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Alraune, Bilsenkraut, Tollkirsche – Nicht nur Hexen lieben Gift im Garten

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In einem echten magischen Garten besitzt jede Pflanze eine eigene Persönlichkeit. Wer auf Ausgewogenheit achtet und den lieblichen Pflanzengeistern das ein oder andere Gegengewicht zur Seite pflanzen möchte, wagt einen Blick über den Zaun und lässt sich vom Pflanzplan der Urhexe Hagazussa inspirieren.
Doch Vorsicht, diese Pflanzen gehören nicht in den Mund und schon gar nicht in Reichweite von Kinderhänden!

Die Alraune – Pflanzengeist in Menschengestalt

Pflanzengeist Alraune. Foto © susannp4

Bis ins späte Mittelalter galt das geheimnisvolle Zauberkraut Alraune als begehrter und mächtiger Talisman für Glück in der Liebe und Reichtum in Hülle und Fülle. Wer sich glücklich schätzen durfte, eine der seltenen Wurzeln zu ergattern war gern bereit, ein kleines Vermögen dafür hinzublättern.

Als typisches Nachtschattengewächs enthält die Alraune giftige Alkaloide und Cumarine. Im Mittelalter wurden Blätter und Früchte als Narkotikum vor Operationen, als Schlaf-, Brech- und Abtreibungsmittel und gegen Schmerzen verwendet. Auch als Aphrodisiakum wird die Alraune in mittelalterlichen Schriften erwähnt.

Damit der Pflanzengeist in Menschengestalt magisch wirkt, gebührt ihm besondere Ehre. Sowohl beim Ausgraben im Herbst, nach dem sich alle Kraft in die Wurzel zurück gezogen hat, als auch bei der späteren Aufbewahrung sind wichtige Details zu beachten. Wer sie ohne passendes Ritual ausgrabe, dem drohe großes Unheil. In den alten Legenden heißt es, man könne durch den Schrei, den die unfreiwillig genommene Wurzel ausstoße, in den Wahnsinn getrieben werden.

Vor der Grabung also unbedingt mit dem Pflanzengeist Kontakt aufnehmen, um den Preis zu erfahren. Schließlich bezahlt die Pflanze mit ihrem Leben und soll später ihre Magie wirken lassen, das mag sie sich schon was kosten lassen. Wer nicht bereit ist den Preis zu zahlen, sollte lieber die Finger von ihr lassen.

Ist das geklärt wird die Wurzel mit großer Vorsicht ausgegraben, sie darf bei diesem Vorgang nicht verletzt werden. Danach sollte sie in Rotwein gebadet und sorgfältig getrocknet werden. Später gehört eine Alraunwurzel in Samt und Seide gekleidet und geschützt aufbewahrt.

Und dann kann’s losgehen mit der Zauberei: Legt man sie auf den Kaminsims soll dies dem Haus Wohlstand und Schutz bescheren, legt man sie neben sich ans Bett wirke sie schützend gegen alle Unbill, die einen im Schlaf ereilen kann. Als Amulett getragen soll die Alraune ihren Liebeszauber entfalten und wer sein Geld neben sie lege, dem soll sie’s gar verdoppeln.

Schwarzes Bilsenkraut – Nachtschattengewächs mit Schweißfußgestank

Der Volksmund kennt sie als Drachenpflanze oder Teufelshoden und wem Name und die gelblichen, mit violetten Adern durchzogenen Blüten nicht unheimlich anmuten, kann eine weitere Zauberpflanze im Garten beheimaten.

Auch das Bilsenkraut ist ein Nachtschattengewächs, enthält sehr stark giftige Alkaloide und man kann sich leicht an ihr vergiften. Doch wie es sich für ein echtes Hexenkraut gehört hat sie auch starke Heilwirkung. So wird Bilsenkraut heute in der Homöopathie bei Kitzelhusten, Blasenlähmung und gegen schizoide Zustände verordnet.

Die Kelten verehrten das Bilsenkraut als dem Sonnengott Belenos geweihte Pflanze und die Druiden brauten Bilsenbier, um mit den Göttern zu verkehren (das Kraut wurde übrigens bis 1516 dem Bier beigemischt und angeblich leitet sich der Begriff „Pils“ daraus ab). Orakelpriesterinnen nutzten Bilsenkraut als Bestandteil einer Räuchermischung, um sich in Trance zu versetzen und wie Tollkirsche gehört Bilsenkraut in die Flugsalbe der Hexen.

Durch ihre Gabe, Tore in die Anderswelt zu öffnen gehört es zu den Kräutern, die außersinnliche Wahrnehmungen und Visionen ermöglichen. Geschätzt wurde sie außerdem als Beigabe zum Liebeszauber und als wirksames Mittel für einen Giftmord. Wer sich jedoch nicht auskennt sollte die Finger von ihr lassen und sie aus der Ferne bestaunen.

Belladonna Tollkirsche –Höllenkraut mit wohlklingendem Namen

Strengstens gewarnt wird vor dem Verzehr der schwarz glänzenden Beeren, denn schon die kleinste Menge kann zu Vergiftungen führen. Doch Verständige wissen: Was tötet kann auch heilen, es kommt allein auf die Dosis an. Heute darf Tollkirsche ihre Heilwirkung in Mitteln gegen Epilepsie und Keuchhusten entfalten und in der homöopathischen Heilkunde wird sie bei fiebrigen Erkrankungen verordnet.

Dem Mythos nach wuchs die Tollkirsche im Garten der Hexe Medea. Priesterinnen der römischen Kriegsgöttin Bellona tranken einen Cocktail aus Tollkirschen und anderen Kräutern, bevor sie ihre Göttin um Hilfe baten. Tollkirsche wurde früher für Abtreibung, gegen Tollwut und Gicht und als Aphrodisiakum verwendet.

Der Geist der Tollkirsche soll Depressionen, Psychosen und Geisteskrankheiten vertreiben. In der Asche der verbrannten Pflanze finden sich größere Mengen von Kieselsäure, Magnesium und Kupfer. Dies könne ein Hinweis auf die verborgene „Lichtsehnsucht“ dieser Pflanze sein, die helfen könne, toleranter und verständnisvoller zu werden und die eigenen Schattenseiten anzunehmen, schreibt Stefan Brönnle.

Doch wer in der Walpurgisnacht Ausschau hält nach Hexen, die auf einem Besen durch die Lüfte reiten hat sich hinters Licht führen lassen. In Wahrheit brauten kräuterkundige Frauen aus geheimen Zutaten, zu denen auch die Belladonna gehört, Flugsalben. Die erlauben körperlos und ohne Besen auf weite Reisen zu gehen.

Ihr botanischer Name „Atropa belladonna“ wird übrigens auf die griechische Göttin Atropos, „die Unerbittliche“, zurückgeführt, denn sie ist diejenige, die den Lebensfaden durchschneidet.

 

 

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