Susanne Berkenkopf

„Ein Zuhause ist mehr, als vier Wände und ein Dach über dem Kopf." Dies ist ein Blog über Räume, über innere und äußere Räume. Denn ich bin überzeugt, dass jeder Raum in dem wir uns regelmäßig aufhalten, Einfluss auf unser Leben nimmt. Also gebe ich hier Anregungen, wie Wohnräume und Arbeitsplätze energetisch und ästhetisch optimiert werden können. Ich schreibe für Menschen, die in einer wohltuenden Umgebung leben wollen, die innere und äußere Freiräume schätzen, und an ihr Potenzial glauben. Ich schreibe für Menschen, die wie ich, jetzt und auf dieser Erde zum Wohle des Ganzen wirken wollen. Im „echten Leben" biete ich Wohncoaching, Grundrissanalyse und Lebensstilberatung. Meine Werkzeuge sind Imperial Feng Shui, Geomantie, chinesische Astrologie und systemische Beratung. Mehr unter www.feng-shui-und-beratung.de

In sieben Tagen ankommen – Tag 7 – Das Kinderzimmer

4 Kommentare

Geht es bei einer Beratung (auch) um das Thema Einschlafstörung, Konzentrationsschwierigkeiten oder Aggressionen beim Nachwuchs, treffe ich häufig auf besorgte Eltern, die als Ursache Wasseradern oder schädliche Strahleneinflüsse vermuten. Schaue ich mich dann in den Kinderzimmern um, sehe ich meist mit Spielzeug überladene Räume, in denen es kein freies Fleckchen zum Durchatmen gibt.

Pause! Foto © Marcus Wallis

Gut gemeint sind all die Mitbringsel und Geschenke sicher, und manche Kinder dürfen sich dank  Patchworkfamilien ja sogar über mehr als sechs Großeltern freuen. Meist verfügen alle über gute Kaufkraft und – ich sag es mal salopp – sie schenken bis der Arzt kommen muss.

Da gibt es Puppen, die über einen kompletten Hausstand inklusive Puppenhaus und Puppenwagen regieren. Es gibt gut bestückte Kaufläden mit selbstsprechenden Kassen und übervollen Regalen, in denen niedliche Miniaturwaren auf Kunden warten. Es gibt Kasperltheater und jede Menge Handpuppen, die schon nervös die nächste Aufführung erwarten. Es gibt Regale voll mit unzähligen, schönen und pädagogisch sicher wertvollen Bilder- und Lesebüchern. Es gibt Aquarien und Carrerabahnen, deren Straßen durch das ganze Zimmer verlegt wurden. Es gibt Mobiles, CD-Player, Fernseher und Handys. Dazu liebevoll montierte Eisenbahnlandschaften. In den Waggons würde man am liebsten selbst sitzen und die schöne Aussicht genießen.

Beim Betrachten fühle ich mich oft in meine Kindheit zurückversetzt und bekomme Lust, mit all dem schönen Spielzeug zu spielen. Ich fühle, wie großartig und wohlgemeint alles ist, und verstehe auch, dass jeder etwas mitbringen und seine Liebe damit ausdrücken möchte. Und es gibt ja auch sooo wunderschöne Sachen, um Kinder zu beschenken. Manchmal frage ich mich jedoch, ob die Schenkenden nicht vielleicht bei ihrem eigenen, inneren Kind etwas gut machen möchten.

Schlicht und schön und ganz behaglich. Willkommen Zuhause, kleiner Mensch. Foto © Charles Deluvio

Denn für Kinderzimmer gibt es eine relativ einfache Prämisse: Der Raum sollte schlicht und behaglich eingerichtet sein, Anregungen für die Phatasie geben und Platz für Rückzug und Spielen bieten.

Entgegen wohlmeinender Annahmen brauchen Kinder nämlich gar nicht viel, um die Phantasie auf Hochtouren zu bringen und die Welt zu entdecken. Aus einem schlichten Karton und einer Decke können unzählige Varianten gezaubert werden. Vom Schlossgespenst zum Versteck in der Höhle gibt es in der kindlichen Phantasie gar keinen Widerspruch, es braucht allein eine Regieanweisung und manchmal nicht mal Mitspieler-innen.

