Susanne Berkenkopf

„Ein Zuhause ist mehr, als vier Wände und ein Dach über dem Kopf." Dies ist ein Blog über Räume, über innere und äußere Räume. Denn ich bin überzeugt, dass jeder Raum in dem wir uns regelmäßig aufhalten, Einfluss auf unser Leben nimmt. Also gebe ich hier Anregungen, wie Wohnräume und Arbeitsplätze energetisch und ästhetisch optimiert werden können. Ich schreibe für Menschen, die in einer wohltuenden Umgebung leben wollen, die innere und äußere Freiräume schätzen, und an ihr Potenzial glauben. Ich schreibe für Menschen, die wie ich, jetzt und auf dieser Erde zum Wohle des Ganzen wirken wollen. Im „echten Leben" biete ich Wohncoaching, Grundrissanalyse und Lebensstilberatung. Meine Werkzeuge sind Imperial Feng Shui, Geomantie, chinesische Astrologie und systemische Beratung. Mehr unter www.feng-shui-und-beratung.de

Einseitig – Beidseitig

12 Kommentare

Im Feng Shui gibt es eine Konstellation dessen Anleitung zur Interpretation so lautet: „Schwach und unproduktiv, oft selbstbezogen, eigennützig, unsozial, oberflächlich, schnelllebig, nicht belastbar, kann nichts aus sich selbst heraus schaffen, auch nicht brauchbar im sozialen Kontext. Oft ohne eigenen Nachwuchs, folgt bevorzugt eigenen Interessen“. Wow! Und nun stellen Sie sich einmal vor, mit solchen Gedanken im Kopf jemand unvoreingenommen gegenüber zu treten und schließlich wohlwollend zu beraten. Gelingt das oder ist es eher schwierig?

Nicht müde werden und dem Wunder leise die Hand hinhalten …* Foto © Fernando@ferdo

Wer sich für Feng Shui interessiert sollte im Blick behalten, aus welcher Zeit die Kunst der förderlichen Platzierung stammt, und welche kulturellen Werte damals dominierten. Das alte China war feudal, autoritätsgläubig und nur, wer sich ohne Widerspruch in herrschende Verhältnisse fügte, war gern gesehen. Dazu kam natürlich die Abstammung, das heißt war man in einer angesehenen, wohlhabenden = einflussreichen Familie geboren, galt dies als beste Voraussetzung für eine gute Stellung und gesellschaftliches Ansehen.

Mich hat das lange, lange (!) beschäftigt. Seit ich mich in früheren Zeiten studienhalber der Macht der Worte in totalitären Systemen widmete ist mir klar, worauf Propaganda, Hypnose, Marketing, Politik, Glaubenssätze, Verwünschungen, Schwüre – wie auch Anteilnahme, Empathie und Trost – beruhen. Also habe ich mich irgendwann hingesetzt und überlegt, gedreht und sortiert. Und so wurde aus

  • schwach => sensibel
  • unproduktiv => bewahrt / hütet
  • selbstbezogen, eigennützig => kann für sich selbst sorgen, achtet auf eigene Bedürfnisse
  • unsozial => kann mit sich allein sein
  • oberflächlich => liebt Abwechsung wie der Schmetterling
  • schnelllebig => aufgeschlossen, trendorientiert
  • nicht belastbar => feinfühlig
  • kann nichts aus sich heraus schaffen => Team Player
  • nicht brauchbar im sozialen Kontext => brauchbar wofür? braucht Abgeschlossenheit / Stille für … – kann sein: Eremit-in, Erfinder-in, Einzelgänger-in, Komponist-in, Forscher-in …
  • folgt eigenen Interessen => hat Prioritäten erkannt

Was macht das im Kopf und mit der Einstellung? Jede Meinung über etwas oder jemand produziert eine Haltung, und die ist letztlich entscheidend für das eigene Schicksal. Denn ob ich mich von schwarzmalerischen (auch: schwarzmagischen ! ) Worten einschüchtern lasse, oder die daraus erzeugte Angst anschaue, sie durchdringe und verwandle – das bestimmt jede-r selbst.

