvoll, blicken verschlafen oder abweisend. Wieder andere gebärden sich furchteinflößend und tragen dazu bei, dass die Vorübergehenden den Schritt ganz unbewußt beschleunigen.

Ob Menschen sich in einer Umgebung wohlfühlen und in ihr gedeihen ist nicht allein abhängig von der Gestaltung der Innenräume, sondern zu einem Großteil vom umgebenden Straßenbild. Denn die Lebenskraft Qi, die wir durch die Maßnahmen des Feng Shui in die Räume leiten wollen, kommt ja von draußen und bringt die dort gesammelten Informationen mit hinein.

Hinter heutigem Türchen verbirgt sich darum die Einladung, mit offenen Augen durch eine bekannte oder unbekannte Straße zu gehen und sich die Zeit zu nehmen, den Häusern ins Gesicht zu schauen. Was passiert? Wie entfaltet sich die stille Kommunikation zwischen Ihnen, zwischen Euch beiden? Welche Gefühle berüht dieses Haus, welche Assoziationen wecken die Details und was spricht die Dachform?

Und schließlich: Welches Haus-Gesicht macht froh und läßt das Herz hüpfen, welches blickt einladend oder beflügelt die Phantasie? Und welches Haus zeigt kein Gesicht, bleibt anonym? Was glaubst Du, was glauben Sie, wie lebt es sich in solch einer Architektur – im schlimmsten und im besten Fall?

„Unser Alltag wird zu einem wesentlichen Teil durch die Architektur bestimmt, die uns Tag für Tag umgibt.“ 

Jürgen Tietz – Architekturkritiker


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Advent, Advent – Das 1. Türchen

Danke © Johannes Plenio

Auch in diesem – sehr besonderen – Jahr soll es hier wieder einen lecker gefüllten Adventskalender geben. Während Bärin und Igel es sich längst in der Stille ihrer Bauten gemütlich gemacht haben, wander‘ ich durch die Welt der Worte und säe Samen.

In den kommenden Tagen und Nächten des Advent lasse ich mich inspirieren, spinne feine Gedanken, entzünde Lichter am Wegrand der Dunkelheit und hauche hier einer Sehnsucht, dort einem vergrabenen Traum ein Fünkchen Leben ein. Wer mich auf dieser Wanderung begleiten mag, ist von Herzen willkommen.

Öffne nun also das 1. Türchen und finde einen Schatz!

„Willst Du ein Schiff bauen,
dann trommle nicht Menschen zusammen,
um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen,
sondern wecke die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“

frei zitiert nach Antoine de Saint-Exupéry

Genau in diesem Sinne wünsche ich all meinen Leserinnen und Lesern eine fruchtbare Adventszeit und freue mich auf die gemeinsame Reise durch die Dunkelheit zum Licht.


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Ohne Verlangen

Wunschlos auf Erden … immerhin eine Möglichkeit © Z S

Meist leiden wir, weil etwas nicht so ist, wie wir es uns vorstellen oder wünschen.

Jemand möchte umziehen, und findet die passende Wohnung nicht. Jemand wünscht eine Partnerschaft, und niemand Passendes kreuzt den Weg. Jemand möchte etwas „haben“ und bekommt es nicht.

Unerfüllte Wünsche machen Löcher in den Bauch.

Wie wäre es stattdessen, ohne Verlangen zu sein? Zu Anfang vielleicht nur eine Stunde, dann über einen ganzen Tag, schließlich eine Woche und darüber hinaus.

Ein wunderbares Büchlein zu diesem Thema heißt „motomenai – ohne Verlangen“. Die feinsinnigen Aphorismen von Shozo Kajima sind ein wundervoller Begleiter auf diesem Weg.

Ohne Verlangen –
so wird dein Gesicht einen neuen Ausdruck bekommen.
Du hast jetzt ein weiches Gesicht.


