Susanne Berkenkopf

„Ein Zuhause ist mehr, als vier Wände und ein Dach über dem Kopf." Dies ist ein Blog über Räume, über innere und äußere Räume. Denn ich bin überzeugt, dass jeder Raum in dem wir uns regelmäßig aufhalten, Einfluss auf unser Leben nimmt. Also gebe ich hier Anregungen, wie Wohnräume und Arbeitsplätze energetisch und ästhetisch optimiert werden können. Ich schreibe für Menschen, die in einer wohltuenden Umgebung leben wollen, die innere und äußere Freiräume schätzen, und an ihr Potenzial glauben. Ich schreibe für Menschen, die wie ich, jetzt und auf dieser Erde zum Wohle des Ganzen wirken wollen. Im „echten Leben" biete ich Wohncoaching, Grundrissanalyse und Lebensstilberatung. Meine Werkzeuge sind Imperial Feng Shui, Geomantie, chinesische Astrologie und systemische Beratung. Mehr unter www.feng-shui-und-beratung.de


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Mit Leib und Seele … Mein Sommerexperiment

Mit Leib und Seele bei dem sein, was man tut

Irgendetwas ist passiert. „Irgendwie“ bin ich aus der (Uhr)Zeit gefallen. Und zwar seit ich aus dem Sommerurlaub zurück bin. Ich nenne es mittlerweile mein Sommerexperiment und wer weiß, vielleicht taugt es ja sogar für den Winter 😉

Jedenfalls habe ich aufgehört, den Tag um Termine herum zu strukturieren und „abzuhaken“.  Stattdessen fließe ich frei mit dem, was IST. Was nun Ursache oder Folge ist, das kann ich nicht genau sagen, doch seit ich – innen wie außen – mehr und genauer beobachte, „ergibt“ sich Vieles wie von selbst. Gleichzeitig nehme ich mehr Teil an allem ohne mich darin zu verlieren.

Und so sieht es aus, mein Experiment:

  • Ich mache mir einen Spaß daraus zu beobachten was passiert, wenn es kein: Ich mach „mal eben“ gibt.
  • Dadurch hat sich die Hierarchie zwischen Wichtigem und Weniger-Wichtigem aufgehoben. Jedes Tun ist in jedem Augenblick das Wichtigste. Und sei es der Weg zur Mülltonne.
  • Dadurch wird das „Selbst“ in jedem Moment ebenso wichtig wie das, was ich tue.  Gleichzeitig ist mein Selbst dann nicht mehr so wichtig, weil es ja mit dem was ich tue verschmiltzt – und fühlt sich nicht mal zurückgesetzt. – Klingt paradox, ich weiß! – Das mögen anfangs kurze Momente sein, Augen-Blicke, doch das Gefühl, ganz und gar DA zu sein, ist schlicht und einfach ergreifend.
  • Ich fühle mich in den Momenten in denen ich „ganz bei einer Sache“ bin absolut wach = lebendig.

Das Wetter ist bei diesem Experiment mein bester Kamerad. Täglich gibt es mir Gelegenheit meine Haltung zu dem was IST zu erkunden, vor allem, weil ich absolut nichts dran ändern kann.

  • In diesen Wochen lebe ich also frei nach dem Sprichwort: Das Leben geschieht während ich andere Pläne mache. Das Leben gewinnt.
  • Ich habe zwar Termine im Kalender, doch durch die Wachheit im Moment bin ich viel spontaner: also gehe ich auch bei Regen schwimmen wenn mir danach ist, bleibe an freien Vormittagen auch schon mal laaaange im Bett und lausche dem Regen, schlafe draußen wenn die Sterne leuchten, ziehe meine buntesten Kleider an obwohl es regnet und freue mich einfach, dass ES IST. So lebendig wie JETZT zu SEIN ist das größte Geschenk des Lebens.
  • Und bin ganz erstaunt, wie lang ein Tag oder eine Nacht sein können. Selbst wenn ich – trotz Terminen – ein Nickerchen einlege, im Garten vorbeischaue, ein köstliches Essen zubereite oder ein spannendes Buch lese. Ich bin müde, doch nicht erschöpft und merke nun am eigenen Leib, was das für einen großen Unterschied machen kann.

Und was hat Feng Shui damit zu tun? Alles und nichts. Doch nehmen wie es kommt und verdauen was IST kann nur eine starke Mitte 🙂 . Mehr Wissenswertes zur Mitte gibt es hier.

 

 

 


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Die Kraft des Rituals

Das Wesentliche im Blick

Das Wesentliche im Blick

Am Freitag war ich zu einer japanischen Teezeremonie geladen. Der Gastgeber empfing mich im rituellen Gewand, dem Kimono, und führte mich über den Hof in sein Teehaus.

