Susanne Berkenkopf

„Ein Zuhause ist mehr, als vier Wände und ein Dach über dem Kopf." Dies ist ein Blog über Räume, über innere und äußere Räume. Denn ich bin überzeugt, dass jeder Raum in dem wir uns regelmäßig aufhalten, Einfluss auf unser Leben nimmt. Also gebe ich hier Anregungen, wie Wohnräume und Arbeitsplätze energetisch und ästhetisch optimiert werden können. Ich schreibe für Menschen, die in einer wohltuenden Umgebung leben wollen, die innere und äußere Freiräume schätzen, und an ihr Potenzial glauben. Ich schreibe für Menschen, die wie ich, jetzt und auf dieser Erde zum Wohle des Ganzen wirken wollen. Im „echten Leben" biete ich Wohncoaching, Grundrissanalyse und Lebensstilberatung. Meine Werkzeuge sind Imperial Feng Shui, Geomantie, chinesische Astrologie und systemische Beratung. Mehr unter www.feng-shui-und-beratung.de


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In sieben Tagen ankommen – Resümee

Puh, einen Tag durchschnaufen war gestern angebracht. Doch heute möchte ich noch ein kleines Resümee über den zurück liegenden Prozess anregen. Natürlich interessiert mich, was Sie auf unserer kleinen Reise durch Ihre Räume über sich und Ihr Umfeld erfahren haben! Vielleicht sehen Sie einen Zusammenhang zwischen Ihrer räumlichen Situation und Ihrem aktuellen Leben?

In Stille wachsen … Danke für das tolle Foto © Annie Spratt

Wenn Sie, wie anfangs empfohlen mitgeschrieben haben, nehmen Sie doch Ihr Büchlein zur Hand und gehen noch einmal Ihre Notizen durch. Zusätzlich können folgende Fragen Sie auf die Spur bringen, offene Anliegen zu visualisieren:

  • Haben Sie das beste Zuhause, das Sie verdienen?
  • Ist alles so, wie Sie es sich wünschen?
  • Kommen Sie in den Räumen zu sich selbst? Wo besonders, wo gar nicht?
  • Gibt es Bedarf für Veränderung und Erfrischung?
    • Braucht es vielleicht eine grundlegende Renovierung?
    • Braucht es Mut zu mehr Farbe?
    • Braucht es einen besseren Platz, um Ihr Lieblingsmöbel besser zur Geltung zu bringen?
  • Vielleicht haben Sie in Ihrer Einrichtung auch ein Muster erkannt das sich – bislang unbewusst – wiederholt?
  • Vielleicht teilen Sie Ihr Leben mit geerbten Stücken, ungeliebten Geschenken oder blockierenden Glaubenssätzen die sich in der Raumgestaltung ausdrücken, und die gar nicht (mehr) zu Ihnen passen?

In jedem Raum spiegeln sich Facetten einer oder mehrerer Persönlichkeiten. Natürlich sind das immer nur Entwürfe, Bilder, die wir über uns selbst gemacht haben. Die Chance, die jetzt in der Krise der Isolation liegt ist ja auch, ein Stück tiefer zu gehen und sich als das Selbst zu erkennen, als das jede und jeder von uns gemeint ist.

Ich werde mir, inspiriert von der Mediatationsleherin Tara Brach, zu Hause ein Retreat einrichten. Ab morgen gehe ich zwei Tage in die Stille und richte mir einen festen Tagesablauf ein. Dazu gehören Yoga, Meditation, gut kochen und essen, Mittagsschlaf, spazieren gehen, wieder meditieren, etwas inspirierendes lesen oder hören, Tee trinken, Obst essen, wieder meditieren und schlafen. Über die Reihenfolge denke ich gleich bei einem Spaziergang nach. Doch ich mache es so wie es wäre, würde ich woanders hinfahren, und halte mich an die diesmal selbst vorgegebenen Regeln. Vielleicht machen Sie mit?

Oder Sie nutzen die nächsten Tage, noch einmal mit wachem Blick für das Ganze durch Ihre Räume zu gehen, und hier und da Verbesserungen vorzunehmen. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, Ihr Zuhause in einen Ort zu verwandeln, der Ihnen entspricht. Holen Sie sich auch von Ihren Räumen Unterstützung, um das Beste in Ihnen zum Vorschein zu bringen und gestärkt aus der Krise hervorzugehen.


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In sieben Tagen ankommen – Tag 7 – Das Kinderzimmer

Geht es bei einer Beratung (auch) um das Thema Einschlafstörung, Konzentrationsschwierigkeiten oder Aggressionen beim Nachwuchs, treffe ich häufig auf besorgte Eltern, die als Ursache Wasseradern oder schädliche Strahleneinflüsse vermuten. Schaue ich mich dann in den Kinderzimmern um, sehe ich meist mit Spielzeug überladene Räume, in denen es kein freies Fleckchen zum Durchatmen gibt.

Pause! Foto © Marcus Wallis

Gut gemeint sind all die Mitbringsel und Geschenke sicher, und manche Kinder dürfen sich dank  Patchworkfamilien ja sogar über mehr als sechs Großeltern freuen. Meist verfügen alle über gute Kaufkraft und – ich sag es mal salopp – sie schenken bis der Arzt kommen muss.

Da gibt es Puppen, die über einen kompletten Hausstand inklusive Puppenhaus und Puppenwagen regieren. Es gibt gut bestückte Kaufläden mit selbstsprechenden Kassen und übervollen Regalen, in denen niedliche Miniaturwaren auf Kunden warten. Es gibt Kasperltheater und jede Menge Handpuppen, die schon nervös die nächste Aufführung erwarten. Es gibt Regale voll mit unzähligen, schönen und pädagogisch sicher wertvollen Bilder- und Lesebüchern. Es gibt Aquarien und Carrerabahnen, deren Straßen durch das ganze Zimmer verlegt wurden. Es gibt Mobiles, CD-Player, Fernseher und Handys. Dazu liebevoll montierte Eisenbahnlandschaften. In den Waggons würde man am liebsten selbst sitzen und die schöne Aussicht genießen.

