Susanne Berkenkopf

Feng Shui • Beratung • Inspiration


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Wer ständig außer sich ist …

Neulich hörte ich diese Geschichte: In einem Mehrparteienhaus lebt ein Mann, der ständig ausrastet. Über jede Kleinigkeit rege er sich auf und gerät darüber in heftige Streitereien mit seinen Nachbarn. Selbst Sachen die ihn gar nichts angingen mache er zu seinem Thema. Damit geht er allen gehörig auf den Geist und eine ratlose Beteiligte fragt mich: „Wieso ist der bloß dauernd so außer sich?“

Ohne Mitte geht es nicht. Danke für das tolle Foto, Laurent Naville.

Auf Nachfragen erfahre ich, dass seine Wohnung im Obergeschoß vormals aus zwei Wohnungen bestand, die vor Jahren zu einer zusammengelegt wurden. Damit es in der neuen Situation nur noch eine Eingangstür gibt, wurde eine geschlossen. Und zwar die im Nordwesten. Das Treppenhaus liegt nun genau in der Mitte. Das heißt, die Wohnung läuft wie ein äußerer Ring um die Mitte, die nicht zur Wohnung gehört.

Da  äußere Umstände – und die Wohnsituation ist immer ein wirkungsvoller äußerer „Umstand“ – auf Wahrnehmung und Gemütslage wirken, findet sich aus Feng Shui Sicht eine relativ einfache Erklärung

  • Jede Mitte symbolisiert den Mittelpunkt der Welt. Sie steht in engem Kontakt zur inneren Mitte des Menschen und über diesen „Nabel der Welt“ verbinden sich Mensch, Erde und Kosmos. Dies ist der wahre Sitz der Kraft. Die Mitte des Raumes bzw. Grundrisses steht in direkter Verbindung zu diesem „Sitz der Kraft“. Fehlt sie in einem Zuhause, dann fehlt ein entscheidender „Kraftort“ und der Mensch kann sich nicht mit dem Größeren verbinden. Dies geschieht zwar meistens unbewußt, doch längst wissen wir ja um den Einfluss des Unbewussten auf jegliches Fühlen und Handeln.
  • Der Nordwesten steht in der Lehre des Feng Shui in Innenräumen mit dem Mann des Hauses in Verbindung. Wurde, wie oben geschildert, die Tür dahin geschlossen, könnte man sagen, dass dem Mann der Zugang zu sich selbst fehlt.
  • Mich hat dann noch die Frage beschäftigt: Wohin geht jemand, der „außer sich“ ist? Wo ist er dann? Nach meiner Ansicht bleibt diesem Mann quasi nichts anderes übrig, als „außer sich“ einen Punkt zu finden, an dem er „zu sich kommen“ und sich spüren kann. Dazu nutzt er die Menschen, mit denen er im Streit liegt. Denn Streit bedeutet Reibungsenergie und die erzeugt wallendes Blut, Feuer und Glut. Das ist sein Umweg, sich seiner selbst zu vergewissern.

Was könnten wir mit Feng Shui tun? Schwierig, ehrlich. Ohne echte Mitte im Raum kann nur etwas konstruiert werden. Wenn ein Umzug nicht in Frage kommt würde ich, außer ein paar Gestaltungstricks drinnen, zusammen mit dem Betroffenen außerhalb der Wohnung einen Ort finden, an dem er immer wieder zu sich kommen und seine Mitte spüren kann. Und, ohne die konkreten Gegebenheiten zu kennen, würde ich dennoch raten, die Tür im Nordwesten wieder zu öffnen und statt dessen die andere zu schließen. Dies könnte ihm einen direkteren Zugang zu sich selbst eröffnen.

Was fällt Ihnen „da draußen“ so auf? Immer her mit Anregungen oder Fragen, ich denk gern mit.

 


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Hilft Feng Shui auch bei Stress?

Stress gilt mittlerweile als Volkskrankheit. Laut Duden handelt es sich bei Stress um erhöhte physische oder psychische Belastung. Die Ursachen dafür können vielfältig sein:

  • Zuviele Termine, Zeitdruck, Anforderungen, denen man sich nicht gewachsen fühlt
  • Druck, weil man es allen recht machen will
  • zuviel Verantwortung, unübersichtliche Situationen
  • fehlende Anerkennung, Kritik, Drang nach Perfektion
  • und mangelnde Gelegenheit, Körper und Geist zu entspannen.

Zeit, innezuhalten. Danke für das tolle Foto, Manja Benic!

