La Imperial Feng

Feng Shui · Geokultur · systemische Beratung


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Tag 17 – Das ABC der Farben

Ergänzend zu gestrigen Stilfragen reden wir heute über Farben. Denn Farbe ist allgegenwärtig und beeinflusst jede Art der Wahrnehmung. Sie bestimmt mit, ob man sich in einem Raum oder Kleidungsstück wohl fühlt oder nicht, ob etwas einengend oder befreiend wirkt, luftig oder belastend.

„Farben sind das Alphabet des Lichts,“ sagte William Berton, und Wassily Kandinsky wußte: „Farbe wirkt auf den Geist. Farbe ist eine Macht, die direkt auf die Seele wirkt.“ In der asiatischen Lehre des Feng Shui werden auch Farben den 5 Elementen zugeordnet und zur Stärkung oder Harmonisierung für Mensch und Raum verwendet.

Jedem Raum die richtige Farbe mit dem Effekt, bewusst Stimmungen herbeizuführen. Durch Farbe wird ein Raum anregend (bis hin zum Streit !), beruhigend (bis hin zur Couchpotato !) oder heilend (für Körper und Seele !). Farbe kreiert die passende Atmosphäre für jedes Anliegen.

GELB – Farbe der Kommunikation, der Offenheit und des Austauschs. Gelb repräsentiert Licht und Erkenntnis, Selbstwertgefühl und Intellekt, harmonisiert das Nervensystem, schafft eine positive Grundstimmung, wirkt antidepressiv und fördert die Konzentration. Es ist eine belebende, anregende Farbe obwohl sie zum Element Erde gehört.

BLAU – Farbe der Seele, der Sehnsucht, der Intuition. Blau beruhigt, zieht nach innen und steht gleichzeitig für Ferne und Tiefe. Es heißt bei Blau schwinde der Verstand und der Mensch werde ins Gefühl gezogen. Wer gedanklich also mal abschalten möchte sollte sich ab und an vor ein blaues Bild setzen. Vorsicht vor zuviel blau im Raum, denn hier kommt es sehr auf die Nuancen an. Ein unerwünschter Effekt wäre eine unterkühlte, distanzierte Atmosphäre mit einem zusätzlich beengten Raumgefühl. Blau repräsentiert das Element Wasser.

ROT – die Farbe der Liebe und des Lebens. Rot stimuliert und energetisiert. Rote Akzente können helfen, frischen Schwung in ermüdete Beziehungen zu bringen. Im Schlafzimmer gehört sie allerdings sparsam eingesetzt, sonst drohen Schlafstörungen! Rot symbolisiert das Element Feuer.

ORANGE – eine auffallende, wärmende und anregende Farbe. Drückt Mitgefühl und Liebe zu allen Wesen aus, schafft optimistische Stimmung, fördert Spontaneität, Lebensfreude und Unbeschwertheit. Antriebsstörungen und Kältegefühl lassen sich durch Orange behandeln. Auch Orange gehört zum Erdelement.

GRÜN – wird spontan mit lebendiger Natur assoziiert und besonders im Frühling kann sich das Auge an einer schier unerschöpflichen Farbvielfalt erfreuen. Grün ist eine dynamische und lebendige Farbe, und gilt gleichzeitig als Ruhepol im Farbkreis. Für angestrengte Augen ist es eine reine Wohltat, ins Grüne zu schauen. Grüntöne wecken die Selbstheilungskraft und unterstützen einen ausgeglichenen Zustand. Auch Einfühlungsvermögen, Beziehungsfähigkeit und Selbstbestimmung werden durch grüne Farbtöne unterstützt. Im Elementekreislauf repräsentiert Grün das Holz.

WEISS – verkörpert reines Licht. Es bietet sich als optischer Verstärker an, um Räume heller und größer wirken zu lassen. Zuviel reines Weiss im Raum führt in eine kühle, sterile Stimmung. Im Farbkreis gilt Weiss als Farbe des Neubeginns, symbolisiert Unschuld und gleichzeitig Distanz. In der Elementetheorie repräsentiert Weiß mit allen Edelmetallen das Metall, das Element das auf Klarheit, Fokus und eine nach innen gerichtete Bewegung verweist.

VIOLETT – gilt in manchen Kreisen als „spirituell“, denn es ist die letzte Farbe, die das menschliche Auge noch wahrnehmen kann. Mit seiner höchsten Schwingungsfrequenz unter den sichtbaren Farben impliziert es Bewußtwerdung und Anklänge an Heiliges. In buddhistischer Tradition werden die höchsten menschlichen Bewußtseinszentren mit der Farbe Violett verbunden. Helles Violett soll die Intuition stärken, und je dunkler der Farbton desto eher wird eine extravagante Stimmung inszeniert. Violett ist eine Mischung aus Blau und Rot und daher bestimmt der dominierende Anteil, zu welchem Element es tendiert.

Nicht jede Farbe eignet sich für jeden Zweck, auch Lichtverhältnisse und die Größe des Raums beeinflussen die Wirkung maßgeblich. Wofür ein Raum genutzt wird sollte bei der Farbwahl unbedingt bedacht werden. Manchmal reichen schon gezielt platzierte, farbige Akzente, um für mehr Wohlbefinden zu sorgen. In Beratungen habe ich auch erlebt, dass meine Farbvorschläge zuerst Befremden auslösten, um später umso mehr geliebt zu werden – die Wirkung war einfach spürbar überzeugend. Wie jemand im neu gestrichenen Wohnzimmer aus voller Inbrunst sagte: „Wände die lebendig und bekleidet wirken.“

Wem das Vorstellungsvermögen fehlt, kann sich anfangs mit einem farbigen Seidenpapier oder Stoff behelfen und spielerisch probieren, bevor zum Pinsel gegriffen wird. Und ruhig auch mal kühne Zusammenstellungen erwägen. Mein derzeitiger Favorit: Grün kombiniert mit Türkis!