Beim Betrachten fühle ich mich oft in meine Kindheit zurückversetzt und bekomme Lust, mit all dem schönen Spielzeug zu spielen. Ich fühle, wie großartig und wohlgemeint alles ist, und verstehe auch, dass jeder etwas mitbringen und seine Liebe damit ausdrücken möchte. Und es gibt ja auch sooo wunderschöne Sachen, um Kinder zu beschenken. Manchmal frage ich mich jedoch, ob die Schenkenden nicht vielleicht bei ihrem eigenen, inneren Kind etwas gut machen möchten.

Schlicht und schön und ganz behaglich. Willkommen Zuhause, kleiner Mensch. Foto © Charles Deluvio

Denn für Kinderzimmer gibt es eine relativ einfache Prämisse: Der Raum sollte schlicht und behaglich eingerichtet sein, Anregungen für die Phatasie geben und Platz für Rückzug und Spielen bieten.

Entgegen wohlmeinender Annahmen brauchen Kinder nämlich gar nicht viel, um die Phantasie auf Hochtouren zu bringen und die Welt zu entdecken. Aus einem schlichten Karton und einer Decke können unzählige Varianten gezaubert werden. Vom Schlossgespenst zum Versteck in der Höhle gibt es in der kindlichen Phantasie gar keinen Widerspruch, es braucht allein eine Regieanweisung und manchmal nicht mal Mitspieler-innen.

Das ist darum heute schon mein ganzer Tipp für’s Kinderzimmer:

  • Halten Sie es einfach.
  • Achten Sie darauf, dass das Bett geschützt steht.
  • Wählen Sie, je nach Alter, sanfte Farben für den Raum. Grün wirkt angenehm beruhigend und hat heilende Eigenschaften, blau kann die Atmosphäre im Raum unterkühlen. Beteiligen Sie Ihr Kind ruhig an der Gestaltung, denn Kinder wissen oft intuitiv, was gut für sie ist.
  • Braucht es einen Schreibtisch, dann sitzt Ihr Sprößling ideal mit Blick ins Zimmer. Ein Blick zur Wand hemmt die natürliche Entwicklung, und kann zu schlechten Lernergebnissen beitragen.

Dazu brauchen Kinder Zuwendung, ein offenes Ohr und Zeit. Viel freie (!) Zeit für sich, und noch mehr Zeit mit Bezugspersonen, die ausschließlich ihnen gehört. Schenken Sie handyfreie Aufmerksamkeit ohne whatsapp, FB oder twitter. Gehen Sie raus, spielen Sie wann immer möglich draußen, lauschen gemeinsam auf das Rascheln der Blätter oder auf den Regen, der aufs Dach trommelt. Setzen Sie Papierbötchen ins Wasser oder besuchen Sie einen Lieblingsbaum.

Kinder wissen oft intuitiv was gut für sie ist, doch sie sagen selten Nein. Schon allein darum nicht, weil Spielzeug und Geschenke ja auch was Tolles sind. Und Eltern haben oft ein schlechtes Gewissen gegenüber den Schenkenden. Manchmal gibt es sogar Streit darüber: „Warum behalten wir alles, was Deine Eltern schenken und das, was von meinen kommt, soll weg?!“ Also wird nichts weggeräumt oder weiterverschenkt an die, die wenig haben.

Ich kann Ihnen nur raten, unerledigte Themen aus Ihrer Vergangenheit unter Erwachsenen zu klären und sich an das Motto zu halten: Weniger ist mehr.

Und sei er noch so klein: Ein Ort für Rückzug, um in Ruhe was auszuprobieren. Foto © Kelli McClintock

Unsere Kinder wachsen mit soviel Wohlstand, das heißt mit einem Überangebot an Waren, Speisen, Ablenkungen und auch Forderungen auf, dass manche regelrecht nicht wissen, wo ihnen der Kopf steht. Dass das zu Konzentrationsstörungen oder auch Aggressionen führen kann, wird jeder Kinderpsychologe bestätigen.

Zuwendung und Liebe, die Versicherung „Du bist genau richtig wie du bist. Egal was kommt, Mama und Papa lieben dich und stehen zu dir“ – das ist das Wertvollste, das Sie Ihrem Kind ins Leben mitgeben können. Denn es ist etwas, das im Herzen Wurzeln schlägt und auf das dieser neue Mensch immer zurück greifen kann. Urvertrauen ist etwas, das keine Barbie und kein Elektromotorrad je geben kann.

„In sieben Tagen ankommen“ – das war ein inspirierender Rundgang, oder? Morgen gibt’s ein Fazit und ich bin gespannt auf Ihre Rückmeldungen. Was hat Ihnen besonders gefallen?

 

 

 


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In sieben Tagen ankommen – Tag 6 – Das Arbeitszimmer

Ein Virus plädiert für Isolation und wer kann, arbeitet dieser Tage von zu Hause. Das Home Office ist dabei längst keine Seltenheit mehr: Viele Selbständige können dank Laptop und der Chance, überall erreichbar zu sein, von zu Hause aus arbeiten. Einige Berufsstände haben schon seit jeher ein häusliches Arbeitszimmer und erledigen dort, was keine zwingende Präsenz am Arbeitsort erfordert. Weil es in einem schönen Umfeld eben viel leichter von der Hand geht. Und nicht wenige pendeln durch Zuwachs in der Familie regelmäßig zwischen Home und Office.

