Susanne Berkenkopf

„Ein Zuhause ist mehr, als vier Wände und ein Dach über dem Kopf." Dies ist ein Blog über Räume, über innere und äußere Räume. Denn ich bin überzeugt, dass jeder Raum in dem wir uns regelmäßig aufhalten, Einfluss auf unser Leben nimmt. Also gebe ich hier Anregungen, wie Wohnräume und Arbeitsplätze energetisch und ästhetisch optimiert werden können. Ich schreibe für Menschen, die in einer wohltuenden Umgebung leben wollen, die innere und äußere Freiräume schätzen, und an ihr Potenzial glauben. Ich schreibe für Menschen, die wie ich, jetzt und auf dieser Erde zum Wohle des Ganzen wirken wollen. Im „echten Leben" biete ich Wohncoaching, Grundrissanalyse und Lebensstilberatung. Meine Werkzeuge sind Imperial Feng Shui, Geomantie, chinesische Astrologie und systemische Beratung. Mehr unter www.feng-shui-und-beratung.de

Advent, Advent – 2. Türchen

12 Kommentare

Flanieren, spazieren, verweilen – trotz einiger Unstimmigkeiten ein guter Ort, mit den Nachbarn zu plauschen. Dank an © hermit

Alle Menschen wohnen irgendwo. Und gemessen „am Höchsten“ hat ein Haus nicht nur zweckmäßige Aufgaben. Wer Architektur mit dem Herzen studiert weiß, Häuser sollen nicht nur Schutz bieten vor Regen, Kälte und Eindringlingen.

Mit Herz gebaute Häuser können Menschen bei ihrem Lebenswerk unterstützen. Sie können dazu beitragen, dass Menschen gesund bleiben, erwartungsvoll und schöpferisch. Häuser und Räume beeinflussen die individuelle Entwicklung und bestimmen mit, welche Lebensthemen in den Fokus geraten. Mehr noch: Häuser wirken auf den Lebensmut.

Darüber hinaus wirkt jedes Haus in der Gemeinschaft in den umgebenden Raum, ja es hat die Fähigkeit, Raum zu bilden. Damit ist nicht allein der Innenraum gemeint sondern das große Drumherum: Häuser zeigen Gesicht und prägen dadurch die Atmosphäre eines Straßenbildes.

Manche blicken freundlich und aufgeschlossen, andere tun sehr geheimnisvoll, blicken verschlafen oder abweisend. Wieder andere gebärden sich furchteinflößend und tragen dazu bei, dass die Vorübergehenden den Schritt ganz unbewußt beschleunigen.

Ob Menschen sich in einer Umgebung wohlfühlen und in ihr gedeihen ist nicht allein abhängig von der Gestaltung der Innenräume, sondern zu einem Großteil vom umgebenden Straßenbild. Denn die Lebenskraft Qi, die wir durch die Maßnahmen des Feng Shui in die Räume leiten wollen, kommt ja von draußen und bringt die dort gesammelten Informationen mit hinein.

Hinter heutigem Türchen verbirgt sich darum die Einladung, mit offenen Augen durch eine bekannte oder unbekannte Straße zu gehen und sich die Zeit zu nehmen, den Häusern ins Gesicht zu schauen. Was passiert? Wie entfaltet sich die stille Kommunikation zwischen Ihnen, zwischen Euch beiden? Welche Gefühle berüht dieses Haus, welche Assoziationen wecken die Details und was spricht die Dachform?

Und schließlich: Welches Haus-Gesicht macht froh und läßt das Herz hüpfen, welches blickt einladend oder beflügelt die Phantasie? Und welches Haus zeigt kein Gesicht, bleibt anonym? Was glaubst Du, was glauben Sie, wie lebt es sich in solch einer Architektur – im schlimmsten und im besten Fall?