Ob und wie oft wir in diesen Tagen Radio oder TV-Nachrichten konsumieren, und ob die Beschwörungen der Coloeur „Weltwirtschaftskrise und Rezession“ die eigene Wahrnehmung verblenden, können wir selbst entscheiden. Denn auch die gerade genannten Wortmächte haben starke Gegenüber:

  • Der Ölpreis befindet sich auf einem Tiefstand weil die Nachfrage gesunken ist – wir verbrauchen weniger Rohstoffe! Was kann das Gutes bedeuten für das Klima, für Mutter Erde, für die Atemwege (Lungenkrankheit Corona?!)!
  • Überall in meiner Stadt stehen Bücher- und Verschenkekisten vor der Tür – die Menschen räumen auf und befreien sich von Energieräubern und Sachen, die bloß die Ecken verstopfen.
  • Es ist stiller auf den Straßen, wir sehen wieder spielende Kinder, im Supermarkt gibt es kein rücksichtsloses Gedränge, es werden verständnisvolle Blicke in schweigendem Einverständnis getauscht. Es gibt wieder Gelegenheit und Muße für einen Schwatz.
  • Beim Meditieren höre ich einen ruhigen Grundton, die besinnungslose Hektik ist zur Ruhe gekommen. Selbst die Luft fühlt sich entspannt an.
  • Anteilnahme und Nachbarschaftshilfe sind vom Dachboden gekommen und mischen sich unter uns. Wir nehmen Kontakt auf zu Fremden und fragen, ob sie unserer Hilfe bedürfen.
  • Die Leere im Terminkalender (Cafe, Restaurant, Konzert, Reisen, Einladungen, shopping) bringt Zeit. Für Nichts und für Alles.

Im Angesicht des Todes haben wir die Chance, uns dem Leben zu widmen, und das hat im Urgrund sehr wenig mit Geld verdienen oder durch’s Leben hasten zu tun. Verlust oder Gewinn – wir entscheiden!

* Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten.

Hilde Domin

 

12 Kommentare zu “Einseitig – Beidseitig

  1. o ja, Wörter haben Macht. Sie schaffen geistig-seelische Felder, in und mit denen wir schwingen. Wir können sie verstärken oder abschwächen.

    Wenn du schreibst: „Im Angesicht des Todes haben wir die Chance, uns dem Leben zu widmen, und das hat im Urgrund sehr wenig mit Geld verdienen oder durch’s Leben hasten zu tun. Verlust oder Gewinn – wir entscheiden!“ macht das was mit mir. Jedes Wort wirkt nicht nur in dem Zusammenhang, den du gesetzt hast, sondern für sich allein, und resonniert ,mit den Bedeutungen, die es für mich hat. Ich greife heraus: Angesicht – Tod – Chance – Leben – widmen – Urgrund – Geld – Leben – hasten – Verlust -verdienen – Gewinn – entscheiden….. aber auch die kleinen Wörter resonnieren: haben – wir – die – ooer – tun – zu – durchs – dem – im – des – das – wenig – mit“

    Und jetzt nimm meine Wörter und sieh, was sie mit dir machen: „Macht – Wörter – Felder – schwingen – haben – geistig-seelisch – denen – mit – wenn – du – schreibst“.

    du verstehst, was ich anrege? Gerda

    Gefällt 2 Personen

  2. Ganz wunderbar geschrieben, liebe Susanne. Ich kenne jemanden, der ist genauso wie du es oben beschrieben hast für die Feng Shui Konstellation. Allerdings ganz in dem Sinne, wie man es als erstes denken würde, alle die negativen Aspekte.
    Es ist wirklich kein liebevoller, netter Mensch, aus meiner Sicht.
    Nun finde ich es wirklich sehr spannend, wie du sie in einen positive Sinn um-gedeutet hast. Ich denke darüber nach, ob dieser Mensch tatsächlich so negativ ist, wie oben beschreiben. Gar nicht so einfach und sehr interessant was mit mir dabei passiert… meine Werte, mein Denken, mein System etc.
    Aber eben alles meines.
    Danke für deinem Impuls für mich raus zu kommen aus meiner Wertung und Einsortierung eines anderen Menschen. Jeder ist wie er/sie ist, aus ganz bestimmten Gründen. Und es ist ja auch immer so, dass einer/eine macht und einer/eine lässt geschehen. Es hat immer zwei Seiten, eben beidseitig.

