Susanne Berkenkopf

Feng Shui • Beratung • Inspiration


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Tag 29 – Wohnen gehört zum System

Wer sich für systemische Arbeit, Familien- oder Organisationsaufstellungen interessiert weiß, dass das Umfeld in die Betrachtungen einbezogen wird. Niemand lebt isoliert, wir sind alle Teil eines Kontextes. Probleme entstehen in der Regel mit dem Kontext, dem Umfeld, den Beziehungen.

Hausgemeinschaft: Charaktervolle Individuen mit eigenem Ausdruck

Das Wohnen wird aus meiner Sicht viel zu selten in diese Betrachtungen einbezogen. Dabei wohnt jede/r  irgendwo, viele haben (mehr oder weniger große) Erwartungen an den Wohn-Raum und jede/r hat Erinnerungen, die hautnah an Räume geknüpft sind. Gleiches gilt natürlich auch für „formellere Begegnungen“ die in Räumen stattfinden, seien es Büros, Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen, Ladengeschäfte, Kanzleien, Praxen, Behörden, Hotels, Restaurants und Fabrikhallen. Alles geschieht im Raum, schrieb ich einmal.

Den Raum als Wesenheit zu betrachten, galt vor einigen Jahren vermutlich noch als „spinnert“. Dabei ist er wie alle Körper ein Hologramm, hat Eingang und Ausgang und ein reges Innenleben. Was im Raum geschieht bestimmen die miteinander agierenden Menschen. So wie Menschen in Sein und Tun durch das was sie einführen beeinflusst werden – Nahrung, Flüssigkeit, Gefühle, Gedanken, Geschichten -, so geht es auch dem Raum.

Jeder Raum hat schon von Anbeginn einen Charakter, ablesbar zum Beispiel an den verschiedenen Hausgesichtern. Welches „Gesicht“ blickt zur Straße, in welchem ist die Eingangstür? Und natürlich entwickelt sich der Charakter auch durch das, was in ihm geschieht: Da wird ein- und ausgeszogen, es wird gestrichen und möbliert, manchmal werden Wände eingerissen oder neu gesetzt. Ähnlich den lustigen Bildgeschichten, in denen Hund und Herrchen/Frauchen irgendwann eine ähnliche Mimik ausbilden, so formt ein Haus mit am Charakter des Menschen. Darum sollte vor jedem Umzug auch den Hausgesichtern entsprechende Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Alte Häuser haben viel gesehen und vermutlich sind sie die besten Kenner der Spezies Mensch überhaupt. Doch obwohl sie Zeuge vieler Prozesse sind, werden viele ohne ein Wort des Abschieds oder Dankes einfach verlassen. Einweihungsfeiern sind allgemein üblich, doch ein kleines Abschiedsfest ist sicher ebenso angebracht. Wer neue Räume bezieht spürt manchmal, dass noch irgendwas im Raum „hängt“, selbst wenn alle äußeren Zeichen der Vornutzer verschwunden sind. Wir spüren das atmosphärisch durch die Haut. Auch ein Haus kann trauern um die, die es „verloren“ hat und sich meist nicht selbst davon befreien. Dazu ist menschliche Hilfestellung nötig.

Darum mein Plädoyer für den achtsamen Umgang mit dem Raum, und die Chance, ihn als Teil einer systemischen Aufstellung zu Wort kommen zu lassen. Räume und Häuser strahlen das aus, was in ihnen geschah und geschieht und jedes System hinterläßt etwas im Raum. Auch wer das Gefühl kennt, nicht weiter zu kommen – oder auch: nicht weg zu kommen – wende sich an den Raum. Manchmal haben Räume den berühmt-berüchtigten „Klammereffekt“, lassen nicht weg, wen sie bei sich behalten, an wessen Leben sie weiter teilhaben wollen.

Klingt spooky? Halb so wild – kein System ist starr und für alles gibt es heilsame Lösungen, zum Wohle aller Beteiligten. ❤


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Tag 28 – ?

