Susanne Berkenkopf

„Ein Zuhause ist mehr, als vier Wände und ein Dach über dem Kopf." Dies ist ein Blog über Räume, über innere und äußere Räume. Denn ich bin überzeugt, dass jeder Raum in dem wir uns regelmäßig aufhalten, Einfluss auf unser Leben nimmt. Also gebe ich hier Anregungen, wie Wohnräume und Arbeitsplätze energetisch und ästhetisch optimiert werden können. Ich schreibe für Menschen, die in einer wohltuenden Umgebung leben wollen, die innere und äußere Freiräume schätzen, und an ihr Potenzial glauben. Ich schreibe für Menschen, die wie ich, jetzt und auf dieser Erde zum Wohle des Ganzen wirken wollen. Im „echten Leben" biete ich Wohncoaching, Grundrissanalyse und Lebensstilberatung. Meine Werkzeuge sind Imperial Feng Shui, Geomantie, chinesische Astrologie und systemische Beratung. Mehr unter www.feng-shui-und-beratung.de


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In sieben Tagen ankommen – Tag 3 – Die Küche

Die „aktuelle Lage“ bringt uns das häusliche Leben näher. Im Angesicht eines gänzlich ungewohnten Alltags und drohender Ausgangssperren finden wir zurück in unsere vier Wände und tun alles, um stabil und gesund zu bleiben. Unser Zuhause ist seit jeher Ausgangspunkt für unser Wohlergehen, und darum wenden wir uns heute dem Herz eines jeden Hauses, einer jeden Wohnung zu: Der Küche.

Graue Wandfarbe, weiße Oberflächen und dazu jede Menge Farbkleckse. Macht Lust auf kochen und genießen, oder? Foto © Jason Briscoe

Genaugenommen ist die Küche der Lebensmittelpunkt, denn hier bereiten wir vor, was der Körper braucht und wovon im besten Fall die Seele profitiert. Küchen besitzen eine natürliche Anziehungskraft, und wer sich an all die Partys erinnert, die irgendwann in der Küche endeten, weiß was ich meine. Einige werden beim reflektieren sogar feststellen, dass der erste Gang nach dem nach Hause kommen regelmäßig in die Küche führt.

Diese Ausstrahlung können wir nutzen. Natürlich nützt die tollste Kücheneinrichtung nichts, wenn nicht mit Hingabe zubereitet wird, was uns nähren und – gerade jetzt – stabilisieren und in unserer Mitte halten soll.

Auf einen Blick – Schnellratgeber für das Herz des Hauses

 Lebensmittel gehören im Feng Shui zur Kategorie Gesundheit und Reichtum. Schenken Sie daher dem Zuhause der Lebensmittel besondere Aufmerksamkeit.

  • Achten Sie auf Ordnung in den Schränken und sichten Sie regelmäßig Ihren Kühlschrank. Verdorbene Lebensmittel wegschmeißen – und sollten Sie ein Muster erkennen, kaufen Sie künftig weniger ein. Das gilt besonders jetzt, wo kollektive Hamsterkäufe an der Tagesordnung sind. Für ein Gefühl der Sicherheit mag es vernünftig sein, ausreichend haltbare Lebensmittel zu besorgen. Doch überlegen Sie vor einem reflexhaften Vollpacken des Einkaufswagens, wie lange verderbliche Lebensmittel, Obst und Gemüse halten und ob Sie alles werden essen können, bevor es verdirbt.
  • Steht die Arbeitsfläche voll mit Kaffeemaschine, Wasserkocher, Messerbrett, Obstschale, Mixer, Toaster? Haben Sie genug Platz, Gemüse zu schneiden oder Teig zu kneten? Wenn nicht stellt sich die Frage: „Haben Sie zu wenig Platz oder zu viele Sachen?“ Was selten genutzt wird, gilt als Energieräuber: Verstauen Sie darum was selten gebraucht wird im Keller, und verschenken Sie alles Überflüssige. Es macht wenig aus, das Waffeleisen bei Gelegenheit wieder raufzuholen – doch es macht viel, in übersichtliche Schränke zu blicken und ein Wohlgefühl daraus zu ziehen.
  • In manchen Feng Shui Ratgebern gibt es den Hinweis, ein Spiegel hinter dem Herd mehre den Reichtum, weil er die Speisen verdoppelt. Sollten Sie dem folgen achten Sie unbedingt auf eine saubere Oberfläche – ein fettverschmierter, bespritzter Spiegel kann leicht zu einem schmuddeligen Eindruck führen. Und achten Sie – wie bei allen Spiegeln – unbedingt darauf, was er alles verdoppelt, ansonsten kann vervielfachtes Chaos unerwünschte Nebenwirkungen bringen.
  • Auch für die Küche können Sie mit Hilfe des Bagua herausfinden, in welcher Himmelsrichtung sie liegt, welche Lebensthemen sie aktiviert und welche Elemente die vitale Lebenskraft Qi unterstützen.
  • Sicherheit ist natürlich auch ein Thema für die Küche. Klar, dass ich Ihnen nichts Neues berichte wenn ich das aufmerksame Auge bitte, potenzielle Gefahrstellen für Verbrennung, Schnittwunden, oder blaue Fleck-Verursacher durch im-Weg-Steher im Vorfeld zu erkennen. Feng Shui hat viel mit gesundem Menschenverstand zu tun – und ein aufgeschwatztes „Klimbim-Heilmittel“ an der Decke kann keinen, durch Fahrlässigkeit verursachten, Haushaltsunfall verhindern.

