Susanne Berkenkopf

„Ein Zuhause ist mehr, als vier Wände und ein Dach über dem Kopf." Dies ist ein Blog über Räume, über innere und äußere Räume. Denn ich bin überzeugt, dass jeder Raum in dem wir uns regelmäßig aufhalten, Einfluss auf unser Leben nimmt. Also gebe ich hier Anregungen, wie Wohnräume und Arbeitsplätze energetisch und ästhetisch optimiert werden können. Ich schreibe für Menschen, die in einer wohltuenden Umgebung leben wollen, die innere und äußere Freiräume schätzen, und an ihr Potenzial glauben. Ich schreibe für Menschen, die wie ich, jetzt und auf dieser Erde zum Wohle des Ganzen wirken wollen. Im „echten Leben" biete ich Wohncoaching, Grundrissanalyse und Lebensstilberatung. Meine Werkzeuge sind Imperial Feng Shui, Geomantie, chinesische Astrologie und systemische Beratung. Mehr unter www.feng-shui-und-beratung.de


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Advent, Advent – 5. Türchen

Obwohl nur ein Teil seiner Krone sichtbar ist – dieser Baum ist der Hüter des Platzes und der Häuser. Danke © Marie Bellando-Mitjans

Der Winter ist die beste Zeit, Gartenpläne auszubrüten. Vielleicht ist es ja an der Zeit, im nächsten Jahr einen Baum zu pflanzen? Seit ich auch als Geomantin arbeite, nehme ich vor Beratungen meist Kontakt zu den Bäumen auf und finde heraus, ob es einen „Hausbaum“ gibt. Das ist der, der in ganz besonderer Beziehung zum Haus steht.

Ein Hausbaum wacht über das Haus und nimmt teil am Leben der Familie(n). Vor einigen Jahren besuchte ich das Haus, in dem ich aufgewachsen bin, und hatte anfangs ein paar Schwierigkeiten, es wiederzuerkennen. Doch als ich um die Ecke in den grünen Hinterhof bog, da stand sie ganz still und begrüßte mich. Die Weide, die mich durch meine Kindheit begleitete.

Wir haben uns gleich wiedererkannt und ich saß die halbe Nacht in ihren Ästen und erzählte ihr von meinem Leben. Manchmal fuhr ein Wind durch die Zweige und dann raschelten ihre Blätter und stimmten in unsere Unterhaltung ein. „Ach Kind“, schien sie zu sagen und ich war so selig wie damals. Weiden gehören zum Wasser-Äther und beflügeln das emotionale und romantische Gemüt.

Heute schaut mir eine Birke ins Fenster und nimmt auf ihre Weise teil an meinem Leben. Während ich beobachte, wie ihr Blätterkleid sich verändert, schickt sie mir geheime Botschaften. Abends raschelt mich ihr feines Laub in den Schlaf, morgens begrüßt sie mich mit einem Klang, so fein wie Silberfäden. Daran kann ich mittlerweile erkennen, wie das Wetter wird.

Die Birke ist ein Symbol für den Neubeginn. In der Astrologie wird sie der Venus zugeordnet und repräsentiert vermutlich deshalb die Attribute Schönheit, Weiblichkeit und Widerstandskraft. Einige sagen sogar, die Birke sei der Weltenbaum der Schamanen. In puncto Bodenbeschaffenheit sind Birken sehr anspruchslos und die ersten, die auf Brachland wachsen. Damit ermöglichen Birken anderen Bäumen, sich anzusiedeln und das, obwohl diese ihr nach kurzer Zeit Licht und Lebensraum nehmen.

Kraft ist ein weiteres Kennzeichen der Birke, und sie gilt als gutes Omen für Liebe, Erfolg und Gesundheit. Kleines Paradox: Die Birke sollte früher Schutz vor dem Treiben der Hexen bieten, allerdings banden diese ihre Besen aus Birke und Ginster 🙂 . In der Geomantie gehört die Birke aufgrund ihrer Wuchsform zum Luftäther. Dieser wirkt anregend auf das Denken, die Klarheit und die Logik. Außerdem gilt die Birke als Baum des Lichts, der Poesie und der Leichtigkeit. Damit wäre sie ein guter Hausbaum für Schulen, Universitäten und generell überall da, wo viel gedacht und Weitblick geschätzt wird.

Dynamik könnte dagegen das Stichwort für die schnellwachsende Pappel sein. Wie ein ausgestreckter Zeigefinger reckt sie sich dem Himmel entgegen, weshalb Geomanten sie zum Feueräther zählen. Der Feueräther fordert, aus sich heraus zu gehen, zu beschleunigen und klar auf das Ziel orientiert zu bleiben. Es heißt, Napoleon ließ Pappeln pflanzen, um die Soldaten beim Marschieren auf Trab zu bringen.

Vielleicht sollte man heute überdenken, Pappeln an Alleen zu pflanzen, denn schnurgerade Straßen verleiten eh zum Geschwindigkeitsrausch. Als Hausbaum würde die Pappel sicher gut zu Sportanlagen passen, damit Schnelligkeit, Kampfgeist und Wille sich spielerisch entfalten können. Im Keltischen Baumkalender lautet die Kapitelüberschrift zur Pappel: Sie, die Ungewissheit überwindet. Vielleicht, weil der Fokus aufs Ziel jeden Zweifel ausräumt.

Einen herrlichen Hausbaum gibt die Walnuss. Ich würde sie dem Erdäther zuordnen, denn die Wuchsform vermittelt Geborgenheit, ihre dichte Krone bietet Schutz vor Regen und Sonne und sie versorgt uns vor dem kargen Winter mit nahrhaften Nüssen. Symbolisch steht ein Walnussbaum für Fruchtbarkeit und Sinneslust. Weil Walnüsse das Yang stärken, gilt in China selbstgemachte Walnussmilch als echtes Aphrodisiakum. Und ihre Blätter enthalten Gerbsaft, weshalb die Bauern mit ihnen die Erdlöcher der Tupenzwiebeln auslegen, um sie vor Mäusefraß zu schützen. Astrologisch gesehen gehört der Walnussbaum zur Sonne und zum Uranus.

Bäume sind König und Königin im Pflanzenreich. Hinter jeder Art stehen geistige Wirkprinzipien, die sich natürlich viel weiter aufschlüsseln lassen, als dieser kleine Ausschnitt hier wiederzugeben vermag. Doch gerade in unsicheren Zeiten können Bäume uns stabilisieren. Mit der Krone im Himmel und mit den Wurzeln tief in der Erde verankert stellt jeder Baum – genau wie jeder Mensch – eine Weltenachse, eine axis mundi, dar. Bäume stehen uns stabil zur Seite und erinnern uns, dass auch unsere Kronen in den Himmel und unsere Wurzeln tief in die Erde reichen.