La Imperial Feng

Feng Shui · Geokultur · LebensArt

Symbolik der Bäume – Die Vorfahren unserer Möbel

6 Kommentare

Ob als Fußboden, Wandbekleidung oder Möbelstück – echtes Holz im Haus erfährt einen regelrechten Boom. Doch worauf laufen wir da eigentlich?

Buche - Baum der Runen

Die Buche – Mutter des Waldes

Mittlerweile berichtet die neue Förstergeneration über ihr Erleben mit den Bäumen. Je mehr sich ihr Blick vom reinen Verwertungsgrad des Holzes abwendet, desto sensibler werden ihre Beobachtungen. Die gewonnenen Erkenntnisse finden sich in zahlreichen, ganz wundervollen Publikationen darüber, wie intelligent Bäume miteinander und ihrem Umfeld kommunizieren, wie sie ihren genetischen Code ändern können, wenn er in einer veränderten Lebenssituation nicht mehr passt, und wie sie sogar aktive Strategien entwickeln, um vorausschauend zu agieren. Und die Bionik, in der Beobachtungen in der Natur für menschliche Anwendungen gewonnen werden, ist der aktuelle Geheimtipp in der Hightechindustrie.

Früher lasen wir in Mythen und Sagen über das Wesen der Bäume. Manch indigene Völker glauben, der Mensch stamme gar von ihnen ab. Und wer sich im Wald die Zeit nimmt, um Bäume zu beobachten erkennt schnell, dass sie wirkliche Wesen sind und einen ganz eigenen Charakter haben. Eingeweihte fragen den Förster längst nach Holz, das nach dem Mondkalender geschlagen wurde und gute Instrumentenbauer gehen mit dem Förster in den Wald und suchen dort ihr „klingendes Holz“ für Geige, Viola oder Cello.

Auch im Holz des Möbel bleibt der Charakter des Baumes erhalten, er zieht ins Haus mit ein. Welche Mitbewohner haben wir da eigentlich?

kieferDie Kiefer – Baum des Selbstvertrauens und der Energie.
Allgemein versinnbildlicht eine Kiefer Ausdauer, Anpassungsfähigkeit und Lebenskraft. Sie steht für ein langes Leben in dem Treue und Mut einen hohen Stellenwert einnehmen.
Alle Kiefernarten haben eine keimtötende, schmerzstillende und durchblutungsfördernde Wirkung. Ihr ätherisches Öl verhilft zu innerer Ruhe und stärkt das Durchhaltevermögen. Im Haus finden wir die Kiefer als Tisch, Regal oder Truhe.

lindenblatt Die Linde – Baum des Glücks und der Gerechtigkeit.
Sinnbild für Liebe, Zärtlichkeit, Gastfreundschaft, Heimat, Schutz, Gemeinschaftssinn, Milde und Güte. Die Germanen widmeten Sie der Göttin Freya, der Göttin der Fruchtbarkeit.
Früher gab es keinen Dorf- also Gemeinschaftsplatz ohne Linde. Ihre herzförmigen Blätter stimmen das Gemüt milde, auch ein Grund, warum früher Linden den Gerichtsplatz zierten: Man erhoffte sich milde Richter und geständige, einsichtige Delinquenten.
Knospen, Blätter, Blüten, Rinde und Bast werden in der Pflanzenheilkunde verwendet. Bekannt sind ihre schweißtreibenden, entkrampfenden, kühlenden, schlaffördernden, lindernden und entzündungshemmenden Wirkungen. Das leichte Holz der Linde wird gern zum Bau von Resonanzböden für Orgel und Klavier verwendet.

