Susanne Berkenkopf

Ein Zuhause ist mehr, als vier Wände und ein Dach über dem Kopf. Darum gibt es bei mir Impulse für Wohnräume, Arbeitsplätze und ein sinnerfülltes Leben. Beruflich entwerfe ich stimmige Einrichtungskonzepte und kombiniere sie mit energetischer Unterstützung für die Menschen. Meine Werkzeuge sind Feng Shui, Geomantie, chinesische Astrologie und systemische Beratung.


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Was haben „ein Jahr, ein Kleid“, Angst vor Versagen und Kalligraphie gemeinsam?

Ehrlich gesagt, an diesem Artikel „mopse“ ich schon länger.  Bis jetzt schien er mir nie rund genug zum Veröffentlichen. Doch heute lasse ich 5e gerade sein – schließlich haben Ovale einen eigenen Reiz, manchmal braucht es, auch im Feng Shui, Ecken und Kanten 😉 und vielleicht muss sich gar nicht alles beim ersten Lesen erschließen …. .

„Sei Wasser", sagte Bruce Lee. Sicher, weil Wasser immer einen Weg finden. Georgien © S.B.

„Sei Wasser“, sagte Bruce Lee. Sicher, weil Wasser immer einen Weg findet. Georgien 2017 © S.B.

„Vor einiger Zeit beschäftigte mich die Frage, wie es wohl wäre, ein Jahr lang dasselbe Kleidungsstück zu tragen. Das geschah zeitgleich mit der Beratung einer Geschäftsführerin, die vor lauter Streß kurz vor dem Zusammenbruch stand, und meinen abendlichen Experimenten mit Kalligraphie. Ich fragte mich: Wenn alles miteinander verbunden ist, in welchem Zusammenhang stehen dann diese scheinbar voneinander unabhängigen Themen?

Worum ging’s?

A – Da war zum einen die Journalistin, die ein Jahr lang dasselbe Kleid trug. Genau genommen hatte sie drei Exemplare zum Wechseln, doch äußerlich unterschieden sie sich durch nichts. Nach eigenen Angaben trug sie dieses Modell im Sommer wie im Winter, beruflich wie privat: Offizielle Empfänge, Wohnung renovieren und Safariurlaub inbegriffen.

B – Bekam ich einen Beratungsauftrag von einer Geschäftsführerin, die Impulse von außen brauchte. Vor einem Jahr hatte sie äußerst ambitioniert und mit dem Ziel, frischen Wind in das Unternehmen zu bringen, ihre neue Position angetreten. Alles fing auch gut an: Gleich zum Einstieg veranlasste sie die komplette Renoverung des Hauptsitzes und einiger Fililialen, verfaßte Memos über wertschätzendes Betriebsklima und organisierte Teamentwicklungen, um eine interne Struktur mit flachen Hierarchien und vereinfachten Abläufen zu schaffen. Doch statt des erhofften Erfolgs kündigten nach und nach wichtige Funktionsträger und sie stand ratlos vor einem Scherbenhaufen.

C- Nach einem intensiven Wochenend-Workshop im Handlettering kam ich so richtig auf den Geschmack. In meiner freien Zeit fertigte ich Postkarten und Geburtstagsgrüße in stylischer Schönschrift und fand darüber den Weg zur Kalligraphie.

In einer traumhaften Nacht vermischt sich das alles und am Morgen versuche ich, den Zusammenhang zu finden. Doch schon der Versuch, Ordnung zu schaffen, gelingt nicht gleich. Wie lassen sich die Erfahrungen zusammenfassen?

Die Vorbereitung

A – Besagte Journalistin hatte sich lange vorher viele Gedanken über die Anforderungen gemacht, die ihr Kleid erfüllen soll. Sie beauftragte eine Schneiderin und die gab, zusätzlich zum Entwurf, wertvolle Hinweise zum Material: pflegeleicht, wärmend/kühlend etc. Außerdem entwarf sie eine pfiffige Variante um den Kragen rum, so dass trotzdem immer Abwechslung möglich war. Dennoch setzt so ein Experiment Selbstkenntnis, Offenheit und Humor voraus.