„Zwei Dinge ergeben eine Geschichte:
Das Netz und die Luft, die durchs Netz fällt.“
Pablo Neruda

Das ist eine Geschichte, die ich – zugegeben – nicht verstehe. Ich liebe jedes Wort darin, doch die Bedeutung kann ich nicht denken, nur ahnen. Ich bin verwirrt. Auch gut, dahinter steckt ja meist eine Aufforderung, „business as usual“ beiseite zu legen, etwas anders als bisher zu schauen. Neue Erfahrung zulassen, vielleicht guter Nährboden für das, was noch nicht gedacht ist.

Dem werde ich mich heute widmen. Mich mit etwas beschäftigen, das ich nicht verstehe. Manchmal ist es gut sich einzugestehen, nicht auf jede Frage eine Antwort zu haben. Sonst kann man selbst schneller zum Problem werden, als man gucken oder gehen kann. Anstatt zur gewünschten Lösung beizutragen.

Das können auch ganz reale Dinge sein. Der Sinn der bald wirksam werdenden Datenschutzverordnung, zum Beispiel. Ich verstehe ganz und gar nicht, welches Sicherheitsrisiko ich mit meinen Blog und den Kommentaren die jemand dazu schreibt, darstelle. Doch wer von uns nun das Netz oder die Luft ist – vielleicht verstehe ich es morgen besser.

In diesem Sinne überlasse ich dich heute ganz dem, was du nicht verstehst und wünsche dir, dass deine Fragen wie Küsse schmecken * …!!!

° frei nach Carmen Kindl-Beilfuß


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Tag 27 – Sechs Impulse für anregenderes Arbeiten

Manchmal ist es eine besondere Herausforderung, morgens am Arbeitsplatz zu erscheinen. Der kann an diesen Tagen wie ein Käfig erscheinen und die verrinnenden Stunden gleichen verschwendeter Lebenszeit.

Das läßt sich mit einem ansprechenden Umfeld ändern. Darum gibt’s heute Feng Shui Ideen für den Arbeitsplatz der neuen Zeit. Wer alle Sinne in den Arbeitsprozess einbezieht fördert Motivation und Ideenreichtum. Wer Talente, Ideen und Neigungen im Beruf einsetzen kann ist ein Gewinn für das Unternehmen und das Betriebsklima. Zufriedene Mitarbeiter-innen waren zudem schon immer ein Grundstein für’s Umsatzplus.

  • Täglich auf demselben Stuhl mit demselben Ausblick sitzen – und das über Jahre – kann schnell öde werden und zu business-as-usual führen. Selbst Routinearbeiten machen mit etwas Abwechslung mehr Spaß. Wer ab und zu die Aussicht, also den Platz zu wechselt, bekommt eine neue Perspektive und die bringt neue Ideen. Auch Stehtische eignen sich prima für neue Betrachtungsweisen und die entlastete Wirbelsäule freut sich. Stehtische sind auch gut geeignet für Besprechungen nach dem Motto: „Komm auf den Punkt.“
  • Wer mit anderen Ländern arbeitet kann den kulturellen Stil der Geschäftspartner kopieren. Hirnforscher erklärten uns die Sache mit den Spiegelneuronen und der Sympathie – wer sich auf den kulturellen Hintergrund seines Gegenübers einläßt, entwickelt mehr Verständnis für die Kunden und kann leichter Martlücken entdecken. Finde das Landestypische deiner Geschäftspartner und organisiere einen Raum als Teezimmer im japanischen Stil, kopiere die Oppulenz des Orients oder richte einen Wintergarten her, um das Flair Südamerikas ins Büro zu holen.  * Lerne von einer erfolgreichen Werbeagentur Deutschlands
  • Wer im Sportsektor arbeitet kann mit einem zum Business passenden, sportlichen Ambiente punkten. Denkbar wären Trampolin, Tischtennisplatte, Billardtisch oder Miniparcour. Auch HulahupReifen oder Platz für ein Federballspiel bringen die grauen Zellen auf Trab und zaubern Lächeln in ermüdete Gesichter. Die Investition wird sich lohnen, denn Bewegung fördert die Durchblutung des Gehirns und das führt zu frischen, neuen Ideen.
  • Langweilige Kantine? Resopal und Plastikstühle so weit das Auge reicht? Hier helfen gestaltende Varianten, die das Erinnerungszentrum stimulieren und Glückshormon Dopamin stimulieren: Mittagessen wie in einem Garten, vielleicht auf einer Picknickdecke, mit Blick aufs Meer und unter Palmen oder vor einer Almhütte mit Ausblick in grüne Auen und Berge. Dies läßt sich durch PC-Animationen oder perspektivische Wandbilder erreichen, dazu das passende Mobiliar, stimulierenden Duft und Klang nicht vergessen und … fertig.
  • Wer Hängematten für einen Power-Nap zwischendurch anbietet garantiert sich erholte, kooperativere Mitarbeiter/innen – was sonst trägt zum Geschäftserfolg bei?!!
  • Auch eine Schuh-Auszeit kann das Gehirn erfrischen. Wie wär’s mit einem Erlebnisweg beim Gang zur Küche? Hier übernehmen die Füße das Kommando und kommunizieren direkt mit dem Gehirn. Geeignet könnten abwechselnde Bereiche mit Natursteinen, runden Kieseln, Murmeln und Holzbohlen sein. Im Hochsommer kann schon eine Schüssel mit Wasser oder Sand unter dem Schreibtisch den ganzen Körper beleben und neue Impulse geben.