Letzte Woche meldete sich der Geschäftsführer einer großen Unternehmensberatung bei mir. Als wir nach einem freien Termin für die Beratung schauten, schleuste ihn sein Kalender Richtung Mitte Dezember. Da hätte also erst viel Wasser den Main hinunter fließen müssen, bevor ihm ein freies Zeitfenster ein Treffen gestattet hätte. Doch wer gewohnt ist, weitreichende Entscheidungen zu treffen, kann auch Prioritäten setzen. Unser Treffen war ihm wichtig, und in 10 Tagen ist es soweit.

Nicht immer ist es so krass mit der Zeit, doch Hand aufs Herz: Wer nimmt genug „Auszeiten“, um wieder ganz bei sich anzukommen? Wem gelingt es trotz freier Zeit nicht, zu entspannen? Wer trägt nachts Beißschienen, weil der Zahnschmelz sonst durch nächtliche Beissorgien beschädigt wird? Wer erwacht mit Kiefer-oder Kopfschmerzen, fühlt sich schon morgens überfordert? Ausgelaugt? Wer fühlt sich nur noch wohl, wenn es keine freien Zeiten im Kalender gibt?

Feng Shui ist für mich auch ein Synonym für Lebensart. Wer im eigenen Leben wieder selbst Regie führen will, ist bei mir genau richtig.

„Ich erforsche nach der Beratung mein Selbstgefühl,“ reflektiert Kai B., dessen Beratung schon ein Weilchen zurück liegt und der mir dieses Feedback schrieb. „Selbstbewußtsein blieb bei mir immer im Kopf haften. Jetzt taste ich mich ran, Beschreibungen wie „gut – schlecht“ tatsächlich zu fühlen und erweitere mein inneres Vokabular. Ich fühle jetzt, wie es ist, angeregt, aufgeregt, wütend, inspiriert, ermattet, entspannt, ärgerlich oder wertschätzend zu sein. Vorher hatte ich nur „gut“ oder „schlecht“ als Begriffspaar und durch das angenommene Dogma, positiv denken zu müssen, konnte ich nie äußern, was es war, wenn es mir schlecht ging. Da hat sich eine Menge geändert und meine Wahrnehmung auch von Nuancen wird immer feiner!“

Was haben wir in seinem Umfeld getan? Natürlich gilt zuerst der Blick dem Ganzen. Grundstück und Grundriss – sei es Wohnung, Haus oder Firmensitz – geben immer erste, wichtige Informationen. Unternehmer-innen und Geschäftsleute erhalten aus den Himmelsrichtungen Süden und Nordwesten wertvolle Unterstützung. Darum als erstes hier Bestandsaufnahme und herausfinden, von wo Blockaden wirken und wie sie beseitigt oder gewandelt werden können. Denn erfahrene Beraterinnen kennen sich auch mit dem sogenannten Sat-Qi, also der aggressiven Variante von Qi, aus und wissen, wie es in förderliche Energie gewandelt werden kann.

Das ist wie mit dem Feuer: Ein Funken wärmt nicht, bei zuviel gibt’s komplette Zerstörung. Nur wer es bändigen und das richtige Maß herstellt kann es nutzen sich zu wärmen, und eine köstliche Mahlzeit zu bereiten.


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Für Boris Becker

Seit vielen Jahren nehme ich (aus der Ferne) Anteil am Lebensverlauf von Boris Becker. Auch wenn das meiste über ihn nur durch die Medien bekannt wird, eine schicksalhafte Tendenz ist erkennbar. Schade, denke ich, hätte das Leben uns beizeiten zusammengeführt wäre ich in meinem Methodenkoffer garantiert fündig geworden, und einiges hätte umsichtiger entschieden werden und glimpflicher verlaufen können.

  

Zum Beispiel mit Hilfe des kleinen GeeBaSets. Es gibt ja im Feng Shui viele Methoden, etwas zu berechnen und GeeBa ist eine davon. Es wird vorwiegend in kurz bewohnten Räumen benutzt, die man wie Hotelzimmer oder möblierte Apartments schlecht umräumen kann. Mit Hilfe des GeeBa läßt sich schnell herausfinden, wo im Raum die persönlich günstigen Plätze sind, um Wichtiges zu erledigen. Erfolgreiche Verhandlungsgespräche führen zum Beispiel, telefonieren mit der Liebsten, zur Ruhe kommen oder um eine Entscheidung zu treffen, und jemand zu feuern. Wichtige Sachen eben.