eicheDie Eiche – Baum der Unsterblichkeit.
In ihrer Erhabenheit versinnbildlicht sie Sieg, Ruhm, Kraft und (männliches) Heldentum. Geweiht ist sie den Donnergöttern Donar / Thor / Jupiter. Die Kelten verehrten die Eiche als heiligen Baum und ihre Druiden ernteten die Misteln der Eiche mit ihrer goldenen Sichel.
Der Sinnspruch aus Kindheitstagen bei Gewitter lautete: „Von Eichen sollst Du weichen, stattdessen Buchen suchen.“ Dies rührt daher, dass die Eiche zu den sogenannten „Strahlensuchern“ gehört, also einen Standort nahe Wasseradern vorzieht, wo der Blitz sich naturgemäß stark hingezogen fühlt, während die Buche sich fernab von geologisch brisanten Zonen wohl fühlt.
Der hohe Anteil an Gerbsäure im Eichenblatt wirkt zusammenziehend, entzündungshemmend und blutstillend.

pappelDie Pappel – Baum der Unterwelt.
Schmerzen, Verschlossenheit, Arroganz, Tod und Auferstehung, in-sich-gekehrt-sein werden ihr als Attribute zugesprochen – nanu, was hat sie dann hier zu suchen? Im Allgemeinen wollen wir  der „dunklen Seite“ doch eher nicht zu nahe kommen. Bei den Geomanten heißt es, ein Bett aus Pappelholz sei zu vermeiden weil sie keinen erholsamen Schlaf ermögliche und man schon mit einem Bein in der Anderswelt stehe. Dennoch hat gerade die Pappel viel zu sagen: Das Zittern ihrer Blätter, so wird gemunkelt, deute auf ihre Unterhaltung mit der Geisterwelt. Und wer weiß schon, ob nicht manchmal ob ihres „Zitterns wie Espenlaub“ die als Furchtsam geltenden insgeheim an dieser Unterhaltung teilhaben … . In Griechenland war die Schwarzpappel der Erdmutter geweiht und wurde zum Wahrsagen verwendet. Dass laut Überlieferungen am Eingang zur Unterwelt eine Schwarzpappel steht und am Ausgang eine Weißpappel mag mit ein Grund sein, warum auf Friedhöfen gern Pappeln gepflanzt werden. Ein Zeichen der Lebenden, um den Verstorbenen einen reibungslosen Übergang zwischen den Welten zu ermöglichen – schließlich gehen wir alle mal diesen Weg. Pappelsalbe wurde in der frühen Heilkunde mit schmerzstillenden und halluzinogenen Kräutern verkocht und sorgte für tranceähnliche Zustande. Dazu wirkt Pappel schleimlösend, entzündungshemmend, wassertreibend; sie spült Schlacken aus und fördert die Verdauung. Auch für die Hautpflege hat die Pappel einiges zu bieten, ihre Wirkkraft für bessere Narbenheilung und ihr mildernder Einfluss  bei Verbrennungen, Sonnenbrand, Hämorrhoiden, Akne, Neurodermitis und Schrunden ist noch heute bekannt. Pappeln lieben wässriges Gelände und eignen sich zur Bodenentgiftung. Aus ihr werden Holzschuhe gefertigt, außerdem dient sie für Sperrholz, Streichhölzer und Zellulose.

pflaumenblu%cc%88teDie Pflaume – Baum für Alter, Weisheit und weibliche Erotik.
Die als heilkräftig geltende Pflaume steht im Symbol für Treue, Verläßlichkeit, Ausdauer, Langlebigkeit, Demut und Geduld, für Glück im eigenen Haus und die Erleuchtung. Botanisch gehört sie zu den Rosengewächsen – wer hat’s gewußt? Früher wurden der Pflaume in einer Zeremonie eigene Krankheiten übergeben: „Baum nimm Du’s, auf dass mich lässt die Krankheit in Ruh“, sollte man sagen um danach geheilt nach Hause zu spazieren. Aus ihrem Holz werden heute noch Löffel hergestellt und wegen ihres leicht rötlichen Farbtons wird sie gerne für Intarsienarbeiten verwendet. Hildegard von Bingen verwendete die Blätter der Zwetschge bei Zorn und die Rinde bei denen, die von Würmern befallen waren. Allgemein gelten die Wirkungen der Pflaume als aufbauend, regulierend, mild abführend, kühlend und krampflösend.

