La Imperial Feng

Feng Shui · Geokultur · LebensArt


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Gedanken für den Übergang – Wir, das Papier und die Eltern des Holzfällers

„Seht die Wolke, die in diesem Stück Papier schwebt. Wenn ihr genau hinschaut, werdet ihr sie sehen können. Ohne die Wolke wird kein Regen sein; ohne Regen können die Bäume nicht wachsen, und ohne Bäume können wir kein Papier herstellen.

Papier und Wolke

Für die Existenz des Papieres ist die Wolke wesentlich. Wenn die Wolke nicht ist, kann auch das Stück Papier nicht sein. Wir können also sagen, dass die Wolke und das Papier einander bedingen und durchdringen.

Betrachten wir dieses Stück Papier näher, so können wir auch den Sonnenschein darin sehen. Ist der Sonnenschein nicht da, kann der Wald nicht wachsen. Tatsächlich kann nichts wachsen. Und so wissen wir, dass auch der Sonnenschein in diesem Papier ist, und dass sie sich wechselseitig bedingen und durchdringen. Und wenn wir weiter hinschauen, so sehen wir den Holzfäller, der den Baum fällt und ihn zur Mühle bringt, damit aus dem Baum Papier werden kann. Und wir sehen den Weizen.

Wir wissen, dass der Holzfäller ohne sein tägliches Brot nicht leben kann, und daher ist der Weizen, der zu seinem Brot wurde, auch in diesem Stück Papier; ebenso wie die Mutter und der Vater des Holzfällers es sind.

Betrachten wir es in dieser Weise, so sehen wir, dass das Stück Papier ohne all diese Dinge nicht existieren kann. Schauen wir noch genauer hin, so sehen wir auch uns darin. Das ist nicht schwer zu verstehen, denn wenn wir ein Stück Papier betrachten, so ist es Teil unserer Wahrnehmung. Euer Geist ist ebenso darin wie der meine. Daher können wir sagen, dass alles in diesem Stück Papier enthalten ist. Ihr könnt nichts herausgreifen, was nicht darin ist – Zeit, Raum, die Erde, der Regen, die Mineralien der Erde, der Sonnenschein, die Wolke, der Fluss, die Hitze. Alles existiert gleichzeitig in diesem Stück Papier. Das Stück Papier ist, weil alles andere ist.

Angenommen, wir versuchen, eines der Elemente zu seinem Ursprung zurückzuführen, z.B. führen wir den Sonnenschein zurück zur Sonne. Glaubt ihr, dass das Stück Papier dann noch möglich wird? Nein, denn ohne Sonnenschein kann nichts sein. Und führen wir den Holzfäller zurück zu seiner Mutter, so haben wir ebenfalls kein Stück Papier mehr. Tatsächlich besteht dieses Stück Papier nur aus „Nicht-Papier Elementen”. Und wenn wir diese Nicht-Papier-Elemente zurück zu ihren Ursprüngen führen, gibt es überhaupt kein Papier mehr. Ohne Nicht-Papier-Elemente wie Geist, Holzfäller, Sonnenschein usw. wird kein Papier möglich sein. So dünn dieses Stück Papier auch ist, es enthält das ganze Universum in sich.“ Thich Nhat Hanh

Wie ist es nun, wenn Du ein Stück Papier zur Hand nimmst, Dein Brot isst, die Schuhe anziehst?

Wir sind alle mit allem und allen verbunden, und nichts kann geschehen, das uns trennt. Wer oder was ist dann noch fremd? Ein ganz und gar tröstlicher Gedanke, oder?


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Der Beginn der Raunächte

Wir fügen Speichen in einem Rad zusammen
aber es ist das Loch in der Mitte,
das die Bewegung des Wagens bewirkt.
Wir formen Ton zu einem Topf,
aber es ist die Leere darin,
die das Gewünschte enthält.
Wir zimmern Holz für ein Haus
aber es ist der Innenraum,
der es bewohnbar macht.
Wir arbeiten mit dem Seienden
doch Nichtseiendes macht den Nutzen aus.
Laotse

Raunächte 2017

Foto © Apollontempel

Frühestens am Abend des 20. und spätestens am 24. Dezember treten wir ein in die zeitlose Zeit. Zwölf Tage und Nächte, in denen wir heraustreten können aus der mechanischen, linear verlaufenden Uhr-Zeit, um unsere Wahrnehmung auf den gefühlt-richtigen Zeitpunkt zu lenken, wieder hinein in die natürlichen Rhythmen.