Das Wasser summte schon im Kessel und als wir im Seiza, dem Fersensitz, saßen, begann die Zeremonie. Alles in allem dauerte es nur etwa 10 Minuten doch in dieser Zeit sprachen wir nicht. Die ganze Zeremonie bestand nur aus Gesten, Blicken und Verbeugungen. Anfangs fand ich es merkwürdig und dachte: Was wir alles so plappern, wenn wir uns üblicherweise zum Tee treffen. ..

Doch die Stille gab mir Gelegenheit, alles was er tat, wahrzunehmen. Ich hörte wie sich das Summen des Wassers im Kessel mit der Zeit veränderte, vernahm das Geräusch, als er mit dem kleinen Bambusbesen den Tee aufschäumte, bemerkte jeden Handgriff: Wie er mir die kleine Süßigkeit auf einem Tablett anbot, das Wasser aus dem Kessel schöpfte, den Daumen streckte als er die Kelle ablegte und mir die Teeschale mit einer besonderen Drehung überreichte. Schließlich schmeckte ich den Tee. Ich kenne Matcha und habe ihn schon oft getrunken, doch diesmal war es anders. Zuerst fiel mir wieder das tiefe, satte Grün auf. Dann schmeckte ich mit Augen, Nase und Mund und entdeckte hinter dem Bitteren einen ganz neuen Geschmack. In der Stille hatte sich ein neuer Raum geöffnet, indem ich Bekanntes auf neue Art entdecken konnte.

Später erklärte er mir: „Alles was du hier im Zimmer siehst – die Blumen (die übrigens nicht riechen dürfen um den reinen Duft des Tees nicht zu stören), die ausgewählte Kalligraphie, die Süßigkeit und die Teeschale – habe ich vor deinem Kommen für dich ausgewählt. Dadurch sprach ich zu dir. Worte würden nur stören und dich von dem ablenken, was ich dir sagen wollte.
Die Teezeremonie ist eine Form der Meditation. Durch sie kann man die innere Haltung der Konzentration erlangen. Die Form, in diesem Fall die ritualisierten Handgriffe, gibt den Rahmen vor. Solange ich über die Form nachdenke, übe ich. Erst wenn die Form so in mich eingegangen ist, dass ich über mein Tun nicht mehr nachdenke, bin ich in der richtigen Haltung und eins mit meinem Tun im jeweiligen Moment. Dann denke ich an nichts anderes mehr. Durch die Form habe ich gelernt, meinen Geist zu beruhigen und die Gedanken zu disziplinieren.“

Ein Ritual ist eine Form der Disziplin, um die Gedanken ganz auf die Absicht zu richten.
Ähnlich einer Kuchenform, auch sie verhilft dem Kuchen dazu, er selbst zu werden: ein Blechkuchen braucht eine andere Form als ein Gugelhupf oder eine Hochzeitstorte. Dabei ist alles Kuchen, jeder hat seinen Zweck und erfüllt eine Absicht.

Im Feng Shui arbeiten wir mit der Form, um Energie zu bündeln. Wir achten darauf, sämtliches, was die Absicht stört, zu entfernen: Im Schlafzimmer richten wir alles auf Ruhe, Erholung und Intimität, im Arbeitszimmer auf Inspiration und Effizienz, in der Küche auf Gesundheit, Freude und Kommunikation, im Kinderzimmer auf Entwicklung und spielerisches Entdecken.

Und wir legen sehr großen Wert darauf, dass Menschen sich auf dem Weg, den sie gehen, wohlfühlen, damit sie in ihrer Kraft bleiben (wir sagen: Die Form soll unterstützen möglichst wenig eigenes Qi zu verbrauchen, denn Qi ist Essenz und Essenz bestimmt über die Lebenszeit).

In Wahrheit muss niemand seinen Weg „finden“, denn wir alle sind auf unserem Weg. Die Frage kann allerdings lauten: Muss der Weg schwierig und kraftzehrend sein? Wie wäre es, wenn er lustvoll und voller Freude zu gehen wäre? Kann der Mensch, können Sie, Ihr ganzes Potenzial – Ihr Wissen, Ihre Begabungen und Talente – auf dem Weg, den Sie gehen, entfalten? Wenn nicht, könnte es an der Zeit sein, auf Wegweiser zu achten und die Richtung zu ändern.

Wie gesagt, ein Ritual kann helfen, sich ganz auf die Absicht zu konzentrieren – dabei unterstütze ich Sie gerne.

Einen anderen Weg, die Gedanken zu klären und sich selbst näher zu kommen finden Sie hier: http://www.raum-innen-aussen.de/lebensart/selbstwert