Susanne Berkenkopf

Feng Shui • Beratung • Inspiration


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Zum Abschied

Wer einen lieben Menschen verliert, ist oft untröstlich.

Doch manchmal ist die Traurigkeit schon ein Trost. Tränen fließen lassen. Erinnerungsbilder vor das innere Auge holen. Ich finde es hilfreich, der Trauer eine Weile einen Raum in sich zu geben. Nicht gleich dem Motto „Das Leben geht weiter“, zu folgen. Trauer um einen Menschen heißt auch anerkennen, was er oder sie für uns getan hat und ist gut für die Würde auf beiden Seiten. Tränen berühren das Herz und Herzsprache ist die, die wir alle intuitiv können. Sie kann denen, die voraus gehen, gutes Geleit sein.

Es war, als hätt‘ der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt‘.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

Joseph F. von Eichendorff

In tiefer Sympathie mit allen, die gerade einen lieben Menschen verloren haben und sich erlauben, zu trauern.

 

Wer mehr lesen möchte
Vor einigen Jahren habe ich einen Beitrag über Feng Shui und den Tod verfaßt. Zugegeben, er ist ein bisschen aus dem Kopf geschrieben, doch lesenswert allemal.


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Was Feng Shui für die Liebe tun kann.

Anfang des Jahres hatte ich einen spannenden Auftrag in Mecklenburg. Die Auftraggeberin* ist geschieden, lebt mit ihrer Tochter im Teenager Alter auf einem alten Hofgrundstück und sehnte sich nach einem Partner. Mit ihm wünschte sie eine innige Verbundenheit auf Augenhöhe. Allein, es wollte nicht klappen. Männer kamen zwar, doch schleppten sie an schwerem Gepäck aus ihrer Vergangenheit und vor allem: sie blieben nicht.

Gemeinsam auf dem Ozean des Lebens unterwegs, braucht es Vertrauen und Hingabe an das Gesetz der Gezeiten

Wer beim Lesen in meinem letzten Artikel erschrocken registrierte, dass Feng Shui nicht in erster Linie die glückliche Partnerschaft avisiert – kann aufatmen. Natürlich kann Feng Shui das auch 😉 doch es ist in vielen Leben nicht ganz so simpel, wie zwei Delphine oder Kerzen in die Paarecke zu stellen und schwupps kommen sie angerauscht, Traummann oder Traumfrau, auf edlem Ross mit Gold in den Taschen, bereit und offen für alles.

Der Auftrag

Ich möchte einen Partner finden, der mit mir durch dick und dünn geht, mich nimmt wie ich bin und mit dem ich (endlich) glücklich sein kann.

Die Beratung

zeigte, dass manche Hindernisse – innen wie außen – die Erfüllung dieses Wunsches blockierten. Die Tochter zum Beispiel fand, dass die Mutter sich lieber mit dem Vater versöhnen sollte, als sich den nächsten „Gockel zu angeln“ (O-Ton). Ich schaute mich also im Südwesten um – im Feng Shui der Bereich für Partnerschaft als auch für die erste Tochter. Ich fand: einen verwahrlosten Hühnerstall und allerlei abgestelltes Gerümpel.

Die erste Empfehlung lautete natürlich, hier für Ordnung zu sorgen. Das hatte Frau H. zwar schon lange erwogen, doch bisher fehlte der Impuls, das umzusetzen. Der alte Stall wurde daraufhin komplett abgerissen und stattdessen ein großes Beet für Blumen und Gemüse angelegt.

Im Einzelgespräch mit der Tochter kam der Grund für ihren Unmut ans Licht. Hinter allen Auseinandersetzungen und ihrer Ablehnung stand das vage Gefühl – etwas mit der Trennung der Eltern zu tun zu haben – nicht liebenswert zu sein – die Liebe der Mutter zu verlieren, wenn die einen neuen Partner findet – und ganz konkretes Unbehagen im Hinblick auf: Wie geht es für mich nach der Schule weiter, „was soll aus mir werden?“ Mit der Tochter habe ich eine kleine Aufstellung gemacht in der sie ihren Platz fand und sich, auf anderer Ebene, nicht nur der Liebe der Mutter vergewissern konnte. Tiefes Ausatmen löste die angestaute Spannung und danach war die Bereitschaft mitzumachen greifbar.

