La Imperial Feng

Feng Shui · Geokultur · LebensArt


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Wohin die Reise führt – Leben ist Veränderung

Ich habe mir in die Hand gesägt und landete in der Notaufnahme.

„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ *

die Blume des Lebens - wir sind alle Teil der Matrix

Die Blume des Lebens – wir alle sind Teil der Matrix.              Foto © sciencefreak

In der Notaufnahme hatten wir alle eines gemeinsam: eine Millisekunde reichte, um uns aus einer Situation zu reißen, um alles, was geplant war, zumindest für diese Zeit zum Stillstand zu bringen. Der Körper stand im Vordergrund und die Gesichter spiegelten die jeweilige Verfassung der Menschen: Von Angst bis Entsetzen, von Schmerz bis Hingabe war alles zu sehen.

Nun bin ich schon viele Jahre in meinem Beruf, habe vieles erlebt und treffe auf unterschiedlichste Menschen und Situationen. Dabei gibt es immer wieder diesen ersten Moment der Begegnung, in dem ist alles offen und „das Leben“ führt die Regie. So änderte sich auch im Laufe der Zeit mein Elevator Pitch stetig: War ich Anfangs von der naturwissenschaftlichen Nähe des Feng Shui zur Quantenphysik begeistert, stehe ich heute im wahrsten Sinne des Wortes „auf dem Boden“ und vertraue mehr und mehr auf die Weisheit des Körpers.

Wer die Ursache verkennt, bleibt beim Symptom hängen. 

In den alten chinesischen Feng Shui Schriften sind Himmel, Mensch und Erde immer Gegenstand der Betrachtung, und die Beziehung dieser Trinität gilt als Anzeiger für das, was ist und als einzig wirksamer Stellhebel, um Veränderungen einzuleiten. Mit himmlischem Segen das irdische Dasein des Menschen begünstigen und zum Wohle des Ganzen zu wirken, das ist die Mitte meiner Arbeit als Feng Shui Beraterin.

Feng Shui wurzelt in der philosophischen Richtung des Daoismus. Und kurz gesagt: Daoismus ist die Lehre der Veränderung. Deshalb gehen und gingen die Weisen hinaus in die Natur, um dort die Zyklen und Prozesse der Veränderung zu studieren. Zuführen, wegnehmen, still halten – was muss wann, wo getan werden, das wird gelehrt, doch die innere Stille zu nähren um, frei von eigenem Wollen, zu erkennen und zu tun – diese Fähigkeit kann jede/r Berater-in nur in sich selbst verfeinern.

Wie der Körper hat die Erde Meridiane, Energieleitbahnen, die, sind sie blockiert oder verstopft, Symptome verursachen. Im Prozess der Beratung stoßen wir meist auf die Ursachen, die einem Symptom oder dem Wunsch nach Veränderung zugrunde liegen. Selten sind sie auf den ersten Blick auszumachen. Und manchmal ist es tatsächlich so, dass Menschen etwas verändern wollen („es“ soll besser werden, leichter, gesünder, entspannter, reibungsfreier), ohne dass sich etwas verändert. Im Reich der Paradoxe ist das sicher möglich, doch ohne Veränderung geht es nie.

Sei achtsam, was Du Dir wünschst. Es könnte in Erfüllung gehen.

Das Interessanteste an einem Prozess ist, dass er selten linear geht. Von A nach B mag eine Linie, und die kürzeste Strecke sein. Doch wer weiß schon, ob B wirklich das Ziel ist? Und wer kennt nicht die Beschleunigung auf einer Geraden, die auch dazu führen kann, über das Ziel hinaus zu schießen. Auch ob die Reise vielleicht erst über C und D gehen muss, um in voller Kraft und Reife bei B anzukommen, erschließt sich dem menschlichen Verstand oft erst im Rückblick. Warum jemand noch nicht dort ist, wohin er oder sie sich wünscht hat einen Grund, und genau den gilt es herauszufinden.