B – Die Geschäftsführerin hat sich im Vorfeld ebenfalls viele Gedanken über die moderne Arbeitswelt gemacht. Betriebsklima, Wertschätzung, freundliches Ambiente sind ihr ebenso wichtig wie gute Bilanzen und eine klare Positionierung am Markt.

Doch während der Beratung wird offensichtlich, das ein enorm wichtiger Schritt ausgelassen wurde. Vor lauter Eifer hatte sie übersehen, dass das Unternehmen wie ein lebendiger Organismus funktioniert und das auch, was man nicht sieht, ganz entscheidend zum Erfolg beiträgt. Konkret erläutert sei dies am Beispiel des menschlichen Körpers: Auch wenn niemand die Leber sieht, für das Wohlbefinden hat sie eine entscheidende Aufgabe.

C – Auch bei Handlettering und Kalligraphie ist Vorbereitung alles. Die Hand muss sich einschreiben, schön warm und locker werden. Papier, Stifte, Pinsel, Tusche sollten griffbereit liegen. Die Atmosphäre der Konzentration wird langsam aufgebaut – im Zen würde man wohl sagen: erst wenn ich Papier und Pinsel ZUGLEICH BIN, kann’s wirklich losgehen.

Selbsterkenntnis

A – Die Journalistin wollte sich besser kennen lernen und sich mittels Selbstversuch beantworten, was sie im Leben wirklich braucht. Wird sie es eher erlösend oder belastend empfinden, über ganz Alltägliches nicht dauernd nachdenken zu müssen? Wie kreativ wird sie sein? Wie wird es ihr gelingen, mit Spott oder Unverständnis der Anderen und mit eigenen Launen umzugehen? Wird sie durchhalten?

B – Herauszufinden, wo im Unternehmen Herz und Leber sitzen, bevor richtungsweisende Entscheidungen getroffen werden, ist keine Zeitverschwendung. Die Ursachenforschung während der Beratung brachte immense Selbstzweifel und Unsicherheit ans Licht: „Was, wenn ich scheitere?“, lag unbewusst vielen getroffenen Entscheidungen zu Grunde. Statt bei Antritt neue Direktiven zu erlassen, bestehende Teams neu zusammen zu setzen und Entlassungen zu veranlassen wäre es hilfreicher gewesen, den üblichen „100 Tage Kredit“ zu nutzen und „den Organismus“ Unternehmen kennenzulernen.

C – Relativ früh an „Leistung bringen“ gewöhnt, war für mich die Herangehensweise dieser Schreibart eine neue Erfahrung: spielerisch das Papier nur mit den Fingersspitzen fühlen, Stifte ausprobieren, einfach aufwärts oder abwärts Striche zu ziehen oder Lieblingsbuchstaben variieren – alles, um die Eigenarten des Materials kennenzulernen und dabei meine Hand aufzuwärmen. Statt – wie üblich – gleich effizient mit Ergebnissen aufwarten zu wollen, habe ich erstmal  nur gespielt. Das brachte die erforderliche Lockerheit für den entscheidenden Schritt:

Finale: Konzentriertes Handeln

A – Das Kleid wurde nach Entwürfen geschneidert und die Journalistin hat es durchgehalten. Trug ein Jahr lang dasselbe Kleid. Hat den „Lappen“ zwischendurch verflucht und währenddessen die Reaktion der Umwelt erforscht: „Hast Du nichts anderes anzuziehen?!“ Ihre Erkenntnis: die scheinbare Freiheit, tragen zu können was man / frau will, basiert dennoch auf der gesellschaftlichen Forderung nach ständiger Veränderung (= mit der Mode gehen). Doch hatte sie nach diesem Jahr einen Grad an Autonomie erreicht, der ihr nur durch persönliche Beschränkung und Kreativität möglich war.