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Ein Talisman für den Herd

Talismane rufen höhere Mächte, uns vor Gefahren zu schützen. Foto © Denny Ryanto

Die daoistische Linie des Feng Shui nutzt Talismane für jede Gelegenheit. Der Feng Shui Meister, in dessen Lehre ich ging, verwendet sie für alles mögliche: für Segnung und Schutz, für den Ausgleich von Fehlbereichen, bei Krankheiten, für Geldfluss und glückbringende Beziehungen, bei unerfülltem Kinderwunsch oder für Mutter und Kind nach der Geburt – es gibt wirklich unzählige Anwendungsmöglichkeiten.

Gerade in diesen Zeiten, in denen die Gesundheit als hohes Gut gehandelt und manchen Menschen scheinbar das erste Mal bewusst wird, dass unser Körper sterblich ist und Leben keine Garantie für lineare Vorhersehbarkeit übernimmt, kann es eine schöne Sache sein, sich mit Hilfe eines Talismans psychisch zu stärken. Wie alle Symbole ist ein Talisman ein Abbild aus dem seelisch-geistigen Raum. Meist ist er mit dem Wunsch verbunden, von höhreren Mächten vor der Unbill irdischer oder niederer Kräfte beschützt zu werden. Auch Worte besitzen Macht und können jedes Anliegen bekräftigen.

Vor einigen Tagen las ich einen besonders schönen Segenswunsch, der über Herd oder Ofen gehängt werden kann. Die Küche ist schließlich ein wundersamer Ort, denn hier betätigen wir uns als Alchemist-inn-en, während wir unsere Lebensmittel in schmackhafte und gesunde Gerichte verwandeln. Und im Feng Shui gilt die Küche als das Herz jeder Behausung.

Der folgende Segensspruch ist der keltischen Göttin Brigid gewidmet. Mir gefällt er besonders, weil er uns an die Reihe unserer Ahninnen und Ahnen erinnert. Denn ohne jedes einzelne Paar von Anbeginn an gäbe es Dich, Sie, mich, uns alle nicht. Gerade in dieser Jahreszeit lohnt es sich, gelegentlich zurückblicken und auch an die uns unbekannten Vorfahren zu denken. Erde und Himmel zu danken, die sie ernährten, behüteten und auf ihren Wegen begleiteten und ihnen zu danken, dass sie es ermöglichten, dass wir auf die Welt kamen.

Brigid vom Mantel umgib uns,
Herrin der Lampe beschütz uns,
Hüterin des Herdes entzünde uns
unter dem Mantel verein uns
und gib uns dem Gedächtnis wieder.
Mütter unserer Mutter, Vormütter stark,
führt mit eurer Hand die unsrige,
erinnert uns, das Herdfeuer zu entfachen,
es leuchtend hell zu halten, die Flamme zu hüten.
Eure Hände sind unsre, Tag und Nacht
Brigids Mantel um uns,
Brigids Gedächtnis in uns,
Brigids Schutz, uns vor Schaden zu bewahren,
vor Unwissenheit, vor Herzlosigkeit,
diesen Tag und diese Nacht,
von Morgengrauen bis Dunkel,
vom Dunkel bis zum Morgengrau.

zusammengestellt von Cailin Matthews, aus
Anam Čara von John O’Donohue

Wie unsere Vorfahren werden auch wir eines Tages in dieser Form nicht mehr sein – und doch bleibt etwas von uns: unsere Nachkommen, unsere Gedanken und unsere Taten. Das, was wir für andere getan haben, damit es ihnen und ihren Nachkommen wohlergeht. So hart es für manche sein mag in dieser Zeit der Unsicherheit, der Isolation, der Zweifel und Ängste – wir sind nicht die Ersten, die durch harte Zeiten geprüft werden und wir werden auch nicht die Letzten sein. Eine gute Zeit also, sich in eine Reihe zu stellen und ein bisschen weiter und größer zu denken.


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Planetarische Weisheit des Samstags

Nur geliehen: In Körpern aus Sternenstaub dürfen wir eine Weile auf der herrlichen Erde verbringen und Erfahrungen erleben. Am Ende müssen wir beides zurück geben und nur die Reife der Seele wird uns auf dem neuen Weg begleiten. Danke für die Erinnerung an diese Nacht © Jonathan Forage!

Das Konzert der Woche neigt sich zum Ende. Am Saturn-Samstag schwingen die letzten Töne noch in der Luft. Doch es ist schon klar, der Vorhang wird fallen, die Aufführung dieser Woche ist vorüber.