8 Himmelsrichtungen, ausgestattet mit magischen Kräften. Wohin geht die Reise?

8 Himmelsrichtungen und magische Kräfte. Wohin geht die Reise?                          Foto © bykst

Dabei bestimmen wir Menschen nicht, über welche Stationen die Reise verläuft – das hat mein kleiner Unfall mir wieder einmal gezeigt. Und das Ergebnis einer Beratung kann sein, dass Menschen ankommen, wovon sie nicht mal zu träumen wagten. Oder, dass Sie ankommen, doch dass andere Stationen zuerst dran sind, um die Früchte des Ersehnten überhaupt genießen zu können.

Mein Methodenkoffer ist reich gefüllt. Ich bin dankbar, das Feng Shui ausüben zu dürfen, das schon am chinesischen Kaiserhof praktiziert wurde; ich durfte meinen Erfahrungsschatz durch unser europäisches Erbe, die Geomantie und Geokultur bereichern, und nutze inzwischen auch das Wissen der systemischen Arbeit, um Hindernisse in Form von Verstrickungen sichtbar zu machen und aufzulösen. Auch Häuser können verstrickt sein in die Fäden, die Seelen während ihres irdischen Daseins webten, und manchmal ist das ein Grund, warum ein Haus nicht „frei“ ist für die neuen Bewohner.

Doch im Laufe der Zeit kam bei mir die Demut hinzu. Heute verbeuge ich mich vor den Prozessen des Lebens, vor seiner Weisheit und Güte. Feng Shui ist mehr als eine Methode, um die Spielregeln zu  kennen, um auch mit miesem Blatt ein gutes Spiel zu machen. Für mich ist Feng Shui mittlerweie zur LebensART geworden: Zuführen, wegnehmen, still halten – damit Prozesse in Gang setzen, Blockaden lösen, das Verständnis vertiefen. Mit Hilfe kosmischer Energie wird alles getan, zum Wohle des Ganzen beizutragen.

Doch es ist das „höhere Wissen“ das den Plan hat, wohin die Reise geht – und vor allem, wie lange sie dauert.

*erkannt von Albert Einstein

 

 


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Der Tod kommt immer unerwartet

Gerade habe ich erfahren, dass die Architektin Zaha Hadid gestorben ist. Ich kann nicht mal sagen, dass ich ein Fan von ihr gewesen sei – manche ihrer Bauten scheinen mir sehr monumental das Landschaftsbild zu prägen. Doch ihre Aussage „Architecture is really about well-being,“ die würde ich sofort unterschreiben.

Doch da ist noch etwas anderes. Klar, der Tod kommt immer unerwartet, obwohl er von Anfang an beim Leben dabei ist. Doch weil zur Zeit soviele bekannte Namen in Grabsteine geritzt werden, scheint er so präsent. Mir kommt es vor, als erscheine die Todin wie eine freundliche Mahnerin, wie sie so dasteht und ruft. Und wer hört, was sie sagt? „Warte nicht, warte nicht länger … was immer dich umtreibt, jetzt ist die Zeit!“

Ja, jetzt. Und vielleicht ist alles gut, wie es ist, genau jetzt. Auch das ist immerhin eine Möglichkeit.

