Susanne Berkenkopf

Feng Shui • Beratung • Inspiration


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Endlich berühmt. Und was kommt danach?

Wer berühmt ist, scheint es „geschafft“ zu haben. Doch wie kommt es, dass wir so häufig über das gescheiterte „Danach“ der Helden lesen?

Dank der modernen Märchenerzähler, dem Boulevard, dürfen wir nicht nur an den Sternstunden sondern auch an persönlichen Tragödien Prominenter hautnah teilhaben. Sei es Boris Becker, Tiger Woods, Amy Winehouse oder Marilyn Monroe, sei es die ruinierte Beziehung, die finanzielle Pleite, die Sucht nach Alkohol oder Drogen, sei es das Finale durch Selbstmord – dem Auge der Öffentlichkeit bleibt nichts verborgen. Oft scheint es, als könne der „Star“ am wenigsten mit seinem Ruhm umgehen.

Mögliche Ursache 1 – Innere Blockade

Wer hätte diesen Absturz vermutet als sie, strahlend umjubelt, auf dem Platz oder der Bühne die Arme nach oben rissen? Dabei gibt es im Volksmund unzählige Redensarten die uns, mehr oder weniger, in ihren Bann ziehen: „Das dicke Ende kommt nach …“, „Wer sich zu früh freut …“, „Soweit kommt’s noch, dass du …“, „Dann kommt das große Heulen …“, „Das ist dann das Ende vom Lied …“! Sind die „Helden“ auch nicht frei davon? Glauben sie vielleicht selbst, dass Ruhm einen (hohen) Preis fordert?

Wer sich in dieser Spirale findet kann durch systemische Aufstellung wirksam zu des Pudels Kern dringen. Auch wer gern erfolgreich sein will und sich wundert, warum das immer noch nicht klappt, kann diese inneren Blockaden haben. Dann wird mit dem Verstand gewünscht, doch im Bauch will das gar nicht erreicht werden. Tricky. Doch systemische Arbeit in Verbindung mit Feng Shui kann das

a) erkennen, innerlich heilen und
b) zusätzlich die (meist selbstgeschaffenen) Blockaden im Raum beseitigen.

Mögliche Ursache 2 – Abhängig von äußerem Qi

Was passiert, wenn jemand (plötzlich oder nach fleißiger Vorarbeit) im Rampenlicht steht? Wenn das lang ersehnte Ziel endlich erreicht und alle Aufmerksamkeit auf einen gerichtet ist? Natürlich bekommt wer im Licht steht ganz viel Qi – Lebensenergie. Frei nach dem Motto: Qi folgt der Aufmerksamkeit. Das kann wie ein Aphrodisiakum wirken und nach einiger Zeit auch zur Abhängigkeit führen.

Wer selbst schon mal auf dem Podium stand (und danach nicht zu selbstkritisch mit sich ins Gericht ging ) weiß, wie erhebend es sich anfühlt: Nach dem Lampenfieber ist das Gehirn voll durchblutet, Glücksgefühle schwemmen durch den Körper, das Gesicht strahlt und je mehr man nach außen strahlt desto mehr strahlt das Außen zurück. Ein Gefühl, als könne man Bäume ausreißen. Pulsierende pure Lebenskraft, der Moment, in dem ALLES möglich ist. Zurück bleibt der Wunsch MEHR davon zu kriegen!!!

Das kann dazu führen, dass Mensch sich völlig verausgabt. Je länger jemand mit der Riesenportion Qi gefüttert wurde desto leerer, matter, schwächer kann man sich fühlen, wenn Rollenangebote ausbleiben oder andere vor einem das Treppchen erklimmen. Wenn’s „das Echte“ nicht mehr gibt, tut es vielleicht ein Ersatz?

Mögliche Ursache 3 – Wenn die wüßten, wer ich wirklich bin. Hoffentlich merkt’s keiner!

Egal ob jemand plötzlich ein „Held“ oder langsam zur Ikone stilisiert wird (Boris Becker, Lady Di, Britney Spears) – im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen macht was mit einem. Plötzlich gewinnt das Außen viel Macht, denn „alles“ wird kommentiert, nichts bleibt mehr unbeobachtet, nichts ist „privat“. Je nach persönlicher Konstitution wird dieser Blick verinnerlicht; kommentiert oder zensiert schließlich eine innere Stimme das Tun. Abhängig von der Herkunft mag solch ein Identitätskonflikt unterschiedlich krass empfunden werden, und individuell entwickeltes Resilienzvermögen kann helfen, die Kluft zwischen Sein und Beobachten zu überbrücken.

