Susanne Berkenkopf

„Ein Zuhause ist mehr, als vier Wände und ein Dach über dem Kopf." Dies ist ein Blog über Räume, über innere und äußere Räume. Denn ich bin überzeugt, dass jeder Raum in dem wir uns regelmäßig aufhalten, Einfluss auf unser Leben nimmt. Also gebe ich hier Anregungen, wie Wohnräume und Arbeitsplätze energetisch und ästhetisch optimiert werden können. Ich schreibe für Menschen, die in einer wohltuenden Umgebung leben wollen, die innere und äußere Freiräume schätzen, und an ihr Potenzial glauben. Ich schreibe für Menschen, die wie ich, jetzt und auf dieser Erde zum Wohle des Ganzen wirken wollen. Im „echten Leben" biete ich Wohncoaching, Grundrissanalyse und Lebensstilberatung. Meine Werkzeuge sind Imperial Feng Shui, Geomantie, chinesische Astrologie und systemische Beratung. Mehr unter www.feng-shui-und-beratung.de

Gelegenheiten für (mehr) Achtsamkeit im Alltag

14 Kommentare

Die letzten Wochen war viel los: auswärtige Beratungen, fällige Bücher zur Bibliothek bringen, ein mehrtägiges Seminar. Irgendwann merkte ich, dass mein Atem flacher und ich immer hektischer wurde. Zum Glück habe ich mich an eine kleine Liste erinnert, die mir schon immer gute Dienste geleistet hat.

auch © Dane Deaner hat ein faible für aufgeräumte Küchen

Die folgenden Verrichtungen wiederholen sich im Haushalt nämlich regelmäßig und bieten darum gute Chancen, achtsam atmend Jetzt zu sein:

  • Wäsche aufhängen und dabei auf den Atem achten
    Ich liebe frische Wäsche, darum gibt’s bei mir kein über die Leine werfen sondern „ich hänge auf“ 😉 – jedes Stück wird erstmal in Form gezogen, dann kommen T-Shirts, Blusen und Pullover auf Bügel, die Hosen werde mit Wäscheklammern am Bund aufgehängt, damit es keine Abdrücke gibt. Auch Bettwäsche und Handtücher hänge ich an Klammern, dann werden sie beim Trocknen schon glatt und es gibt keine störende Mittellinie.
  • Kleidungsstücke bügeln und dabei die Gedanken immer wieder mit dem Lasso einfangen             Ich weiß, hier scheiden sich die Geister und es gibt nur „entweder – oder“: Die einen hassen, die anderen lieben bügeln. Ich gehöre zu letzteren und genieße jedes Teil, das ich bügeln kann. Ob Taschentücher, Bettwäsche, Blusen – beim Bügeln ist alles möglich: abschalten, träumen, fernsehen oder Hörbuch hören. Um zur Ruhe zu kommen hilft es mir, meine Hände beim Tun zu beobachten, die Spitze des Eisens mit den Augen in jede Falte zu begleiten, staunen, wie das Eisen den Stoff magisch glättet, den erhitzten Stoff dabei riechen und die Fingerspitzen beim Falten besonders sensibel zu machen.
  • Geschirr spülen
    ist durch die Spülmaschine aus der Mode gekommen, doch wer sich nach mehr Achtsamkeit sehnt kann beim Geschirr abwaschen so richtig loslegen. Die Hände ins heiße Wasser tauchen, (selbstgemachtes?) Geschirrspülmittel zugeben, jedes Glas, jede Tasse, jeden Teller in die Hand nehmen und säubern. Alles schön auf dem Abtropfbrett anrichten, abtrocknen und einräumen. Die Dauer des Vorgangs wird meist überschätzt und wer nach dem Tun die Spüle blank reibt, die Tücher zum Trocken aufhängt, die Hände sorgfältig eincremt und sich einen Augenblick Zeit nimmt, um die saubere Küche zu betrachten, kann einen echten Glücksmoment erleben.
  • Den Abfall raustragen
    ist meist eine ungeliebte Aufgabe, die trotzdem Potenzial bietet. Es bietet sich an, vorher mit aufmerksamen Blick durch den Raum zu gehen: was kann noch entsorgt werden? Das bringt auf jeden Fall sofort dahin, wo man gerade ist. Ich liebe ja das Nicht-Tun und für das Treppen steigen erfinde ich immer neue Varianten. Mein derzeitiger Favorit ist, auf dem Rückweg die Treppe im Dunkeln gehen oder rückwärts. Wer schon ein bisschen geübt ist, kann beides kombinieren. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass in diesem Moment kein anderer Gedanke Platz im Kopf hat.