Im Moment brenne ich ja für Farben, darum möchte ich zum Schluss noch etwas Lust drauf machen: Egal ob eine Wand mit Farbe bekleidet wird, ob es farbige Tischsets, Blumensträuße oder Servietten sind – ein Schuss Farbe verwandelt gewöhnliche oder langweile Küchen in aussagekräftige, vitale Lebensräume.

Vielleicht beginnen Sie nun auch schon mit Eier färben oder anmalen. Hier zeige ich meine „Werke“ vom letzten Jahr, die ich übrigens alle verschenkt habe. Vielleicht greifen Sie die Idee in der Zeit der freien Zeit ja auf und hüllen sich und Ihre Küche in Vorfreude, herrliche Farben und phantasievolle Muster.

Eierlei … Foto © S.B.

Morgen geht es weiter mit dem vierten Teil. Der Fokus liegt dann auf dem Wohnraum. Bis morgen also und viel Spaß beim Küche sichten und aufräumen und vielleicht verschönern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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In sieben Tagen ankommen – Tag 2 – Der Eingang

Heute setzen wir unsere Reise fort, doch bevor wir ins geheiligte Innere treten, wollen wir dem Außenraum gebührende Aufmerksamkeit schenken: Beginnen Sie darum heute mit der Schau schon dort, wo Sie in Ihre Straße einbiegen. Schauen Sie sich um, gefällt Ihnen was Sie sehen?

Eine klasse Fototapete bringt Licht und Weite in kleine Flure. Foto © Mathieu Perrier

Welche Details freuen Sie in Ihrer Nachbarschaft besonders? Gibt es blühende Bäume oder Hecken, in denen Vögel nisten? Gibt es sorgfältig gestaltete Fassaden in der Nähe oder ein originell dekoriertes Fenster? Fühlen Sie sich insgesamt wohl in Ihrer vertrauten Umgebung? Oder gibt es etwas, das Sie zum Besseren verändern können? Öffentlicher Raum ist nicht länger anonym und vielleicht können Sie etwas zur Verschönerung beitragen: Ein kleines Beet vorbereiten und Stauden pflanzen, die Insekten und Vögel lieben, ein Windspiel in einen Baum hängen oder Blumenschalen in den Hauseingang stellen.

Eine professionelle Feng Shui Beratung beginnt immer schon weit VOR dem eigentlichen Objekt, denn schließlich fällt die Lebensenenergie Qi nicht einfach nur vom Himmel. Im Idealfall wird sie achtsam zum Haus geführt und sammelt unterwegs all die Informationen, die schließlich in Ihre Räume gelangen. Qi folgt der Form, darum ist es selten egal, wenn die Wohnung zwar angenehm, das Umfeld jedoch vernachlässigt oder lieblos gestaltet ist.

Und wie steht es mit Ihrem Hauseingang? Haben Sie eine ansprechende Haustür und eine für Sie passende Fußmatte? Ist Ihr Klingelschild gut lesbar (und ästhetisch?) beschriftet, ist der Briefkasten von Aufkleberesten befreit? Wohnen Sie in einem Mehrparteienhaus, wie steht es dort mit dem Hausflur? Im Feng Shui gilt der Eingang als Mund, durch den Energie ins Innere fließt. Darum wird der Gestaltung viel Aufmerksamkeit geschenkt, denn es ist das Erste und Letzte, das Sie von Ihrem Zuhause wahrnehmen.