Bei so gestalteten Räume verliert bei manchen sogar die kleine (Zigaretten)pause zwischendurch an Reiz. Denn: Wer raucht, tut etwas. Wer dieselbe Zeit mit Federball oder Hulahup verbringt, tut auch etwas. Die Gefahr, beim verpönten „Nichtstun erwischt“ zu werden, sinkt.

Menschen, die in der Kreativbranche arbeiten bestätigen: Die besten Ideen kommen nicht, wenn man drüber nachgrübelt. Die besten Ideen kommen unverhofft und zwischendurch, nachdem man das Gehirn mit Informationen gefüttert hat und es dann in Ruhe arbeiten läßt. Am Besten, indem man etwas anderes tut. Das passende Ambiente ist dafür ein super Nährboden!

Ich finde inspirierende Ideen für jede Branche, versprochen!  Kontakt gleich hier


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Tag 26 – Ein Feng Shui Garten für alle Sinne

Wie wär’s mit einem sinnlichen Garten? Ein Garten, der lockt, verführt und allen Sinnen schmeichelt? Ein Garten, in dem mit geschlossenen Augen ebenso viel oder vielleicht sogar mehr geschieht als mit offenen ?

Dann habe ich heute ein paar Tipps, wie aus einem einfachen Garten ein anregender Ort für alle Sinne wird.

Für die Augen

Sehen

  • eine Vielfalt an Formen und Farben
  • Pflanzen anschauen, als sei es das erste Mal; wie außergewöhnlich jede auf ihre Art ist!
  • etwas, das neugierig macht; etwas das halb verborgen lockt, näher zu kommen
  • dass manche Pflanzen sich tatsächlich stündlich verändern. Die Augen einfach mal in Zeitlupe mitbewegen
  • Skulpturen aus Holz, Ton oder Metall. Das sich bereits geformte Bild mit schönen Accessoires auflockern, wie „zufällig“ Rosenkugeln, Vogeltränken und Nachbildungen aus dem Reich der Naturwesen oder Amphoren aufstellen
  • auf Rundungen im Beet und geschwungene Wege achten
  • unterschiedlich geformte Blüten und Blätter, wie fein geädert jedes Blatt ist
  • die Hecke mal mit Schwung schneiden, oder sogar einen Kreisausschnitt zum Durchblicken hinen schneiden
  • welches Schauspiel führen die Wolken heute auf, während du herrlich im Gras liegst und den Duft einsaugst
  • wie sieht es im Inneren eines Blütenkelches aus, wie unterscheiden sich Lilie, Fingerhut oder Nachtkerze
  • Hurtig laufen Ameisen und kleine Käfer durchs Gras – woher wissen sie so genau, wohin sie wollen?