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Unerwartet
ist sie da und will es wissen.
Warum, meinst du, bist du hier?
Ich frage dich, bist du ab und an über deinen Schatten
gesprungen? Hast du selbst bestimmt wie du lebst?
Hast du gekämpft für das, was dir wichtig war?
Hast du den Mut gehabt aus heiterem Himmel zu lachen
und dabei dir, deiner dunklen Seite zu begegnen?
Hast du eine Zeit der Einsamkeit gekannt, bist durch
Wüsten gegangen und dabei stärker geworden?
Hast du dich hingegeben und berühren lassen?
Waren deine Begegnungen lust- und liebevoll?
Hast du dich selbstvergessen im Wind gedreht, bist im warmen Regen
gelaufen und in Pfützen gesprungen? Was hast du dir
erlaubt? Hast du barfuß unter freiem Himmel getanzt?
Hast du dich beflügeln lassen von deiner Phantasie? Bist
du im Mondschein durch samtenes Wasser geschwommen
und hast dabei die Nacht entdeckt? Hast du am
Lagerfeuer Geschichten erzählt und den Frauen zugehört? Hast
du etwas riskiert? Warst du einfallsreich? Hast
du deinen Einfällen die Möglichkeit gegeben, dich reich zu
machen? Hast du deine Träume gelebt? Bist du
neugierig geblieben auf das, was noch kommt?

Dann lass uns gehen.

Maria Cambra Skade


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Spirituelle Missverständnisse

  • „Ich gehe jetzt zum Heilpraktiker – da kann ich meine bisherige Lebensweise ruhig fortsetzen, der wird mich schon gesund machen.“
  • „Ich hatte eine Feng Shui Beratung – nächste Woche sind all meine Probleme gelöst und ich werde bald reich sein.“
  • „Ich bin auf dem spirituellen Pfad sehr weit gegangen – meine Schattenthemen habe ich alle gelöst.“
  • „Bei uns ist die Heizung ausgefallen – das war sicher  XY, der hat bei seinem letzten Besuch schlechte Schwingungen hinterlassen.“
  • „Mit dem richtigen Lehrer / der richtigen Lehrerin werde ich sehr schnell erleuchtet sein.“
Mondschein

„Verwechsel nicht den Finger, der zum Mond zeigt, mit dem Mond.“

Alle Wege führen nach Rom. Gehen muss jeder selbst.
Bei obigen Aussagen wird leider der Finger, der zum Mond zeigt, mit dem Mond selbst verwechselt. Bildlich gesprochen: Ob Heilpraktiker, Feng Shui Beraterin oder spiritueller Lehrer – wir alle sind der Finger, der den Weg zum Mond zeigt, doch wir sind nicht der Mond. Erfahrungen dienen uns Menschen dazu, uns auf dem Weg, den wir gehen, reifen zu lassen. Zu erkennen, wer wir sind und welche Aufgabe wir in diesem Leben erfüllen wollen. So kann hinter jeder Irrung eine Lernaufgabe warten, die Chancen auf höhere Erkenntnis bietet. Die Umwelt ist ein Spiegel und wer hinein schaut kann erkennen, welch wertvollen Hinweise die Außenwelt auf innere Zustände gibt.

Reife kann bedeuten, in die Eigenmacht zu gehen, den schöpferisch-kreativen Anteil in sich zu erkennen und zu nähren. Reife kann heißen, sich von Ausreden zu verabschieden, sich dem notwendigen Handeln nicht länger zu verweigern oder nicht länger nach Außen zu projizieren. Solange wir Menschen sind, ist „letzte Wahrheit“ vermutlich gar nicht das Thema. Doch voran schreiten und Konzepte erproben, die Wachstum und Heilung fördern ist jedem Menschen möglich. Und wo viel Licht, ist auch viel Schatten, das sollte bedenken, wer den eigenen Schatten für überwunden glaubt.

Für meine Profession kann ich sagen: Eine Feng Shui Beratung löst meist nicht „zack-bumm“ alle Probleme – wobei der Begriff „Problem“ schon irreführend ist, denn ein Problem ( wie auch eine Krankheit ) ist oft nur ein Hinweis, dass etwas hakt oder blockiert, weil der Weg oder die Einstellung nicht stimmt.