Im Grunde erstaunt es auch nicht, wenn Prominente über ihre Selbstzweifel erzählen, von dem schleichenden Gefühl nicht gut genug, oder gar ein Betrüger zu sein: „Wenn die wüßten … .“ – Wie mag sich wohl der Fußballer Thomas Hitzlsperger vor seinem Coming-Out gefühlt haben? Dominant wird an diesem Punkt die Frage nach der eigenen Identität: Wer bin ich, jenseits des Jubels? Wer darf ich sein? Bei Schauspielern mag noch die Frage dazu kommen, ob sich jemand in mich Mensch verliebt oder eher die Rolle gemeint ist (Angelina Jolie und Brad Pitt wurden während des Films „Mr.& Mrs. Smith“ ein Paar und Game of Thrones Heroes Kit Harrington und Rose Leslie verliebten sich während der Dreharbeiten).

Kein Held ist perfekt und selbst Siegfried hatte seine verletzliche Stelle. Was also tun?

Natürlich kennt Feng Shui auch hier eine Lösung. Klingt simpel, mag dennoch eine Herausforderung darstellen.

1. Schritt – Zuhause die Mitte stärken.

Unser Zuhause nehmen wir überall mit hin, selbst wenn wir viel unterwegs sind. Darum gilt es, Daheim einen kraftvollen „Ankerplatz“ zu kreieren. Hilfreiche Fragen zur Gestaltung:

  • Wie fühlt es sich an, wenn ich an einem Ort ganz in meiner Mitte ruhe?
  • Wie ist dieser Platz geschaffen?  Wie die Mitte eines Schneckenhauses, wo das Weiche, Verletzliche sich ganz und gar hinein zurück ziehen kann, geschützt von einem festen Panzer? Oder ist es eher wie der Apfel, der mit saftigem Fruchtfleisch sein Gehäuse umschließt? Wo in der dunklen Mitte die Samen geschützt heran reifen können, um später groß raus zu kommen?
  • Welche Farbe hat Mitte? Ist es Farbe die man sieht, oder Farbe, die man fühlt? Rot-orange vielleicht, so wie das erste Licht mit dem ich als Embryo in Kontakt kam? Oder lieber kühler, distanzierter, gleichwohl umhüllend und formlos wie Wasser?
  • Soll sie eine Form haben?
  • Würde ich sie dekorieren? Braucht es Bilder? Oder ist es ein Korb, gefüllt mit Moos, mit Sand oder Erde und vielleicht groß genug, dass ich mich hinein legen kann?
  • Was sehe ich vor meinem inneren Auge, wenn ich MITTE denke?
  • Was braucht ein Ort, damit ich mich ganz und gar fallen lassen kann und mich trotzdem gehalten fühle?

2. Schritt –  Die im Raum geschaffene Mitte verinnerlichen.

Wie eine Matruschka Puppe gibt es in der äußeren Hülle unzählige kleinere, bis hin zur Kleinsten. In die passt nichts mehr hinein, die ist der Kern. Unzählige Häute oder Schalen in der sich schließlich die körperliche Mitte ganz und gar geborgen fühlt. Das ist ein Prozess und kann ein bisschen dauern. Vielleicht braucht es viele Stunden Aufenthalt in der räumlichen Mitte, um sie irgendwann ganz ins Innere geholt zu haben. Wo sie bereitwillig da ist, um jederzeit abrufbar zu sein.

Um schließlich den Durst nach äußerem Qi durch die eigene Quelle zu stillen. Sobald die Frage, wer ICH bin, geklärt oder nicht mehr relevant ist. Sobald der Erfolg sein darf, weil (unbewußte) Loyalitäten zur Herkunftsfamilie geheilt wurden.

In diesem Sinne – viel Erfolg und gutes Gelingen! Und wer Unterstützung braucht – ich bin da.

 

 


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Feng Shui Basics für den Garten

„Ich setze als wahr voraus, dass es im Himmel und auf Erden Götter gibt und dass die unergründliche Natur und mein Ich einander antworten.“ Yang Mu

Dieser Verbindung von Ich und Natur lässt sich jederzeit nachspüren. Besonders angenehm für alle Sinne ist es jetzt, da lang ersehnter Sonnenschein nach draußen lockt. Sich gücklich schätzen darf, wer im eigenen Garten an einem schattigen Plätzchen ausruhen oder kreativ werkeln darf, um Kraft für den Alltag zu schöpfen.