Sollten Ihre Nachbarn die unangenehme Gewohnheit haben, ausgelatschte Schuhe oder Müll vor ihrer Wohnungstür zu lagern, greifen Sie die nächste Gelegenheit beim Schopf und beginnen Sie ein Gespräch. Meckern schafft selten Abhilfe und meist verhärten sich die Fronten dadurch, doch ein paar wohlmeinende Worte zur „allgemeinen Lage“  können mit einem freundlicher Appell verbunden werden und wahre Wunder wirken.

Auf einen Blick – Schnellratgeber für einen einladenden Eingang

  • Achten Sie auf einen willkommen heißenden, hell beleuchteten und gut zugänglichen Flur. Es sollte immer möglich sein, die Eingangstür komplett zu öffnen. Dazu ein Tipp an alle Bauherren und Bauherrinnen: Wenn’s denn sein muss, sparen Sie lieber bei den Zimmern ein paar Quadratmeter und beschenken sich mit einem großzügig geschnittenen Eingangsbereich. Ein erster Eindruck von Enge setzt sich in alle Räume fort und kann, selbst mit einem großen Wohnzimmer, nicht rückgängig gemacht werden.
  • Ist ein Flur tatsächlich klein und eng, machen Sie aus der Not eine Tugend. Lassen Sie Ihre Phantasie spielen, und gestalten Sie mit Charme und Esprit einen Empfang, den man nicht so schnell vergißt. Die Mutigen unter Ihnen können durch gezielt eingesetzte extravagante Farbe, eine kühne Fototapete oder ein „deplaziertes“ Accessoire einen ungewöhnlichen Blickfang kreieren, der von der räumlichen Enge ablenkt und stattdessen den Geist weitet.
  • Wer es lieber klassisch mag, platziert als passenden Hingucker ein übergroßes Erinnerungsfoto (ja, das weitet einen kleinen Flur!) oder eine besondere Lampenskulptur und beschenkt sich gelegentlich mit einem frischen Strauß Blumen im Eingangsbereich.
  • Überzählige Schuhe, Jacken und Taschen schaffen keinen gebührenden Empfang. Verabschieden Sie sich vom Flurchaos und sehen Sie zu, dass Sie sich Zuhause wie eine Königin und wie ein König empfangen. Auch die Lebensenergie Qi mag solcherart Zuwendung und Sie werden sehen, dass der Flur in die anderen Räume abstrahlt. Durch diesen lohnenden Input wird sich insgesamt ein lebendigeres, großzügigeres und intensiveres Wohn-Wohlfühl-Gefühl einstellen.
  • Anregungen für die Gestaltung können Sie auch aus dem Bagua  bekommen, allerdings braucht es etwas Hintergrundwissen, um genau herauszufinden welches Element passt.

Bereiten Sie sich selbst einen herzlichen Empfang und Sie werden erleben, die Lebensenergie Qi zieht nach. Eine Feng Shui Weisheit besagt, dass man genau das bekommt, was man als Erstes sieht. Und wo, wenn nicht Zuhause, haben Sie es schließlich in der Hand, das in Ihrem Sinne zu beeinflussen?!

Heute lade ich Sie ein zu phantasieren, wie es in Ihrem idealen Flur ausschaut. Wie wäre es also, erst ein bisschen kühn „zu spinnen“ bevor der Realismus zu Wort kommt? Darum gibt’s hier nun ein paar anregende Ideen, von denen es vielleicht nicht alle bis zu Ihnen nach Hause schaffen, doch vielleicht erfreut Sie künftig die ein oder andere Prise einer Zutat beim fröhlichen nach Hause kommen?!

Ob als wandfüllende Fototapete oder als Idee für eine kraftvolle Farbzusammenstellung – Farbe bekleidet Wände. Foto © Ricardo Frantz

Ein Prisma an Licht bringt Helligkeit und Bewegung in dunkle Flure. Ob als Bild oder Lampe bleibt Ihrem Geschmack überlassen. Foto © Daniele Pelusi

Schlichtes Weiß mit farbigem Blickfang. Foto © Alesia Kazantceva

Nicht alle mögen Banksy – doch was draußen geht, geht innen schon lange! Foto © Annie Spratt

Läßt oben Raum und besticht, wenn über Eck tapeziert. Foto © Plush Design Studio

Man nehme drei Farben, die aus dem Rahmen fallen, und streiche damit Fußboden oder Decke und einen Teil der Wand. OH! Foto © Jason Leung

Hohe Decken machen’s möglich: Licht und Pflanzen als Begrüßungskomitee im Flur. Foto © Patrick Schneider