 

Für die Nase

Riechen

  • Duftgehölze wie Silberkerzenstrauch, Seidelbast, Federbuschstrauch, Bienenbaum, Schmetterlingsflieder
  • Duftpflanzen wie Lavendel, Schokoladenblume, Rosen, Lilien, Katzenminze
  • Pflanzen, die nur nachts duften wie Taglilien, Nachtkerze, Ziertabak, Stechapfel, Wunderblume, Mondviole
  • Äpfel die zur Zeit der Reife einen intensiven Geruch verströmen, sei es als Klar- oder Septemberapfel
  • das Wasser vom Teich oder vom Springbrunnen
  • den Kompost
  • die Erde nach Regen und Gewitter
  • wie das abgefallene Laub mit der Zeit seinen Geruch verändert
  • Haut und Haare, nach einem ganzen Tag draußen
  • selbst aufgebrühten Tee aus Gartengewächsen wie Kamille, Rosmarin, Hagebutten
  • Einen „Dufttunnel“ anlegen, mehrere Rosenbögen hintereinander setzen und sie mit duftenden Kletterpflanzen beranken. Sich vom Duft einhüllen lassen.

 

Für die Ohren

Hören

  • Wasser plätschern
  • Vögel singen
  • das Brummen von Hummel und Biene
  • Blätter rauschen
  • Grillen zirpen
  • Vögel fliegen
  • Bambus rascheln
  • Gräser flüstern
  • Motorendröhnen vom Flugzeug, Auto oder Motorrad
  • entfernte Stimmen
  • den Wind, wenn er um Ecken saust oder sanft das Gras liebkost
  • Schmetterlinge lachen

 

Für den Mund

Schmecken

  • Obst, frisch vom Baum oder Strauch gepflückt, noch warm von der Sonne
  • selbst angebautes Gemüse
  • selbst gezogene Kräuter
  • eigene Beeren
  • den intensiven Geschmack der Wildkräuter im Salat oder Smoothie von Löwenzahn, Giersch oder Gundermann
  • ruhig auch mal die Erde, auf der alles wächst
  • wie unterschiedlich die Luft schmeckt nach einem Gewitterregen, nach einem Sonnentag, vor Morgengrauen
  • den Nebel
  • einen Grashalm, die Blüte vom Hartriegel
  • Regenwasser
  • morgendliche Tautropfen in Frauenmantel, Lotus oder auf dem Acanthus

 

Für die Haut

Katze

Augen schließen und fühlen

  • das Gras unter nackten Füßen spüren
  • wie läuft es sich auf Bodendeckern aus Polsterthymian oder Sternmoos
  • den Morgentau, die Abendfrische, die sanfte Kühle der Erde in der Mittagshitze
  • wie der Wind die Haut streichelt
  • ein Fuß-Beet aus Tannenzapfen, Flusskieseln, Tannennadeln, Sand
  • wie Blätter sich anfühlen, wenn du dir ein Bett aus Laub formst und darin sanft einnickst
  • wie die wandernde Sonne mal Wärme, mal Schatten auf die Haut wirft
  • wie anders der Wind um die Nase weht, wenn du oben im Baum(haus) sitzt
  • wie sich Blumen anfühlen, berührt mit geschlossenen Augen

In einem Garten für alle Sinne werden Novalis‘ Worte wahr:
Wer Schmetterlinge lachen hört, weiß wie Wolken riechen.“

P.S. Natürlich kann auch alles kreu und quer getauscht werden, dann riechen Sie an den Rosen, schmecken das köstliche Wasser, lauschen den Bienen am Lavendel … Ergänzen Sie eigene Vorlieben, lassen Sie sich wohl sein. Phantasie ist ein Geschenk – sie auszuleben die Krönung!


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Tag 25 – Aus der Schatzkiste

Heute gibt’s Inspirationen aus meiner Schatzkiste. Entscheide selbst, welches Thema dich interessiert.

Müssen wir umziehen?, fragt sich, wer das Gefühl hat, dass ein Zuhause gar keins ist. Ob ein Umzug wirklich nötig ist oder ob es nur kleine Anpassungen braucht, klärt sich meist ziemlich schnell. Manchmal bedarf es nur einer „inneren“ Korrektur, um aus einem Haus ein Zuhause zu machen.
Feng Shui statt Umzug

 

Vielleicht braucht der Eingang eine „Aufhübschung„?
Schöner Ankommen. Fünf Feng Shui Tipps für gelungene Vorgärten und den Eingang.

