Susanne Berkenkopf

„Ein Zuhause ist mehr, als vier Wände und ein Dach über dem Kopf." Dies ist ein Blog über Räume, über innere und äußere Räume. Denn ich bin überzeugt, dass jeder Raum in dem wir uns regelmäßig aufhalten, Einfluss auf unser Leben nimmt. Also gebe ich hier Anregungen, wie Wohnräume und Arbeitsplätze energetisch und ästhetisch optimiert werden können. Ich schreibe für Menschen, die in einer wohltuenden Umgebung leben wollen, die innere und äußere Freiräume schätzen, und an ihr Potenzial glauben. Ich schreibe für Menschen, die wie ich, jetzt und auf dieser Erde zum Wohle des Ganzen wirken wollen. Im „echten Leben" biete ich Wohncoaching, Grundrissanalyse und Lebensstilberatung. Meine Werkzeuge sind Imperial Feng Shui, Geomantie, chinesische Astrologie und systemische Beratung. Mehr unter www.feng-shui-und-beratung.de


8 Kommentare

Erdbeer, Kirsche, Waldmeister – Symbolik der Pflanzen

Noch ist Erdbeerzeit – darum hab ich mal in meine „Kiste“ gegriffen und ein Loblied auf Erdbeer, Kirsche und Waldmeister hervorgezaubert. Lass‘ es Dir schmecken!

Erdbeeren

Erdbeeren – von meiner Gartenfreundin selbst gepflückt!

Die Erdbeere als Symbol der Verlockung zur Sünde, las ich kürzlich bei Marianne Beuchert*. Tja, wer liebt sie nicht – die üppigen Eisbecher mit Sahne, die Erdbeertorten, die in Zucker eingelegten Früchte oder die ganz reifen, bei denen beim Reinbeißen der Saft von Fingern und Lippen tropft …

Natürlich steht die Erdbeere in enger Verbindung zu den Göttinnen der Liebe und Fruchtbarkeit. In vorchristlichen Zeiten war sie das Attribut von Venus und Frigga / Freya, später verkörperte sie als Sinnbild die Gottesmutter Maria. Ihr dreigeteiltes Blatt erinnert zudem an die Dreifaltigkeit. In vielen alten Gemälden wandeln die Heiligen gar über wiesengleiche Erdbeerfelder, wem ist’s schon aufgefallen?

Die Besonderheit der Erdbeere, die nämlich gleichzeitig blüht und Früchte trägt – und das alles in den symbolträchtigen Farben Weiß (=> Unschuld) und Rot (=> Liebe) – deutet auch auf die körperlichen Freuden. „Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund„, war nicht nur der Titel der Kinski-Autobiographie sondern eines frivolen Liebesgedichtes aus den 30er Jahren.

Medizinisch wirkt der in Blättern und Wurzel der Walderdbeere enthaltene Ellag-Gerbstoff, er soll bei Halsentzündungen und Stoffwechselerkrankungen helfen.

Kirschenzeit

Kirschen, noch warm von der Sonne

Kirschen gibt es jetzt auch schon. Sie erzählen von der weiblichen (und geistigen) Schönheit und von heiterer Erotik. Kirschen, schreibt Marianne Beuchert, seien das Attribut verführerischer Frauen. Auch die Kirsche spricht in den Farben weiß und rot.

In Asien gehört die Kirsche zu den heiligen Bäumen, allerdings weniger wegen der Früchte sondern wegen ihrer Blütenfülle. In der japanischen Mythologie steht der Kirschbaum für Treue und Verbundenheit, er symbolisiert das leichte Sterben und die selige Erlöstheit vom irdischen Schmerz. Die japanische Kultur ist ja auch geprägt vom Lebensstil der Samurei und eine derer höchsten Tugenden besteht darin, furchtlos und leicht in den Tod zu gehen. In einem Gedicht  von Fujiwara No Kintsune heißt es

„Wie der Frühlingswind
den Blütenschnee der Kirschen
sanft mit sich nimmt
und der Erde wiedergibt, so fällt auch das Ich und vergeht.“

Waldmeister

Waldmeister ist im Wald zu Hause und liebt daher ein schattiges Plätzchen

Waldmeister kann ich auch sehr empfehlen. Heute kennen wir ihn  zwar eher als Sirup, doch zählt er zu den heilsamen Kräutern, die krampflösende und beruhigende Wirkung haben. Irgendwo las ich, dass er sogar Motten vertreibt. Im Garten liebt Waldmeister ein eher schattiges Plätzchen und wer Platz hat, sollte ihn unbedingt bei sich aufnehmen. Als die Kräuter in unserem Leben noch eine größere Rolle spielten wurde Schwangeren ein Lager aus duftenden Käutern hergerichtet. Dazu nahmen sie Dost, Labkraut, Steinklee, Waldmeister, Gundelrebe, Quendel und Heilziest. Mutter und Kind sollte dies kräftigen und vor Kindbettfieber und pränataler Depression schützen.***