Wer sich dessen heute bewusst wird und die Woche noch einmal Revue passieren läßt, kann die verdichtete Energie wahrnehmen. Besonders könnte dabei sein, dass das bekannte Aufrechnen à la „Was war gut und was ist nicht gelungen“, rein gar nichts bringt.

Stattdessen bietet der Samstag die Chance, alle Geschehnisse der Woche zeitgleich nachzuerleben und gleichwertig miteinander in Verbindung zu bringen. Wie in einem Kaleidoskop dürfen die Facetten der einzelnen Tage zu einem neuen Bild zusammen gefügt werden. Alles gehört in seiner eigenen Qualität dazu.

Und vielleicht wird erst heute klar, dass etwas, das am Freitag geschah, die Erlebnisse des Mittwochs vervollkommnet. Ja mehr noch, dass die lineare Reihenfolge bloß dem Verstand entspringt, und nicht unbedingt dazu beiträgt, das ganze Bild zu erkennen.

Saturn schließt am Samstag die Woche ab. Wie im Lebenslauf symbolisiert er das reife Lebensalter und bereitet uns auf den Abschied vor. Saturn fordert uns heute dazu auf, innezuhalten.

Bevor der Kreislauf am Sonntag von Neuem beginnt, lohnt es sich zu fragen: Was von all den Eindrücken und Erlebnissen möchte meine Seele verinnerlichen, um zur Reife zu gelangen? Erst das bringt die Bereitschaft für einen neuen Anfang und das tatsächlich Neue.

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

Rainer Maria Rilke

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Diese Reise hat mir durch die intensive Beschäftigung mit den Planeten viel Spaß, und tatsächlich neue Erkenntnisse gebracht. Besonders schön finde ich, dass ich jeden Tag viel aufmerksamer war als sonst, um die feinen Unterschiede der Stimmungen und Atmosphären wahrzunehmen.

Vor allem habe ich mich gefragt wie sich, neben all den anderen Einflüssen, der Wochentag, an dem wir geboren sind, auf das Gemüt auswirkt. Ich stelle mir vor, dass einer der Planeten an unserer Wiege stand und uns, wie die Feen das Dornröschen, mit seinen besonderen Qualitäten auf dem Lebensweg begleitet.

„Sonntagskinder“ heißen seit jeher die mit einem offenen, sonnigen Gemüt. Fühlt sich vielleicht ein Montags-Kind der Mondin und den tiefen Wassern mehr verbunden als ein Kind des Samstags? Führen die Kinder des Saturn die Dinge zur Reife?

Sind Dienstags-Kinder, die auch noch im Zeichen des Widder geboren sind, besonders „marsianisch“, tatkräftig und impulsiv? Zeigen uns die Freitagskinder der Venus, dass nur praktisch nicht reicht, da das Schöne ein Werk erst vervollkommnet? Öffnen die Donnerstagskinder ihre Flügel um das große Ganze im Blick zu behalten? Zeigen uns die Kinder von Merkur, wie viel mehr man in Gemeinschaft schaffen und sich dabei auch noch besser fühlen kann?

Es lohnt bei Begegnungen hinzuspüren, welcher Planet wohl die Patenschaft des Gegenübers nahm. Und ein Ort, an dem Fragen entstehen, ist jederzeit ein guter Ort.


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Planetarische Weisheit des Freitags

Ein Mandala strahlt Harmonie aus, darum wird es als „schön“ wahrgenommen. Danke © Swati H. Das

Am Freitag rückt mit Venus-Freja das Schöne in den Mittelpunkt. Alle Notwendigkeiten sind nun vollbracht, dennoch ist das Werk noch nicht vollendet – erst das Schöne wird es abrunden.

Sorgte Jupiter am Donnerstag für den Sinn, bringt der leuchtendste aller Planeten, Venus-Freja, am Freitag die Phantasie. Darum taugen praktische Fragen heute nichts: Ja, Kekse mögen wie Kekse schmecken, doch erst die Verzierung erfreut die Sinne und darum schmecken sie einfach tausend Mal besser.