Nicht kleckern sondern klotzen – groß muss es sein, dann geht Waldbaden auch Zuhause! Foto © Studio Dokorasyn

Beruhigend und erfrischend zugleich und wo es Zuhause überhitzt zugeht, kann Wasser helfen. Foto © César Couto

Alltagsgegenstände verfremden. Ob klein oder vergrößert, an einer leeren Wand schafft das inneren und äußeren Raum. Foto © Amanda Jones

Vor vielen Jahren malte ich den schwarzen Schatten meiner Lieblingspflanze auf die Wand. Heute würde ich Farbe vorziehen. Foto © Sarah Dorweiler

Für den Lacher musste dieses noch mit 💕🦄 . Dass der Überraschungseffekt garantiert ist, zeigt das Foto von  © Charles Deluvio

Sie sehen, egal ob mit Farbe, Fototapete oder ausgefallenen Accessoires: Langweilige (Nutz-)Flure muss es nicht länger geben. Darum heute viel Spaß beim kühnen Phantasieren und dem gedanklichen Umgestalten Ihres Eingangsbereichs. Empfangen Sie sich so, wie Sie es verdienen, denn „in der Kühnheit liegt Genie, Macht und Magie“ *. Und morgen geht es weiter auf unserer Reise in das Herz jedes Grundrisses, die Küche.

* „Was immer du tun kannst oder wovon du träumst – fange es an. In der Kühnheit liegt Genie, Macht und Magie.“ Goethe – Und wann wenn nicht jetzt wollen wir damit beginnen?

 

 

 

 

 

 


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In sieben Tagen ankommen – Eine Feng Shui Reise durch Ihre Räume

Anläßlich meines Jubiläums im April hatte ich vor, Sie auf eine siebentägige Reise einzuladen. Auf dieser Reise wollte ich Sie mit „Feng Shui Blick“ durch Ihre Räume führen und frische Impulse für mögliche Optimierungen geben. Doch weil wir nun – im Angesicht geschlossener Geschäfte, Theater, Kinos und Bars – die nächste Zeit vermulich viel Zeit zu Hause verbringen werden, habe ich beschlossen, mein Jubiläumsgeschenk schon jetzt zu veröffentlichen. Fangen wir also an!

Such‘ Dir ein stilles Plätzchen und werde still. Wie © Alisa Anton, der es auf der Fensterbank gefällt.

Feng Shui ist die Kunst, natürliche Energieströme unserer Umgebung auszubalancieren und zu harmonisieren. Soll es im Leben gut laufen, braucht es als unerläßliche Zutat die vitale Lebensenergie Qi. Feng Shui ist eine Möglichkeit, diese Lebensenergie zu erhöhen und zu lenken, um ganzheitlich davon zu profitieren.

Beginnen wollen wir heute mit der Klärung der Absicht, denn wie bei allen Projekten steht sie ganz am Anfang.

Tag 1 – Klären der Absicht

Etwas, das Feng Shui besonders gut kann, ist Verbindung schaffen. Zum Beispiel ermöglicht die Kunst der richtigen Platzierung, den Wunsch nach persönlicher Entwicklung mit einem stimmigen Einrichtungskonzept zu verbinden. Erfahrungsgemäß können konkrete Anliegen durch Raumgestaltung manifestiert werden.

Lassen Sie uns darum mit einer Bestandsaufnahme beginnen. Ich möchte Sie einladen, sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen, sich an einen schönen Platz zu setzen und in sich zu horchen. Gibt es etwas, dass Sie schon lange beginnen oder umsetzen wollen? Etwas, das Sie in Ihr Leben holen möchten?

Idealerweise schreiben Sie sich hierzu ein paar Stichworte in ein schönes Büchlein, das Sie auf unserer Reise begleitet.

Setzen Sie sich anschließend die „Brille der Objektivität“ auf die Nase und gehen damit langsam durch Ihre Räume. Nehmen Sie sich Zeit und tun so, als wäre es das erste Mal. Bewerten Sie nichts, schauen Sie sich nur in Ruhe um. Fragen Sie sich dann:

  • Was fällt mir auf?
  • Was gefällt mir?
  • Wohin wird meine Aufmerksamkeit gelenkt?
  • Was bemerke ich bei dem Gedanken, dass etwas hier nicht stimmig ist / sich nicht behaglich anfühlt / vernachlässigt wirkt?