B – Flache Hierarchie bleiben leere Wörter, wenn keine Konsequenzen folgen. In diesem Fall lautete das Zauberwort: Vertrauensvorschuss. Denn wo zwischenmenschliche Kontakte beschädigt sind braucht es oft lange, sie wieder zu flicken. Bei der Geschäftsführerin führte die unbewußte Sorge, ob sie die Position ausfüllen kann, zu übermäßger Kontrolle – ganz das Gegenteil einer flachen Hierarchie.

Hier half ein Schritt zurück und erstmal so tun „als ob … “ alles auch ohne sie gut läuft. In einem offenen Gespräch mit den Mitarbeiter-innen gestand die neue Geschäftsführerin den Grund für ihren Übereifer und zeigte sich bereit, nun einen Vertrauensvorschuss zu geben. Das kam gut an und die Belegschaft war wiederum bereit, ihr eine zweite Chance zu gewähren. Währenddessen arbeiteten wir mit Hilfe von Aufstellungen an ihren Ängsten, nutzten Methoden des Feng Shui um nachträgliche Raumoptimierungen zu machen und mit Ruhe und Bedacht erstellte sie neue Ist-Soll Analysen, die auf Beobachtung von „Leber, Herz und Lunge“ der Firma basierten.

C – Beim Handlettering ist es wichtig, nicht nachzulassen: Der letzte Buchstabe gehört ebenso sorgfältig geschrieben, wie der erste. Eine Kalligraphie wird oft in Sekunden erstellt, doch diese Sekunden sind gebündelte Konzentration: Was zählt ist dieser Moment. Und den kann ich nur ausfüllen, wenn ich darauf vorbereitet bin. Was so lässig ausschaut, ist in Wahrheit die Essenz des Ganzen. Vieles bleibt dabei unsichtbar: die verhauenen Entwürfe, die Lockerungsübungen und das umgeworfene Tuschefass. Doch jetzt sehe ich: Das Perfekte ist nur deshalb gelungen, weil es alles enthält – auch die fruchtlosen Versuche sind Trittsteine auf dem Weg zum Ganzen.“

 

 

 

 

 


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Gewinnspiel Auflösung

Das hat Spaß gemacht! Ich freue mich über die rege Teilnahme und sage Danke für’s Mitmachen. Die Resonanz ist jedoch so überschaubar geblieben, dass ich spontan beschlossen habe, allen die mitgemacht haben, meine Zeit und mein Wissen zur Verfügung zu stellen.

Wer das Kontaktformular benutzt hat, bekommt eine Antwort per Mail, und Euch zwei, die ihr die Kommentarfunktion genutzt habt schalte ich erst jetzt frei, damit es nicht zu einfach wurde :-).

Und hier die Auflösung – einfach zur Freude am Schauen und träumen. Wohin ich reise steht allerdings noch in den Sternen …

Mit der Auflösung gleich noch einige Bemerkungen zu den Türen aus Feng Shui Sicht:

Portugal © diego-garcia

Eingang am Abhang: Aus Feng Shui Sicht wäre es ratsam, einen „Qi-Fänger“ links vor die Tür zu stellen. Zum Beispiel einen größeren Pflanztopf, um die herab sausende Energie zu bremsen und in den Eingang zu lenken.

 

Mongolei © patrick-schneider

Eingang im „Nirgendwo“: Hier wird peinlichst auf die Windrichtung geachtet, sowohl, dass der kalte Wind nicht in Tür bläst, als auch, das keine Hebelwirkung entsteht, die das Zelt entwurzelt. Nomaden kennen sich hervorragend damit aus, ihre Jurten sicher auszurichten.