Also habe ich die GeeBa Methode aus dem Kopf in die Materie gebracht. Alles Einzelanfertigungen vor allem für Vielreisende. Die meisten sind durch häufige Orts- und Luftveränderung eh stark gefordert und brauchen jede Form der Unterstützung, weshalb sie es – O-Ton: – „liebend gern bei sich haben.“ Eins habe ich damals aus einer Laune heraus für Boris Becker angefertigt und es heute beim Aufräumen wieder gefunden. Und da es angeblich nur sieben Kontakte braucht, um Verbindung zu jedem Menschen auf der ganzen Welt herzustellen, probiere ich jetzt einfach diesen Weg.

Vielleicht kennt jemand meiner Leser-innen jemand, der jemand kennt , der jemanden kennt … .  Dann erzählen Sie doch gern von meinem kleinen Geschenk, das noch immer auf ihn wartet.

 


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Interior Styling mit den 5 Elementen

Oft erwähne ich die 5 Elemente in meinen Artikeln. Wer sich fragt, wie das „übersetzt“ in der Raumsprache aussehen kann, findet hier Anregungen in beispielhaft gestalteten Räumen. Nicht immer geht es beim Feng Shui Styling nur um schöner wohnen – doch wenn das dabei raus kommt, ist ja auch viel gewonnen ❤

Das Element Holz

ist gekennzeichnet durch die Farbe grün und hochaufstrebende Möbel, Lampen oder Pflanzen. Holz repräsentiert Wachstum, Dynamik und Erfindungsreichtum im Elementekreis.

Zum Element Feuer

gehört die Farbe rot sowie alles prunk- und prachtvolle. Ein vom Element Feuer dominierter Raum kann pompös oder überladen wirken, ein besonderes Kennzeichen ist sein warmer Charme. Und mit der Zeit ändern sich kulturelle Vorlieben, die wir im Raum wieder finden.

Das Element Erde

mag es stabil und – erdig. Die Farbe Gelb und Brauntöne in jeder Coleur, rechteckige oder quadratische Möbel (auch in Holzoptik) kennzeichnen das, was uns heute oft fehlt: Den festen Boden unter den Füßen. Sich „einfach“ wohlfühlen, Ballast fallen lassen und sein dürfen – das erlauben erdig dominierte Räume.

Das Element Metall

ist materialisierter Ausdruck von Klarheit. Schlicht, dabei elegant. Klares Motto in weiß, silber, gold oder kupfer: Weniger ist mehr. Metall liebt die Essenz, deshalb wird in diesem Ambiente gern auf jede Art Schnick-Schnack verzichtet.

Das Element Wasser

symbolisiert per se die Bewegung. Fließende Formen, viel Glas, Spiegel, weiche Stoffe und alle Farben Blau kennzeichnen das Wasserelement.

Selten gibt es Räume, die ausschließlich einem Element zuzuordnen sind, meist herrscht ein Mix, in dem jedoch ein Element klar dominiert. Das kann zu einem Gefühl von Unausgeglichenheit, Lähmung oder Überforderung führen. Fehlt der Ausgleich, fühlt man sich unwohl.

Einseitig eingerichtete Räume resultieren meist aus dem Versuch, eine individuelle Veranlagung auszugleichen und über den Raum für Ausgewogenheit zu sorgen. Da das nicht unbedingt dem entspricht, was der Raum braucht, schleicht sich Unbehagen ein.

Nicht selten ist das dann Anlass für wiederkehrenden Streit, vor allem wenn mehrere Menschen zusammen leben: Dann findet’s der eine zu voll gestellt oder immer unordentlich, einem anderen ist’s zu nüchtern oder jemand friert immer, weil das Zimmer scheinbar trotz Heizung einfach nicht warm wird. Hier läge ein offensichtlicher Beratungsauftrag vor:

Herausfinden, was braucht der Mensch und was braucht der Raum. Dann beide nach Bedarf stärken. So entstehen Räume, in denen sich alle wohlfühlen, die hier zu Hause sind.  Auch wer täglich viele Stunden Lebenszeit an dem Ort verbringt, an dem er und sie ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellt, hat ein Recht darauf, es schön zu haben.