Eine Feng Shui Beratung hilft, die Lebenssituation klar zu erkennen.
Der gewählte Raum sagt viel ( sehr viel ! ) über den Menschen, der sich ihm anvertraut. Er zeigt, welche Blockaden und Hindernisse gemeistert werden wollen, und vor allem, wo Chancen für Potenzial und Qualität liegen. Lebensglück findet sich meist bei den Menschen, die ihrer Bestimmung folgen. Wer seine Bestimmung kennt und ihr folgt, kann sich entfalten und findet Hinweise, Wege und Türen, wo vorher nur Brachland und Öde zu sein schienen.

Feng Shui kann die „Raumsprache“ übersetzen und entschlüsseln.
Darin ist immer eine Chance zur Selbsterkenntnis enthalten. Wer den Empfehlungen der Beraterin folgt kann Prozesse in Gang setzen, der manchen Umweg, Kraftverlust oder Beulen erspart. Doch die Entscheidung, wohin das Lebensschiff gesteuert wird, die trifft jeder Mensch für sich selbst. Weise, wer das erkennt.

Und der angenehme „Nebenbei-Effekt“: Durch Anordnung des Mobiliars, durch Farben, Formen und Symbole die für Mensch und Raum förderlich sind, werden feinstoffliche Energien in Gang gebracht, die den Räumen dabei helfen, ihre höchste Schwingung zu erreichen. Davon wiederum profitiert der Mensch.

Das ist die Kunst und das Geheimnis.

Raumsprache

„Die beiden wichtigsten Tage deines Lebens sind der Tag, an dem du geboren wurdest, und der Tag, an dem du herausfindest, warum.“ Mark Twain. Der gewählte Raum kann Auskunft dazu geben.

Wohin habe ich mein Schiff gesteurt? An welchem Ankerplatz liege ich zur Zeit?
Wer wissen möchte, was die Räume Zuhause oder am Arbeitsplatz zu sagen haben, spreche mich gerne an. Ich bin als „Übersetzerin“ ganz in meinem Element und als Beraterin gern an Ihrer Seite. Auch wenn Sie vor der Entscheidung stehen, neue Räume zu mieten oder zu kaufen und nicht ganz sicher sind, ob die Räume sich für Ihre Zwecke eignen, unterstütze ich Sie gern mit meinem Know-How.

 

 

 


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Zeit, zu räuchern

Wann ist es Zeit, für eine Räucherzermonie?

Räuchern mit Stäbchen

– Wenn Du ein Haus oder eine Wohnung gekauft hast, bevor die Renovierung beginnt
– Nach jeder Renovierung und vor dem Umzug in neue Räume
– Wenn das vage Gefühl da ist, im Leben steht ein Umbruch bevor
– Wenn Du einen Neuanfang wagst
– Bei Neueröffnungen von Geschäft und Büro
Um einen zeremoniellen Ort einzuweihen, zum Beispiel Deinen neuen Meditationsplatz
– Um ein Gebet oder eine Zeremonie zu begleiten
– Nach einem anstrengenden Tag, wenn Du mit vielen Menschen zusammengekommen bist und das Gefühl hast, es ist etwas an dir „kleben“ geblieben
– Um den Übergang der Jahreszeiten zu begleiten
– Immer, wenn Du Lust dazu hast

Räuchern kannst Du innen und außen – jeder Garten liebt einen Ort, der einlädt, innezuhalten. Und selbst wenn Du einen Garten Dein eigen nennst, such dir trotzdem „draußen“ einen Lieblingsplatz. Vielleicht am Ufer des Flusses, der deine Stadt bereichert? Dort kommst Du leicht in Kontakt mit den Wassergeistern. Oder im Park, wo Du gern spazieren gehst. Dort triffst Du die Luftgeister. So kann es gelingen, wieder einen „größeren Raum“ einzunehmen und das begrenzte „mein – dein“- Denken zurück zu lassen. Schließlich ist die ganze Erde unsere Heimat, und sobald wir beginnen, sie wieder als unser Zuhause anzunehmen, sind wir bewußter verbunden mit dem, was geschieht. Irgendwann nimmst Du Dein Räucherwerk mit hinaus, vielleicht noch einen Apfel, Rosinen und Nüsse und bringst dem Platz Deine Gaben. So wächst Dir ein Ort ans Herz – und Du dem Ort! Du wirst sehen, es geschehen erstaunliche Begebenheiten, wenn Du Dich drauf einläßt.