Notieren Sie stichwortartig, was Ihnen durch den Kopf geht und welche Gefühle dabei hoch kommen. Doch ändern Sie jetzt noch nichts, bemerken Sie nur. Die wichtigste Zutat auf dieser Reise ist Gelassenheit. Heute gilt das Motto: Nicht anfassen, nur schauen und bemerken. Und wirken lassen.

Wir treffen uns morgen wieder und machen gemeinsam den nächsten Schritt.

 


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Gelegenheiten für (mehr) Achtsamkeit im Alltag

Die letzten Wochen war viel los: auswärtige Beratungen, fällige Bücher zur Bibliothek bringen, ein mehrtägiges Seminar. Irgendwann merkte ich, dass mein Atem flacher und ich immer hektischer wurde. Zum Glück habe ich mich an eine kleine Liste erinnert, die mir schon immer gute Dienste geleistet hat.

auch © Dane Deaner hat ein faible für aufgeräumte Küchen

Die folgenden Verrichtungen wiederholen sich im Haushalt nämlich regelmäßig und bieten darum gute Chancen, achtsam atmend Jetzt zu sein:

  • Wäsche aufhängen und dabei auf den Atem achten
    Ich liebe frische Wäsche, darum gibt’s bei mir kein über die Leine werfen sondern „ich hänge auf“ 😉 – jedes Stück wird erstmal in Form gezogen, dann kommen T-Shirts, Blusen und Pullover auf Bügel, die Hosen werde mit Wäscheklammern am Bund aufgehängt, damit es keine Abdrücke gibt. Auch Bettwäsche und Handtücher hänge ich an Klammern, dann werden sie beim Trocknen schon glatt und es gibt keine störende Mittellinie.
  • Kleidungsstücke bügeln und dabei die Gedanken immer wieder mit dem Lasso einfangen             Ich weiß, hier scheiden sich die Geister und es gibt nur „entweder – oder“: Die einen hassen, die anderen lieben bügeln. Ich gehöre zu letzteren und genieße jedes Teil, das ich bügeln kann. Ob Taschentücher, Bettwäsche, Blusen – beim Bügeln ist alles möglich: abschalten, träumen, fernsehen oder Hörbuch hören. Um zur Ruhe zu kommen hilft es mir, meine Hände beim Tun zu beobachten, die Spitze des Eisens mit den Augen in jede Falte zu begleiten, staunen, wie das Eisen den Stoff magisch glättet, den erhitzten Stoff dabei riechen und die Fingerspitzen beim Falten besonders sensibel zu machen.
  • Geschirr spülen
    ist durch die Spülmaschine aus der Mode gekommen, doch wer sich nach mehr Achtsamkeit sehnt kann beim Geschirr abwaschen so richtig loslegen. Die Hände ins heiße Wasser tauchen, (selbstgemachtes?) Geschirrspülmittel zugeben, jedes Glas, jede Tasse, jeden Teller in die Hand nehmen und säubern. Alles schön auf dem Abtropfbrett anrichten, abtrocknen und einräumen. Die Dauer des Vorgangs wird meist überschätzt und wer nach dem Tun die Spüle blank reibt, die Tücher zum Trocken aufhängt, die Hände sorgfältig eincremt und sich einen Augenblick Zeit nimmt, um die saubere Küche zu betrachten, kann einen echten Glücksmoment erleben.
  • Den Abfall raustragen
    ist meist eine ungeliebte Aufgabe, die trotzdem Potenzial bietet. Es bietet sich an, vorher mit aufmerksamen Blick durch den Raum zu gehen: was kann noch entsorgt werden? Das bringt auf jeden Fall sofort dahin, wo man gerade ist. Ich liebe ja das Nicht-Tun und für das Treppen steigen erfinde ich immer neue Varianten. Mein derzeitiger Favorit ist, auf dem Rückweg die Treppe im Dunkeln gehen oder rückwärts. Wer schon ein bisschen geübt ist, kann beides kombinieren. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass in diesem Moment kein anderer Gedanke Platz im Kopf hat.

Je nachdem in welcher Haltung ausgeführt, kann das alltägliche „müssen“ zur echten Kür werden. Welches ist Ihre / Deine liebste Performance im Alltag?


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Der Körper – Abbild der Welt, in der er lebt

Wie wird man gesund? Woher kommt Krankheit? Das sind bewegende Fragen die sich nicht nur Erkrankte sondern auch in Heilberufen Tätige immer wieder stellen. Wer sich im Prozess des Frage-und-Antwort-Spiels gestattet, kulturelle Tabus zu hinterfragen, simpel oder banal selbst zu unterscheiden und sich zuletzt auch nicht durch erworbene Muster vom Denken abschrecken läßt – landet im großen Pool der Analogien: „wie groß so klein; wie innen so außen, wie oben so unten“.