Wer kein separates Arbeitszimmer hat, nutze doch die Küche. Foto © Nirzar Pangarkar

Egal aus welchem Grund: Ideal ist eine möglichst klare Trennung zwischen Arbeit und Privatleben,  damit Sie sowohl produktiv schaffen als auch lässig chillen und entspannen können.

Auf einen Blick – Schnellratgeber für ein produktives Kraftwerk

 Nach Feng Shui gehört ein Arbeitszimmer in eine Yang angeregte Himmelsrichtung, und dazu zählen alle Bereiche zwischen Nordosten und Süden.

  • Idealerweise platzieren Sie Ihren Schreibtisch in der Kraftposition: Sitzen Sie mit Blick zur Tür, mit angenehmer Aussicht und einer festen Wand im Rücken.
  • Wenn Sie kein separates Arbeitszimmer haben ist es förderlicher, in der Küche oder im Wohnzimmer zu arbeiten, weil da eh anregende Yang Stimmung herrscht. Denn in diesen Räumen sind wir eher aktiv, führen Gespräche und sind mit der Außenwelt in Kontakt. Wenn es nicht der Küchentisch sein kann – im Wohnzimmer ist ein improvisierter Schreibtisch schnell hergerichtet, dazu braucht es nur zwei Arbeitsböcke und eine stabile Platte.
  • Wer sich stattdessen ins Schlafzimmer „verkrümelt“ mag sich wundern, warum eine eher zähe Stimmung den Tatendrang torpediert. Das kommt, weil Schlafzimmer viel Yin ausstrahlen (und das für erholsamen Schlaf auch sollen). Beim Blick aufs Bett kommen einfach andere Impulse, als kreativen Schwung zu holen.
  • Halten Sie Ihren Schreibtisch ordentlich. Idealerweise räumen Sie bei Feierabend alles weg und hinterlassen eine aufgeräumte, einladende Arbeitsfläche. Selbst wenn Sie das Gefühl haben, morgen unbedingt in das produktive Chaos einsteigen zu müssen – die Erfahrung zeigt, dass dies selten gelingt. Gönnen Sie sich das erhebende Gefühl eines frischen Starts.
  • Egal in welcher Branche Sie tätig sind, schenken Sie sich regelmäßig einen Strauß frischer Blumen. Auf Ihrem Schreibtisch platziert haben Sie ohne viel Aufwand bereits mehrere der 5 Elemente um sich: Die Vase (Erde), die Blumen (Holz) und das Wasser. Wählen Sie rote und weiße Blüten für den Strauß, sind Feuer und Metall ebenfalls präsent. Probieren Sie, welches der Elemente Sie besonders anspricht und welches Ihnen insbesondere Einfallsreichtum, Konzentration und Tatkraft schenkt.
  • Umgeben Sie sich am Schreibtisch nur mit Dingen, die Sie unterstützen und an denen Sie gerade arbeiten. Unerledigte „Haufen“ in Sichtweite blockieren, daher wäre es besser, sie unter dem Tisch zu verstauen und eins nach dem anderen zum abarbeiten nach oben zu holen. Das gibt schließlich das gute Gefühl, etwas geschafft zu haben.
  • Sollten Sie über ein eigenes Arbeitszimmer verfügen gilt per se: Dies ist kein Abstellraum und es ist definintiv davon abzuraten, während der Arbeitszeit hier Wäsche zu trocknen. Unterschätzen Sie nicht, wie stark Ungeliebtes, Abgestelltes oder Kaputtes dazu beitragen kann, Ihnen zustehende Anerkennung und Erfolg in der Außenwelt zu verbauen.

Klein und fein – ein schnell geschaffener Platz zum Arbeiten. Foto © Rizky Subagja

Diese und ähnliche Tipps können Sie in jedem Feng Shui Ratgeber nachlesen. Doch worauf es mir besonders ankommt ist die Einstellung zur Arbeit: Bei jeder Arbeit schaffen wir etwas Bedeutendes, egal, wie banal die Aufgabe sein mag. Arbeitszeit ist Lebenszeit, und wir sind alle hier auf der Erde, um etwas zu tun, was niemand anderes für uns tun kann.

Vielleicht stimmt ja, was Zukunftsforscher nun prognostizieren: Im Angesicht unserer Verletzlichkeit entdecken wir, wie wertvoll unsere Lebenszeit ist. Das mag den Impuls zum Umdenken geben, denn wer will schon das Kostbarste das wir haben mit gefühlt sinnloser Tätigkeit verschwenden?!

Vielleicht werden Sie ja durch die Krise entdecken, dass Sie bei jetziger Tätigkeit am falschen Platz sind und dass Ihre wahren Talente verkümmern. Sie könnten die verordnete Pause nutzen und beschließen, während Ihrer verbleibenden Lebenszeit etwas in Ihren Augen sinnvolleres zu tun. Vielleicht kürzen Sie Stunden und starten etwas nebenbei, vielleicht satteln Sie komplett um.

Oder Sie entdecken, dass Sie genau richtig sind, wo Sie arbeiten. Dass Sie sich bloß vom allgemeinen Gefasel des „wann ist endlich Wochenende?“ haben ablenken lassen, ihre Arbeit wertzuschätzen. Sie können beschließen, dass damit nun Schluss ist. Arbeit darf Spaß machen!

Die Theorien von Karl Marx mögen out sein, doch einige seiner Gedanken zur Arbeit sollten wir nicht komplett verwerfen. „ … ist die Arbeit daher eine von allen Gesellschaftsformen unabhängige Existenzbedingung des Menschen, ewige Naturnotwendigkeit, um den Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur, also das menschliche Leben zu vermitteln. … Arbeit ist das Feuer der Gestaltung.“ Das heißt erst durch Arbeit verwirklichen wir unser Menschsein. Wir können als einzige Spezies durch unsere Arbeit, etwas schaffen, von dem die gesamte Gesellschaft profitiert. Ganz egal ob wir als Radiosprecher, Architektin, Reinigungskraft, Bürokauffrau oder Buchhalter arbeiten.