bank im grünen

Du hast noch keinen Lieblingsplatz gefunden? Dann nutz die Sommertage, schau Dich um und spür‘ nur. Wo fühlst Du Dich besonders wohl? Wo hast Du besondere Gedanken? Oder laß‘ „es“ einfach geschehen: Nimm einen Ort ins Visier, schließ die Augen und laß‘ Dich überraschen, wo es Dich hinzieht. Welcher Flecken ruft Dich?  Vielleicht begleitest Du diesen Platz dann durch’s Jahr? Wie verändert er sich mit den Jahreszeiten? Welche Zeichen und Antworten schenkt Dir die Natur dort auf Deine Fragen?

Nächsten Freitag steht der Neumond übrigens im Zeichen des Löwen. In der westlichen Astrologie gilt der Neumond als besonders geeignet für einen Neuanfang. Ein guter Zeitpunkt also, ein bisschen Rauch aufsteigen zu lassen, der Deine Wünsche in den Himmel trägt.


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Gestern im Zug

Gestern fuhr ich mit dem Zug zu einer Kundin nach Köln. Aufgrund einer „Notarztsituation auf den Gleisen“ zwischen Düsseldorf und Köln mußte der Zug – kurz vor dem Ziel – eine Umleitung fahren. Am Bahnsteig großes Chaos, das Abteil füllt sich. Der Zugbegleiter kommt: „Fahrscheine bitte.“ Ein junger Mann auf dem Weg zur Arbeit zückt sein Ticket mit den Worten: „Der Schaffner am Bahnsteig hat erlaubt, dass ich diesen Zug nehme,“ weil er weiß, sein Fahrschein gilt im ICE nicht. Dieser Schaffner jedoch will das nicht akzeptieren, beharrt auf Nachlösen, droht, als der Mann sich weigert, die Polizei zum Bahnsteig in Köln zu bestellen.

blauer Himmel heile Welt

An diesem Punkt des Gespräches beteilige ich mich. Da, wo ich früher keiner verbalen „Schlacht“ aus dem Weg ging weiß ich heute, wie wichtig es für jeden Menschen ist, das „Gesicht wahren“ zu können. Also wende ich mich an den Mensch Schaffner und baue mit den Zauberworten „Spielraum“ und „nach Ermessen“ die Brücke. Vorher blitzte kurz der Gedanke auf: Wieso ist er eigentlich Schaffner geworden? Da sehe ich ihn als Jungen in kurzen Hosen, Abenteuerromane lesend, auf freier Strecke in die Waggons springend und wie er dabei den Hobo-Song schmettert. Wie er sich frei und in der Welt zu Hause fühlte. Heute, in der Uniform und als Vertreter einer mächtigen Organisation, mag ein Großteil des Ursprungsgefühls von damals „auf der Strecke geblieben“ sein, doch ein Funke ist meist noch da.

Natürlich glaubt ihr mir wenn ich nun sage, dass es tatsächlich gut ausging. Der Schaffner ging irgendwann davon, ließ offen, was passieren würde und die Polizei wartete nicht am Gleis.