 

USA © cara-fuller

Eingang zum Wald: Günstig, wenn vor der Tür ein Fleckchen bleibt, an dem Energie sich sammeln kann. Im Feng Shui wird das als Ming Tang bezeichnet und kennzeichnet den Platz des Phönix. Symbolisch ist damit die „freie Landebahn“ gemeint und genügend Aussicht, um künftige Entwicklungen im Auge zu haben.

 

Norwegen © cem-sagisman

Eingang nah am Wasser: Hier ist das Wasser seitlich und das Haus neigt sich dem entgegen. Im Feng Shui liegt dort die Tigerseite, die das weibliche Prinzip verkörpert. Wer hier wohnt sollte achtsam sein, dass weibliche Anteile nicht „ins Schwimmen“ kommen oder wegfließen. Konkret: Partnerschaft läuft Gefahr, dass die Frau nicht bleibt oder in Gedanken immer woanders ist.

 

Osterinseln © julian-gentilezza

Zelteingang: Siehe Mongolei. In jedem Fall darauf achten, worauf beim Öffnen der erste Blick fällt. Denn: what you see is what you get!

 

Nepal © fancycrave

Eingang in Asien: Früher wurden Eingänge bewusst niedrig gehalten, so dass Eintretende sich bücken mussten. Das symbolisierte zum einen angemessene Demut, zum anderen wurde die äußere, feinstoffliche Hülle abgestreift, so dass keine unguten Energien mit ins Innere gelangen konnten.

 

Tibet © yuriy-rzhemovskiy

Eingang mit Augen: Im Feng Shui kennzeichnen Fenster die Augen, Türen den Mund. Dieses Haus hat ein lebendiges, offenes, ja staunendes Gesicht. Sehr interessant für vitale Lebensenergie, das Innere zu erkunden und Segen ins Haus zu bringen.

 

Afrika © orlova-maria

Türen als Durchgang: Interessante Perspektive, die jedoch durch geschickte Bauart keinen Energiedurchzug erlaubt. Selbst der Teppichläufer, etwas versetzt zum weiterführenden Rundbogen, führt nicht in gerader Linie und gestattet, innezuhalten.

 

Mexiko © yohann-mourre

Türen, die irreführen: Sagen erzählen, dass eingeweihte Baumeister aus Atlantis kommen und vom Ort angeregte Bauwerke und Tempelanlagen schufen, mit denen menschliche Zellen in Resonanz gehen: um sich als Teil des Ganzen zu erfahren, Lebens-Aufgaben zu erkennen, Visionen zu empfangen oder sich in andere Dimensionen und Welten zu begeben. Irrwege helfen dabei, den Verstand zu verwirren, damit der Geist klar wird. Paradoxe Intervention des Altertums.

 

Griechenland © tamara-budai

Farbige Türen: Einzigartig ist das Spiel des Lichts in Griechenland. Die Kombination aus reinem Weiß und Blau in allen Varianten öffnet besondere Dimensionen: Innere Räume werden weit und der Geist glasklar. Das ist einzigartig und nicht kopierbar, wer es erleben will, muss dorthin reisen.


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Schutz, Durchgang und ein Gewinnspiel – Heute geht’s um Türen

Wer mich schon länger liest erinnert vielleicht, dass ich letzten April täglich einen inspirierenden Beitrag veröffentlichte. Nun ist wieder April und ich feiere als Selbständige die 10! Als Dank für tolle, erfahrungsreiche, intensive Jahre und für das Vertrauen, das mir entgegen gebracht wird, möchte ich heute jemand eine Freude machen. Dafür habe ich mir ein Gewinnspiel ausgedacht.

Nachdem ich in der Früh von Reisen in die Fremde träumte, forsche ich im Netz nach Türen, die in Länder führen, die ich noch besuchen möchte. Türen faszinieren mich schon ewig und im Feng Shui wird generell auf die Haustür geschaut. Sie gilt als Visitenkarte und läßt erkennen, welcher Art die Lebensenergie Qi ist, die durch sie ins Haus gelangt. Der erste Blick gilt immer und so wirkt ein Eingang einladend, phantasievoll, pragmatisch, vernachlässigt oder abweisend.