Wer heute meint, die holistische Weltsicht sei modern und von uns erfunden, irrt: Bereits die Mediziner im alten China sahen den menschlichen Körper als mikrokosmisches Abbild des Universums.

„Zwischen Himmel und Erde ist die Menschheit das Kostbarste.
Der Kopf des Menschen ist rund – ein Symbol der Gestalt des Himmels.
Der Fuß ist eckig – ein Symbol der Gestalt der Erde.
Der Himmel hat vier Jahreszeiten; der Mensch hat vier Gliedmaßen.
Der Himmel kennt fünf Phasen; der Mensch hat fünf innere Organe.
Der Himmel hat sechs Extreme*; der Mensch hat sechs Eingeweide.
Der Himmel hat acht Winde **; der Mensch hat acht Hauptgelenke.
Der Himmel hat neun Sterne; der Mensch hat neun Körperöffnungen.
Der Himmel hat zwölf Zeitspannen; der Mensch hat zwölf Kanäle.
Der Himmel hat 24 Sonnenjahrseinteilungen; der Mensch hat 24 shù-Punkte.***
Der Himmel hat 365°; der Mensch hat 365 Knochen und Gelenke.
Der Himmel hat Sonne und Mond; der Mensch hat die Augen.
Der Himmel hat Tag und Nacht; der Mensch hat Wachen und Schlafen.
Der Himmel hat Donner und Blitz; der Mensch hat Freude und Zorn.
Der Himmel hat Regen und Tau; der Mensch hat Tränen und Rotz.
Der Himmel hat yīn und yàng; der Mensch hat Kälte und Hitze.
Die Erde hat Quellen und Wasser; der Mensch hat Blut und Gefäße.
Die Erde hat Gras und Holz; der Mensch hat Haare auf dem Kopf und am Körper.
Der Erde hat Metall und Steine, der Mensch hat Zähne.“

Sun Simiao-
einer der am meisten verehrten Ärzte der Tang Dynastie und persönlicher Ratgeber der Kaiserin

So ist nicht verwunderlich, dass Leitbahnen in denen Lebensenergie qì fließt, sowohl im menschlichen Körper, als auch auf der Erde verlaufen. In der traditionellen chinesischen Medizin spricht man von 12 Hauptmeridianen, die den Organsystemen zugeordnet sind. Liegt im Körper eine Disharmonie vor, wird diese mit Hilfe der Akupunktur beseitigt und das Befinden zurück ins Gleichgewicht gebracht.

Feng Shui bedient sich ebenfalls dieser Methode, weshalb es genau genommen zur Disziplin der asiatischen Heilkunst TCM gehört (neben Qigong, Taiqìquan, Ernährungslehre, Kräuterverschreibungen, Astrologie u.a.). So gesehen ist Feng Shui heilsam und weit mehr als „schöner Wohnen“ für spirituell orientierte Menschen. Feng Shui orientiert sich im Geist am Miteinander, Übereinander, Untereinander und hat – jedenfalls in der Theorie – immer das große Ganze im Blick.

Stellen Sie sich die Erde also ruhig bildhaft von Linien durchzogen vor. In der Geomantie heißen bedeutende dieser Energie-Leitbahnen leylines. Sie gelten als alte Seelenwege, auf denen – so erzählen die Geschichten – die Seelen der Verstorbenen nach Hause wandern. Wer sich manchesmal schon fragte, ob’s Zuhause spukt, wer Stimmen hört und dem Tinnitus die Schuld dran gibt oder Sachen nicht findet, die 100% DA lagen … wer weiß, ob Ihr Haus auf solch einer Linie gebaut wurde?! ****

Darum bleibt das Stöbern in alten Schriften eine meiner liebsten Beschäftigungen in Zeiten der Muße. Da finde ich immer etwas, das ich noch nicht wußte oder nun besser verstehe. Heute ist mir wieder einiges klarer geworden: warum es nämlich in traditionellen Heilberufen heißt, dass es Jahrzehnte braucht, etwas wirklich in seiner Tiefe zu verstehen. So gesehen gehört mein Beruf zu den eher wenigen, in denen Alter adelt 😉