Später begann ich zu träumen: Wie der Schaffner mal in eine Situation kommt, oder seine Schwester, sein Bruder, seine Frau (also jemand, den er sehr gern hat) und kurz davor ist, auf „der Strecke zu bleiben“. Vielleicht steht er oder sie auf einem Geländer oder an der Bahnsteigkante und dann … kommt ein Freund, eine Freundin, die Schwester des jungen Mannes und findet genau die Worte, die dazu führen, dass das Blatt sich wendet und alles gut wird, für den oder die, der da am Abgrund steht. Wenn es also anders ausgeht als für den, der sich vorher auf die Gleise gelegt und die „Notarztsituation“ herbei geführt hatte … – Darüber könnte man glatt einen Film drehen … –

Die geknüpfte Verbindung zwischen dem Schaffner und dem Mann, die bleibt ja. Es bleibt das Gefühl, mit dem man auseinander geht, in dem man sich aneinander erinnert und das alles Nachfolgende beeinflussen wird: nämlich wie man den weiteren Menschen an diesem Tag begegnet. Der Zwischenfall in der Bahn war ja nur eine Episode in dem Film, den wir Leben nennen. Da ist immer mit Wendungen, Spannung, dem Unvorhergesehenen zu rechnen. Und immer haben alle Beteiligten an den Fäden des riesigen, unsichtbaren Spinnennetzes mitgewebt. Nichts von dem, was wir tun geht verloren im Universum. Alles wirkt. Immer.

Das wird gern als Resonanzgesetz bezeichnet. Nicht immer bekommt man direkt – und von der Person – zurück was man tat, doch indirekt immer. Meist ganz unvermutet und nur selten erinnert man sich, worauf etwas zurück zu führen sei. Gern werden Geschehnisse dann unter dem Etikett „Zufall“ abgelegt. Mittlerweile wird auch viel mit systemischer Arbeit geklärt und gelöst.

Und was hat das mit Feng Shui zu tun, frage ich mich heute morgen, als die Idee kam, darüber zu schreiben. Hm, eigentlich nichts. Vielleicht alles. Weil der Raum, in dem wir leben, die Hülle ist aus der heraus wir agieren; weil die Hülle die innere Haltung beeinflusst, mit der wir etwas tun oder lassen; weil die Welt als „Gefüge“ funktioniert und alles Wirkung auf alles nimmt. Auch ein Flohzirkus ist Abbild der „großen weiten Welt“.

Es geht mir dabei gar nicht darum, für das „sei immer gut oder nett oder vorbildlich“ zu plädieren. Langweilig! Oder aus Angst heraus zu handeln: „Gott sieht alles“. Schlimm! Oder aus Furcht vor Schuld, Strafe und Sühne. Furchtbar! Nein, manchmal ist es enorm wichtig (und menschlich !) aufzustehen, zu brüllen, mit der Faust auf den Tisch zu hauen und die Grenzen klar zu machen. Stopp hier, mein Freund! Genau HIER!

Für mich geht es darum, von wo aus ich etwas tue, aus welchem „Gefühl“ heraus mache ich was? Wer steht neben mir?  Wohlwollen, Freude, Lust, Überzeugung, Empathie? Bin ich bereit, einzutreten für das, was ich als wichtig erachte? Wie weit gehe ich dafür? Was bringe ich durch mein Verhalten in die Welt? An welchen Fäden spinne ich mit? Habe ich immer so viel, dass ich abgeben kann?

Sicher hat diese Geschichte auch etwas mit LebensArt zu tun. Bestimmt auch mit Geokultur. Passt also.


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„Guido, ich will ein Kleid von dir“ * Headlines die es in sich haben

Letzte Woche hatte ich 20 Minuten bis zum Anschlusszug. Mein Weg führte mich geradewegs in die Bahnhofsbuchhandlung. Viele bunte Zeitschriften mit schönen Fotos von noch schöneren Frauen, verliebten oder verkrachten Pärchen und fetten Überschriften, an denen das Auge hängen bleibt. Als ich bemerkte, welches Kino beim Lesen in meinem Kopf abging dachte ich: Cool, bleib dran und spinn‘ die Geschichten aus. Hier also meine (keineswegs neue, ich geb’s zu) Idee:

Wir schneiden unsere Lieblingswörter aus und erfinden daraus eigene Sätze. Dann kleben wir ein paar Hinguckerfotos dazu – und fertig ist das schönste Vision-Board. Gut sichtbar in der Wohnung aufgehängt wirken diese Botschaften wundervoll und leicht auf Gemüt und Unbewußtes.