    Gefällt 5 Personen

    • Danke für die Ergänzung und deine Gedanken dazu, Thekla. Dazu fällt mir ein, was ich letztens – nachdem mir wiederholt ein Rotkehlchen ganz nah gekommen war – in einem Buch über Tiersymbolik gelesen habe:

      „Eine Empfindung ist immer etwas eigenes, das im Innern des eigenen Herzens entsteht. Eigene Empfindungen kann man manchmal wahrnehmen, weil das Verhalten der anderen uns selber reflektiert. Aber es is nie der andere, der Ihre Empfindungen gemacht hat.“ (aus: Regula Meyer, tierisch gut; Tiere als Spiegel der Seele)

      So gesehen läßt das beide frei, die Person, die die Empfindung auslöst und die, die sie fühlt. Und fühlen ist für mich noch eine Nuance feiner, als das Denken über etwas oder jemand.

      Sicherlich gibt es Menschen, zu denen möchte man Abstand, doch dann finde ich es ehrlicher, diese Entscheidung zu sich zu nehmen und die Verantwortung dafür nicht an den anderen abzugeben.

      Herzliche Grüße und alles Liebe!

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    • Danke für die Ergänzung deiner Gedanken, Thekla.

      Kürzlich las ich in einem Buch über symbolhafte Begegnung mit Tieren: „Eine Empfindung ist immer etwas Eigenes, das im Innern des eigenen Herzens entsteht. Eigene Empfindungen kann man manchmal wahrnehmen, weil das Verhalten der anderen uns selber reflektiert. Aber es ist nie der andere, der Ihre Empfindungen gemacht hat.“ (aus. Regula Meyer, tierisch gut – Tiere als Spiegel der Seele)

      Es kommt ja vor, dass wir zu bestimmten Menschen keinen (näheren) Kontakt haben möchten und das finde ich in Ordnung. Nur sollte man dieses zu sich nehmen und die Verantwortung für die Entscheidung auch selbst tragen, statt sie dem anderen zu übertragen. Und wer weiß schließlich schon, warum Menschen sind wie sie sind.

      Herzliche Grüße, ich hoffe, es geht dir gut!

      Gefällt 1 Person

  3. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes nahrhaft, diese Umkehrungen zu lesen. Danke dafür. Danke aber auch für die Erklärung des alten China. Ich habe mich nie ernsthaft dem I-Ging nähern können, weil ich genau dies zu spüren glaubte: Die Sprache ist feudal und autoritätsgläubig.

    Gefällt 2 Personen

    • Dankeschön, Alraune! Ja, das IGing (vor allem in der Übersetzung von Richard Wilhelm) ist sprachlich manchmal wirklich schwer verdaulich und inhaltlich oft widersprüchlich. Solltest du dennoch einen weiteren Versuch starten mögen, kann ich dir „I Ging – Das kosmische Orakel“ von Carol K. Anthony und Hanna Moog empfehlen. Die beiden haben sich vom Tabu „der Unangreifbarkeit des Textes der alten Weisen“ einzig aufgrund seines Alters gelöst und sich erlaubt, alles zu hinterfragen, und mit Hilfe eines Orakels neu zu beschreiben / zu deuten. Das hat viele Jahre gedauert und es ist ein sehr ehrliches Buch geworden, das ich wirklich empfehlen kann.

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  4. HERVORRAGEND. GROßARTIG. ICH BIN ERFREUT, DEINE WORTE ZU LESEN 🙂

    DANKE

    Gefällt 2 Personen

  5. 🤗⭐⭐⭐⭐⭐
    Liebe Susanne, ich bin schwer begeistert und danke dir ganz herzlich, dass du irgendwann angefangen hast mit dem Herzen zu schauen und zu modifizieren. Es ist etwas Liebevolles entstanden, mit dem du der Verschiedenartigkeit von Menschen gerecht werden kannst, ohne negativ urteilen zu müssen (was nie förderlich ist).

    Gefällt 1 Person

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