Vielleicht ist es das, was Frau Holle uns lehren wollte: Zur richtigen Zeit das Richtige tun – das Brot aus dem Ofen holen wenn es fertig gebacken ist, den Baum schütteln, wenn die Früchte reif sind. Ohne auf die Uhr zu schauen, allein weil unser Gespür für den rechten Augenblick stark ist und stimmig.

„In der Ewigkeit ist fürwahr etwas Wahres und Erhabenes.
Aber all diese Zeiten, Orte und Gelegenheiten sind jetzt und hier.
Gott selbst kulminiert im gegenwärtigen Augenblick
und wird nicht göttlicher sein im Verlaufe aller Äonen.“
Henry D. Thoreau

„In den alten Zeiten – als das Wünschen noch geholfen hat, wie es im Märchen heißt – verwandten die Menschen viel Aufmerksamkeit darauf, ihre Beziehung zur Natur, zu den unsichtbaren Welten und den darin verborgenen Kräften zu pflegen.

Heute sind wir meist viel zu beschäftigt, um uns dem Unsichtbaren zu widmen. Die Verbindung mit dem, was wir nicht fassen können, ist schwächer geworden oder ganz abgerissen. Die Zeit zwischen den Jahren, in der die Schleier zwischen den Welten dünn sind und das Lebenstempo sich verlangsamt, ist eine wunderbare Gelegenheit, innezuhalten und wieder ein Gespür für die Verbindung mit den tieferen und höhreren Wirklichkeiten in uns und um uns herum zu entwickeln.

Wir können uns daran erinnern, dass eine tiefe Aufgabe unseres Lebens darin besteht, das Licht in uns zum Leuchten zu bringen und das innere Feuer zu nähren. Wir können unsere Liebes- und Begeisterungsfähigkeit, unsere Lebendigkeit und Lebensfreude stärken und uns bewusst machen, dass unser Leben sinnvoll ist, auch wenn uns dieses Gefühl zwischendurch abhanden gekommen sein mag.

Seit Urzeiten ist die Wiedergeburt des Lichts aus tiefer Dunkelheit zu Mittwinter immer wieder gelungen. Die Tage und Nächte zwischen den Jahren laden uns ein, uns dieser großen Bewegung anzuvertrauen und sie auch in uns zu vollziehen.“

Zur Lektüre für die Raunächte empfehle ich das Buch, aus dem dieses Zitat stammt
Das Mysterium der Raunächte von Nayoma de Haen

Wer innehält – erhält inneren Halt –
und bleibt sich selbst erhalten.
Laotse

Die Sonne liebt die Erde - jeden Morgen kehrt sie zurück

P.S. Mein dritter Newsletter ist heute erschienen – wer künftig keinen mehr verpassen will klickt hier Inspiration für Raum und Leben – Newsletter Anmeldung


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Weihnachtsfreude im Wintergarten – Tanne, Mistel, Christstern

Weihnachtslicht

 Dezember – Der Christmonat

Wer kennt ihn nicht, den Wolfsmonat der Seele?
Finster der Wald, düster,
vom Leben verlassen,
ein eisiger Wind fegt durch graue Gassen.
Der grimmige Fenrich verschluckt das Licht,
der Frost beißt in die Finger, schlägt ins Gesicht,
Schnee verweht und bedeckt die starre Erd‘.
Aber innen! Wie behaglich ist’s am vertauten Herd,
wo Feuersalamander glühen, winken und blinken.
Wo es nach Tannengrün riecht und Lebkuchen,
herzhaft und gesund.
Und Lichter leuchten auf dem grünen Kranze rund,
geben uns Hoffnung und ahnende Kunde
von des Sonnenkindes Wiedergeburt
zur heiligen Stunde,
wenn der Weltenbaum erstrahlt mit neuem Licht.
Wenn die Macht der Liebe,
die Macht der Finsternis bricht.

gefunden bei Wolf Dieter Storl

Nun kündigt sich die symbolische Wiedergeburt des Lichts bereits an. Der Himmel ist in der Adventszeit ganz offen, Engel kommen zur Erde herab und alles fühlt sich fein und empfindsam an. Wer nicht zu beschäftigt ist mit Geschenke einkaufen, Glühwein trinken und Jahresabschluss, erlebt dies als eine besondere Zeit. Im Winter bekommen die seelischen Kräfte mehr Raum und die Sehnsucht nach Licht bewegt die Herzen der Menschen.