Freitag ist also kein Tag für Praktisches, für Prüfungen oder Willensanstrengungen. Am Freitag tritt die künstlerische Ader hervor, die unter der Woche noch schlummerte. Sie darf nun Hand anlegen und das Besondere spielerisch kreieren.

Scheinbare Nebensächlichkeiten rücken in den Mittelpunkt und mit ihnen die Frage: Was macht das Werk unverwechselbar schön und stimmig? Heute muss nichts vernünftig sein – nur schön.


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Planetarische Weisheit des Donnerstags

Auch was wir nicht (oft) sehen, gehört zum Ganzen. ❤ © Jeremy Bishop

Die Sorge um Versäumnisse, die sich künftig nicht korrigieren lassen, treibt uns am Donnerstag. Wird nämlich etwas Wesentliches übersehen, ergibt sich ein unvollständiges Bild. Das wiederum kann zu falschen Schlussfolgerungen und verheerenden Handlungen führen.

Der Herrscher dieses Tages ist Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems. Er ist der, der das Interesse des Merkur am Umfeld noch toppt, denn Jupiter, der zwölf Mal mal größere Planet als Mutter Erde, will weit darüber hinaus schauen. Er fordert uns auf, soviel als mögliche Konsequenzen unseres Handelns im Vorfeld zu bedenken.

Jupiter animiert uns heute, auch scheinbar unzusammenhängende Gegebenheiten miteinander in Beziehung zu setzen. Das Zauberwort des Donnerstags lautet darum:

Strebe heute die Vollständigkeit des Ganzen in Denken und Handeln an.


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Planetarische Weisheit des Mittwochs

„Gemeinsam“ lautet ein Motto des Merkur. Amish People bei der Arbeit beobachtet von © Randy Fath

Merkur, der Beziehungsschaffer, ist der Regent des heutigen Tages. Nachdem am Dienstag der Wille antrieb, die Welt nach eigenen Vorstellungen zu formen, steht der Mittwoch im Zeichen des Miteinander.

Heute wollen wir mit anderen in Beziehung treten und interessieren uns dafür, wie sie die ihnen übertragenen Aufgaben lösen. Das geschieht aus Interesse für unser Umfeld und auch, um uns davon inspirieren zu lassen. Denn Austausch und Begegnung bringen Einsichten, die man allein vielleicht nicht entdeckt hätte.

Irgendwo las ich, Merkur sei der einzige Planet, dessen Achse senkrecht auf seiner Bahn steht. Demnach wendet er sich keiner Richtung zu, hat keine Vorlieben und ist offen für alles.

Während also am Dienstag jeder konzentriert auf die eigenen Belange schaut, kann heute das Ganze betrachtet und das gemeinsame Werk bestaunt werden.

Mittwoch ist der perfekte Tag, in Gemeinschaft zu wachsen.


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Planetarische Weisheit des Dienstags

Der rote Planet. Er steht am Dienstag allen zur Seite, die bereit sind zu handeln. Den Mars in Erdnähe fing © Stephan H.

Heute beginnt die eigentliche Arbeit. Wurde ganz in Ruhe am Sonntag ein Entschluss gefasst, präsentierte die Außenwelt am Montag flugs die ersten Hindernisse. Sie waren dazu da, den Grad der inneren Freiheit zu messen. Denn nur, wer innerlich frei vom gefassten Entschluss ist und sich dem, was ist, hingibt, kann wirklich Neues schaffen.

Heute zählt dagegen nur das Eine: Handeln.

Durchdrungen von der feurigen Energie des Mars ist der Dienstag der dynamischste Tag der Woche. Heute liefert Mars die wichtigste Zutat, einen Willen zu formen: Engagement. Am Dienstag ist der Drang, dem gefassten Entschluss Gestalt zu geben, unermesslich und die Kraft, um jegliche Hindernisse aus dem Weg zu räumen, steht zur Verfügung.

Dabei kennt der Dienstag kein Pardon. Tatsächlich lädt er sogar dazu ein, Fehler zu machen. Sind sie denn nicht das Salz in der Suppe? Kann man nicht fasziniert sein von Irrtümern, die einem unterlaufen sind? Statt sie also zu bedauern sollten wir uns freuen, denn Fehler gehören zum Prozess einer Entwicklung.

