Susanne Berkenkopf

Ein Zuhause ist mehr, als vier Wände und ein Dach über dem Kopf. Darum gibt es bei mir Impulse für Wohnräume, Arbeitsplätze und ein sinnerfülltes Leben. Beruflich entwerfe ich stimmige Einrichtungskonzepte und kombiniere sie mit energetischer Unterstützung für die Menschen. Meine Werkzeuge sind Feng Shui, Geomantie, chinesische Astrologie und systemische Beratung.


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Feng Shui und das Geschäft mit der Angst

„Ist mein Haus gut für mich?“, ist eine durchaus berechtigte Frage. Wer neue Räumlichkeiten bezieht oder feststellt, dass es sich Zuhause nicht länger „gut anfühlt“ sollte sich mit der umgebenden Hülle auseinandersetzen. Auch wer mehr über das Prinzip von Resonanz und Analogie erfahren möchte – frei nach dem Motto: „Was hat mein Haus mit mir zu tun?“ –  kann sich auf heilsame Entdeckungen verlassen.

Doch manche Äußerung von Feng Shui Expert-inn-en treibt mir die Schamesröte ins Gesicht.

Manche Feng Shui Ratgeber: Zum Haare raufen!       Foto © geralt

Wem ist geholfen zu erfahren, dass „Krankheit auf der Tür“ lauert, dass im Schlafzimmer Missgeschicke zu erwarten sind oder dass die Kinder vermutlich kriminelle Neigungen entwickeln werden? Wer mag nach solchen Feststellungen überzeugt sein, dass ein rotes Sofakissen, eine unter der Decke aufgehängte Flöte oder ein Kristall im Fenster tatsächlich das Übel bei der Wurzel packt?

Nicht selten wenden sich Menschen an mich, die nach Auskunft einer solchen Feng Shui Expertise ganz verstört sind und nach einem Strohhalm suchen. Da wurde ihnen – am Telefon – orakelt, dass die Treppe in der Mitte des Grundrisses großes Unglück bedeute oder dass mit einem Badezimmer im Südosten schon mal gleich der Gerichtsvollzieher bestellt werden kann.

Auch der mittlerweile in meinen Ohren so weichgespült klingende Begriff des „Wohlfühlens“ und das Versprechen auf „eine glückliche Partnerschaft“ haben ursprünglich rein gar nichts mit Feng Shui zu tun! Mal klar gesagt: Chinesen sind kulturell und mental ganz anders drauf als wir Westler und die Wurzeln der Naturwissenschaft Feng Shui liegen mit den Ahnen begraben. Feng Shui und Macht – das wäre ein seit alters her vorzüglich passendes Begriffspaar.

China: Auf dem Weg zum Grab einer Hochwohlgeborenen

Aus dem Jenseits sollten die Ahnen zum guten Geschick ihrer Nachkommen beitragen, deshalb ortete man mittels geomantischer Methoden den besten Platz für ihre Ruhestätte. Erwünscht waren ein sicherer Posten bei der Regierung, gesunde Söhne als Stammhalter und gute Beziehungen, um in der obersten Gesellschaftsschicht mitspielen zu können.

Feng Shui war ein Werkzeug für die Einflussreichen und Mächtigen. Tatsächlich ist der chinesische Kaiserhof nach den Prinzipien des Feng Shui und für den Machterhalt der längst  überholten Herrschaftsform Autokratie ausgerichtet. Der Feng Shui Meister bei dem ich lernte steht als direkter Nachkomme noch in dieser Tradition.

Über individuelle Talente und zu erwartende Schicksalsdominanten informierte das Horoskop und die passenden Partner für eine förderliche Eheschließung wurden – wie im Feudalsystem üblich – von einer Ehevermittlerin präsentiert. Entscheidend waren weder Zuneigung noch Sympathie, wichtigste Kriterien bei der Wahl waren Erhalt und Mehrung von Vermögen und Einfluss. Die Wünsche der zukünftigen Brautleute wurden im allgemeinen nicht berücksichtigt, allein die Eltern entschieden über die Auswahl des Partners / der Partnerin.

