Susanne Berkenkopf

Ein Zuhause ist mehr, als vier Wände und ein Dach über dem Kopf. Darum gibt es bei mir Anregungen, um Wohnräume und Arbeitsplätze energetisch und ästhetisch zu optimieren. Life Coaching mit Grundriss krönt das Ganze wie die Kirsche das Sahnehäubchen. Hier schreibe ich für Menschen, die in einer wohltuenden Umgebung ein sinnerfülltes Leben leben und sich dabei entwickeln wollen, die innere und äußere Freiräume schätzen und die an ihr Potenzial glauben. Für Menschen, die jetzt und auf dieser Erde zum Wohle des Ganzen wirken wollen. Mein Angebot umfasst Wohncoaching und Lebensstilberatung. Meine Werkzeuge sind Feng Shui, Geomantie, chinesische Astrologie und systemische Beratung. Mehr unter www.feng-shui-und-beratung.de


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Über das gute Gelingen

Wir reden viel von Erfolg, doch manchmal laufen Dinge einfach schief. Ärger über Ärger, unerwartete Stolpersteine, endlose Verzögerungen am Bau. Was kann man tun, wenn Dinge aus dem Ruder laufen, und einfach nichts so läuft, wie man es geplant oder sich gewünscht hat?

Als ich letzte Woche über vereiste Fahrbahnen fuhr und sah, wie in der rechten Spur bei den LKW’s die Räder durchdrehten, fiel mir ein Vortrag von Gerald Hüther, dem Hirnforscher, ein. Darin erzählte er eine interessante Analogie über das gute Gelingen. Frei übersetzt sagte er etwa so:

Close up French colorful macarons and pink flower on wood background

Gutes Gelingen kann man nicht „machen“.

Dass ein Kuchen gelingt, das kann man nicht „machen“. Alles was man tun kann ist, die Bedingungen zu schaffen, dass er gelingt. Die Zutaten bereit stellen und verrühren, den Teig eventuell gehen lassen, derweil den Ofen auf erforderliche Temperatur vorheizen. Die Mischung schließlich dem Ofen übergeben und – warten. Irgendwann wird aus den vermischten Zutaten etwas ganz Neues, das nicht „gemacht“ wurde und doch IST. Wenn der Kuchen schön aussieht und schmeckt, wird voller Stolz verkündet: „Ist der gut gelungen.“

Wer hat das Gelingen gemacht?

Vielleicht kann man diese Frage beantworten, vielleicht auch nicht. Doch wenn etwas nicht klappt kann im Umkehrschluss sicher gesagt werden, dass die Bedingungen nicht stimmten. Den LKW’s fehlten vermutlich geeignetere Reifen, beim Hausbau wurden vielleicht energetische, feinstoffliche Vorarbeiten verpasst. Für das Kuchenbeispiel muss man vor Beginn die Zutaten einkaufen oder die Küche aufräumen, damit es Platz gibt, den Teig anzurühren. Der Ofen muss funktionieren. Und es braucht Geduld. Während der Teig sich in Kuchen verwandelt muss man ihn ganz und gar in Ruhe lassen.

So ähnlich funktioniert Feng Shui. Wenn alles schief läuft, hat das meist einen Grund. Dann gibt es Methoden, heraus zu finden, wo die Ursache liegt ( wer oder was wurde übersehen, übergangen, vergessen ) und welche Bedingungen nun zum Gelingen beitragen können. Vor allem gilt zu bedenken, dass sich nichts erzwingen lässt. Im Gegenteil, dadurch wird die Situation oft noch festgefahrener. Atmen, sich locker machen. Dann

  • schauen was IST, ohne zu bewerten
  • rauskriegen, welche Bedingungen ES braucht und sie schaffen
  • auf das Gelingen vertrauen
  • geduldig sein

Nichts lässt sich erzwingen. Und manchmal wird aus im Weg liegenden Stolpersteinen das Material für den Bau des Weges. Wer weiß schon, welcher Sinn hinter Fehlschlägen, Blockaden oder Verzögerungen liegt. Wer ruhig und im Vertrauen bleiben kann, trägt in jedem Fall eine wichtige Zutat zum guten Gelingen bei sich.

Ein Regenbogen braucht Wasser und Sonne, er ist ein Geschenk. „Machen“ kann man ihn nicht.

 

 

 


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Blockaden und die Seele des Hauses

An manchen Tagen ist es wie verhext (das Wort benutze ich gern, es klingt so schön magisch) – alles ist blockiert. Umgeben von Denkblockaden, Schreibblockaden, Tu-blockaden, Gefühlsblockaden. „Es“ will nicht, wie ich will. Nichts hilft. Weder der Stock auf dem Kopf noch das Umherwandern, Teetrinken, Singen.

Balancieren - Foto von Feipeng Jiang

„Balancieren“ von meinem Freund Feipeng Jiang

Ich winde mich. Winde mich um das herum, was raus will aber dann auch wieder nicht. In diesen Tagen ist es extrem, Sätze bilden sich in meinem Kopf, doch vor dem PC ist er leer, plötzlich ist gar nichts mehr da. Was soll’s denke ich, und rufe irgendwann meine Freundin Isobel an.

Ich höre sie blättern, Schubladen aufziehen, laut atmen. Dann hat sie es gefunden und liest:

Über die Geduld

Man muss den Dingen
die eigene, stille
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann,
alles ist austragen – und
dann gebären …

Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.

Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit
vor ihnen läge,
so sorglos, still und weit…

Man muss Geduld haben

Mit dem Ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antworten hinein.

„Das schrieb Rilke an seinen jungen Dichterfreund,“ ruft sie und legt auf.

Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Chinesisch. Russisch. Arabisch.

Ich schaue in meinen eigenen Bücherschrank. Da steht ein Buch von Rafik Schami ‚Was ich schaffe, überdauert die Zeit.‘ Es ist ein Buch über die Schönheit der (arabischen) Schrift und beim Blättern finde ich diese Kalligraphie.

arabische kalligraphie

 

Es heißt dort, dass die Araber die schönste Poesie der Welt „besitzen“. Schami führt dies auf das Leben in der Wüste zurück, wo Malerei oder Bildhauerei eher ungeeignete Ausdrucksformen waren. Doch in der Wüste können die Augen sich ausruhen, während sich im Geist die Worte formen. Für ihn gehört die Kalligraphie zur wichtigsten Kunst der islamischen Welt, die sich, unabhängig von dem, was geschrieben steht, zu einer vollendeten Kunst der Form entwickelte.

Was mich fasziniert sind die Wörter „Haus“ und „Seele“. Es macht schon einen großen Unterschied, wenn man in einem Haus mit Seele leben darf. Ein beseelter Ort ist immer ein Ort, der Kraft hat, der schützt und nährt. Der ganz bei sich ist und sich darum ganz von sich lösen kann, stetig und mittig. In der Mitte sein, angebunden zwischen unten und oben. Bist du nicht verwurzelt, wohin willst du dann wachsen? Der Mensch als Achse zwischen Erde und Himmel, genährt und geborgen vom Haus.

Manchmal heißt es: „Dieser Mensch ist der gute Geist des Hauses.“ Oder „das ist wirklich eine Seele von Mensch.“ Kennst Du das? Was bedeutet es für Dich? Und kannst Du sie spüren, die Seele Deines Hauses? Freut sie sich, wenn Du abends oder nach dem Urlaub zurück kehrst?

Über eine seelenlose Stadt schrieb mir kürzlich ein Freund: „Als wir in Frankreich (Bretagne) waren, musste ich besonders in Brest aus traurigem Anlass an Dich denken: hoffentlich verstehst Du mich nicht falsch, aber ich habe noch nie eine so schlimme Stadt erlebt! So eine tote und  unfassbare Energie — fürchterlich! Ich musste immer zu daran denken, was Du als Feng-Shui-Beraterin wohl tun könntest?! Die Stadt hat anscheinend, seitdem sie im 2. Weltkrieg von den Alliierten in Schutt und Asche gelegt und danach schäbig und lieblos (?) wieder aufgebaut wurde, nicht nur ihr Gesicht, sondern auch ihre Seele verloren. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ihr irgendwer und irgendetwas bisher Leben einhauchen konnte. Es war echt gruselig, dort zu sein und so etwas habe ich bei einer ganzen Stadt noch nie erlebt. Jedenfalls habe ich mich auch gefragt, ob man als Feng-Shui-Berater auch manchmal verzweifelt?“

Ja. Stimmt. Manchmal ist es zum schier zum Verzweifeln. Ich bin dann sehr traurig. Vielleicht ist das auch ein Grund für Blockaden. Ein Gefühl möchte erforscht werden. Ganz in Ruhe den Dingen und Gedanken die Zeit lassen, zu reifen. Der Sommer kommt bestimmt und mit ihm das Lachen und die Freude. Wahrscheinlich ist es darum manchmal einfach gut, ruhig zu bleiben und abzuwarten. Um dann die von der Sonne gewärmte Frucht vom Baum zu pflücken.

Apfelbaum

 


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Über das Warten und die Geduld

Die Eule ist für ihre Weisheit bekannt. Sie weiß instinktiv, wann die Zeit zu handeln gekommen ist.

Die Eule ist für ihre Weisheit bekannt. Sie weiß instinktiv, wann die Zeit zu handeln gekommen ist.

Lange Schlange im Supermarkt oder bei der Post, Verspätung des Zuges mit Gefahr den Anschluss zu verpassen, warten auf dies oder das ist nervtötend und treibt den Blutdruck nach oben. Weil es einem die eigene Hilflosigkeit vor Augen führt. Weil man sich Wartend in einer Situation wieder findet die zeigt, wie sehr man von anderen oder von Umständen abhängig ist. Wartend sind einem die Hände gebunden, man kann selbst nichts tun oder beitragen. Das dominierende Gefühl beim Warten ist: Zeit zu verlieren. Und was man beim Warten meist als erstes verliert ist die Geduld.

Geduld dagegen bedeutet gelassen bleiben zu können, zu wissen, dass Dinge Zeit brauchen, um sich zu entwickeln. Und zwar von ganz allein. Nichts muss getan werden, weil alles Lebendige sich in Prozessen entwickelt. Wer geduldig ist, gewinnt Zeit, kann die Zeit für sich arbeiten lassen. Warten schaut nur auf das Ergebnis und damit auf das Ende einer langen Kette. Dabei besteht diese Kette aus einer Reihe von oft unsichtbar verlaufenden Prozessen. Wer nur darauf wartet dass die Blume blüht, verpasst den Prozess des sich Entwickeln, des reif werdens, verpasst den Moment. Wer nicht akzeptiert, was ist, leidet. Wer Geduld hat gibt frei und nimmt trotzdem aktiv an jedem Moment des Geschehens teil – ohne selbst etwas tun zu müssen.