Die Tanne – Ein Band zwischen Mensch und Natur

TanneIn meinem Weihnachtsgarten steht in jedem Fall die Tanne. Der Baum mit seinen immergrünen Zweigen symbolisiert das dauerhafte Band zwischen Mensch und Natur und gilt als Hoffnungsträger, auch härteste Zeiten wie eiskalte Winter zu überstehen. Die Tanne strahlt Ruhe, Kraft und Sicherheit aus und gilt dadurch als Botin des ewigen Lebens.

Jetzt ist auch die Zeit der Adventskränze, die durch ihre Form die Sonne versinnbildlichen und für Anfang und Ende in einem stehen. Christopher McIntosh schreibt, dass Tanne und Fichte früher mit der Sonne zu Jahresende verbunden waren. Beim Wintersonnenwendfest wurden deren Zweige zeremoniell umhergetragen und dann im Herd als Zeichen der wiederkehrenden Sonne und als Opfergabe für die Schutzgeister des Waldes verbrannt. Zu dieser Zeit hing man einfach die grünen Zweige an die Decke und schmückte sie mit Äpfeln, Nüssen und Rauschgoldengeln. Damit sollte dem Tod getrotzt und stattdessen die Lebensgeister ins Haus eingeladen werden. Erst Mitte des 17. Jahrhunderts wurde diese Tradition abgelöst indem der ganze Baum, mit Licht geschmückt, im Haus aufgestellt wurde.

Die Mistel – unverzichtbarer Bestandteil von „Zaubertränken“

MistelMancher kennt die Mistel als Glücksbringer, vor allem, wenn sie über der Eingangstür hängt und man sich darunter küsst. In der Blumensprache verspricht sie, alle Hindernisse zu überwinden und ihr Beiname lautet „die alles Heilende“. Die Legenden um sie sind zahlreich, denn auch die Mistel widersteht den todbringenden Kräften des Winters, sie bleibt unabhängig von ihrer Wirtspflanze immergrün und bildet im Winter ihre weißen Beeren.

Selten gedeihen Misteln auf Eichen und sollte in diese mal der Blitz gefahren sein, dann gilt vor allem diese Pflanze als ganz besonders heilkräftig und schutzbringend. Wer erinnert sich nun an Miraculix, den gallischen Druiden, der in seinem weißen Gewand und mit goldener Sichel hoch oben in der Eiche steht? Ja, es scheint Uderzo hat’s gewußt. Druiden schneiden Misteln angeblich am sechsten Tag nach Neumond, dann künden sie von Schöpferkraft und fortdauernder Erneuerung aus sich selbst heraus. Als Amulett getragen sollen Mistelzweige das ganze Jahr vor Krankheit und Dämonen schützen.

Auch heute noch ist die Mistel wesentlicher Bestandteil vieler „Zaubertränke“, verwendet wird sie in der Krebstherapie, bei Epilepsie und um Herz und Immunsystem zu stärken. Ihre Heilkraft schätzten in alten Zeiten längst Hippokrates, Hildegard von Bingen und Pfarrer Kneipp.

Geomanten halten übrigens gern Ausschau nach oben: Wo die Mistel wächst gibt sie Hinweis auf Kräfte in der Erde, seien es Wasseradern oder Verwerfungen.

Christstern – rot auf weiß Schneewittchengleich

WeihnachtssternIch mag den Weihnachtsstern sehr gern. Und weil ich in meinen schlauen Büchern nichts über ihn zu lesen fand soll er mit seiner tiefroten Strahlkraft einen lebendigen Impuls setzen. Rot wie Blut, vielleicht ist das sein Lebenszeichen im Winter, wenn der Schnee die Landschaft weiß färbt und alle Farben wie gedämpft scheinen.

In Mythen und Sagen finden wir im schwarz-weiß-roten Farbenspiel Hinweise auf die Große Göttin, die Urmutter, die Hüterin des Lebens, Sinnbild der Fruchtbarkeit und des Todes. Rot wie Blut, Weiß wie Schnee und Schwarz wie Ebenholz – wer erinnert sich an dieses schöne Märchen? Die sich ewig erneuernden Kräfte der Natur verweisen auf die drei Lebensabschnitte der Weiblichkeit, die unsere Urahnen jahrtausendelang verehrten. Erst die Neuzeit macht aus dem Alter eine Krankheit, dabei geht doch nichts über eine reife Frucht und das Blitzen in Augen, die das Farbspiel wohl zu schätzen wissen.