Der Ursprung der Harmonielehre

Mit ein paar Basics des Feng Shui, der fernöstlichen Harmonielehre von Wind und Wasser, können neue Impulse für die Gestaltung in den Garten einziehen. Anfänglich wollten chinesische Gelehrte eigentlich „nur“ herausfinden, wie Menschen, Tiere und Pflanzen sich unter bestimmten Bedingungen verhalten und wie sie sich verändern, werden die äußeren Bedingungen gewandelt. Das Ziel einer Gestaltung mit Feng Shui war immer, in harmonischem Einklang mit seiner Umgebung und der Natur zu leben und dadurch positiv auf Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensfreude zu wirken. Lebenskraft erhalten, das war und ist das Zauberwort.

Der Garten – eine universelle Form des Seins

Die Kunst der harmonischen Gartengestaltung entwickelte sich nicht nur im Fernen Osten, auch in Europa entstand eine eigene Form der Gartenkunst. Sie orientierte sich überwiegend am Zeitgeist und den dazu gehörenden philosophischen Überzeugungen. Auch in der westlichen Welt wurden Gärten nach „Energie-Kriterien“ angelegt und Eingeweihte nutzten ihr „Wissen der Erde“, genannt Geomantie, um von unsichtbaren, in der Erde verlaufenden Kraftlinien zu profitieren und sie zur Erbauung einzubeziehen.

Philosophisch können wir jeden Garten als einen Mikrokosmos betrachten, als ein Abbild des großen Ganzen. Und je nach Epoche und eigenem Geschmacksempfinden wechselt die Darstellung dieses lebendigen „Landschaftsgemäldes“ auch heute noch: Bevorzugt der eine die üppige Farbenpacht und das scheinbar wilde Durcheinander des Bauerngartens; findet die andere im sparsam und zurückhaltenden Zen-Garten ihr inneres Abbild. Gemeinsam tragen alle Mensch die Sehnsucht nach dem Paradies in sich und die Gärten soll(t)en ein irdisches Abbild dieser Sehnsucht darstellen. Im Garten begegnet der Mensch den Elementen und damit auch sich selbst.

Einen Feng Shui Garten per se, den gibt es gar nicht

Feng Shui ist die Kunst, in harmonischem Einklang mit der Umgebung zu leben. Deshalb orientiert sich ein solcherart gestalteter Garten an den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten. Erkennungszeichen sind die Anlage der Wege, die Platzierung von Wasser, gekonnte Steinsetzungen und die Bepflanzung mit dominanten Kennzeichen, seien es Bäume oder Hecken. Ein gelungener Garten hat keinen Anfang und kein Ende und die Meisterschaft (vor allem der japanischen Gärten) besteht darin, für das Auge einen endlosen Blick zu schaffen; Kenner sprechen in solchen Fällen von „geliehenen Gärten“.

Wer einige Basics der Feng Shui Lehre bei der Anlage eines Flecken Erde einbezieht, wird seinen Garten als besonders harmonisch, inspirierend und wohltuend für die Gesundheit empfinden. Wirkt ein Garten dagegen leblos oder ein bisschen eintönig, ist das in den meisten Fällen auf ein Ungleichgewicht der 5 Elemente oder auf ein nicht ausbalanciertes Verhältnis von Yin und Yang zurückzuführen. Die Lehre besagt, dass alles was um uns ist, also Lebenwesen, Pflanzen und auch Steine eines der 5 Elemente repräsentiert. Die 5 Elemente stehen miteinander in tiefer Verbindung, sie können sich fördern, zerstören oder kontrollieren.