In Vorfreude auf laue Sommerabende hier noch ein leckeres Rezept für eine Bowle mit Waldmeister:

Waldmeisterbowle

Lust auf Maibowle im Juli?                                     Foto © pixabay

„Den typischen Waldmeistergeschmack erzeugt die Substanz Cumarin. In hoher Dosis verursacht sie jedoch Kopfschmerzen und Übelkeit. Da ihr Gehalt in der Blütezeit stark steigt, schneiden Sie die Stängel noch vor der Blüte und lassen sie dann an einem schattigen Ort über Nacht welken – erst dann entwickelt sich das charakteristische Waldmeister-Aroma. Lassen Sie die Blätter bei der Zubereitung der Bowle mindesten 10 Min. in Weißwein ziehen und füllen dann mit eiskaltem Sekt auf. Verwenden Sie dabei nie mehr als 3 g Walmeisterkraut pro Liter,“ las ich neulich. Und wer auf Alkohol verzichten möchte nimmt stattdessen Zitronenlimonade. Und kann mir dann gern hier berichten!

* Marianne Beuchert, Symbolik der Pflanzen
**Katja Holler / Elisabeth Klimt, Magic
***Dr. Helga Buchter-Weisbrodt, Aromatische Maibowle, in: Gartenfreund Nr. 5/ Mai 2015


Hinterlasse einen Kommentar

Beifuss, Birne, Bambus – Pflanzen für Kraft, Schutz und langes Leben

Zur Sommersonnenwende war es alten Zeiten Brauch, während der rituellen Feierlichkeiten einen Gürtel aus Artemisia um die Hüften zu tragen. Zum Abschluss des Festes wurde er den Flammen übergeben – mit ihm sollten alle Krankheiten und bösen Geister, die das Jahr über geplagt hatten, verbrennen.

Artemisia, auch Beifuss, Eberraute oder Wermut genannt, galt in vielen Kulturen als heilige Kraftpflanze. Heute ist sie etwas verpönt und als Allergieauslöser gebrandmarkt.

Artemisia steht als  Symbol für die Abwehr des Bösen, für Gesundheit und Entzücken in der Liebe. Dieses Kräutlein war der griechischen Mond- und Muttergöttin Artemis geweiht, die Germanen würdigten damit die Liebesgöttin Freya, die einen Gürtel aus Artemisiastengeln um die Hüften trug. Auch Thor soll seine Kraft einem Gürtel aus Artemisia verdanken.

Auch heute kann man die Kraft des Beifuss nutzen: Ein warmes Fußbad bringt neue Lebenskraft und beugt Erkältungen vor, auch bei Rheuma und Unterleibsproblemen soll das Kraut helfen. „Das Artemisia-Blatt zählt außerdem zu den acht höchsten Kostbarkeiten des Buddhismus. … Die buddhistischen Novizen erhalten bei den Initiationsriten mit zigarettenartig gerollten glimmenden Artmisia-Blättern sieben Brandmale auf den Hinterkopf als Zeichen der Einweihung. So verrät eine Artemisia-Blatt, das als Architektur-Element in China häufig Fenster oder Türen ziert, dem Kundigen, dass hier Eingeweihte leben.“ (aus: M. Beuchert, Symbolik der Pflanzen)

Die Birne symbolisiert Schutz, Zuneigung und Wohlgefühl. Birnbäume, die in China als Ausdruck langen Lebens gelten, werden nämlich älter als die meisten anderen fruchttragenden Gehölze. Außerdem gedeihen Misteln auf ihnen ganz prima. Möglicherweise ist das ein Grund, warum sie mit Hexerei in Verbindung gebracht wurden. Es heißt, dass das slawische Volk in Birnbäumen sowohl Götter als auch Drachen sah, und deshalb für beide dasselbe Wort benutzten: Plonika. Von christlichen Missionaren wurden Birn- und Eichenbäume leider oft gefällt.

Seit der Gotik, einer Zeit, die einem anderen weiblichen Schönheitsideal huldigte als wir es kennen, wird der weibliche Körper mit der Form einer Birne verglichen. Und Träume, die von Birnen handeln werden oft auch sexuell gedeutet.

Bambus sollte in keinem Feng Shui Garten fehlen. In Asien variieren die Deutungen, doch in der Regel wird eine Tugend besonders verehrt: Neigt sich ein Bambus im Wind auch bis zur Erde, brechen wird er nie. Dem stärksten Sturm hält er stand, duldet immense immense Schneelasten auf seinem immergrünen Blätterdach und steht im nächsten Frühling unversehrt.