Und noch ein paar Feng Shui Tipps: Jetzt Zeichen setzen!

  • Zum Beispiel Kerzen in Einmachgläser oder Laternen stellen und vor die Tür oder entlang des Weges platzieren.
  • Bäume mit roten oder weißen Schleifen oder mit Strohsternen schmücken und auch sie an der Freude teilhaben lassen.
  • Einen runden Kranz außen an die Tür hängen und damit das Licht der Sonne symbolisieren.
  • Tannen-, Kiefern- oder Stechpalmenzweige in Blumenkästen oder Pflanzkübel stecken. Dazu Nüsse und Beerenzweige z. B. von Feuerdorn, Berberitze, Eberesche, Rose oder Weißdorn – ergibt Augenschmaus für uns und Festtagsschmaus für Vögel (und ja, gelegentlich auch für Mäuse und Eichhörnchen 🙂 )
  • In die Mitte des Vorplatzes oder auf die Terrasse ein Mandala aus Tannenzweigen, Blättern, Blüten, Kieselsteinen und Glasmurmeln legen. Bringt tiefe Ruhe beim auslegen und betrachten.
  • Schließlich sich selbst und liebem Besuch einen inspirierenden Weg ins einladende Zuhause weisen.


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Symbolik der Bäume – Die Vorfahren unserer Möbel

Ob als Fußboden, Wandbekleidung oder Möbelstück – echtes Holz im Haus erfährt einen regelrechten Boom. Doch worauf laufen wir da eigentlich?

Buche - Baum der Runen

Die Buche – Mutter des Waldes

Mittlerweile berichtet die neue Förstergeneration über ihr Erleben mit den Bäumen. Je mehr sich ihr Blick vom reinen Verwertungsgrad des Holzes abwendet, desto sensibler werden ihre Beobachtungen. Die gewonnenen Erkenntnisse finden sich in zahlreichen, ganz wundervollen Publikationen darüber, wie intelligent Bäume miteinander und ihrem Umfeld kommunizieren, wie sie ihren genetischen Code ändern können, wenn er in einer veränderten Lebenssituation nicht mehr passt, und wie sie sogar aktive Strategien entwickeln, um vorausschauend zu agieren. Und die Bionik, in der Beobachtungen in der Natur für menschliche Anwendungen gewonnen werden, ist der aktuelle Geheimtipp in der Hightechindustrie.

Früher lasen wir in Mythen und Sagen über das Wesen der Bäume. Manch indigene Völker glauben, der Mensch stamme gar von ihnen ab. Und wer sich im Wald die Zeit nimmt, um Bäume zu beobachten erkennt schnell, dass sie wirkliche Wesen sind und einen ganz eigenen Charakter haben. Eingeweihte fragen den Förster längst nach Holz, das nach dem Mondkalender geschlagen wurde und gute Instrumentenbauer gehen mit dem Förster in den Wald und suchen dort ihr „klingendes Holz“ für Geige, Viola oder Cello.

Auch im Holz des Möbel bleibt der Charakter des Baumes erhalten, er zieht ins Haus mit ein. Welche Mitbewohner haben wir da eigentlich?

kieferDie Kiefer – Baum des Selbstvertrauens und der Energie.
Allgemein versinnbildlicht eine Kiefer Ausdauer, Anpassungsfähigkeit und Lebenskraft. Sie steht für ein langes Leben in dem Treue und Mut einen hohen Stellenwert einnehmen.
Alle Kiefernarten haben eine keimtötende, schmerzstillende und durchblutungsfördernde Wirkung. Ihr ätherisches Öl verhilft zu innerer Ruhe und stärkt das Durchhaltevermögen. Im Haus finden wir die Kiefer als Tisch, Regal oder Truhe.

lindenblatt Die Linde – Baum des Glücks und der Gerechtigkeit.
Sinnbild für Liebe, Zärtlichkeit, Gastfreundschaft, Heimat, Schutz, Gemeinschaftssinn, Milde und Güte. Die Germanen widmeten Sie der Göttin Freya, der Göttin der Fruchtbarkeit.
Früher gab es keinen Dorf- also Gemeinschaftsplatz ohne Linde. Ihre herzförmigen Blätter stimmen das Gemüt milde, auch ein Grund, warum früher Linden den Gerichtsplatz zierten: Man erhoffte sich milde Richter und geständige, einsichtige Delinquenten.
Knospen, Blätter, Blüten, Rinde und Bast werden in der Pflanzenheilkunde verwendet. Bekannt sind ihre schweißtreibenden, entkrampfenden, kühlenden, schlaffördernden, lindernden und entzündungshemmenden Wirkungen. Das leichte Holz der Linde wird gern zum Bau von Resonanzböden für Orgel und Klavier verwendet.