Lust auf mehr? Dann habe ich hier eine lesenswerte Literaturliste

  • Erwin Thoma – Die geheime Sprache der Bäume und wie die Wissenschaft sie entschlüsselt
  • Peter Wohlleben – Das geheime Leben der Bäume
  • Hermann Hesse – Bäume
  • Gerd und Marie Haerkötter – Das Geheimnis der Bäume
  • Andrea Huber – Die Heilkraft der Bäume; Rezepte und Rituale für Geist & Körper
  • Zora del Buono – Das Leben der Mächtigen, Reisen zu alten Bäumen
  • Rita Lüder – Baume bestimmen
  • Michael Vescoli – Der keltische Baumkalender: Über den Menschen, die Zeit und die Bäume
  • Frau Birkenbaum – Über den  Zauber der Erle
  • Martin Schleske – Der Klang; vom unerhörten Sinn des Lebens

Und wer überlegt, welcher Baum sich für den eigenen Garten eignet spreche mich gern an. Ich stimme nämlich mit Erwin Thoma aus ganzem Herzen überein: „Es ist hoch an der Zeit, mit den Bäumen zu sprechen, mit ihnen viel mehr zu kooperieren. Wer hört, was sie zu sagen haben, der wird belohnt. Für die gute Bewältigung unserer Zukunft ist die Baumsprache die wichtigste Fremdsprache, die wir lernen können.“ (aus o.a. Seite 95)

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6 Kommentare zu “Symbolik der Bäume – Die Vorfahren unserer Möbel

  1. Ein wunderbares Thema!
    Der schon sehr ausführlichen Literaturliste möchte ich gerne noch eines hinzufügen:

    Pauline Felder, Von der Heilkraft unserer Bäume (1992)

    Das 48-seitige Büchlein ist leider nur noch antiquarisch erhältlich (Pauline Felder starb 2007).
    Vielleicht ergatterst du noch irgendwo ein Exemplar. Notfalls überlasse ich dir meines zum *ähem* abschreiben 😉

    Alles Liebe!

    • Hab’s gleich nachgeschaut, doch es scheint wirklich überall vergriffen zu sein. Sollte sich keines auffinden, spreche ich Dich gerne an. Mit der Hand schreiben macht den Geist frei, wie mein Feng Shui Meister betont und garantiert, per Du mit dem Text zu werden – was man vom kopieren ja nicht behaupten kann ;-). Ich komme also gern auf Dein Angebot zurück, liebe Mo Jour!

  2. Es ist macht mich dankbar und demütig, mir die einst lebendigen Bäume vorzustellen, die nun in meinen Möbeln „ruhen“. Meine Bücherregale sind aus massivem Buchenholz, mein 20er-Jahre-Küchenbüffettschrank ist aus massiver Eiche, Stühle aus Nußbaum, ein Kleiderschrank aus Pinie und bei zwei alten Bürorolloschränken weiß ich nicht, aus welchem Holz sie gemacht wurden…

    Ich kann ergänzend noch folgendes BÄUMEBUCH empfehlen:
    https://at-verlag.ch/buch/978-3-03800-343-4/Susanne_Fischer-Rizzi_Blaetter_von_Baeumen.html

    In meinen Garten habe ich vor 20 Jahren eine Eberesche gepflanzt. Sie gedeiht gut und die Vögel fühlen sich dort sehr wohl. Im Winter scherze ich immer, ich habe keinen Weihnachtsbaum mit Glitzerkugeln sondern eine Eberesche mit lebenden Vögeln. Natürlich liegt es auch daran, daß ich reichlich Vogelfutter in die Zweige hänge. 🙂

    • Danke Ulrike,

      da hast Du mir ja gleich Anregungen für einen der nächsten Blogposts gegeben – Buche, Nussbaum und Eberesche sind auch sehr kraftvolle Gefährten :-). Danke auch für den Buchtipp! Auf bald und herzliche Grüße von Susanne

  3. Bäume faszinieren mich schon immer. Dankeschön für diese wundervolle und ehrfurchtsvolle Einführung in ihre Bedeutung.

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