Susanne Berkenkopf

„Ein Zuhause ist mehr, als vier Wände und ein Dach über dem Kopf." Dies ist ein Blog über Räume, über innere und äußere Räume. Denn ich bin überzeugt, dass jeder Raum in dem wir uns regelmäßig aufhalten, Einfluss auf unser Leben nimmt. Also gebe ich hier Anregungen, wie Wohnräume und Arbeitsplätze energetisch und ästhetisch optimiert werden können. Ich schreibe für Menschen, die in einer wohltuenden Umgebung leben wollen, die innere und äußere Freiräume schätzen, und an ihr Potenzial glauben. Ich schreibe für Menschen, die wie ich, jetzt und auf dieser Erde zum Wohle des Ganzen wirken wollen. Im „echten Leben" biete ich Wohncoaching, Grundrissanalyse und Lebensstilberatung. Meine Werkzeuge sind Imperial Feng Shui, Geomantie, chinesische Astrologie und systemische Beratung. Mehr unter www.feng-shui-und-beratung.de


6 Kommentare

Wenn’s mal nicht so läuft …

… wie gewünscht hat jeder Mensch eigene Methoden damit umzugehen.

Man kann

  • sich Sorgen machen
  • das „Problem“ analysieren
  • still halten und nichts tun
  • Tee trinken und schlaue Bücher lesen
  • oder alles zusammen – wobei das schon eine Kunst für sich darstellt 🙂 .

Was tut also die Feng Shui Beraterin, wenn’s mal nicht so läuft wie sie es sich wünscht?

Ein aufgeräumter Raum geht Hand in Hand mit einer aufgeräumten Seele

Was war los?

Mich hemmte eine meterhohe Schreibblockade und ich hatte einfach keine Ideen, über was ich schreiben könnte. Alle Sätze oder Themen klangen gestelzt und ich hockte einige Stunden lustlos vor dem Bildschirm und starrte ins Leere.

Was hab ich getan?

  1. Mich losgesagt vom „Müssen“ – nix muss, alles darf.
  2. Raus in Wald und Garten, geschnuppert, herum spaziert und in der Erde gewühlt, neue Beete angelegt, Samen vorgezogen, ein Hochbeet gebaut.
  3. Nach einem guten Weilchen draußen überlegte ich neu, woran es hapern könnte –  braucht mein Arbeitsraum mehr Atmosphäre, frische Farben, eine neue Schreibtischausrichtung oder ein zeitgemäßes Visionboard?
  4. Dann nutzte ich den rückläufigen Merkur schon im Vorfeld, habe innen und außen aufgeräumt und aussortiert. Dabei habe ich dann gleich noch Schlussstriche gezogen unter schädliche / sabotierende Gedanken, das Nachtrauern um verloren gegangene Beziehungen und nicht genutzte Gelegenheiten.
  5. Den Maler bestellt und
  6. mir von den unmöglich-möglichen Möglichkeiten * das Passende ausgesucht. Du darfst raten – was habe ich wohl gewählt?

*
Lass dich fallen.
Lerne Schnecken zu beobachten.
Pflanze unmögliche Gärten.
Lade jemand Gefährlichen zum Tee ein.
Mache kleine Zeichen, die “Ja” sagen
und verteile sie überall in deinem Haus.
Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
Freue dich auf Träume.
Weine bei Kinofilmen.
Schaukel so hoch du kannst mit einer Schaukel bei Mondlicht.
Pflege verschiedene Stimmungen.
Verweigere “verantwortlich” zu sein. Tu es aus Liebe.
Mach viele Nickerchen.
Gib Geld weiter. Tu es jetzt. Das Geld wird folgen.
Glaube an Zauberei.
Lache viel.
Bade im Mondlicht.
Träume wilde, phantasievolle Träume.
Zeichne auf die Wände.
Lies jeden Tag.
Stell dir vor, du wärst verzaubert.
Kichere mit Kindern.
Höre alten Leuten zu.
Öffne dich, tauche ein, sei frei.
Segne dich selbst.
Lass die Angst fallen.
Spiele mit allem.
Unterhalte das Kind in dir.
Du bist unschuldig.
Baue eine Burg aus Decken.
Werde nass.
Umarme Bäume.
Schreibe Liebesbriefe.

Joseph Beuys

Na, was meinst Du? Also den unmöglichen Garten habe ich ja schon, darum entschied ich mich dafür, jemand „Gefährlichen“ zum Tee einzuladen. Ich hab’s überlebt, schreibe nun Liebesbriefe (an das Leben natürlich 😉 ) und bin inspirierter denn je. Und worauf wäre Deine Wahl gefallen? Schreib’s mir, ich freu mich drüber!

P.S. Das ist übrigens nicht mein Schreibtisch auf dem Foto, denn ich würde nicht mit dem Rücken zum Geschehen sitzen. Doch mir gefällt der Eindruck, dass nämlich eine aufgeräumte Arbeitsatmosphäre beschwingt und Lust macht, das Beste aus dem zu machen was gerade dran ist!