eicheDie Eiche – Baum der Unsterblichkeit.
In ihrer Erhabenheit versinnbildlicht sie Sieg, Ruhm, Kraft und (männliches) Heldentum. Geweiht ist sie den Donnergöttern Donar / Thor / Jupiter. Die Kelten verehrten die Eiche als heiligen Baum und ihre Druiden ernteten die Misteln der Eiche mit ihrer goldenen Sichel.
Der Sinnspruch aus Kindheitstagen bei Gewitter lautete: „Von Eichen sollst Du weichen, stattdessen Buchen suchen.“ Dies rührt daher, dass die Eiche zu den sogenannten „Strahlensuchern“ gehört, also einen Standort nahe Wasseradern vorzieht, wo der Blitz sich naturgemäß stark hingezogen fühlt, während die Buche sich fernab von geologisch brisanten Zonen wohl fühlt.
Der hohe Anteil an Gerbsäure im Eichenblatt wirkt zusammenziehend, entzündungshemmend und blutstillend.

pappelDie Pappel – Baum der Unterwelt.
Schmerzen, Verschlossenheit, Arroganz, Tod und Auferstehung, in-sich-gekehrt-sein werden ihr als Attribute zugesprochen – nanu, was hat sie dann hier zu suchen? Im Allgemeinen wollen wir  der „dunklen Seite“ doch eher nicht zu nahe kommen. Bei den Geomanten heißt es, ein Bett aus Pappelholz sei zu vermeiden weil sie keinen erholsamen Schlaf ermögliche und man schon mit einem Bein in der Anderswelt stehe. Dennoch hat gerade die Pappel viel zu sagen: Das Zittern ihrer Blätter, so wird gemunkelt, deute auf ihre Unterhaltung mit der Geisterwelt. Und wer weiß schon, ob nicht manchmal ob ihres „Zitterns wie Espenlaub“ die als Furchtsam geltenden insgeheim an dieser Unterhaltung teilhaben … . In Griechenland war die Schwarzpappel der Erdmutter geweiht und wurde zum Wahrsagen verwendet. Dass laut Überlieferungen am Eingang zur Unterwelt eine Schwarzpappel steht und am Ausgang eine Weißpappel mag mit ein Grund sein, warum auf Friedhöfen gern Pappeln gepflanzt werden. Ein Zeichen der Lebenden, um den Verstorbenen einen reibungslosen Übergang zwischen den Welten zu ermöglichen – schließlich gehen wir alle mal diesen Weg. Pappelsalbe wurde in der frühen Heilkunde mit schmerzstillenden und halluzinogenen Kräutern verkocht und sorgte für tranceähnliche Zustande. Dazu wirkt Pappel schleimlösend, entzündungshemmend, wassertreibend; sie spült Schlacken aus und fördert die Verdauung. Auch für die Hautpflege hat die Pappel einiges zu bieten, ihre Wirkkraft für bessere Narbenheilung und ihr mildernder Einfluss  bei Verbrennungen, Sonnenbrand, Hämorrhoiden, Akne, Neurodermitis und Schrunden ist noch heute bekannt. Pappeln lieben wässriges Gelände und eignen sich zur Bodenentgiftung. Aus ihr werden Holzschuhe gefertigt, außerdem dient sie für Sperrholz, Streichhölzer und Zellulose.

pflaumenblu%cc%88teDie Pflaume – Baum für Alter, Weisheit und weibliche Erotik.
Die als heilkräftig geltende Pflaume steht im Symbol für Treue, Verläßlichkeit, Ausdauer, Langlebigkeit, Demut und Geduld, für Glück im eigenen Haus und die Erleuchtung. Botanisch gehört sie zu den Rosengewächsen – wer hat’s gewußt? Früher wurden der Pflaume in einer Zeremonie eigene Krankheiten übergeben: „Baum nimm Du’s, auf dass mich lässt die Krankheit in Ruh“, sollte man sagen um danach geheilt nach Hause zu spazieren. Aus ihrem Holz werden heute noch Löffel hergestellt und wegen ihres leicht rötlichen Farbtons wird sie gerne für Intarsienarbeiten verwendet. Hildegard von Bingen verwendete die Blätter der Zwetschge bei Zorn und die Rinde bei denen, die von Würmern befallen waren. Allgemein gelten die Wirkungen der Pflaume als aufbauend, regulierend, mild abführend, kühlend und krampflösend.

