Susanne Berkenkopf

„Ein Zuhause ist mehr, als vier Wände und ein Dach über dem Kopf." Dies ist ein Blog über Räume, über innere und äußere Räume. Denn ich bin überzeugt, dass jeder Raum in dem wir uns regelmäßig aufhalten, Einfluss auf unser Leben nimmt. Also gebe ich hier Anregungen, wie Wohnräume und Arbeitsplätze energetisch und ästhetisch optimiert werden können. Ich schreibe für Menschen, die in einer wohltuenden Umgebung leben wollen, die innere und äußere Freiräume schätzen, und an ihr Potenzial glauben. Ich schreibe für Menschen, die wie ich, jetzt und auf dieser Erde zum Wohle des Ganzen wirken wollen. Im „echten Leben" biete ich Wohncoaching, Grundrissanalyse und Lebensstilberatung. Meine Werkzeuge sind Imperial Feng Shui, Geomantie, chinesische Astrologie und systemische Beratung. Mehr unter www.feng-shui-und-beratung.de


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Tag 19 – Feng Shui für Zwischendurch

Mein Tipp heute: Auf den Zwischenraum achten.

Er ist das Geheimnis aller Erscheinungen. Nur der Zwischenraum gibt jedem Mensch und jedem Ding die Gelegenheit, zu sein. Der Zwischenraum läßt Atmosphäre entstehen. Der Zwischenraum gibt eine Ahnung vom Wesen des Ganzen.

Was sagt der Zwischenraum über die natürliche Ordnung? Foto © rawpixel

Insider kennen im Feng Shui den Begriff: The Big Void. Die große Leere. Das Nichts, aus dem die 10.000 Dinge geboren werden. „Mach dich erstmal leer,“ heißt es, wenn ein Anliegen drängt, doch die gegenwärtige Situation wie festgefahren scheint.

Wir fügen Speichen in einem Rad zusammen,
aber es ist das Loch in der Mitte,
das die Bewegung des Wagens bewirkt.

Wir formen Ton zu einem Topf,
aber es ist die Leere darin,
die das Gewünschte enthält.

Wir zimmern Holz für ein Haus,
aber es ist der Innenraum,
der es bewohnbar macht.

Wir arbeiten mit dem Seienden,
doch Nichtseiendes bringt den Nutzen.

Tao Te King, Vers 11

„Mach dich erstmal leer“, oder „Lass los“, mag in manchen Ohren klingen wie: „Sprich chinesisch.“ Ja gern, lautet die Antwort, nur wie geht das?

Ein Weg führt über den Zwischenraum.

Wer ein Bild braucht: Der Körper, so fest und dicht er scheint, wäre ohne Zwischenraum nicht lebensfähig. Zum Beispiel braucht die Lunge ihn, denn ohne Zwischenraum passt kein Atem hinein.

„Das Sichtbare … gibt dem Werk die Form. Das Unsichtbare … gibt ihm Wesen und Sinn“, sagte Lao Tse. Alles braucht Raum, sich zu entfalten. Das Sichtbare braucht das Unsichtbare, das Unsichtbare das Sichtbare. Doch wo liegt das Geheimnis? Im Sichtbaren? Oder im Unsichtbaren?

Achte heute auf die Zwischenräume – welche fallen dir auf? Welchen nimmst du wahr, bevor dein Fuß beim Gehen wieder die Erde berührt, welchen zwischen Menschen an der Kasse im Supermarkt, zwischen den Autos im dichten Verkehr, bevor die Sonne auf oder unter geht, zwischen den Büchern im Regal, zwischen Schrank und Zimmerdecke, zwischen deinen Gedanken, zwischen den Möbeln im Raum, den Dingen auf dem Schreibtisch, zwischen den Tönen deiner Lieblingsmusik. Welchen Zwischenraum bietet das Zwischendurch, im Kontrast zum „Mal eben“?

Muß ein Zwischenraum groß oder klein, lang oder kurz sein? Wann spürst du die natürliche Ordnung, die der Zwischenraum herstellt? Welche Antwort gibt der Zwischenraum auf deine Fragen?

 

 


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Die Schwelle im Feng Shui – energetischer Übergang von außen nach innen

Immer wieder fordert uns das Leben auf, über eine Schwelle zu treten – sei es ganz konkret von Außen nach Innen, sei es, dass die Zeit reif ist, innere Schwellen zu überwinden.

Im besten Fall ist damit ein Moment des Innehaltens verbunden – anhalten, atmen, wahrnehmen. Weil ich mich gerade mit dem Thema Schwellen und Schwellenangst beschäftige scheint es mir passend, zumindest die „weltliche“ Art des Übergangs noch einmal ins Blickfeld zu holen.

einladender-eingang

Ein einladender Eingang macht Lust, weiterzugehen und das Innere zu erforschen.         Foto Pixabay

Der Gang über eine Schwelle charakterisiert einen Übertritt zwischen Raum und Zeit. Darum  markiert die Schwelle im Eingang eine wesentliche Stelle im Bauwerk, denn sie ist Übergang und Verbindung zwischen öffentlichem und privatem Raum.

An der Schwelle streifen wir das profane der Alltagswelt ab und tauchen in den privaten, „heiligen“ Raum. Darum legen viele Kulturen Wert darauf, Straßenschuhe vor dem Betreten des inneren Raums auszuziehen, es sollen keine „niederen“ schmutzigen Energien hineingetragen werden.