Schließlich ist es oft nicht die Arbeit an sich, sondern die Bedingungen mit denen wir arbeiten, die das Menschenunwürdige daran ausmachen. Vielleicht bringt uns die Krise die Chance, all die lebensfeindliche, schädliche und tatsächlich sinnlose Arbeit sein zu lassen. Die Chance, uns auf das zu besinnen, wer wir sind und was wir können: Wir sind Wesen mit Herz und Verstand, und können durch unser schöpferisches Potenzial eine Welt schaffen, in der wir alle zusammen gut leben können. Verbunden durch Arbeit die uns trägt, ernährt und erfüllt.

Ein kreativer Arbeitsplatz für alle die wissen, was zu tun ist. Foto © Todd Quackenbusch

… auch ohne PC ist man ein ganzer Mensch. Foto © Rachael Grjestani

Von Natur aus kreativ – wir Menschen können gar nicht anders, als erschaffen. Foto © Eddy Klaus

Dafür ist es gut, Raum zu haben und einen Ort, an dem wir diesem schöpferischen Wirken nachgehen können. Um uns im höchsten Sinn des Menschseins zu verwirklichen. Wie schön hat das Virginia Woolf in ihrem Essay „Ein Zimmer für sich allein“ ausgeführt. Und wem das alles zu pathetisch klingt möge mir verzeihen, doch mir ist gerade sehr danach.

Der Ausblick für morgen führt uns übrigens ins Kinderzimmer. Zu der Generation, die all unsere Unterstützung braucht, um sich toll und auf eigene Art entfalten zu können.


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In sieben Tagen ankommen – Tag 5 – Das Schlafzimmer

Zu einem gesunden, glücklichen Dasein braucht es heitere Gelassenheit. Viele Menschen haben selbst erfahren, dass diese Haltung zum Leben aus der inneren Einstellung resultiert, und aus erholsamem Schlaf. Im Schlafzimmer wollen wir ausruhen und entspannen können, regenerieren und gut schlafen. Und natürlich sind hier auch Sinnlichkeit, Erotik und Intimität zu Hause.

Obwohl alle Impressionen unterschiedlich sind … Foto © Jakari Ward

… und Individualität ausstrahlen … Foto © Devin Kleu

Feng Shui im Schlafzimmer ist ein beliebtes Kapitel, darum habe ich über die Basics schon öfter geschrieben. Doch heute möchte ich noch einmal auf die sinnlichen Aspekte des Raums eingehen, denn gerade in Zeiten der Unruhe und Angst ist es wichtig zu wissen, wie und vor allem wo man sich selbst beruhigen kann.

Durch unseren Leib sind wir sinnliche Geschöpfe und das ganz unabhängig davon, ob wir in einer Partnerschaft leben oder allein. Unser Körper mag es sehr, wenn wir selbst ihn lieb haben und uns, durch ihn, verwöhnen. Im Schlafzimmer können wir uns darum Gutes tun, egal ob allein oder zu zweit.

… ist das Gefühl der Geborgenheit allen gemeinsam. Foto © shche_team

Auf einen Blick – Schnellratgeber für sinnliche Atmosphäre im Schlafzimmer

Das Bett wohnt im Schlafzimmer, und das ist im besten Fall ein absolut yinniger Ort, der elementare Bedürfnisse miteinander vereinbaren soll. Idealerweise enthält es darum nichts, was Schlaf, Stille und Intimität stört. Ein Schlafzimmer ist kein Versteck für Dinge, die sonst nirgendwo Platz finden.

  • Machen Sie sich die Freude, sich Abends ins gemachte Bett legen zu können.
  • Gönnen Sie sich schöne Bettwäsche – wobei „schön“ sicher relativ ist. Aus Feng Shui Sicht wird von unruhigen Mustern oder lebensfeindlichen Motiven abgeraten. Investieren Sie in hochwertige Wäsche, denn angenehmes Material auf der Haut macht uns die Kostbarkeit des Körpers bewusst.
  • Für Paare sind gleiche Bezüge vorteilhaft, wer’s dennoch unterschiedlich mag, entscheide sich für eine über das Bett reichende Überdecke. Sie symbolisiert Einheit in der Verschiedenheit.
  • Legen Sie Wert darauf, den Raum nicht bloss steril-funktional einzurichten, denn Sinnlichkeit wird – wie das Wort schon sagt – durch die Sinne erlebt.
  • Augen und Nase sind dafür zuerst empfänglich, achten Sie darum auf angenehm-weiches Licht und Oberflächen (Nachttisch, Sidebord, Schminktisch), wo auch das Auge sich ausruhen darf. Dadurch allein kann es sich an optisch schmeichelnden Eindrücken erfreuen.
  • Duft verbreitet sich in leicht temperierten Zimmern besser. Sorgen Sie für eine angenehme Raumtemperatur und wählen den zarten Hauch eines Lieblingsduftes für besondere Stunden, und um den Raum auch mal außerhalb der Schlafenszeiten zu besuchen.
  • Viele Kleiderschränke wirken sehr wuchtig und bestimmen die Raumatmosphäre. Wer vom Bett aus nicht dauernd auf die Schranktüren schauen will, verwandelt das Bett mittels Baldachin in eine Insel im Raum. Oder Sie spannen unter die Decke und direkt vor dem Schrank eine Schnur und hängen einen leichten, farblich beruhigenden Stoff daran. Dann können Sie zu passenden Gelegenheiten den Schrank aus dem Blickfeld verschwinden lassen und das Bett wird zur Oase.
  • Wer ohne Partner/in lebt sollte darauf achten, dass kein Mangelgefühl entsteht. Manchmal kann ein reguläres Doppelbett dazu führen, dass man beim einschlafen oder aufwachen traurig auf die leere Seite schaut. Dann ist Ihnen (entgegen mancher Feng Shui Ratgeber) mit einem Bett, das Sie ganz einnehmen können, besser gedient.
  • In der Regel ist das Schlafzimmer der Raum, den nur wenig andere Menschen betreten dürfen. Sind Sie König oder Königin in Ihrem privaten Reich? Erlauben Sie sich ruhig Verrücktes, Außergewöhnliches, Spielerisches. Solange der Raum insgesamt nicht zu unruhig wirkt und Sie weiterhin gut schlafen, ist alles erlaubt.
  • Was empfinden Sie als sinnlich? Nutzen Sie die dunkle Jahreszeit es sich im Schlafzimmer so richtig gemütlich zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Liebsten oder Ihrer Liebsten darüber, wie Sie Ihr Schlafgemach in der Phantasie gestalten würden und was dort auf keinen Fall fehlen darf. Vielleicht kommen Sie dabei auf ganz neue Ideen und entfachen bislang unbeachtete Leidenschaften.