Im Haus empfahl ich Mutter und Tochter, die Zimmer zu tauschen, damit beide in dem Raum sind, der ihnen hilft, ihren Platz im Leben zu finden – und zu behaupten. – Frei nach dem Motto: „Nimm dir ruhig das größte Stück vom Kuchen, es ist genug für alle da!“ – Dadurch bekam das ganze Erdgeschoss einen anderen Zusammenhalt, die Räume werden nun von innerer Verbindung gespeist. Weil beide von der Idee gleich begeistert waren hat es auch nicht lange gedauert, bis diese Empfehlung umgesetzt wurde.

Zusätzlich haben Mutter und Tochter auch außen ihre Markierungen gesetzt: Die Mutter im Norden, die Tochter im Südwesten. Hierbei ging es darum, dass sie sich auf dem Grundstück verorten und ein Symbol finden, dass Heimat und Zugehörigkeit symbolisiert. Solche Symbole sind ganz individuell und manchmal braucht es einen längeren Prozess, bis ein solches sich formt und zeigt.

Außerdem habe ich mit Frau H. ein Ritual zelebriert, damit auch sie sich von diffusen Schuldgefühlen befreien konnte. Denn da kam einiges zusammen: Keine gute Tochter und keine gute Ehefrau gewesen zu sein und auch der Tochter nicht den notwendigen Halt und das Vertrauen geben zu können, damit sie frei und stark im Leben stehe. Wir haben während des Rituals so einige Wunden verarztet, so lange bis die Tränen alle Verkrustungen weggespült hatten und innere Versöhnung ein friedliches, strahlendes Lachen auf das Gesicht und in die Aura zauberten.

Symbol für Partnerschaft im Garten. © Foto mit freundlicher Genehmigung von teri makasih

So beschreibe ich Haltung und Handlungsweise einer der Zeit angemessenen Feng Shui Beratung, die über ein reines Einrichtungskonzept hinaus, das Wissen des eigenen Kulturkreises miteinbezieht. Nicht von ungefähr heißt es in den alten Schriften: Wie innen so außen. Nach meiner Auffassung bleibt, wer nur im außen schaut, an der Fassade hängen und begnügt sich mit dem Schein.

Übersehen wird dann, das öfter als gedacht innere Widerstände verhindern, dass sich das im Leben materialisieren darf, was doch so sehnlich gewünscht wird. Doch das Sehnen ist oft lang bekannt und gibt – in all seiner Unerfülltheit – auch Sicherheit. Die Fragen nach dem ersten Happy End werden dabei nicht gestellt: Wie sieht das eigentlich konkret aus mit meinem neuen Partner/ meiner neuen Partnerin, werde ich es schaffen, mich liebevoll zu behaupten, mich nicht gleich seinen/ihren Wünschen unterzuordenen, das Gefühl für mich nicht zu verlieren und das alles in angemessener Weise zu äußern, damit wir uns gegenseitig fördern und gemeinsam wachsen, dabei doch ein Individuum (mit Vergangenheit, die prägte) zu bleiben?

Heute beinhaltet der Wunsch nach einer „glücklichen Partnerschaft“ ganz andere Facetten als früher – längst geht es nicht mehr um die klassische Rollenaufteilung nach der der Mann das Geld verdient und die Frau sich um Haus und Kinder kümmert. Wir wissen inzwischen, dass jemanden wahrhaft zu lieben nur auf dem starken Fundament der Selbstliebe gelingen kann. > Ich stelle mich hin, und ich stehe zu mir.< Samen die auf diesem Boden ausgebracht werden wachsen der liebevollen Zweisamkeit entgegen, in der jede/r er/sie selbst sein und das Gemeinsame ganz im Vertrauen, in Zuneigung und mit gegenseitiger Hingabe gedeihen darf.