Ob ich wirklich schon verstehe – das weiß ich nicht. Die holistische Herangehensweise ist schließlich alt wie die Sterne, und damit immerhin so alt wie wir. Dennoch hilft es gelegentlich, allen Ernst beiseite zu legen und zu beherzigen, was die Königin Alice im Wunderland ganz vertraulich erzählte: „Als ich in deinem Alter war, habe ich sechs unmögliche Dinge schon vor dem Frühstück geglaubt!“

 

*oben, unten, Süden, Norden, Osten, Westen
**die acht Himmelsrichtungen
***Punkte die beiderseits entlang der Wirbelsäule liegen und geeignet sind, das Qì der entsprechenden inneren Organe zu mobilisieren
**** ja, es gibt Methoden in der Geomantie, die diese Phänomene lindern und beiden Seiten helfen können

 


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Leben auf kleinem Raum – Tipps für den neuen Luxus

Auf die Frage „Was ist der größte Luxus unserer Zeit?“, bekomme ich immer öfter die Antwort „Zeit und Raum.“ Dabei leben wir nicht mal in Metropolen wie London, New York oder Tokio, in denen immer weniger Menschen bezahlbaren Raum finden. In allen dicht besiedelten Gebieten, das ist absehbar, wird Raum zum Luxus.

Kleine Räume lieben „Weniger ist mehr“!

Natürlich läßt sich die Qualität eines Zuhauses – sprich der Wohlfühlfaktor – nicht an der Größe fest machen. Entscheidend ist aus meiner Sicht der Grad an individuellem Freiraum, den ein Zuhause bietet. Bleibt die Frage, was man von seinem Zuhause erwartet und was man tun kann, selbst auf kleinstem Raum ein Gefühl von Geräumigkeit herzustellen.

Durch geschicktes Aufteilen und Anordnen können Sie den verfügbaren Platz effizient(er) nutzen und ein Flair von Großzügigkeit schaffen. In Zeitschriften abgebildete Wohn(t)räume machen es vor, dort scheinen selbst Mini-Appartments riesig. Was ist das Geheimnis?

Je weniger Ablenkung, desto ruhiger und großzügiger wirkt ein Raum. Dies gelingt durch

  • einheitliche Wandfarbe mit minimalen, farbigen Akzenten
  • Sichtachsen, um nicht mit einem Blick alles zu überschauen
  • einen einheitlichen Fußbodenbelag für alle Räume
  • freien Raum auf dem Fußboden
  • wenig optische Ablenkung (Flächen und Borde freihalten)
  • wenige, dafür ausgewählte Accessoires als „Hingucker“
  • geschlossene, vorzugsweise eingebaute Schränke (diese Investition lohnt sich für Eigentum)
  • geordnete Regale mit zum Teil (fast) leeren Fächern
  • wenig Wandschmuck, wobei ein überdimensional großes Bild mehr hermacht, als viel „klein-klein“
  • einfarbige, einheitliche Bettwäsche
  • gute (auch indirekte) Beleuchtung
  • optische Überraschungen und theatralische Inszenierungen
  • Kombination des Gewöhnlichen mit dem Ungewöhnlichen
  • Einbeziehen des Flurs als Wohnraum
  • …  und
  • Ordnung, Ordnung, Ordnung!

Der Architekt Le Corbusier betrachtete Wohnen radikal und stellte fest: „Die Aufteilung der Wohnhäuser berücksichtigt den Menschen nicht, sondern ist eigentlich nur als Lagerraum für Möbel konzipiert.“ – Das ist mal eine scharfkantige Aussage, oder?! – Sein Rat lautet: „Wählen Sie eine Wohnung, die eine Nummer kleiner ist als die, an die Ihre Eltern gewöhnt waren. Und behalten Sie in Ihrem Handeln, Ihrer Haushaltsführung und Ihrem Denken den Bezug zur Wirtschaftlichkeit.“

Und der Designer Terence Conran ergänzt: Kleine Räume bringen „uns dazu, Besitz kritisch zu betrachten und nur Dinge anzuschaffen oder zu behalten, die zweckmäßig sind oder das Leben wirklich emotional bereichern. Vor allem aber sind gelungen gestaltete Räume … die raffinierte Essenz dessen, was wirklich Funktion und Bedeutung hat.“

In einer Zeit, in der wir Minimalismus wieder groß schreiben, tatsächlich großartige Tipps oder was meinen Sie?


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Wie ein Frischsaft-Smoothie …

Letzen Freitag hielt ich einen 30 minütigen Vortrag über Feng Shui. Das finde ich zeitlich echt anspruchsvoll,  denn es handelt sich schließlich um ein komplexes Thema, das in (fast) alle Lebensbereiche greift.