„Unser Alltag wird zu einem wesentlichen Teil durch die Architektur bestimmt, die uns Tag für Tag umgibt.“ 

Jürgen Tietz – Architekturkritiker

12 Kommentare zu “Advent, Advent – 2. Türchen

  1. Was soll da jemand sagen, der in einem Dorf wie Fischerhude wohnt, umgeben
    von charakterstarken Hausgesichtern…alten Eichen…Beim Lesen Deines heutigen
    Beitrags werde ich demütig und sehr dankbar, hier leben zu dürfen. sigrid

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    • Das ist eine sehr schöne Einstellung, liebe sigrid. Fischerhude ist wirklich prächtig – und hat starke Ortskräfte. Wahrlich ein Geschenk, dort leben zu können und zu dürfen!

      Umso mehr finde ich, dass es wir es nicht allein den Finanzspekulantionen überlassen dürfen, wie unsere (bebaute) Umgebung – ob auf dem Land oder in der Stadt – ausschaut.

      Jeder bebaute Flecken ist der natürlichen Landschaft „geraubt“, sobald das entstandene Bauwerk sich nicht harmonisch einfügt und etwas zur Bereicherung des Ortes einbringen kann. Und Immbolien sind stark in ihrer Wirkung, sie können heilen oder zerstören.

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  2. Wir sollten uns nicht zu sehr abhängig von unserer Umgebung machen, auch wenn es stimmt, daß wir uns viel wohler fühlen in „atmenden“ Häusern.

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    • Was heißt schon „sich nicht zu sehr abhängig machen“, liebe Gisela?

      Natürlich haben wir zahlreiche Zeugnisse von Menschen, die schlimmste Bedingungen überleben konnten, wenn sie nur ein Lebensziel in sich spürten (Victor Frankl, Nelson Mandela, Ruth Klüger und viele andere), doch warum sollen wir es soweit kommen lassen?

      Warum nicht auch hier das Bewusstsein ausrichten und dafür stehen: Ja, das Haus darf atmen und ich mit und in ihm. Ja, die Bebauung ist durchdacht und geplant als eine Bereicherung der Landschaft, in die vorher hineingespürt wurde (Peter Zumthor). Ja, wir haben ein Anrecht darauf, freien Geistes und lebendigen Herzens zu leben, in einer Welt, die uns wohlgesonnen ist. Stadtpalnung und Architektur sind deren wesentliche Bestandteile (Goethe).

      Als Lektüre dazu mag ich empfehlen: Bruno Bettelheim; Erziehung zum Überleben / Zur Psychologie der Extremsituationen – und hier besonders das Kapitel „Geistige Gesundheit und Stadtplanung“ in dem der Autor sich mit der Entwicklung der kindlichen Psyche in Hochhaussiedlungen befasst.

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      • O, danke für den Lesetipp, der wohl auch sehr aktuell für die Psyche der Eingeschlossenen sein dürfte!

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      • Ja, es ist ein sehr tiefes Buch und ich lese immer wieder mal darin. Manches das er beschreibt braucht allerdings starke Nerven.

        Doch was Bruno Bettelheim über die Privatsphäre reflektiert empfinde ich als sehr tiefgründig, und schon er machte sich Gedanken über die Dauerbeschallung an allen Orten mit Musik – als hätte man keine eigenen Gedanken, denen man gern ungestört nachhängen möchte …

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  3. Ich meine, es ist eine der großen Zukunftsaufgaben, die hier und jetzt angegriffen werden müssen, dem wünschenswerten menschlichen Zusammenleben auch im Äußeren Ausdruck zu geben. Wie du es mal ausdrücktest (sofern ich mich recht erinnere), dass du immer danach strebst, eine Harmonie zwischen dem Inneren und dem Äußeren herzustellen – und jetzt nicht nur auf die eigene Wohnung, das eigene Haus, sondern auf die gesamte Nachbarschaft und, im Weiterdenken, auf die ganze Menschheit bezogen.
    Es gibt ja schon viele städtebauliche Ansätze, wie zB die Verlebendigung von Stadtgebieten durch Verbot von motorisierten Fahrzeugen, Schaffung kleiner Gartenanlagen und Parks, öffentlicher Ruhe- und Spielräume…herzustellen wäre. In Barcelona ist man da auch in der Realisierung schon ziemlich weit, wobei die Nachbarschaften selbst aktiv die gewünschte Umgestaltung in Angriff nehmen, unterstützt durch die öffentliche Verwaltung. Ich habe etwas Ähnliches, aber in viel geringerem Maßstab und ohne öffentliche Unterstützung, auch in Athen gesehen, wo sich die Bewohner eines stark herunter gekommenen Stadtteils des öffentlichen Raums bemächtigten und Bäume pflanzten, Blumenrabatten anlegten, Kinderspielgeräte aufstellten, Brandmauern bemalten Unglaublich, wieviel Hoffnung und Kraft von einem solchen gemeinsam gestalteten Raum auf die verwahrloste Umgebung ausstrahlt.
    In solchermaßen beruhigten und verschönerten Stadträumen kann ich dann auch die einzelnen Häuser auf mich wirken lassen.

