La Imperial Feng

Feng Shui · Geokultur · LebensArt

Der Feng Shui Garten für die Sinne

3 Kommentare

Foto: RonPorterEin Garten ist ein geschützter Raum und lädt ein, gärtnerische Ideen räumlich zu verwirklichen. Jemand sagte einmal, jeder Garten zeige die persönliche Vorstellung vom Paradies.

Ein Feng Shui Garten orientiert sich  an „Formalien“, wie zum Beispiel an der Formenschule. Da wird geschaut, dass ein starker Rücken schützt und stabilisiert; dass der Eingangsbereich ausreichend Freiraum gewährt, damit das Qi sich sammeln und idealerweise einspiralisieren kann; da wird nach rechts und links geschaut, um die Dualität von Yin und Yang optisch zu manifestieren.

Ein Feng Shui Garten liebt Ausgewogenheit und das Spiel der Kräfte, strahlt Harmonie und Balance aus. Er wirkt auf alle Lebewesen als Ort der lebendigen Kraft. Ein Feng Shui Garten ist ein schöperisches Areal und damit ein Raum, der alle Lebensgeister anregt und in dem man sich einfach wohlfühlt.

Doch wie jeder Gärtner, wie jede Gärtnerin weiß, ist ein Garten nie statisch und niemals „fertig“. Wie im Improvitationstheater sind alle Darsteller gefordert, spielerisch aufeinander einzugehen. Selten sind die Szenen wiederholbar, denn Ort, Zeit und Mitwirkende befruchten sich und wirken mit am Prozess. Auch ist selten vorhersagbar, wie sich das Theaterstück und eben auch ein (neu angelegter) Garten entwickeln wird. Das gilt natürlich auch für einen Feng Shui Garten.

Wird ein Feng Shui Garten geplant ist zuerst das Konzept wichtig und es werden alle Wünsche aufgelistet. Was soll der Garten enthalten ?

  • Wege, Wasser als Brunnen oder Teich, Rasen, Gemüsebeete, Blumenbeete, Steingarten, Hausbaum, Grillplatz, Feuerstelle, Platz für die Hängematte, die Hollywoodschaukel, Spielecke, Rosenbogen, Rückzugsecke, Sandkasten, Mediatitonsplatz, Feenplatz, Labyrinth, Kräuterspirale, eine bunte Nana, eine Skulptur aus Zweigen, Landart, ein Teehaus, eine romantische Ecke, Pavillion, Draußen-Küche, Buddhastatue …

Danach erst wird sortiert. Was ist wirklich wichtig und was ist machbar? Die Umsetzung in einen Feng Shui Garten besteht dann in der Kunst, das alte Wissen auf den Ort zu übertragen um alles richtig zu platzieren. Das heißt, den besten Platz finden für Wasser, für Gemüse, für Teehaus oder das Labyrinth.

Und zwar im besten Sinne für das Grundstück, das Haus und alle Bewohner. Wer geht womit in Resonanz? Wünscht sich der Bewohner ein Gemüsebeet, die Bewohnerin eine Rückzugsecke? Wünschen sich beide Anregung und gleichzeitig Stabilisierung für die Partnerschaft, ein offenes Haus für Gäste, beruflichen Erfolg und Gesundheit? In jedem Fall sind alle Items die der Garten enthalten soll so zu platzieren, dass die Bewohner in gewünschter Weise profitieren.

Aus der Literatur weiß man nun, dass die Drachenseite den männlichen Bewohner stärkt. Liegt die Drachenseite nun im Westen (nach der Kompassschule im Bereich des Yin) und der Mann wünscht sich ein Gemüsebeet so hilft es wenig, statisch auf der Lehrmeinung zu beharren. Denn im Westen wird das Gemüse vermutlich nicht allerbest gedeihen und den Mann somit nicht stärken. Feng Shui Meister kennen darum Lösungen, die manch einen verwirren mögen weil sie so in keinem Lehrbuch stehen.

Doch ähnlich der Akupunktur, die die Energieleitbahnen des menschlichen Körpers nutzt, um Stagnation zu lösen und das Qi wieder anzuregen, arbeitet das Hexagramm Feng Shui. Die Erde als Körper hat ebensolche Energieleitbahnen wie der menschliche Körper. Werden diese in präziser Weise stimuliert hat das Auswirkungen auf das Qi und damit auf die Bewohner. Darum kennt das Hexagramm Feng Shui für jede Herausforderung die passende Lösung.

In einem Feng Shui Garten heißt es darum, flexibel bleiben und jeglicher Starre vorbeugen. Das gilt auch für gedankliche Starre und überholte Lehrmeinungen. Alle Erkenntnisse im Feng Shui sind aus der Beobachtung der Natur gewonnen, und sie fußen in einer Gesellschaftsformation, die heute – zumindest in unserer westlichen Welt – teilweise überholt ist.

So heißt es im Lehrbuch, dass die  Tigerseite, die klassisch dem weiblichen Prinzip zugeordnet ist, sehr yinnig und zurückhaltend, mit bevorzugt niedrigem Bewuchs zu gestalten sei. Doch heute stehen viele Frauen in beruflicher Verantwortung, sie exponieren sich und sind auf Durchsetzungskraft angewiesen. Darum meine ich, dass das Pflanzprinzip guten Gewissens an manchen Stellen aufgebrochen werden darf und ein höheres Gewächs oder eine markante Solitärpflanze, wie zum Beispiel die Königskerze, ruhig neben Frauenmantel, Margeriten oder Bodendeckern ihren Platz behaupten darf.

Es geht ja um das Gesamtbild, in dem die Tigerseite nicht dominanter bewachsen sein soll als die Drachenseite. Doch das heißt nicht, dass nicht auch der Tiger manchmal aufstehen, sich schütteln und in seiner ganzen Pracht und weiblichen Schönheit präsentieren darf. In meiner Beratungspraxis habe ich außerdem beobachtet, dass Frauen auf diese Weise sanft unterstützt werden, den eigenen Wert zu schätzen.

Um nun auf den Feng Shui Garten für die Sinne zurückzukommen. Da hatte ich vor, Tipps für die Gestaltung aufzulisten, um alle Sinne einzubinden. Doch ich glaube da braucht es einen neuen Beitrag denn dieser hat sich während des Schreibens verselbständigt. Ich komme also drauf zurück …

 

 

 

 

 

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3 Kommentare zu “Der Feng Shui Garten für die Sinne

  1. Sehr interessant ! Wäre natürlich spannend zu sehen wie der passende Garten zu bestimmten Menschen aussieht.
    Ach und die Seitenlehnen der Bank finde ich großartig !

  2. Ich finde diesen Artikel auch sehr spannend, vor allem würde ich gerne so Anregungen für die *neue* Tigerseite des Gartens sehen . Danke!!!

  3. Ich schau mal was ich finde – für die ’neue‘ Tigerseite und was mir so einfällt zu ‚Mensch mit passendem Garten‘. Bei letzterem geht die Privatsphäre jedoch vor.
    Ja, und die Seitenlehnen finde ich auch super!

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