Darum werden Menschen, die die Haltung des Bambus verinnerlicht haben, hoch geachtet – sie passen sich allen Gegebenheiten klaglos an und geben doch niemals ihre Prinzipien auf.

 

 


9 Kommentare

Symbolik der Pflanzen: Pfingstrose, Akelei, Holunder

Pfingstrose im Feng Shui Garten

Die Pfingstrose im Feng Shui Garten

Schon immer sind Menschen daran interessiert, Zeichen zu deuten um Antwort auf innere Fragen zu erhalten.

Schauen Sie sich im eigenen Garten doch mal um. Welche Pflanzen haben Sie ausgewählt und was sagen sie Ihnen „durch die Blume“?  Mit dem Wissen um die tiefer liegenden Botschaften der Pflanzen können Sie sie von nun ab gezielt für Ihren Feng Shui Garten auswählen, um Lieblingsthemen auf schöne Weise zu aktivieren. Darum stelle ich hier ab jetzt in lockerer Reihenfolge die Symbolsprache der Pflanzen vor.

Die Pfingstrose gilt als Glücksbringer unter den Pflanzen. Sie steht symbolisch für Heilung, Geborgenheit und Liebe. In der chinesischen Kultur versinnbildlicht die Pfingstrose Reichtum und Glück. In Japan verehrt man sie außerdem wegen ihres Verweises auf weibliche Schönheit und ein langes Leben. Die Wurzel der Pfingstrose enthält heilende Wirkstoffe und wird darum in der chinesischen Kräuterheilkunde verwendet.
Die Pfingstrose mag Halbschatten und Windschutz. Sie können sie in die Baguazone pflanzen, deren Thema Sie gerade besonders beschäftigt.
Als Symbol für Reichtum passt die Pfingstrose hervorragend in den Südosten.

Akelei im Feng Shui Garten

Akelei im Feng Shui Garten

Die Akelei wird wegen ihrer äußerst extravaganten Blütenform auch Elfenhandschuh genannt. Die Akelei ist ein Symbol für die Dreieinigkeit, sie repräsentiert sexuelle Kraft (in der Renaissance galt sie als Aphrodisiakum), Demut und die Hilfe Gottes. Sie gilt als Attribut der Göttin Freya (nordische Göttin der Liebe, der Fruchtbarkeit und des Frühlings) sowie der Venus, der Liebes- und Schönheitsgöttin.
Die Akelei gedeiht im Schatten und braucht einen feuchten, sandigen, humusreichen Boden. In der Lehre der 5 Elemente gilt sie als Metallpflanze, was sie für den Westen (Bagua: Leichtigkeit, Projekte, Kinder) und Nordwesten (Bagua: Strategie, hilfreiche Menschen, Durchsetzungskraft) auszeichnet.

Um den Holunder ranken sich internationale Sagen und Mythen. Er gilt als der Schutzstrauch für Haus und Bewohner. Mythologisch ist der Holunder die Lieblingspflanze der Frau Holle, der germanischen Mutter- und Baumgöttin, die über Leben und Tod entscheidet. Die Holda,  germanische Schutzgöttin für Haus und Hof, für Mensch und Vieh wählte den Holunder als ihren Lieblingsbaum weshalb es heißt, es bringe großes Unglück, einen Holunder zu fällen. Holunder ist eine stark erdende, zentrierende Pflanze. Er regt die Tätigkeit der Mikroorganismen an, weshalb er gut in die Nähe des Komposts passt. Auch ist er bekannt für seine gesundheitsfördernde Wirkung: die Inhaltsstoffe der schwarzen Beeren regen, als Saft genossen, die Bildung roter Blutkörperchen an und Holunderblütentee gilt als fiebersenkend.

Holunder im Feng Shui Garten

Holunder im Feng Shui Garten

Der Holunder blüht in diesen Tagen, wer nun ein paar Blüten erntet und sie trocknet kann bei Bedarf diesen gesunden und überdies leckeren Tee selbst zubereiten. Holunder mag Sonne und Halbschatten (Sonne für die reifen Beeren!). Beim Pflanzen bedenken, dass er bis zu 7 Meter hoch und sehr ausladend werden kann. Er mag lehmige, humusreiche Böden, gilt aber als anspruchslos und soll selbst auf Trümmerhaufen gedeihen. Beim Beschneiden dran denken, vorher der Göttin Bescheid zu sagen, dann erst achtsam und respektvoll die Schere ansetzen.

„Das äußere einer Pflanze ist nur die Hälfte der Wirklichkeit,“ wußte wieder mal Goethe.