Hinterlasse einen Kommentar

Gedanken auf der Autobahn

Auf der Autobahn komme ich immer ins philosophieren.

Straßen

Dann frage ich mich zum Beispiel, ob ich wirklich fahre während ich fahre, oder ob ich nur fahre, um irgendwo anzukommen. Manchmal bin ich nämlich am Ziel und weiß gar nicht, wie ich dorthin kam. Geht es beim fahren also um das Mittel oder um den Zweck? Nirgendwo kann ich das besser beobachten, als auf den langen geraden Strecken unserer Schnellstraßen. Fast gerate ich ein wenig in Trance dabei. Dann erlebe ich, was Meditationslehrer so raten: Tun und sich beobachten dabei. Für mich ist die Autobahn der ideale Schauplatz dafür.

Letztens sah ich einen Film über einen Mann, der durch eine zufällige Begebenheit sein ganzes Leben ändert. Seitdem denke ich oft darüber nach. Die Begegnung mit einer fremden Frau und ein paar Sätze vom „Goldschmied der Worte“ genügen, in diesem Mann ein Feuer zu entfachen und von jetzt auf gleich besteigt er den „Nachtzug nach Lissabon„. Fasziniert begibt er sich auf die Spuren des gelebten Lebens Anderer und beginnt, die fehlende Lebendigkeit seines eigenen Lebens zu bedauern.

„Wenn wir nur einen kleinen Teil leben von dem, was in uns ist, was geschieht dann mit dem Rest?“, fragt der Autor des Buches, Amadeu de Almeida. Ich frage mich was es braucht, so zu handeln wie der Mann in dem Film. Öffnet sich in solchen Momenten eine „himmlische Tür“ und die Entscheidung, hindurch zu gehen fällt ganz leicht? Sind es kosmische Bedingungen? Ist es eine innere Bereitschaft, der eigenen Überzeugung zu folgen – ohne Rücksicht auf verstandesmäßige Angst vor möglichen Konsequenzen? Was braucht es, um ein gelebtes Leben zu verlassen und es anders(wo) fortzusetzen?

An einer Stelle heißt es: „Die Angst vor dem Tod ist die Angst vor der Unerfülltheit des Lebens.“ Ist das der Grund für die endlose Beschleunigung unserer Tage? Fürchten wir uns wirklich davor, etwas zu verpassen? Oder fürchten wir den Moment, in dem der Schleier fällt und wir klar erkennen? Marc Aurel schreibt: „Ein Leben, nur ein einziges, hat jeder. Es ist aber für dich fast abgelaufen, und du hast in ihm keine Rücksicht auf dich selbst genommen, sondern hast getan, als ginge es bei deinem Glück um die anderen Seelen … Diejenigen aber, die die Regungen der eigenen Seele nicht aufmerksam verfolgen, sind zwangsläufig unglücklich.“

Die Liebe zu anderen kann nur erleben, wer sich selbst liebt. Wer sich selbst liebt bleibt seinen Überzeugungen treu, selbst wenn er sie ändert. Auf Leben und Tod. Auch das wird im Film thematisiert. Freundschaft, Liebe, Gerechtigkeit – Werte die überdauern. Im Film ändert der Mann sich, vielleicht wird er durch die Erlebnisse auch erst er selbst, indem er mehr Teile von dem lebt, die in ihm stecken? Am Ende jedenfalls scheint es, er bleibt in Lissabon und kehrt der empfundenen Bedeutungslosigkeit seines bisherigen Lebens den Rücken. Eine (fast) alltägliche Entscheidung.

Nachher fahre ich wieder auf der Autobahn. Ich werde viele hundert Kilometer haben, mich beim Fahren zu beobachten und darauf zu achten, welche Türen sich öffnen.

 

 

 


Hinterlasse einen Kommentar

Augenblick

Gestern im Zug. Hinter mir beantwortet eine Frau ihr Telefon. Ich höre sie, bin sofort gefangen und fasziniert lausche ich dem Klang ihrer Stimme. Lasse mich ganz einsinken in den Rhythmus und ihre Melodie. Die Worte an sich spielen keine Rolle, doch wie sie jedem Wort seinen Raum läßt, sich ganz zu entfalten – ich bin hin und weg!
Als ich aussteige sehe ich sie. Einen Moment kann ich nicht fassen was ich sehe. Vermutlich hätte ich ihr nicht erlaubt, mich derart unvermittelt so tief zu berühren, hätte ich sie zuerst gesehen.
Die Augen, das Fenster zur Seele und Tore zur Welt. Dennoch – manchmal baut das Auge eine Barriere, urteilt und hält das Wesentliche fern.
Dank an meine Ohren und die wunderbaren Minuten, während der Zug durch die vereiste Landschaft eilte.