Susanne Berkenkopf

Ein Zuhause ist mehr, als vier Wände und ein Dach über dem Kopf. Darum gibt es bei mir Impulse für Wohnräume, Arbeitsplätze und ein sinnerfülltes Leben. Beruflich entwerfe ich stimmige Einrichtungskonzepte und kombiniere sie mit energetischer Unterstützung für die Menschen. Meine Werkzeuge sind Feng Shui, Geomantie, chinesische Astrologie und systemische Beratung. Mehr unter www.feng-shui-und-beratung.de

Problem loswerden? Warum eigentlich?

Hinterlasse einen Kommentar

Probleme sind was wunderbares. Ich verstehe nicht, warum die meisten ihre partout loswerden wollen. Denn ein Problem kann schon mal einen besten Freund ersetzen: Es kennt mich, ich kenn es, wir frühstücken zusammen und brauchen nicht mal Zähne geputzt haben. Schon beim aufwachen ist es spätestens nach zwei unbeschwerten Gedanken wieder da und verströmt treu seinen vertrauten, lebensmüden Geruch.

Es lebe das Problem – oder doch lieber ohne?                                                Foto © sasint

Wer ein Problem einfach so loswerden will, wird wenig Erfolg haben. Leicht werden nämlich seine bereichernden Facetten übersehen. Denn egal ob es sich um Geld oder Wohnung handelt, um Streit mit Partner/in oder bester Freundin, ob es um die Gesundheit geht oder auf der Arbeit spielt – ein „Problem“ gibt den Rahmen um das (Selbst)Bild. Es zeigt, auf welchem Feld, in welcher Liga jemand spielt. Großes Problem, oberste Liga – oder?

„Wer wärst du ohne dein Problem,“

fragt sich nicht nur Byron Katie. Das mag zuerst wie ein verrückter Gedanke klingen. Ver-rückt, also wie einer, der nicht an gewohnter Stelle im Kopf abgelegt werden kann. Und ich will jetzt gar nicht darauf hinaus, zu sagen: Eigentlich gibt es gar keine Probleme, nur Herausforderungen. Dieser späte Triumph des Rumpelstilzchen verkennt die Funktion des Problems. Zur Wortmagie habe ich schon ausführlich geschrieben, darum will ich heute ein kleines Spiel vorschlagen. Es ist Samstag nachmittag, es regnet und Sie sitzen eh gerade vorm PC und lesen. Wenn Sie zu denen gehören, die ein Problem haben, spielen Sie doch einfach mit:

  • Schreiben Sie alle Probleme, so wie Sie Ihnen in den Kopf kommen, auf einen Zettel.
  • Wenn Sie das Gefühl haben, alle sind erfaßt, sortieren Sie sie nach Dringlichkeit. Welches drückt Sie am stärksten? Welches haben Sie am längsten? Welches kommt immer wieder? Mit welchen Problem-Sätzen erwischen Sie sich selbst, wenn Sie so ganz unbeobachtet vor sich hin denken?
  • Atmen Sie tief durch und seien Sie ehrlich mit sich: Welche davon wollen Sie wirklich loswerden und welche behalten? Ja, behalten ist ausdrücklich erlaubt!
  • Letztere streichen Sie durch, und übrig bleiben die, die Sie loswerden wollen.
  • Dann verlassen Sie das Zimmer. Gehen Sie ein Stück spazieren oder trinken Sie etwas und schauen aus dem Fenster.
  • Nach einer guten Weile machen Sie sich bereit: Sie werden nun als „Spezialist für ungewöhnliche Fragen“ das Zimmer betreten. Sie werden sich ansehen, was eine Ihnen unbekannte Person A aufgeschrieben hat. Bleiben Sie innerlich distanziert während Sie lesen und beobachten Sie nur Ihre Gedanken während Sie das tun.
  • Was denken Sie über die Person? Was ist das für eine/r?
  • Nun betritt – ganz in der Phantasie – eine weitere Person B den Raum. Stellen Sie ihr einen Stuhl hin und erzählen Sie frei von der Leber weg, welche Gedanken Ihnen beim Lesen gekommen sind. Keine Sorge, Person A, also die das alles aufgeschrieben hat, ist nicht anwesend, Sie brauchen kein Blatt vor den Mund nehmen.
  • Was ist Ihnen aufgefallen und was sagen Sie?
  • Dann bitten Sie Person A herein, stellen ihr einen Stuhl hin, und beginnen zu fragen: Mir ist aufgefallen, sagen Sie, dass … . Warum sehen Sie das so? Welchen Grund kann es dafür geben? Könnten Sie es auch anders sehen? Was könnte schlimmstenfalls / bestenfalls passieren, wenn Sie es anders sehen?
  • Tauschen Sie dann mit Person A und Person B die Stühle – spielen Sie ein munteres Bäumchen wechsel dich – und  mal sind Sie der/die Fragende, dann wechseln Sie und übernehmen die Sicht von Person A oder B, dem völlig unbeteiligten Zuhörer.
  • Einzige Regel: Urteilen Sie nicht. Hören Sie nur zu bzw. sprechen Sie ohne zu klagen, jammern oder sich zu rechtfertigen. Gelingt Ihnen das? Warum nicht? Sie sind doch ganz unter sich!