 

Was pflanzen wir nur? Wer beim Gärtner steht und auch die Symbolsprache der Pflanzen in die Gestaltung einbeziehen will, hier geht’s in die Tiefe. Dies ist nur eine kleine Auswahl, wer stöbert, findet mehr auf meiner Seite
Rose, Veilchen, Rosmarin – Botschafter der Liebe
Beifuß, Birne, Bambus – Schutz, Kraft und langes Leben
Pfingstrose, Akelei, Holunder – Glücksbringer, Liebeskraft und Schutzgöttin

 

Ein kleines Zuhause? Kein Problem! Feng Shui kennt auch dafür Lösungen!
Feng Shui Tipps für das kleine Zuhause

 

Was fehlt? Worüber möchtest du gern mehr wissen oder dir bei mir Anregungen holen?
Sag’s mir, noch fünf Tage gibt’s die tägliche Portion Inspiration für Raum und Leben.

 

 


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Tag 24 – Wohnen inmitten von Schatten und Unkraut

Gestern galt meine Inspiration dem „hilfreichen Unkraut“. Hast du dich gefragt, was das mit Wohnen, Wohlfühlen, Raumpsychologie oder Feng Shui zu tun hat?

Jeder Mensch drückt durch den Raum sein inneres Erleben aus. Meist geschieht das unbewußt, doch frei nach dem Motto: „Wer Augen hat, der sehe“, könnte ein Mensch vieles verstehen, so er nur offenen Blicks durch seine Räume spaziert. Das ist ein Fazit meiner langjährigen Arbeit mit Menschen und Räumen. Und was wie eine Binsenweisheit von Goethe klingt, ist dennoch nicht weniger wahr:

„Wo viel Licht ist, ist starker Schatten.“

Wenn im Keller die unerlösten Schatten lauern …

Wer „spirituellen“ Reden lauscht darf gelegentlich den Eindruck gewinnen, „Schatten“ seien etwas Schlechtes und je eher diese „verwerflichen“ Seiten des Menschseins eliminiert würden, desto besser. Nach meiner Meinung wird dabei übersehen, dass im Schatten – neben Projektion auf das Andere – auch etwas Gutes wohnt. Sinnbildlich genommen weiß wer starker Sonne ausgesetzt war, wie wohltuend es ist, sich im Schatten von sengender Glut zu erholen. Im Schatten regeneriert es sich meist besser, als im Licht greller Mittagssonne.

Den Schatten(themen) scheint es zu ergehen, wie den Unkräutern: blind rausreißen, vernichten, wegspritzen. Das Geschenk, das im Schatten wartet, wird so leider übersehen. Wie Unkraut Löwenzahn der Leber gut tut und ihr beim Regenieren hilft ( und zwar nicht nur das aus der Apotheke, sondern auch aus dem eigenen Garten ), kann auch in einem Schattenthema ungeahnte Heilkraft verborgen sein. Wer sich mit dem Schatten Unordnung herum schlägt, könnte entdecken, dass

  • klare Prioritäten fehlen ( Aufräumen oder Internetsurfen, zum Beispiel )
  • sich zu viele Sachen auf zu wenig Raum eingenistet haben
  • die Entscheidungskraft geschwächt ist ( was kann weg, was soll bleiben )
  • ein funktionierendes Ordnungssystem fehlt
  • eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit not tut
  • Überforderung droht.

Sehr wertvoll, oder?

Mit den Kräutlein Neid oder Mißgunst kann es ebenso gehen. Die sind im Raum zwar nicht auf den ersten Blick so eindeutig auszumachen wie Unordnung, doch auch sie können wertvolle Indikatoren sein. Beide könnten Wegweiser sein für etwas, das man sich wünscht, sich jedoch nicht zutraut oder zugesteht oder verbergen, dass man jemand etwas bloß nicht gönnt, weil man es selbst nicht hat.

