La Imperial Feng

Feng Shui · Geokultur · LebensArt

Wasser im japanischen Feng Shui Garten

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„Hören Sie, Sie müssen uns unbedingt helfen!“ Die Anruferin klang verzweifelt. „Mein Mann will den Garten im japanischen Stil anlegen und ich will Wasser und Feng Shui im Garten. Kriegen wir das irgendwie zusammen? Mittlerweile ist das Thema ein echter Streitpunkt zwischen uns!“

„Klar, das kriegen wir hin,“ antwortete ich und machte mich an die Arbeit.

wasser im japanischen feng shui garten

Feng Shui im Garten ist wunderbar. Wasser im Garten ist wunderbar. Die japanische Idee eines Gartens ist wunderbar. Warum sollte das also nicht zusammen passen?! Denn:

Feng Shui im Garten bedeutet

  • den Ort erkennen: Was will dort entstehen?
  • das Prinzip von Ying und Yang einbeziehen: hoch und niedrig, geschwungen und gerade, hart und weich, sich abwechselnde aktive Bereiche und Ruhezonen anlegen – um nur einige Beispiele zu nennen. Das schafft Harmonie und verhindert, dass der Garten auf einen Blick zu erfassen ist
  • mit den fünf Elementen arbeiten: bei der Auswahl von Pflanzen, Steinen, Möbeln, Accessoires die Elemente in ein ausgewogenes Verhältnis bringen. Und natürlich zuerst die Gegebenheiten beobachten, um das was da ist in harmonischer Weise auszugleichen, zu ergänzen oder zu entschärfen
  • und: den besten Platz für Wasser finden. Es gibt Stellen, da führt Wasser in Form eines Brunnens oder eines Teiches zur Mehrung: mehr Wohlbefinden, mehr Einkommen, mehr Lebensfreude, mehr Abenteuerlust oder was immer. Es gibt andere Stellen, da kehrt es sich ins Gegenteil. Plötzlich scheint wie bei einem Schweizer Käse zuviel Loch im Gebilde: Geld, Gesundheit, Lebensfreude schwinden. Um es salopp zu sagen: Zuviele Löcher, zwenig Käse.
  • später ein Feintuning, um alle Bewohner in ihre Kraft zu bringen – schließlich fließt die Energie, das Qi von außen nach innen. Gewußt wie und wo profitieren alle gleichermaßen.

Der Stil eines japanischen Gartens lässt sich leicht in einen Feng Shui Garten integrieren:

„Aus der Leere tritt die Fülle zutage
so wie der Ton der Stille Form gibt
und Tusche dem weißen Papier“*

Ein japanischer Garten ist Landschaftsgestaltung par excellence. Nichts, aber auch gar nichts wird dem Zufall überlassen. Alles ist gewollt, sieht aber niemals so aus:

  • die Unvollkommenheiten eines Ortes erspüren, um ihn zu vervollkommnen; klimatische Besonderheiten erkennen und das sich verändernde Licht mit einbeziehen
  • den Garten nach dem Prinzip der „geliehenen Landschaft“ planen. Das heißt durch dezente Öffnungen einen Teil  der umliegenden Landschaft einfangen, platziert wie in einem Bilderrahmen. Es soll scheinen, als erstrecke sich der eigene Garten weit über seine Grenzen hinaus.
  • mit allen Elementen ein harmonisches Gleichgewicht schaffen: Nichts darf sich in den Vordergrund drängen, nichts darf untergehen. Die „umwerfende“ Wirkung liegt darin, genau zu spüren, wo der rechte Platz ist für einen Weg, eine Pflanze, eine Laterne. Der Meister des japanischen Gartens beherrscht die Kunst des Weglassens und ist mit dem Ort sehr, sehr (!) vertraut.
  • Wasser! Wasser ist im japanischen Garten immer präsent, entweder als Metapher in Form einer Kiesfläche oder als echter Wasserlauf, Wasserfall oder Teich. „Wasser ist der Spiegel des Himmels, es empfängt das Licht der Gestirne und verleiht dem Garten Konturen und Tiefe.“* Erst durch Wasser wird der japanische Garten vollkommen.

Die Feinarbeit bei der Planung lag nun darin,

  • zu reduzieren – zum Beispiel keine Blühpflanzen im Teil des Gartens, der der japanischen Gestaltung vorbehalten war (außer vereinzelter kleiner Azaleenbüsche)
  • einen harmonischen Übergang zwischen den Bereichen herzustellen, so dass eins fließend ins andere überging, ohne das es gewollt oder künstlich wirkte
  • mit Sichtachsen zu gestalten, um die Bereiche voneinander zu trennen und den Garten trotzdem groß und spannend wirken zu lassen.

Heute kann ich vermelden: Projekt gelungen, Garten toll, Mann und Frau super zufrieden! Danke für die kooperative Zusammenarbeit nach Bad Ilmenau!

Wie hat Ihnen der Beitrag gefallen? Möchten Sie etwas über ein Thema erfahren, dass Sie besonders interessiert? Dann schreiben Sie mir einfach.

*aus: Japanische Gärten von Erik Borja

Lesen Sie auch https://laimperialfeng.wordpress.com/2014/11/10/der-klang-der-stille-im-japanischen-garten-steine/

 

 

 

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