Vision Bord aus Überschriften

Hier nun die „Trend-Überschriften“ der vergangenen Woche:

* Mehr Individualität bitte * Lieben was ist * Was kostet ein perfektes Leben? * Du bist eine wirklich tolle Frau * Bleiben oder Gehen? * Schöne Muskeln in 10 Minuten * Alles Gute für mich * Mach mal Pause * Da müssen alle durch * Das skinny Jeans Workout * Jetzt wird gefeiert * Was fehlt mir bloss? * Weihnachtsstress fällt diesmal aus * Wie die Liebe uns stark macht * Hat sie das nötig ? * Jetzt ist Ihre beste Zeit * Weg mit dem Fett * Hilfe, mein Kind hat schon alles * Schlanke Muskeln, Knackpo und eine flache Mitte * Ab jetzt richtig zufrieden statt nur glücklich * Mach mir keine Konkurrenz * Erst das Ja-Wort, dann die Liebe * Essen macht schön * Macht mein Job mich glücklich? * Stark ist das neue Sexy * Die gesündesten Plätzchen der Welt * 473 must-haves unter 100 Euro * Das Toskana Gefühl * Kreativ und glücklich in 12 Wochen * All night long Party, die coolsten Outfits * Kosmetik die jünger macht * Müssen wir haben – die neuen Parfüm Hits * Das große Anti – Aging – Special * Stylish und mega sexy * Endlich wieder gut schlafen * Das verschenke ich dieses Jahr *  Schuh-Tick – dann werden sie diese lieben * Glanzhaar und Strahleteint trotz Frost * Ein absolut normaler Star * Guido, ich will ein Kleid von dir * Entspannt schlafen mit 40+ * Was im Leben wichtig ist * Aus Fehlkauf wird Lieblingsstil * Nun ist sie zu weit gegangen * Je älter ich werde, desto zufriedener bin ich * 12 Sätze, die glücklich machen * 2015 – Jupiter bringt Liebe, Geld, Glück und ganz viel Sex * Warum klebt alles an mir? * Jetzt fangen wir die Liebe ein * Du kannst wenn du nur willst * Natürlich schön geschminkt * Das sagen dir deine Sex Träume * Suppen, die satt und glücklich machen * Besser streiten mit nur 5 überraschenden Regeln * Ständig Lust auf Süsses * Nutzen Sie den Placebo Effekt * Neue Nähe erleben * Geheime Familie – wir sind sein Doppelleben * * Warum verreisen Väter immer in ihrer Elternzeit? *

Nun bin ich gespannt: Welches sind Ihre Lieblingswörter?

P.S. Natürlich spricht der Zeit-Geist aus diesen Headlines, die ja danach ausgewählt werden was gerade „In“ ist. Schließlich sollen die Zeitschriften gekauft werden. Daraus spinne ich eine weitere Geschichte:

Offenbar haben Menschen heute echte Schlafsorgen, wünschen sich Liebe und Nähe (geschminkt oder ungeschminkt), haben Lust auf Sex und Essen, beschäftigen sich mit ihrem Gewicht, tragen die Hoffnung, kaufen möge etwas füllen (möglichst nicht nur Schränke und Schuhregale), wünschen Rat und Ermutigung, pflegen die Sehnsucht, alles möge ganz schnell gehen (Heilung, Wunscherfüllung, Abnehmen – bloss das Altern nicht).

Kurz gesagt: Menschen haben den Wunsch nach Authentizität und Zugehörigkeit. Sein dürfen wer man ist und (trotzdem) dazu gehören.

Nur ob kaufen, abnehmen, schminken, jünger aussehen ( … bitte selbst ergänzen … ) nützt,
diesen Wunsch zu erfüllen?