La Imperial Feng

Feng Shui · Geokultur · LebensArt

Gehen

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gehenGehen ist etwas so Alltägliches, dass es meist nebenbei geschieht. Oder registrieren Sie beim Gehen, welche Abrollbewegungen die Füße machen, wie sich der Untergrund verändert, wie der Körper das Gleichgewicht hält und wie es sich überhaupt so anfühlt beim Gehen?

Haben Sie sich vielleicht auch schon manchmal gefragt, wie sie eigentlich an Ihr Ziel gelangt sind? Weil sich die Füße, nach kurzem Austausch mit dem Gehirn, ganz von selbst bewegten? Sie gingen selbständig, während Sie in Gedanken ganz woanders waren, und den Weg gar nicht mitbekamen? Am Ende wunderten Sie sich bloß noch, schon angekommen zu sein?

Das passiert leicht, wenn man in ein Gespräch vertieft ist und alles um sich herum nicht mehr wahr nimmt. Das geschieht auch, wenn das Interesse nachlässt – man weiß wie Reis schmeckt, warum soll man beim Essen noch darauf achten?

Durch Routine wird Alltägliches nicht (mehr) wahrgenommen. So geht es mit dem Sehen, dem Schmecken, dem Gehen, dem Zähnepuzten – derweil wir mit dem Kopf meist ganz woanders sind.

Dazu eine kleine Geschichte:

„Ein Zen-Schüler fragt seinen Meister: „Was unterscheidet den Zen-Meister von einem Zen-Schüler?“

Der Zen-Meister antwortet: „Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich esse, dann esse ich. Wenn ich schlafe, dann schlafe ich.“

„Wieso? Das mache ich doch auch.“

Der Zen-Meister antwortet: „Wenn du gehst, denkst du ans Essen und wenn du isst, dann denkst du ans Schlafen. Wenn du schlafen sollst, denkst du an alles Mögliche. Das ist der Unterschied.“       

Das bewusste Gehen kann ein Weg sein, um Prozesse in Gang zu bringen. Es kann helfen, im Augenblick ganz präsent zu sein. Es kann eine spielerische Konzentrationsübung sein. Es kann dazu führen, sich mit der Natur zu verbinden (statt sie zu bezwingen). Bewusst gehen kann einen tief(er)en Kontakt zu sich selbst und zur Erde ermöglichen.

Dann sieht man buchstäblich nicht mehr auf die Erde herab, sondern sieht mit den Fußsohlen. Auf diese Weise ist man ihr und damit ihrer gesamten Weisheit viel näher. Und dann, dann können sich neue Türen öffnen. Dann können Wege beschritten werden, die vorher verborgen waren. Und, es kann eine ganz neue, ganz tiefe Liebe und Zuneigung zur Erde, unserem Heimatplaneten, daraus erwachsen. Nur durch das bewußte Gehen.

Dazu passt ein Gedicht von Cambra Maria Skadé

„Die Augen sitzen in der Fußsohle,
deren Haut Wasser atmet.
Der Geist ist nach unten geglitten
tritt sanft auf grüne Wiesen und trinkt Nektar.
Mit jedem Schritt, jedem Abrollen,
zeichnen sich Geschichten ein, Berührungen ab,
tauschen sich Fuß und Erde aus,
erzählen einander Liebesgeschichten.“

Wie wär’s Sie gehen heute zehn Schritte und achten dabei nur darauf, was Ihre Fusssohlen Ihnen mitteilen möchten?

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