Braucht es abschließend nur noch den kleinen Nachsatz, dass Frau H. inzwischen Herrn P. kennen gelernt hat und … ja, ja. Weiterhin viel Glück und Segen wünsche ich ❤ ⭐

 

*beschrieben und veröffentlicht mit ausdrücklicher Zustimmung meiner Auftraggeberin/nen


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Feng Shui und das Geschäft mit der Angst

„Ist mein Haus gut für mich?“, ist eine durchaus berechtigte Frage. Wer neue Räumlichkeiten bezieht oder feststellt, dass es sich Zuhause nicht länger „gut anfühlt“ sollte sich mit der umgebenden Hülle auseinandersetzen. Auch wer mehr über das Prinzip von Resonanz und Analogie erfahren möchte – frei nach dem Motto: „Was hat mein Haus mit mir zu tun?“ –  kann sich auf heilsame Entdeckungen verlassen.

Doch manche Äußerung von Feng Shui Expert-inn-en treibt mir die Schamesröte ins Gesicht.

Manche Feng Shui Ratgeber: Zum Haare raufen!       Foto © geralt

Wem ist geholfen zu erfahren, dass „Krankheit auf der Tür“ lauert, dass im Schlafzimmer Missgeschicke zu erwarten sind oder dass die Kinder vermutlich kriminelle Neigungen entwickeln werden? Wer mag nach solchen Feststellungen überzeugt sein, dass ein rotes Sofakissen, eine unter der Decke aufgehängte Flöte oder ein Kristall im Fenster tatsächlich das Übel bei der Wurzel packt?

Nicht selten wenden sich Menschen an mich, die nach Auskunft einer solchen Feng Shui Expertise ganz verstört sind und nach einem Strohhalm suchen. Da wurde ihnen – am Telefon – orakelt, dass die Treppe in der Mitte des Grundrisses großes Unglück bedeute oder dass mit einem Badezimmer im Südosten schon mal gleich der Gerichtsvollzieher bestellt werden kann.

Auch der mittlerweile in meinen Ohren so weichgespült klingende Begriff des „Wohlfühlens“ und das Versprechen auf „eine glückliche Partnerschaft“ haben ursprünglich rein gar nichts mit Feng Shui zu tun! Mal klar gesagt: Chinesen sind kulturell und mental ganz anders drauf als wir Westler und die Wurzeln der Naturwissenschaft Feng Shui liegen mit den Ahnen begraben. Feng Shui und Macht – das wäre ein seit alters her vorzüglich passendes Begriffspaar.

China: Auf dem Weg zum Grab einer Hochwohlgeborenen

Aus dem Jenseits sollten die Ahnen zum guten Geschick ihrer Nachkommen beitragen, deshalb ortete man mittels geomantischer Methoden den besten Platz für ihre Ruhestätte. Erwünscht waren ein sicherer Posten bei der Regierung, gesunde Söhne als Stammhalter und gute Beziehungen, um in der obersten Gesellschaftsschicht mitspielen zu können.

Feng Shui war ein Werkzeug für die Einflussreichen und Mächtigen. Tatsächlich ist der chinesische Kaiserhof nach den Prinzipien des Feng Shui und für den Machterhalt der längst  überholten Herrschaftsform Autokratie ausgerichtet. Der Feng Shui Meister bei dem ich lernte steht als direkter Nachkomme noch in dieser Tradition.

