Susanne Berkenkopf

Ein Zuhause ist mehr, als vier Wände und ein Dach über dem Kopf. Darum gibt es bei mir Anregungen, um Wohnräume und Arbeitsplätze energetisch und ästhetisch zu optimieren. Life Coaching mit Grundriss krönt das Ganze wie die Kirsche das Sahnehäubchen. Hier schreibe ich für Menschen, die in einer wohltuenden Umgebung ein sinnerfülltes Leben leben und sich dabei entwickeln wollen, die innere und äußere Freiräume schätzen und die an ihr Potenzial glauben. Für Menschen, die jetzt und auf dieser Erde zum Wohle des Ganzen wirken wollen. Mein Angebot umfasst Wohncoaching und Lebensstilberatung. Meine Werkzeuge sind Feng Shui, Geomantie, chinesische Astrologie und systemische Beratung. Mehr unter www.feng-shui-und-beratung.de


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21. Türchen – Sag auf Wiedersehen!

Morgen ist Wintersonnenwende. Nach dem Kalender der Daoisten beginnt um 5.19 Uhr das Jahr der Ratte. Ein guter Grund, sich heute einen Augenblick Zeit zu nehmen, und das Jahr des Schweins zu reflektieren. Denn eine immer währende Weisheit besagt, dass Alte macht dem Neuen sehr gerne Platz, wenn es entsprechend gewürdigt und wertschätzend verabschiedet wird.

Da läuft es, das 猪 Zhū. Auf Wiedersehen in 12 Jahren, du Liebes ! Ha, und kurz bevor es verschwindet hat © Annie Spratt es noch „erwischt“!

Hier ein kleiner Leitfaden, an dem man sich dabei orientieren kann:

  • Mal ganz spontan: Welche Worte fallen Ihnen ein, das zurückliegende Jahr und Ihre Erfahrungen zu beschreiben?
  • Was hat sich verändert, was hat es Neues gebracht – im Großen wie im Kleinen?
  • Welche Freundschaften haben sich dieses Jahr bewährt, welche sind eingeschlafen und dürfen nun innerlich abgeschlossen werden?
  • Welche Menschen sind neu in Ihr Leben getreten und spiegeln nun andere Facetten Ihres wundervollen Selbst?
  • Wodurch haben Sie frische, anregende Impulse bekommen?
  • Was ist nicht so gut gelaufen, war schmerzlich oder traurig? Wie sind Sie damit umgegangen und was hat Sie getröstet?
  • Was möchten Sie in diesem Jahr noch abschließen?
  • Was hat sich bewährt, wo möchten Sie dranbleiben, was möchten Sie im kommenden Jahr mal anders machen oder ausprobieren?

Ganz ehrlich? Ich liebe Schweine und die Jahre, die es regiert. Für dieses sich nun neigende bin ich sehr dankbar – dankbar für all die Erlebnisse, für die inspirierenden Begegnungen, für das Vertrauen das mir geschenkt wurde, für die Reisen, die ich machen durfte und ganz allgemein für das, was es mich gelehrt hat, selbst wenn dabei Tränen flossen.

Und wer lebt muss auf Wechsel gefasst sein, darum ist heute Abschied angesagt. Ich werde mir jedenfalls ausreichend Zeit nehmen, dir eine Kerze anzünden, ein Lied für dich singen und mich einfach freuen, dass du da warst.

 

P.S. Egal mit welchem kalendarischen System Sie sich wohl fühlen, und ob sie nun morgen oder mit Frühlingsbeginn am 25. Januar 2020 ganz klassisch das Jahr der Ratte begrüßen – verabschieden Sie sich von dem was war. Auch während der Aufstellungen zeigt sich immer wieder, dass, sobald das Alte (ehemalige Partner-innen, Arbeitsstelle, Wohnung, Freundschaften) auf diese Weise gewürdigt wird, das Neue ein stabiles Fundament bekommt.


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20. Türchen – Kurz vor dem Höhepunkt …

… erfasst mich die Melancholie.