    Unser Mani-Steinhaus, allein und fast wie ein Turm gebaut, zeugt von Rückzug. Unsere Athener Wohnung in einem 2-Familienhaus ist hingegen offen zur Nachbarschaft, kommuniziert sowohl mit der fast dörflichen Straße und ihren Bewohnern als auch mit dem weiten Raum Attikas mit seiner Vielmillionen-Bevölkerung bis hinunter zum Meer und hinüber zu den Saronischen Inseln un der Peloponnes.

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    • Welche wunderbare, lebendige Ergänzung, danke Gerda. Du hast so anschaulich beschrieben was möglich ist, dass ich den erwähnten Stadtteil vor meinen Augen sehe und mich freue.

      Ja, vielerorts starten die Nachbarn gemeinsam solche Initiativen, ich erinnere mich an den Prinzessinnengarten in Berlin, den ich extra bei einem Aufenthalt in der Stadt besuchte. Auch in Bremen und vielerorts blühen heruntergekommene Straßen und Plätze nun unter neuer Regie auf. In manchen Städten wird sogar „öffentlich“ Obst und Gemüse angebaut, und jede(r) darf ernten.

      Wie in deinem Beispiel werden Ortsteile dadurch wieder lebendig und wirken positiv auf den Lebensgeist der Bewohner und Bewohnerinnen, auf die dort heranwachsenden Kinder, die lange von Parkplätzen und Autos in die Innenräume verdrängt wurden.

      Herrliche Beispiele! und jede/r der einmal auf einer autofreien Insel oder Innenstadt ein wenig Zeit verbrachte kommt in den Genuss zu spüren, wie wunderbar es „draußen“ sein kann, auch vor der eigenen Haustür – selbst wenn man sich kein Grundstück oder Eigenheim leisten kann.

      Gerade in dieser Zeit, die keine oder wenig Fluchtmöglichkeiten im Sinne des Reisens erlaubt, wird und ist es umso wichtiger, es sich da schön zu machen, wo man lebt – denn da ist man ja die meiste Zeit …

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      • Danke, Susanne, ich fühle deine Freude und sie steigert meine! Denn diese kleinen lebendigen Zellen in den Wüsten der Städte haben eine so wunderbare Heilwirkung! Jetzt soll hier ein Programm „Pocket parks“ anlaufen, an dem wir (Genossenschaft für Behinderte) mitwirken wollen: winzige Parkanlagen sollen auf Freiflächen der Stadt entstehen, mit Blumen, Bäumen, Bänken, Lampen, Kinderspielgerät. Es ist ein Programm, das für die aktuelle Situation, in der die Menschen nicht frei zirkulieren dürfen, entwickelt wurde. Ich hoffe sehr, dass es zustandekommt.

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      • Pocket Parks. Was für ein herrlicher Name! In meiner etwas entfernten Nachbarschaft ist in der letzten Zeit ebenfalls ein solches Kleinod angelegt worden. Miniklein reicht es gerade für drei winzige Blumenbeete und zwei Sitzgelegenheiten. Und es braucht ja gar nicht groß zu sein, denn schon das kleinste, liebevoll angelegte Blumenbeet zaubert ein Lächeln ins Gesicht – und ich wünsche euch von ganzem Herzen, dass ihr das Projekt verwirklicht, Gerda. ⭐

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