Früher genoss die Schwelle hohe kulturelle Bedeutung und in Asien ist dieser Übergang noch heute bedeutsam. In China wurden hohe Schwellen gesetzt weil es hieß, dass (unerwünschte) Geister hier nicht drüber steigen können. Natürlich wirkte sie auch funktional als Schutz gegen Tiere und Regenwasser. Doch maßgeblich wurde die Schwelle konzipiert, damit niemand einfach irgendwo reinplatzt sondern den Übergang von außen nach innen bewußt wahrnimmt.

Damit ist immer ein kurzer Auftenhalt im Zwischen-Raum verbunden, in dem man buchstäblich zwischen den Welten schwebt. Das ist heute, wo die Übergänge unserer Hauseingänge oft kurz und schmal sind, kaum mehr vorstellbar. Heute gelangt man eher abrupt vom öffentlichen in den privaten Raum, der Gang durch die Tür wird kaum mehr wahrgenommen.

Hier ein paar Tipps für gelungene Schwellen und klare Abgrenzung

  • Große Fussmatten. Markieren auch im öffentlichen Hausflur den Beginn des eigenen Bereichs. Vorsicht ist allein bei den Motiven geboten, das Symbol sollte den Geist ausdrücken mit dem Sie die Welt bei sich empfangen möchten.
  • Paarige Türhüter. Das können Blumentöpfe sein, Wächterfiguren oder Laternen – lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf.
  • Ein Türkranz. Das Runde steht für den Kreis des Lebens und was rund ist bietet wenig Angriffsfläche.
  • Ein Schutzsymbol. Das kann die Blume des Lebens sein, ein Glaskristall, wenn Sie wie auf dem Foto einen Glasausschnitt in der Haustür haben, oder die Anschrift der Sternsinger.
  • Führen Sie keine Gespräche zwischen Tür und Angel. Lassen Sie den Besucher entweder hinein oder treten Sie hinaus. Denn zwischen Tür und Angel entsteht kein echter Kontakt und hier geführte Gespräche sind selten konstruktiv.
  • Legen Sie Wert auf einen ansprechenden (und funktionierenden) Türgriff. Er ist sozusagen die Hand des Hauses, hierüber nehmen Sie seinen Charakter sinnlich und be-greifend wahr.
  • Und: Achten Sie darauf, worauf Ihr Blick als Erstes fällt. Und zwar beim Verlassen (außen) und beim Betreten (innen) des Hauses. What yo see is what you get – heißt es ganz und gar treffend.

Wer mehr Inspiration für den eigenen Eingang oder auch für innere Übergänge wünscht spreche mich gern persönlich an unter 0421 161 69 608


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Drei Feng Shui Tipps für schöner Wohnen

Meist genügt ein Blick: Gefällt oder gefällt nicht. Fühl mich wohl oder unwohl. Dieses Signal wird  augenblicklich (!) beim Betreten von Räumen gesendet und besonders spannend ist der erste Eindruck. Wer sich wohl(er) fühlen oder seine Gäste beeindrucken will (ohne zu renovieren) findet hier drei einfache Tipps, die wahre Wunder bewirken:

1. Jedem Möbel seine Aura.

Achte beim Zusammenstellen auch auf die Zwischenräume.
Nicht nur das Offensichtliche strahlt, auch das „Dazwischen“ hat es in sich.
Ein Grund, warum Möbel nicht gern „in den Ecken“ stehen, da gibt’s nämlich keinen Platz zur Entfaltung (Ausnahme: Einbauschränke).

Jedem Möbel seine Aura

Im Zwischenraum kann sich das Feine entfalten

2. Flächen lieben Freiraum.

Das Zauberwort unserer Zeit lautet „Leere“. Wir alle haben soviel (materielles) Zeug angehäuft, dass es selten freie Flächen gibt. Kaum ein Sidebord, Schrank oder Regal auf dem nichts steht. Zuerst vielleicht Deko, doch irgendwann wird die Oberfläche zur Ablagefläche. Leere scheint schwer auszuhalten. Doch sie lohnt sich!
Und wer vorher weiß, er schafft’s nicht, der sollte gleich zum geschlossenen Schrank greifen. Unordnung die im Regal herrscht potenziert sich im ganzen Raum.

Flächen lieben Freiraum

Flächen lieben Freiraum

3. Farbe liebt Wirkung.

Farbe wirkt auf Gemüt und Seele. Welche Farbe im Raum geeignet ist hängt davon ab, wie er genutzt und welche Wirkung erzielt werden soll. Es gibt superschöne, warmfühlige Räume die ganz in Weiß gehalten sind. Es gibt farbige Räume in denen das Gemüt beginnt zu frieren. Spielen die gewählten Farben mit – oder gegeneinander? Mancher Kontrast wirkt belebend, ein anderer unruhig. Wieviele Farben kann ein Raum aushalten?

Farbe liebt Wirkung

Farben die sich gegenseitig zum Strahlen bringen

Mein Feng Shui Tipp: Deko sorgt für ansprechende Stimmung – doch wie immer gilt: Weniger ist mehr. Ein Hoch auf den Zwischenraum. Möge sich das Feine fein entfalten.