La Imperial Feng

Feng Shui · Geokultur · LebensArt

Gedanken für den Übergang – Wir, das Papier und die Eltern des Holzfällers

6 Kommentare

„Seht die Wolke, die in diesem Stück Papier schwebt. Wenn ihr genau hinschaut, werdet ihr sie sehen können. Ohne die Wolke wird kein Regen sein; ohne Regen können die Bäume nicht wachsen, und ohne Bäume können wir kein Papier herstellen.

Papier und Wolke

Für die Existenz des Papieres ist die Wolke wesentlich. Wenn die Wolke nicht ist, kann auch das Stück Papier nicht sein. Wir können also sagen, dass die Wolke und das Papier einander bedingen und durchdringen.

Betrachten wir dieses Stück Papier näher, so können wir auch den Sonnenschein darin sehen. Ist der Sonnenschein nicht da, kann der Wald nicht wachsen. Tatsächlich kann nichts wachsen. Und so wissen wir, dass auch der Sonnenschein in diesem Papier ist, und dass sie sich wechselseitig bedingen und durchdringen. Und wenn wir weiter hinschauen, so sehen wir den Holzfäller, der den Baum fällt und ihn zur Mühle bringt, damit aus dem Baum Papier werden kann. Und wir sehen den Weizen.

Wir wissen, dass der Holzfäller ohne sein tägliches Brot nicht leben kann, und daher ist der Weizen, der zu seinem Brot wurde, auch in diesem Stück Papier; ebenso wie die Mutter und der Vater des Holzfällers es sind.

Betrachten wir es in dieser Weise, so sehen wir, dass das Stück Papier ohne all diese Dinge nicht existieren kann. Schauen wir noch genauer hin, so sehen wir auch uns darin. Das ist nicht schwer zu verstehen, denn wenn wir ein Stück Papier betrachten, so ist es Teil unserer Wahrnehmung. Euer Geist ist ebenso darin wie der meine. Daher können wir sagen, dass alles in diesem Stück Papier enthalten ist. Ihr könnt nichts herausgreifen, was nicht darin ist – Zeit, Raum, die Erde, der Regen, die Mineralien der Erde, der Sonnenschein, die Wolke, der Fluss, die Hitze. Alles existiert gleichzeitig in diesem Stück Papier. Das Stück Papier ist, weil alles andere ist.

Angenommen, wir versuchen, eines der Elemente zu seinem Ursprung zurückzuführen, z.B. führen wir den Sonnenschein zurück zur Sonne. Glaubt ihr, dass das Stück Papier dann noch möglich wird? Nein, denn ohne Sonnenschein kann nichts sein. Und führen wir den Holzfäller zurück zu seiner Mutter, so haben wir ebenfalls kein Stück Papier mehr. Tatsächlich besteht dieses Stück Papier nur aus „Nicht-Papier Elementen”. Und wenn wir diese Nicht-Papier-Elemente zurück zu ihren Ursprüngen führen, gibt es überhaupt kein Papier mehr. Ohne Nicht-Papier-Elemente wie Geist, Holzfäller, Sonnenschein usw. wird kein Papier möglich sein. So dünn dieses Stück Papier auch ist, es enthält das ganze Universum in sich.“ Thich Nhat Hanh

Wie ist es nun, wenn Du ein Stück Papier zur Hand nimmst, Dein Brot isst, die Schuhe anziehst?

Wir sind alle mit allem und allen verbunden, und nichts kann geschehen, das uns trennt. Wer oder was ist dann noch fremd? Ein ganz und gar tröstlicher Gedanke, oder?

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6 Kommentare zu “Gedanken für den Übergang – Wir, das Papier und die Eltern des Holzfällers

  1. Liebe Susanne,
    da hast Du einen meiner Lieblingstexte von Thich Nhat Hanh vorgelegt.
    Gerne habe ich ihn zum wiederholten Male „eingeatmet“ 😉 .
    Thich Nhat Hanh schreibt immer wunderbar anschaulich und tiefsinnig über SEINSVERBUNDENHEIT.

    Kürzlich fand ich auf einem anderen Blog einen Beitrag, der ein bißchen zu dem Deinem paßt.
    Wenn Du nachlesen magst: https://luftzumathmen.wordpress.com/2016/12/24/weihnachtsgeschenk/

    Herzensgruß von Ulrike 💖

    • Ganz wunderbar, Ulrike, vielen Dank dafür. Und ja, dieses Gefühl kenne ich auch und es so … genau!

      Herzlich,
      Susanne

    • Da zeigt sich doch auch gleich unsere „Seinsverbundenheit“, guten Morgen Susanne und Ulrike! Auf dem „Leselebenszeichen“-Blog hat Ulrike ja ebenfalls mit dem Zitat aus der „Erdsee-Saga“ in die selbe Richtung gedacht. Und dieser Text von Thich Nhat Hanh ist wirklich zum „Einathmen“ schön. Wenn wir die Dinge „zu ihren Ursprüngen zurückführen“, vergessen wir im selben Augenblick unsere gemeinsame geistige QUELLE, die nur hier, in unserer GEGENWART erfahrbar ist. Wie einfach und unmittelbar nchvollziehbar das in diesen wenigen Zeilen gesagt wird am Beispiel des Papiers! Wunderschön!

      Ganz in diesem Sinne wünsch‘ ich uns allen ein neues Jahr, das treu das alte bleibt,

      Michael

      • Altes wertschätzen und sich dankbar noch einmal umschauen, sicherlich,
        und dann voran, Platz machen für das Neue, das kommen, erfahren und gelebt werden will.

        In diesem Sinn und mit herzlichen Grüßen – wünscht einen guten Rutsch

        Susanne

  2. Genau – alles ist miteinander verbunden. Das ist ein sehr schöner Text!
    Ich wünsche Dir liebe Susanne und allen die das lesen, einen guten Rutsch! ❤
    LG
    von der anderen Susanne

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