Jeder Baum ein Gedicht, das die Erde in den Himmel schreibt (Khalil Gibran). Und immer vermögen sie, Trost zu spenden! © Adriann Meyer

Das größte Paradox der Weihnachtszeit scheint mir, dass die stille Zeit in der Hektik untergegangen ist. Dabei reicht die Sehnsucht der Menschen tief und das innere Bedürfnis klingt oft ganz simpel: „Da möge mir einfach mal jemand zuhören.“ So sagt es letztens jemand zu mir, ganz erschöpft und traurig vor sich hinblickend, während wir nebeneinander auf den Bus warten.

Alles scheint jetzt wie in einer Blase und aneinander vorbei zu rauschen, und obwohl ich mich nicht in der Innenstadt aufhalte, spüre ich das Feld der Hektik. Mir kommt es vor, als stehe „das System“ kurz vor dem Kollaps, alles bewegt sich rasch und rascher doch keiner weiß mehr so genau, wohin eigentlich.

Und Weihnachten, wer weiß noch, worum es da überhaupt geht? Liebe, Mitgefühl, Verzeihen, Verständnis, Unbeirrbarkeit, Glaube – dabei funktioniert das alles nur, wenn man Ruhe hat. Doch wie sollen Körper und Geist sich nach diesem gigantischen Erwartungsmarathon in ein paar „freien“ Tagen regenerieren? Wie soll der Geist bei all diesen Angeboten nach Ablenkung überhaupt zur Ruhe kommen?

Ich bin da gerade ein bisschen ratlos. Denn meine Beobachtungen decken sich so gar nicht mit den Werbebotschaften und Versprechen, die von allen Seiten auf uns einprasseln. Im Gegenteil, die meisten Wünsche drehen sich um das, was nicht käuflich ist:

Wertschätzung
Geborgenheit
Liebe
Verläßlichkeit
Unterstützung
Sicherheit
Gelassenheit
weniger Ablenkung
Freundschaft
Eigenmacht
mit sich allein sein können
Verbundenheit
Körpergefühl
Vertrauen
Zugehörigkeit
angenommen sein
Ideen
Heimat
Zeit
Leerheit
Gleichmut
ausgeschlafen sein
Träume
Ruhe
Sinn
Schutz
Leichtigkeit
Intuition
Verständnis
Identität
Balance
Intimität
mit sich allein und in Stille sein können.

Bald beginnen die Raunächte. Auch daraus ist längst ein Geschäft geworden: Video-Botschaften da, Online-Kurse dort, und immer noch mehr Bücher zum Thema, die scheinbar alle voneinander abgeschrieben haben … .  Und was mach ich nun mit meiner Melancholie? Ich nehm sie mit in den Wald, trage sie spazieren und frage mal rum, wer sich ihrer wohl annehmen mag. Vielleicht findet sich ein Erdmännchen oder eine Fee, die mit ihr spazieren gehen. Danach – ich bin ganz sicher – ist sie verwandelt und flüstert mir, welch Verbündeter sich dahinter verbarg.

 

 

 


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19. Türchen – Gebet der Cherokee Indianer am Morgen

Den Morgen begrüßt hat in Südafrika © Igor Kasalovic

Ich öffne mich dem Osten, dem Ort des Sehens, der Klarheit und Wahrnehmung.
Ich bitte diesen wundervollen Morgen mich mit Klarheit und Wahrnehmung zu füllen.
Ich öffne mich dem Süden, dem Ort des Heilers, der Energie und Unschuld.
Ich bitte diesen wundervollen Morgen, mich mit Energie und Unschuld zu füllen.
Ich öffne mich dem Westen, dem Ort des Lehrers, der Weisheit und des Verstehens.
Ich bitte diesen wundervollen Morgen, mich mit Weisheit und Verstehen zu füllen.
Ich öffne mich dem Norden, dem Ort des Kriegers, des Mutes und der Ausdauer.
Ich bitte diesen wundervollen Morgen, mich mit Mut und Ausdauer zu füllen.
Möge der heilige Wind mein Herz mit dem Lied der Regenbögen erfüllen und mich mit allem verbinden.
Möge die grosse Mutter Erde mich nähren mit ihrer ursprünglichen, roten Kraft und meine Adern mit Lebendigkeit erfüllen.
Möge ich jeden Tag erfüllt werden, auf dass ich weitergegeben werden kann.
Möge alles was ich erhalte, weitergegeben werden.
Möge alles was ich bin, von mir genommen werden.

