Susanne Berkenkopf

„Ein Zuhause ist mehr, als vier Wände und ein Dach über dem Kopf." Dies ist ein Blog über Räume, über innere und äußere Räume. Denn ich bin überzeugt, dass jeder Raum in dem wir uns regelmäßig aufhalten, Einfluss auf unser Leben nimmt. Also gebe ich hier Anregungen, wie Wohnräume und Arbeitsplätze energetisch und ästhetisch optimiert werden können. Ich schreibe für Menschen, die in einer wohltuenden Umgebung leben wollen, die innere und äußere Freiräume schätzen, und an ihr Potenzial glauben. Ich schreibe für Menschen, die wie ich, jetzt und auf dieser Erde zum Wohle des Ganzen wirken wollen. Im „echten Leben" biete ich Wohncoaching, Grundrissanalyse und Lebensstilberatung. Meine Werkzeuge sind Imperial Feng Shui, Geomantie, chinesische Astrologie und systemische Beratung. Mehr unter www.feng-shui-und-beratung.de


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Die Geister, die man ruft

Die Welt sehnt sich nach guten Nachrichten. Ich auch. Darum lautet mein Motto beim Schreiben: Befiel nicht, Bretter und Planken herbeizuschaffen, um ein Boot zu bauen, sondern wecke die Sehnsucht nach dem Meer. Doch es gibt Geschichten, in denen etwas schrecklich schief geht, und die wollen auch erzählt werden. Und wie im Märchen schlummert in ihnen das Gute, denn im Kern warten echte Lebensweisheiten.

Neulich bat mich ein Kunde, für den ich vor Jahren einen Firmengarten geplant hatte, um einen Ortstermin. Er ist Inhaber einer großen Logistikfirma und hinter seiner riesigen Halle wünschte er sich einen lauschigen Garten. Er hatte vor, seine freie Zeit darin zu verbringen, wollte den Mitarbeitern ein angenehmes Ambiente ermöglichen und Feste mit Kunden und Freunden dort feiern.

Die Gartenanlage war in großen Ausmaßen geplant und mit Feuerstelle, Teich, Bäumen, Anhöhe, Rankpflanzen und Rosenbeeten ein Traum für Mensch und Getier. Nachdem meine Pläne seine Zustimmung fanden haben wir eine schöne Zeremonie vorbereitet.

Dazu trafen wir uns in einer lauschigen Nacht, zündeten ein kleines Feuer an und erzählten Naturwesen und Ortsgeistern über die geplante Veränderung. Während wir duftende Krauter verbrannten beschrieben wir den geplanten Garten in schönsten Farben, zeigten hierhin und dorthin und vor unserem inneren Auge nahm alles Gestalt an. Dann baten wir um das Wohlwollen der Kräfte während der Bauarbeiten und zwischendurch war uns, als umwehe uns ein sanfter Rosenduft. Alles fühlte sich wunderbar stimmig und getragen an und mit einem sehr guten Gefühl gingen wir auseinander.

Doch während der Ausschreibung für einen Gartenbaubetrieb kamen dem Inhaber plötzlich Ideen zur Erweiterung. Eine weitere Halle wurde geplant und es gab die Überlegung, den Garten später noch größer anzulegen und den rückwärtigen Teil der zweiten Halle einzubeziehen. Die Bauarbeiten für den Garten wurden auf Eis gelegt. Wir verloren uns aus den Augen und erst letzte Woche hatten wir wieder Kontakt.

Bei meinem Besuch erzählte der Kunde mir, was sich mittlerweile zugetragen und wie sein Leben sich verändert hat: Ein privater Schicksalsschlag war zu verabeiten gewesen, das ehemals blendende Verhältnis zum Bürgermeister hat sich ins Gegenteil verkehrt, inzwischen gibt es großen Ärger mit den Behörden und illoyale Mitarbeiter, die fahrlässig handeln und großen Schaden verursachen. Privat krönt dauernder Streit mit den Nachbarn die unerträgliche Situation.

Während seiner Schilderung erreichen wir den rückwärtigen Teil der Halle und mich trifft förmlich der Schlag. Ich traue meinen Augen nicht, denn was ich sehe ist surreal: Da wo ein blühender, üppiger Garten das Licht der Welt erblicken sollte, erstreckt sich eine gigantische Betonfläche. Eines Tages habe er „einfach“ beschlossen, die Fläche mit Beton zuzuschütten, fährt er fort.

Ich muss mich setzen. Als wir später die Entwicklung der Ereignisse rekapitulieren wird klar, dass er mit Gewalt etwas Zartes in sich zerstören wollte, und dass das Schicksal sich drehte, nachdem er den „Garten“ betoniert hatte.

Ich bin noch immer tief erschüttert und traurig. Wer glaubt, wir machen da so ein bisschen „Pille-Palle“ während einer Zeremonie, mag sich ganz doll täuschen. Naturwesen und Ortsgeister gibt es und ich bin überzeugt, dass jeder sie schon gespürt hat. Manchmal befürchte ich, westliche Sozialisation hat keine andere Aufgabe, als uns vom Gegenteil zu überzeugen.

Auf der Heimfahrt fällt mir ein Spruch aus meinem Poesiealbum ein

Wer mit dem Leben spielt,
kommt nie zurecht,
wer sich nicht selbst befiehlt,
bleibt immer Knecht.

Zwischen dem Gedanken und der Tat gibt es eine Lücke, in der Entscheidung möglich ist. Und manchmal braucht es alle Kräfte in einem, absolute Disziplin und starken Willen, dem Wunsch nach Zerstörung – der sicher in uns allen lauert – nicht nachzugeben. Das ist der Moment, sich selbst zu befehlen und etwas ganz bewusst zu unterlassen.

Das Ende dieser Geschichte ist noch offen. Wie im Märchen steht der Held nun am Wendepunkt und obwohl wir es vor Spannung kaum aushalten können, müssen wir uns gedulden. Die folgenden Seiten sind noch nicht geschrieben. Wird er den Beton wieder aufnehmen und den Garten doch noch wahr werden lassen? Wünschen wir ihm doch eine gute Fee an seine Seite …