Über individuelle Talente und zu erwartende Schicksalsdominanten informierte das Horoskop und die passenden Partner für eine förderliche Eheschließung wurden – wie im Feudalsystem üblich – von einer Ehevermittlerin präsentiert. Entscheidend waren weder Zuneigung noch Sympathie, wichtigste Kriterien bei der Wahl waren Erhalt und Mehrung von Vermögen und Einfluss. Die Wünsche der zukünftigen Brautleute wurden im allgemeinen nicht berücksichtigt, allein die Eltern entschieden über die Auswahl des Partners / der Partnerin.

Also nix mit Romantik und lieblichem Wohlfühl-Gesäusel. Dann schon eher Macht ausüben. Die Angst eignet sich dabei als hervorragender Partner. Unsere Versicherungsindustrie liefert ein anschauliches Beispiel, sind Angstmacher doch meist gut im Geschäft, üben Kontrolle aus und scheinen unverzichtbar. Doch eine Versicherung gegen das Leben gibt es nicht.

Und meine Pointe?

Ich nutze Feng Shui als eine 1a Methode, um durch das Wohnumfeld klare Ansagen zu geben, welche Lebensthemen anstehen. Vom Äußeren auf das Innere schließen ist dabei zulässig und äußerst zuverlässig. Doch um die Frage „Ist mein Haus gut für mich?“ adäquat beantworten zu können braucht es mehr, als die Info über eine verbaute Mitte oder das Bad im Südosten. Wer ein solches Haus kauft oder mietet mag gute Gründe dafür haben und es gilt, denen auf die Spur zu kommen. Auch die Frage „Was verstehen Sie unter gut?“, verdient eine individuelle, ausführliche  Antwort.

Denn Wohlfühlen und Potenziale leben sind zuweilen Teil eines äußerst subtilen Kontextes. Darum liegt mein Wirkungsfeld weit jenseits des Klischees „Wir machen ein bisschen Feng Shui und alles wird gut.“

Wer sein Haus auf die Füße stellen will, damit das Leben darin ein stabiles Fundament bekommt, ist bei mir genau richtig. Gemeinsam gestalten wir ihr Zuhause zu einem Basislager. Dazu braucht es weder Flöten und ehrlich gesagt ist auch die Wandfarbe selten allein entscheidend. Was wirklich zählt ist der Fokus der Aufmerksamkeit. Ihn um ein paar Grad zu verschieben, um sich auch in der Not an einem Ort geborgen und getragen zu wissen, darin wohnt das Wunder.

Und dann öffne ich meinen Methodenkoffer noch ein Stück weiter und ganz im Vertrauen wenden wir uns nach innen oder außen, räuchern, fügen Einzelteile zu einem Ganzen, finden heilende Wörter und Symbole, rufen den guten Geist des Hauses, vergraben den zeremoniell gefüllten Grundstein, huldigen der gute Seele. Wir zaubern und lassen uns verzaubern. Bleiben im Vertrauen und halten den Fokus um das zu tun, was genau jetzt getan werden will – fern ab von Regeln und Routine, von Allgemeinplätzen und Angstmacherei.

Dann kann es geschehen, dass der Knoten platzt und sich die unbewußte Angst vor dem, was sehnlichst gewünscht wird, auflöst. Doch das setzt innere Bereitschaft und ein klares Bekenntnis voraus. Und manchmal ist das Anschauen familiärer Verstrickungen nötig, weil daraus hindernde Glaubenssätze und ein fehlendes, liebevolles Gefühl für sich selbst resultieren können. Aus eigener, schmerzhafter Erfahrung kann ich sagen, dass einer manchmal erst das Herz brechen muss, bevor es sich für all die Fülle und Liebe öffnen kann, die längst vor der Tür warten. Doch ohne Vertrauen, das dazu inspiriert, neue, bereichernde Erfahrungen zuzulassen können noch soviele Windspiele erklingen – und bleiben doch wirkungslos.