Hier beleben Farben, Muster und ein wechselndes Schattenspiel an der Wand … Foto © Christina Chauskina

… hier sorgen Erdtöne für beruhigende Stille. Foto © Annie Spratt

Auch wenn Sinnlichkeit oft mit Erotik gleichgesetzt wird, sie umfasst viel mehr. „Als Sinnlichkeit bezeichnet man umgangssprachlich die Hingabe an das angenehme Erleben durch die Sinne.  Durch die geöffneten Sinne kann man das Schöne und Anregende dieser Welt erfahren.“ Quelle: Wikipedia

Solange Sie hier auf Erden in Ihrem Körper wohnen, machen Sie es sich angenehm. Freuen Sie sich, abends in Ihr (gemachtes) Bett schlüpfen und morgens in ihm aufwachen zu dürfen. Das Leben ist so kostbar und überhaupt nicht selbstverständlich. Zeigen Sie sich in diesem privaten Raum, dass Sie ebenso kostbar sind und ein Geschenk des Lebens an sich selbst.

Die Fotos zeigen, wieviel Möglichkeiten es gibt, das Bedürfnis nach Ruhe, Stille und intensiver Nähe im Raum auszudrücken. Statt zu fragen: „Ist das im Feng Shui erlaubt?“, stelle ich mir eher die Aufgabe herauszufinden, was zur Persönlichkeit passt und frage: Wie will ich den Ort erleben, an den ich mich regelmäßig mehrere Stunden zurückziehe? Was kann er tun, mich in die Selbstliebe zu wiegen? In die Freude am Sein? Welche Unterstützung kann er bieten, hingebungsvolle Verbundenheit zu erleben?

Manchmal braucht es nur eine Andeutung, um Sinn und Sinnlichkeit zu beflügeln! Gelungen ist das © Esther Wilhelmsson

Und morgen geht es weiter mit einem yang dominianten Raum, dem Arbeitszimmer. Ganz passend zum Montag und all den eilig neu einzurichtenden Home Offices!

 

 

 

 

 


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In sieben Tagen ankommen – Tag 4 – Das Wohnzimmer

Ein Wohnzimmer gilt als Ausdruck der Persönlichkeit. Besonders dieser Raum sollte zum Wohlfühlen einladen und die Balance zwischen zur Ruhe kommen und kreativ sein halten. Wer in Gemeinschaft lebt weiß um Momente, in denen Kompromisse das Recht auf freie Persönlichkeitsentwicklung einzuschränken scheinen 🙂 . Dennoch lohnt es sich den Wohnraum so zu gestalten, dass alle sich wohlfühlen. Denn er kann das Zünglein an der Waage für ein harmonisches Miteinader sein.

Ob eher klassische Avantgarde … Foto © Sidekix Media

Per se muss ein Wohnzimmer vielen Ansprüchen genügen: Vor allem in Familien soll sich jedes Mitglied wiederfinden und wohlfühlen, hier werden Freunde empfangen und Partys gefeiert, es wird gespielt, entspannt, fern gesehen, gelesen und vielleicht sogar gegessen. Das heißt, für alles muss es Raum geben und entsprechende Beleuchtung. 

… oder mixed im Loftstil … (Foto © Howie Mapson)