Was tun, um große Räume einladend zu gestalten? Stilmix, Rauminseln, Pflanzen und Licht bringen die Lösung fand auch © Ali Yahya

Während meine Beratungen sich anfänglich vorwiegend um Farbfragen drehten („Welche Farbe soll die Kaffemaschine haben, wenn das Sofakissen blau ist?“) darf ich mittlerweile fast nur noch auf der persönlichen Ebene beraten. Anliegen wie

  • Warum gelingt es mir nicht, eine neue Wohnung zu finden?
  • Was kann ich tun, um meine Arbeitsleistung in eine echte Win-Win Situation zu verwandeln?
  • Wir bekommen ein Baby. Wie richten wir das Zimmer ein, dass unser Kind sich von Anfang an wohl fühlt?
  • Wie groß muss mein Wohlfühlraum sein?
  • Kann es sein, dass ich schlecht schlafe, weil das Schlafzimmer zu groß, zu klein, zu voll, zu kalt ist?
  • Welch räumliche Lösung gibt es, um verfahrenen Situationen (Streit, Schulversagen, Mobbing, Burn-Out, Sinnkrise, Überdruß, Freudlosigkeit, …) zu entwirren?
  • Was kann ich tun, dass mein Zuhause mich bei meinen Vorhaben unterstützt?
  • Ich fühle mich nicht wohl, woran kann das liegen?
  • Ich möchte mein Leben in Ordnung bringen!

darf ich in Raumgestaltung übersetzen. Das mag durchaus in Farbempfehlungen münden, wenn ich erkenne, dass Raum oder Mensch ein vitales Elixier brauchen. Die Wirkung ist wie ein Frischsaft-Smoothie auf das Energieniveau: strahlend, belebend, erfrischend. Doch meist bleiben wir da nicht mehr stehen, sondern reflektieren auch über Gewohnheiten, übernommene Muster oder unbewusste Glaubenssätze. Worauf will ein „Problem“ mich eigentlich hinweisen? Der Raum gibt Zeugnis:

Gestaltung ist immer ein Ausdruck von Identität und erzählt über mich, meine Geschichte und meine Möglichkeiten.

Darum habe ich diesmal keinen klassischen Vortrag gehalten und über Himmelsrichtungen, Yin und Yang oder die Elemente gesprochen. Stattdessen habe ich aus meiner Schatzkiste gemachter Erfahrungen erzählt, und nur gelegentlich Fachwissen eingestreut. Zum Beispiel um zu erklären, dass „unbelebte Ecken oder Räume im Süden sich nachteilig auf Erfolg und Lebensfreude auswirken können.“ So blieb es anschaulich, spannend und viel leichter nachzuvollziehen.

Für mich ist Feng Shui eine energetische Stilberatung für Innen und Außen. Das gilt im Wortsinn für den buchstäblichen Außenraum – also Landschaft, Ortsteil, Straße, Haus, bis hin zu den Wohnräumen. Und läßt sich, wenn gewünscht, auch noch eine Ebene tiefer anschauen.

Dann wird der Wohnraum zum Außenraum und Seelenebene, astrologische Prägungen und familiäre Verstrickungen bilden den persönlichen Innenraum ab. Das ist der Ort, in den wir während der Beratung die Samen auslegen. Gleichzeitig gestalten wir den Wohnraum als Ort zwischen Himmel und Erde, der „seine Menschen“ mit Vitalität und Nährstoffen versorgt. Damit die Samen aufgehen und zu wunderschönen Blumen und starken Bäumen mit nährenden Früchten heranwachsen. So gedeihen Raum und Mensch und es ist für alle gesorgt.

Es war insgesamt ein runder Abend und durch das gebannte Interesse der Lauschenden wurde ich immer inspirierter. Mir war ganz wohl ums Herz, denn ich halte super gerne lebendige Vorträge. Ein Kommentar: „Während Du erzähltest liefen vor meinem inneren Auge ganz viele Bilder ab. So habe ich irgendwie nicht zugehört sondern es war, als würde ich einen Film schauen. Das war ganz toll!“

Big Smile! – Also immer her mit den Einladungen, ich bin auch offen für

  • innovativen Input auf einer privaten Feier
  • einen Impulsvortrag für Bauherrschaften und Architekten vor Beginn der Planung
  • eine konstruktive Einlage auf Betriebsfesten
  • gärtnerische Impulse in der Laubenpiperkolonie.