Das Kraut, das auf dem Boden der Unsicherheit sprießt und als Entscheidungsschwäche blüht, könnte auf Selbstzweifeln und dem Wunsch nach Perfektion wurzeln. Da braucht es lockeren, durchlässigen Boden und Gießwasser mit der Essenz von Urvertrauen. Welch ungeliebtes Kraut sich auch immer ausbreiten mag, die meisten haben enorme Heilkraft, wenn gesehen wird, worauf es gewachsen ist. Der freundliche, wohlwollende Blick auf (eigene) Schattenseiten zieht das Gift und macht jedes noch so bittere Kräutlein genießbar.

Ähnlich der Wohnbiographie, die damit beginnt, in welchen Wohnraum man zuerst gelegt wurde, entwickeln sich durch frühe Prägungen Verhaltensmuster, die solange wiederholt werden, bis man sie durchschaut. Den Nutzen und das Geschenk in etwas schätzen lernen, das zuerst unangenehm, peinlich oder schmerzhaft daher kommt – das ist der Weg für selbstgekrönte Könige und Königinnen.

… oder fein sortiert sind. Es lebe der Unterschied!

In diesem Sinne: Unkraut für Mutige, Schatten für Furchtlose. Mit einer Prise Humor gewürzt wird daraus ein wohlschmeckendes Getränk. Sein Name? Erfolgscocktail!

 

 


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Tag 23 – Hilfreiches „Unkraut“

Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen, pries Sebastian Kneipp. Blöd nur, dass unsere unwissende oder ignorante (? ) Einteilung in „gutes Kraut“ oder „Unkraut“ oft verhindert, den Segen jeder Pflanze zu würdigen und zum eigenen Gedeihen zu nutzen.

Bienen – und Heilpflanze Borretsch

Neulich las ich diesen anregenden Gedanken: „Viele Wildkräuter haben einen tausendjährigen Überlebenskampf hinter sich, und der Mensch hat es dennoch nicht geschafft, sie auszurotten. … Ihr Versuch, sich den Menschen als Verbündete anzubieten ist bisher gescheitert. Vor allem dort, wo die Gesundheit des Menschen auf dem Spiel steht, sind sie nur dienlich: Viele Wildkräuter besitzen als Pionierpflanzen Wurzeln, die tiefer gehen als die der Kulturpflanzen und den Boden meist noch feiner durchweben. Sie kommen an Nährstoffe heran, die Kohl, Karotte & Co. nicht mehr erreichen, und „spielen“ sie ihnen zu.“ (aus: Magic von Katja Holler)

Schmetterlingspflanze Beinwell – macht müde Beine munter

Weiter bin ich auf 7 Pflanzen gestoßen, die Rudolf Steiner als „Wuchsbeschleuniger“ empfahl. Borretsch, Kamille, Brennnessel, Schafgarbe, Ringelblume, Beinwell und Löwenzahn regen danach das Wachstum müder Kulturpflanzen an, und helfen ihnen, wieder „auf die Beine“ zu kommen. In dieser Aufzählung sind mindestens zwei, die als klassisches Unkraut gelten. Höchste Zeit, umzudenken.

Jedenfalls habe ich gemerkt, dass einige der genannten Pflanzen weder von Kaninchen noch Schnecken verspeist werden. Dafür bin ich einfach dankbar, denn sie haben offensichtlich Mittel, sich gegen die „Vertilger“ zu wehren, ohne dass ich etwas tun muss. Und seit der Begegnung mit der tollen Kräuterfrau Mo entdecke ich täglich mehr Pflanzen in meinem Garten, die ich früher einfach ausgerissen hätte. Jetzt bin ich erstaunt, was alles essbar ist und wie gut, das heißt wieviel lebendiger, angeregter und fröhlicher ich mich fühle, seit ich sie in meinen Speisplan aufgenommen habe.

Allen, die mehr über den Reichtum unserer pflanzlichen Nachbarn erfahren wollen empfehle ich den Fürsprecher der Pflanzenwelt, Wolf-Dieter Storl. Sein neues Buch Die „Unkräuter“ in meinem Garten ist ein wahrer Schatz!