Gebet der Cherokee Indianer


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18. Türchen – Ich bin …

 

Ich bin der Wind, der alle grünen Dinge nährt,
und Blüten ermutigt, unreifende Früchte zu gebären.
Aus mir speisen sich die klarsten Ströme.
Ich bin der Regen, von dem Tau,
der das Gras lachen macht vor Freude am Dasein.
Ich bringe heilige Werke hervor
ich bin die Sehnsucht nach dem Guten.

Hildegard von Bingen


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17. Türchen – Ich wünsch dir einen Engel

Ich wünsch dir einen Engel
am Tag und in der Nacht,
der dich mit seiner Güte
und Liebe stets bewacht.

Ich wünsch dir einen Engel
in Schmerz und Traurigkeit,
der deine Seele streichelt
jetzt und in Ewigkeit.

Ich wünsch dir einen Engel,
wenn du im Dunkeln bist,
der dir ein Licht anzündet
und immer bei dir ist.

Annemarie Wagner

In meinem Leben gab es schon oft Begegnungen, über die ich im Nachhinein dachte: „Das war sicherlich ein Engel.“ Manche Begebenheiten wirkten auf den ersten Blick ganz unscheinbar, doch im Nachhinein war es wie im Märchen – da wurde die Geste eines Fremden plötzlich zum entscheidenden Fingerzeig, brachte Trost oder half, den Weg zu finden. Eine schöne Jahreszeit ist nun, sich an all diese „Fremden“ zu erinnern, selbst wenn sie schon vergessen scheinen. Und auch den Freunden und Freundinnen zu danken, die sich in manchen Situationen wie rettende Engel verhielten und im Dunkeln ein Licht anzündeten.


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16. Türchen – Wieviel Uhr ist es? Jetzt.

Die uns täglich vormachen, der Moment zu sein … Skater by © Max Prokhorov

„Es gibt sicherlich nichts anderes als den einen Zweck dieses gegenwärtigen Augenblicks. Das Leben des Menschen ist die Folge von Augenblick auf Augenblick. Wenn der gegenwärtige Augenblick gänzlich erfaßt ist, wird es nichts mehr zu tun geben, nichts sonst ist zu erstreben.“

Aus dem Hagakure
dem Buch der Samurei

Karatetrainee by © Uriel Soberanes

Das verstehe ich unter Wu Wei – im Tun SEIN. Dann gibt es kein „ich mach mal eben …“ und auch kein „nächstes Mal mache ich es besser.“ Denn selbst wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellend ist, wer mit kompletter Aufmerksamkeit und aus ganzem Herzen tat braucht nichts bedauern, sich nicht entschuldigen, hat sich nichts vorzuwerfen und kann „es“ sofort loslassen. Nachgrübeln ist immer ein Zeichen, nicht präsent im Augenblick des Tuns gewesen zu sein.

Für mich gibt es am Beginn des Dao Weges drei Schlüsselwörter: Disziplin, Konzentration und Meditation. Mag wenig romantisch klingen, doch wer ein Warum hat, geht jeden Weg mit festem Schritt. So wie Dan (im Film: Der friedvolle Krieger), der vor seinem großen Sportevent die Fragen seines Lehrers Sokrates folgendermaßen beantwortet:

„Wo bist Du?“ – „Hier.“
„Wie spät ist es?“ – „Jetzt.“
„Was bist Du?“ – „Dieser Moment.“

Schwerkraftüberwinderin by © Kristijan Arsov