Tipps und Tricks für harmonische Gestaltung mit den 5 Elementen 

Pflanzen und Accessoires für den harmonischen Garten bestehen aus dem

Element Holz – Sinnbild des Frühlings. Charakterisch für das Holzelement ist die kräftig nach oben strebende Energie. Seine Farbe ist Grün. (Accessoire Säule, Pflanzen z. B. Hyazinthe, Tulpe, Bambus oder Rittersporn). Holz fördert das

Element Feuer – welches für die Jahreszeit des Sommers steht, sein Sinnbild ist die Expansion. Dem Feuer sind die Farbe Rot sowie spitze oder dreieckige Formen zugeordnet (Accessoire Gartenlicht, Feuerpflanzen u. a. Krokus, Gladiole, Stechpalme). Feuer befruchtet das

Element Erde – sie hat eine vermittelnde, aufnehmende Energie und entspricht dem Spätsommer. Die Farben sind ocker, sand, terracotta, ihre Form ist rechteckig oder quadratisch (Accessoires sind Steine oder Terrakotta-Waren, Pflanzen im Erdelement u. a. türkischer Mohn, Schneeglöckchen, Clematis oder Felsenbirne). Aus der Erde gewinnt man das

Element Metall – das Element der maximalen Verdichtung. Diese Energie strebt dazu, sich im Mittelpunkt zu vereinen. Jahreszeitlich wird Metall dem Herbst, der Zeit der fallenden Blätter, zugeordnet. Seine Farben sind Weiß oder Silber, die zugehörige Form ist rund. (Accessoire Metallkugel, Pflanzen z. B. Vergissmeinicht, Pfingstrose, Pampasgras, Akelei oder Glyzinie). Metall wirkt anreichernd auf das

Element Wasser – welches die nach unten fließende Kraft symbolisiert. Seine Form ist wellig und unregelmäßig, seine Farben sind Blau oder Schwarz. (Accessoire Vogeltränke oder Teich, Pflanzen z. B. Lavendel, Stiefmütterchen, Osterglocke, Ringelblume oder Fingerhut).

Lass‘ Blumen sprechen …

Auch die innere Wirkung der Pflanzen, also ihre Symbolsprache, bereichert jeden Garten. Mit Schafgarbe kann zum Beispiel weibliche Intuition und Einfühlungsvermögen gestärkt oder mit Hilfe des Bambus eine Aufbruchstimmung erzeugt werden. Die Lupine stärkt Duchsetzungskraft und Selbstbewusstsein, die Forsythie bringt Einfachheit, Hortensien beruhigen den Geist und die Strauchpfingstrose wird wegen ihrer Schönheit und als Glücksbringer geschätzt. (Mehr zur Pflanzensymbolik findest Du hier)

Wer einen neuen Weg anlegt, sollte auf geschwungene Wegeführung achten, damit das lebensspendende Qi langsam durch den Garten und zum Haus fließen kann. Dabei haben natürliche, hochwertige Materialien eine deutlich höhere Grundenergie, sie unterstützen die  Lebenskraft nachhaltig und sind deshalb ihre Investition wert.

Unbelebt wirkende Gartenbereiche können mit Aufmerksamkeitspunkten wie Licht, Solitärpflanzen oder Accessoires verschönert werden. So wird auch hier das Qi angelockt. Der Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt:

  • Vielleicht gestalten Sie jenseits des Hauptweges kleine Themengärten?
  • Ein Garten, der nicht auf den ersten Blick zu überschauen ist, macht neugierig und wirkt anregend.
  • Und in jedem Garten, sei er noch so winzig, sollte eine kleine Zone unbearbeitet bleiben um einen Rückzugsort für Tiere zu schaffen. Das muss ja nicht immer auf der Erde sein, auch wer in die Höhe denkt wird fündig: ein umgedrehter, mit trockenem Grasschnitt gefüllter Blumentopf wird ein Zuhause für Ohrenkneifer, Käfer lieben zusammengebundene, in den Baum gehängte Äste, am Haus könnte ein Kasten für Fledermäuse angebracht werden (dann an nachtblühende Pflanzen denken!) und natürlich der klassische Laub- und Gehölzhaufen für Igel. Unberührte Orte werden zu Plätzen der Wandlung und laden uns ein, über das Tao des Lebens zu sinnieren.

Plädoyer für Wohlbefinden und Gesundheit

Ein lebendiges, nach Feng Shui Kriterien gestaltetes Stück Natur versorgt uns alle mit vitaler Lebensenergie und trägt dazu bei, das Empfinden zu bereichern. Eine Gartengestaltung für alle Sinne belebt die Vielfalt, bereichert schauen, riechen, schmecken, fühlen und hören und ist ein unerschöpflicher Quell für Gesundheit und intensives Wohlbefinden.