Auf einen Blick – Schnellratgeber für einen Wohnraum zum Wohlfühlen

 Nehmen Sie sich heute wieder etwas Zeit für eine ruhige Betrachtung

  • Leben Sie mit mehreren Menschen zusammen dann schauen Sie, ob es aus Ihrer Sicht eine gute Mischung gibt, in der sich die Neigungen und Interessen aller wiederspiegeln.
  • Gibt es vollgestopfte Ecken, herrscht dauernd Unordnung oder beides?
  • Haben Sie das Gefühl, dass alle Möbel am richtigen Platz stehen oder wäre es an der Zeit, etwas Neues zu probieren?
  • Mit wem in Ihrer Gemeinschaft müssen Sie sprechen, um den Raum wohnlicher, behaglicher, einladender zu gestalten? Worüber gibt es Unstimmigkeiten, welche gemeinsamen Lösungen können Sie finden? Scheint es keine Übereinkunft zu geben, nutzen Sie jetzt die freie Zeit und fertigen Sie eine Collage mit der Überschrift: So sieht mein idealer Wohnraum aus. Vielleicht stellen Sie dann fest, dass Sie gar nicht soweit auseinanderliegen in Ihren Vorstellungen.
  • Achten Sie auf einen guten Chi-Fluss im Raum – ideal ist ein geschützter Sitzplatz an dem Sie nicht im „Durchzug“ zwischen Tür und Fenster sitzen.
  • Worauf fällt ihr Blick beim Betreten des Raums zuerst? Ist es das TV, verspüren Sie vermutlich den Drang ihn sofort einzuschalten, denn große schwarze Löcher ziehen Energie 🙂 . Besser wäre, ihn hinter geschlossene Türen zu befördern. Ideal wäre der erste Blick auf Ihr liebstes Möbel, denn auch hier gilt: „What you see, is what you get“.
  • Achten Sie bei der Deko auf das richtige Maß – erfreuen Sie sich lieber abwechselnd an schönen Gegenständen statt deren Wirkung durch ein Übermaß zu schmälern.
  • Beachten Sie das Gesetz vom Solitär: Es gibt Möbel – dazu gehören Schränke und Sideboards – die müssen allein und klar ausgerichtet stehen, um ihre ganze Wirkung zu entfalten. Gleiches gilt für bestimmte Deko: Es gibt Dinge – dazu gehören kleine Vasen, Teelichter, Figürchen – die können als Ensemble angeordnet werden und beleben durch eventuelle Verschiedenheit in Farbe oder Größe. Gleichzeitig gibt es auch hier Stücke die wollen und müssen allein stehen, um ihre ganze Wirkung zu entfalten.
  • Entwickeln Sie Mut zur Lücke und probieren aus, ob sich etwas als Solitär im Raum behaupten kann oder ob es Gesellschaft braucht, sich zu entfalten.
  • Vielleicht können Sie dieses Vorgehen übertragen, wenn der Wohnraum von vielen genutzt wird und Sie sich partout nicht einigen können: Schaffen Sie Inseln im Raum. Losen Sie, wer die  „Herrschaft“ über bestimmte Bereiche übernimmt und das Arrangement für den Esstisch, die Sofa- oder Leseecke, die Bilderauswahl bestimmt. Vielleicht gibt es zuerst ein kunterbuntes Durcheinander – vielleicht auch nicht. Wenn Sie das „aushalten“, bekommen Sie Gelegenheit, noch besser kennenzulernen wie Ihre Mitbewohner-innen sich im Raum ausdrücken. Es macht doch gar nichts, mal vier Wochen so probezuwohnen und später gemeinsam festzustellen: So geht es nicht. Wenn Sie in der Auseinandersetzung sachlich bleiben, wird sich daraus mit Sicherheit ein großer Gewinn für die Gemeinschaft entwickeln. Wenn nicht, fragen Sie mich gemeinsam um Rat.

Bei meinen Beratungen erlebe ich öfter, dass an einem gewissen Punkt des Gesprächs Männer sich mit der Aussage: „Ich wohne auch hier,“ zur Wort melden. Auch wenn wir täglich über Gleichberechtigung diskutieren – stillschweigend gilt die Frau noch immer als Bestimmerin bei der Einrichtung in den vier Wänden. Wie ist es bei Ihnen? Wer setzt sich durch, wer bestimmt?

Ob klassisch oder modern, der Wohnraum vermittelt auf den ersten Blick ein Gefühl für die Persönlichkeit(en). Schauen Sie selbst

… sage mir wie Du wohnst … (Foto © Paige Cody)

… und ich sage Dir … (Foto © Roberto Nickson)

… wer Du bist. (Foto © Fotolia)

Und morgen geht es weiter mit einem Blick ins Schlafzimmer. Wieder wird es Tipps geben – für guten Schlaf wie für anregende Begegnungen zu zweit.


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In sieben Tagen ankommen – Tag 3 – Die Küche

Die „aktuelle Lage“ bringt uns das häusliche Leben näher. Im Angesicht eines gänzlich ungewohnten Alltags und drohender Ausgangssperren finden wir zurück in unsere vier Wände und tun alles, um stabil und gesund zu bleiben. Unser Zuhause ist seit jeher Ausgangspunkt für unser Wohlergehen, und darum wenden wir uns heute dem Herz eines jeden Hauses, einer jeden Wohnung zu: Der Küche.

Graue Wandfarbe, weiße Oberflächen und dazu jede Menge Farbkleckse. Macht Lust auf kochen und genießen, oder? Foto © Jason Briscoe

Genaugenommen ist die Küche der Lebensmittelpunkt, denn hier bereiten wir vor, was der Körper braucht und wovon im besten Fall die Seele profitiert. Küchen besitzen eine natürliche Anziehungskraft, und wer sich an all die Partys erinnert, die irgendwann in der Küche endeten, weiß was ich meine. Einige werden beim reflektieren sogar feststellen, dass der erste Gang nach dem nach Hause kommen regelmäßig in die Küche führt.

Diese Ausstrahlung können wir nutzen. Natürlich nützt die tollste Kücheneinrichtung nichts, wenn nicht mit Hingabe zubereitet wird, was uns nähren und – gerade jetzt – stabilisieren und in unserer Mitte halten soll.

Auf einen Blick – Schnellratgeber für das Herz des Hauses

 Lebensmittel gehören im Feng Shui zur Kategorie Gesundheit und Reichtum. Schenken Sie daher dem Zuhause der Lebensmittel besondere Aufmerksamkeit.