Schließlich ist Angst bisweilen ein guter Ratgeber. Als ständiger Begleiter dagegen völlig ungeeignet. Also, lassen Sie sich nicht bange machen oder verunsichern. Statt in Angst zu verharren ist ein konstruktiver Dialog mit Ihrer zweiten Haut immer ein gangbarer Weg. Mein Motto: Jedes Problem enthält im Kern die Lösung. Und auf diesen Wegen bin ich eine erfahrene, kompetente Begleiterin. Versprochen!

Ein Ziel, zwei Wege. Allein die Aussicht ist nicht dieselbe.

 

 

 

 


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Feng Shui Beratung nach Hauskauf in Portugal

Gerade zurück von einem spannenden Auftrag. Diesmal war ich in Portugal. Die Auftraggeberin ist eine echte Persönlichkeit. Eine, die sich nicht scheut, ihr Leben immer wieder neu auszurichten und ihren vielseitigen Berufungen zu folgen. Vor allem ist sie Meisterin der klaren Worte.

Mein Auftrag lautete:

Eine Charakterstudie des neuen Hauses erstellen und die Potenziale zur Sprache bringen, die durch das Leben dort geweckt werden.

O-Ton nach der Beratung:

„Ich gebe dir nach dieser Beratung den Auftrag, dich zu zeigen. Das, was du in dieser Beratung für mich und das Haus getan hast, kommt in deinen Veröffentlichungen auch nicht ansatzweise zum Vorschein.

Du hattest mir schon einmal bewiesen, dass du eine Meisterin deines Faches bist – als ich nämlich an meinem letzten Wohnort regelrecht festklebte und trotz aller Bemügungen von dort nicht wegkam. Nach einem einzigen Beratungsgespräch mit dir saß ich sozusagen im Schleudersitz und wurde endlich von dort wegkatapultiert. Für diese Hilfe bin ich dir noch heute dankbar. Die Leute müssen wissen, was genau in einer Beratung mit dir abläuft. Werd‘ endlich konkret und zeig, was du tust!“ Christine Li (O-Ton veröffentlicht mit ausdrücklicher Erlaubnis!)

Ehrlich, ich knabber noch daran, denn ich bin scheu. In meinen Beratungen mag ich brillieren, doch das Gefühl, ich preise mich oder das, was ich „kann“ an, ist mir zutiefst unangenehm.

Doch dem, was ich tue, eine Stimme geben, und zeigen, was eine Beratung meiner Dimension möglich machen kann, ist tatsächlich etwas anderes. Diese Herausforderung nehme ich an.

Danke Christine!

 

 

 


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Eine Übung die hilft, „fremdeln“ zu überwinden

Auf meinen Reisen lerne ich meist schöne neue Orte kennen. Besuche Menschen und Häuser, „gewinne“ Räume für die Bewohner-innen, und stimme beide aufeinander ein, wenn’s mal nicht so läuft. Das ist eine sehr intensive, wunderbare Facette meines Berufs.

Teil der Landschaft sein.                                                          Foto © Guenther Dillingen

Manchmal sind Orte mir anfangs ganz fremd und ich finde überhaupt keinen Zugang. Was mir dann am meisten hilft ist, mit den Vögeln aus den Federn zu kriechen und mich draußen auf den Tag einzustimmen. Wenn noch niemand unterwegs ist gehe ich barfuss durch Gras oder auf Asphalt, folge Wegen und Straßen.

Sobald ich an einem Platz angelangt bin zu dem ich mich hingezogen fühle, mache ich eine kleine Geländeübung. Sie funktioniert sogar an der Autobahnraststätte, ich hab’s probiert.

So geht’s

Mehrmals bewußt atmen, schließlich tief ausatmen. Augen schließen, Füße spüren und einige Atemzüge lang nur auf das atmen achten. Die Augen öffnen und mit „weichem Blick“ schauen, das heißt nichts mehr fokussieren und die Augen auf „Weitwinkel“ stellen.

Nach einer ruhigen, absichtslosen Weile gibt’s einen shift. Die Aufgabe: Sich im Bild sehen und Teil der Landschaft sein. Lauschen. Perspektive wechseln und mit den Wolken alles von oben betrachen.