 


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Wenn Qi die Treppe runterfällt, ist das sehr ungünstig

  • „Gehen Sie unbedingt durch den Keller ins Haus. Andernfalls fällt das Qi die Treppe runter, und das ist sehr ungünstig.“
  • „Sie haben mit Erkern gebaut? Also das finde ich unverantwortlich!“
  • „In jedem Raum muss die Partnerschaftsecke aktiviert werden, sonst finden Sie Ihren Traummann nie.“
  • „Oh, das Badezimmer ist im Südosten – na, da können Sie sich schon jetzt auf enormen Geldverlust einstellen.“
  • „Der Eingang im Nordosten – au weia!“

Danke für das schöne Foto © Jason Briscoe

Oh ja, so und ähnlich klingen Äußerungen, die unter der Überschrift Feng Shui gemacht werden. Klingt gräßlich, oder? Während ich das schreibe sitze ich kopfschüttelnd am Tisch. Was für ein Mist, denke ich, was für eine Ver .. schung! Ich bin echt sauer.

Darum muss ich das noch einmal sagen: Feng Shui ist eine Methode, um Menschen zu verstehen. Ihre Beweggründe, Absichten und inneren Wegweiser, die sich im Tun äußern, verstehen. Um dann mittels Gestaltung und Akupunktur im umgebenden Raum soweit möglich in die gewünschte Richtung zu lenken. Doch erst kommt das Verstehen, und das braucht Empathie.

Ich bin ganz ehrlich: ich hatte schon Beratungen, da hat mir das Schicksal der Menschen mit denen ich es zu tun hatte, Angst gemacht. Doch das waren meine Ängste und meine Projektionen, meine nicht bearbeiteten Schatten, die durch die Arbeit ins Bewußtsein kamen. Meine ersten Reaktionen waren – ich geb’s zu – Ablehnung, dann Überheblichkeit. Das hinter diesen emotionalen Reflexen meine eigenen Ängste warteten und das Bedürfnis, mich zu schützen, das habe ich erst verstanden, als ich mit der systemischen Aufstellungsarbeit begann.

Auch wenn China das Land der Kollektive ist und das Individuelle lange keinen Platz in der Gesellschaftsform hatte, die alten Feng Shui Meister und Meisterinnen schauten zuerst in das Geburtshoroskop, um heraus zu finden, welches mögliche Schicksal einen Menschen auf der Erde erwartet und welche Anlagen da sind, es zu meistern.

Mit diesem Wissen wird die gewählte Umgebung entsprechend hergerichtet, um die Bedinungen zu schaffen, damit der Mensch in seine Kraft kommt, in seiner Kraft bleibt und seine wahre Größe erreicht. Und, dass er / dass sie das auch annehmen kann.

Beispiel: Wenn ein(e) Selbständige(r) ein Büro bezieht in dem die Himmelsrichtung Nordwesten fehlt, ist das ein starkes (unbewußtes) Statement: Denn der Nordwesten repräsentiert Führungskraft, Strategie, Durchsetzungsvermögen, hilfreiche Menschen und Mentoren. Alles, was ein gut laufendes Business braucht.

Ein Blick in das Geburtshoroskop wird helfen, den Grund dafür zu verstehen. Erst auf dieser Basis kann echte Beratung geschehen, weil ganz ohne Dogmen („das ist gut oder schlecht“) ein Weg sichtbar wird, um die Balance herzustellen und etwas ins Leben zu integrieren, was unbewußt nicht möglich war.

Natürlich lassen sich durch Feng Shui verallgemeinernde Aussagen treffen über

  • das, was (in der Regel) in Sackgassen geschieht und was nicht
  • Lebensthemen die drängend werden, je nachdem ob man links oder rechts in einer Doppelhaushälfte lebt
  • mögliche Konsequenzen, wenn ein Haus in einer ungünstigen Farbe gestrichen ist
  • Auswirkungen des Wohnorts auf gesundheitliches Befinden, finanziellen Erfolg, Partnerschaft, individuelles Lebensglück, Gedeihen der Kinder
  • Ursachen, warum jemand selten zu Hause ist oder dort keine Ruhe findet.

Doch zuerst kommt der Mensch. Immer. Dann kommt die Umgebung. Dann kommt die Handlung. Und daraus webt sich Schicksal. Niemand sollte beurteilen, welche Erfahrung ein Mensch in diesem Leben machen will. Alles, was ein guter Berater, eine gute Beraterin tun kann, ist bewußt machen. Begleiten. Aufrichtig und authentisch mitteilen: Das sehe ich … Das sagt meine Erfahrung … Das kann folgende Ursachen haben … Das könnte eine mögliche Lösung darstellen …

Und jeder Mensch ist frei, sich selbst zu erkennen. Blockaden, Verstrickungen, Stärken, Ängste, Durststrecken … darf man alles haben. Keine Platitüde kann erklären, dass jemand keinen Partner findet, weil die Partnerschaftsecke im Wohnzimmer nicht „aktiviert“ wurde.