Sei unbefangen im Tun, lautet das heutige Zauberwort.

„Der Handelnde ist immer gewissenlos;
es hat niemand Gewissen als der Betrachtende.“
Goethe


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Planetarische Weisheit des Mond-Tags

Was die Mondin uns lehrt: Stille, Erhabenheit und totale Hingabe an die Veränderung. © Zan Douglas

Die in der Sonntagsruhe gefaßten Entschlüsse treffen am Tag der Mondin auf die Bedingungen der Außenwelt. Tatsächlich werden wir heute geprüft: Wie frei ist unser Verhältnis zu den gestern getroffenen Entscheidungen?

Wollen wir sie um jeden Preis schon heute durchsetzen? Dann werden wir scheitern. Oder erkennen wir, dass Widerstände gut sind, alles Überflüssige wegzuschleifen und unsere Absicht zu prüfen?

Die Aufgabe, vor die uns der herrschende Planet heute stellt, lautet Hingabe. Hingabe an das, was wir tatsächlich vorfinden, und währenddessen unser Ziel nicht aus den Augen verlieren. Mag sein, dass wir unterwegs auf „schöpferische Zerstörung“ stoßen, doch die braucht es in jedem Prozess, denn erst durch sie kann das wahrhaft NEUE entstehen.

Das ist genau wie in den Märchen: Immer wird ein Entschluss gefaßt, dann wird gehandelt. Doch vor dem Erfolg ist so manche Prüfung zu bestehen. Und die wahren Helden und Heldinnen, die bleiben dran. Kein Ungeheuer, kein Abstieg in die Unterwelt kann sie von ihrem gefaßten Entschluss abbringen. Der Montag ist genau so ein Tag.

Wer heutige Prüfung besteht und sich dem, was ist, hingibt, braucht morgen nicht länger zögern. Am Dienstag kommt nämlich der Wille ins Spiel. Doch das ist dann wieder ein neues Kapitel.


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Planetarische Weisheit des Sonntags

Ein Sonntag in Russland. Danke an © Olga Isakova

Neulich fand ich beim Aufräumen einige handgeschriebene Notizen. Sie handeln vom Einfluss der Planeten, nach denen – sicher nicht ganz zufällig – unsere Wochentage benannt sind. Sage mir Deinen Namen und ich sage Dir, wer Du bist. Ja, wir erinnern uns ….

Zwar bin ich mit der chinesischen Astrologie um vieles vertrauter, dennoch werde ich nicht müde, über unsere Himmelskörper zu staunen. Diesmal geht es darum, wie die Planeten uns dabei unterstützen können, Neues ins Leben zu bringen, damit es sich bestens entfaltet.

Bildlich gesprochen: Vielleicht schaffen es ja alle ans Ufer, doch wer den richtigen Zeitpunkt wählt um mit den günstigsten Winden zu segeln, braucht nicht alles alleine machen, da himmlische Kräfte den Fortgang unterstützen.

Kurzum: Wie unterstützt der Planeten-Herrscher eines jeden Wochentags irdische Prozesse in den einzelnen Entwicklungsphasen? Wann wird gesät, gewartet, gewässert, geerntet?

Wer sich mit dem siebener Rhythmus beschäftigt hat, wird sicherlich Parallelen zur Aufteilung einer Woche finden. Das Studium der Planeten mag manches Geheimnis lüften. Zum Beispiel, warum am Dienstag gelingen kann, wofür es am Freitag zu spät ist …

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Sonntag – regiert vom Planeten Sonne

Anders als in unserer gängigen Vorstellung von Arbeitstagen und Wochenende beginnt die Woche, ähnlich wie in der christlichen Tradition, bereits am Sonntag. Die lange selbstverständlich arbeitsfreie Sonntagsruhe ermöglichte – im Bewusstsein des Wochenanfangs – gute Gelegenheit für Besonnenheit.

Wissend, dass alles endet wie es begann, mag diesem Tag seine besondere Kraft verleihen. Schließlich gehört es an den wirklichen Anfang, ein Vorhaben konzentriert und in Ruhe vorzubereiten, zuversichtlich Entschlüsse zu fassen und in Gedanken vorwegzunehmen, was man zu tun gedenkt.