  • Achten Sie auf Ordnung in den Schränken und sichten Sie regelmäßig Ihren Kühlschrank. Verdorbene Lebensmittel wegschmeißen – und sollten Sie ein Muster erkennen, kaufen Sie künftig weniger ein. Das gilt besonders jetzt, wo kollektive Hamsterkäufe an der Tagesordnung sind. Für ein Gefühl der Sicherheit mag es vernünftig sein, ausreichend haltbare Lebensmittel zu besorgen. Doch überlegen Sie vor einem reflexhaften Vollpacken des Einkaufswagens, wie lange verderbliche Lebensmittel, Obst und Gemüse halten und ob Sie alles werden essen können, bevor es verdirbt.
  • Steht die Arbeitsfläche voll mit Kaffeemaschine, Wasserkocher, Messerbrett, Obstschale, Mixer, Toaster? Haben Sie genug Platz, Gemüse zu schneiden oder Teig zu kneten? Wenn nicht stellt sich die Frage: „Haben Sie zu wenig Platz oder zu viele Sachen?“ Was selten genutzt wird, gilt als Energieräuber: Verstauen Sie darum was selten gebraucht wird im Keller, und verschenken Sie alles Überflüssige. Es macht wenig aus, das Waffeleisen bei Gelegenheit wieder raufzuholen – doch es macht viel, in übersichtliche Schränke zu blicken und ein Wohlgefühl daraus zu ziehen.
  • In manchen Feng Shui Ratgebern gibt es den Hinweis, ein Spiegel hinter dem Herd mehre den Reichtum, weil er die Speisen verdoppelt. Sollten Sie dem folgen achten Sie unbedingt auf eine saubere Oberfläche – ein fettverschmierter, bespritzter Spiegel kann leicht zu einem schmuddeligen Eindruck führen. Und achten Sie – wie bei allen Spiegeln – unbedingt darauf, was er alles verdoppelt, ansonsten kann vervielfachtes Chaos unerwünschte Nebenwirkungen bringen.
  • Auch für die Küche können Sie mit Hilfe des Bagua herausfinden, in welcher Himmelsrichtung sie liegt, welche Lebensthemen sie aktiviert und welche Elemente die vitale Lebenskraft Qi unterstützen.
  • Sicherheit ist natürlich auch ein Thema für die Küche. Klar, dass ich Ihnen nichts Neues berichte wenn ich das aufmerksame Auge bitte, potenzielle Gefahrstellen für Verbrennung, Schnittwunden, oder blaue Fleck-Verursacher durch im-Weg-Steher im Vorfeld zu erkennen. Feng Shui hat viel mit gesundem Menschenverstand zu tun – und ein aufgeschwatztes „Klimbim-Heilmittel“ an der Decke kann keinen, durch Fahrlässigkeit verursachten, Haushaltsunfall verhindern.

Im Moment brenne ich ja für Farben, darum möchte ich zum Schluss noch etwas Lust drauf machen: Egal ob eine Wand mit Farbe bekleidet wird, ob es farbige Tischsets, Blumensträuße oder Servietten sind – ein Schuss Farbe verwandelt gewöhnliche oder langweile Küchen in aussagekräftige, vitale Lebensräume.

Vielleicht beginnen Sie nun auch schon mit Eier färben oder anmalen. Hier zeige ich meine „Werke“ vom letzten Jahr, die ich übrigens alle verschenkt habe. Vielleicht greifen Sie die Idee in der Zeit der freien Zeit ja auf und hüllen sich und Ihre Küche in Vorfreude, herrliche Farben und phantasievolle Muster.

Eierlei … Foto © S.B.

Morgen geht es weiter mit dem vierten Teil. Der Fokus liegt dann auf dem Wohnraum. Bis morgen also und viel Spaß beim Küche sichten und aufräumen und vielleicht verschönern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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In sieben Tagen ankommen – Tag 2 – Der Eingang

Heute setzen wir unsere Reise fort, doch bevor wir ins geheiligte Innere treten, wollen wir dem Außenraum gebührende Aufmerksamkeit schenken: Beginnen Sie darum heute mit der Schau schon dort, wo Sie in Ihre Straße einbiegen. Schauen Sie sich um, gefällt Ihnen was Sie sehen?

Eine klasse Fototapete bringt Licht und Weite in kleine Flure. Foto © Mathieu Perrier

Welche Details freuen Sie in Ihrer Nachbarschaft besonders? Gibt es blühende Bäume oder Hecken, in denen Vögel nisten? Gibt es sorgfältig gestaltete Fassaden in der Nähe oder ein originell dekoriertes Fenster? Fühlen Sie sich insgesamt wohl in Ihrer vertrauten Umgebung? Oder gibt es etwas, das Sie zum Besseren verändern können? Öffentlicher Raum ist nicht länger anonym und vielleicht können Sie etwas zur Verschönerung beitragen: Ein kleines Beet vorbereiten und Stauden pflanzen, die Insekten und Vögel lieben, ein Windspiel in einen Baum hängen oder Blumenschalen in den Hauseingang stellen.

Eine professionelle Feng Shui Beratung beginnt immer schon weit VOR dem eigentlichen Objekt, denn schließlich fällt die Lebensenenergie Qi nicht einfach nur vom Himmel. Im Idealfall wird sie achtsam zum Haus geführt und sammelt unterwegs all die Informationen, die schließlich in Ihre Räume gelangen. Qi folgt der Form, darum ist es selten egal, wenn die Wohnung zwar angenehm, das Umfeld jedoch vernachlässigt oder lieblos gestaltet ist.

Und wie steht es mit Ihrem Hauseingang? Haben Sie eine ansprechende Haustür und eine für Sie passende Fußmatte? Ist Ihr Klingelschild gut lesbar (und ästhetisch?) beschriftet, ist der Briefkasten von Aufkleberesten befreit? Wohnen Sie in einem Mehrparteienhaus, wie steht es dort mit dem Hausflur? Im Feng Shui gilt der Eingang als Mund, durch den Energie ins Innere fließt. Darum wird der Gestaltung viel Aufmerksamkeit geschenkt, denn es ist das Erste und Letzte, das Sie von Ihrem Zuhause wahrnehmen.

Sollten Ihre Nachbarn die unangenehme Gewohnheit haben, ausgelatschte Schuhe oder Müll vor ihrer Wohnungstür zu lagern, greifen Sie die nächste Gelegenheit beim Schopf und beginnen Sie ein Gespräch. Meckern schafft selten Abhilfe und meist verhärten sich die Fronten dadurch, doch ein paar wohlmeinende Worte zur „allgemeinen Lage“  können mit einem freundlicher Appell verbunden werden und wahre Wunder wirken.