Also nix mit Romantik und lieblichem Wohlfühl-Gesäusel. Dann schon eher Macht ausüben. Die Angst eignet sich dabei als hervorragender Partner. Unsere Versicherungsindustrie liefert ein anschauliches Beispiel, sind Angstmacher doch meist gut im Geschäft, üben Kontrolle aus und scheinen unverzichtbar. Doch eine Versicherung gegen das Leben gibt es nicht.

Und meine Pointe?

Ich nutze Feng Shui als eine 1a Methode, um durch das Wohnumfeld klare Ansagen zu geben, welche Lebensthemen anstehen. Vom Äußeren auf das Innere schließen ist dabei zulässig und äußerst zuverlässig. Doch um die Frage „Ist mein Haus gut für mich?“ adäquat beantworten zu können braucht es mehr, als die Info über eine verbaute Mitte oder das Bad im Südosten. Wer ein solches Haus kauft oder mietet mag gute Gründe dafür haben und es gilt, denen auf die Spur zu kommen. Auch die Frage „Was verstehen Sie unter gut?“, verdient eine individuelle, ausführliche  Antwort.

Denn Wohlfühlen und Potenziale leben sind zuweilen Teil eines äußerst subtilen Kontextes. Darum liegt mein Wirkungsfeld weit jenseits des Klischees „Wir machen ein bisschen Feng Shui und alles wird gut.“

Wer sein Haus auf die Füße stellen will, damit das Leben darin ein stabiles Fundament bekommt, ist bei mir genau richtig. Gemeinsam gestalten wir ihr Zuhause zu einem Basislager. Dazu braucht es weder Flöten und ehrlich gesagt ist auch die Wandfarbe selten allein entscheidend. Was wirklich zählt ist der Fokus der Aufmerksamkeit. Ihn um ein paar Grad zu verschieben, um sich auch in der Not an einem Ort geborgen und getragen zu wissen, darin wohnt das Wunder.

Und dann öffne ich meinen Methodenkoffer noch ein Stück weiter und ganz im Vertrauen wenden wir uns nach innen oder außen, räuchern, fügen Einzelteile zu einem Ganzen, finden heilende Wörter und Symbole, rufen den guten Geist des Hauses, vergraben den zeremoniell gefüllten Grundstein, huldigen der gute Seele. Wir zaubern und lassen uns verzaubern. Bleiben im Vertrauen und halten den Fokus um das zu tun, was genau jetzt getan werden will – fern ab von Regeln und Routine, von Allgemeinplätzen und Angstmacherei.

Dann kann es geschehen, dass der Knoten platzt und sich die unbewußte Angst vor dem, was sehnlichst gewünscht wird, auflöst. Doch das setzt innere Bereitschaft und ein klares Bekenntnis voraus. Und manchmal ist das Anschauen familiärer Verstrickungen nötig, weil daraus hindernde Glaubenssätze und ein fehlendes, liebevolles Gefühl für sich selbst resultieren können. Aus eigener, schmerzhafter Erfahrung kann ich sagen, dass einer manchmal erst das Herz brechen muss, bevor es sich für all die Fülle und Liebe öffnen kann, die längst vor der Tür warten. Doch ohne Vertrauen, das dazu inspiriert, neue, bereichernde Erfahrungen zuzulassen können noch soviele Windspiele erklingen – und bleiben doch wirkungslos.

Schließlich ist Angst bisweilen ein guter Ratgeber. Als ständiger Begleiter dagegen völlig ungeeignet. Also, lassen Sie sich nicht bange machen oder verunsichern. Statt in Angst zu verharren ist ein konstruktiver Dialog mit Ihrer zweiten Haut immer ein gangbarer Weg. Mein Motto: Jedes Problem enthält im Kern die Lösung. Und auf diesen Wegen bin ich eine erfahrene, kompetente Begleiterin. Versprochen!

Ein Ziel, zwei Wege. Allein die Aussicht ist nicht dieselbe.

