La Imperial Feng

Feng Shui · Geokultur · LebensArt

Nach der Trennung – Wenn die Räume Trauer atmen

5 Kommentare

Geliebte/r ade – scheiden tut weh. Nach einer Trennung gerät so manches Gefüge aus den Fugen.

grey wall

Nach einer Trennung können auch die Räume traurig sein

Lebenskonzepte werden über den Haufen geworfen, weil es nun kein Wir mehr gibt.
Der Körper verarbeitet eine Art Entzug, denn der Mensch, mit dem Intitmität und Nähe gelebt wurden, den gibt es (plötzlich) nicht mehr. Und, wenn der Partner / die Partnerin auszog,  sind die Räume nicht nur kahler, weil Möbelstücke und Bilder fehlen. Auch der Raum hat jemand verloren, der sich ihm anvertraute, dessen Geschick er unter seine Fittiche nahm, dessen Eigenarten, Lachen oder Singen er lieb gewonnen hatte. Nun fühlt sich alles irgendwie traurig an, kalt und leer – so gar nicht mehr wie Zuhause.

Zuhause, das ist auch ein stummer Zeuge für den Prozess von der Gemeinsamkeit bis zur Trennung. Wurde gemeinsam ein Haus gebaut dann waren es zwei, die durch Phantasie, Pläne und Lebensenergie (u. a. Geld ) dieses Wesen Haus ins Leben gebracht haben.
Wurde gemeinsam eine Wohnung bezogen, erlebten die Räume einen glücklichen, vielleicht etwas aufregenden, Neuanfang. Oder jemand zog dazu, und die Räume durften nun jemand kennen lernen, der / die sich in ihnen ganz heimisch machte.

Mit der Zeit bildet sich zu jedem Wohnraum ein Vertrauensverhältnis, wozu sich das Gefühl der Geborgenheit gern gesellt. Beim kleinen Prinz heißt es, das wir für das verantwortlich sind, was wir uns vertraut gemacht haben. In gewisser Weise gilt dies auch für den Raum, denn seine Hülle wurde unsere dritte Haut. Er nimmt sich unserer sozusagen an und lenkt unsere Geschicke. Natürlich kann man diese Haut irgendwann abstreifen wie ein zu eng gewordenes Kleid, oder wie einen Anzug, der nicht länger den Bedürfnissen entspricht. Doch der Abschied geht im besten Fall mit einer Würdigung und einem Danke einher, für das, was die Räume in der Zwischenzeit für uns getan haben.

Für manche/n mag es komisch klingen, doch ein Haus ist eine Wesenheit, die sehr genau spürt, was vorgeht. Wird dies verkannt, kann das Haus beizeiten gereizt reagieren – gehäufte Reparaturen, klemmende Türen, verlorene Schlüssel, verstopfte Abflüsse, gestörter Empfang – überhaupt sind Kommunikationsschwierigkeiten im Haus und im Alltag sichere Anzeichen, dass etwas nicht stimmt.

Rucherschale mit rauchwerk

Bleibt nun jemand allein in den bislang gemeinsamen Räumen zurück, empfehle ich ein gemeinsames Ritual, um den Abschied auf angemessene Weise zu begehen. Ist das Verhältnis jedoch allzu zerrüttet (was nebenbei bemerkt Anzeichen für kein gutes Feng Shui ist),  lohnt es sich, wenn der Zurückbleibende die gemeinsame Zeit verabschiedet und um Unterstützung der Räume für einen gelungenen Neuanfang bittet. Dies kann zum Beispiel ein Räucherritual sein.

Geeignete Kräuter für eine reinigende Räucherung sind

2 Teile Salbei
1 Teil Lavendel
1/2 Teil zerkleinerte Engelwurz
1 Teil Wacholderspitzen
1 Teil Thymian
1 Teil zermahlenes Fichtenharz
2 Teile zermahlenes Copal *

Wenn die Räume Trauer atmen, kann sich das auf die dort lebenden Menschen auswirken. In einer traurigen Umgebung fällt es schwer, Prozesse der Heilung und Vergebung in Gang zu bringen. Und von Herzen froh zu sein und voller Vertrauen in die Zukunft zu blicken fällt ebenfalls schwer. Dabei gehören alle Farben zum Leben, was manchmal wie eine Binsenweisheit klingt und während man drin steckt in diesem Loch, sicher nicht leicht fällt, als Tatsache zu akzeptieren.

Dann kann es hilfreich sein, im außen zu beginnen, die Weichen neu zu stellen. Räuchern, umräumen, renovieren, neue Bilder – alles Schritt für Schritt im eigenen Tempo, um sich wieder zu erinnern, wer man ist. Die Räume bilden dann eine schützende Haut, in die man sich einschmiegen kann. In der die Trauer ganz gelebt werden kann um dann, irgendwann, zu spüren, dass das Leben den Geschmack reifer Früchte zurück gewonnen hat.

Wasserfall im Frühling
Manchesmal entwickeln Räume in einem solchen Prozess ungeahnte Potenziale. Und irgendwann durchströmt ein solches Gefühl der Dankbarkeit darüber, nicht aufgegeben zu haben, den Raum und das Sein wie ein rauschender Gebirgsbach das Tal nach der Schneeschmelze im Frühling. Versprochen!

* entnommen: Marlies Bader, Räuchern mit heimischen Kräutern

 

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5 Kommentare zu “Nach der Trennung – Wenn die Räume Trauer atmen

  1. I couldn’t understand the words, as I don’t speak your language, but the images are fabulous. Thank you.

  2. Liebe Susanne,
    Deine Texte sind so schön im Schreibfluß, so KLAR, EINLEUCHTEND und hilfreich informativ – das möchte ich hier einfach mal lobend und würdigend erwähnen. Ich finde immer feine Anregungen auf Deiner Webseite. Und die Fotos sind ebenfalls eine Augenweide. Ich war eben schon zum Planschen im türkisfarbenen Wasserfallauslaufbecken 😉 …
    Danke, daß Du Dein Wissen und Deine Wahrnehmung mit uns teilst!
    Gutenachtgruß von Ulrike

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