Nebenbei bemerkt würde das natürlich auch den im Volksmund so verhassten Montag, den Tag der Hingabe, entlasten. …

Also der Sonntag lädt zur Ruhe und Sammlung ein. Beides gilt als gute Voraussetzung für den besonnenen Entschluss zur Tat. Das, was wir im Alltag oft unbewusst tun, also innehalten, ausatmen und dann erst sprechen, das mag der Sonntag.

Genau aus dieser Ruhe heraus kann heute ein Anfang – für die kommende Woche oder ein neues Projekt – gesetzt werden. Bleibe dabei klar, vorausschauend und zuversichtlich.

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Inspiriert zu dieser kleinen Reihe haben mich die Antroposophie und Schriften von Rudolf Steiner, Mythologie und Sagen, Schriften der Geomantie und einige Bücher von Harald Jordan. Doch in meinem Kopf hat sich alles vermischt und ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder die genaue Herleitung meiner Gedankengänge. Sicher werden einige Astrolog-inn-en auch mit dem Kopf schütteln. Aber das macht nichts.


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Einladung zur Medizinwanderung

Stille Zeit im Wald, um zu lauschen. Wisse, da ist mehr …. Dank für den Lichtblick an © Steven Kamenar

Wer schon immer bei einer Medizinwanderung dabei sein wollte, bekommt nun im Umland von Bremen eine gute Gelegenheit dazu. Während des Lockdowns hat sich in Nartum ein Verein gegründet, der Happenings „im grünen Bereich“ anbietet und mich gebeten, mitzumachen.

Der Verein ermöglicht Camps, Retreats und Veranstaltungen mit systemischem, wildnis- und erlebnispädagogischem Hintergrund sowie schamanische, musikalische und kulturelle  Begegnungen. Ist das nicht großartig?!

Als eine der ersten Angebote in diesem Jahr biete ich eine Medizinwanderung an. Hier meine Einladung:

„In einem geschützten Natur-Raum ist vieles möglich: eine Absicht kann gestärkt, eine Vision gerufen, oder ein Wunder erlebt werden.

Eine Medizinwanderung ist eine überlieferte Tradition, um unserer innersten Quelle wieder näher zu kommen. Bewegt dich eine Frage, ein Thema, ein Traum? Berührt dich etwas im Innersten und bleibt dennoch verschwommen? Bist du bereit, dich berühren zu lassen?

An diesem Nachmittag folgst du deinem Ruf in die Natur, begibst dich auf die Spur zu dir selbst, bittest um Antwort aus dem großen Raum. Lässt dich ziehen, wohin ES dich ruft. Lauschst, wanderst oder verharrst, erlaubst der Stille, zu dir zu sprechen.

Gemeinsam eröffnen wir das Feld der Möglichkeiten, erleben Zugehörigkeit und Verbindung, teilen, was mit-geteilt werden will. Alles ist möglich wenn dein Wunsch stark genug ist, das Wesen der Dinge zu berühren.

Ich freue mich auf dich!
Susanne Berkenkopf“

Die Medizinwanderung findet statt am Samstag, den 17.10. 2020 von 14.00 bis 18.00 Uhr, und die Teilnahme kostet 30 Euro pro Person.

Fragen dazu können mir über das Kontaktformular gestellt werden,
und die Anmeldungen bitte direkt per Mail an Gemeinschaftswerk e.V. schicken
info@dagmarfitschen.de

Ich freu mich drauf und auf all die Möglichkeiten, die das Leben uns jetzt anbietet.

 


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Nominiert für den Awesome Blogger Award …

… hat mich Marion, die Verwandlerin. Vielen Dank dafür, es ist mir eine Ehre!
Wie bei jedem Spiel gibt es Spielregeln und weil heute nicht gemogelt wird, werden sie strikt befolgt.

Bleibt zuerst zu klären: Was ist der Award und wie geht das Spiel?