Sollte Ihnen also das nächste Mal ein Berater, eine Beraterin – ohne Sie zu kennen und am Telefon – mit ähnlichen Aussagen, wie oben geschildert, antworten, wäre eine Gegenfrage sicher angebracht: „Haben Sie sich eigentlich schon Ihren eigenen Ängsten gestellt? Wie wollen Sie aus der Ferne beurteilen, was gut für mich ist?!“
Denn: Bange machen gilt nicht, anderfalls ist es ein Geschäft mit der Angst.

 

 

 

 

 


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Mit geschmeidigen Tipps gesund durch den Herbst

Nach diesem Übersommer kündigt sich der Herbst mit leisem Klopfen an. Spinnweben, Morgennebel und dieser typisch feine Geruch sind untrügliche Zeichen. Jetzt wird geerntet was übers Jahr angebaut, gehegt und gepflegt wurde.

Seit je markieren die Monate August, September und Oktober die Herbstzeit. Das Qi dieser Jahreszeit wird regiert vom Element Metall und laut chinesischer Medizin gehören Lunge, Nase, Haut, Haare und Dickdarm zu diesem Element. Grund genug, sie im Herbst mit besonderer Sorgfalt zu pflegen. Da die die Kraft des Yang zunehmend schwindet und das Yin stetig zulegt, gerät Gewohntes leicht aus der Balance. Doch wir können einiges tun, um unser inneres Gleichgewicht zu halten.

Die Klassiker: Ausreichend Schlaf und viel Sauerstoff sind jetzt die beste Medizin, während Aufregung, Ärger und Sorgen vor allem die Lunge strapazieren und das körpereigene, über den Sommer aufgebaute Qi reduzieren. Nun ist die wichtigste Zeit, eigenes Qi zu bewahren, um gesund durch den Winter zu kommen. Lange Spaziergänge versorgen die Lunge mit Sauerstoff und helfen beim Gehen, Sorgen loszulassen. Darum jetzt so oft wie möglich draußen sein und tief atmen, denn mit einer angegriffenen Lunge kann ein Mensch nicht wirklich vital sein. Auch eine regelmäßige Verdauung ist Basis für ein gesundes Immunsystem und Gehen kann hilfreich sein, nach langen Stunden im Sitzen den Darm wieder in Schwung zu bringen.

Natürlich kann auch die Ernährung beitragen, Immunkraft zu stärken: Früchte und buntes Gemüse gepaart mit Eintopf, selbstgemachter Marmelade, Kompott oder Chutneys sind dafür die besten Energielieferanten. Sparsam sollten scharfe Kräuter und Gewürze verwendet werden, dazu weniger Knoblauch und Zwiebeln ins Essen und bis zum nächsten Frühjahr sehr salzige und thermisch kalte Lebensmittel vom Speiseplan streichen. Denn ein zu viel an Gewürz kann nun den Lungen schaden, und zu viel Salz kann durch Einlagerungen im Körper Haut und Haare schädigen.

Qigong ist ein weiterer Klassiker den Körper mit Qi zu versorgen, sich zu bewegen und dabei innerlich still zu werden. Noch einmal zurück zur Lunge: Sie ist verbunden mit Milz und Herz und gilt, wie die Haut, als Grenze zwischen innen und außen, zwischen Organismus und Umwelt. Ein gesundes Selbstwertgefühl, Respekt für sich und andere gehen damit Hand in Hand. Darum gibt es im Qigong Übungen für jede Jahreszeit, um die entsprechenden Organe zu stärken.

Die Haut gilt als äußere Lunge und ihre Poren als „Türen des Qi“. Darum Vorsicht mit allem, was unter die Haut geht – eine nicht zufällig gewählte Ausdrucksweise, denn was die äußere Grenze nach Innen durchdringt kann die körpereigenen Kräfte angreifen. Zu wissen wer wir sind und woran wir glauben ist eine gute Basis, uns mit Vertrauen, einer ausdrucksstarken Stimme und Vitalität zu versorgen.

Wussten Sie übrigens, dass jeder Finger mit den inneren Organen in enger Verbindung steht? Der Daumen hat engen Kontakt zur Lunge. Darum täglich Hände und Finger massieren und im Herbst besonders den Daumen mit liebevoller Aufmerksamkeit beschenken.

 

Mit Dank an meine Kollegin Nikki Martin für die Anregungen zu diesem Beitrag