Das ist darum heute schon mein ganzer Tipp für’s Kinderzimmer:

  • Halten Sie es einfach.
  • Achten Sie darauf, dass das Bett geschützt steht.
  • Wählen Sie, je nach Alter, sanfte Farben für den Raum. Grün wirkt angenehm beruhigend und hat heilende Eigenschaften, blau kann die Atmosphäre im Raum unterkühlen. Beteiligen Sie Ihr Kind ruhig an der Gestaltung, denn Kinder wissen oft intuitiv, was gut für sie ist.
  • Braucht es einen Schreibtisch, dann sitzt Ihr Sprößling ideal mit Blick ins Zimmer. Ein Blick zur Wand hemmt die natürliche Entwicklung, und kann zu schlechten Lernergebnissen beitragen.

Dazu brauchen Kinder Zuwendung, ein offenes Ohr und Zeit. Viel freie (!) Zeit für sich, und noch mehr Zeit mit Bezugspersonen, die ausschließlich ihnen gehört. Schenken Sie handyfreie Aufmerksamkeit ohne whatsapp, FB oder twitter. Gehen Sie raus, spielen Sie wann immer möglich draußen, lauschen gemeinsam auf das Rascheln der Blätter oder auf den Regen, der aufs Dach trommelt. Setzen Sie Papierbötchen ins Wasser oder besuchen Sie einen Lieblingsbaum.

Kinder wissen oft intuitiv was gut für sie ist, doch sie sagen selten Nein. Schon allein darum nicht, weil Spielzeug und Geschenke ja auch was Tolles sind. Und Eltern haben oft ein schlechtes Gewissen gegenüber den Schenkenden. Manchmal gibt es sogar Streit darüber: „Warum behalten wir alles, was Deine Eltern schenken und das, was von meinen kommt, soll weg?!“ Also wird nichts weggeräumt oder weiterverschenkt an die, die wenig haben.

Ich kann Ihnen nur raten, unerledigte Themen aus Ihrer Vergangenheit unter Erwachsenen zu klären und sich an das Motto zu halten: Weniger ist mehr.

Und sei er noch so klein: Ein Ort für Rückzug, um in Ruhe was auszuprobieren. Foto © Kelli McClintock

Unsere Kinder wachsen mit soviel Wohlstand, das heißt mit einem Überangebot an Waren, Speisen, Ablenkungen und auch Forderungen auf, dass manche regelrecht nicht wissen, wo ihnen der Kopf steht. Dass das zu Konzentrationsstörungen oder auch Aggressionen führen kann, wird jeder Kinderpsychologe bestätigen.

Zuwendung und Liebe, die Versicherung „Du bist genau richtig wie du bist. Egal was kommt, Mama und Papa lieben dich und stehen zu dir“ – das ist das Wertvollste, das Sie Ihrem Kind ins Leben mitgeben können. Denn es ist etwas, das im Herzen Wurzeln schlägt und auf das dieser neue Mensch immer zurück greifen kann. Urvertrauen ist etwas, das keine Barbie und kein Elektromotorrad je geben kann.

„In sieben Tagen ankommen“ – das war ein inspirierender Rundgang, oder? Morgen gibt’s ein Fazit und ich bin gespannt auf Ihre Rückmeldungen. Was hat Ihnen besonders gefallen?

 

 

 

4 Kommentare zu “In sieben Tagen ankommen – Tag 7 – Das Kinderzimmer

  1. Danke für all die Anregungen. Ich werde sie meinen Töchtern weiter leiten – zum Wohle meiner Enkelkinder .

    Gefällt 2 Personen

  2. Ganz toller Artikel, stimme total mit dir ueberein. Ich hatte als Kind ( 66 Jahre her), ein paar Drucke ( ich meine Kopien)von Malern die ich liebte an der Wand in meinem Zimmer haengen, und diese haben mich immer begleitet in meinen Gedanken und mir auch Mut gemacht.

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.