Je nachdem in welcher Haltung ausgeführt, kann das alltägliche „müssen“ zur echten Kür werden. Welches ist Ihre / Deine liebste Performance im Alltag?

14 Kommentare zu “Gelegenheiten für (mehr) Achtsamkeit im Alltag

  1. Liebe Susanne,

    danke, dass du mich mal wieder erinnerst an die Schönheit dieser alltäglichen Arbeiten. In letzter Zeit war ich häufiger genervt davon. Kaum alles abgewaschen, schon standen die ersten schmutzigen Becher wieder auf der Arbeitsfläche. Oder die Wäsche, sie ist ja auch niemals fertig. Dabei träume ich sonst auch ganz gerne bei diesen Tätigkeiten.

    Für mich gehört auch Fegen dazu, Staubwischen, Fensterputzen, Unkrautjäten, Laubharken. Und Handarbeiten, beim Häkeln oder Stricken schalte ich ebenfalls wunderbar ab.

    Heute werde ich auf jeden Fall erst einmal den Abwasch richtig zelebrieren.

    Liebe Grüße
    Katrin

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    • Wunderbar, liebe Katrin, danke für die Ergänzung der Liste.

      Kennst Du das Buch „Nach der Erleuchtung Kartoffeln schälen und Wäsche waschen“ von Jack Kornfield? Viele, die lange Zeit im retreat verbracht haben, bevorzugen nach dieser Erfahrung genau diese „einfachen“ Arbeiten, um in der turbulenten Welt weiterhin Präsenz zu üben.

      Ich wünsche Dir einen herrlichen Abwasch!
      Liebe Grüße von
      Susanne

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  2. Vielen Dank für die Inspiration

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  3. Moin Moin liebe Susanne,
    ja, ich habe wirklich mit Freude deinen MärzArtikel gelesen. Und ja, meine liebste Performance ist: Tüten aus Zeitungspapieren zu falten. Sie werden für den Kompost gebraucht und wenn ich bei dem Vorgang bin, Blätter aussuchen, Anzahl auswählen, Falten, abmessen, glätten und zufrieden, ja zufrieden in die Vorratsschublade verstaue ist kein Platz für andere Dinge zu denken und ich bin ganz bei mir mit einer inneren Zufriedenheit. Tatsächlich kann eine solch „simple“ Arbeit so viel geben.
    Herzlich Deine Ursa

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  4. Liebe Susanne,

    ich konnte beim Lesen alles sehr gut nachfühlen. Zwar bügle ich nicht mehr so viel, aber der Geruch von frischer Wäsche, auch beim Bügeln, das hat was! Und Abwaschen genieße ich auf eine ähnliche Weise, auch wenn die Teller überwiegend in der Spülmaschine landen. Aber so das Besteck, das sonst nicht reicht wenn es gleich in der Maschine landet, das wird per Hand gewaschen. Ebenso meine liebste Tasse, die ich jeden Morgen nutze. Und natürlich Töpfe und Pfannen.

    Für mich gehört zu diesen beruhigenden Tätigkeiten tatsächlich auch mein Job, Schilder gravieren. Dabei kann ich herrlich im Hier und Jetzt sein. Muss ich doch bei allem präsent sein, damit die Datei im PC richtig gesetzt wird und nachher, damit die Maschine macht was sie soll. Und während sie graviert, bereite ich das nächste vor. Es ist eine Arbeit, wo ich mein Tempo in der Regel selbst bestimmen kann, Hauptsache das Ergebnis stimmt. Insofern kann ich mit Bedacht und gründlich arbeiten und mich an den Ergebnissen freuen.