Heute gibt’s – meinem Fernweh sei gedankt – 10 Türen aus 10 Ländern. Wer mir sieben Länder nennen kann, in die diese Türen führen, bekommt eine 30 minütige telefonische Beratung, natürlich kostenlos. Das kann eine Grundrissberatung mit Feng Shui Tipps sein, eine systemische Beratung zu einem aktuellen Lebensthema oder eine Mini Beratung chinesische Astrologie mit Tipps für Do’s and Dont’s. Lust mitzumachen?

Derweil geh ich spazieren, schaue mir Türen in der Umgebung an und träume mich in die nächste Reise. Durch eine der 10 Türen möchte ich dieses Jahr gern gehen …

Tür Nummer 1

Tür Nummer 2

Tür Nummer 3

Tür Nummer 4

Tür Nummer 5

Tür Nummer 6

Tür Nummer 7

Tür Nummer 8

Tür Nummer 9

Tür Nummer 10

Wer es gern privat möchte, nutzt das Kontaktformular mir zu schreiben. Es braucht dabei keine 1:1 Zuordnung zu den Fotos, die Aufzählung der sieben Länder genügt. Sobald ein Gewinner oder eine Gewinnerin feststeht wird die Auflösung veröffentlicht.

Und sie waren schon da, wo ich noch hin will 🙂 : Dank für die Fotos © [1] diego-garcia [2] patrick-schneider [3] cara-fuller [4] cem-sagisman [5] ulian-gentilezza [6] fancycrave [7] yuriy-rzhemovskiy [8] orlova-maria [9] yohann-mourre [10] tamara-budai!


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Das Geheimnis des Zwischenraums

Was bestimmt eigentlich die Atmosphäre in einem Raum? Ist es der Einrichtungsstil, sind es die Möbel, die Farben oder besondere Accessoires?

Ich schaue mir Einrichtungszeitschriften an, Werbung, die Räume meiner Klienten und frage mich,  wodurch die Dinge im Raum zur Geltung kommen.

Das Geheimnis ist der Zwischenraum. Er gibt allem Gelegenheit, sich zu entfalten. Dinge, Töne, Kleidung, Erlebnisse, Ambiente: Erst im Zwischenraum zeigt sich das Wesen des Ganzen.

Auch die Dämmerung ist ein Zwischenraum, ist Vermittlerin zwischen Nacht und Tag. Sie ist es, die die Polarität aufhebt und zwischen den Gegensätzen vermittelt.

„Das Sichtbare … gibt dem Werk die Form. Das Unsichtbare … gibt ihm Wesen und Sinn“, sagt Lao Tse.

Alles braucht Raum, sich zu entfalten. Das Sichtbare braucht das Unsichtbare, das Unsichtbare das Sichtbare. Und wo liegt nun das Geheimnis – im Sichtbaren oder im Unsichtbaren? Antwort gibt auch hier der Zwischenraum.


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Warum, warum, warum? Drei Antworten auf Feng Shui Behauptungen

Gestern las ich einen interessanten Artikel über den Unterschied zwischen Behauptung und Begründung. Eines der Felder, die mir dabei sofort einfielen, ist das Feng Shui.

In vielen Abhandlungen über Haus und Hof reiht sich These an These, doch Begründungen für Aussagen und Empfehlungen werden selten geliefert. Dass das eher Furcht auslöst als in die Eigenmacht zu führen, ist nur verständlich. Die drei folgenden Beispiele mögen das verdeutlichen.

Nicht nur die Farbe, auch die erhöhte Schwelle hat in China Bedeutung. © Susanne Berkenkopf

Eine Eingangstür sollte niemals im Nordosten liegen.

Warum?

