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Feng Shui · Geokultur · LebensArt

Zeitmanagement und andere aktuelle Fragen

9 Kommentare

„Ach, wenn es nach mir ginge könnte mein Tag 48 Stunden und mehr haben,“ seufzt im Flugzeug mein sympathischer Sitznachbar, „abends habe ich noch soviel Unerledigtes auf dem Display, dass ich gar keine Ruhe finde.“

Kommt mir sehr bekannt vor. Noch vor ein paar Jahren hätte ich das sagen können, da war mir morgens schon mulmig beim Gedanken an mein Tagespensum. Termine, Deadlines, offene Versprechen und kein „Fertig“ in Sicht. Stattdessen viele „Ausreden“.

Wie die Zeit vergeht. Kalender am Rathaus Heilbronn

Wie die Zeit vergeht … Kalender am Rathaus Heilbronn. Foto © DorianKrauss

Irgendwann las ich ein Zitat vom Dalai Lama. Bei ihm hatte sich eine Frau beschwert, wann denn bitteschön das Meditieren noch Platz in ihrem übervollen Terminkalender finden solle. „Wenn Sie ehrlich zu sich sind,“ antwortete er ihr, „dann werden Sie feststellen, dass Sie immer Zeit haben für das, was Sie tun wollen, und seien es so einfache Dinge wie fernsehen, Zeitung lesen, eine Reise planen oder im Internet surfen. Wir haben uns zur Gewohnheit gemacht, die Zeit vorzuschieben anstatt ehrlich zu sagen: „Das will ich gerade tun und etwas anderes eben nicht.“

Seine Worte trafen bei mir ins Schwarze. Zum einen wurde mir klar, dass ich immer zuviel auf meinem Zettel hatte. Die endlosen Listen überforderten mich und indirekt verwehrte ich mir den Genuss, meine freie Zeit zu genießen. Zum anderen erkannte ich – und die Dosis war bitter – dass ich tatsächlich Zeitdruck benutzte, um mich vor einer klaren Antwort zu drücken. Ich übernahm lieber statt klar zu sagen: Nein, im Moment habe ich keine Lust auf ein Treffen. Nein, ich stehe für dieses Ehrenamt momentan nicht zur Verfügung. Ja, jetzt buddel ich im Garten oder surf im Netz und zwar ganz ohne schlechtes Gewissen.

Heute geht es für mich immer mehr darum, ehrlich zu mir selbst zu sein. Ich stelle mich hin und ich stehe zu mir. Zu meinen Ideen und Idealen, zu der Art, wie ich mein Leben gestalte, an was ich glaube, was ich tue oder besser lasse. Mittlerweile sehe ich es so: Mangelnde Zeit als Rechtfertigung zu benutzen bedeutet, Aspekte einer Wirklichkeit zu leugnen, für die ich nicht bereit bin, Verantwortung zu übernehmen. Was es sehr wahrscheinlich macht, genau das Gleiche wieder zu tun.

Doch als erwachsener Mensch, vor wem habe ich mich zu verantworten als allein vor mir selbst?

Mein Tipp – Im Raum werden die Extreme von Pflicht und Freude am Vergnügen durch die Himmelsrichtungen Nordwesten und Südosten dargestellt. Förderlich kann sein, beide Bereiche einer genauen Inspektion zu unterziehen: ist der Nordwesten vielleicht vollgekrempelt oder fehlt er ganz? Aus dieser Richtung kommt nämlich Unterstützung wenn es um Struktur geht, die Übernahme von Verantwortung oder auch, hilfreiche Menschen und Mentoren anzuziehen.

Der Südosten dagegen liefert Kreativität und Konzentration, Durchhaltevermögen und Zufriedenheit. Vielleicht kann die Pflicht dennoch mit Freude erledigt werden, wenn Konzentration und Struktur fürs Erledigen vorhanden sind? Oder plötzlich wird klar: Die tägliche Liste ist einfach zu voll, für heute ist genug und sehr gut gearbeitet, jetzt kommt die Kür.

P.S. Bleibt nur noch zu erwähnen, dass durch unser anregendes Gespräch die Zeit wie im Flug verging 😉 und wieder mal deutlich wurde, wie relativ das Zeiterleben ist. Oder, um es mit Albert Einstein zu sagen: Drei Minuten im Gespräch mit einem interessanten Menschen vergehen rasch, drei Minuten auf einer heißen Herdplatte sitzen erscheint wie die Ewigkeit.

Wünschen Sie sich Impulse für Ihr persönliches Zeitmanagement? Dann sprechen Sie mich gerne an, mit meiner Inspiration für Raum und Leben unterstütze ich Sie gern!

 

 

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9 Kommentare zu “Zeitmanagement und andere aktuelle Fragen

  1. Sehr klug ! Derzeit herrscht mehrheitlich die Meinung vor, dass ein gefülltes Leben (mit Terminen aller Art) auch unbedingt ein erfülltes Leben sein muss. Was ja aber nicht stimmt ….