Auf einen Blick – Schnellratgeber für einen einladenden Eingang

  • Achten Sie auf einen willkommen heißenden, hell beleuchteten und gut zugänglichen Flur. Es sollte immer möglich sein, die Eingangstür komplett zu öffnen. Dazu ein Tipp an alle Bauherren und Bauherrinnen: Wenn’s denn sein muss, sparen Sie lieber bei den Zimmern ein paar Quadratmeter und beschenken sich mit einem großzügig geschnittenen Eingangsbereich. Ein erster Eindruck von Enge setzt sich in alle Räume fort und kann, selbst mit einem großen Wohnzimmer, nicht rückgängig gemacht werden.
  • Ist ein Flur tatsächlich klein und eng, machen Sie aus der Not eine Tugend. Lassen Sie Ihre Phantasie spielen, und gestalten Sie mit Charme und Esprit einen Empfang, den man nicht so schnell vergißt. Die Mutigen unter Ihnen können durch gezielt eingesetzte extravagante Farbe, eine kühne Fototapete oder ein „deplaziertes“ Accessoire einen ungewöhnlichen Blickfang kreieren, der von der räumlichen Enge ablenkt und stattdessen den Geist weitet.
  • Wer es lieber klassisch mag, platziert als passenden Hingucker ein übergroßes Erinnerungsfoto (ja, das weitet einen kleinen Flur!) oder eine besondere Lampenskulptur und beschenkt sich gelegentlich mit einem frischen Strauß Blumen im Eingangsbereich.
  • Überzählige Schuhe, Jacken und Taschen schaffen keinen gebührenden Empfang. Verabschieden Sie sich vom Flurchaos und sehen Sie zu, dass Sie sich Zuhause wie eine Königin und wie ein König empfangen. Auch die Lebensenergie Qi mag solcherart Zuwendung und Sie werden sehen, dass der Flur in die anderen Räume abstrahlt. Durch diesen lohnenden Input wird sich insgesamt ein lebendigeres, großzügigeres und intensiveres Wohn-Wohlfühl-Gefühl einstellen.
  • Anregungen für die Gestaltung können Sie auch aus dem Bagua  bekommen, allerdings braucht es etwas Hintergrundwissen, um genau herauszufinden welches Element passt.

Bereiten Sie sich selbst einen herzlichen Empfang und Sie werden erleben, die Lebensenergie Qi zieht nach. Eine Feng Shui Weisheit besagt, dass man genau das bekommt, was man als Erstes sieht. Und wo, wenn nicht Zuhause, haben Sie es schließlich in der Hand, das in Ihrem Sinne zu beeinflussen?!

Heute lade ich Sie ein zu phantasieren, wie es in Ihrem idealen Flur ausschaut. Wie wäre es also, erst ein bisschen kühn „zu spinnen“ bevor der Realismus zu Wort kommt? Darum gibt’s hier nun ein paar anregende Ideen, von denen es vielleicht nicht alle bis zu Ihnen nach Hause schaffen, doch vielleicht erfreut Sie künftig die ein oder andere Prise einer Zutat beim fröhlichen nach Hause kommen?!

Ob als wandfüllende Fototapete oder als Idee für eine kraftvolle Farbzusammenstellung – Farbe bekleidet Wände. Foto © Ricardo Frantz

Ein Prisma an Licht bringt Helligkeit und Bewegung in dunkle Flure. Ob als Bild oder Lampe bleibt Ihrem Geschmack überlassen. Foto © Daniele Pelusi

Schlichtes Weiß mit farbigem Blickfang. Foto © Alesia Kazantceva

Nicht alle mögen Banksy – doch was draußen geht, geht innen schon lange! Foto © Annie Spratt

Läßt oben Raum und besticht, wenn über Eck tapeziert. Foto © Plush Design Studio

Man nehme drei Farben, die aus dem Rahmen fallen, und streiche damit Fußboden oder Decke und einen Teil der Wand. OH! Foto © Jason Leung

Hohe Decken machen’s möglich: Licht und Pflanzen als Begrüßungskomitee im Flur. Foto © Patrick Schneider

Nicht kleckern sondern klotzen – groß muss es sein, dann geht Waldbaden auch Zuhause! Foto © Studio Dokorasyn

Beruhigend und erfrischend zugleich und wo es Zuhause überhitzt zugeht, kann Wasser helfen. Foto © César Couto

Alltagsgegenstände verfremden. Ob klein oder vergrößert, an einer leeren Wand schafft das inneren und äußeren Raum. Foto © Amanda Jones

Vor vielen Jahren malte ich den schwarzen Schatten meiner Lieblingspflanze auf die Wand. Heute würde ich Farbe vorziehen. Foto © Sarah Dorweiler

Für den Lacher musste dieses noch mit 💕🦄 . Dass der Überraschungseffekt garantiert ist, zeigt das Foto von  © Charles Deluvio

Sie sehen, egal ob mit Farbe, Fototapete oder ausgefallenen Accessoires: Langweilige (Nutz-)Flure muss es nicht länger geben. Darum heute viel Spaß beim kühnen Phantasieren und dem gedanklichen Umgestalten Ihres Eingangsbereichs. Empfangen Sie sich so, wie Sie es verdienen, denn „in der Kühnheit liegt Genie, Macht und Magie“ *. Und morgen geht es weiter auf unserer Reise in das Herz jedes Grundrisses, die Küche.

* „Was immer du tun kannst oder wovon du träumst – fange es an. In der Kühnheit liegt Genie, Macht und Magie.“ Goethe – Und wann wenn nicht jetzt wollen wir damit beginnen?