Lust auf mehr? Dann habe ich hier eine lesenswerte Literaturliste

  • Erwin Thoma – Die geheime Sprache der Bäume und wie die Wissenschaft sie entschlüsselt
  • Peter Wohlleben – Das geheime Leben der Bäume
  • Hermann Hesse – Bäume
  • Gerd und Marie Haerkötter – Das Geheimnis der Bäume
  • Andrea Huber – Die Heilkraft der Bäume; Rezepte und Rituale für Geist & Körper
  • Zora del Buono – Das Leben der Mächtigen, Reisen zu alten Bäumen
  • Rita Lüder – Baume bestimmen
  • Michael Vescoli – Der keltische Baumkalender: Über den Menschen, die Zeit und die Bäume
  • Frau Birkenbaum – Über den  Zauber der Erle
  • Martin Schleske – Der Klang; vom unerhörten Sinn des Lebens

Und wer überlegt, welcher Baum sich für den eigenen Garten eignet spreche mich gern an. Ich stimme nämlich mit Erwin Thoma aus ganzem Herzen überein: „Es ist hoch an der Zeit, mit den Bäumen zu sprechen, mit ihnen viel mehr zu kooperieren. Wer hört, was sie zu sagen haben, der wird belohnt. Für die gute Bewältigung unserer Zukunft ist die Baumsprache die wichtigste Fremdsprache, die wir lernen können.“ (aus o.a. Seite 95)


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Von der Kunst, zur rechten Zeit zu handeln

Wie das Dao - die Brücke die nicht gerade läuft ...

Eine Brücke in Italien. Läuft nicht gerade – genau wie das Dao ….

Tief Verwurzeltes ist leicht zu nähren.
Gerade Begonnenes ist leicht zu verbessern.
Sprödes ist leicht zu brechen.
Feines ist leicht zu zerstreuen.
Verhüte Ärger, bevor er sich zeigt.
Bringe Dinge in Ordnung, bevor sie ein Fakt sind.
Die risige Kiefer erwächst aus einem winzigen Spross.
Die Reise von tausend Meilen beginnt zu deinen Füßen.

Du stürzt dich ins Handeln – und scheiterst so.
Du versuchst, die Dinge an dich zu reißen – und verlierst sie so.
Du erzwingst den Abschluss eines Projekts – und machst so zunichte, was fast vollendet war.

Daher handeln die Meister,
indem sie den Dingen freien Lauflassen.
Sie bleiben am Ende so ruhig wie am Anfang.
Sie haben eben nichts, somit haben sie nicht zu verlieren.
Was sie begehren, ist das Nichtbegehren;
was sie lernen, ist das Verlernen.
Sie erinnern die Menschen einfach daran, wer sie schon immer sind.
Sie sorgen sich um nichts als um das Dao.
So können sie für alles sorgen.

Tao Te King, Vers 64. Nach einer Auslegung von Isolde Schwarz

Eine Methode im Feng Shui ist übrigens, den besten Zeitpunkt zu bestimmen – sei es für Umzug, um eine Annonce aufzugeben, zu heiraten oder den Job zu wechseln. Eine Date Selection eignet sich für alles, was wichtig ist und Unterstützung durch die Zeit braucht. Stimmt der Zeitpunkt, ist gutes Gelingen mit von der Partie. Das wissen nicht nur die Baumeister, die ihr Holz nach dem Mondkalender schlagen lassen, das wissen auch Frisöre, Ärzte, Küchenfeen. Die Qualität der Zeit ist nicht immer gleich, darum sprechen Sie mich gerne an, wenn Sie mehr darüber erfahren oder ein wichtiges Vorhaben in die Tat umsetzen wollen.


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Die Schwelle im Feng Shui – energetischer Übergang von außen nach innen

Immer wieder fordert uns das Leben auf, über eine Schwelle zu treten – sei es ganz konkret von Außen nach Innen, sei es, dass die Zeit reif ist, innere Schwellen zu überwinden.

