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Über das Warten und die Geduld

Die Eule ist für ihre Weisheit bekannt. Sie weiß instinktiv, wann die Zeit zu handeln gekommen ist.

Die Eule ist für ihre Weisheit bekannt. Sie weiß instinktiv, wann die Zeit zu handeln gekommen ist.

Lange Schlange im Supermarkt oder bei der Post, Verspätung des Zuges mit Gefahr den Anschluss zu verpassen, warten auf dies oder das ist nervtötend und treibt den Blutdruck nach oben. Weil es einem die eigene Hilflosigkeit vor Augen führt. Weil man sich Wartend in einer Situation wieder findet die zeigt, wie sehr man von anderen oder von Umständen abhängig ist. Wartend sind einem die Hände gebunden, man kann selbst nichts tun oder beitragen. Das dominierende Gefühl beim Warten ist: Zeit zu verlieren. Und was man beim Warten meist als erstes verliert ist die Geduld.

Geduld dagegen bedeutet gelassen bleiben zu können, zu wissen, dass Dinge Zeit brauchen, um sich zu entwickeln. Und zwar von ganz allein. Nichts muss getan werden, weil alles Lebendige sich in Prozessen entwickelt. Wer geduldig ist, gewinnt Zeit, kann die Zeit für sich arbeiten lassen. Warten schaut nur auf das Ergebnis und damit auf das Ende einer langen Kette. Dabei besteht diese Kette aus einer Reihe von oft unsichtbar verlaufenden Prozessen. Wer nur darauf wartet dass die Blume blüht, verpasst den Prozess des sich Entwickeln, des reif werdens, verpasst den Moment. Wer nicht akzeptiert, was ist, leidet. Wer Geduld hat gibt frei und nimmt trotzdem aktiv an jedem Moment des Geschehens teil – ohne selbst etwas tun zu müssen.