Die Verwandlerin hat sich folgende Fragen für ihre Nominees ausgedacht:

1. Seit wann bloggst du?
Mußte ich nachschauen und denke wow: Seit November 2013

2. Wer sind deine drei Vorbilder im Leben?
Die Knochensammlerin
Immer öfter:  Mein höheres Selbst
In frühen Jahren:  Die Suffragetten

3. In welchem Tier kannst du dich am ehesten wiederentdecken und warum?
Im Elefant. Wir sind seelenverwandt.

4. Was ist ein Lieblingsgericht von dir?
Himmel und Erde.

5. Was ist eines deiner Lieblingszitate?
„Be water, my friend.“

6. Was war eines deiner Lieblingskinderbücher?
Die rote Zora
und unbedingt: Nesthäkchen – ich habe alle Bände gelesen, was sag ich: verschlungen!

7. Wer ist einer deiner Lieblingsmaler?
Ich nehme Frieda Kahlo. Und Yves Klein.

8. Entscheidest du wichtige Dinge eher mit Pro-und-Contra-Liste oder aus dem Bauch heraus?
Auch wenn der Kopf protestiert – bei mir geht alles durch den Bauch.

9. Ziehst du das Stadt- oder das Landleben vor? Und warum?
Mal so, mal so. Ich lebte in New York bis ich den Trubel nicht mehr aushielt und nun seit langer, langer Zeit in einer gefühlten Ministadt. Doch ich liebäugel damit, das Stadtleben zu tauschen.

10. Was sind die drei wichtigsten Eigenschaften, die ein Mensch braucht, um für dich symphatisch zu sein?
Ein offener Blick, Herzenswärme, Lachfältchen.

„Denke dir nun ebenfalls 10 Fragen aus “ – die sind natürlich frei zur Beantwortung oder als Inspiration für alle, die sie lesen

  1. Wann hast du das letzte Mal im Freien übernachtet?
  2. Welches ist dein Lieblingssternbild?
  3. Magst du lieber rund oder eckig?
  4. Wo fühlst du dich am meisten Zuhause?
  5. Welche Sprache würdest du (noch) gern sprechen?
  6. Wem hast du zuletzt ein Kompliment gemacht?
  7. Welches ist dein Lieblingswort?
  8. Hättest du – in einem anderen Leben – lieber Flügel oder Flossen?
  9. Kennst du das Rezept für einen Zaubertrank?
  10. Verrätst du es hier?

„Nominiere nun ebenfalls 5 Blogger-innen“. Also reiche ich den #Awesome Blogger Award, in streng alphabetischer Reihenfolge, weiter an

Danke Marion, das hat Spaß gemacht!


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Motto des Tages – Sonntag

Nichts bleibt, wie es ist – nichts ist, wie es scheint. © Pratik Bisht

Es gibt ein Bleiben im Gehen,
ein Gewinnen im Verlieren,
im Ende einen Neuanfang.
Weisheit aus Japan

Für mich finden die gesammelten Zitate der letzten sechs Tage in dieser reduzierten japanischen Weisheit ihre Essenz. Nichts geht verloren, und am Ende unseres Lebens nehmen wir nichts mit – selbst unseren Körper lassen wir auf der Erde zurück. Allein die Weisheit, welche die Seele in ihrem Erdendasein erlangen durfte, die bleibt als Essenz zu eigen. Was danach kommt? Im Ende ein Neuanfang – was sonst?!

Mit dieser Lebensweisheit soll diesmal die Woche „Motto des Tages“ enden. Das hat Spaß gemacht, lieben Dank an alle für’s Mitmachen 💕


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Motto des Tages – Samstag

Jeden Tag eine neue Chance, unser Leuchten zu zeigen. Danke © Annie Spratt

„Überarbeite dein Leben häufig und schonungslos.
Schließlich ist es dein Meisterwerk.“
Nathan W. Morris – Autor

Brüche in der Biographie sind heute an der Tagesordnung und, nach überwundenem Schmerz, für manche/n eine echte Offenbarung in die eigentliche Berufung. Wir haben heute die Chance, viele Leben in nur einem zu leben, dürfen uns neu erfinden, neue Wege finden und soo so viel tatsächlich leben, von dem unsere Ahninnen und Ahnen vielleicht nicht mal zu träumen wagten.