Im besten Fall ist damit ein Moment des Innehaltens verbunden – anhalten, atmen, wahrnehmen. Weil ich mich gerade mit dem Thema Schwellen und Schwellenangst beschäftige scheint es mir passend, zumindest die „weltliche“ Art des Übergangs noch einmal ins Blickfeld zu holen.

einladender-eingang

Ein einladender Eingang macht Lust, weiterzugehen und das Innere zu erforschen.         Foto Pixabay

Der Gang über eine Schwelle charakterisiert einen Übertritt zwischen Raum und Zeit. Darum  markiert die Schwelle im Eingang eine wesentliche Stelle im Bauwerk, denn sie ist Übergang und Verbindung zwischen öffentlichem und privatem Raum.

An der Schwelle streifen wir das profane der Alltagswelt ab und tauchen in den privaten, „heiligen“ Raum. Darum legen viele Kulturen Wert darauf, Straßenschuhe vor dem Betreten des inneren Raums auszuziehen, es sollen keine „niederen“ schmutzigen Energien hineingetragen werden.

Früher genoss die Schwelle hohe kulturelle Bedeutung und in Asien ist dieser Übergang noch heute bedeutsam. In China wurden hohe Schwellen gesetzt weil es hieß, dass (unerwünschte) Geister hier nicht drüber steigen können. Natürlich wirkte sie auch funktional als Schutz gegen Tiere und Regenwasser. Doch maßgeblich wurde die Schwelle konzipiert, damit niemand einfach irgendwo reinplatzt sondern den Übergang von außen nach innen bewußt wahrnimmt.

Damit ist immer ein kurzer Auftenhalt im Zwischen-Raum verbunden, in dem man buchstäblich zwischen den Welten schwebt. Das ist heute, wo die Übergänge unserer Hauseingänge oft kurz und schmal sind, kaum mehr vorstellbar. Heute gelangt man eher abrupt vom öffentlichen in den privaten Raum, der Gang durch die Tür wird kaum mehr wahrgenommen.

Hier ein paar Tipps für gelungene Schwellen und klare Abgrenzung

  • Große Fussmatten. Markieren auch im öffentlichen Hausflur den Beginn des eigenen Bereichs. Vorsicht ist allein bei den Motiven geboten, das Symbol sollte den Geist ausdrücken mit dem Sie die Welt bei sich empfangen möchten.
  • Paarige Türhüter. Das können Blumentöpfe sein, Wächterfiguren oder Laternen – lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf.
  • Ein Türkranz. Das Runde steht für den Kreis des Lebens und was rund ist bietet wenig Angriffsfläche.
  • Ein Schutzsymbol. Das kann die Blume des Lebens sein, ein Glaskristall, wenn Sie wie auf dem Foto einen Glasausschnitt in der Haustür haben, oder die Anschrift der Sternsinger.
  • Führen Sie keine Gespräche zwischen Tür und Angel. Lassen Sie den Besucher entweder hinein oder treten Sie hinaus. Denn zwischen Tür und Angel entsteht kein echter Kontakt und hier geführte Gespräche sind selten konstruktiv.
  • Legen Sie Wert auf einen ansprechenden (und funktionierenden) Türgriff. Er ist sozusagen die Hand des Hauses, hierüber nehmen Sie seinen Charakter sinnlich und be-greifend wahr.
  • Und: Achten Sie darauf, worauf Ihr Blick als Erstes fällt. Und zwar beim Verlassen (außen) und beim Betreten (innen) des Hauses. What yo see is what you get – heißt es ganz und gar treffend.

Wer mehr Inspiration für den eigenen Eingang oder auch für innere Übergänge wünscht spreche mich gern persönlich an unter 0421 161 69 608


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Weise Worte aus dem Land der Paradoxe

Paradox

Was ist die größte Entfernung zu einem Ding? Eine Meinung über es zu haben. Foto © Fascinating Places