Der Nordosten gilt im Feng Shui als eines der sogenannten Ghost Gates, das heißt wir haben gelernt, dass hierüber „Geisterenergie“ ins Haus gelangt. Gehen wir davon aus, dass die Lehre mindestens 3.000 Jahre alt ist und die unsichtbare Welt damals nur mit Hilfe der Schamanen befriedet werden konnte, ein durchaus verständliches Tabu.

Heute gibt es jedoch viele Menschen, die sich ihrer spirituellen Seite zuwenden, und hilfreiches Wissen für ihr tägliches Leben darüber beziehen. Immer mehr entwickeln wir uns in die Eigenverantwortung und Selbstermächtigung, sprechen direkt mit Gott, unseren Ahnen oder werfen Orakel, die wir uns alleine deuten.

Eine Eingangstür im Nordosten kann also darauf hinweisen, dass Menschen bereit sind

  • sich ihrer spirituellen Seite zuzuwenden
  • sich der Zwischenräume sichtbarer – unsichtbarer Sphären gewahr zu werden
  • sich ihren Schattenanteilen zuzuwenden, um sie zu integrieren.

Interpretationen, die eine Tür im Nordosten per se mit Angst belegen, festigen das Tabu alter Zeit, statt die Bewohner hilfreich über die Schwelle zu führen.

Wenn sich ein Haus nicht verkauft, tun Sie folgendes …

„… legen Sie ein Stück Metall, etwas Gartenerde und ein Stück Holzfussleiste in einen roten Umschlag und werfen Sie das in ein fließendes Gewässer …“ (gelesen in dem Buch: Feng Shui von Gil Hale)

Warum?

Da muss ich selber passen, keine Ahnung!

Für Immobilien, die sich nicht verkaufen lassen, muss man schon etwas tiefer in die „Trickkiste“ greifen. Auf energetischer Ebene gibt es entweder eine sehr enge Verbindung zu einem der Besitzenden, es gibt unerlöste Themen, die mit dem Eigentum in Resonanz stehen oder eine unbewusste Absicht, die den Verkauf – und damit das Neue – blockiert.

In meiner Ausbildung und in Beratungen haben wir dieses Vorkommnis intensiv erforscht und Lösungen sind dabei immer ganz individell. Einen Hinweis wie oben finde ich albern und unseriös. In tiefster Essenz ist auch Feng Shui ein Handwerk – doch Sie wissen ja, gute Handwerker sind Gold wert!

Singles, die sich einen Partner wünschen, sollten niemals in einem Einzelbett schlafen.

Warum?

Der dahinter steckende Gedanke geht davon aus, dass symbolisch gar kein Platz für einen neue Partnerschaft ist und sich somit auch niemand findet.

In Beratungen habe ich oft gesehen, dass Menschen allein in Doppelbetten der Größe 2 x 90 cm schlafen, um ja genügend Symbolkraft auszusenden. Was passiert ist, dass sie abends mit traurigem Blick und dem Gefühl der Leere ins Bett steigen und morgens mit genau dem Gefühl und dem Blick auf das kalte, unberührte Bett aufwachen. Sehnsucht, Trauer, Mangel breiten sich aus.

Zudem ist heute längst nicht mehr üblich, dass Paare ein Schlafzimmer teilen. Manche Menschen finden es gesünder – für das Selbst und die Partnerschaft – in getrennten Zimmern zu schlafen. Und darum vielleicht genau das Mittel, das Lust macht, sich wieder zu nähern, intime Gespräche und Nähe zu suchen, die durch Gewohnheit und Gewöhnung längst erloschen sind.

Für eine neue Partnerschaft ist die innere Bereitschaft mindestens so wichtig, wie die Symbole nach außen. Wer aus sich selbst in das Gefühl der Fülle gelangt und sie lebt, ist ein attraktiver Mensch, dessen Nähe von anderen gesucht und genossen wird. Und dann gibt es plötzlich 90 cm mehr Platz im Raum, mehr Offenheit und die Möglichkeit, sich mit sich selbst zu versöhnen und sich genug zu sein. Abends eine Runde Dankbarkeit auf einem schönen Teppich vor dem Bett und morgens nach dem Aufwachen in den Tag tanzen – wer kann solcher Ausstrahlung schon widerstehen?!

