La Imperial Feng

Feng Shui · Geokultur · LebensArt

Vom Abschied nehmen und sich überraschen lassen

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Letztens habe ich mein Armband verloren. Das aus Peru. Daran hing ein Topas Imperial ( klar, der Name ist Programm ). Zuerst war ich richtig traurig, doch wie immer hatte meine Freundin Isobel die passenden Worte gefunden: „Was biste denn traurig, freu dich doch, dass jetzt jemand anders ein schönes Armband hat. “

Das Leben ist schön !

Klar, stimmt ja. Ich konnte mich einfach nicht richtig verabschieden, das ist alles. Und weil ich doch noch ein bisschen Trost brauchte habe ich das Gedicht von Hermann Hesse gefunden (Hervorhebungen von La Imperial Feng)

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
blüht Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt, so droht erschlaffen,
nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegen senden,
des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Ja, irgendwie und überhaupt sehr schön.

Wer Altes hinter sich läßt kann dem Neuen begegnen, ein Geschenk muss man auspacken, um zu sehen, was drin ist. Wie soll man biegsam bleiben, ohne sich zu bewegen? Diese weisen Worte lassen sich manchmal erst mit ein paar Mühen ins echte Leben gebären. Doch mit „heiterem Gemüt Raum um Raum zu durchschreiten“, damit kann ich viel anfangen. Ich habe mir nämlich vorgenommen, von nun an wie eine Reisende mein Leben zu leben und stelle es mir so vor:

Welch eine Überraschung !

Oh, ein Geschenk! Welche Überraschung mag wohl drin sein?

Jeden Morgen begebe ich mich auf eine neue Reise und entdecke Unbekanntes im Vertrauten und im sogenannten „Alltag“. Ich begegne allen Menschen als kenne ich sie gar nicht und lasse mich von ihnen aufs Angenehmste verwundern. Bestaune Straßen und Wege mit offenen Augen, schaue nach oben und unten, entdecke neue Fassaden, Haustüren, Cafes. Kehre ein, wo ich noch nie war. Spreche fremde Menschen auf der Straßen an, frage nach dem Weg, nach dem Befinden, sage etwas Nettes. Lächle. Begebe mich ins Ungewisse, früh morgens, spät abends. Gehe in Stadteile, in denen ich noch nie war. Setze mich zu Fremden an den Tisch. Vielleicht beginnen wir ein Gespräch. Lasse mich immer wieder überraschen und überrasche mich selbst. Denn: Nichts ist wie gestern. Auch ich nicht.

In diesem Sinne wünsche ich Dir eine gute Reise.

... und dann gehen wir einfach, auch wenn wir nicht wissen, wohin!

… und dann gehen wir einfach, auch wenn wir nicht wissen, wohin !

 

 

 

 

 

 

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