  2. Liebe Susanne,
    zu deinem Beitrag fällt mir ganz viel ein. Vielleicht mal dies…
    Dass „Ich habe keine Zeit“ häufig eine Ausrede ist, wurde mir bewusst, als ich noch als überzeugte Zeugin Jehovas von Tür zu Tür ging. Die Antwort „Ich habe keine Zeit“, die mir dabei oft entgegengebracht wurde, konterte ich irgendwann mit: „Wann haben sie denn Zeit? Dann kommen wir gerne ein anderes Mal wieder“. Das half in der Regel, eine echte Antwort zu erhalten, die dann z.B. hieß „Nein danke, ich habe kein Interesse“ oder „Das brauchen sie nicht, für mich kommt das sowieso nicht in Frage.“ (Mal ganz abgesehen davon, dass mir heute bewusst ist, wie anmaßen es ist zu glauben, man kenne DIE Wahrheit und müsse andere damit retten. Aber so war ich aufgewachsen und lebte es erst mal.)
    Heute schätze ich sehr das Leben, wie ich es mir vom Zeitmanagement her eingerichtet habe. 3 Tage Arbeit die Woche mit dem entsprechend reduzierten Gehalt und daneben Zeit für mich, um mich zu spüren und vieles relativ bewusst zu machen.
    Liebe Grüße
    Marion

    • Liebe Marion,

      schon lange beschäftige ich mich mit der Zeit, ganz theoretisch und auch ganz praktisch und vor allem mit den Auswirkungen, die das eigene Bewusstsein auf das „Zeitvergehen“ hat.

      Die Chinesen sagen, „Wenn Du es eilig hast, gehe langsam.“ Ich habe das probiert und es stimmt. Und dann sind da ja auch Momo und Hans-Peter Dürr und all die anderen Forscher, es ist doch ein wundervolles Phänomen und in seiner Gänze noch gar nicht erfasst.

      Ich finde es schön, dass Du es geschafft hast, den Wert der Zeit zu erkennen. Am Ende werden wir alle erfahren, dass Geld das niemals ersetzen kann.

      In diesem Sinne grüße ich Dich zeitlos herzlich 🙂
      Susanne

      • Liebe Susanne,
        heute Morgen unter der Dusche fiel mir ein, dass auch ich Zeiten hatte, wo ich mich nicht anders aus etwas Unerwünschtem zu winden wusste als zu sagen: „Ich muss mal sehen, ob ich das unterbringe.“ Ich wusste einfach noch nicht, wie ich Angebote zu privatem Zusammensein anders entgehen konnte, wenn ich das gar nicht wollte.
        Ja stimmt, der Spruch vom langsam gehen, wenn man es eilig hat, ein schöner 🙂
        Erst dieser Tage beim Zusammenpacken meines Hab und Gutes vor dem Verlassen der Whg. zur Sanierung merkte ich, dass für mich stimmt: „In der Ruhe liegt die Kraft.“ Wenn es mir gelingt, meinem eigenen Zeitrhythmus zu folgen, ohne mich von jemandem aus der Ruhe bringen zu lassen, dann spüre ich das sehr deutlich. Dann geht alles, was mir wichtig ist und ansteht zu tun, gut von der Hand und mit bewusster Präsenz, was sich erfüllt anfühlt, selbst wenn es sich um eine Tätigkeit handelt, die nicht die Lieblingsbeschäftigung sein muss.
        Du hast so recht, Zeit kann durch kein Geld der Welt ersetzt werden.
        Ich wünsche dir von ❤ en einen Freitag, der unendlich zu sein scheint und ein ebensolches Wochenende ⭐
        Marion

      • Danke für Deine Gedanken, liebe Marion.

        Über Zeit können wir endlos ( und mit zunehmender Freude ) philosophieren; ich glaube, selbst wenn alle Menschen ein unterschiedliches Zeitempfinden haben, genau ihr Geheimnis darin liegt: Wir werden der Zeit nur durch die Art gerecht WIE wir etwas tun. Und dann kann selbst bei Stehen im Stau nicht von „Zeitverlust“ geredet werden, denn die Zeit ist doch unsere treue Begleiterin. Sie verläßt uns, solange wir leben, nie.

        Folgt man dem DAO, dann bleibt im sich hingeben nichts ungetan – und ja, wer sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und dem eigenen Rhythmus folgt ist immer ganz nah bei sich.

        Freu mich, dass wir da „Schwestern im Geiste und Erleben“ sind!

        Ebenso herzliche Grüße für ein zeitlos-zeitliches Wochenende!

      • Dem ist erst mal nichts mehr hinzuzufügen, liebe Susanne 🙂 ❤ ⭐

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