 

 

 

 


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Vom Wachsen und Gedeihen – was das Umfeld bewirken kann

„Befürworter architektonischer Schönheit … rechtfertigen sich letztlich mit einem Hinweis auf dasselbe Phänomen: die Unfähigkeit des Menschen, ganz unabhängig von dem Ort zu gedeihen, an dem er sich aufhält.“ *

Dicke Bohne

Viel Sonne, viel Wind – der Pflanze bekommt’s nicht.

Ob Gedeihen nur an architektonischer Schönheit liegt oder ob noch andere Bedingungen erfüllt sein müssen (wovon ich berufswegen schlicht überzeugt bin) – jedenfalls mache ich gerade ein Standortexperiment mit meinen Lieblingen, den Ackerbohnen.

Diese Pflanze liebe ich schon seit meiner Kindheit. Mit ihren viereckigen (!) Stengeln, ihrer üppigen Wuchsfreude, ihren malerisch-schwarz-weißen Blüten und den sich gen Himmel reckenden Hülsen, die erstmal keck der Schwerkraft trotzen, ist sie für mich schon immer Sinnbild gewesen für wilde Eigenart, ungebändigte Kraft und liebevolle Fürsorge. Denn die außen etwas hartschalige Hülse ist innendrin ganz samtig und weich, so dass die in ihr liegenden Bohnen wie von Watte umhüllt sind.

Im Moment beobachte ich ihr Gedeihen an drei unterschiedlichen Standorten: auf einer Draußen-Fensterbank mit Südsonne, wo in der letzten Zeit ein starker Wind wehte, auf einem windgeschützten Balkon im Nordosten, und auf kräftigem Erdboden im Freien, worauf den ganzen Tag die Sonne scheint. Und wen wundert’s, alle wachsen unterschiedlich – die auf der windigen Fensterbank haben schon die größten Früchte, obwohl die Pflanzen nur so an die 30 Zentimenter hoch gewachsen sind und ihre Blätter schon arg mitgenommen aussehen.

Die Balkonpflanzen haben zwar die wenigste Sonne, doch mit ihren mittlerweile fast 100 Zentimeter sehen sie aus wie edle Grazien. Sie haben viele Blüten und sind von morgens bis abends von brummenden Hummeln umschwärmt. Doch bislang haben sie noch kaum Früchte angesetzt. Sie können das, was in ihnen steckt einfach nicht entfalten.

Und die Pflanzen, die „artgerecht“ im Freien wachsen? Sie sind kräftig, üppig und gesund.

Ackerbohne

Guter Standort – gesunde Pflanze.

Da ich gern „quer“ denke liegt es nicht weit, diese Beobachtung auf den Menschen und sein Umfeld zu übertragen.Wo lebt es sich am Schönsten? Ich stelle es mir so vor, nicht unbedingt in der Reihenfolge doch das kann ja jeder halten, wie es beliebt:

  • nach Hause kommen und sich wohl fühlen
    ins Bett gehen, gut schlafen und ausgeruht aufwachen
    erfrischt von einem Nickerchen wieder an die Arbeit gehen
    die eigene Arbeit lieben, egal, ob es Montag oder Freitag ist
    gern Gäste haben
    sich auch mit Fremden angeregt unterhalten
    aus dem Gleichgewicht geraten und zügig die Balance wieder finden
    nach einer Krankheit zeitig gesunden
    sich selbst und anderen eine angenehme, anregende Gesellschaft sein
    die Nerven behalten auch wenn’s mal stressig ist
    den Kindern gern etwas vorlesen und auch endlose Warum?-Fragen erfinderisch und phantasievoll beantworten
    sich für die Mitgeschöpfe aus dem Mensch-, Tier- und Pflanzenreich einsetzen
    jeden Tag einmal seine Komfortzone verlassen
    von der besten Freundin überraschend zu Erdbeertorte mit Sahne eingeladen werden
    sich ganz und gar lebendig fühlen und dieses Leben gern leben … wirklich? Ja, wirklich!

Und wie geht es Ihnen an Ihrem Wohnort? Welche Wachstumskräfte werden in Ihnen angeregt und inspiriert?

* aus: Glück und Architektur von Alain de Botton