    Herzliche Grüße
    Marion

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    • Danke für Deine interessante, ausführliche Antwort, liebe Marion.

      Ich habe mich vor langer Zeit einmal mit dem Verhältnis zwischen Mensch und cnc-Maschinen befaßt. Forschungen hatten gezeigt, dass diese (und sicher auch andere) Maschinen auf die Verfassung der Menschen reagieren. Was für eine interessante Tätigkeit Du ausführst!

      Herzliche Grüße
      Susanne

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      • Das ist ja spannend und ja, ich glaube aus Erfahrung durchaus, dass es so ist, also die Maschinen auf den Menschen reagieren.
        Manchmal hoffe ich, dass ich keinen Nachfolger an meiner Maschine anlernen muss, weil vieles habe ich einfach durch Machen und Ausprobieren gelernt und kann nicht alles davon logisch erklären. Es ist relativ diffizil.

        Gleiches ist für mich aber auch in Bezug auf PCs ein Fakt. Ein Beispiel:
        Bei meiner Arbeit bei der Süddeutschen Zeitung in München wurde eines Tages eine neue Abteilung „Online-Support“ aufgebaut. Dort sollten alle Anrufe von Kunden reinkommen, die Probleme haben beim Aufgeben einer Anzeige übers Internet. Hinter uns stand das IT-Team, wir waren quasi die Schnittstelle zwischen Kunden und den IT-Fachleuten.

        Die Leiterin der neuen Abteilung suchte sich aus der bestehenden Abteilung ihre Mitarbeiter heraus, sofern sie Lust dazu hatten. Ich war dabei und eine der Kolleginnen stimmte unter der Voraussetzung zu, dass ich auch mitmache, weil ich ihr dann helfen könne das Neue zu lernen. Sie saß lange neben mir. Wir hatten die gleichen PCs, die gleiche Software. Bei ihr traten ständig Fehler und Probleme auf, die nicht erklärlich waren. So dass sie mich ständig brauchte. An manchen Tagen schien ich mehr mit ihr beschäftigt, als mit meiner Arbeit. Ohne dass es sichtbare Fortschritte bei ihr zu geben schien. Ihr PC erzeugte ständig Fehler, wie um zu beweisen, dass „es“ bei ihr einfach nicht geht.

        Unsere Leiterin schaute sich das eine Weile an und kam auf eine kreative Idee das anzugehen. Die Kollegin und ich sollten Arbeitsplatz tauschen. Das taten wir. Mit dem Ergebnis, dass die Fehlermeldungen und Probleme nun an meinem vorherigen PC auftauchten, an dem sie arbeitete, während ich an ihrem vorherigen PC keine Probleme hatte. Es machte also den entscheidenden Unterschied, WER davor saß! Das war sehr eindrücklich und werde ich nie vergessen.

        Ansonsten: Ja, ich finde auch, dass ich eine interessante Tätigkeit ausführe und ich liebe sie.

        Herzliche Grüße
        Marion

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      • Ich kann Dir nur zustimmen, danke dass Du diese Begebenheit mit uns teilst, Marion. Manchmal würde man es nicht glauben, hätte man es nicht selbst erlebt 😉

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  5. Wunderbare Gelegenheiten in Achtsamkeit zu ueben, I like to call it “ The Zen of doing chores“. Diese fuehren sogar bis zum Reinigen des Katzen Klos…..naja ein bisschen Humor braucht das doch alles auch oder? Wuensche Dir ein schoenes Wochenende in Achtsamkeit.

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  6. Weil lachen so gesund ist, möchte ich eine Begebenheit mit euch teilen, die sich vor vielen Jahren im Bekanntenkreis zugetragen hat. Eine ältere Frau – sie ist vor vielen Jahren gestorben – hatte einen Bügelladen, der schief war, weil sich eine Enkelin auf der falschen Seite draufgesetzt hat. Ihr Kommentar zu dieser Variante des bügelns: „Einmal gehts auffi (hinauf) und einmal abi (hinunter)…“

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  7. Herrliche Geschichte, danke Michaela! Es kommt eben immer auf die Perspektive an …!

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