Ich will es mal krass sagen:
Es kann dabei heraus kommen, dass Sie Ihre Identität an das Problem hängen. Warum sollten Sie es loswerden wollen? Haben Sie das für sich erkannt, wunderbar. Bleiben Sie dabei, niemand will Ihnen Ihr Problem wegnehmen. Vielleicht erkennen Sie, dass es ihnen erlaubte, Ihre kreative Ader zu leben. Solange Sie kein anderes Ausdrucksmittel gefunden haben, ist das völlig in Ordnung. Sie sollten sich dazu gratulieren denn egal was Sie erschaffen haben, es wird Ihnen wieder gelingen. Vielleicht möchten Sie es einfach mal mit anderen Vorzeichen probieren? – Ich meine das hier nicht mal ironisch. Denn es kann ungeheuer entlasten, ein Problem als Ausdruck des eigenen kreativen Prozesses zu erkennen. Und ich hab das selbst auch schon durch, glauben Sie mir. –

Wer den Nutzen dieses kreativen Erschaffens erkannt hat und bereit ist, das Problem zu lösen und  sich von ihm zu lösen, verläßt den Pfad der Routine. Vielleicht wissen Sie einfach noch nicht, wie das geht. Immerhin ist schon klar geworden, dass das Problem erschaffen wurde, doch noch ist offen, wofür es eigentlich steht. Hier ein eindrucksvolles Beispiel aus meiner Beratung dazu:

Das Dilemma, das sich zum Problem auswuchs

Ein „eigentlich“ äußerst fröhlicher Mensch hatte enorme Geldsorgen. In seinem Glaubenssystem verkörperte Frohsinn jedoch ein Bild des „Bruder Leichtfuss“, ein im Angesicht der Probleme der Mitwelt verantwortungsloses Geschöpf, ignorant und egoistisch. Also passten die Geldnöte auf, dass er nicht zu fröhlich wurde. Ein stetig besorgtes Stirnrunzeln sollte der Welt sein Verantwortungsbewusstsein zeigen. Interessant, oder?

Das haben wir heraus gefunden nachdem wir obiges Spiel gespielt haben. Herr K. war im Verlauf selbst drauf gekommen: Seine Geldsorgen waren sein Schutz davor, als leichtfertig zu gelten, er hatte schließlich „echte Probleme“. Die Sorgen passten auf, dass er nicht zu fröhlich wurde, nicht zu laut lachte, nicht zu sehr genoss – immer war etwas da, das ihn deckelte. Beim Graben sind wir auf sehr tiefe Wurzeln gestoßen, denn in der Familiengeschichte war „Geld haben“ mit einem starken Urteil verknüpft: Wer (viel) Geld hat, kann das nicht auf ehrliche Weise verdient haben. Niemand kann viel Geld verdienen, ohne unlauter zu sein. Außerdem sind wir den Sozialdemokraten verpflichtet, da gehört sich das nicht und ist einfach unanständig. Iß dein Brot, andere Kinder hungern.“  – Das war jetzt ein bisschen plakativ, doch Sie verstehen schon.

Ahnen Sie, dass es in Ihrem Leben auch solche Ablenkungsmanöver geben könnte? Haben Sie Lust, da Detektiv zu spielen und heraus zu finden, was dahinter stecken könnte? Dann sind Sie hiermit herzlich eingeladen in meinen nächsten Workshop – da verlassen wir den Weg der Routine und finden heraus was Sie abhält, unbeschwert, lustig oder reich zu sein. In diesem Sinne, bis bald!

Leben mit Potenzial nach oben – Blockaden auflösen

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.