La Imperial Feng

Feng Shui · Geokultur · LebensArt


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Wer Gefühle nur noch denkt …

Es gibt Momente, da merkt man plötzlich, dass man nicht mehr fühlt. Dass man nur noch denkt, man fühlt. Und in diesem Augenblick der Klarheit und Ehrlichkeit mit sich selbst wird bewußt, wie lange das schon so geht. Wie sich Tage zu Monaten, vielleicht zu Jahren verdichteten. Gerade Menschen in heilenden Berufen schockt diese Erkenntnis ungemein.

So ging es vor einiger Zeit einer Klientin. Eigentlich sollte es nur eine „ganz einfache“ Beratung für den Kauf eines neuen Sofas sein und ich sollte das Rätsel um dessen Farbe lösen. Doch im Prozess meiner Analyse ihres chinesichen Horoskops und der Lebensräume merkte ich, das geht viel tiefer.

Im Laufe der Zeit habe ich erkannt, dass die alten Feng Shui Meister den Nagel auf den Kopf treffen wenn sie lehren: Zuerst das Horoskop studieren, weil das das ist, womit die Menschen auf die Welt kommen; dann erst die Räume analysieren, weil die entsprechend der Anlagen und Resonanzen gewählt werden. Doch neuerdings beziehe ich in meine Arbeit auch die systemische Beratung ein. Sie zeigt wie noch auf ganz anderer Ebene unsichtbare Fäden gezogen und Lebenspläne blockiert werden können und ermöglicht, diese Verstrickungen gleich zu entwirren.

Doch auch der Raum gibt Hinweis auf alles. Mal steht er am Ende, mal am Anfang einer Kette. So ganz und gar handfest, weil aus der Materie an die wir glauben, spricht er mit uns, macht auf etwas aufmerksam, be-wirkt. Also habe ich mich Schicht um Schicht genähert und meine Vermutungen geäußert. Erst schaute meine Klientin mich ungläubig an, dann brach der Damm.

Fließen erstmal Tränen geht’s leichter, dann ist die Bahn frei. Große Brocken der gestockten, verstockten, verdrängten, ungeliebten, nicht gewollten, verurteilten Gefühle werden frei gespült. Wie eine Katze ihr Gewölle wird ausgespien was da hoch kommt, zum Schmerz auch die Wut, zu den Verletzungen die Trauer und am Ende meist noch die Scham, sowas überhaupt zu fühlen. Das gilt doch nur für andere und nicht für mich – ist ein äußerst beliebter Glaubenssatz. Doch auch der hat in den Momenten keine Chance, wenn das heilende Wasser alles davon spült.

Menschen in Heilberufen sind beliebte Projektionsflächen für andere – doch oft auch für sich selbst: Das sind doch die, die ihr Leben im Griff haben, die nur schöne Gefühle fühlen und positive Gedanken denken, die singend durch die Welt gehen, die weder Ängste noch Vorurteile plagen, die immer gerecht sind und gleich wissen, was jede/r braucht. Und das dann auch heile machen können. Die glorreich Unfehlbaren eben.

Das es so nicht ist, kann ganz schön schmerzhaft sein. Dass auch an „Heiler-inne-n“ bisweilen die Einsamkeit nagt, dass auch Wut, Verzweiflung, Ausweglosigkeit, Sinnlosigkeit, Hass oder Trauer gefühlt werden – wen wundert das eigentlich? Die Antroposophen beschreiben Gefühle und Emotionen als eigene Wesenheiten, und die „geistern“ genauso auf dieser Erde rum wie Liebe, Freude, Lachen und Vertrauen.

Ist es also ein Wunder, wenn besonders feinfühlige Menschen alles spüren, also auch die nicht so „schönen“ Gefühle? Ein Problem wird’s eh erst durch die Bewertung in gut oder schlecht, in dürfen oder nicht-dürfen. Ein größeres Problem wird’s dann, wenn man sich ihnen ganz und gar überläßt und ihnen dadurch das eigene Lebensruder in die Hand drückt.

Im Raum gibt der Norden wichtige Hinweise, zum Beispiel auf Gefühlsstau. Für alle sichtbar wird’s wenn die Ursache in Form von Stockflecken oder Schimmel schon zum Symptom geworden ist. Im Horoskop sind Menschen, geboren in der kalten Jahreszeit und mit viel Wasser oft ungebremst ihren Gefühlen „ausgeliefert“. Gibt es keinen Halt durch das Element Holz oder warmes Feuer ist die Verlockung groß, innere Kälte mittels Feuerwasser zu mildern. Doch das ist eine wahrlich gefährliche Selbsttherapie.

In diese Beratung floss – wie immer öfter in letzter Zeit übrigens – auch die systemische Arbeit mit ein. Oft kann im Raum erst wirksam umgesetzt und als wahre Unterstützung gespürt werden, wenn innere Blockaden und Verstrickungen (z. B. in Form von Glaubenssätzen oder Projektion) gelöst sind. Erst dann können wir die ganze Dimensionen des Raums spüren und das Geschenk der Steine – nach oben, nach unten und in die Weite, in Vergangenheit, Zukunft und ewige Unendlichkeit – wirklich annehmen.

p.s. Und schließlich gab’s ein schönes gelbes Sofa, so ähnlich wie dieses 🙂

P.P.S.: Ob die Qual der Wahl bei Sofa-, Wand- oder Fassadenfarbe, ob eingehende Analyse des IST mit möglichen Alternativen für zukünftige Schritte, ob Gedankenklärung oder Herzausschütten mit konstruktiver Lösungsfindung – ich bin während dieses Prozesses gern an Ihrer Seite!