Brauchen Sie Inspiration für Ihren Garten, dann sprechen Sie mich gerne an. Ich bin eine leidenschaftliche Gärtnerin und schöpfe aus der nie versiegenden Quelle … 🙂 ❤

 


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Alle reden von Qi – was ist das überhaupt?

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Qi ist Lebensenergie, ist das lebensspendende Prinzip, ist Kraft, ist die Wirkung von Form und Situation.

Im Feng Shui (wörtlich: Wind und Wasser) bedeutet Qi auch Wasser und meint damit ‚das Blut der Erde‘. Der Wind wird als eine Bewegung des Qi in der Landschaft gesehen und die Emotion als eine Bewegung des Qi im menschlichen Körper.

Traditionelle chinesische Wissenschaften, zu der auch die Raumpsychologie Feng Shui gehört, haben immer Parallelen zwischen dem menschlichen Körper und der ihn umgebenden Natur gesehen.

Im Buch der Kaiserin* heißt es das Qi die „Grundlage aller Erscheinungen auf der Welt (ist). … Qi wird oft einseitig als „Energie“ übersetzt. In Wirklichkeit ist es ein Oberbegriff für Materie und Energie und deren ständige Umwandlung von einem in das andere.

Schmerzen und Funktionsstörungen sind für die Chinesen Störungen des Qi-Flusses: Qi-Stagnation.

In seiner nährenden und saftigen Funktion wird Qi auch Blut genannt. In einer sehr stark materiellen und bewahrenden Form wird es Essenz genannt. In einer bewegten und bewegenden Funktion wird es Qi im engeren Sinne genannt.“ *

Essenz ist also die materielle und bewahrende Form des Qi. Warum ist Essenz wichtig? Weil Essenz davor bewahrt, sich vorzeitig zu verbrauchen (nette Umschreibung für: Mattikgkeit, Müdigkeit, vorzeitigen Alterungsprozess, Lustlosigkeit, Teilnahmslosigkeit, Gleichgültigkeit usw. )

Um die Essenz zu bewahren hat sich folgendes bewährt:

  • Demut ( also nicht hadern, mit dem was ist und was sich (zumindest momentan) nicht ändern läßt)
  • Liebe zu sich selbst und zu allen Mitgeschöpfen (erklärt sich fast von selbst. Beinhaltet auch den Respekt vor allem und allen, die sich nicht gemäß kulturell vorherrschender Ideologie verhalten / verwerten lassen)
  • innere Stille (sehr gut zu erreichen durch Meditation, Kontemplation, Gebet, Auszeiten in der Natur)
  • nahrhafte Lebensmittel (je mehr industrielle Zwischenschritte ein Nahrungsmittel durchlaufen hat desto weniger Ur-Kraft enthält es. Zu bevorzugen sind frische, regional angebaute LEBENSmittel )
  • ausreichend Schlaf (individuell verschieden. Man verpasst übrigens nichts, wenn man schläft … und obendrein lieben Körper, Geist und Seele die Zeit der Stille, in der sich alles wieder richten darf)
  • im Einklang mit der Umgebung leben (den umhüllenden Raum als Teil des universellen Energiefeldes zu erkennen und mit seiner Hilfe Lebenskraft und Essenz der Menschen zu bewahren ist das Hauptanliegen im Feng Shui. Damit sind alle Handlungen umfasst, die „im Gefüge der Natur eine für den Menschen günstige Beeinflussung“ ** bewirken)

Weil das Wohlbefinden auch abhängig ist von der Lebensenergie, und weil ein Mensch nur so lange (gut) lebt wie ausreichend Kraft vorhanden ist – deshalb reden alle, die sich mit den traditionellen chinesischen Wissenschaften befassen, so oft von Qi.

 

 * Christine Li und Ulja Krautwald: Der Weg der Kaiserin, Fischer TB 2011
** Manfred Kubny, Feng Shui: Die Struktur der Welt, Drachen Verlag 2008

 

 


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Die Kraft des Rituals

Das Wesentliche im Blick

Das Wesentliche im Blick

Am Freitag war ich zu einer japanischen Teezeremonie geladen. Der Gastgeber empfing mich im rituellen Gewand, dem Kimono, und führte mich über den Hof in sein Teehaus.

Das Wasser summte schon im Kessel und als wir im Seiza, dem Fersensitz, saßen, begann die Zeremonie. Alles in allem dauerte es nur etwa 10 Minuten doch in dieser Zeit sprachen wir nicht. Die ganze Zeremonie bestand nur aus Gesten, Blicken und Verbeugungen. Anfangs fand ich es merkwürdig und dachte: Was wir alles so plappern, wenn wir uns üblicherweise zum Tee treffen. ..