Diese Übung ist Nektar für den Tag, macht leicht und froh und hilft, ganz und gar anzukommen. Probier’s doch selbst mal aus, ich bin gespannt auf deine Erfahrung!


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Tag 30 Überraschung – … zur Walpurgisnacht

„Heia Walpurgis“,   rufen die Hexen beim Tanz um das Feuer

Die kleine Hexe ließ sich vom Raben Abraxas nicht bange machen, sie ritt in der Nacht auf den Blocksberg. Dort waren die großen Hexen schon alle versammelt. Sie tanzten mit fliegenden Haaren und flatternden Röcken rund um das Hexenfeuer. Es mochten wohl, alles in allem, fünf- bis sechshundert Hexen sein: Berghexen, Waldhexen, Sumpfhexen, Nebelhexen und Wetterhexen, Windhexen, Knusperhexen und Kräuterhexen. Sie wirbelten wild durcheinander und schwangen die Besen. “Walpurgisnacht!” sangen die Hexen, “heia Walpurgisnacht!” Zwischendurch meckerten, krähten und kreischten sie, ließen es donnern und schleuderten Blitze.”
Aus: ‚Die kleine Hexe‘ von Otfried Preußler

Walpurgis, bei den Kelten gefeiert als Beltaine, ist das Fest des Lebens, der Fruchtbarkeit und der Vereinigung. Gefeiert wird zu Ehren der Großen Göttin, die dem Land eine gute Ernte schenken möge. Beltane kennzeichnet das Erwachen der Natur, die helle Zeit bricht nun an. Alle, die den Winter überstanden haben, freuen sich über die wärmende Sonne und feiern ein freizügiges, erotisch-ekstatisches Fest.

„Beltane war das Fest der großen Vermählung oder auch Heiligen Hochzeit, der Götterhochzeit …, der Vermählung von Himmel und Erde. Und im kleineren Maßstab die Vermählung von König und Königin, König und Land. Denn die Königin war immer schon die Repräsentantin des Landes, der Erde und des Volkes. In den germanischen Bereichen ist diese Götterhochzeit überliefert in der Brautwerbung Odins um die Himmelsherrin Freya,“ heißt es in einer sehr ausführlichen Abhandlung bei http://www.jahreskreis.info/files/beltane.html

Wolf Dieter Storl beschreibt die „Hexenfeiertage“ als „Fugen zwischen den Zeitblöcken, (in denen) die Übersinnnlichen, die Wesen der „Anderswelt“, Zugang zu unserer Welt fanden. Besonders an Orten des Übergangs, an Schwellen, auf Brücken, in den Hecken zwischen Ackerland und Ödland, an Wegkreuzungen … konnten sie erscheinen.“*

Wer mag trinkt sich einen Rausch aus Bockbier an, das früher noch mit Bilsenkraut und Sumpfporst angereichert war. Die anderen nutzen als Räucherzutaten (für die Liebe): Hanf, Mohn, Rose, Rosmarin. Wer mit den Pflanzenhelfern abheben und fliegen möchte kann Alraunenwurz, Bilsenkraut, Eibe und Thuja probieren, ist bei Marlies Bader** zu lesen .

Und nun Ihr Lieben, lasst uns ein wundervolles Fest feiern, nichts mehr fragen. Feiern wir uns, herrlich und wunderbar wie wir sind!

*aus: Wolf-Dieter Storl, Pflanzendevas
** in: Marlies Bader, Räuchern mit heimischen Kräutern.


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Tag 30 – Danke!

Nach 30 Tagen Expedition ins räumliche Erleben wäre sicher ein guter Zeitpunkt für ein Fazit.
Doch mir ist heute eher danach, einfach Danke zu sagen – Danke für’s mitmachen, lesen, kommentieren und liken. Und auch für die Bereitschaft, dich auf meine „Feng Shui Sicht“ einzulassen.