Verbrecher

Po-Kü war ein Schüler Lao-Tses. „Darf ich“, sagte er zu ihm, „in die Welt gehen?“
„Nein“, antwortete Lao-Tse, „die Welt ist überall ebenso, wie du sie hier siehst.“
Als er aber wieder einmal drängte, fragte ihn Lao-Tse: „Womit willst du die Wanderschaft beginnen?“
Po-Kü sagte: „Ich will mit dem Staate Tsi beginnen. Da will ich die Leichen der gerichteten Verbrecher aufdecken. Ich will sie fassen und sie auf ihre Füße stellen. Ich will meine Feierkleider abnehmen und sie drein kleiden. Ich will zum Himmel schreien und ihr Los beklagen. Ich will rufen: Ihr Männer, Verwirrung war auf Erden, und ihr wart die ersten, die hinenstürzten! Ich will sprechen: Wart ihr denn in Wahrheit die Räuber? Wart ihr denn in Wahrheit die Mörder? Ehre und Schande wurden eingeführt, und das Übel folgte. Reichtum wurde angesammelt, und der Streit begann. Das Übel, das eingeführt wurde, der Streit, der angesammelt wurde, peinigen die Menschen und nehmen ihnen die Ruhe. Wo ist da ein Entrinnen?

Die Herrscher der Vorzeit schrieben alles Gelingen dem Volke, alles Mißlingen sich selber zu. Was recht war, maßen sie dem Voke, was unrecht war, sich selber bei. Wenn ein Schaden geschah, rügten sie sich selber.

Nicht so die Herrscher dieser Zeit. Sie verhehlen ein Ding und rügen, die es nicht sehen können. Sie legen gefährliche Arbeiten auf und strafen, die sie nicht zu unternehmen wagen. Sie verhängen überschwere Lasten und züchtigen, die sie nicht zu tragen vermögen. Sie befehlen überlange Märsche und richten hin, die nicht standhalten.

Und da das Volk fühlt, dass seine Kräfte all dem nicht gewachsen sind, nimmt es seine Zuflucht zum Betrug. Denn wo so große Lüge herrscht, wie sollte da das Volk nicht lügnerisch sein? Wenn seine Stärke nicht ausreicht, nimmt es seine Zuflucht zum Betrug. Wenn sein Wissen nicht ausreicht, nimmt es seine Zuflucht zur Täuschung. Wenn sein Besitz nicht ausreicht, nimmt es seine Zuflucht zum Raub. Und wer ist es, der solchen Raubes Schuld und Verantwortung trägt?“ *

Wachse, flüstert der Engel

„Wachse“, flüstert der Engel

Der Untätige

Kien Wu sagte zu Lien-Schu:
„Ich hörte Tsieh-Yü etwas äußern, das übermäßig war und weder Sinn noch Bestand hatte. Was er sagte, befremdete mich ungemein, denn es schien mir schrankenlos wie die Milchstraße, ohne Zusammenhang und weitab von den Erfahrungen der Menschen.“ „Was war es?“ fragte Lien-Schu.

Kien-Wu antwortete: „Er erklärte, auf dem Berge Ku lebe ein geistergleicher Mann, dessen Fleisch wie Eis oder Schnee, dessen Haltung wie die einer jungen Frau sei; er esse keine Früchte der Erde, er nähre sich von Luft und Tau; und auf den Wolken fahrend, fliegende Drachen sein Gespann, schweife er jenseitds der Vier Meere umher. Dieses Wesen sei vollkommen untätig. Dennoch halte es die Fäulnis von allen Dingen ab und mache die Saaten gedeihen. Nun denn, ich nenne das Unsinn und ich glaube nicht daran.“

Lien-Schu sprach: „Man befragt ja einen Blinden nicht über ein Gemälde und lädt einen Tauben nicht zum Singfest ein. Blindheit und Taubheit aber sind nicht des Leibes bloß; es gibt auch Seelen, die blind und taub sind. Du, so dünkt mich, bist von diesen Gebrechen heimgesucht.
In Wahrheit erfüllt der gute Einfluß jenes Mannes die ganze Schöpfung. Und doch möchtést du, daß er sich zu den Einzelheiten eines Reiches herblasse, weil ein erbämliches Geschlecht nach Umgestaltung schreit!

Die Welt der Dinge kann ihm nichts anhaben. In einer Flut, die zum Himmel reichte, würde er nicht benetzt werden. In einem Brande, der die Metalle der Erde schmelzte und die Berge versengte, würde er nicht heiß werden. Aus seinem Staub und Siebrest könnt ihr zwei eurer berühmten Männer machen. Und du möchtest, dass er sich mit den Dingen befasse!“ *

Bin ich ein Mensch, der träumt er sei ein Schmetterling ...

„Wer sich nicht selbst behauptet, bleibt eben dadurch frei von Tadel …“ Laozi

 

*Tschuang-Tse – Reden und Gleichnisse, Auswahl von Martin Buber