Ich würde mich sehr freuen, wenn meine Ausführung Ihr begründetes Interesse fand und ein Funken Begeisterung beim Lesen mitschwang!

Das Buch kenne ich zwar nicht, doch der Titel passt so schön. Danke © Alisa Anton

 

 


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oje, Chaos …

Woran auch immer es liegen mag …  mein Administrator sagt, das automatische Update lief schief und Kosmologen kennen die Tücken des rückläufigen Merkur, der gern Chaos in technische Programme der Kommunikation bringt … jedenfalls ist meine Webseite total verstümmelt. Keine Fotos mehr, kein zusammenhängender Text, sichtbare Programmierkürzel … eben alles, wie es nicht sein soll. Nichts funktioniert, auch nicht die Anmeldung zum Newsletter oder das Kontaktformular.

Oje. Ich kann nichts tun. Nur Ruhe bewahren, atmen und vertrauen, dass es bald wieder in Ordnung kommt. Ich weiß: Nur mit diesem Gefühl tiefer Ruhe kann eine solche Steinskulptur entstehen. Danke © Bekir Dönmez für das Sichtbarmachen der inneren Haltung, die das Leben gerade von mir verlangt …


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Was macht das Nashorn im Wohnzimmer?

Fototapeten sind „in“ und die Auswahl unterschiedlichster Designs läßt keine Wünsche offen. Dennoch gibt es einige Fallstricke, die schon beim Aussuchen vermieden werden können – einfach, damit es nach dem Bekleben kein blödes Erwachen gibt. Darum heute ein kurzer Einschub zur Erinnerung: Noch schwimmt 80% des Eisbergs unter Wasser und ähnlich krass ist das Verhältnis zwischen Bewusstem und Unbewusstem. Bei der Raumgestaltung ist das ein erheblicher Faktor für’s Wohlfühlen.

© Glen Carrie hat sich ganz nah rangewagt – Danke für das wundervolle Wesen!

Sehr beliebt sind „Durchbrüche“, auf denen zum Beispiel ein Bus durch die Mauer rast. Doch wer an einer Hauptverkehrsstrasse wohnt, verzichtet besser auf ein solches Motiv. Auch ins Kinderzimmer gehören eher Abbildungen, die sowohl das Bedürfnis nach Rückzug und Schutz, als auch wachsen und aktiv-sein ausgewogen vereinbaren. Alle Eindrücke, die Gefahr symbolisieren, können ein notwendiges Geborgenheitsgefühl untergraben.

Auch Urlaubserinnerungen sind sehr beliebt. Wer in Venedig am Markusplatz genussvoll Cappuccino schlürfte, möchte auf das italienische Flair vielleicht nicht verzichten. Doch ob man Küche oder Wohnzimmer dauernd mit all den fremden Menschen teilen oder von visueller Feuchtigkeit umgeben sein möchte, gilt es besser im Vorfeld zu bedenken. Schnell können großformatige Motive die Atmosphäre von beschaulich-gemütlich in unruhig-turbulent oder feucht-kalt verwandeln.

Ich geb’s zu, auch Safari Motive haben ihren Reiz. Doch ob das an der Wassertränke beobachtete Großwild wirklich ins Schlafzimmer gehört, bleibt zu prüfen. Was am Bildschirm des PC als cooler Gag erscheint, mag sich ins Gegenteil verkehren, wenn der gesunde Schlaf ausbleibt, weil Nashorn oder Löwe jegliche Entspannung im Bett verhindern.

In diesem Sinne, fröhliches stöbern und angemessene Umsicht bei der Motivwahl 🙂

Joshua Stannard © war in Venedig und teilt diese Erinnerung.