Doch die Stille gab mir Gelegenheit, alles was er tat, wahrzunehmen. Ich hörte wie sich das Summen des Wassers im Kessel mit der Zeit veränderte, vernahm das Geräusch, als er mit dem kleinen Bambusbesen den Tee aufschäumte, bemerkte jeden Handgriff: Wie er mir die kleine Süßigkeit auf einem Tablett anbot, das Wasser aus dem Kessel schöpfte, den Daumen streckte als er die Kelle ablegte und mir die Teeschale mit einer besonderen Drehung überreichte. Schließlich schmeckte ich den Tee. Ich kenne Matcha und habe ihn schon oft getrunken, doch diesmal war es anders. Zuerst fiel mir wieder das tiefe, satte Grün auf. Dann schmeckte ich mit Augen, Nase und Mund und entdeckte hinter dem Bitteren einen ganz neuen Geschmack. In der Stille hatte sich ein neuer Raum geöffnet, indem ich Bekanntes auf neue Art entdecken konnte.

Später erklärte er mir: „Alles was du hier im Zimmer siehst – die Blumen (die übrigens nicht riechen dürfen um den reinen Duft des Tees nicht zu stören), die ausgewählte Kalligraphie, die Süßigkeit und die Teeschale – habe ich vor deinem Kommen für dich ausgewählt. Dadurch sprach ich zu dir. Worte würden nur stören und dich von dem ablenken, was ich dir sagen wollte.
Die Teezeremonie ist eine Form der Meditation. Durch sie kann man die innere Haltung der Konzentration erlangen. Die Form, in diesem Fall die ritualisierten Handgriffe, gibt den Rahmen vor. Solange ich über die Form nachdenke, übe ich. Erst wenn die Form so in mich eingegangen ist, dass ich über mein Tun nicht mehr nachdenke, bin ich in der richtigen Haltung und eins mit meinem Tun im jeweiligen Moment. Dann denke ich an nichts anderes mehr. Durch die Form habe ich gelernt, meinen Geist zu beruhigen und die Gedanken zu disziplinieren.“

Ein Ritual ist eine Form der Disziplin, um die Gedanken ganz auf die Absicht zu richten.
Ähnlich einer Kuchenform, auch sie verhilft dem Kuchen dazu, er selbst zu werden: ein Blechkuchen braucht eine andere Form als ein Gugelhupf oder eine Hochzeitstorte. Dabei ist alles Kuchen, jeder hat seinen Zweck und erfüllt eine Absicht.

Im Feng Shui arbeiten wir mit der Form, um Energie zu bündeln. Wir achten darauf, sämtliches, was die Absicht stört, zu entfernen: Im Schlafzimmer richten wir alles auf Ruhe, Erholung und Intimität, im Arbeitszimmer auf Inspiration und Effizienz, in der Küche auf Gesundheit, Freude und Kommunikation, im Kinderzimmer auf Entwicklung und spielerisches Entdecken.

Und wir legen sehr großen Wert darauf, dass Menschen sich auf dem Weg, den sie gehen, wohlfühlen, damit sie in ihrer Kraft bleiben (wir sagen: Die Form soll unterstützen möglichst wenig eigenes Qi zu verbrauchen, denn Qi ist Essenz und Essenz bestimmt über die Lebenszeit).

In Wahrheit muss niemand seinen Weg „finden“, denn wir alle sind auf unserem Weg. Die Frage kann allerdings lauten: Muss der Weg schwierig und kraftzehrend sein? Wie wäre es, wenn er lustvoll und voller Freude zu gehen wäre? Kann der Mensch, können Sie, Ihr ganzes Potenzial – Ihr Wissen, Ihre Begabungen und Talente – auf dem Weg, den Sie gehen, entfalten? Wenn nicht, könnte es an der Zeit sein, auf Wegweiser zu achten und die Richtung zu ändern.

Wie gesagt, ein Ritual kann helfen, sich ganz auf die Absicht zu konzentrieren – dabei unterstütze ich Sie gerne.

Einen anderen Weg, die Gedanken zu klären und sich selbst näher zu kommen finden Sie hier: http://www.raum-innen-aussen.de/lebensart/selbstwert